Edward Snowden

  • : Filmreif, aber wirkungslos – Der Fall Edward Snowden
    Filmreif, aber wirkungslos – Der Fall Edward Snowden

    HR2-Der Tag berichtete gestern über „Filmreif, aber wirkungslos – Der Fall Edward Snowden“.

    Jetzt hat also immerhin die amerikanische Filmindustrie indirekt den Whistleblower Edward Snowden geehrt. „Citizenfour“, eine deutsche Koproduktion von NDR und BR über seine Enthüllungen, wurde mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet. Edward Snowden selber hat davon aber nichts. Er muss weiterhin im russischen Exil leben. In den USA gilt er als Verräter. Und auch in Europa will ihn niemand haben. Was also hat Edward Snowden eigentlich erreicht? Die Datensammelwut von Geheimdiensten ist ungebrochen. Ein europäisches Datenschutzgesetz hängt im EU- Parlament fest. Im Internet geben die meisten Nutzer immer noch blauäugig ihre Daten preis. Und die öffentliche Aufregung? Sie widmet sich längst anderen Skandalen. War das Opfer von Edward Snowden also vergebens?


    Davon gibt es eine MP3.

    26. Februar 2015 7
  • : Snowden-Doku Citizenfour: Oscarprämiert und frei im Netz?! (Update)
    Snowden-Doku Citizenfour: Oscarprämiert und frei im Netz?! (Update)

    citizenfour-560Erst vorgestern hat Laura Poitras’ Dokumentarfilm Citizenfour in Los Angeles den diesjährigen Oscar für den besten Dokumentarfilm erhalten und schon heute kann man sich die Dokumentation über Edward Snowden kostenlos und vermeintlich legal im Web ansehen.

    Möglich wird das durch eine Verkettung von Ereignissen: Ende letzten Jahres hat der ehemalige Navyoffizier Horace B. Edwards Anklage gegen die Produzenten des Filmes erhoben, da die Dokumentation „gestohlene Informationen missbraucht, die ausländischen Feinden offenbart wurden“.

    Neben der Klage vor dem Bundesgerichtshof des US-Staates Kansas beschwerte sich Edwards auch bei der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS), welche die Oscars vergibt. Er forderte den Ausschluss des Films vom Wettbewerb, da dieser gegen verschiedene Regeln des Preiskomitees verstoßen würde – so darf laut Regelwerk eine Dokumentation vor ihrer ersten, für einen Oscar qualifizierenden Veröffentlichung nicht öffentlich außerhalb eines Kinos aufgeführt werden. Diese Regel wurde aus Edwards Sicht dadurch verletzt, dass der Guardian ein Interview mit Snowden veröffentlicht hatte, das so auch im Film zu finden ist.

    Glücklicherweise ist die Academy seiner Argumentation nicht gefolgt, weshalb wir uns in dieser Woche über die Auszeichnung von Citizenfour als besten Dokumentarfilm freuen konnten.

    Urheberrecht ausgehebelt?

    Der pensionierte Offizier Edwards bemüht sich allerdings weiter nach Kräften, die öffentliche Aufführung des Filmes zu verhindern. Um zu beweisen, dass der Film geheime Dokumente preisgibt haben seine Anwälte die Originalversion als Beweismittel vor Gericht eingereicht.

    Damit scheint Edwards allerdings das genaue Gegenteil von dem erreicht zu haben, was er eigentlich bewirken möchte: Dem Webportal t3n zufolge müssen laut amerikanischem Gesetz alle Beweismittel, die in einem Prozess vorgelegt werden öffentlich einsehbar sein. Vermutlich bezieht sich diese Schilderung auf einen Präzedenzfall, in welchem ein amerikanisches Gericht die Ansprüche zweier Anwälte auf ihre Urheberrechte an Gerichtsdokumenten abgewiesen hat. Im entsprechenden Fall hat allerdings ein Richter die Dokumente nach bestimmten Kriterien beurteilt und anschließend eine Verwendung unter Fair-Use-Richtlinen gestattet – vor allem, da die Dokumente durch die Bearbeitung vor Gericht einen Mehrwert erhalten haben, welcher von öffentlichem Interesse ist. Selbst wenn man dieser Argumentation also folgen würde, wäre CITIZENFOUR nicht mit einem mal gemeinfrei, da eine reine Kopie des Filmes keinen Mehrwert beeinhaltet, der ein öffentliches Interesse rechtfertigt.

    Die Leakplattform Cryptome.org, die schon seit Bekanntwerden der Enthüllungen von Edward Snowden eine Freigabe aller geleakten Dokumente fordert stützt sich zumindest auf die Argumentation, das Citizenfour durch den Status als Beweismittel als public domain behandelt werden darf, was zumindest eine sportliche Auslegung des Copyrights darstellt. In der Vergangenheit hatte der Gründer der Plattform, John Young, den Journalisten und Snowden-Interviewer Glenn Greenwald scharf kritisiert und ein aktuelles Buch von Greenwald auf Cryptome.org zum kostenlosen Download bereitgestellt. Young machte in einem Interview seinem Unmut darüber Luft, dass „die Verwertung der Informationen von Whistleblowern eine enorme Menge Geld für eine Großzahl von Leuten abwirft – das empfinden wir als beleidigend. Cryptome.org ist vielmehr eine kostenlose öffentliche Bibliothek und steht nicht zum Verkauf“.

    Download und Disclaimer

    Auch wenn die Rechtslage bis jetzt unklar ist – auf den Seiten des Internetarchives ist Poitras Dokumentation mittlerweile ebenfalls ansehbar (Offline). Wer Citizenfour noch nicht (im Kino) gesehen hat, kann den Film hier via Torrent laden (ebenfalls vom Internet Archive) Offline – so entlastet ihr die Hoster und helft anderen. Alternativ gibt es hier einen Mirror der SD- und der HD-Version.

    Update: Das Internet Archive hat die Kopie laut Cryptomes Twitter-Account offline genommen. Auch Cryptome.org war aufgrund hoher Auslastung gestern Abend zeitweise nicht erreichbar. Andere Mirror kann man aber immer noch finden.

    Dank einem Hinweis in den Kommentaren ist mittlerweile etwas Licht ins Dunkel über die rechtliche Grundlage gekommen, auf die sich die Hoster von Filmkopien stützen. Wir haben den entsprechenden Hinweis oben ergänzt. Nach amerikanischem Urheberrecht sind die Argumente für eine Veröffentlichung jedenfalls nicht haltbar.

    Nach deutschem Urheberrecht ist die Sache allerdings klar: Der deutsche Filmverleih Piffl Medien besitzt die Rechte für die nationale Verwertung von CITIZENFOUR, der Film läuft zudem noch im Kino. Eine Kopie der (deutschen) Version ist somit erst einmal unzulässig. Hier gibt es eine Liste mit deutschen Kinos, in welchen ihr den Film momentan noch sehen könnt – es lohnt sich sehr, Laura Poitras’ Dokumentation auf der großen Leinwand zu betrachten.

    Falls ihr euch für einen (unbezahlten) Download entscheidet legen wir euch eine Spende nahe, damit Whistleblower auch in Zukunft ihre wichtige Funktion erfüllen können. Leider kann man für den Film nicht direkt an Laura Poitras spenden, wir empfehlen euch stattdessen eine Spende an die Freedom Of The Press Foundation oder den Couragefound. Ohne die Unterstützung dieser Organisationen wäre diese Dokumentation so vielleicht nicht möglich gewesen.

