Netzneutralität

  • : Petition für Netzneutralität in der EU
    Petition für Netzneutralität in der EU

    Es gibt jetzt eine EU-weite Petition für den Erhalt der Netzneutralität in Europa: euopeninternet.eu. Die könnt Ihr zeichnen und weiterverbreiten. (Danke an Vera, Matthias und Thorsten für die deutsche Übersetzung!)

    Am 21. September hat der Vorsitzende der US-Regulierungsbehörde FCC, Julius Genachowski, Grundsätze für ein offenes Internet formuliert. Gleichzeitig stehen in Europa wichtige Entscheidungen an, die die Zukunft des offenen Internets betreffen. Angesichts dieser Entwicklungen haben wir diese Petition formuliert. Wenn Ihr ebenso wie wir daran glaubt, dass Europa ein offenes und freies Internet gemäß den folgenen Prinzipien verdient, zeichnet diese Petition bitte mit und gebt sie an Eure Freunde weiter.

    1. Internetbenutzer haben das Recht, auf Inhalte ihrer Wahl zuzugreifen, sie zu senden und zu empfangen.
    2. Internetbenutzer haben das Recht, Anwendungen und Dienste ihrer Wahl zu benutzen und auszuführen.
    3. Internetbenutzer haben das Recht, Hard- und Software ihrer Wahl zu nutzen, wenn sie das Netz nicht schädigt.
    4. Internetbenutzer haben das Recht, gemäß den Prinzipien des freiem Markt zwischen Netzwerk‑, Anwendungs‑, Service- und Inhalte-Anbieter zu wählen.
    5. Internetbenutzer haben das Recht auf diskriminierungsfreien Zugang zum Internet. Weder dürfen bestimmte Anwendung oder Dienste blockiert werden, noch dürfen bestimmte Sender oder Empfänger vom freien Datenverkehr ausgeschlossen werden. Provider dürfen nicht bestimmte Dienste behindern oder sperren, noch dürfen sie bestimmte Inhalte oder Anwendeungen bevorzugen. Insbesondere dürfen sie nicht Dienste blockieren, die in Konkurrenz zu ihren eigenen Serviceleistungen stehen.
    6. Internetnutzer haben ein Recht auf einen Anschluss mit festgelegtem Datendurchsatz und ebensolcher Qualität. Die Provider müssen offen darlegen, wie sie den Netzwerk-Verkehr verwalten.

    Diese Prinzipien sollen in europäisches und nationales Recht integriert und von den zuständigen Behörden europaweit einheitlich durchgesetzt werden.

    Englischer Originaltext:

    22. September 2009 44
  • : Telekom-Paket: Vier deutsche EU-Abgeordnete im Vermittlungsausschuss
    Telekom-Paket: Vier deutsche EU-Abgeordnete im Vermittlungsausschuss

    Vor 11 Tagen hatten wir über die Vorbereitungen für die dritte Lesung im EU-Telekom-Paket berichtet. Ein Vermittlungsausschuss, bestehend aus jeweils 27 Repräsentanten des EU-Ministerrats und des EU-Parlaments verhandeln ab demnächst hinter verschlossenen Türen über das Schicksal des offenen, freien und neutralen Internets innerhalb der EU. Die 27 EU-Abgeordneten stehen jetzt fest. Dabei sind auch vier aus Deutschland. Die deutschen Politiker im Vermittlungsausschuss sind:

    Angelika NIEBLER, CDU (32,7), Herbert REUL, CDU (23,2), Matthias GROOTE, SPD (54,6) und Silvana KOCH-MEHRIN, FDP (33,6).

    La Quadrature du Net ermittelt immer fleissig bei Internet-relevanten Abstimmungen im EU-Parlament einen Wert für das Political Memory. (Bisher wurden u.a. Telekom-Paket, Softwarepatente und IPRED2 in den Wert einbezogen) So kann das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten in Internetfragen transparent nachvollzogen werden. Das sind die Zahlen hinter den Namen. Wie man sehen kann, sticht niemand durch ein ausgesprochen Internet-freundliches Abstimmungsverhalten hervor. 100% ist der Höchstwert für ein besonders Internet- und Bürgerrechts-freundliches Abstimmungsverhalten. Aber die nun in den Vermittlungsausschuss gewählten Abgeordneten können sich gerne geläutert zeigen und ihr Ranking, sowie ihr Internet-Karma in dieser Legislaturperiode verbessern. Und Ihr könnt gerne diese Abgeordneten kontaktieren und sie bitten, sich gegen Internetsperrungen bei Urheberrechtsverstößen (Haddoupi / 3‑Strikes) und für starke Netzneutralitäts-Regeln einzusetzen. Kontaktdaten findet Ihr durch Klicken auf die Namen.

    Mehr zum Telekom-Paket hier im Blog.

    21. September 2009 12
  • : FCC: Netzneutralität als Freiheitsgarant
    FCC: Netzneutralität als Freiheitsgarant

    Netzpolitik ist auch Demokratiepolitik, wie die USA mal wieder vormachen. Die Federal Communications Commission ist so etwas wie die Bundesnetzagentur. Sie ist für die traditionell schwache Regulierung des US-Telekommunikationsmarktes zuständig, ihre Entscheidungen auch für die Internetprovider bindend Nun hat ihr Präsident Julius Genachowski zwei neue Regeln bekanntgegeben. Demnach sind Netzneutralität und Transparenz beim Netzwerkmanagement ein Muss, die FCC löst so ein Wahlversprechen Barack Obamas ein.

