Netzneutralität

  • : Netzneutralität: Alle Bits sind gleich?
    Netzneutralität: Alle Bits sind gleich?

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    3. Mai 2009 5
  • : Telekom-Paket: Blackout Europe
    Telekom-Paket: Blackout Europe

    Um Aufmerksamkeit auf die derzeitigen Verhandlungen rund um das Telekom-Paket auf EU-Ebene zu legen, gibt es jetzt von auch die irisch-englische Kampagnen-Seite „Blackout-Europe“ samt Facebook-Gruppe. Ein Element der Kampagne sind die Briefe an die EU-Abgeordneten, die wir am Donnerstag schon in einer deutschen Übersetzung gepostet haben. Man kann auch Avatar-Bilder in seine Social-Media Profile übernehmen, um für die Aktionen zu mobilisieren. Weitere Aktionen sollen folgen und werden auch noch gesucht. Werdet aktiv und macht mit!

    Dazu passt auch die neueste Pressemitteilung von La Quadrature du Net zu den aktuellen Verhandlungen rund um Deals im Telekom-Paket: Towards a bad compromise on net discrimination?

    Behind closed doors, positions are being negotiated on the Telecoms Package among the rapporteur, the European Commission, and the Council of the EU. If those „trialogues“ get to a compromise, it will simply be put to votes as a whole in committees instead of the amendments tabled in the Parliament. This opaque process is disturbing in itself, but the content of the compromise is even worse. Once again some powerful parties are fighting against equal access.

    29. März 2009 1
  • : Jetzt handeln: Das Internet im Telekom-Paket retten
    Jetzt handeln: Das Internet im Telekom-Paket retten

    Ralf hatte es die Tage schon mal gebloggt: Bei der Debatte rund um das Telekom-Paket ist auf europäischer Ebene gerade die heiße Phase vor der zweiten Lesung im EU-Parlament angebrochen. Ende April werden die Abgeordneten im EU-Parlament über die neue Telekommunikationsrahmengesetzgebung in Europa abstimmen. Und hier gibt es Probleme! Die Musikindustrie möchte Internetsperrungen in dem Gesetzespaket unterbringen – Und die Telko-Lobby will die Netzneutralität aufweichen.

    Wir brauchen Eure Hilfe, um unsere Abgeordneten im EU-Parlament zu kontaktieren und unsere digitalen Bürgerrechte zu schützen. Im Moment bereiten der „Binnenmarkt & Verbraucherschutz – Ausschuss“ (IMCO) und der „Industrie-Ausschuss“ (ITRE) im EU-Parlament viele Empfehlungen für die Abgeordneten vor. Da die meisten Abgeordneten von dem Thema wenig Ahnung haben, verlässt man sich bei den Empfehlungen auf die Experten aus den richtigen Ausschüssen. Hier müssen wir handeln und der Industrie-Lobby unsere gemeinsame Macht der Bürger entgegen setzen.

    Es geht um die Zukunft des Internets und die Frage, ob das Netz weiterhin neutral und offen sein muss. Oder ob Telekommunikationsunternehmen diese Neutralität in Frage stellen dürfen. Macht bitte mit und handelt: Schreibt Mails, Briefe oder Faxe an Eure Abgeordneten im EU-Parlament. In einem anderen Artikel ist eine lange Liste aller deutschen Abgeordneten in den beiden wichtigen Ausschüssen. Ruft dort an und fragt nach, ob und wie sie die Offenheit des Netzes schützen wollen. Bloggt darüber und macht Eure Leser darauf aufmerksam. Bloggt die Antworten der Politiker oder schickt sie uns.

    Diese Debatte entscheidet, wie die Zukunft des Netzes in Europa sein wird.

    Gerne können auch Vorschläge gemacht werden, wie man das Thema noch weiter für Außenstehende herunterbrechen / vereinfachen kann. Ich bin gerade etwas betriebsblind und vor allem mit der re:publica-Vorbereitung überbeschäftigt.

    Hier ist auch die aktuelle Pressemitteilung von La Quadrature du Net: EU citizens’ rights and innovation at stake in European Parliament. Wer Lust und Zeit hat, kann gerne den Text ins deutsche übersetzen und in den Kommentaren posten).

    Von La Quadrature du Net gibt es englischsprachige Musteranschreiben. Mit der Hilfe von @AlMagnifico @armselig und @gTwecker haben wir diese übersetzt.

    Schützen Sie die EU-Bürger im Harbour-Report! (PDF | ODF)

    Berlin, den 26. März

    Liebe Mitglieder des Europäischen Parlaments, liebe IMCO-Mitglieder,

    die Zukunft des Internets in Europa liegt wieder einmal in Ihren Händen. Das fantastische Wachstum des Internets, dem Schlüssel zur Zukunft der europäischen Gesellschaften, zu Innovation und Wohlstand, hängt von grundlegenden Prinzipien ab, die seit seiner Entstehung hochgehalten werden: Der Unbeschränktheit der Inhalte, Anwendungen und Dienste, die über das Netz vermittelt und abgerufen werden, sowie der Freiheit eines jeden, Neuerungen einzufügen.

    Diese Innovationskraft „at the edge“ ist nicht im Interesse der etablierten Akteure. Aus diesem Grund versuchen Telefongesellschaften, mit Unterstützung der britischen Regierung, nachdrücklich mehr Kontrolle über die Vorgänge in ihren Netzwerken zu erlangen. Die Möglichkeit, die Inhalte, Anwendungen und Dienste, die über diese Netzwerke zugänglich sind, selbst auswählen und steuern zu können, würde ihnen Einflussnahme auf ihre Mitbewerber erlauben und durch ihre Rolle als unumgängliche „Torwächter“ gleichzeitig eine Gewinnmaximierung bescheren.

    Ein derartiger Rückschritt zu zentralisierten, kontrollierten Netzwerken würde das Ende des Internet, wie wir es kennen, bedeuten. Denn sein „Wachstumsmodell“ basiert auf seiner Offen- und Gleichheit. Ferner könnten sich furchtbare Folgen für die Meinungsfreiheit ergeben.

    Das Wettbewerbsrecht hat sich vor diesem Hintergrund als schreiend ineffizient erwiesen, da es nicht in der Lage ist, solchen Entwicklungen vorzubeugen, bzw. erst dann in Erscheinung tritt, wenn es zu spät für Korrekturen ist. Als Beispiele für dieses Versagen als reines „Korrektivorgan“ seien genannt: Die Benachteiligung der Mobilfunkanbieter hinsichtlich des Zugangs zum Internet, Roaming-Gebühren oder Microsofts Vorherrschaft in Kernbereichen der europäischen IT-Landschaft. Die Meinungs- und die Informationsfreiheit darf nicht einem solchen Schicksal überlassen werden.

    Das Europäische Parlament hat in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass es für den Schutz von Bürgerrechten und Innovation eintritt, wenn diese bedroht werden. Sind sie nun tatsächlich bereit all diese Vorteile, die das Internet den Bürgern der EU gebracht hat, Unternehmen wie AT&T zu opfern? Sie haben die Möglichkeit, diese Frage zu beantworten: Mit ihrer Stimme am 31. März.