    24. Februar 2015 38
  • Wie man in den Wald ruft: Iran weitet digitale Angriffe aus – als Antwort auf Stuxnet und Co.
    Wie man in den Wald ruft Iran weitet digitale Angriffe aus – als Antwort auf Stuxnet und Co.

    Glenn Greenwald berichtet auf The Intercept: NSA Claims Iran Learned from Western Cyberattacks

    A top secret National Security Agency document from April 2013 reveals that the U.S. intelligence community is worried that the West’s campaign of aggressive and sophisticated cyberattacks enabled Iran to improve its own capabilities by studying and then replicating those tactics.

    Quelle ist ein neues Dokument aus dem Snowden-Fundus. Da The Intercept das Original bei Amazon hostet, bieten wir wieder einen Mirror bei uns an. Darin heißt es:

    Iranian Cyber Attacks: Iran continues to conduct distributed denial-of-service (DDOS) attacks against numerous US. financial institutions, and is currently in the third phase of a series of such attacks that began in August 2012. SIGINT indicates that these attacks are in retaliation to Western activities against Iran’s nuclear sector and that senior officials in the Iranian government are aware of these attacks. NSA expects Iran will continue this series of attacks, which it views as successful, while striving for increased effectiveness by adapting its tactics and techniques to circumvent victim mitigation attempts.

    Iran’s destructive cyber attack against Saudi Aramco in August 2012, during which data was destroyed on tens of thousands of computers, was the first such attack NSA has observed from this adversary. Iran, having been a victim of a similar cyber attack against its own oil industry in April 2012, has demonstrated a clear ability to learn from the cap abilities and actions of others. While NSA has no indications at this time that Iran plans to conduct such an attack against a US or UK target, we cannot rule out the possibility of such an attack, especially in the face of increased international pressure on the regime.

    Das ist die Militarisierung der digitalen Welt, vor der wir beständig warnen.

    11. Februar 2015 2
  • Levitation: Kanadischer Nachrichtendienst CSE überwacht jeden Tag 15 Millionen Datei-Downloads
    Levitation Kanadischer Nachrichtendienst CSE überwacht jeden Tag 15 Millionen Datei-Downloads

    Das kanadische CBC News veröffentlicht ein neues Snowden-Dokument:

    Canada’s electronic spy agency sifts through millions of videos and documents downloaded online every day by people around the world, as part of a sweeping bid to find extremist plots and suspects, CBC News has learned.

    Under Levitation, analysts with the electronic eavesdropping service can access information on about 10 to 15 million uploads and downloads of files from free websites each day, the document says.

    „Every single thing that you do — in this case uploading/downloading files to these sites — that act is being archived, collected and analyzed,“ says Ron Deibert, director of the University of Toronto-based internet security think-tank Citizen Lab, who reviewed the document.

    Analysts find 350 „interesting download events“ each month, less than 0.0001 per cent of the total collected traffic, according to the top-secret presentation.

    Once a suspicious file-downloader is identified, analysts can plug that IP address into Mutant Broth, a database run by the British electronic spy agency Government Communications Headquarters (GCHQ), to see five hours of that computer’s online traffic before and after the download occurred.

    That can sometimes lead them to a Facebook profile page and to a string of Google and other cookies used to track online users’ activities for advertising purposes. This can help identify an individual.

    cse-presentation-on-the-levitation-project-15-730

    Und nochmal bei The Intercept: Canada Casts Global Surveillance Dragnet Over File Downloads.

    Das Original-PDF gibt’s in der Amazon-Cloud oder von uns gespiegelt.

    28. Januar 2015 6
  • : Video: Bruce Schneier und Edward Snowden diskutieren über Verschlüsselung
    Video: Bruce Schneier und Edward Snowden diskutieren über Verschlüsselung

    Auf dem Harvard Data Privacy Symposium haben Bruce Schneier und Edward Snowden (zugeschaltet) über Massenüberwachung und effektive Werkzeuge zur digitalen Selbstverteidigung diskutiert. Das fast einstündige Video gibt es bei Youtube:

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    26. Januar 2015 2
  • : „Whistleblower sind keine Helden, sie sind Menschen wie du und ich!“ – Awardverleihung & Videointerview
    „Whistleblower sind keine Helden, sie sind Menschen wie du und ich!“ – Awardverleihung & Videointerview



    Edward Snowden beim Sam Adams Award 2015
    Am Donnerstagabend wurde in Berlin der ehemalige technische Direktor der NSA, William „Bill“ Binney, mit dem Sam Adams Award ausgezeichnet. Vor Ort war zusätzlich zu dem Who-is-Who der Whistleblower„szene“ auch die Aktivistin und Snowden-Begleiterin Sarah Harrison.

    Neben berühmten Whistleblowern wie Thomas Drake, Chelsea Manning und Julian Assange wurde 2013 auch Edward Snowden mit dem Preis geehrt. Dieser wurde auch während der Preisverleihung via Videostream aus Russland zugeschaltet und hielt eine kurze Rede, in der er unter anderem seine Forderung bekräftigte, die massenhafte Überwachung aller Menschen durch die NSA zu stoppen, da durch diese keine Anschläge verhindert werden könnte.

    Theresia Reinhold und ich haben die Chance genutzt um die Anwesenden Whistleblower unter anderem über ihre Motivation und die Bedeutung von Metadaten zu befragen – das fertige Interview könnt ihr euch auf unserem YouTube-Channel ansehen:

    Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen.

    „Das massenhafte Sammeln von Daten ist der falsche Weg!“

    Der Preisträger Bill Binney forderte im Interview mit uns auch einen radikalen Kurswechsel bei der NSA.

    „Bei einem Verhältnis von etwa 20.000 Analysten zu potentiell 4 Milliarden überwachten Menschen ist jeder Analyst für etwa 200.000 Überwachte zuständig – da kann man unmöglich das wirklich Wichtige im Auge behalten. Die NSA kann ihre Aufgabe die nationale Sicherheit zu wahren schon lange nicht mehr erfüllen.“

    Er erhält den Preis für seinen Mut, die Überwachungspraktiken der NSA gegen die

    Bill Binney Sam Adams Award 2015
    amerikanische Bevölkerung im Rahmen des Trailblazer-Programms öffentlich zu machen. Als technischer Direktor der NSA war er maßgeblich an der Entwicklung des Programmes ThinThread beteiligt, dass auch der BND zu „Testzwecken“ erhielt. Im Gegensatz zu Trailblazer hatte dieses Programm Filter eingebaut, die US-BürgerInnen vor der Überwachung durch die NSA schützten.

    Nach dem 11. September 2001 erkannte Binney, dass die von ihm mitentwickelte Software zur Ausspähung von AmerikanerInnen eingesetzt wurde und entschied sich für die Veröffentlichung dieser Praktiken. In der Folge wurde sein Haus durch das FBI gestürmt und er verlor seinen Job und sein Ansehen. Die durch Edward Snowden veröffentlichten Dokumente bestätigten, wovor Binney und andere Whistleblower jahrelang gewarnt hatten: Die NSA überwacht jeden Menschen, egal wo er lebt, was er denkt oder was er tut.

