EU
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: 300 Millionen Euro für die EU-Sicherheitsforschung
: 300 Millionen Euro für die EU-Sicherheitsforschung Die EU-Kommission hat heute ihr letztes Arbeitsprogramm (.pdf) im Bereich Sicherheitsforschung für das 7. Rahmenforschungsprogramm (FP7) vorgestellt. Bekannt geworden ist das FP7 durch das umstrittene Projekt INDECT. Doch neben INDECT werden derzeitig noch weitere 186 Projekte im Bereich Sicherheit finanziert und neue werden nächstes Jahr hinzu kommen.
Für das kommende Jahr scheint es, als wolle man weniger umstrittene Projekte ins Rennen schicken. Im Bereich „Surveillance“, „Intelligent border surveillance“ und „Intelligence against terrorism“ werden dann keine Projekte (.pdf) finanziert. Vor allem in diesen Forschungsbereichen wurden in der Vergangenheit immer wieder gigantische Summen für Überwachungsprojekte wie TALOS (Grenzsicherung), ADABTS (abnormales Verhalten) oder PERSEUS (Grenzsicherung) ausgegeben.
Dennoch: Auch in diesem letzten Call dürften wieder einige Projekte finanziert werden, die für einen gut ausgerüsteten Überwachungsstaat von Nutzen sein dürften. Insgesamt stehen für diesen Call knapp 300 Millionen Euro zur Verfügung. Zum Beispiel soll die Erforschung der Überwachung von größeren Flächen wie Autobahnen vorangetrieben werden und die Audio- und Stimmenanalyse verbessert werden. Im Bereich „Ethics and justice“ wurde die Kritik zumindest teilweise aufgenommen. So soll eine Roadmap erstellt werden, wie künftig in diesem sensiblen Bereich mit der Sicherheitsforschung umgegangen werden soll.
Das Ergebnis dürfte auch für das neue Rahmenforschungsprogramm „Horizon2020“ (2014–2020) interessant sein. Die Verhandlungen um das Programm laufen gerade und es ist wichtig, vor allem die sozialwissenschaftliche Dimension zu stärken. Der Rat hat bereits seinen Vorschlag (.pdf) vorgestellt und fordert einen eigenständigen Sicherheitsforschungsbereich, in dem aber auch die gesellschaftswissenschaftliche Dimension Beachtung findet. Wie das EU-Parlament sich positioniert, wird sich in den nächsten Monaten herausstellen. Hier gilt es den Prozess aufmerksam zu verfolgen und für die entsprechenden Änderungsanträge zu mobilisieren, damit Projekte wie INDECT nicht erneut durch EU-Steuergelder finanziert werden.
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: EU-Rat veröffentlicht geheime ACTA-Verhandlungsdokumente zum Strafrechts-Kapitel
: EU-Rat veröffentlicht geheime ACTA-Verhandlungsdokumente zum Strafrechts-Kapitel Nach dem Ende des ACTA-Abkommens im Europäischen Parlament am 4. Juli setzen nun die institutionellen Aufräumarbeiten ein. Direkt am nächsten Tag hat der Rat der Europäischen Union die bisher geheimen Zwischen-Versionen des Textes aus den Verhandlungsrunden 2008 und 2009 veröffentlicht. Dies betrifft zunächst nur das Kapitel zu strafrechtlichen Maßnahmen, denn da haben die Mitgliedsstaaten (also der Rat) noch exklusive Zuständigkeit in internationalen Abkommen, während die EU-Kommission für die allgemeinen Handelsaspekte zuständig ist.
Ich habe die Dokumente in chronologischer Reihenfolge mal nebenan in meinem englischsprachigen Blog verlinkt.
Mal sehen, ob die Kommission auch noch die Dokumente zu den anderen Kapiteln des Abkommens veröffentlicht. Schaut mal in den nächsten Tagen und Wochen im Dokumentenregister der Kommission (hier gleich mit Suchbegriff „ACTA“) vorbei.