    Netzneutralität bezeichnet, dass die Provider den Verkehr in ihren Netzen gleich und ohne Bevorzugung behandeln – unabhängig vom Absender und der Art der Inhalte. Ob also ein User in Buxtehude oder der Server eines Fernsehsenders Daten verschickt oder empfängt, ob der Internet-Explorer oder Skype die Daten abruft oder erzeugt, ist demnach irrelevant. Genau das hat die FCC als Garant für die demokratische, offene Qualität des Internets erkannt und legt daher entsprechende Regeln fest. Kleine Brötchen sind hier nicht angebracht – daher heißt die zugehörige Domain: openinternet.gov.

    Die Regeln umschließen zum einen das grundsätzliche Prinzip und kennen davon nur wenige Ausnahmen: Netzwerkmanagement soll demnach möglich bleiben und Neutralität bei als illegal erachteten Inhalten ist nicht gegeben. Das wiederum ist ein Freibrief für Deep Packet Inspection. Allerdings müssen alle Eingriffe in die Netzneutralität den FCC-Rules entsprechend offengelegt werden – das ist mehr, als hierzulande üblich.

    Alles in allem ein mutiger Schritt: während sich die europäischen Regierungen unter anderem im Telekompaket nach wie vor nicht durchringen können, Netzneutralität als Basis allen Internets zu erkennen und das Prinzip festzuschreiben – vielleicht, weil sie Angst davor haben, dass ihre ehemals staatseigenen Telekom-Firmen weniger Rendite abwerfen könnten, wenn beispielsweise T‑Mobile die Skype-Nutzung zulassen müsste – wird in den USA agiert. Dabei würde auch in Europa eine staatliche Garantie für die Offenheit des Netzes Not tun. Dass man die Offenheit zum Beispiel für Copyright-Eingriffe wieder abschreibt, bleibt derweil natürlich bedauernswert.

    Hier ist die Rede des FCC-Präsidenten Julius Genachowski: „Preserving a Free and Open Internet: A Platform for Innovation, Opportunity, and Prosperity“.

    Und hier ist der Kommentar von Save the Internet: FCC Chief ‚Boldly’ Commits to Net Neutrality.

    21. September 2009 10
  • : Netzpolitik: Was soll man wählen?
    Netzpolitik: Was soll man wählen?

    Eine Woche vor der Wahl bieten wir hier nochmal einen Überblick über die einzelnen Positionen der Parteien. Dabei haben wir auf drei Ressourcen zurück gegriffen:

    1. Die Antworten der Parteien auf unsere vier Fragen zur Netzpolitik.
    2. Wahlprüfsteine von Wikimedia Deutschland e.V. (Lesenswert! Da gibts noch mehr Punkte)
    3. Die Aktion „Bürgerrechte wählen, Überwachung abwählen“ vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung.

    Da wir verschiedene Themenfelder bewertet haben, kann sich jeder ja die für sich wichtigen Punkte raussuchen und eine eigene Entscheidung treffen. Viel Spaß.

    Netzneutralität:

    Pro Netzneutralität: CDU, Grüne, Linke, Piraten und SPD
    Kontra Netzneutralität: FDP (Glaubt an Markt)

    Urheberrecht / Tauschbörsen

    Pro Urheberrechts-Reform: Grüne, Linke, Piraten und etwas eingeschränkt SPD
    Kontra Urheberechts-Reform: FDP und CDU (Beide wollen Verschärfung – was immer das heißt…)

    Förderung von Freier Software und Open Source Kulturen:

    Pro Förderung: Grüne, Linke, Piraten
    Irgendwie Pro Förderung: CDU, FDP und SPD

    Zensursula-Infrastruktur:

    Dagegen: FDP, Grüne, Linke und Piraten
    Dafür: CDU und SPD

    Vorratsdatenspeicherung:

    Dafür: SPD und CDU
    Dagegen: FDP. Grüne, Linke und Piraten

    Onlinedurchsuchung:

    Dafür: SPD und CDU
    Dagegen: FDP. Grüne, Linke und Piraten

    Open-Government (Vergleichbar mit data.gov):

    Pro: Grüne, Linke und Piraten
    Vielleicht: CDU, FDP und SPD

    19. September 2009 55
  • : USA kündigt Netzneutralität-Regeln an
    USA kündigt Netzneutralität-Regeln an

    Wovon wir in Europa und Deutschland bisher nur träumen können, wird in den USA wohl Realität: Nächste Woche sollen konkrete Regeln zum Erhalt der Netzneutralität vorgestellt werden. Spiegel-Online berichtet darüber: Präsident Obama setzt Netzneutralität durch.

    Die US-Telekommunikationsaufsicht FCC (Federal Communications Commission) wolle Internet- und Mobilfunkbetreibern vorschreiben, jeden Datenverkehr in ihren Netzen gleichzubehandeln, berichtet das „Wall Street Journal“ am Samstag. Gilt dieses sogenannte Prinzip der Netzneutralität, dann dürfen die Netzbetreiber zum Beispiel datenintensive Video- oder Spieledienste oder Konkurrenzangebote nicht benachteiligen.