    Jede/r hat das Zeug zum Whistleblower

    Der ehemalige CIA-Offizier Ray McGovern rief bei der Preisverleihung dazu auf, Whistleblower nicht als Helden zu verehren oder sie etwa auf ein Podest zu stellen. Auch wenn diese Menschen außergewöhnliches geleistet hätten, so sei doch jeder von uns in der Lage es ihnen gleich zu tun.

    Auch betonte der Juror, dass man sich nicht dem trügerischen Gefühl hingeben solle, dass man (noch) nicht genug wisse oder keine bedeutenden Informationen oder Beweise vorweisen könnte.

    Sobald das das eigene Gewissen einem klar und deutlich sagt, dass hier ein Unrecht geschieht muss man handeln – sonst ist es vielleicht bald zu spät.

    Update: Das Video ist jetzt untertitelt, die deutsche Übersetzung veröffentlichen wir ebenfalls an dieser Stelle.

    William Binney: Zuerst muss ich sagen, dass ich es nicht als Risiko wahrgenommen habe, sondern als Pflicht, denn ich habe einen Eid geschworen. Mein Amtseid besagte, dass ich die Verfassung schützen und verteidigen würde. Aber dies war eine Verletzung des Vierten und Ersten Zusatzes der Verfassung und der Rechte von us-Bürgern. Viele Leute verstehen nicht, dass die massenhafte Datenspeicherung von Personen bei us-Bürgern begann. Deshalb habe ich auch sofort Einwände dagegen erhoben und die NSA verlassen, denn ich konnte das nicht mittragen.

    Coleen Rowley: Ich bin froh, dass es diese Tradition seit 12 Jahren gibt: jemand auszuwählen, der dafür ausgezeichnet wird, die Wahrheit gesagt zu haben und Integrität bewiesen hat. Es gibt viele Herausforderungen, wenn es darum geht korrekte und ehrliche Geheimdienstinformationen für die Politikgestaltung zu schaffen.

    Es ist mehr als nur herausfordernd, es ist voller Personen, die die Fakten für ihre eigenen Ziele verwenden wollen. Die gute Nachricht ist, dass es Personen gibt. Häufig wird man hoffnungslos und denkt „Die gesamte Regierung ist korrupt! Die CIA und das FBI und der sogenannte „Krieg gegen den Terror“ inklusive Großbritannien und anderen Staaten. Alles ist korrupt und es gibt nichts, was wir tun können.“ Aber dann gibt es innen drin Personen, die die gleichen Probleme gesehen haben und sich dagegen stellen. Der Nachteil ist, dass anscheinend noch keinen Wendepunkt erreicht würde, an dem wir genügend Informationen an die Öffentlichkeit bringen konnten, darüber was tatsächlich passiert, sodass der öffentliche Druck einen Unterschied macht.

    Edward Snowden: Als ich das erste Mal überprüft wurde, wurde mir eine Floskel in der Art, wie sie von unserer Leitung gemocht wurde, vorgestellt und die lautete, dass wir und alle Geheimdienstbehörden, eine Verpflichtung haben: „Sprechen bezeugt den Weg.“ Die Idee dahinter war, dass wir selbst unter großem Risiko, selbst wenn es politisch dir oder deine Karriere nicht hilft, eine Bürgerpflicht haben. Wenn wir sehen, dass etwas falsch läuft, wenn es eine neue Software gibt und unrechtmäßige Bereiche betreten werden müssen wir etwas sagen. Wenn unsere Informationen uns zu einem gemischten Ergebnis führen, ander als die Strategien, die unsere Beamten bevorzugen würden, dann müssen wir aufstehen und etwas dagegen sagen.

    Jesselyn Radack: Ich finde, und damit spreche ich für mich, aber auch in der Repräsentation für Klienten wie Bill Binney, Edward Snowden und Thomas Drake, wenn man für die Regierung der USA arbeitet, schwört man einen Eid. Nicht auf den Präsidenten, nicht auf deine Agentur, nicht auf irgendeinen Boss, sondern man schwört einen Eid darauf, die Verfassung der USA zu achten und gegen Feinde, von außen wie von innen, zu schützen. Und die Menschen, die diesen Eid abgelegt haben achten ihre Pflicht gegenüber der Verfassung höher, als jede Form von Loyalität gegenüber irgendjemand sonst. Die USA versucht es so aussehen zu lassen, als seien Whistleblower der Regierung gegenüber illoyal, aber tatsächlich ist es genau umgekehrt: es sind die Whistleblower, welche die höchste Form der Loyalität dem Dokument gegenüber haben, auf dessen Grundlage unsere Nation gegründet wurde.

    William Binney: Der Punkt ist, dass man sagt „Wenn du nichts zu verstecken hast, dann hast du nichts zu befürchten.“ nicht wahr? Dieses Zitat stammt direkt von Joseph Goebbels und außerdem ist es völlig irrelevant. Was du als ein Bürger irgendeines Staates denkst, ist irrelevant. Das einzige was von Bedeutung ist, ist was die Agenturen der Geheimdienst-Community und die Regierung von dir denken. Wenn die nicht mögen, was du tust, dann bist du eine Gefahr und eine Zielperson. Was du denkst, ändert nichts daran.

    Thomas Drake: Metadaten sind immer noch Daten. Es ist eine höhere Form, es ist im Grunde genommen die Zusammenfassung der Realität, ihr Inhaltsverzeichnis, der Kontext für den Inhalt. Aber je nach dem über wieviele Metadaten man verfügt, kann das ziemlich viel aussagen.

    William Binney: Auf diese Weise versuchen sie uns das weiszumachen: Es seien nicht wirklich persönliche Daten. Aber de facto ist es genau das. Denn es beschreibt dich – wenn es deine Telefonnummer ist, verrät es deine Adresse und bei einer Rückwärtssuche funktioniert das auch im Netz. Es ist einfach die Namen herauszufinden, nicht nur deinen, aber den aller der Menschen, die dort leben, ihr Alter und die Beziehungen und auch die Adresse. Alles ist verfügbar durch eine Telefonnummer.

    Jesselyn Radack: Ich finde das ist ein sehr fadenscheiniges Argument, zu behaupten, dass Metadaten keine persönlichen Daten enthalten würde – denn sie zeichnen auf, welche Kommunikation wann, wo, wie lange und zwischen wem stattgefunden hat. Das erzählt viel. Wenn ich eine Abtreibungsklinik anrufe oder die Anonymen Alkoholiker, dürften die Leute eine ziemlich klare Vorstellung davon haben, warum ich dort anrufe. Ich glaube, dass Metadaten dir mehr erzählen, als der Inhalt. Denn der meiste Inhalt ist Müll, wirklich nicht nützlich – die Metadaten erzählen dir eine viel tiefgreifendere und aufschlussreiche Geschichte über jemandes Leben und inneres privates Leben.

    Thomas Drake: Das ist ein Teil des Arguments „Naja, es sind nur Metadaten!“ Aber selbst der ehemalige Chef der NSA und der CIA General Michael V. Hayden sagte, dass Metadaten töten können. Naja, ja, wenn du genügend davon hast – natürlich. Aber selbst dann wird es nicht immer als exklusives Hilfsmittel verwendet.