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: ACTA: Das Wahlverhalten der 99 deutschen MEPs
: ACTA: Das Wahlverhalten der 99 deutschen MEPs
Wir haben unsere ACTA-Kampagnenseite ein letztes Mal aktualisiert und dabei das Wahlverhalten aller 99 deutschen EU-Abgeordneten dokumentiert. Wer Lust und Zeit hat, kann den EU-Abgeordneten, die dagegen gestimmt haben, mal eine Dankes-Mail oder einen Dankesbrief schreiben. Vielleicht freuen sie sich ja darüber, auch mal positives Feedback von Bürgern zu erhalten.Gleichzeitig wird es auch mal Zeit, hier in der rechten Spalte alle Verweise zu Infos rund um ACTA zu löschen. Und das ist mal ein gutes Gefühl.
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: British Airways googelt nach Personen und erstellt Dossiers
: British Airways googelt nach Personen und erstellt Dossiers Die Fluggesellschaft British Airways möchte mit ihrem Programm „Know Me“ seine Mitarbeiter nach Passagieren googeln lassen und die Daten dann in Dossiers über die Personen speichern. Laut Bericht des London Evening Standard stellte die British Airways das Programm „Know Me“ vor wenigen Tagen vor.
Über die Google Bildersuche sollen Fotos von den Fluggästen gefunden und gespeichert werden – um diese proaktiv erreichen zu können, so British Airways. Auch Probleme zwischen Fluggesellschaft und Passagier sollen erfasst werden – die Fluggesellschaft könne sich dann bei einer erneuten Reise entschuldigen.
Ziel des Programmes sei es der Fluggesellschaft einen persönlicheren Touch im Umgang mit ihren Kunden zu verleihen so ein Konzernsprecher. Es gehe darum, dass Gefühl nachzuempfinden, wenn jemand in ein Restaurant geht und dort wiedererkannt wird. Geplant seien bis Ende 2012 täglich rund 4’500 Dossiers an die Besatzung weiterzuleiten.
Die britische NGO BigBrother Watch kritisiert die Datensammlung und fragt, seit wann denn der Kauf eines Flugtickets mit einer Erlaubnis zu Datenrechereche einhergehe und warum die Fluggesellschaft ihre Kunden denn nicht einfach um die Daten bitte. Dann könnten die Kunden selbst entscheiden, ob sie an dem Programm teilnehmen wollen oder nicht.
Das Programm „Know Me“ ist leider nur die neue Spitze des Eisberges. Auch bisher sammeln Fluggesellschaften fleissig Daten über ihre Fluggäste – bis zu 60 Einzelinformationen werden dabei für jeden Reisenden für einen einzigen Flug zusammengetragen. Genannt werden die Daten PNR (Passenger Name Record). Diese werden auch an Staaten wie die USA übermittelt. Hierzu schlossen EU und USA erst im April ein Abkommen – wir berichteten.
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: InPoSec – neues Forschungsprojekt will mit Nacktscanner-Technologie Pakete nach „illegalen Produkten“ durchleuchten
: InPoSec – neues Forschungsprojekt will mit Nacktscanner-Technologie Pakete nach „illegalen Produkten“ durchleuchten Während sich das EU-Forschungsprojekt INDECT in seinem vierten Jahr kurz vor dem Abschluss befindet, läuft in Frankreich und Deutschland jetzt ein neues Projekt an, das viele Fragen aufwirft.
Mit dem sogenannten “Integrated Postal Supply Chain Security”-Projekt, kurz InPoSec, soll die Integrität der Postlogistikkette geschützt und die Sicherheit der beteiligten Menschen garantiert werden. Zunächst werden Briefbomben und terroristische Anschläge als Bedrohung für die wirtschaftliche Stabilität Europas ins Feld geführt, nur um dann in einem Nebensatz auch “illegale Produkte” als Ziel des Projekts zu benennen.
Schaut man sich in Europa um, liegt der Schluss nahe, dass uns mit den im Rahmen des InPoSec-Forschungsprojekts betrachteten Technologien auch eine Totalüberwachung der Brief- und Paketkommunikation ins Haus stehen könnte.
Gepaart mit einer restriktiven Kommunikationspolitik lässt das Projekt nichts gutes ahnen.
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: ACTA is not the end. ACTA is the beginning.
: ACTA is not the end. ACTA is the beginning. Joe McNamee von European Digital Rights kommentiert im EDRi-gram die gestrige ACTA-Entscheidung: Thank you SOPA, thank you ACTA.
Digital rights, as a political issue, has moved from the periphery to the centre of the concerns of European policy makers. Like all overnight successes, it has taken years of work. From the software patents campaign, to data retention, to Amendment 138, activists with vision, energy and commitment have spent years hoping when there was no sane reason to hope, fighting where the prospect of winning seemed absurd and working when the work seemed pointless.
