e-Democracy
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: ElRep 016: Demokratie Übermorgen
: ElRep 016: Demokratie Übermorgen Der Elektrische Reporter berichtet in der aktuellen Ausgabe u.a. darüber, wie es Übermorgen mit der Demokratie und dem Internet weitergehen kann:
Uebermorgen.TV:Der Demokratie geht es schlecht: Die Wahlbeteiligung sinkt von Jahr zu Jahr und den Parteien bleibt der Nachwuchs weg. Dabei interessieren sich viele Bürger für Politik; aber die Parteiendemokratie erscheint ihnen undurchsichtig und beeinflussbar von Lobbyisten. Viele hoffen, das Internet und seine Mitmach-Möglichkeiten, könnten die Demokratie auf eine neue Stufe heben. Wie könnte es übermorgen weitergehen, mit der Demokratie und dem Internet?
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: Kritische Masse – Der Aufstand der Vielen
: Kritische Masse – Der Aufstand der Vielen Das RBB-Kulturradio sendet am 3.10. das einstündige Feature „Kritische Masse – Der Aufstand der Vielen“ von Thomas Palzer, für das ich u.a. interviewt worden bin. Sebastian Jabbusch wurde zum Thema Liquid-Democracy interviewt und hat die MP3 online gestellt.
„Eine demokratische Ordnung kann nur demokratisch genannt werden, wenn in ihr auch die Möglichkeit eingeräumt wird, sie infrage zu stellen“, sagt die Berliner Philosophin Juliane Rebentisch. Der beklagenswerte Zustand, in dem sich die Demokratien heute befinden, nennt sich auf gut amerikanisch „post truth democracy“ (New York Times). Es ist ein Zustand der Skepsis, der Utopielosigkeit, des Zynismus und der Ermüdung. Das drückt sich in niedrigen Wahlbeteiligungen und in der Massenflucht aus politischen Parteien, Kirchen und anderen Interessenvertretungen aus.
Allerdings kündigt sich ein Mentalitätswechsel an, der seinen Ausdruck in einer „kritischen Masse“ findet, meint der Autor Thomas Palzer. Diese kritische Masse verstehe Politik nicht als Machtpolitik, sondern als Kunst, nicht „dermaßen regiert“ (Foucault) zu werden. „Die Zukunft der Demokratie liegt in einer Demokratie ohne Zentrum“, sagt der Autor. „Sie ist die angemessene Herrschaftsform für eine Welt, die nach der Globalisierung ebenfalls ohne Zentrum ist.“
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: Zwischen Euphorie und Sorge: Das Dritte Arabische Bloggertreffen in Tunis
: Zwischen Euphorie und Sorge: Das Dritte Arabische Bloggertreffen in Tunis Dieser Artikel von Layla Al-Zubaidi und Joachim Paul wurde zuerst auf boell.de veröffentlicht und steht unter der CC-BY-SA-Lizenz.
Vom 2. bis 6. Oktober veranstaltete die Heinrich-Böll-Stiftung zusammen mit Global Voices und der tunesischen Internetplattform Nawaat das Dritte Arabische Bloggertreffen (#AB11). Über hundert Internetaktivist/innen aus mehr als 20 Ländern trafen sich in Tunis, um Erfahrungen auszutauschen und ihre Rolle im arabischen Frühling zu diskutieren. Während die ersten beiden Treffen noch eher anonym in Beirut abgehalten wurden, erachteten es die Blogger als selbstverständlich, dass das dritte Treffen in Tunesien statt finden sollte – zur Ehrung der ersten arabischen Revolution.
Bei der Begrüßung in Tunis fielen sich die Bloggerinnen und Blogger in die Arme und klopfen sich gegenseitig auf die Schultern „Wer hätte es gedacht dass wir uns jemals in Tunesien treffen können – wir haben es geschafft!“ Alle sind erpicht auf die Erfahrungen der Aktivisten aus Tunesien und Ägypten, denn ihre Revolutionen waren erfolgreich. Trotz Euphorie herrscht besorgte Stimmung. Für viele ist es noch lange nicht vorbei: Insbesondere die Unterstützung der Blogger aus Syrien und Bahrain ist ein Schwerpunkt des Treffens, denn sie sind extrem gefährdet.