    Daher fordern wir Sie dringend auf:

    • Stimmen sie gegen die Änderungsanträge zur Zulassung von „net discrimination“ und garantieren sie, dass diese nicht erlassen werden, indem sie:
      • den von AT&T forcierten Änderungsantrag 136=137=138 ablehnen
      • für den Antrag 135 stimmen und so einen Schutz gegen „net discrimination“ einführen
      • für die Anträge 139+141 stimmen, sollten die ersten beiden zurückgewiesen werden
    • Stimmen sie für einen aktiven Schutz der EU-Bürgerrechte in den Anträgen 72=146!
    • Stimmen sie für den Schutz der Privatssphäre der Menschen in Europa, indem sie Antrag 85 zu Gunsten von Antrag 150 zurückweisen!

    Unsere vollständige Analyse des Themas finden sie samt Stimmempfehlung unter:
    http://www.laquadrature.net/wiki/Telecoms_Package_2nd_Reading_ITRE_IMCO_Voting_List

    Wir als Bürger danken ihnen herzlich für ihre Aufmerksamkeit und den Schutz unserer fundamentalen Rechte.

    Markus Beckedahl, netzpolitik.org

    [aus dem Englischen von Hendrik Neumann]

    Das Anschreiben an die Abgeordneten im ITRE-Ausschuss: (PDF | ODF)

    Schützen Sie die EU-Bürger im Trautmann-Report!

    Paris, 26. März

    Sehr geehrtes Mitglied des Europäischen Parlaments, sehr geehrtes ITRE-Mitglied,

    Die Zukunft des Internets liegt, wieder einmal, in Ihren Händen. Seit seinen Anfängen beruht das fantastische Wachstum des Internets, als Wurzel der Zukunft der Europäischen Gesellschaft, ihrer Innovation und ihres Reichtums, auf einem Grundprinzip: Keine Unterscheidung des Zugangs und der Übermittlung in Bezug auf Inhalte, Anwendungen oder Dienstleistungen und Innovationsfreiheit für alle.

    Das Europäische Parlament hat bereits bewiesen, dass es für den Schutz der Bürgerrechte und Innovation eintreten kann, wenn diese bedroht werden. Das Votum von 88% der europäischen Parlamentsabgeordneten in der ersten Lesung für den Änderungsantrag 138 des Telekom-Pakets war ein sehr starkes Signal, das an die EU-Bürger ausgesandt wurde.

    Werden Sie auf dieser starken Position des Europäischen Parlaments hin zu Fairness und Freiheit beharren? Sie Ammendment 46=35 stimmen (138 in der ersten Lesung)

  • Lehnen Sie die Vorstellung des „rechtmäßigen Inhalts“ in der Änderung 45, wegen seines grundsätzlichen Verstoßes gegen die technische Netzneutralität, ab. Dies würde Operatoren in Privat-Richter verwandeln und die Tür öffnen für „graduated response“ (oder „three strikes“)-Schemata privater Einflussnahme
  • Die komplette Analyse und Abstimmungs-Empfehlung finden Sie unter:
    http://www.laquadrature.net/wiki/Telecoms_Package_2nd_Reading_ITRE_IMCO_Voting_List

    Wir als Bürger danken Ihnen hochachtungsvoll für Ihre Anteilnahme und den Schutz, den Sie unseren Grundrechten entgegenbringen.

    Markus Beckedahl, netzpolitik.org

    Etwas Hintergrund:

    Netzneutralität vs. Netzwerk-Management
    Telekom-Paket: Netzneutralität unter Beschuss
    Wer möchte das Internet kontrollieren?
    Wer möchte Netz-Diskriminierung in Europa?
    Netzpolitik-Podcast 074: Netzneutralität

  • : Letzte entscheidende Runde zum EU-Telekom-Paket steht bevor
    Letzte entscheidende Runde zum EU-Telekom-Paket steht bevor

    Am 31.3. (Dienstag nächste Woche) beginnt die zweite Lesung des Telekom-Pakets im Europäischen Parlament. Hier geht es um die Zukunft des Internet in Europa . Leider hat das wegen all der nationalen Diskussionen um Internetzensur und den Bundestrojaner die Öffentlichkeit noch kaum erreicht.

    Es sind in den aktuellen Fassungen der Anträge und Ausschussberichte leider wieder ein paar gefährliche Änderungsanträge drin im Vergleich zu dem Erfolg von September .

    Aber wir halten dagegen: Dank Patrick Breyer vom AK Vorrat gibt es u.a. einen Änderungsantrag, damit nicht ähnlich wie hier im geplanten BSI-Gesetz eine quasi unbegrenzte Speicherung der Daten von Webseiten-Besuchern erlaubt wird. Dazu haben die Freunde von La Quadrature du Net etc. noch andere Änderungsanträge erstellt, die die Netzneutralität sichern würden und „Three Strikes You’re Out“ verbieten würden. Dank einiger netzfreundlicher Abgeordneten sind die nun alle offiziell eingereicht und stehen dann zur Abstimmung.

    Damit sich hier wirklich was bewegt, müsst ihr mithelfen. Ruft bitte in den nächsten Tagen eure Europa-Abgeordneten an, die in den Ausschüssen IMCO (Binnenmarkt und Verbraucherschutz) und ITRE (Industrie) sitzen, und sagt denen, wie sie abstimmen sollen, damit wir in Europa weiterhin ein freies und unüberwachtes Netz haben. In der Presseerklärung von La Quadratur du Net von heute stehen die wichtigen Änderungsanträge drin, die von unserer NGO-Koalition unterstützt werden, ebenso die, die wir ablehnen. Zu allem gibt es jeweils eine knappe Begründung. Die Mitglieder der Ausschüsse findet ihr hier (IMCO) und hier (ITRE) .

    Als Hintergrund hier nochmal Verweis auf den offenen Brief , der von einer breiten NGO-Koalition bereits im Februar an die EU-Abngeordneten geschickt wurde.

  • : Deep Packet Inspection in der Diskussion
    Deep Packet Inspection in der Diskussion

    Die relativ neue DPI-Technologie , mit der die ISPs in Echtzeit in unseren Internet-Traffic reinschauen und die Paktete anhand des Inhalts zensieren, bremsen, an die NSA weiterleiten oder andere Sachen damit machen können, gerät langsam aber sicher in die öffentliche Debatte. Im Kern geht es hier um eine potenziell disruptive Technologie, die die Grundlage für viele Debatten über Internet-Filter, Netzneutralität, Peer-to-Peer-Traffic, Echtzeit-Überwachung, verhaltensbasierte Werbung und vieles mehr ist. Auf breiter Fläche installiert würde sie das Grundmodell des Internet – dass die Protokoll-Schichten klar getrennt sind und auf TCP/IP-Ebene nur die Endpunkte entscheiden, was sie mit den Daten anfangen („End-to-End-Principle“ ), untergraben. Allerdings gibt es auch legitime DPI-Anwendungen, etwa im Bereich der Firewalls, und das Problem, dass bisherige Ansätze wie Congestion Management an den TCP-Endpunkten oder Active Queue Management auf Router-Ebene mit „unfair“ Bandbreite verschlingenden Anwendungen nicht umgehen können, wird auch schon in der IETF diskutiert .

    Soweit, so technisch. Langsam werden aber auch die politischen Implikationen von DPI stärker in der Öffentlichkeit thematisiert. Beim Deutschlandfunk gibt es dazu gerade ein kurzes Feature , zu dem ich auch interviewt worden bin (hier die mp3 ), Ars Technica hat aktuell einen schönen Artikel zur DPI-Debatte in den USA , der bereits kräftig die Runde macht , und bereits letztes Jahr wurden z.B. in der Washington Post die wichtigen Fragen dazu gestellt . Für die SIGINT in Köln Ende Mai scheint das Interesse an dem Thema auf Veranstalterseite auch groß zu sein. Ich habe daher dort einen Vortrag eingereicht, der auf meinen kürzlich vorgestellten ersten Forschungsergebnissen basiert.