ACTA is not the end. ACTA is the beginning. Thank you ACTA. Thank you activists. And thank you pro-ACTA lobbyists, without you, none of this would have been possible.
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: EU-Innenkommissarin Malmström: Dieses Jahr keine überarbeite Vorratsdatenspeicherungs-Richtlinie mehr (Update)
: EU-Innenkommissarin Malmström: Dieses Jahr keine überarbeite Vorratsdatenspeicherungs-Richtlinie mehr (Update) Die EU-Kommissarin für Innenpolitik Cecilia Malmström hat der F.A.Z. ein Interview zur Vorratsdatenspeicherung gegeben. Der wichtigste Satz dürfte wohl dieser sein:
Kommt der Vorschlag denn noch in diesem Jahr?
Nein. Da wir ihn zusammen mit der Überarbeitung der E‑Privacy-Richtlinie vorlegen wollen, dauert das bis zum nächsten Jahr.
Dazu gibt es einen Ausblick, was geändert werden soll:
Das größte Problem ist, dass die Mitgliedstaaten die Vorratsdatenspeicherung heute nicht nur zur Bekämpfung von Terrorismus und schwerer Kriminalität benutzen. Nach der sogenannten E‑Privacy-Richtlinie können solche Daten auch für andere Zwecke verwendet werden, etwa zur Verbrechensvorbeugung oder zur Gewährleistung der öffentlichen Ordnung, was ein sehr vager Begriff ist. Deshalb müssen wir diese beiden Richtlinien zusammen überarbeiten. Für E‑Privacy ist meine Kollegin Neelie Kroes zuständig. Wir werden das zusammen machen. Die Anwendung muss strikt auf Terrorismus und schwere Kriminalität beschränkt werden. Außerdem brauchen wir einen besseren Schutz, damit Hacker nicht an die Daten kommen, die ja bei den Telekommunikationsfirmen gespeichert werden, nicht beim Staat.
Und noch zur Speicherfrist:
Wir werden uns die Speicherdauer ansehen.
Soll sie eher kürzer oder länger werden?
Natürlich kürzer. Aber wir haben noch keinen Gesetzesvorschlag ausgearbeitet.
Update: Ralf Bendrath hat eine Einschätzung gebloggt:
The liberal Malmström does not know how to get out of this data retention mess in one piece, with activists and „the internet“ (c.f. ACTA) on one side, and home affairs ministers in Council on the other side. So she is now siding with Kroes in a hope to get anything agreed under the stewartship of an experienced telco regulator. They will try to ease industry opposition and in return get an okay for a limited version of data retention.
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: Dienstag: Erste Abstimmung über ACTA
: Dienstag: Erste Abstimmung über ACTA Am Mittwoch ist offiziell der Abstimmungstermin für ACTA im EU-Parlament in Straßburg geplant. Bisher steht 12:30 Uhr im Kalender. Für Dienstag Nachmittag rund um 15 Uhr ist die Debatte im Plenum angesetzt. Allerdings ist jetzt die konservative EPP-Fraktion aus der Deckung gekommen und probieren den taktischen Move einer Verschiebung durch einen entsprechenden Antrag. Das Ziel ist es immer noch, eine Abstimmung nach einem Urteil des europäischen Gerichtshofes zu erreichen und damit eine Entscheidung auf die lange Bank zu schieben. Uns überrascht das nicht, wir fragten uns nur, wie sie das genau anstellen wollen. Schließlich haben sie das Procedere in jedem Ausschuss versucht und keine Mehrheit erreicht. Aus Sicht der Konservativen ist das besser als die Abstimmung und ACTA jetzt zu verlieren. Nachdem die EPP-Fraktion jetzt auf Twitter erklärt hat, dass sie eine Verschiebung beantragen, steht nun schon die erste Abstimmung am Dienstag Nachmittag an. Das ist dann quasi die Testabstimmung für den Mittwoch.
Zu Anfang der Debatte werden sie eine Verschiebung zur Abstimung stellen und vielleicht auf eine Mehrheit durch geringe Beteiligung spekulieren. Die Regel 177 des EU-Parlaments beschreibt das Procedere:
Rule 177 : Adjournment of a debate and vote
1. At the start of a debate on an item on the agenda, a political group or at least 40 Members may move that the debate be adjourned to a specific date and time. Such a motion shall be put to the vote immediately.