Historische Vernetzung
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: Animation über Open Government weltweit
: Animation über Open Government weltweit „Open Government“ ist eine Animation über Entwicklungen in vielen Teilen der Erde, Regierungs- und Verwaltungshandeln zu öffnen und dabei auch transparenter zu machen. Schön gemacht:
Open Government from The Academy on Vimeo.
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: FixMyTransport: Bürgerinitiative leicht gemacht
: FixMyTransport: Bürgerinitiative leicht gemacht mysociety.org aus den UK, u.a. bekannt für Projekte wie FixMyStreet und Whatdotheyknow, hat mit FixMyTransport eine weitere Plattform für ein bürgergestütztes Beschwerdesystem ins Leben gerufen. Die Gruppe um mysociety.org Gründer Tom Steinberg und dem Senior Developer Louise Grow hat es sich dieses Mal zum Ziel gesetzt, kleinere Störungen im öffentlichen Verkehrssystem, wie defekte Ticketmaschinen oder frühzeitig abfahrende Busse, auf möglichst einfache Art und Weise den zuständigen Betreibern zu melden.
Aber FixMyTransport möchte über ein einfaches Meldesystem hinaus gehen und ermöglicht es dem User zusätzlich mit Hilfe der gängigen Web 2.0 Mechanismen die Unterstützung anderer Menschen zu mobilisieren und in einen Dialog mit den zuständigen Addressaten zu treten. Desweiteren werden alle Anliegen auf Google Maps visualisiert und lassen sich nach Region oder Verbindungskriterien auffinden.
Das 2010 von der britischen Regierung gestartete Opendata-Projekt http://data.gov.uk/ liefert bei der ganzen Geschichte die Basis für eine Datenbank, die sicherstellt, dass die Anliegen letztendlich auch die zuständigen Anlaufstellen erreichen und die Recherchearbeit für diejeweilige genervte Person entfällt. Diese Daten wurden dann mit Hilfe der Community durch entsprechende Telefonnummern und Emailadressen erweitert. FixMyTransport ist also nebenbei auch noch ein schönes Beispiel für den produktiven Nutzen offener Datensätze.
Die Plattform wurde bereits nach Brasilien und Südkorea exportiert, die offenen Quellen auf Github und die Hilfsbereitschaft der FixMyTransport-Betreiber laden schließlich dazu ein.
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: Kabinett verlängert Anti-Terror-Gesetze
: Kabinett verlängert Anti-Terror-Gesetze Das Bundeskabinett hat heute die Verlängerung der Anti-Terror-Gesetze um weitere vier Jahre verlängert. Heise berichtet: Bundesregierung: Verlängerung der Anti-Terror-Gesetze
Das Bundeskabinett hat am heutigen Mittwoch einen Entwurf verabschiedet, mit dem Befugnisse aus dem Terrorismusbekämpfungsergänzungsgesetz (TBEG) um vier Jahre verlängert werden sollen. Dabei geht es vor allem um Auskünfte, die Sicherheitsbehörden bei Banken, Fluggesellschaften Reisebüros, Postdienstleistern oder Telekommunikationsanbietern über Terrorverdächtige einholen können. Die Bundesregierung schlägt dabei zwei Erweiterungen vor. So soll Strafverfolgern und Geheimdiensten künftig bei Luftfahrtunternehmen eine Abfrageerlaubnis bei zentralen Buchungssystemen wie Amadeus als Ergänzung eingeräumt werden. Bei Finanzunternehmen ist die Möglichkeit zur Abfrage auch von Kontostammdaten vorgesehen.