    Spiegel-Online bezieht sich dabei auf diesen Artikel des Wall Street Journal: U.S. as Traffic Cop in Web Fight .

    The proposed rules could change how operators manage their networks and profit from them, and the everyday online experience of individual users. Treating Web traffic equally means carriers couldn’t block or slow access to legal services or sites that are a drain on their networks or offered by rivals. The rules will escalate a fight over how much control the government should have over Internet commerce. The Obama administration is taking the side of Google, Amazon.com Inc. and an array of smaller businesses that want to profit from offering consumers streaming video, graphics-rich games, movie and music downloads and other services.

    Es wird sich nächste Woche zeigen, wie gut die Regeln sind.

    In den Antworten der Parteien zu unseren vier Fragen zur Netzpolitik hatte nur die FDP konkret ihre Position dargelegt, dass man „grundsätzlich kein Bedarf für gesetzliche Regelungen zur Netzneutralität“ sehe. Alle anderen hatten sich mehr oder weniger für Netzneutralität-Regeln ausgesprochen (Wobei die CDU-Antwort hier, wie so oft, etwas schwammig ist).

    (Danke an Stefan für den Link zum WSJ Artikel)

    Update: Die Formulierung „legal services“ wirkt etwas komisch. Da kommen bei mir Erinnerungen an die Debatte rund um das EU-Telekom-Paket hoch, wo es auch ständig um „lawful content“ ging. Infrastruktur-Regeln sollten aber unabhängig vom Inhalt sein. Sonst ist man ganz schnell beim Sperren und Blocken.

    19. September 2009 4
  • : Antworten der Parteien zur Netzpolitik
    Antworten der Parteien zur Netzpolitik

    Mittlerweile haben alle Parteien unsere vier Fragen zur Netzpolitik beantwortet. Wie erwartet, haben es einige auch geschafft, auf einfache Fragen ganze Romane zu verfassen, ohne eindeutig die Frage zu beantworten. Aber dazu kann sich jeder selber eine Meinung bilden. Wie erwartet sind die Antworten vor allem bei der ersten Frage relativ vage und offen formuliert. Das „französische Modell“ mit einer Behörde ist ja nur eine Möglichkeit, wie man Internetsperrungen bei wiederholten Urheberrechtsverstössen durchsetzen kann. Hier sind ja in der deutschen debatte längst weitere Lösungsvorschläge von Seiten der Rechteinhaber präsentiert worden.

    Wer Lust hat, kann ja gerne in den Kommentaren Textexegese betreiben und/oder die Versprechungen mit der realen Politik der letzten Jahre vergleichen.

    1. Wird es mit Ihrer Partei in der Regierung Massnahmen wie Graduate Response / 3 Strikes bei wiederholten Urheberrechtsverstössen geben?

    17. September 2009 113
  • : Offener Brief: Wir müssen Netzneutralität in Europa schützen
    Offener Brief: Wir müssen Netzneutralität in Europa schützen

    Ein Netzwerk aus Organisationen und Initiativen hat einen Offenen Brief an die Abgeordneten im EU-Parlament geschrieben und fordert diese auf, die Netzneutralität zu erhalten. (Danke an Jens und Henning für die deutsche Übersetzung)

    Wir müssen die Netzneutralität in Europa Bewahren! Offener Brief an das Europa-Parlament.

    Netzneutralität war ein unverzichtbarer Katalysator für Wettbewerb, Innovation und fundamentale Freiheiten in der digitalen Umwelt. Ein neutrales Internet stellt sicher, dass die Benutzer in ihrem Zugang zu Anwendungen und Dienstleistungen nicht eingeschränkt werden. Desgleichen verhindert es die Diskriminierung der Quellen, Ziele und Inhalte von Informationen, die durch das Netz übertragen werden. Auf Grund dieses Prinzips hat unsere Gesellschaft gemeinsam das Internet in der Form, in der wir es heute kennen, aufgebaut. Außer in einigen Diktaturen hat jeder auf der Welt Zugang zu dem gleichen Internet und sogar der kleinste Kleinunternehmer steht mit dem führenden, weltumspannenden Konzern auf einer Stufe. Zusätzlich fördert die Netzneutralität das virtuose Entwicklungsmodell, welches auf dem Wachstum eines gemeinsamen Kommunikationsnetzwerks basiert und neue Verwendungsformen und Werkzeuge ermöglicht, im Gegensatz zu einem Netz, welches auf Investitionen in Filter und Kontrolle setzt. Nur unter diesen Bedingungen verbessert das Internet immer weiter unsere Gesellschaft und verstärkt unsere Freiheit – auch die Freiheit der Rede und der Kommunikation – und ermöglicht effizientere und kreativere Märkte.
    Die Netzneutralität wird jedoch bedroht durch Telekommunikationsdienstleister und Inhalteanbieter, die ein Geschäftsmodell in der Zurücksetzung, Filterung und Bevorzugung von Informationen, die durch das Netz fließen, sehen. Überall in Europa werden diese diskriminierenden Handlungen, die schädlich für Nutzer und Innovation sind, eingeführt. Kein Gericht und kein Regulierer haben anscheinend angemessene Möglichkeiten, diesem Verhalten Einhalt zu gebieten und die Interessen der Allgemeinheit zu schützen. Einige Mittel, die in dem Telekommunikationspaket eingeführt werden sollen, könnten dieses Verhalten sogar noch ermutigen. Die Unterzeichner dieses offenen Briefes drängen das Europa-Parlament die Freiheit Inhalte zu empfangen und zu versenden und die freie Benutzung von Dienstleistungen und Anwendungen vor Eingriffen durch private Marktteilnehmer zu beschützen. Wir fordern die Mitglieder des Parlaments auf, während der weiteren Beratungen zu dem Telekommunikationspaket sich entschieden dafür einzusetzen, dass ein freies, offenes und innovatives Internet garantiert wird und die grundlegenden Freiheiten der europäischen Bürger gewahrt bleiben.