The intention to move adjournment shall be notified at least 24 hours in advance to the President, who shall inform Parliament immediately.
2. If the motion is carried, Parliament shall proceed to the next item on the agenda. The adjourned debate shall be resumed at the specified date and time.
3. If the motion is rejected, it may not be tabled again during the same part-session.
4. Before or during a vote, a political group or at least 40 Members may move that the vote be adjourned. Such a motion shall be put to the vote immediately.
Any decision by Parliament to adjourn a debate to a subsequent part-session shall specify the part-session on the agenda of which the debate is to be included, on the understanding that the agenda for that part-session is drawn up in accordance with Rules 137 and 140.Wer jetzt noch Abgeordnete kontaktieren möchte, sollte sich auf die Konservativen konzentrieren, um diese zu überzeugen (soweit das noch geht) und alle anderen (Linke, Grüne, Liberale, Sozen) motivieren, bereits bei der Debatte im Plenum zu sein, um gegen eine Verschiebung zu stimmen.
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: Schluss mit ACTA! Die EU muss unsere Gemeingüter schützen!
: Schluss mit ACTA! Die EU muss unsere Gemeingüter schützen! Heute veröffentlichten 56 europäische und internationale Organisationen, darunter der Digitale Gesellschaft e.V., folgende Pressemitteilung zur endgültigen Abstimmung über das ACTA-Abkommen im Europäischen Parlament:
Schluss mit ACTA! Die EU muss unsere Gemeingüter schützen!
ACTA gefährdet Grund- und Freiheitsrechte im Internet, Netzneutralität und Innovation. Der Zugang zu und das Teilen von freien und offenen Technologien und Kulturgütern sowie lebenswichtigen Medikamenten und Saatgut sind bedroht.
Am Mittwoch, den 4. Juli, wird das Europäische Parlament die historische Gelegenheit haben, ACTA vollständig zurückzuweisen und es ein- für allemal politisch zu beerdigen. EU-Abgeordnete aller Fraktionen müssen dafür der Empfehlung von fünf parlamentarischen Ausschüssen folgen, die eine Ablehnung von ACTA angemahnt haben.
Eine definitive Ablehnung von ACTA würde einen unglaublichen Erfolg für Menschen auf der ganzen Welt sowie für Demokratie und Bürgerrechte in Europa bedeuten.
Eine solche Abstimmung wäre gleichzeitig ein Weckruf für politische Entscheidungsträger in ganz Europa und eine Abkehr von der endlosen Spirale repressiver Maßnahmen. Es ist Zeit, das Urheber- und Patentrecht zu reformieren, mit Blick auf Bürgerinnen und Bürger und jene, die zu Kultur und Innovation beitragen.
Der Zugang zu und das Teilen von Kultur und Wissen sind für offene und demokratische Gesellschaften essentiell. Daher fordern wir die EU-Politker auf, über die Ablehnung von ACTA hinauszuschauen und auf einen Rechtsrahmen hinzuarbeiten, der unsere Gewohnheiten unterstützt, anstatt sie zu zerstören – einen Rechtsrahmen, der fit ist für das digitale Zeitalter.
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: EU-Mitgliedsstaaten einigen sich auf Einheitspatent
: EU-Mitgliedsstaaten einigen sich auf Einheitspatent Nach jahrelangem Hin und Her haben die EU-Mitgliedsstaaten heute eine Einigung zum EU-Einheitspatent erzielt. Der letzte offene Streitpunkt war die Frage, wo der neue europäische Patentgerichtshof seinen Sitz haben soll.
Die Antwort ist ein Kompromiss: Der Hauptsitz kommt nach Paris, einige Themenbereiche wie Chemie und Medikamente werden in London verhandelt werden, und Patentklagen zu „mechanical engineering“ finden in München statt. Anstelle einer sauberen Lösung kriegen wir also nur eine weitere Regelung, die mit heißer Nadel gestrickt ist. Das kann noch heiter werden.