    Leider gibt es zu DPI bisher kaum politikwissenschaftliche, juristische oder ähnliche sozial- und geisteswissenschaftliche Forschung. Ich habe daher mal eine kleine Leseliste zusammengestellt und einige Forschungsperspektiven angerissen . Wenn sich ein paar Leute melden, die dazu aus akademischer Sicht etwas beitragen können, würde ich zusammen mit zwei Kollegen, die auch an dem Thema dran sind, gern einen Workshop oder eine Konferenz organisieren. Meldungen bitte in die Kommentare hier oder unter der Leseliste, oder per Mail direkt an mich (r punkt bendrath at tudelft punkt nl).

  • : Telekom-Paket: Netzneutralität unter Beschuss
    Telekom-Paket: Netzneutralität unter Beschuss

    In der EU tobt der Streit rund um das Telekom-Paket. Während es vor der ersten Lesung große Auseinandersetzungen über die Frage gab, ob Internetsperrungen bei Urheberrechtsverletzungen eingeführt wird, ist nun vor der zweiten Lesung der Kampf um die Netzneutralität entbrannt. Viele Telekommunikationsfirmen, vor allem aus den USA, stören sich an einer im EU-Parlament beschlossenen Formulierung, dass die Netzneutralität gewährleistet sein muss. AT&T laufen mit ihren Lobby-Söldnern im Moment Sturm und scheinen in den derzeitigen Verhandlungen schon eine Aufweichung erreicht zu haben.

    Die International Herald Tribune berichtet aus US-Sicht auf die Debatte und hat u.a. mich in dem Artikel zitiert: U.S. lobbyists angle for influence in Europe’s Net neutrality debate.

    As European lawmakers debate how to keep access to the Internet free and equal – so-called network neutrality – they are being bombarded, not unsurprisingly, by lobbyists. But the corporate envoys roaming the halls of Brussels, trying to make their case, more often than not do not represent the Continent’s myriad telecommunications and Internet companies, but rather those from the United States. As the reputation of Europe grows as the world’s technology regulator, representatives in a conflict that pits the AT&Ts and Verizons against the Googles and Yahoos are attempting to shape European law in the hopes that U.S. regulators will follow suit.

    „The U.S. companies see the outcome of the fight in Europe as key,“ said Jeremie Zimmermann,a lobbyist for La Quadrature du Net,an Internet advocacy group based in Paris. „Each side is hoping to score points on the issue here so they can take it back to the States to influence the outcome there.“ Net neutrality, which La Quadrature supports, is a proposal backed by some free-speech advocates and Internet businesses that seeks to bar network operators from filtering Internet traffic. Operators say that basic traffic management is necessary to balance the soaring demand for bandwidth from video and popular Web sites.

    Wie immer sind die regelmässigen Ausführungen von Monica Horten auf IPTegrity sehr interessant. Dort berichtet sie über weitere Versuche der britischen Regulierungsbehörde Ofcom, die Netzneutralität aufzuweichen: UK filters in the Wikpedia amendments. Dort hat man gleich noch die Definitionen aus der Wikipedia kopiert.

    The UK government wants to cut out users rights to access Internet content, applications and services. Some of the information used to justify the change has been cut and pasted from the Wikipedia.

    Von La Quadrature du Net gibt es eine Pressemitteilung: UK government pushes for discriminated Internet.

    La Quadrature du Net publishes a document, drafted by the British Government, with amendments to the telecoms package1. This proposal would turn the Internet into a Cable-TV network. First, there is a proposal to introduce conditions of access, alluding to the Conditional Access Directive2 regulating that very market. It is a subcription-TV-like concept reading through the lines. Second, there is language which overrides the end-to-end principle of the Internet. The idea behind it is that the Internet provider shall be allowed to limit the number of websites users can access, in exchange for a lower fee. Who wants telcos-controlled sub-Internet in Europe?

    Mehr dazu auch im iRights-Blog: Britische Regierung will Netzwerkneutralität in der EU kippen.

    Dem Entwurf (PDF) zufolge sollen Internetnutzer in Zukunft keinen Anspruch mehr auf einen diskriminierungsfreien Internetzugang haben. Stattdessen will ihnen die britische Regierung nur noch ein Recht auf “Transparenz bei den Nutzungsbedingungen für den Zugang zu/die Nutzung von Anwendungen und Dienstleistungen sowie über die Politik [des Providers] hinsichtlich des Traffic-Managements” zugestehen. Mit anderen Worten: Der Internetprovider soll entscheiden, welchen Teil der Internets die Nutzer unter welchen Umständen in welchem Umfang und zu welchem Preis zu sehen bekommen. Die Musik- und Filmindustrien wären darüber sicher erfreut. Über freiwillige Vereinbarungen mit Internetprovidern könnten sie sich so die lästige illegale oder auch legale Konkurrenz vom Hals schaffen. Der Ausschluss von Peer-to-Peer-Protokollen wäre bei Umsetzung des britischen Vorschlags künftig genauso legitim wie die Blockade von Youtube, iTunes oder SourceForge.

    Weiter berichtet Monica Horten, dass die Sozialdemokraten im EU-Parlament bei der Frage Netzneutralität womöglich umgefallen sind und die eigenen POsitionen aus der ersten Lesung aufweichen: Poisoned fish in the Trautmann report .

    Unless the rapporteur puts in more time to consult widely and understand the issues fully, and to ensure that the requirements are correctly definined, this risks upsetting the economics of the ISP industry, which is built on peering arrangements. Worse still, it risks causing down-the-line economic damange to businesses large and small, which have invested in web and e‑commerce sites on the basis that they have unrestricted access to a global market. It stands to shrink, rather than grow, the Information Society and the digital economy. The only things that will grow is the telcos share of national television markets – as that is one of the drivers behind the „traffic management“ amendments. It is very disappointing, that Mrs Trautman has permitted them to get in, without having consulted more widely. Mrs Trautmann has a reputation for being ‘a good captain’.

    Gut möglich, dass wir in den nächsten Wochen wieder eine massive europaweite Mobilisierung von Internetnutzern brauchen, die sich bei ihren Abgeordneten für Netzneutralität einsetzen. Wenn es tatsächlich vor der Europawahl zu der zweiten Lesung im Parlament kommt. Wenn nicht, dann kommt diese erst nach der Wahl.

    Mehr Hintergrund bietet der Artikel „Wer möchte das Internet kontrollieren? „, wo ich von einer Netzneutralität-Anhörung in Brüssel gebloggt habe.

  • : USA: Comcast, Bittorrent und Netzneutralität
    USA: Comcast, Bittorrent und Netzneutralität

    Etwas Einblick in die US-Debatte rund um Netzneutralität bietet dieser Berkman-Podcast: Comcast, BitTorrent, and Network Neutrality.

    Chris Riley, Policy Counsel at Free Press, gives a brief history of the Comcast proceeding and other net neutrality legal efforts, and then dives into a substantive policy discussion of present and future Congressional and Commission net neutrality proceedings.

    Hier ist die MP3.