Unser Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kritisiert in einer Pressemitteilung, dass die „Bundesregierung nicht einmal den gesetzlich geforderten Evaluierungsbericht vorgelegt“ habe. Die nun angekündigte Regierungskommission, die bis zum Ende der Legislaturperiode die Anti-Terror-Maßnahmen untersuchen soll, kompensiere diesen Mangel nicht.
Umso kritischer sehe ich es, dass die Bundesregierung die Befugnisse der Nachrichtendienste sogar noch erweitern will. So soll der Bundesverfassungsschutz in Zukunft nicht nur an die Fluggesellschaften selbst herantreten dürfen, sondern die Daten auch bei Betreibern von Buchungssystemen (etwa Amadeus) abfragen dürfen. Zusätzlich soll der Bundesverfassungsschutz die Befugnis erhalten, Kontenstammdaten aus einem zentralen System abzufragen. Dem gegenüber sind die wenigen Befugnisse, auf die verzichtet werden soll, in der Vergangenheit kaum oder gar nicht genutzt worden.
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: Bud Spencer vs. Erwin Rommel: Der Tunnelbau zu Gmünd
: Bud Spencer vs. Erwin Rommel: Der Tunnelbau zu Gmünd
Auf den Seiten der Stadt Schwäbisch Gmünd findet gerade eine ganz interessante Abstimmung statt: Besitzer einer Emailadresse dürfen darüber entscheiden, welcher Namensvorschlag* für einen Tunnel auf der B29 gemacht werden soll.Mehrere hundert Bürgerinnen und Bürger hatten sich an der Vorschlagsrunde beteiligt. Bereinigt wurde die Liste lediglich von pornographischen und offenkundig absurden Inhalten.
Nach der Veröffentlichung wird über die Internetseite der Stadt – vergleichbar zur Vorschlagsrunde – bis 25. Juli 2011 eine Abstimmung stattfinden.
Klingt nach einer dummen Idee? Ist es auch: Unter den 83 Vorschlägen befinden sich unter anderem Bud Spencer und Erwin Rommel. Das wird ein spannendes Rennen.
Mitmachen kann jede Emailadresse nur ein Mal. Kein schlechter Sicherheitsmechanismus, wenn man ihn dann auch mit einer Kontrolle der Emailadresse (z.B. durch Bestätigungsmail) verbunden hätte.
Das aber haben sich die Gmünder Schwaben gespart.
* Es handelt sich um einen Vorschlag. Das heißt, dass der Internetfuzzi, der die Abstimmung verbockt hat, dann irgendwann berichten muss, was dabei herausgekommen ist. Die Chancen auf einen Bud-Spencer-Tunnel in Gmünd stehen generell ungünstig. Mit dabei ist aber zum Beispiel auch „Einhorn“
Update: Die Gmünder Tagespost berichtet, der Name Bud Spencer käme nicht in Frage, weil ihm der regionale Bezug fehle, muss allerdings einräumen:
1951 nahm Carlo Pedersoli, wie Bud Spencer mit bürgerlichem Namen heißt, an einem Schwimm-Länderwettkampf zwischen Italien und Deutschland im Gmünder Freibad teil und war dabei sogar in zwei Disziplinen erfolgreich.
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: MediaCamp 2011: Politische Partizipation im Jahr 2020
: MediaCamp 2011: Politische Partizipation im Jahr 2020 Wer noch nichts in den Sommerferien vor hat: Das „MediaCamp 2011 – Politische Partizipation im Jahr 2020″ ist ein vierwöchiger kostenloser Workshop in Potsdam-Babelsberg, wo man kreativ mit Medien und Netz rumspielen (lernen) kann.
Alle (zukünftigen) Medienmacher, politisch Interessierte und kreativen Visionäre ruft das neue Medieninnovationszentrum (MIZ) in Potsdam-Babelsberg zum „MediaCamp 2011“ auf. In einem vierwöchigen Workshop entwickeln und produzieren bis zu 15 Teilnehmer möglichst unkonventionelle Medieninhalte mit transmedialer und interaktiver Ausrichtung. Unterstützt werden sie dabei von Regisseur Holger Heinrich (u.a. Maybritt Illner und log in) und Kai Krabbenhöft sowie hochkarätigen Referenten aus Politik und Medien. Gesucht werden Studierende höherer Semester/Absolventen aus allen Fachbereichen – v.a. Medienproduktion, Philosophie, BWL/VWL, Politik und Medienwissenschaften etc.