Nicht erfüllt wird offenbar eine seit langem bestehende Forderung von Software-Patentgegnern wie der Free Software Foundation Europe und dem FFII In dem Beschluss ist keine Möglichkeit vorgesehen, beim Europäischen Gerichtshof Berufung gegen die Entscheidungen des Patentgerichts einzulegen. Das bedeutet, dass die Europäische Patentorganisation (EPO), die entgegen der Rechtslage fleissig Patente auf Software vergibt, nun auch den Gerichtshof besetzen darf, der diese Patente ggf. beurteilen muss.
Die Einigung bedeutet auch, daß die Entscheidung über Innovationspolitik vom demokratischen Europaparlament zur technokratischen EPO verlagert wird. Das Europaparlament soll kommenden Mittwoch über die Entscheidung abstimmen. Mal sehen, ob die Parlamentarier sich tatsächlich selbst entmachten.
Patentanwalt Axel Horns hat eine erste Bewertung. Er meint, dass diese Entscheidung wohl letztendlich vor dem EuGH landen muss. Besser wäre es, wenn das EU-Parlament die Einigung am Mittwoch ablehnt.
Noch ein Grund, gleich mal PiPhone auszuprobieren.
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: Endspurt gegen ACTA
: Endspurt gegen ACTA Am 4. Juli wird das EU-Parlament über das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) abstimmen, wie wir schon an mehreren Stellen berichtet haben.
Jetzt ist die Empfehlung des Berichterstatters, MdEP David Martin, in deutscher Fassung online:
Der Berichterstatter empfiehlt dem Europäischen Parlament daher, seine Zustimmung zu dem Abschluss von ACTA zu verweigern.
Es gibt es jedoch noch so einige konservative Abgeordnete, vor allem der EVP- und ECR-Fraktionen, die das Abkommen trotz aller Kritik gerne für Europa hätten. Sie sind der Meinung, dass das Parlament doch das Urteil des Europäischen Gerichtshofes abwarten sollte. Der EU-Handelskommissar Karel de Gucht hatte plötzlich (aus einer verzweifelten politischen Laune heraus) im April entschieden, ACTA vom EuGH prüfen zu lassen, und zwar 1 Jahr nach Veröffentlichung des endgültigen Texts und nach ca. 3 Jahre andauernden Verhandlungen!
Wenn ihr also jetzt euren Namen auf die Liste derjenigen setzen wollt, die ACTA gestoppt haben, könnt ihr bis zum 4. Juli noch einige EU-Abgeordnete kontaktieren, die für das Abkommen oder noch unentschlossen sind. Bittet sie einfach, die Empfehlung von David Martin zu unterstützten: http://acta.digitalegesellschaft.de
Wir sollten auf Nummer sicher gehen, dass das totgesagte ACTA wirklich in die Tonne wandert!
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: Live-Stream am Donnerstag: Datenschutz im Digitalen Zeitalter
: Live-Stream am Donnerstag: Datenschutz im Digitalen Zeitalter Wie kann Datenschutz im digitalen Zeitalter aussehen und gewährleistet werden? Diesen Fragen widmet sich morgen eine Anhörung der grünen Fraktion im Europaparlament mit hochkarätigen Gästen. Ab 9:30 gibt es einen Livestream.
Die Anhörung diskutiert vor dem Hintergrund der laufenden Datenschutzverordnung aktuelle Fragen des modernen Datenschutzes:
- 09:40: Das Recht auf Vergessen, u.a. mit Viktor Mayer-Schönberger, Joris van Hoboken und Peter Hustinx.
- 10:45: Code as Law?, u.a. mit Seda Gürses und Rigo Wenning
- 11:50: Polizeilicher Datenaustausch und Zugriff auf Datenbanken von Unternehmen, u.a. mit Caspar Bowden und Katarzyna Szymielewicz
Das komplette Programm und den Video-Livestream gibt’s bei den Grünen. Der Stream soll auch unter dieser Direkt-URL erreichbar sein. Danach sollen die Aufzeichnungen hier landen.
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: ACTA: Soft-Terrorismus ist schuld am scheitern?!
: ACTA: Soft-Terrorismus ist schuld am scheitern?! Die französische EU-Abgeordnete Marielle Gallo aus der konservativen EVP-Fraktion gilt als Wortführerin und Hardlinerin bei Fragen rund um Immaterialrechte. Sie sitzt im u.a. Rechtsausschuss im Europaparlament und war in den vergangenen Jahren bei zahlreichen Initiativen beteiligt, die zu einem Abbau von Grund- und Verbraucherrechten führten. Bei ACTA gilt sie als große Befürworterin und daher wurde sie von der französischen Webseite PCImpact interviewt. Und dort erklärt sie eindrucksvoll, warum ACTA gescheitert ist. Also in ihrer Realität: Anti-ACTA : Marielle Gallo dénonce « une forme douce de terrorisme ».