    Jesselyn Radack: Ich glaube das Parlament und der Kongress in den USA, sowie auch der Bundestag sind legislative Organe, die reichlich blockiert sind. Sie werden nichts tun, was irgendwie bedeutsam sein wird. Das hat Snowden gesagt und es von besonderer Bedeutung, denn er hat gesagt, dass sich die Gesetze nicht ändern werden. Technik wird die Änderungen hervorbringen und genau das sehen wir jetzt, denn es gibt eine weltweite Bewegung dahingehend, dass mehr Personen beginnen zu verschlüsseln und die Angelegenheiten in ihre eigenen Hände zu nehmen und zu versuchen ihre Privatsphäre selbst zu schützen. Legislative Organe, egal ob der Bundestag oder der Kongress oder das Europäische Parlament sind langsam in der Einsetzung einer Überwachungsreform oder führen Untersuchungen, die wirklich nirgendwohin führen. Ich glaube, an dieser Stelle kommen die Techniker rein.

    Edward Snowden: Ich denke wir alle schulden diese seltenen Personen etwas, dafür dass sie aufstehen und ein außergewöhnliches Risiko auf sich genommen haben. Zu sagen „Du weißt dass, selbst wenn alle anderen ruhig bleiben, den Mund halten, ich werde es nicht tun. Ich werde davon kein Teil sein. Ich habe eine Pflicht, die ich nicht ändern kann. Der Wandel beginnt mit mir. Der Wandel beginnt mit uns. Der Wandel beginnt mit Ausschließlichkeit. Lasst uns das wieder wandeln. Mit euch.“ Danke.

    24. Januar 2015 3
  • : Angriff ist die beste Verteidigung – Neue Snowden-Enthüllungen zeigen das Cyberwarprogramm der NSA
    https://www.flickr.com/photos/small_realm/11189803153/ (CC BY 2.0)
    Angriff ist die beste Verteidigung – Neue Snowden-Enthüllungen zeigen das Cyberwarprogramm der NSA

    Die globale Überwachung sämtlicher Kommunikation ist für die NSA und ihre Partner nur der erste Schritt bei der Rüstung für einen Cyberwar. Die gesammelten Informationen über fremde und feindliche Systeme anderer Länder werden genutzt um digitale Waffen zu entwickeln und einen digitalen Feldzug vorzubereiten. Das belegen einmal mehr neue Dokumente aus dem Fundus von Edward Snowden, die der Spiegel nun teilweise veröffentlicht hat:

    Wenn (feindliche Systeme) mit „verborgenen Implantaten“ infiltriert und mit „permanenten Zugängen“ kontrollierbar sind, ist Phase drei erreicht, die mit „Dominieren“ überschrieben ist: „Durch die in Phase 0 gelegten Zugänge kritische Systeme nach Belieben kontrollieren/zerstören.“ Als kritische Infrastruktur gilt alles, was eine Gesellschaft am Laufen hält: Energie, Kommunikation, Transport. Ziel, so interne Unterlagen, sei schließlich die „kontrollierte Eskalation in Echtzeit“.

    Die USA streben dem Ziel eines digitalen Feldzuges zügig entgegen und entwickeln dafür eine ganze Reihe von Angriffswaffen:

    Im Programm „Passionatepolka“ etwa werden spezielle Treiber entwickelt, die es nach Installation auf dem Zielcomputer ermöglichen, Netzwerkkarten aus der Ferne zu zerstören.

    Andere Programme wie Berserkr und Barnfire sollen Computer und Server auf der BIOS-Ebene infiltrieren, um von dort aus das Betriebssystem und Gerätetreiber zu infiltrieren – oder gleich das gesamte BIOS löschen und somit die Server „rivalisierender Regierungen“ unbrauchbar machen. Auch Tools zur Infiltrierung und Kontrolle von Botnetzwerken hat die NSA im Angebot, diese hören auf Namen wie Quantumbot oder Defiantwarrior, was übersetzt soviel wie „trotziger Krieger“ bedeutet.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Aspekt, dass die US-Regierung durch das FBI ein groß angelegtes Programm für die Abschaltung von Botnetzwerken betreibt, gleichzeitig aber die NSA mit dem Programm Hiddensalamander Botnetze übernimmt, um sie für eigene Zwecke einzusetzen.

    Know Your Enemy

    Die NSA erkennt und verhindert die steigende Anzahl von Cyberangriffen auf ihre militärische Infrastruktur unter anderem mithilfe des sogennanten Tutelage-Systems. Laut dem veröffentlichten Papieren ist es dazu nötig „zu lernen, wie ein Angreifer denkt.

    Nur wie ein Angreifer denken zu lernen ist eine Sache – wenn man dafür aber angriffsfähige digitale Waffensysteme, die auf die Zerstörung oder Kontrolle kritischer Infrastruktursysteme abzielen, ist das etwas anderes. Atomkraftwerke, Strom- und Wasserversorger, Krankenhäuser oder Flughäfen werden zu Zielscheiben umfunktioniert.

    Durch die fortschreitende Digitalisierung und Vernetzung der Steuerungssysteme solcher Infrastruktur steigt die Anzahl der verwundbaren Ziele: Der Unternehmensberater und Sicherheitsexperte Ralph Langner sprach in der ARD-Doku „Schlachtfeld Internet“ letzte Woche von etwa 56.000 an das Internet angeschlossenen Steuerungssystemen. Auch aus deutschen Fabriken und Unternehmen gibt es immer wieder Berichte über Attacken auf Steuerungssysteme und deren Fremdsteuerung.

    Angriffe mit Spezialwaffen

    Das hochkomplexe Virusprogramme entwickelt und gegen Industrieanlagen und Unternehmen eingesetzt werden ist schon länger bekannt: Stuxnet und Regin sind nur zwei prominente Vertreter des Projekts mit dem Codenamen „Olympische Spiele“. Dieses zielt darauf ab, einen möglichst breiten Angriff gegen gegnerische Infrastruktursysteme starten zu können – und zwar automatisiert. Ein großer roter Knopf, der den Einsatz von Massenvernichtungswaffen auslöst ist ein ausdrucksstarkes Bild für fiktionale Filme – auf digitale Angriffe trifft dieses Bild aber teilweise schon nicht mehr zu:

    Die grundlegende Gefahr, neben der Bedrohung für Privatsphäre und Datenschutz ist, dass vergessen wird, dass im Internet alles miteinander verbunden ist. Das bedeutet auch, dass Cyber-Angriffe, geplante und autorisierte, negative und nicht geplante Konsequenzen haben können.

    Was solche versehentlichen Angriffe auf wichtige Schnittstellen anrichten kann wurde 2012 deutlich, als durch die versuchte Übernahme eines Routers weite Teile Syriens vom Internet abgeschnitten waren. Auch der Erfolg der NSA-Devise „plausible deniability“ – also das nicht nachweisbar sein soll, wer für einen Angriff verantwortlich ist – lässt sich anhand der damaligen Berichterstattung gut nachverfolgen. Die eigentlichen Angreifer können nicht als solche identifiziert werden, die wahren Hintergründe für einen Angriff bleiben im Verborgenen. Der Vorteil einer solchen Taktik ist laut dem Spiegel klar erkennbar:

    Wo es keinen Schuldbeweis gibt, kann es auch keine Strafjustiz geben, keine parlamentarische Kontrolle der Geheimdienste, keine internationalen Abkommen. Bislang sind die Risiken und Nebenwirkungen der neuen D‑Waffen noch kaum bekannt und gesetzlich kaum reguliert.