  • : Herdict – Verletzung der Netzneutralität visualisieren
    Herdict – Verletzung der Netzneutralität visualisieren

    Herdict ist ein neues Projekt vom Berkman Center for Internet & Society an der Harvard University. Mit Hilfe der Plattform soll eine Verletzung der Netzneutralität visualisiert werden: Nutzer können dort eintragen, wenn sie auf bestimmte Seiten nicht drauf kommen. Und dann kann man kollaborativ schauen, ob es ein lokales Problem ist oder andere auch betroffen sind.

    Herdict is a project of the Berkman Center for Internet & Society at Harvard University. Herdict is a portmanteau of ‚herd’ and ‚verdict’ and seeks to show the verdict of the users (the herd). Herdict Web seeks to gain insight into what users around the world are experiencing in terms of web accessibility; or in other words, determine the herdict.

    Wenn Euch mal Euer Provider den Zugang zu bestimmten Seiten versperrt, dann könnt Ihr das bei Herdict eintragen.

    Hier gibt es auch eine MP3 dazu.

    Und ein Youtube Video gibt es auch:

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

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  • : NetzpolitikTV 061: BEUC über Netzneutralität
    NetzpolitikTV 061: BEUC über Netzneutralität

    NetzpolitikTV Folge 061 ist ein Interview mit Rossoglau Kostas von BEUC (Europäische Verbraucherzentrale) zum Thema Netzneutralität. In dem knapp drei Minuten langen Interview erklärt Kostas, warum die Netzneutralität gerade auf europäischer Ebene unter Beschuss ist und welche Auswirkung das auf Verbraucherrechte und Innovation hat:

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  • : Wer möchte Netz-Diskriminierung in Europa?
    Wer möchte Netz-Diskriminierung in Europa?

    Es gibt eine neue Pressemitteilung von La Quadrature du Net: Who wants Net Discrimination in Europe? Hintergrund ist die aufkommende Debatte rund um die Netzneutralität in Europa im Rahmen des Telekom-Pakets. In den letzten Wochen und Monaten sind die Lobbyisten der US-Telkos nach Brüssel gekommen und fordern dort vehement einen Abbau der Netzneutralität zu ihren Gunsten. Das gilt es zu verhinden.

    Aus der Pressemitteilung:

    Stell dir einige Möglichkeiten vor, die in naher Zukunft Wahrheit werden könnten, wenn die „Internet-Diskriminierung“ im „Telekom-Paket“ zugelassen wird:

    * Du bist über einen günstigen Internetzugang eingewählt. Ein Freund schickt dir einen Link zu einer Wikipedia-Seite. Du klickst drauf und siehst die Nachricht von deinem Netzanbieter: „Es tut uns Leid, aber diese Webseite ist in Ihrem Tarif nicht zugänglich, bitte erweitern Sie.“ Du wärst nicht mehr mit demselben Internet verbunden wie dein Freund.
    * Du bist über einen Anbieter eingewählt, der gerade mit Vivendi-Universal fusioniert hat. Wenn du versuchst, ein Video von Sony oder Warner bros zu gucken, läd es unglaubblich lange und ruckelt. Nur Videos von Universal laufen flüssig. Anbieter können den Wettbewerb stören, um ihre eigenen Angebote hervorzuheben.
    * Ein unbekannter Coder entwirft eine neue Innovation, eine Anwendung oder ein Protokoll, das es noch nie zuvor gegeben hat. Leider kann es jetzt niemand benutzen, bevor der Internetanbieter nicht zugestimmt hat. Innovation wäre den Netzanbietern ausgeliefert.
    * Die Musikindustrie beschuldigt dich, Songs illegal heruntergeladen zu haben. Automatisch ist dir der Zugang zu peer-to-peer-Software verweigert oder er ist unglaublich langsam geworden. Internetanbieter würden unter dem Einfluss der Unterhaltungsindustrie zum Ersatz für die Judikative.

    Die Pressemitteilung kann noch eine deutsche Übersetzung gebrauchen. Ich komme heute leider nicht dazu. Wer Lust und Zeit hat, das zu machen, kann den Texte gerne hier in den Kommentaren posten oder mir schicken. Muss auch nicht perfekt sein, ich kann da gerne nochmal drüberschauen.

    Ich werde Mittwoch und Donnerstag in Brüssel sein und wieder etwas Lobbying rund um das Telekom-Paket machen. Die heiße Phase vor der zweiten Lesung beginnt diese Woche. Am Mittwoch findet im Europaparlament die Anhörung „Who wants to control the internet ?: How the Medina report and the Telecom package can affect the internet“ der Grünen-Fraktion statt. Davon werde ich wohl auch bloggen.

  • : Internet-Zensur – und täglich grüßt das Murmeltier
    Internet-Zensur – und täglich grüßt das Murmeltier

    Zwei nüchterne Einschätzungen zu diesem widerlichen „wir machen das Internet kaputt, aber dabei denken wir an die Kinder“-Diskurs:

    Wie alle anderen Medien wird auch das Internet zur Verbreitung von beispielsweise rechtsradikalen oder kinderpornographischen Informationen missbraucht. Dies hat in letzter Zeit den Ruf nach einem staatlichen Eingriff laut werden lassen, um zentrale Sperrungen bestimmter Inhalte zu erreichen.
    (Kristian Köhntopp, Marit Köhntopp, Martin Seeger: Sperrungen im Internet – Fragen und Antworten. Eine systematische Aufarbeitung der Zensurdiskussion. 1997)

    Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce. (Karl Marx: Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte. 1852)

  • : Netzpolitik-Podcast 074: Netzneutralität
    Netzpolitik-Podcast 074: Netzneutralität

    Der Netzpolitik-Podcast Folge 074 ist ein Interview mit dem Forscher Simon Schlauri aus Zürich. Er habilitiert dort über Netzneutralität. Das ist eines der wichtigsten und gleichzeitig am wenigsten diskutierten netzpolitischen Themen der kommenden Jahre.

    Wenn man von Netzneutralität spricht, meint man in der Regel einen von den drei folgenden Fällen:

  • 1. Diskriminierungsfreier Zugang. Internet-Service-Betreiber sollen verpflichtet werden, Inhaltebetreiber nicht diskriminierend zu behandeln. Haben wirklich alle dieselben Zugangsrechte? Brauchen wir eine Informationspflicht? Darf man bestimmte Protokolle sperren oder drosseln?
  • 2. Doppelter Markt. Internet-Service-Betreiber wollen von Inhalteanbietern für den Zugang zum Kunden Geld haben. Gleichzeitig erhalten sie Geld von den Kunden für den Internetzugang.
  • 3. Netzwerkmanagement (Quality of Service). Hier geht es Gleichbehandlung von Datenströmen. Simon meint, diese Frage wäre eher ungefährlich für Innovation. Ich halte vor allem den Einsatz von Deep Packet Inspection als Technologie dafür sehr riskant. Insgesamt hab ich mir bei diesem Punkt noch keine abschließende Meinung gebildet. Das kann gerne in den Kommentaren diskutiert werden.
  • Wir vergleichen die Diskussion in den USA mit dem politischen Geschehen in Europa. Und diskutieren die einzelnen drei Punkte ausführlich aus. Dabei werden viele Beispiele genannt, damit man das komplexe Thema besser verstehen kann. Was bedeutet Netzneutralität für Innovation und die Offenheit des Internets? Ost sie in Gefahr? Wie kann man regulativ die Netzneutralität sichern? Und will man das?