Wie ist Ihre Stimmung nach der Ablehnung von ACTA im federführenden Ausschuss des Parlaments?
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: Die EU will immer noch Netz-Sperren, jetzt sogar weltweit
: Die EU will immer noch Netz-Sperren, jetzt sogar weltweit Die EU will weiterhin Netz-Sperren gegen Kindesmissbrauchs-Dokumentation im Internet einsetzen. Nach einem internen Beschluss Anfang des Monats, will man das jetzt auch in einer globalen Allianz durchsetzen.
Im Beschlussdokument der Justiz- und Innenminster-Konferenz wird gefordert:
die größtmögliche Reduzierung der Verfügbarkeit von Kinderpornographie online, unter anderem durch die Erleichterung von Maßnahmen zum Entfernen, oder, wo angemessen, auch Sperren von Webseiten.
Joe McNamee von EDRi hat dazu bereits Anfang des Monats alles gesagt. Hier die Übersetzung, mit freundlicher Genehmigung von unwatched.org:
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: ACTA: Peinlich für Brüssel
: ACTA: Peinlich für Brüssel Die Financial Times Deutschland kommentiert die heutige fünfte Niederlage für ACTA, diesmal im Handelsausschuss im EU-Parlament, in einem Leitartikel: Peinlich für Brüssel.
Das ist das Ergebnis einer beispiellosen Internetkampagne. Netzaktivisten und Verbände machten monatelang Stimmung gegen eine Vereinbarung, die den Schutz gegen Markenpiraterie und Urheberrechtsverstöße vereinheitlichen sollte. Einige der Kritikpunkte waren zwar durchaus stichhaltig und diskussionswürdig. [.…] Acta sollte gezeigt haben, dass strittige Abkommen am Unwillen von Bürgern und Parlament scheitern – wenn diese daran nicht gebührend beteiligt und umfassend informiert werden.
Abgesehen von dem Artikel: Peinlich ist das vor allem für die EU-Kommission und ihre größtmögliche Intransparenz, sowie für die Gruppe der immer kleiner werdenden ACTA-Befürworter im EU-Parlament. Während das EU-Parlament als Ganzes, unsere Grundrechte und vor allem eine neu entstandende transnationale europäische Öffentlichkeit am Ende als Gewinner dastehen könnten. Wenn denn das EU-Parlament am 4. Juli endgültig im Finale ACTA beerdigt.
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: Das Datum für die ACTA-Abstimmung steht
: Das Datum für die ACTA-Abstimmung steht Es gibt jetzt eine geplante Tagesordnung für die Straßburg-Woche des Europaparlaments, in der über ACTA abgestimmt wird. Eine Debatte wird am 3. Juli um 15 Uhr im Plenum geben. Die Abstimmung selbst findet am Mittwoch, den 4. Juli ab 12 Uhr statt. Wie das immer so ist: Die Zeiten sind nicht in Stein gemeißelt und können sich nach hinten verschieben.
Heute haben 38 europäische und internationale Organisationen in einer gemeinsamen Pressemitteilung an die Mitglieder des Ausschuss für internationalen Handel appelliert, in der morgigen Sitzung gegen ACTA zu stimmen. Zu den Mitzeichnern gehören der Digitale Gesellschaft e.V., La Quadrature du Net, Reporters without Borders, FFII und European Digital Rights.
INTA-Ausschuss muss ACTA ablehnen.
ACTA gefährdet Grundrechte, Netzneutralität, Innovation, sowie den Zugang zu freien Technologien und zu lebenswichtigen Medikamenten. Das Europäische Parlament hat bereits alle notwendigen Beweise, um ACTA zurückzuweisen. Sollte es jetzt die Abstimmung über ACTA lediglich verschieben, würde dies wie eine Flucht aus der eigenen politischen Verantwortung aussehen.
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: ACTA: Ein letzter Kraftakt bis zur endgültigen Abstimmung!