    17. September 2009 8
  • : Netzneutralität: Reguliert das Netz!
    Netzneutralität: Reguliert das Netz!

    Bei Zeit.de ist ein guter Kommentar darüber zu finden, wie das Desinteresse vieler Politiker am Internet zum Risiko für die Demokratie wird: Reguliert das Netz!

    Doch kaum jemand in Berlin denkt darüber nach, welche gesellschaftlichen Konsequenzen dies hat. Deshalb bestimmen Kräfte die Regeln unseres digitalen Miteinanders, auf die gegenwärtig weder Bürger noch Staat direkt Einfluss nehmen.[…] Schlimmer noch: Eingriffe in die Netzneutralität können bürgerliche Freiheiten beschränken. In Kanada stand der Netzanbieter Telus mit der Gewerkschaft im Arbeitskampf. Die Streikenden organisierten sich über eine private Website. Das passte Telus nicht – der Anbieter bremste die Seite aus. Während des Streiks der Lokführer gegen die Bahn vor zwei Jahren ließ der Konzern heimlich eine E‑Mail löschen, in der zum Streik aufgerufen wurde. Tausende Mitarbeiter wurden nicht erreicht. Nur staatliche Regulierung kann solche Probleme lösen. Längst wird in Amerika heftig um Gesetze gerungen, die die Netzneutralität sichern sollen.

    Wir brauchen Regeln zum Erhalt der Netzneutralität!

    10. September 2009 14
  • : Ist in Europa die Tendenz zur Netzneutralität insgesamt größer?
    Ist in Europa die Tendenz zur Netzneutralität insgesamt größer?

    Die Futurezone hat Rudolf Strohmeier, Kabinettschef von EU-Medienkommissarin Viviane Reding, zu Breitbandausbau, Regulierung des Telekommarktes, Urheberrechte, Internet-Verwaltung und Netzneutralität befragt: „Keine Alternative zum Glasfaserausbau“.

    ORF.at: Welche Auffassung vertritt die Kommission in Sachen Netzneutralität? Sehen Sie die in Europa in Gefahr?

    Strohmeier: Die Frage der Netzneutralität wird in Europa genau so wie in den USA intensiv diskutiert. Die Netzbetreiber würden es gerne sehen, dass die Diensteanbieter sich an ihren Netzinvestitionskosten beteiligen. Sie müssen ihre Netze ja laufend verbessern, um dem gestiegenen Informationsfluss Rechnung zu tragen. Ich persönlich weiß nicht, wie diese Diskussion endet, aber ich gehe davon aus, dass in Europa die Tendenz zur Netzneutralität insgesamt größer ist, weil die Meinung vorherrscht, dass es nicht sein kann, dass der Kapitalstärkste die Priorisierung seiner Inhalte festsetzt.

    Ich bin ja skeptisch, ob in der EU die Tendenz zur Netzneutralität höher ist als in den USA. In den USA gibt es wenigstens eine große politische Debatte um das Thema. In der EU kicken die Telekommunikations-Lobbyisten mit Unterstützung aus den USA erstmal gute Absätze zur Netzneutralität aus dem Telekom-Paket.

    7. September 2009 2
  • : EU: Mitmachen und die Netzneutralität erhalten
    EU: Mitmachen und die Netzneutralität erhalten

    Auf EU-Ebene geht die Debatte um das Telekom-Paket in entscheidende Verlängerung der dritten Lesung. Zusammen mit La Quadrature du Net aus Frankreich starten wir die finale Runde für ein EU-weites Lobbying zum Erhalt der Netzneutralität und gegen Internetsperrungen. Dies ist eine Übersetzung eines Aufschlages von La Quadrature du Net: It is crucial to save Net Neutrality!

    Es ist wichtig, die Netzneutralität zu erhalten

    „Netzneutralität“ – dieses leicht obskure wie auch simple Konzept ist die Wurzel für die Entwicklung des Internets in der Form, wie wir es kennen. Der digitale Bereich, in dem wir leben und arbeiten, garantiert Wettbewerb, Innovation und viele Grundfreiheiten. Bis vor kurzen war Netzneutralität aus technischer und wirtschaftlicher Sicht nur eine Leitlinie. Seit neustem jedoch bedrohen Netzbetreiber dieses ungeschriebene Prinzip, weil sie in der ungleichen Behandlung von Information wirtschaftliche Vorteile sehen, die durch ihre Netzwerke geleitetet werden. Daher ist es wichtig, die dritte Lesung der „Telekom-Paket“-Richtlinien als eine einmalige Gelegenheit zu begreifen, um wichtige Maßnahmen für ein freies, offenes und innovatives Internet innerhalb der EU durchzusetzen.