    Das Interview ist ca. 30 Minuten lang und liegt als MP3 und OGG auf dem Server.

    Auf europpäischer Ebene wird im Moment die Netzneutralität im Rahmen des EU-Telekom-Pakets diskutiert. Hier machen US-Telekommunikationsunternehmen wie AT&T massiv Lobbying in ihrem Sinne. Das ist nicht unbedingt das, was unsere Interessen als Bürger und Unternehmen in Europa unterstützt. Über die weiteren Entwicklungen im Rahmen des Telekom-Paketes halten wir Euch hier im Blog auf dem Laufenden

  • : 25c3: Campaigning on Telecoms Package
    25c3: Campaigning on Telecoms Package

    Ich hab mal den Vortrag „La Quadrature du Net – Campaigning on Telecoms Package. Pan-european activism for patching a „pirated“ law“, den ich mit Jérémie Zimmermann auf dem 25c3 gehalten habe, auf Vimeo hochgeladen:

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    25c3: La Quadrature du Net – Campaigning on Telecoms Package from netzpolitik on Vimeo

    Hier ist eine ca. 500 MB grosse MP4-Version zum herunterladen.

  • : Der Netzpolitik-Ausblick auf 2009
    Der Netzpolitik-Ausblick auf 2009

    Nach dem ausführlichen Jahresrückblick auf 2008 gibt es nun einen einen netzpolitischen Ausblick auf 2009, was dieses Jahr so alles die Diskussion dominieren wird.

    Das Thema Netzneutralität wird in die öffentliche Diskussion kommen. Die erste große Diskussion dürfte sich rund um die zweite Lesung des Telekom-Paketes auf europäischer Ebene entfalten. Meiner Meinung nach mit das wichtigste Thema in 2009, weil es wichtige Rahmenbedingungen für den weiteren Erhalt und Ausbau eines offenen Internets und mehr Innovation schafft. Oder aber die Rahmenbedingungen zugunsten einiger großer Player ändert.

    Die „3 Strikes and you’re out“ – Forderung der Rechteindustrie und damit das Thema Internetsperrungen wird die Urheberrechtsdiskussion noch stärker dominieren. Dabei wird auch die Diskussion rund um eine Kulturflatrate als Alternative immer mehr in die Öffentlichkeit kommen. Die Gesetzgebung wird sich negativ radikalisieren, sollte es im Herbst 2009 zu einer schwarz-gelben Koalition kommen.

    Der Einstieg in die durch die Filterung des Internets in der vermeintlichen Bekämpfung von Kinderpornographie wird (pessimistisch gesehen) kommen. Damit wird Tür und Tor für mehr Netzzensur in Deutschland geöffnet. Existiert erstmal eine solche Zensur-Infrastruktur, werden die Begehrlichkeiten schnell ausgeweitet. Mit etwas Hoffnung besteht noch die Chance, dass die SPD dies verhindern wird. Aber bekanntlich sollte man auf die SPD keine großen Hoffnungen setzen.

    Datenschutz wird weiterhin ein großes Thema bleiben, auch wenn sich die große Koalition nicht wirklich bemüht, strengere Gesetze zu schaffen. Das Thema bleibt in den Medien und somit werden wir auch weiterhin regelmässig von neuen Datenschutz-Skandalen überrascht werden.

    Es gibt auch positive Themen: 2009 könnte das Jahr von Open Source werden. Die gesellschaftliche Bedeutung und die Notwendigkeit zur Förderung von Freier Software und anderen kollaborativen freien Projekten wie der Wikipedia oder OpenStreetMaps kommt in der politischen Diskussion an.

    2009 wird auch ein Superwahljahr werden. Entgegen zahlreicher Voraussagungen und Hoffnungen werden wir keinen Obama-Internet-Wahlkampf in Deutschland erleben. Aber eine eigene Facebook-Seite /- Gruppe, ab und an bei Youtube ins Internet sprechen und vielleicht ein eigenes Blog und/oder Twitter-Account wird zur Standardaustattung aller halbwegs motivierten KandidatInnen für politische Mandate gehören. Einige wenige werden sich dadurch absetzen, dass sie die Werkzeuge offensiver und Dialog-orientierter als Andere in ihre eigene Arbeit integrieren. Und auch nach einem Wahlerfolg weiter einsetzen. Die Innovationen im Internetwahlkampf werden aus der Zivilgesellschaft kommen: Der Wahlkampf beschleunigt sich enorm durch Blogs, Twitter und Social Networks und die Parteien und Kandidaten werden dadurch unter Druck geraten. Eine Kontrolle der eigenen Botschaften und Strategien wird nicht mehr möglich sein.

    Blogs werden Mainstream. Spätestens in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfes werden alle größeren Online-Redaktionen mit eigenen (Gruppen-)Blogs darüber berichten. Am Ende des Jahres wird man kaum noch erklären müssen, was ein Blog ist und warum man eines benutzt.

    Wahrscheinlich wird das Bundesverfassungsgericht in bis zu drei Netzpolitisch-relevanten Fällen Entscheidungen treffen: Wahlcomputer, Vorratsdatenspeicherung und dem BKA-Gesetz. Wie die Entscheidungen ausfallen werden, kann ich nicht neutral beurteilen. Ich bin da aber optimistisch.

    Das sind die Themen, die mir im Kopf rumgingen. Sicherlich hab ich noch das eine oder andere vergessen. Ergänzungen können gerne in den Kommentaren geschrieben werden.

  • : Telekom-Paket: Telkos gegen Netzneutralität
    Telekom-Paket: Telkos gegen Netzneutralität

    Eine neue Front in der Diskussion rund um das Telekom-Paket machen jetzt einige Telekommunikationsunternehmen auf. Die „NetConfidence Coalition“ hat dabei das Ziel, die Netzneutralität aufzuweichen. Dazu gehören u.a. die Telco-Lobby ETNO (European Telecommunications Network Operators’ Association), Verizon, AT&T, Vodafone, Cisco, Alcatel-Lucent, Ericsson und Nokia-Siemens.

    Monica Horten berichtet darüber: European telcos push for unregulated filtering.

    The alliance has proposed new amendments to the Universal Services Directive, to “address unjustified degradation of service”, and permitting them to impose “reasonable usage restrictions, and price differentiation”. They argue that they should be allowed to manage their networks to address congestion and capacity constraints and to diversify their offerings.

    Heise hat eine Zusammenfassung:

    Sie plädieren generell für mehr Möglichkeiten zum „Netzwerkmanagement“. Damit lassen sich aber nicht nur Spam oder Cyberangriffe abwehren und der Internetverkehr in geordnete Bahnen leiten. Vielmehr hätten die Netzbetreiber und Zulieferer damit auch eine einfache Handhabe, gewisse Protokolle, Dienste oder Anwendungen ohne Kontrolle der Regulierungsbehörden zu verlangsamen oder ganz zu blockieren. An dieser Stelle könnten sich etwa die Rechteinhaber einschalten und im Rahmen der vom EU-Rat geforderten verstärkten „Kooperation“ mit Providern Filteransprüche geltend machen.

    Scheint so als ob das Frühjahr wieder sehr spannend wird, wenn es Richtung zweite Lesung im EU-Parlament geht.