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: Das Internet und der Umbruch in der arabischen Welt
: Das Internet und der Umbruch in der arabischen Welt Die Sendung Hintergrund im Deutschlandfunk hat über „Revolution online – Das Internet und der Umbruch in der arabischen Welt“ berichtet und dabei einige arabische Blogger zu Wort kommen lassen. Die Sendung gibt es noch als MP3 online.
Inwieweit haben soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter der arabischen Revolution zum Sieg verholfen? Online-Aktivisten und Internet-Experten sind sich weitgehend einig, dass die Widerstandsbewegungen ohne sie nicht so erfolgreich gewesen wären.
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: Niedersachsen-Websites sperren anonyme Nutzer
: Niedersachsen-Websites sperren anonyme Nutzer
Die Webseiten des Landes Niedersachsen antworten laut heise nicht auf HTTP-Requests von anonymen Nutzern, die Dienste wie Tor oder JonDo in Anspruch nehmen. Wer also versucht, anonymisiert mit den Behörden in Kontakt zu treten, oder sich zu informieren, erhält eine Fehlermeldung einen Time-out.Begründet wird die Maßnahme mit der Furcht vor Angriffen aus dem Cyberspace – nur einer von vielen kleinen Schritten, um Tor-Nutzer zu diskreditieren und das System in eine zwilichtige Ecke zu rücken. Eine Maßnahme, die im Regal direkt neben dem Verweis auf Terroristen und Kriminelle liegt.
Dass diese Sperre laut Telemediengesetz sogar illegal ist, weil die anonyme oder pseudonyme Nutzung ermöglicht werden muss, stört die Sprecherin des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsens wenig, schließlich findet sich im TMG das zu ausschweifender Interpretation einladende Schlupfloch „soweit dies technisch möglich und zumutbar ist.“
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: Hacktivismus – Zukunft der politischen Aktion?
: Hacktivismus – Zukunft der politischen Aktion? Auf DRadioWissen diskutierten heute im c’t Online Talk unser Andre Meister zusammen mit Jürgen Kuri mit Anne Roth und Jan-Keno Janssen über „Hacktivismus – Zukunft der politischen Aktion?“
Die Gruppierungen, die keine Vertreter und Chefs haben, aber in der Öffentlichkeit immer wieder mit wortstarken Statements zur Verkündung und Beschreibung ihrer Aktionen auftreten, scheinen so etwas wie Keimzellen oder erste Ausprägungen ganz neuer Aktionsformen zu sein. […] Hacktivismus ist extrem wirksam – und als neue Entwicklung derzeit noch sehr öffentlichkeitswirksam. Er bietet einfachere Beteiligungsmöglichkeiten, als es selbst die Demo in der Hauptstadt für manche sein mag. Ist Hacktivismus also die Zukunft der politischen Organisation und Aktion derjenigen, die in der Informationsgesellschaft aufwachsen, derjenigen, die sich als sogenannte Digital Natives politisieren?
Die eine Stunde Diskussion ist sehr empfehlenswert und findet sich hier als MP3.
Grundlagen und HIntergrund zum Thema bietet u.a. die Doktor-Arbeit zu Hacktivism von Alexandra Samuel aus 2004 (PDF) und der re:publica – Vortrag von Gabriella Coleman über „Geek Politics and Anonymous“.