: ACTA: Ein letzter Kraftakt bis zur endgültigen Abstimmung! Wir sollten uns nicht zu früh zurücklehnen: Die wichtigste Abstimmung zu ACTA hat im EU-Parlament noch gar nicht stattgefunden! Bis zur Plenarsitzung am 3. Juli ist das Abkommen nicht sicher unter der Erde.
Man könnte sagen, dass es von der EU-Kommission (oder eher gesagt von Kommissarin Kroes) taktisch ganz schön klug war, ACTA für tot zu erklären. Die Rechnung scheint bisher aufgegangen zu sein: Am letzten Samstag waren weniger Menschen in den Straßen als im Februar und einige Abgeordnete im Parlament sind wankelmütig geworden. Dazu kommt, dass die Unterhaltungsindustrie für das Abkommen weiterhin kräftig Lobby macht und sogar die Propaganda-Seite „Facts on ACTA“ ins Leben gerufen hat.
Der federführende Ausschuss für international Handel (INTA) stimmt am 21. Juni ab. Das ganze Parlament erst am 3. Juli. Bis dahin ist noch nichts entschieden. Zwar haben einige Ausschüsse negative Stellungnahmen abgegeben und dies ist auch sicherlich ein Teilerfolg – aber auch leider nicht mehr als das.
Der portugiesische Abgeordnete und INTA-Vorsitzende Moreira (der uns ja verboten hatte bei der ACTA-Anhörung im EP zu klatschen) fährt jetzt noch ein letztes Mal großes Geschütz auf und lädt sogar EU-Kommissar de Gucht zur Ausschusssitzung ein. Der Handelskommissar versucht schon seit einiger Zeit, das Parlament davon abzuhalten, vor dem EuGH-Urteil abzustimmen.
Also gilt wie immer: Schickt Euren Abgeordneten E‑mails, Briefe, Faxe, Flaschenpost usw. und erklärt, was an ACTA gefährlich ist, und vor allem dass sie jetzt das EU-Parlaments als unabhängige und gleichwertige europäische Institution stärken müssen – anstatt dem Betteln der EU-Kommission nachzugeben.
Es gibt insgesamt acht deutsche Abgeordnete im INTA-Ausschuss. Vier davon haben sich schon öffentlich gegen ACTA ausgesprochen, zwei gelten als offene Befürworter und zwei andere haben sich bisher nicht öffentlich geäußert.
Befürworter:
Daniel CASPARY, CDU, daniel.caspary@europarl.europa.eu
Brüssel, Telefon: +32(0)2 28 45978, FAX: +32(0)2 28 49978
Straßburg, Telefon: +33(0)3 88 1 75978, FAX: +33(0)3 88 1 79978Godelieve QUISTHOUDT-ROWOHL, CDU, godelieve.quisthoudt-rowohl@europarl.europa.eu
Brüssel, Telefon: +32(0)2 28 45338, FAX: +32(0)2 28 49338
Straßburg, Telefon: +33(0)3 88 1 75338, FAX: +33(0)3 88 1 79338Unklar, weil bisher nicht öffentlich geäußert:
Albert DESS, CSU, albert.dess@europarl.europa.eu
Brüssel, Telefon: +32(0)2 28 45231, FAX: +32(0)2 28 49231
Straßburg, Telefon: +33(0)3 88 1 75231, FAX: +33(0)3 88 1 79231Silvana KOCH-MEHRIN, FDP, silvana.koch-mehrin@europarl.europa.eu
Brüssel, Telefon: +32(0)2 28 45112, FAX: +32(0)2 28 49112
Straßburg, Telefon: +33(0)3 88 1 75112, FAX: +33(0)3 88 1 79112Dagegen:
Franziska KELLER , Grüne
Bernd LANGE, SPD
Norbert GLANTE, SPD
Helmut SCHOLZ, LinkeMusterschreiben:
Ihr könnt das folgende Muster gegen die letzten pro-ACTA-Argumente nutzen (bitte personalisieren), die Kontaktdaten der Abgeordneten im INTA-Ausschuss gibt es hier:
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: Unterstützt die Quadrature du Net
: Unterstützt die Quadrature du Net
Die französische Bürgerrechtsorganisation Quadrature du Net ruft zu einer Spendenaktion auf. Kennenlernen konnten wir die Quadrature auf den letzten re:publicas und diversen Chaos-Kongressen. Vor allem ihr Sprecher und Mitgründer, Jérémie Zimmermann, ist viel in Sachen Netzpolitik unterwegs.Das komplette Team der Quadrature war in der letzten Zeit aber auch sehr oft in Brüssel, um mit uns gegen das ACTA-Abkommen zu kämpfen und dort mit den französischen Abgeordneten zu reden.