    Die nun bestätigte Rüstung der NSA zum digitalen militärischen Angriff auf feindliche Ziele zeigt einmal mehr, dass auch von Geheimdiensten ein massives Aggressionspotential ausgeht. Neben indirekten Folgen wie Selbstzensur und chilling effects bedroht ihr Handeln auch die Infrastruktur, auf Grundlage derer unsere Welt funktioniert. Wenn durch manipulierte Systeme Stromnetze zusammenbrechen und Internetverbindungen getrennt werden, kann das weitreichende Folgen haben, deren Wirkung anderen Massenvernichtsungswaffen in nichts nachstehen.

    19. Januar 2015 6
  • : Britischer Geheimdienst stuft die Gefährlichkeit investigativer Journalisten zwischen Terroristen und Hackern ein
    Britischer Geheimdienst stuft die Gefährlichkeit investigativer Journalisten zwischen Terroristen und Hackern ein

    Der Guardian berichtet über neue Snowden-Enthüllungen, wonach der britische Geheimdienst GCHQ investigative Journalisten besonders beobachtet und vom Gefährdungsgrad zwischen Terroristen und Hacker einordnet.

    GCHQ information security assessments, meanwhile, routinely list journalists between “terrorism” and “hackers” as “influencing threat sources”, with one matrix scoring journalists as having a “capability” score of two out of five, and a “priority” of three out of five, scoring an overall “low” information security risk. Terrorists, listed immediately above investigative journalists on the document, were given a much higher “capability” score of four out of five, but a lower “priority” of two. The matrix concluded terrorists were therefore a “moderate” information security risk.

    2008 wurde bei einer Übung ein neues Tool ausprobiert, was innerhalb von 10 Minuten 70.000 Mails aus einem überwachten Glasfaserkabel rausgefischt hat, darunter sollen auch Mails von Journalisten der Medien BBC, Reuters, the Guardian, the New York Times, Le Monde, the Sun, NBC und the Washington Post sein: GCHQ intercepted emails of journalists from top international media.

    Pressefreiheit made in Britain!

    19. Januar 2015 17
  • : Die Story im Ersten: Schlachtfeld Internet – Wenn das Netz zur Waffe wird
    Die Story im Ersten: Schlachtfeld Internet – Wenn das Netz zur Waffe wird

    Nach der Dokumentation über die Flucht von Edward Snowden lief gestern in der ARD der 45 Minuten lange Beitrag „Die Story im Ersten: Schlachtfeld Internet – Wenn das Netz zur Waffe wird.“ Das gibts noch in der Mediathek und auf Youtube zu sehen.

    Das Internet ist in bisher kaum bekanntem Ausmaß „Aufmarschgebiet“ für die digitalen Truppen der Kriege des 21. Jahrhunderts. In einem exklusiven Interview mit dem amerikanischen Sender WGBH, dem NDR und Servus TV enthüllt Whistleblower Edward Snowden, wie die NSA und andere Nachrichtendienste das Netz zur Waffe machen.

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    Über das Interview mit Snowden zum Thema hatten wir gestern schon berichtet: Snowden: “We have to put the security back in NSA.”

    13. Januar 2015 5
  • : ARD-Dokumentation: „Die Story im Ersten: Jagd auf Snowden“
    ARD-Dokumentation: „Die Story im Ersten: Jagd auf Snowden“

    Gestern lief in der ARD die Dokumentation „Jagd auf Snowden – Wie der Staatsfeind die USA blamierte“. Diese findet sich noch in der Mediathek oder auf Youtube.

    „Jagd auf Snowden“ erzählt die wahre Geschichte der Flucht Edward Snowdens. Es ist eine David-gegen-Goliath-Geschichte, an deren Ende sich Snowden ins Moskauer Exil rettet und die Supermacht USA blamiert ist.

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    13. Januar 2015 8
  • : ARD: Heute Abend laufen zwei Dokus zu NSA & Snowden
    ARD: Heute Abend laufen zwei Dokus zu NSA & Snowden

    Die ARD sendet heute Abend ab 22:45 Uhr die Dokumentationen „Jagd auf Snowden: Wie der Staatsfeind die NSA blamierte“ und „Schlachtfeld Internet: Wenn das Netz zur Waffe wird“.

    In dem ersten Film spricht Edward Snowden über seinen Werdegang und seine Flucht aus der USA.

    Sein Weg führte ihn von Hawaii über Hongkong ins Moskauer Exil: Recherchen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ fördern neue Details der Flucht des Ex-NSA-Mitarbeiters Snowden zutage. Und sie zeigen, wie sich die Supermacht USA blamierte. Allein drei Mal traf sich das NDR-Team um John Goetz mit dem Whistleblower in Russland. Die Dokumentation „Jagd auf Snowden“ erzählt die wahre Fluchtgeschichte.

    Die Dokumentation „Schlachtfeld Internet“ um 23:30 Uhr beschäftigt sich derweil mit der Frage, wie Geheimdienste und Regierungen, das Internet als Waffe verwenden und welche Rolle es in einem militärischen Kontext spielt. Kernstück ist ein Interview mit Snowden, über welches wir berichteten und dessen Transkript in voller Länge online ist.

    Das exklusive Interview ist Herzstück der Dokumentation „Schlachtfeld Internet – Wenn das Netz zur Waffe wird“. In Zusammenarbeit mit deutschen Experten und amerikanischen Kollegen haben die Autorinnen Svea Eckert und Alexandra Ringling bislang unveröffentlichte Dokumente ausgewertet. Diese belegen, dass Deutschland Drehkreuz des digitalen Krieges ist.

     

     

    12. Januar 2015 7
  • : Snowden: „We have to put the security back in NSA.“
    <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/"> CC-BY-ND-SA 2.0 Generic </a> via Flickr/ <a href="https://www.flickr.com/photos/34316967@N04/3838807132/in/photolist-48Lz1E-h43RNa-Bc7X-5WCEV-78qD4U-3YMwpM-e8MeSY-4bmLfw-9BVHmk-oDuVm7-5Mb11L-2frZJL-3YSi5h-w4Nid-6193Zs-61Gphd-6RdTBS-mhHSA-hJYBR-7fh35o-kZpw1q-kZo7LT-kZpwCh-2eyNXx-5zKV3U-5fZaAh-4tJtCf-8yzQuy-ee7LCL-8gRALt-2abQLS-aCf8J-7JVza3-bnpuv6-Q8H8w-jo5id-5Ccgf9-bMH7he-bom9Uw-P7bJh-t4KuK-Pciam-54BUHU-8oa4Sk-5PdVSX-7JVziC-u3E9y-6u6NEi-8pCpEo-kbbPgM"> On Command by Jason Devaun </a>
    Snowden: „We have to put the security back in NSA.“

    Im Juni des letztens Jahres gab Edward Snowden dem Journalisten James Bamford ein Interview in Moskau für einen Dokumentarfilm über Cyber Warfare, welcher in diesem Jahr herauskommen wird und in Kooperation mit NOVA entstand. Ausschnitte des Interviews sind in dem Film „Schlachtfeld Internet: Wenn das Netz zur Waffe wird“ der heute Abend in der ARD läuft, zu sehen.

