Im Interview mit dem Münchener Merkur erklärt Glenn Greenwald, dass er die Snowden-Dokumente in einem Datenraum in New York anderen Journalisten zur Auswertung zur Verfügung stellen will. Das klingt etwas merkwürdig, denn auf die konkrete Realisierung unter den Augen der NSA sind wir gespannt.
[…]Das Material von Snowden ist ziemlich kompliziert, ich beschäftige mich jetzt seit eineinhalb Jahren damit. Und trotzdem werde ich nie alle Geschichten finden, die sich darin verstecken. Wir werden deshalb einen Datenraum in New York einrichten, wo wir die Dokumente anderen Journalisten zugänglich machen.[…] Ich komme langsam an den Punkt, an dem ich sage: Ich habe meinen Teil der Arbeit erledigt. Es wird Zeit, dass sich andere Leute mit einem unverbrauchten Blick daran machen. Wenn man in Besitz eines solchen Datenschatzes ist, fühlt man sich nicht nur der Quelle verpflichtet, sondern der ganzen Welt. Immer wenn ich mich mit etwas anderem beschäftige oder mir einen freien Tag nehme, fühle ich mich ein bisschen schuldig. Diese Last trage ich seit langem mit mir herum, ich bin jetzt bereit, sie zu teilen. Es ist Zeit loszulassen.
Wir hätten gerne noch einen weiteren Datenraum in Berlin, um uns auch mal die Deutschland-relevanten Dokumente genauer anzuschauen.