Netzpolitik

Niederländischer ISP UPC verletzt Netzneutralität

Gestern haben wir noch im Netzpolitik-Podcast über Netzneutralität und Netzwerkmanagement geredet und schon gibts wieder einen großen Fall dazu in Europa. Der niederländische ISP UPC hat angekündigt, zwischen Mittag und Mitternacht alle Services außer http auf 1/3 der Geschwindigkeit zu drosseln. Begründet wird dies damit, dass 1% der Nutzer zuviel über P2P und Usenet laden würden.

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Die Originalmeldung in niederländisch findet sich hier: Netwerk management activiteiten van UPC update. (Google Translator) Bei Slashdot gibts die passende Diskussion dazu: First European Provider To Break Net Neutrality. Die Überschrift ist nicht ganz korrekt, weil es u.a. in Grossbritannien schon ähnliche Fälle gegeben hat.

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8 Kommentare
  1. Macht Kabel Deutschland in mehreren Regionen doch auch schon seit mindestens zwei Jahren.

    Die machen massiv Werbung für Breitband-Internet via Kabel und es kommen auch immer mehr Kunden dazu, aber der Ausbau der Infrastruktur hinkt in vielen Gebieten enorm hinterher. Da wird dann eben in verschiedenen Regionen auch werktags zwischen exakt 18 und 24 Uhr und am Wochenende fast rund um die Uhr Bittorrent, FTP und viele andere Ports auf wenige KB/s gedrosselt (siehe z. B. http://www.onlinekosten.de/forum/showthread.php?t=102193 oder http://www.kdgforum.de/viewtopic.php?f=52&t=6666 ). Wurde durch zahlreiche Nutzer bestätigt, bei denen exakt um 18 die Datenrate runter- und um exakt 24 Uhr wieder raufgeht. Aber laut Angaben des Pressesprechers von Kabel Deutschland liegt das natürlich nicht an KD, sondern daran dass abends das Internet allgemein stärker ausgelastet ist…

  2. Erstens ist das offenbar ein ISP, kein Netzbetreiber (der die Netzneutralitaet gewaehrleisten soll), damit regelt das der Markt.
    Zweitens ist das eher eine grobe/dumpfe Form von QoS (die quality der Anwendungen, die Latenzen merken). Grob daher natuerlich, weil beileibe nicht nur http geringe Latenzen zu gute kommen sollen.

    Ausserdem behaupte ich mal, dass sich https nur schwer (?) von den genannten „Stoerern“ unterscheiden laesst (sofern auch dort verschluesselt wird).

    Insgesamt sehe ich die Sache also eher im Bereich der Kundenvertraege und dort ist es auch unterzubringen.

    Gruss,
    Hannes

  3. QSC (ich glaub die waren’s) haben mal ne zeitlang den emule Port gedrosselt… gut, dass man den frei wählen konnte. :D

    IMO eine Unverschämtheit und für mich ein Grund sofort zu kündigen. Im Vertrag steht garantiert nichts davon für was die Bandbreite benutzt werden draf.

    1% Klingt für mich aber sehr wenig.

  4. Angenommen, das Märchen der 1% stimmt: Wieso müssen dann ALLE darunter leiden?

    Klingt für mich nach einer faulen Ausrede, weniger Leistung für das selbe Geld liefern zu können.

    Da sollte mal die EU ein Machtwort sprechen, bevor diese Frechheit Schule macht.

  5. Großbritanien und ähnliche Fälle, ganz genau: Arbeite hier in einer Firma, die bis zum letzten Monat bei einem Provider unter Vertrag war, der uns gedrosselt hatte – Grund: Wir würden zu viel Bandbreite nutzen. Das hier ist eine Usability Company!! Das ist aber allgemein üblich, man bezahlt zwar Faltrate in Britanien aber der Provider kann einem den Hahn so abdrehen, dass es nur noch tröpfelt, wann immer er denkt, man würde zu viel Bandbreite nutzen.

    Lächerlich wird es eben, wenn man eine Firma ist, die vom Internet abhängt! ;)

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