    In dem ausführlichen Interview, dessen uneditiertes Transkript in der letzten Woche voröffentlicht wurde, besprechen Snowden und Bamford die Häufigkeit von Cyber-Angriffen, den Mangel an Informationen innerhalb der Öffentlichkeit und die Rolle der Regierungen und Geheimdienste in diesem Cyber-Krieg.

    Snowdens Leaks aus dem Jahr 2013 riefen innerhalb der US-Amerikanischen Regierung ganz unterschiedliche Reaktionen vor. So hatte der ehemalige Direktor der NSA Keith Alexander, die Leaks als schwerwiegende Rechtsverletzung und womögliche Bedrohung der USA verstanden und äußerte sich auch in der Öffentlichkeit entsprechend. Der gegenwärtige Direktor der NSA Michael Rogers ist jedoch einer anderen Auffassung. Laut ihm seien die Leaks viel weniger schwerwiegend gewesen und seien weniger einflussreich, als es die Öffentlichkeit Glauben gemacht wurde. Snowden bemerkte, dass nur  Personen, die selbst von den Leaks (nach seiner Aussage „peinlich“) betroffen waren bzw. mit den Aktivitäten der NSA in Verbindung standen, die Ansicht vertraten, dass derlei Veröffentlichungen prinzipiell abzulehnen seien. Sogar das Ende der Welt, wie wir es kennen, bedeuteten. Auf der anderen Seite gab es auch im Weißen Haus Personen, die davon sprachen, dass diese Programme nicht einmal in der Lage waren einen terrorisitischen Angriff innerhalb der USA zu unterbinden und sie deshalb de facto wertlos seien. Es stelle sich die Frage, warum weitere Geheimhaltungen notwendig seien, wenn die Programme doch keinen Einfluss hätten.

     

    Cyber Warfare

    Der Begriff Cyber Warfare stelle, so Snowden, nur einen Euphemismus dar. Im Grunde handelte es sich um internetbasierte Kriegsführung und Spionage. Da aber das Internet von einem so großen Anteil der globalen Bevölkerung direkt verwendet wird und fast alle Menschen indirekt betrifft, ist Internet-Warfare kein geeigneter Marketingbegriff. Innerhalb der Bevölkerung gäbe es außerdem nur wenig Kenntnisse über diese Angriffe, vor allem aber herrsche die Annahme vor, dass Computer-Netzwerk-Operationen (Computer Network Exploitation – CNO) nur PCs betreffen. Dabei können neben PCs oder Unternehmensserver auch Telefone, Smartphones und Internet-Router angegriffen werden.

    The NSA and its sister agencies are attacking the critical infrastructure of the internet to try to take ownership of it. They hack the routers that connect nations to the internet itself.

    Ein großer Teil der Cyber-Angriffe sei zwar störend, aber nicht zwangsweise zerstörend. Beispielhaft dafür seien die Angriffe von Protestierenden und AktivistInnen, welche Webseite kurzzeitig über- oder offline nehmen. Aber auf nationaler Ebene gäbe es eine wachsenden Zahl von AkteurInnen, die in der Lage dazu seien, zerstörende Angriffe zu fahren. Der bekannteste dieser Angriffe war die Stuxnet-Attacke der USA im Iran.

    And the fact that it was launched as part of a U.S. authorized campaign did mark a radical departure from our traditional analysis of the levels of risks we want to assume for retaliation.

    Derlei Nutzung des Internets gegen Nationen könnten potentiell als Kriegshandlung angesehen werden. Deshalb seien öffentliche Debatten und Abstimmungen über die Verwendung dergleichen Angriffsmöglichkeiten zwingend notwendig. Denn die Entscheidung über die Frage, ab wann Cyber-Angriffe gerechtfertigt seien, könne nicht nur bei den Regierungshabenden und entsprechenden EinflussnehmerInnen liegen. Unter solchen Umständen hätte die Öffentlichkeit keinen Einfluss mehr auf die Regierung und könnte, ohne Wissen, Zutun und Zustimmung in Kriegshandlungen verwickelt werden. Bamford spricht von dem bekannten „blowback effect“.

    Der NSA-Direktor Rogers ist ebenfalls Direktor des Cyber-Command und hätte verdeutlicht, dass Cyber-Angriffe in der Zukunft durchaus zu den gängigen militärischen Waffen zählen könnten. Nur verfüge die Öffentlichkeit noch nicht über das konkrete Bewusstsein, darüber, wie häufig dergleichen Angriffe durchgeführt werden oder, dass sie von Regierungen auf der ganzen Welt ausgehen.

    But it is important to highlight that we really started this trend in many ways when we launched the Stuxnet campaign against the Iraniean nuclear program.

    Laut Snowden sei die USA jedoch empfindlicher gegenüber Cyber-Angriffen, als andere Länder, denn Angriffe gegen sie könnten mehr empfindliches Material angreifen, da die USA mehr Geld als andere Länder in Forschungen auf verschiedenen Bereichen investiert. Allein deshalb sei es gefährlich für die USA ‚durch ihr eigenes Handeln eine neue Norm für die Verwendung von Cyber-Angriffen aufzustellen.

    We spend more on research and development than these other countries, so we shouldn’t be making the internet a more hostile, a more aggressive territory.

    Da das Internet und die damit verbundenen Technologien das Rückgrat der US-Ökonomie seien und damit als Grundlage für die Zukunft wirksam würden, müsse das Internet ein sicheres, vertrauenswertes Territorium werden. Die größte Gefahr eines Cyber-Angriffs sei, dass das Internet selbst getroffen würde, das bedeutet die Router. Diese könnten ganze Teile der USA für Minuten, Stunden oder Tage abschneiden. Der Einfluss auf die Gesellschaft und schlussendlich auf die Politik wäre enorm, da quasi die gesamte wirtschaftliche Kommunikatione über das Netz liefe (von privaten Daten ganz zu schweigen).

    NSA – National Surveillance Agency

    Snowden beschreibt in seinem Interview außerdem die Abkehr der NSA von ihrer eigentlichen Aufgabe, der Security, und die Entwicklung hin zu einer Überwachungsagentur. Nach seiner Auffassung wurde dies in der letzten Dekade deutlich und er bezeichnet die „neue“ Form der NSA als „national hacking agency“ und „national surveillance agency“, die nicht mehr dafür arbeitet, dass die Gesellschaft und die Nation sicherer werden.

    Während die NSA eigentlich auf zwei Ebenen – offensiv und defensiv – parallel arbeiten müsste, würde letztere in den Hintergrund gerückt. Die wichtigste Aufgabe der NSA und entsprechender anderer Dienste sei es nicht, GegnerInnen anzugreifen, sondern die USA zu verteidigen. Wenn jedoch, von offizieller Stelle authorisiert, Hintertüren in kritische Infrastrukturen eingebaut würden, stört dies die empfindliche Sicherheit aller, auch die des Staates. Darüberhinaus öffnete sich die USA damit gegenüber Angriffen anderer AkteurInnen, nur um selbst bessere Angriffsmöglichkeiten zu haben.