    Was ist Netzneutralität?

    Wenn ein Brief verschicken wird, so können wir mit Recht davon ausgehen, dass der Postdienst diesen Brief nicht öffnet, um abhängig vom Inhalt oder Absender zu entscheiden, was damit passieren soll. Er wird nur dafür bezahlt, den besagten Brief zu übermitteln, sonst nichts. Man bezeichnet daher unsere heutiges Postsystem als neutral. Dies gilt gleichermaßen für das Internet: Wenn alles gleich behandelt wird, bezüglich des Absenders, Empfängers oder dem Informationinhaltes, dann ist das Internet neutral. Der Netzbetreiber darf weder darüber bestimmen, welche Dienste oder Programme genutzt werden dürfen, noch darf er bestimmte Informationen bevorzugt gegenüber anderen Informationsströmen behandeln. Dank diesem Prinzip hat jeder auf der Welt, unabhängig vom Netzbetreiber, Zugang zu ein und dem selben Internet.

    Warum brauchen wir Netzneutralität?

    1. Wettbewerb:

    2. September 2009 27
  • : Niederländischer ISP UPC verletzt Netzneutralität
    Niederländischer ISP UPC verletzt Netzneutralität

    Gestern haben wir noch im Netzpolitik-Podcast über Netzneutralität und Netzwerkmanagement geredet und schon gibts wieder einen großen Fall dazu in Europa. Der niederländische ISP UPC hat angekündigt, zwischen Mittag und Mitternacht alle Services außer http auf 1/3 der Geschwindigkeit zu drosseln. Begründet wird dies damit, dass 1% der Nutzer zuviel über P2P und Usenet laden würden.

    Die Originalmeldung in niederländisch findet sich hier: Netwerk management activiteiten van UPC update. (Google Translator) Bei Slashdot gibts die passende Diskussion dazu: First European Provider To Break Net Neutrality. Die Überschrift ist nicht ganz korrekt, weil es u.a. in Grossbritannien schon ähnliche Fälle gegeben hat.

    25. August 2009 8
  • : Netzpolitik-Podcast 081: Netzneutralität und Netzwerkmanagement
    Netzpolitik-Podcast 081: Netzneutralität und Netzwerkmanagement

    Der Netzpolitik-Podcast Folge 081 ist ein Interview mit dem Netzwerk-Spezialisten Michael Horn vom Chaos Computer Club. Der Schwerpunkt dieses knapp 52 Minuten langen Gespräches liegt auf den technischen Aspekte von Netzneutralität. Da geistern immer Fachbegriffen wie Netzwerkmanagement, Deep-Packet-Inspection und Quality of Service durch die Debatte. Da in der Regel Technik-fremde Menschen von diesem Teil der Debatte abgeschreckt werden und große Telekommunikationsunternehmen diese Wissenslücken von Politikern in ihrem Lobbying gegen Netzneutralitäs-Regeln ausnutzen, haben wir das mal ausführlich erklärt.

    Aber es geht nicht nur um Technik in diesem Podcast. Wir unterhalten uns auch über die politischen Aspekte der Netzneutralität und gehen etwas in die Geschichte der Debatte hinein. Der Netzpolitik-Podcast 081 ist ca. 50 MB gross und liegt als MP3 auf dem Server. Viel Spass beim hören.

    Dieser Podcast ergänzt den Netzpolitik-Podcast 074, der sich nicht-technisch um Netzneutralität drehte.

    24. August 2009 28
  • : Missverständnis: Verkehrsregeln im Netz
    Missverständnis: Verkehrsregeln im Netz

    Unser Kanzleramtsminister Thomas de Maiziere hat in einem Interview mit der Rheinischen Post auch was zum Internet sagen dürfen. Dabei kam es zu einem Missgeschick mit einem falschen Sprachzettel. „Verkehrsregeln im Netz“ fordert er dort, wenn auch solche, wie auf den Finanzmärkten. (Also fast keine, bzw. unwirksame.) Aber: „Verkehrsregeln im Netz“ brauchen wir tatsächlich und hier kommt der vermutlich falsche Sprachzettel zum Vorschein. Es kann nicht angehen, dass wir keine klaren Regeln zur Netzneutralität haben. Hier brauchen wir eindeutig Verkehrsregeln. Die Datenleitungen sind vergleichbar mit privaten Strassen, wo Maut erhoben wird. Kein Politiker wird ernsthaft fordern, dass diese nicht den Allgemeinen Verkehrsregeln unterliegen dürfen. Bei den Datenleitungen haben Provider aber freie Hand und dürfen mangels Regeln mehr oder weniger machen, was sie wollen.

    Wir brauchen ganz klar eindeutige (Verkehrs-) Regeln zur Netzneutralität, die dafür sorgen, dass der Datenverkehr nicht-diskriminiert wird und das Netz innovationsfreundlich bleibt.