  • : Gegen Kinderpornographie im Netz – aber richtig
    Gegen Kinderpornographie im Netz – aber richtig

    Ursula von der LeyenBundesfamilienministerin Ursula von der Leyen fordert nun – grade rechtzeitig zum Start des IT-Gipfels – dazu auf, dass Internetprovider über das Telemediengesetz in die Pflicht genommen werden sollen, Filtersysteme für das Internet vorzuhalten.

    Ihr Ziel ist es „gegen die Flut der Bilder einen Damm zu bauen“: ISPs sollen verpflichtet werden den Zugriff auf durch das BKA bestimmte Websites zu unterbinden.

    Ich schätze die Arbeit der Kinderpornographie-Abteilung des BKAs sehr. Erst vor kurzem hatte ich die Gelegenheit mich mit einer leitenden Beamtin dieser Abteilung zu unterhalten. Diese forderte im Gespräch zunächst den Zugriff auf die Daten der Vorratsdatenspeicherung – „Access-Blocking“, wie es Frau von der Leyen nun fordert, hatte sie allerdings auch schon auf dem Zettel.

    Meine ehrliche Einschätzung dazu ist: Beide Maßnahmen können maximal kurzzeitig (für vielleicht ein Jahr) die Aufklärungsquote leicht erhöhen bzw. eine Verbreitung des Materials unterbinden. Danach würden sie die Ermittlungen eher behindern, als bereichern. Es gibt tausend und eine Möglichkeit die Vorratsdatenspeicherung zu Umgehen – ferner können Kriminelle auch mit Trojanern oder Fake-IP-Adressen arbeiten, um unbescholtene Mitbürger in den Verdacht zu ziehen.

    Das nun geforderte Access-Blocking ist ebenfalls nicht zielführend: Dieses lässt sich mit Anonymisierungsdiensten oder Proxies im Ausland ebenso umgehen, wie die Vorratsdatenspeicherung. Es würde letztlich nur Kosten mit sich ziehen und nebenbei unter der Absicht der Verbrechensbekämpfung eine Infrastruktur schaffen, die sich sehr leicht missbrauchen lässt, um Zensurmaßnahmen umzusetzen. Denn defakto ist es nichts anderes: Der Staat verlangt an dieser Stelle ein System, dass Inhalte nach ihrer Quelle filtern soll. Sollte dies einmal etabliert sein, wäre es sicher nur ein Frage der Zeit, bis andere Inhalte in Frage kommen. Die Kontrollierbarkeit dieses Apparats würde mit zunehmenden Umfang massiv sinken.

    Zielführend wäre es hingegen mehr auf das so genannte „Notice & Takedown“-Verfahren zu setzen: Bei diesem werden lediglich die Internetprovider, welche die Server, von denen Kinderpornographie aus abrufbar ist, informiert. Diese sind dann angehalten den Server direkt an der Quelle vom Netz zu nehmen bzw. die relevanten Inhalte zu sperren.

    Denn auch Ursula von der Leyen sagt in ihrem heutigen Interview im Hamburger Abendblatt: „Das Allerwichtigste ist, dass das BKA wie bisher Täter ermittelt und gezielt Quellen schließt.“ Genau, die Quellen – nicht die unbeteiligten Dienstleister: Wenn ein Versandhaus illegale Waren verschickt, kann man der Post schließlich auch nicht sagen, dass sie keine Pakete mehr von diesem Händler zustellen soll.

    Oft wird an dieser Stelle entgegnet, dass es für das „Notice & Takedown“-Vorgehen nicht die notwendigen internationalen Abkommen existieren – dann wäre doch eine Baustelle, auf die man sich als ambitionierter Politiker begeben können. Ich bin mir sicher, dass die allermeisten ISPs keinen Bock drauf haben Pädophile als „Kunden“ zu führen und für jeden Hinweis dieser Art dankbar sind, die Kisten auch zügig vom Netz nehmen und sogar bei der Ermittlung der Identität behilflich sein würden. Wahrscheinlich wäre es sogar schlauer, erst einmal auf diese freiwillige Art der Kooperation mit Providern zu setzen, als eine internationale Definition von „illegalen Inhalten“ abzuwarten. Probiert-es-doch-einfach-mal-aus.

    Der Austausch von Kinderpornos ist schließlich nur das Symptom einen viel tieferliegenden Problems, dass sich nur gesellschaftlich und nicht technisch lösen lässt.

    Nachtrag: Ein weiterer zielführender Vorschlag meinerseits, der im Sinne unserer Bundesministerin auch tatsächlich etwas bewirken kann, ist es besorgte Eltern darauf Aufmerksam zu machen, dass sie an ihren eigenem PC Filter installieren können: Anstatt unwirksame Filtersystem auf Kosten der ProviderKunden oder des Staates zu entwickeln, sollten vielleicht einfach ein paar passende Plugins für die gängigsten Betriebssysteme programmiert werden, mit denen Eltern ihren Kindern den Zugriff die in der BKA-Liste erfassten Websites sperren können.

    Ein http-Proxy unter bluemchenwiese.bmfsfj.de wär doch schonmal ein Anfang.

    Update: Eco, der Branchenverband der Provider kommentiert in seiner heutigen Pressemitteilung die Forderung von der Leyens sehr ähnlich:

    Leider zeigt die Praxis, dass so genannte Internet-‚Sperren’ lediglich Scheinerfolge erzielen. Sie verdrängen das Geschehen aus dem für alle sichtbaren Bereich, aber dadurch wird das Leid keines einzigen Kindes unterbunden, kein einziger Täter gefasst und kein einziges Bild aus dem Internet entfernt. Es ist nach Meinung aller technischen Experten nicht machbar, den Zugang zu diesen Machwerken unmöglich zu machen, wie es die Familienministerin fordert. Effizienter und wirksamer ist es, an der Quelle anzusetzen. Mit unserer Internet-Beschwerdestelle sammeln wir Hinweise, mit denen in internationaler Zusammenarbeit und in enger Kooperation zwischen Strafverfolgern und Wirtschaft erfolgreich Täter überführt und illegale Inhalte entfernt werden. Diese erfolgreiche Kooperation wollen wir fortsetzen.

    Update II: Alvar Freude vom Fitug hat dazu einen offenen Brief an Frau von der Leyen geschrieben (Danke Tim).

  • : Kein gut Glück mit Alice
    Alice hijackt die Google Firefox Gut Glück Suche
    Kein gut Glück mit Alice

    Alice hijackt die Google Firefox gut Glück SucheGerade eben ist es passiert, ich tippe wikipedia in meine Firefox-Adressleiste und ich komme nicht wie erwartet auf Wikipedia, sondern auf eine Seite von meinem Internetprovider. Der sagt mir, dass er dass von mir Gesuchte nicht finden kann. Schade, dabei ist Wikipedia recht bekannt. Aber Alice weiß sich und mir zu helfen.

    „Die eben angezeigte Suchergebnisseite bieten wir Ihnen an, um Ihren Aufenthalt im Internet produktiver zu machen. Für diesen Service wurde keine Software auf Ihrem Computer installiert. “

    Na da bin ich aber froh. Alice schlaumayert und bietet mir dann noch einen Link zum Opt-Out im Kundenzenter. Na das werde ich gleich machen, wenn ich dass Passwort finde. Dass Kundenzenter hatte mich bisher nämlich nicht interessiert. Ich möchte es mal so formulieren: Alice! Hau ab aus meiner Leitung! Bisher war es ein Klick, dank Dir sind es jetzt 2 zusätzlich, wenn ich die tld in der Adressleiste weglasse. Komisch nur, dass heise ohne tld gefunden wird.