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: Abgeordnetenwatch auf kommunaler Ebene
: Abgeordnetenwatch auf kommunaler Ebene Seit heute bietet Abgeordnetenwatch seine Plattform auch für einige Gemeinden an. Für den Start ausgewählt wurden die Stadträtet Dresden, Leipzig und Leverkusen, sowie die Gemeinderäte Pforzheim, Stuttgart und Villingen-Schwenningen. Die betroffenen Politiker sind begeistert:
Zu der Veröffentlichung meiner Daten oder auch nur des Namens in Abgeordnetenwatch habe ich keine Zustimmung erteilt […]
Bitte entfernen Sie alle Angaben zu meiner Person unverzüglich aus Ihren Internetseiten und sonstigen Informationsmitteln. Bitte bestätigen Sie mir den Eingang meiner Aufforderung und dass Sie dieser nachkommen. Außerdem bitte ich Sie um Mitteilung, wer Sie rechtlich vertritt.Bei allem Verständnis für Transparenz (…) – wir halten den Start von AW für unsere Stadt für überaus unglücklich
Ein anderes, auch sehr interessantes kommunalpolitisches Onlineprojekt ist übrigens Frankfurt gestalten. Hier wird eher nach Orten und Themen, als nach Personen gegliedert.
Bei Frankfurt gestalten ist die Beteiligung nach kurzer Zeit zumindest auf ein Niveau gestiegen, das es schwer machte, die Seite zu ignorieren. Wünschen wir Abgeordnetenwatch einen ähnlich guten Start, viel Beteiligung und die baldige Ausweitung auf mehr Kommunen!
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: Berliner Open Data Day
: Berliner Open Data Day Kommenden Mittwoch findet ab 13 Uhr in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen der Berliner Open Data Day statt.
Wir möchten Sie herzlich einladen, den Stand der Debatten zu diesen Themen kennen zu lernen und mit Akteuren aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Organisationen zu diskutieren. Am 18. Mai wollen wir mit praktischen Beispielen verdeutlichen, was mit Open Data möglich sein wird. Wir möchten Verständnis, Akzeptanz und Begeisterung schaffen, um für Berlin gemeinsam neue Chancen und Perspektiven zu entwickeln.
Der Eintritt ist frei.
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: Rheinland-Pfalz: Rot-Grüner Koalitionsvertrag veröffentlicht
: Rheinland-Pfalz: Rot-Grüner Koalitionsvertrag veröffentlicht Den rot-grünen Koalitionsvertrag aus Rheinland-Pfalz hatte ich eigentlich erst am Wochenende erwartet. Ganz so, wie von der Tagesschau angekündigt.
Mein Plan: Vorher kurz bei Pia Schellhammer anfragen, ob sie mir einen Ansprechpartner für Netzpolitik in Rheinland-Pfalz nennen könne, dem ich ein paar Fragen stellen kann. Bei der SPD wollte ich in der Zwischenzeit auch noch fragen.
Könne sie, lautete die Antwort. Der Ansprechpartner für Netzpolitik bei den Grünen sei sie nämlich selber. Und den Koalitionsvertrag (PDF) hat sie auch gleich mitgeschickt. Ein Statement zu den netzpolitisch relevanten Punkten findet man in ihrem Blog, meine Anmerkungen unten.
Was steht drin?
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: Revolution online – Das Internet schreibt Weltgeschichte
: Revolution online – Das Internet schreibt Weltgeschichte Am Freitag war ich zusammen mit Peter Kruse als Gast beim Medienquartett im Deutschlandfunk. Medienquartett: Revolution online – Das Internet schreibt Weltgeschichte. Von der 45 Minuten langen Diskussion gibt es die MP3.
„Du kannst hier festgenommen werden, weil du eine Twitterbotschaft schreibst“, hat der chinesische Künstler Ai Wei Wei wenige Tage vor seiner Inhaftierung in einem Interview gesagt. Nichts scheint die Regierung in Peking zurzeit so zu fürchten wie die Kraft des Internets. Und sie hat allen Grund dazu. Die Jasmin-Revolution in Tunesien, der Sturz des ägyptischen Präsidenten Mubarak: Ohne die Aufrufe der Blogger wäre es nicht so weit gekommen. Das Internet schafft neue Räume für Gegenöffentlichkeit, bricht jahrzehntelang zementierte Machtverhältnisse auf. Durch Facebook und Twitter entstehen neue Bewegungen jenseits althergebrachter Kontrollinstanzen. Aber auch die alten Machthaber selbst machen sich das Internet zunutze, um die Bürger zu kontrollieren und zu manipulieren. Eine gigantische Kommunikationsmaschinerie ist entstanden. Wie gehen wir damit um?