    10. August 2009 10
  • : Freier Datenflus im Netz – das Internet als Gemeingut?
    Freier Datenflus im Netz – das Internet als Gemeingut?

    Deutschlandradio Kultur hat am Samstag in der Sendung Breitband erneut über Netzneutralität berichtet: Freier Datenflus im Netz – das Internet als Gemeingut?

    Das Prinzip der so genannten Netzneutralität besagt, dass alle Inhalte des Internets gleichberechtigt druchgeleitet werden, dass Internetzugangsanbieter wie die Telekom keine Portale und Websiten sperren oder langsamer ausliefern dürfen. Vergangene Woche sprachen wir mit Barbara van Schewick, Professorin an der Stanford Universität über das – in Europa eher unbeachtete – Thema Netzneutralität. Sie betonte den kulturellen und wirtschaftlichen Gewinn, den unsere Gesellschaft durch das gleichberechtigte Internet hat. Das Prinzip des freien Datenflusses im Netz sieht Barbara van Schewick aber nun wie viele andere gefährdet. Denn sowohl in den USA als auch in Europa arbeiten Lobbyisten von Telekommunikationskonzernen bereits daran, dass kommerzielle Vorfahrtsregeln auf der Datenautobahn Realität werden. Muss die freie Fahrt für freie Daten ins Grundgesetz? Ist das Internet ein schützenswerter Bereich? Darüber reden wir mit dem Juristen Dr.Till Kreutzer von der Internetplattform irights.info.

    Hier ist die MP3.

    13. Juli 2009 2
  • : Netzneutralität: Gute Bytes, schlechte Bytes
    Netzneutralität: Gute Bytes, schlechte Bytes

    Zeit Online berichtet über Netzneutralität und hat dazu u.a. Michael Horn vom Chaos Computer Club befragt: Gute Bytes, schlechte Bytes.

    Michael Horn vom Chaos Computer Club (CCC) kritisiert, dass sich Contentanbieter und Provider schon heute die Durchleitung von den großen Carriern wie der Telekom erkaufen müssen. Früher hätte es in so einem Fall eine Netzzusammenschaltung gegeben, ein sogenanntes Peering. Heute sei die „Datensteuer“ für die Telekom längst zu einer weiteren nicht unerheblichen Einnahmequelle geworden. Und die Unternehmen zahlten lieber, als sich zu beschweren, in der Hoffnung einen guten Deal auf Kosten der Konkurrenz gemacht zu haben. Der ahnungslose Internetnutzer wundere sich im Zweifel nur, warum er auf eine bestimmte Seite länger warten muss als auf eine andere.[…]„Man kann das kaum kontrollieren. Das ist ein sehr subtiles Mittel der Konsumentensteuerung“, bemängelt auch Horn vom CCC. Und dass alle Daten im Netz gleichbehandelt werden, sei auch die Garantie für die Freiheit des Kommunikationsmediums Internet. Szenarien, in denen kommerzielle Angebote bevorzugt behandelt würden, wären nur ein weiterer Schritt hin zu einem eindimensionalen Shoppingnetz, von dem auch die Film- und Musikindustrie so gerne träume.

    10. Juli 2009 1
  • : Aktuelles und Hintergrund zu Deep Packet Inspection
    Aktuelles und Hintergrund zu Deep Packet Inspection

    British Telecom hat gerade bekannt gegeben , dass sie vorerst nicht mehr mit dem umstrittenen DPI-basierten Werbevermarkter Phorm zusammenarbeiten werden. Die Affäre Phorm hatte der britischen Regierung bereits ein Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission eingebrockt. Phorm ist mittlerweile international auf Kundensuche und hat unter anderem einen großen Deal in Südkorea an Land gezogen. (Update: heise hat eine gute Zusammenfassung zu Phorm.)

    Deep Packet Inspection kann natürlich noch mehr als nur personalisierte Werbung einblenden. Es kann u.a. Bittorrent blockieren, Skype aussperren, Youtube verbieten, Bandbreiten managen, Viren filtern und so weiter.

    Aus aktuellem Anlass hat Claudia Glechner von ORF Futurezone mit mir ein längeres Hintergrundgespräch zu Deep Packet Inspection geführt: „Die Nase tief im Netz“ .

    7. Juli 2009 1
  • : Netzneutralität: Diskussion im Verborgenem
    Netzneutralität: Diskussion im Verborgenem

    Die Deutschlandradio Kultur Sendung „Breitband“ hat am Samstag ein Interview mit der Netz-Forscherin Prof. Dr. Barbara van Schwewick von der Stanford Law School über die Netzneutralitäts-Debatte gesendet: Diskussion im Verborgenem.

    Die Öffentlichkeit ist sensibilisiert seitdem das Wort von Internetzensur durch die Behörden die Runde macht. Eine von der Öffentlichkeit weitgehend nicht wahrgenommene Diskussion wird seit einiger Zeit um die Netzneutralität geführt. Netzneutralität bedeutet stark vereinfacht, dass die Infrastruktur des Netzes nichts an den Inhalten verändern kann. Doch diese Neutralität ist in Gefahr. Das heißt, das Potential des Internets könnte in Zukunft nicht mehr durch seine Nutzer bestimmt werden, sondern durch kommerzielle Interessen der Betreibergesellschaften. Sie könnten beispielsweise bestimmte Inhalte verlangsamen oder gar ganz ausschließen. Ein aktuelles Beispiel dafür war der iPlayer der BBC, mit dem Nutzer das Video-On-Demand Angebot des Senders nutzen konnten und sich ein individuelle TV-Programm zusammenstellen konnten. Dieser Player wurde durch die British Telecom verlangsamt. Clever, denn nicht BT geriet dadurch in die Kritik, sondern der vermeintlich nicht funktionierende Player.