    Ich fand die Gut-Glück-Suche jedenfalls super. Mir muss da nicht ungefragt geholfen werden. Und schon gar nicht aus Eigennutz. Jetzt muss man ja nicht mehr nur Angst vor Google haben, sondern auch noch vor Suchanfragen-Hijacking von Providern bzw. Medienkonzernen, die sich nicht mal selber finden können. Das kann nicht war sein: Kein gut Glück für „aol“!

  • : EU-Abgeordneter warnt vor netzpolitik.org
    EU-Abgeordneter warnt vor netzpolitik.org

    In einer offiziellen Pressemitteilung des Europaparlaments wurde netzpolitik.org noch nie namtlich genannt. Auch wurde noch nie in einer offiziellen Pressemitteilung vor uns gewarnt. Bis heute: Berichterstatter: Telekom-Paket führt nicht zu mehr Überwachung im Netz.

    Das Gesetzesvorhaben hat großes Interesse und entsprechende Lobbyarbeit bei Industrievertretern sowie bei Gruppen und Bloggern ausgelöst, die sich für die Privatsphäre im Netz ein möglichst unreguliertes Internet stark machen. Internetgruppen und Blogger wie La Quadratur du Net in Frankreich oder Netzpolitik.org in Deutschland haben insbesondere Befürchtungen geäußert, das Telekompaket könne dazu genutzt werden, auf Druck der Unterhaltungsindustrie den Urheberrechtsschutz im Internet zu verstärken, indem Provider verpflichtet würden, den Datei-Tausch (filesharing) oder illegale Downloads durch ihre Kunden zu unterbinden bzw. Informationen über das Verhalten ihrer Kunden im Internet an Behörden weiterzugeben.[.…] Die Änderungen am Gesetzesvorschlag, die in seinem Bericht vorgesehen sind, hätten „nichts zu tun mit der Durchsetzung von Urheberrechten. Dies ist und war niemals das Ziel dieses Vorschlags“, so Berichterstatter Harbour. Andere Interpretationen bezeichnet er als „alarmistische Angstmacherei“.

    Das sei natürlich alles gar nicht so, sagt Malcolm Harbour, der Berichterstatter im EU-Parlament für die Universaldiensterichtlinie. Wenn das nicht so ist, warum kann man dies nicht klar in den Richtlinien sagen? Und warum lässt man dann durch schwammige Formulierungen und Definitionen den Interpretationsspielraum offen? Morgen entscheidet das EU-Parlament über das Telekom-Paket. Darin sind vier Richtlinien zusammengefasst, die den neuen EU-Gesetzesrahmen für den Telekommunikationssektor schaffen. Wir sind nicht gegen das Telekom-Paket im Ganzen, sondern kritisieren einige Punkte, die unserer Meinung nach schädlich für ein offenes Internet und Bürgerrechte im Allgemeinen sind. Und wir sehen in diesen Punkten und einigen Änderungsanträgen (vor allem von konservativer Seite) einen klaren Verweis auf eine Verschärfung der Bekämpfung von Urheberrechtsvergehen. Da geht es um den Abbau von Netzneutralität, der Einführung von DRM / TCPA Infrastrukturen, der Verfolgung von Urheberrechtsdelikten, den Einstieg in Internetzensur und den weiteren Abbau der Privatsphäre von Internetnutzern in Europa.

    Das kann man transparent nachlesen und sich eigene Gedanken machen: Einen Überblick über die einzelnen Änderungsanträge, worüber morgen die EU-Abgeordneten abstimmen, findet man hier. Dort finden sich auch Bewertungen aus unserer Sicht, ob Änderungsanträge sinnvoll für ein offenes Internet sind, oder schädlich.

    Auch spricht der konservative Abgeordnete Malcolm Harbour nicht für das gesamte EU-Parlament, wie man an den Einreichungen von Änderungsanträgen durch andere Fraktionen und auch durch konservative Abgeordnete sehen kann.

    Lustige Nebensache: Offizielle Pressemitteilungen und ihre Inhalte müssen nicht unbedingt korrekt sein, wie man an diesem Satz sehen kann:

    Rund 250.000 Europäer haben nach Angaben des EU-Statistikamtes Eurostat Zugang zum Breitbandinternet und damit die Möglichkeit, große Dateimengen aus dem Netz zu laden.

    Hätte man 250.000 Berliner geschrieben, wäre dies vermutlich auch falsch.

    Ich bin übrigens etwas verwundert darüber, dass die englischsprachige Pressemitteilung sich signifikant von der deutschsprachigen unterscheidet. Ich ging eigentlich davon aus, dass eine Original-Meldung erstellt wird und diese dannin unterschiedliche Sprachen übersetzt wird. Das scheint aber nicht so zu sein.

  • : Telekom-Paket: Unsere Wahlempfehlungen!
    Telekom-Paket: Unsere Wahlempfehlungen!

    Für die Abstimmungen zum Telekom-Paket am kommenden Mittwoch sind jetzt unsere Wahlempfehlungen online zu finden. In einer europäischen Kooperation haben wir im La Quadrature du Net – Wiki alle zur Wahl stehenden Änderungsanträge analysiert und bewertet. Bisher sind die Bewertungen für den Trautmann-Report (Rahmenrichtlinie) und dem Harbour-Report (Universaldiensterichtlinie) online. (Die Analyse und Empfehlungen für die Datenschutzrichtlinie / Alvaro-Report kommen noch, sobald online zu finden)

    In unsere Bewertung der Änderungsanträge (Ammendments) haben wir den Einfluss der einzelnen Passagen auf ein freies und offenes Internet, und damit auf Bürger- Und Verbraucherrechte bewertet. Mit Hilfe dieser Wahlempfehlungen kann man nun optimaler die eigenen Europa-Abgeordneten kontaktieren und sich von ihnen wünschen, im Sinne von Freiheit im digitalen Raum abzustimmen.

    Die Wahlempfehlungsliste im Wiki ist folgendermassen aufgebaut:

    Amendig“ und „Amended“ definiert den jeweiligen Report (Richtlinie) und die Passage.
    Topic“ sagt, worum es dabei geht und welche Themen die Änderung betrifft. (Themenbereiche sind: Netzneutralität / 3‑Strikes / Richtervorbehalt / Internet-Filtering / DRM / Datenschutz)
    Am. #’ “ ist die jeweilige Nummer des Änderungsantrages.
    „Source“ ist der Antragsteller, dies können Fraktionen (z.B. Verts/ALE = Grüne) oder Ausschüsse (z.B. ITRE = Industrieausschuss) oder Abgeordnete (z.B. Bono, Cohn-Bendit, Roithová and al.) sein.
    Advice“ ist unsere Empfehlung. Das reicht von „–“ (für ganz schlechte Idee und schädlich) bis hin zu „+++“ (Unbedingt empfehlenswert).
    Comment“ beschreibt meist kurz, worum es geht.

    Mit Hilfe dieser Wahlempfehlungen kann man nun optimaler bis kommenden Mittwoch EU-Abgeordnete kontaktieren und diese bitten, sich einzelnen Änderungsanträgen anzuschliessen. Und wir können nach Mittwoch überprüfen, welche EU-Abgeordneten Internet-feindlich abstimmen.

    Spread the word und werdet aktiv!