Über das Internet und die politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen der Online-Revolution diskutieren:
- Markus Beckedahl, Chefredakteur netzpolitik.org, Netzaktivist
– Tissy Bruns, Leitende Redakteurin, Tagesspiegel
– Hans Janke, ehemaliger Fernsehspielchef und stellvertretender Programmdirektor des ZDF
– Prof. Dr. Peter Kruse, Organisationspsychologe, Honorarprofessor Universität Bremen -
: Diskussion über Liquid Feedback
: Diskussion über Liquid Feedback Das Blog Streetdogg hat sich mal etwas genauer die Nutzung von Liquid Feedback durch die Piratenpartei angeschaut und darüber gebloggt: The Tale of Liquid Feedback. Ihm ist aufgefallen, dass das Prinzip des Delegated-Voting dazu führt, dass wenige Nutzer eine Entscheidung maßgeblich beeinflussen können. Das funktioniert dadurch, dass man sein Stimmrecht z.B. für einzelne Themenfelder an andere delegieren kann. Diese delegieren das Stimmrecht aber munter weiter, bis dann einzelnen Personen soviele Stimmen zudelegiert wurden, dass diese in einer Entscheidung die Mehrheit haben. Streetdogg sieht durch die Kumulierung von Stimmen auf wenige „Mächtige“ ein Problem des Systems und plädiert für eine Abschaltung der Delegationen.
Sebastian Jabbusch hat daraufhin bei den Demokratiepiraten sehr ausführlich auf die Analyse geantwortet: Der Sinn und Zweck von „Delegationen“. Er argumentiert sehr ausführlich für Delegationen und geht mit Gegenargumenten in die Debatte.
Auf jeden Fall sind beide Beiträge eine interessante Analyse und nicht nur für Politikwissenschaftler interessant. Immerhin sieht man hier ein politisches und spannendes Experiment in Echtzeit, was immer wieder aufs Neue auf den Prüfstand sollte, um es besser zu machen.
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: Innenminister kann nicht für die Sicherheit von Twitter garantieren
: Innenminister kann nicht für die Sicherheit von Twitter garantieren Was war das gestern für ein großes Hallo, als Familienministerin Kristina Schröder ihren Kollegen Hans-Peter Friedrich auf Twitter begrüßte:
Ein Aufschrei der Freude und der Bekräftigung ging durch die folgewillige Twitter-Riege der Christdemokraten.
Und auch Qualitätsjournalisten ließen nicht lange auf sich warten:
Dabei war es doch offensichtlich, dass der Account ein Fake war: Er ist auf Nutzerfragen eingegangen.
(das macht ein Minister doch nicht!)Interessant war zu beobachten, wie Twitter-Nutzer, die gestern noch laut über die Sicherheitsbedenken der Qualitätsjournalisten hinsichtlich Twitter gelacht hatten, sich nun an den Account des Regierungssprechers mit der Bitte um „Verifizierung“ wandten. Wäre ja auch noch schöner, wenn der Regierungssprecher auf Twitter nicht für Ordnung sorgen könnte.
Und das tat @DerRegSprecher dann auch:
Mal gucken, wie lange es dauert bis dieser Satire-Account gelöscht wird.
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: Der kurze Frühling von OpenData
: Der kurze Frühling von OpenData Der kurze Frühling von Open Data, der ist vielleicht schon wieder vorbei. Für die politische Kultur der deutschen Parteienlandschaft geht das Transparenz- und damit Demokratiepotential, das in den Prinzipien von OpenGovernment und OpenData steckt, möglicherweise zu weit. Ein Gastbeitrag von Lorenz Matzat.