Damit sie weiterhin so erfolgreich arbeiten und unsere digitalen Bürgerrechte verteidigen können, braucht die Quadrature unsere Hilfe. Also: Aktiv etwas für die deutsch-französische Freundschaft tun und hier klicken.
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: EU-Kommission startet Konsultation zu Urheberrechtsdurchsetzung im Internet
: EU-Kommission startet Konsultation zu Urheberrechtsdurchsetzung im Internet Ab sofort bittet die Europäische Kommission um Bürgerbeteiligung zu Fragen rund um Urheberrechtsverletzungen auf Webseiten. Unter dem Titel „A clean and open Internet“ wird ein öffentlicher Konsultationsprozess über Verfahren zur Mitteilung und Verfolgung von illegalen Inhalten auf Seiten von Online-Intermediären durchgeführt. Konkret können Organisationen und Einzelpersonen sich mittels eines relativ kompakten, derzeit allerdings nur auf Englisch verfügbaren Online-Fragebogens einbringen.
Die Ergebnisse dieser Befragung wiederum werden wohl in die geplante Novellierung der EU-Richtlinie zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums (IPRED) einfließen, die auf Grund der ACTA-Proteste nicht mehr für den ursprünglich geplanten Beschlusszeitpunkt September 2012 (vgl. Roadmap-PDF) sondern inzwischen frühestens für 2013 angedacht ist.
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: Na also, geht doch
: Na also, geht doch Manchmal macht eine Regierung einfach mal was richtig. Die Regionalregierung des Baskenlandes in Spanien hat beschlossen, dass mit Steuergeldern entwickelte Programme in Zukunft als Freie Software veröffentlicht werden sollen.
Das Gesetz passiert gerade die letzten formalen Hürden. Wenn Organisationen des öffentlichen Sektors Computerprogramme entwickeln lassen, landen die ab jetzt auf einer extra dafür aufgesetzten Website, und stehen unter einer freien Lizenz.Dort kann sie jeder herunterladen und anschliessend verwenden, verstehen, verbreiten und verbessern – wie sich das eben für Freie Software gehört.
Dieses regionale Verzeichnis steht in Verbindung mit anderen spanischen Regionen, die das Gleiche machen – Andalusien, Extremadura, Katalonien und einige andere. Eine Verbindung zum europäischen Gegenstück Joinup kommt hoffentlich auch bald. Bevor eine Behörde eine Neuentwicklung in Auftrag gibt, kann sie so schauen, ob es die entsprechende Software nicht schon irgendwo anders gibt. Das spart Geld und Zeit, und bedeutet nebenbei auch, dass Behörden dank Offener Standards leichter zusammen arbeiten können.
So weit, so vernünftig. Ich hatte vor ein paar Monaten die Gelegenheit, den Gesetzentwurf zu kommentieren, und kann nur sagen: So schwer ist das nicht.
Und was sagen die betroffenen Firmen dazu? Die freuen sich. Als ich vor knapp zwei Jahren im Baskenland unterwegs war, sagte mir ein örtlicher Software-Unternehmer: „In Andalusien haben die schon so ein Gesetz. Die Firmen dort kriegen jede Menge Aufträge, und werden immer besser und größer. Wenn wir dieses Gesetz nicht auch kriegen, nehmen die uns die Butter vom Brot.“ Inzwischen hat die Regierung erkannt, dass Freie Software ein Motor für die regionale Hightech-Industrie ist.
Also, liebe Bundesregierung, liebe Länder: Ab wann kriegen wir die Programme, für die wir bezahlt haben?
(Mehr Details bei El País auf Spanisch)
Update: Nicht nur Deutschland, auch andere Länder haben noch einen langen Weg vor sich. In Großbritannien hat die Regierung die Öffentlichk,eit ausführlich zu Freier Software und Offenen Standards befragt, und damit eine beachtliche Lobbyschlacht angezettelt. Wir von der Free Software Foundation Europe haben unsere Antworten auf die Konsultation vor ein paar Tagen eingereicht. (Vollversion, .pdf)