    Im La Quadrature Wiki haben wir auch eine aktuelle Mobilisierungsseite. Die englische ist immer die aktuellste und es wird regelmässige Hiilfe bei der Übersetzung der Änderungen nach deutsch benötigt. Hierbei hilft der RSS-Feed.

    Aktueller Stand von Samstag, 18:30h ist: Telekom-Paket Abstimmung (1. Lesung) am 24. September.

    Wir mobilisieren gegen mehr Überwachung im europäischen Internet

    Executive Summary der aktuellen Situation

    * Das „Telekom-Paket“ wird am 24. September in der Plenarsitzung des Europaparlaments um 11:30 abgestimmt.
    * Einige Änderungsanträge enthalten gefährliche Inhalte für ein offenes Internet.
    o Einige Änderungsanträge können Nationalstaaten erlauben, eine sogenannte „Graduate Response“ Regelung gegen unautorisiertes Filesharing durchzusetzen (Internetsperrungen), was massiv Bürgerrechte beeinträchtigt.
    o Die Verwendung des Wortes „lawful content /rechtmässiger Inhalt“ ist eine Gefahr für Bürgerrechte und einer nachhaltigen sowie offenen Entwicklung des Internets.
    * Fortschritte wurden bei der Neubearbeitung der LIBE-Änderungsanträge (LIBE = Ausschuss für bürgerliche Freiheiten) auf Basis der Analyse des Europäischen Datenschutzbeauftragten gemacht.
    * Einige sehr sinnvolle und gute Ändeurngsanträge wurden eingebracht, z.B. das „Bono amendment“ beim Trautmann-Report, sowie verschiedene andere.
    * Es ist nur noch wenig Zeit, um EU-Abgeordnete über diese Fragen und Konflikte aufzuklären, und ihnen Lesehilfe bei den umfangreichen Änderungsanträgen zu geben. Die wenigsten Abgeordneten hatten bisher mit den Diskussionen zu tun und wissen weitgehend nicht, worüber sie am Mittwoch abstimmen. Hier ist Hilfe notwendig, ihnen die Änderungsanträge zu erklären, und ihre Bedeutung für Bürger- und Verbraucherrechte herauszustellen.

    Detailliertere Argumentation:

    „Graduated Response“

    Einige Änderungsanträge können Nationalstaaten erlauben, eine sogenannte „Graduate Response“ Regelung gegen unautorisiertes Filesharing durchzusetzen (Internetsperrungen), was massiv Bürgerrechte beeinträchtigt.

    * Die Erwähnung von „cooperation“ zwischen Internet-Servcie-Providern und der Kulturindustrie über die „Promotion of lawful content“ ist sehr vage und unzureichend.
    o Generelle Information der ISP-Kunden über bestehende Gesetze (z.B. in Form von Newsletters) ist akzeptabel
    o Zielgerichtete Mitteilungen an einzelne Kunden und auf Basis der Überwachung des Nutzerverhaltens ist inakzeptabel.
    o Es gibt keine klare Definition, dass individuelle Benachrichtigungen ausgeschlossen werden bei dieser „cooperation“

    * LIBE-Änderungsanträge sind neue bearbeitet worden nach der Kritik des Europäischen Datenschutzbeauftragten (EPDS)
    o Der Europäische Datenschutzbeauftragte hatte vorgeschlagen, problematische Änderungsanträge neu zu schriben. Diesen Hinweisen wurde nachgegangen und die Sprache ist wneiger gefährlich. Aber es ist immer noch eine Gefahr.

    „Lawful content“

    Die Verwendung des Wortes „lawful content /rechtmässiger Inhalt“ ist eine Gefahr für Bürgerrechte und einer nachhaltigen sowie offenen Entwicklung des Internets.

    * Wer soll entscheiden, ob Inhalt rechtmässig ist und ob nicht. Wo ist die richterliche Kontrolle darüber?
    * Dürfen Behörden ohne Gewaltenkontrolle darüber entscheiden, was rechtmässiger Content ist und was nicht?
    * Was ist mit Regelungen wie der Privatkopie oder das Zitatrecht, bzw. freien Inhalten wie die Creative Commons lizenzierten Inhalten, bzw. Bottum-Up Innovationen, die die Basis für die Entwicklung einer digitalen Umwelt darstellen?

    Bono amendment

    * Today, the judicial judge is the guardian of civil liberties and freedom of citizens. This amendment guarantees that this will continue, that no administrative authority can order justice rulings impacting on internet users’ ability to access and distribute content.
    * The exceptions for „force majeure“ and „national provisions of criminal law imposed for reasons of public policy, public security, or public morality“ are already in Member State’s criminal laws. Nothing will be changed here.
    * The exceptions for „preserving network integrity and security“ are legitimate, technically demonstrable, and described in ( some other part of the texts )
    * The reference to the Charter of Fundamental Rights of the European Union … (?)

    Alle sollten ihre EU-Abgeordneten kontaktieren!

    * Bittet sie, für den Bono-Ändeurngsantrag 138 zu stimmen, der Bürgerrechte wie die Meinungsfreiheit schützt, indem ein Richtervorbehalt zwingend notwendig wird.
    o Wenn es Zweifel gibt, ob die „Graduate Response“-Regelungen immer noch im Telekom-Paket zu finden sind oder nicht ist es besser zu garantieren, dass sie nicht drin sind. Das ermöglicht Änderungsantrag 138.
    o Eine richterliche Ontrolle ist absolut notwendig und zwingend. Dieser Änderunganstrag ändert nichts daran, dass Nationalstaaten Gesetze haben.

    * Bittet Eure Abgeordneten, den Änderungsantrag 34 abzulehnen, der den Datenschutz abbaut im Namen der Urheberrechtsbekämpfung.
    * Empfiehlt Euren Abgeordneten, den Wahlempfehlungen von La Quadrature zu folgen.

  • : The Rise and Fall of Invasive ISP Surveillance
    The Rise and Fall of Invasive ISP Surveillance

    The Rise and Fall of Invasive ISP Surveillance“ ist ein guter aktueller wissenschaftlicher Text zum Verhältnis von Netzneutralität und Privatsphäre, wenn es um Netzwerkmanagement geht.

    Nothing in society poses as grave a threat to privacy as the Internet Service Provider (ISP). ISPs carry their users’ conversations, secrets, relationships, acts, and omissions. Until the very recent past, they had left most of these alone because they had lacked the tools to spy invasively, but with recent advances in eavesdropping technology, they can now spy on people in unprecedented ways. Meanwhile, advertisers and copyright owners have been tempting them to put their users’ secrets up for sale, and judging from a recent flurry of reports, ISPs are giving in to the temptation and experimenting with new forms of spying. This is only the leading edge of a coming storm of unprecedented and invasive ISP surveillance.

    This Article proposes an innovative new theory of communications privacy to help policymakers strike the proper balance between user privacy and ISP need. We cannot simply ban aggressive monitoring, because ISPs have legitimate reasons for scrutinizing communications on an Internet teeming with threats. Using this new theory, policymakers will be able to distinguish between an ISP’s legitimate needs and mere desires.

    In addition, this Article injects privacy into the network neutrality debate – a debate about who gets to control innovation on the Internet. Despite the thousands of pages that have already been written about the topic, nobody has recognized that we already enjoy mandatory network neutrality in the form of expansive wiretapping laws. The recognition of this idea will flip the status quo and reinvigorate a stagnant debate by introducing privacy and personal autonomy into a discussion that has only ever been about economics and innovation.

    (Eine Empfelung von Ralf Bendrath)