Open Data, radikale Transparenz oder gar eine Regierung als Plattform, also Open Government wird es in Deutschland noch viele Jahre lang nicht geben. Wenn wir nicht aktiv dafür streiten. Zwei Vorgänge in den letzten Monaten bestärken diese Einschätzung.
Zum einen das Gezerre um die Beteiligungsplattform Adhocracy, die deutlich machte, wie schwer sich viele Berufspolitiker damit tun, Partizipation zuzulassen – selbst in einer Laborsituation wie der Enquete-Komission Internet und Gesellschaft.
Open Government Data, die bedingungslose Zugänglichmachung nicht personenbezogener Daten in maschinenlesbaren Formaten aus Politik und Verwaltung, kennt zwei Pole: Es gibt zum einen die Effizienz-/Wirtschaftssichtweise, die danach fragt, wie sich Regierungs- und Verwaltungshandel optimieren und Unternehmertätigkeit mit diesen Datensätzen stimulieren lässt. Die andere Schule ist die bürgerrechtliche, die OpenData als Weg hin zu mehr demokratischer Teilhabe versteht.
Für die digitalen Bürgerrechtler ist das OpenData-Prinzip nur ein Baustein von OpenGovernment. Hier findet der Serviceaspekt auch Interesse, beispielsweise Wetterdaten oder Müllabfuhrtermine. Zentral geht es aber um Transparenz in den Vorgängen innerhalb von Politik und Verwaltung, etwa Haushaltsdaten oder Gesetzgebungsprozesse.
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: Frankreich: Eine App für Lobby-Transparenz
: Frankreich: Eine App für Lobby-Transparenz Heute haben die Organisationen Regards Citoyens und Transparence International France eine feine App zur Visualisierung von all denjenigen veröffentlicht, die beim französischen Parlament Lobbying betreiben. Hierfür legten rund 3000 Helfer in einem Crowdsourcing-Projekt zunächst eine Datenbank mit mehr als 16.000 Interessenvertretern an.
Die Daten stammen aus Anhängen von insgesamt 1174 Berichten des Parlaments. Hieraus konnte eine Liste von mehr als 16.000 angehörten Personen und ca. 5.000 Organisationen und Unternehmen erstellt werden. Diese Zahlen überschreiten deutlich die 120 offiziell eingetragenen Lobbyisten im Register der Nationalversammlung.
Regards Citoyens bezeichnet das Resultat aber nur als die Spitze des Eisbergs, denn in allein 38% der Berichte der letzten drei Jahre konnten Namenslisten aus Anhörungen gefunden werden. Das Magazin Numerama merkt an, dass im Bereich des Internet 92 % der angehörten Personen nationale Interessen vertreten. Dies ist viel mehr als in den anderen Bereichen, in denen im Durchschnitt um die 11% der Lobbyisten internationale Interessen vorantreiben möchten.
Die Rohdaten können hier und die komplette Analyse (pdf – FR) dort heruntergeladen werden.
(Crosspostng von vasistas?)
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: Pro-Tipp: Nicht jeder Politiker sollte Youtube im Wahlkampf nutzen
: Pro-Tipp: Nicht jeder Politiker sollte Youtube im Wahlkampf nutzen Politiker versuchen ja in den letzten Jahren, alle trendigen sozialen Medien für den eigenen Wahlkampf zu nutzen. Dass man im Einzelfall entscheiden sollte, ob eine Plattform für die Person sinnvoll ist oder nicht, geht dabei gerne unter. In einem Lehrvideo zeigt der FDP-Landtagsabgeordnete Friedhelm Ernst aus Baden-Würtemberg, wie man Youtube nicht einsetzt. Schon gar nicht mit diesem Konzept in epischen acht Minuten Länge:
Für einen kurzen Moment dachte ich an eine gelungene Satire. Die Person scheint aber echt zu sein. Sagt Wikipedia. ;)