    In den USA wird seit einiger Zeit bereits eine hitzige Debatte um die Neutralität des Internets geführt. Bürger schreiben ihren Abgeordneten und Präsident Obama hat die Netzneutralität verpflichtend in sein Regierungsprogramm geschrieben. In Europa fehlt diese Debatte. Das Telekom-Paket der EU enthält zwar eine Passage zur Netzneutralität, aber es wurde gerade von Lobbyisten erfolgreich aufgeweicht.

    Hier ist die MP3.

    Vor zwei Wochen hatte ich einen Vortrag von Barbara van Schewick gebloggt: Netzneutralität – über Bauprinzipien von Kommunikationsnetzen.

    7. Juli 2009 2
  • : US-Regierung bindet Fördermittel an Netzneutralität
    US-Regierung bindet Fördermittel an Netzneutralität

    In den USA gibt es jetzt 4,7 Milliarden US-Dollar Fördermittel als Stimulus für den Ausbau von Breitbandinternetanschlüssen. Doch die Bedingung ist: Geld gibts nur, wenn die Netzneutralität gewährt bleibt. Golem berichtet darüber: US-Regierung bindet Fördermittel an Netzneutralität.

    Für einige der großen Netzbetreiber dürften die staatlichen Fördermittel jedoch nicht so attraktiv sein. Denn deren Vergabe ist an Auflagen zur Netzneutralität gebunden. Die Unternehmen, die die staatlichen Finanzhilfen in Anspruch nehmen, müssen sich an die Richtlinien der Regulierungsbehörde Federal Communication Commission (FCC) halten. Sie besagen, dass Nutzer einen Anspruch auf ungehinderten Zugang zu legalen Inhalten mit zugelassenen Geräten und Diensten ihrer Wahl haben. Die Netzbetreiber dürfen deshalb den Datenverkehr nicht absichtlich sperren oder verlangsamen. Über ihre Maßnahmen zum Netzwerkmanagement müssen sie auf ihrer Website informieren.

    Warum kann denn unsere Bundesregierung das nicht mal kopieren? Hier ist das Thema Netzneutralität noch nicht mal in der Politik angekommen. Liegt auch an der Deutschen Telekom, die schon massiv Lobbying gegen Netzneutralität macht.

    3. Juli 2009 3
  • : Netzneutralität – über Bauprinzipien von Kommunikationsnetzen
    Netzneutralität – über Bauprinzipien von Kommunikationsnetzen

    Auf der Berlin-Open-Konferenz sprach heute Prof. Dr. Barbara van Schewick von der Stanford Law School über „Netzneutralität – über Bauprinzipien von Kommunikationsnetzen“. Der Vortrag war spannend und ich hab mal vieles mitgeschrieben.

    Warum Netzneutralität fragte sie in der Einleitung? Für viele sei das doch sowieso nur eine Sache für ein paar verwirrte Netz-Aktivisten und gerne würde da auch was mit Kinderpornographie verwechselt. Ihr Anliegen sei es, mindestens eine Debatte darüber zu bekommen, auch wenn viele heute noch nicht sagen könnten, ob wir Netzneutralität wirklich brauchen.

    Die frühere Situation im Netz war: Netzbetreiber haben keinen Einfluss auf Anwendungen und Inhalte. Netzbetreiber konnten nicht in Pakete rein schauen und wussten lange nicht, welche Pakete bei ihnen übertragen werden. Nutzer konnten frei entscheiden, wie sie das Netz nutzen wollen. Heute ist das anders: Netzbetreiber haben Technologien, um in den Datenverkehr rein zu schauen (u.a. Deep Paket Inspection). Das gibt ihnen neue Möglichkeiten, Anwendungen und Inhalte zu kontrollieren.

    Das Kernanliegen der Netzneutralitätsdebatte sei: Sollte man Netzbetreibern die Möglichkeit geben, diese Technologien zu nutzen? Oder sollen Nutzer bestimmen können, wie sie das Netz nutzen? Brauchen wir Regeln, die Netzbetreibern verbieten, Anwendungen und Services zu blockieren oder auszuschließen?

    In der frühen US-Debatte rund um Netzneutralität gab es immer Verlautbarungen von Seiten der Netzbetreiber, man hätte doch ein Interesse an möglichst vielen Anwendungen, weil damit doch das Internet interessanter wäre und mehr Menschen ins Netz gehen. Haben Netzbetreiber einen Anreiz, solche Technologien zu nutzen und zu diskriminieren? Das sei nicht immer so, aber immer öfters als man denkt!

    Von theoretischer Seite gibt es drei Fragenkomplexe:

    1. Netzbetreiber verletzten die Netzneutralität, um eigene Gewinne zu steigern
    2. Netzbetreiber verletzten die Netzneutralität, um unerwünschte Inhalte ausschließen
    3. Netzbetreiber verletzten die Netzneutralität, indem sie Anwendungen ausschließen oder zu blocken, um die eigenen Netze besser zu managen.