    But the bottom line is we need to put the security back in the National Security Agency.

    Die Intelligence Community in den USA arbeitet nicht nur für den Schutz der USA und die Abwehr terroristischer Angriffe oder nuklearer Aufrüstung, sondern sie betreibe auch Spionage in der Wirtschaft und Politik anderer Nationen – und dies sei es, so Snowden, was in den letzten zehn Jahren zu weit betrieben wurde. Denn obgleich Interesse an den Plänen und Handlungen anderer Staaten verständlich sind, sei Spionage, vor allem bei verbündeten Staaten, kein adequater Lösungsweg.

    There’s no benefeit for the United States hacking Angela Merkel’s cell phone.

    Ähnliches wird jedoch auch in Brasilien, Frankreich und anderen Staaten vorgenommen, zu denen die Beziehung eigentlich auf Vertrauen basieren sollte. Die NSA erhielte keine Gelder mehr, um die BürgerInnen der USA zu schützen, sondern um neue Verletzlichkeiten in den Systemen zu schaffen, um die Überwachung zu ermöglichen; um Verschlüsselungssysteme zu untergraben, und um andere Nationen anzugreifen. Dabei verstärke die USA nicht nur diplomatische Krisen, sondern vor allem kritische Strukturen innerhalb der Infrastruktur.

    Ziel dieser Organisation sei es, den Cyberspace genauso zu dominieren wie die See oder den Weltraum.

    So it’s this whole idea of creating an enormous military just for cyber warfare, and then using this whole idea of we’re going to dominate cyberspace, just like it’s the navies of centuries ago dominating the seas.

    Dennoch, so Snowden, müsse es uns bewusst sein, dass es sich bei Cyber-Warfare nicht um eine existenzielle Bedrohung in dem Sinne handelte, dass jemand in der Lage sei, per Tastendruck eine Nation auszulöschen oder eine Regierung zu stürzen. Die grundlegende Gefahr, neben der Bedrohung für Privatsphäre und Datenschutz ist, dass vergessen wird, dass im Internet alles miteinander verbunden ist. Das bedeutet auch, dass Cyber-Angriffe, geplante und authorisierte, negative und nicht geplante Konsequenzen haben können. Beispielsweise, könnte ein Krankenhaus betroffen sein, dessen Infrastruktur beschädigt wird, wodurch sich lebenserhaltende Geräte ausschalten, oder ähnliches. Derlei Möglichkeiten müssten im Kopf behalten werden.

    We shouldn’t be putting an entire nation’s infrastructure at risk to spy on one company, to spy on one person. But increasingly, we see that happening more and more today.

    12. Januar 2015 3
  • Bundesverfassungsgericht: Klage von Linken und Grünen zur Vernehmung von Snowden in Berlin unzulässig
    Bundesverfassungsgericht Klage von Linken und Grünen zur Vernehmung von Snowden in Berlin unzulässig

    Das Bundesverfassungsgericht hat soeben per Pressemitteilung verkündet: Antrag im Organstreitverfahren zur Zeugenvernehmung von Edward Snowden in Berlin ist unzulässig

    Die Organklage der Fraktionen DIE LINKE sowie BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, von 127 Bundestagsabgeordneten und zwei Ausschussmitgliedern gegen die Bundesregierung und den 1. Untersuchungsausschuss der 18. Wahlperiode des Deutschen Bundestages (sogenannter NSA-Untersuchungsausschuss) ist unzulässig. Dies hat der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts einstimmig mit heute veröffentlichtem Beschluss entschieden. Die beanstandete Einschätzung der Bundesregierung zu rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit der Zeugenvernehmung von Edward Snowden in Berlin ist lediglich vorläufig; sie stellt daher keine rechtserhebliche Maßnahme dar, die zulässiger Gegenstand eines Organstreitverfahrens sein könnte. Gegen die Ablehnung des Untersuchungsausschusses, die Vernehmung in Berlin durchzuführen, ist der Rechtsweg zum Bundesverfassungsgericht nicht eröffnet. Der Antrag betrifft kein in Art. 44 Abs. 1 GG wurzelndes Recht der Ausschussminderheit gegenüber dem Untersuchungsausschuss, sondern die verfahrensrechtliche Überprüfung der Ausschussarbeit im Einzelnen, die dem Bundesgerichtshof zugewiesen ist.

    Hier ist die Klageschrift.

    Update: Die Abgeordneten und Obleute Martina Renner und Konstantin von Notz erklären:

    Über die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts sind wir enttäuscht. Wir bedauern es sehr, dass nicht einmal die Gelegenheit bestand, in einer mündlichen Verhandlung vor dem Gericht hierzu vorzutragen. Wir werden weiter darauf drängen, eine Vernehmung des Schlüsselzeugen Edward Snowden in Deutschland zu ermöglichen. Dafür werden wir alle in Betracht kommenden Möglichkeiten genau prüfen – auch einen Antrag an den Bundesgerichtshof.

    12. Dezember 2014 12
  • : Politikwissenschaften für Analyse des Umgangs mit Snowden-Enthüllungen gesucht
    Politikwissenschaften für Analyse des Umgangs mit Snowden-Enthüllungen gesucht

    Der Spiegel-Journalist Marcel Rosenbach fragt auf Twitter:

    In diesem Fenster soll ein Twitter-Post wiedergeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an Twitter. Aus technischen Gründen muss zum Beispiel Deine IP-Adresse übermittelt werden. Twitter nutzt die Möglichkeit jedoch auch, um Dein Nutzungsverhalten mithilfe von Cookies oder anderen Tracking-Technologien zu Marktforschungs- und Marketingzwecken zu analysieren.

    Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Abfluss deiner Daten an Twitter so lange, bis Du aktiv auf diesen Hinweis klickst. Technisch gesehen wird der Inhalt erst nach dem Klick eingebunden. Twitter betrachtet Deinen Klick als Einwilligung in die Nutzung deiner Daten. Weitere Informationen stellt Twitter hoffentlich in der Datenschutzerklärung bereit.

    Zur Datenschutzerklärung von Twitter

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    Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von X.

    Das interessiert uns auch. Wer machts?

    12. Dezember 2014 13
  • : Ab 17:15: Edward Snowden live auf ARTE Info
    Ab 17:15: Edward Snowden live auf ARTE Info

    Edward Snowden soll ab 17:15 Uhr live auf ARTE sein. Mir ist gerade etwas unklar, ob im Fernsehen oder auf der Webseite, aber auf Twitter wird seit Tagen diese Seite beworben.

    Der Amerikaner Edward Snowden, der 2013 Informationen zur Internetüberwachung durch den US-amerikanischen Geheimdienst NSA preisgegeben hatte, gibt seine erste Video-Telefonkonferenz in Frankreich. Der ehemalige NSA-Berater, der in Russland Asyl gefunden hat, nimmt am 10. Dezember an einer Debatte mit dem Titel „Datenüberwachung und Respekt der Privatssphäre“ teil. Amnesty International organisiert das Event anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte mit der Unterstützung von Le Monde, Mediapart und ARTE. Veranstaltungsort ist das Théâtre de la Gaîté in Paris. ARTE überträgt das Ereignis live. – See more at: http://info.arte.tv/de/datenuberwachung-edward-snowden-und-die-whistleblower-der-welt#sthash.Ed2qx9OE.dpuf

    Dort finden sich auch „Reden für die Gerechtigkeit – Portrait von acht Whistleblowern“.