    Es kamen eine Menge Beispiele, die die drei Fragenkomplexe beschreiben:

    Netzbetreiber verletzten die Netzneutralität, um eigene Gewinne zu steigern.

    Netzbetreiber bietet Anwendungen und Services an, die mit denen von anderen Anbietern konkurrieren. Bestes Beispiel ist Skype, was in vielen Mobilnetzen geblockt wird, weil man selber Geld mit Telefonaten macht. Aber auch der Netzbetreiber Comcast hat in den USA mit dem blocken von Bittorrent gezeigt, dass BitTorrent das Potential hat, sich zu einer Distributionsplattform fuer Fernseh- und Videoinhalte zu entwickeln, die mit Comcast’s tradionellem Video on Demand Service konkurriert.

    Netzbetreiber verletzten die Netzneutralität, um unerwünschte Inhalte ausschließen.

    In Kanada hat ein Netzbetreiber namens Telus die Webseite eines Gewerkschaftsangehörigen geblockt. Telus befand sich mit der Gewerkschaft im Arbeitskampf, und auf der Webseite diskutierten Gewerkschaftler ueber ihre Strategien im Arbeitskampf.
    Netzbetreiber geben sich Inhalterichtlinien und damit will man dafür sorgen, dass über die eigenen Netze keine kontroversen Inhalte verbreitet werden. Eine Gruppe von Abtreibungs-Aktivisten wollte beim US-Netzbetreiber Verizon eine SMS-Mailingliste beantragen. Dies wurde abgelehnt, weil Abtreibung ja ein heikles Thema sei. Erst als die Geschichte bei der New York Times auf dem Titelblatt war, ruderte der Netzbetreiber zurück.
    AT&T streamte Musikkonzerte, u.a. von Pearl Jam. Als der Sänger Eddie Vetter in einem Konzert George W. Bush kritisierte, wurde die Kritik von AT&T raus geschnitten. Man argumentierte mit Inhalteprinzipien und dass man doch Kinder vor böser Sprache schützen müsste.
    Apple schliesst Anwendungen aus dem iPhone-Store aus, die politisch kontrovers sein könnten.

    Netzbetreiber verletzten die Netzneutralität, indem sie Anwendungen ausschließen oder zu blocken, um die eigenen Netze besser zu managen.

    23. Juni 2009 24
  • : EU: Abstimmungsverhalten im Telekom-Paket
    EU: Abstimmungsverhalten im Telekom-Paket

    Die Europawahl steht vor der Tür. Und praktisch ist, dass La Quadrature du Net wie schon nach der ersten Lesung zum Telekom-Paket die Wahlergebnisse der zweiten Lesung analysiert hat. Und herausgekommen ist wieder ein Political Memory. Basierend auf unseren Voting-Lists zur zweiten Lesung wurde analysiert, zu wieviel Prozent einzelne Politiker unseren Wahlempfehlungen gefolgt sind. Insgesamt ist auch ein Ranking der Fraktionen im Europaparlament dabei herausgekommen, wo die Ergebnisse aller Abgeordneten zusammen gezählt wurden:

  • Confederal Group of the European United Left – Nordic Green Left: 95.1/100
  • Group of the Greens/European Free Alliance: 93.9/100
  • Independence/Democracy Group: 77.9/100
  • Non-attached Members: 65.1/100
  • Union for Europe of the Nations Group: 62.1/100
  • Socialist Group in the European Parliament: 32.9/100
  • Group of the Alliance of Liberals and Democrats for Europe: 29.8/100
  • Group of the European People’s Party (Christian Democrats) and European Democrats: 18.1/100
  • Das Telekom-Paket war in dieser Legislaturperiode die zentrale Rahmengesetzgebung für Internet- und Telekommunikationsregulierung auf europäischer Ebene. Insofern bietet das Ergebnis des Political Memory Hinweise, welche Fraktionen sich für ein freies und offenes Internet und für Verbraucher- und Bürgerrechte auf europäischer Ebene eingesetzt haben. Interessant sind die Ergebnisse. Während Linke und Grüne mit jeweils über 90% weitgehend unseren Empfehlungen gefolgt sind, sind Sozialdemokraten, Liberale und Konservative weit abgeschlagen. Etwas überrascht hat mich das schlechte Abschneiden der Liberalen, die noch hinter den Sozialdemokraten mit knapp 30% gelandet sind. Da kann man nur irgendwelche Deals im Hintergrund vermuten, die Rhetorik von Seiten der Liberalen ließ ein anderes Abstimmungsverhalten vermuten. Aber der Teufel steckt wohl im Detail und kommt erst bei einer Fleiss-Analyse der zahlreichen Änderungsanträge zum Vorschein.

    Ich hab leider keine Zeit, mich gerade näher mit den einzelnen Ergebnissen zu beschäftigen und einzelne deutsche Abgeordnete aus dem Political Memory rauszufischen, die wieder zur Wahl antreten. Das Ergebnis würde mich aber interessieren. Wer mag, kann das gerne in den Kommentaren tun und mir dabei helfen.