    10. Dezember 2014 2
  • : NSA-Ausschuss: Bundesregierung will Snowden-Dokument nicht herausgeben
    NSA-Ausschuss: Bundesregierung will Snowden-Dokument nicht herausgeben

    Die Bundesregierung hat offensichtlich Angst, dass herauskommt, dass sie Edward Snowden Asyl gewähren könnte und ihre Notlüge zusammen bricht: Bundesregierung will Snowden-Dokument nicht herausgeben.

    Die Bundesregierung verweigert dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags Auskunft über die konkreten Vorwürfe der USA gegen den NSA-Enthüller Edward Snowden. Ein entsprechendes Schreiben des Bundesjustizministeriums (Pdf) veröffentlichte Linke-Ausschussmitglied André Hahn am Sonntag in Berlin. Dort heißt es, der betreffende Brief des US-Justizministeriums vom 5. September umfasse nicht den Gegenstand des Ausschusses.

    7. Dezember 2014 3
  • : Wird es eine gedruckte Ausgabe der Snowden-Dokumente geben? – Ergebnisse der „SLOW POLITICS“-Konferenz
    Wird es eine gedruckte Ausgabe der Snowden-Dokumente geben? – Ergebnisse der „SLOW POLITICS“-Konferenz

    CarlSpitzwegBibliothek

    Die Ergebnisse der „SLOW POLITICS“-Konferenz sind online. Vom 13. bis 15. November hat die Berliner Gazette AktivistInnen, MedienvertreterInnen und WissenschaftlerInnen zusammengebracht, um sich mit Möglichkeiten zur Veränderung unserer sich in Schieflage befindlichen Demokratie zu beschäftigen. Herausgekommen sind interessante Positionspapiere zu verschiedenen Themen, z. B. einer Sammlung von Tools zur digitalen Selbstverteidigung – auch in Hardware. Es gab auch einen Track zu den Snowden-Files. Unter dem Projektnamen „Snowden Commons“ wurde darüber nachgedacht, warum und wie man die Snowden-Files in die öffentliche Bibliothek bringen und somit freien Zugang für alle garantieren kann. Passenderweise hat nun auch Glenn Greenwald angekündigt, dass er die Dokumente in einem Datenraum in New York anderen Journalisten zur Auswertung zur Verfügung stellen will.

    Auf den ersten Blick vielleicht überraschend: Die Workshop-Teilnehmer haben vor, ein Buch – in Papierform – mit den Snowden-Files herauszugeben. Als Gründe dafür nennen sie unter anderem:

    It allows members of the public and researchers to safely, securely, privately and anonymously access the Files in the library without fear of surveillance.

    It will allow current and future researchers and users to cite and reference the Snowden Files with more certainty than online sources provide

    Having multiple copies of the book distributed to thousands of libraries provides security against efforts by security services or others to destroy, tamper with or compromise the authenticity of the Snowden Files.

    The book format will allow for additional contextual, editorial and expository information to be published alongside the Files, rendering them more accessible to non-specialists

    The Snowden Files are a crucial part of the World Heritage of Contemporary Documentation. As such, we see them as worthy of being honoured in a physical document

    Though we live in a digital culture, we also recognize that books have long been a key medium of social debate and an artifact around which people gather. The book does not replace the online life of the Snowden Files, it augments and compliments it.

    Wenn das Projekt umgesetzt werden sollte, sind wir sehr gespannt, wie viel wohl zusammenkommen wird und wie man mit denjenigen Dokumenten umgeht, die noch gar nicht veröffentlicht worden sind.

    3. Dezember 2014 1
  • : Wurde auch Zeit: Glenn Greenwald will Snowden-Dokumente anderen Journalisten zur Verfügung stellen
    Wurde auch Zeit: Glenn Greenwald will Snowden-Dokumente anderen Journalisten zur Verfügung stellen

    Im Interview mit dem Münchener Merkur erklärt Glenn Greenwald, dass er die Snowden-Dokumente in einem Datenraum in New York anderen Journalisten zur Auswertung zur Verfügung stellen will. Das klingt etwas merkwürdig, denn auf die konkrete Realisierung unter den Augen der NSA sind wir gespannt.

    […]Das Material von Snowden ist ziemlich kompliziert, ich beschäftige mich jetzt seit eineinhalb Jahren damit. Und trotzdem werde ich nie alle Geschichten finden, die sich darin verstecken. Wir werden deshalb einen Datenraum in New York einrichten, wo wir die Dokumente anderen Journalisten zugänglich machen.[…] Ich komme langsam an den Punkt, an dem ich sage: Ich habe meinen Teil der Arbeit erledigt. Es wird Zeit, dass sich andere Leute mit einem unverbrauchten Blick daran machen. Wenn man in Besitz eines solchen Datenschatzes ist, fühlt man sich nicht nur der Quelle verpflichtet, sondern der ganzen Welt. Immer wenn ich mich mit etwas anderem beschäftige oder mir einen freien Tag nehme, fühle ich mich ein bisschen schuldig. Diese Last trage ich seit langem mit mir herum, ich bin jetzt bereit, sie zu teilen. Es ist Zeit loszulassen.

    Wir hätten gerne noch einen weiteren Datenraum in Berlin, um uns auch mal die Deutschland-relevanten Dokumente genauer anzuschauen.

    3. Dezember 2014 8
  • : Laura Poitras on Snowden’s Unrevealed Secrets
    Laura Poitras on Snowden’s Unrevealed Secrets

    Dailybeast hat ein längeres Interview mit Laura Poitras zu den Snowden-Enthüllungen: Laura Poitras on Snowden’s Unrevealed Secrets.

    Eine der News darin: Der Guardian hat wohl noch in Hongkong Material der Snowden-Leaks gelöscht.

    Actually, it hasn’t been reported yet but The Guardian did destroy some material in Hong Kong. They had a freak-out moment and destroyed some source material. So, I was copying it and getting it out, and I kept a copy on myself at all times with really, really strong passwords

    Ansonsten kündigt sie an, sich noch mehr mit den Special Source Operations (SSO) beschäftigen zu wollen:

    There’s a lot more there, though, and the thing that hasn’t been reported enough is the whole Special Source Operations program—which is the partnership between NSA and the telecoms. From their own internal documents, 80 percent of all the NSA’s collection happens through those partnerships.

    2. Dezember 2014
  • Cable Master List: Wir spiegeln die Snowden-Dokumente über angezapfte Glasfasern, auch von Vodafone
    Cable Master List Wir spiegeln die Snowden-Dokumente über angezapfte Glasfasern, auch von Vodafone

    Der Unterseekabel-Betreiber Cable & Wireless hat dem britischen Geheimdienst über das rechtlich Notwendige hinaus beim Abhören seiner Kabel geholfen. Das zeigen neue Dokumente aus dem Snowden-Fundus, die Süddeutsche veröffentlicht und die wir spiegeln. Seit zwei Jahren gehört die Firma zum Vodafone-Konzern, der sich mit Standard-Floskeln herausredet.

    25. November 2014 9