Kultur

Innenminister kann nicht für die Sicherheit von Twitter garantieren

Was war das gestern für ein großes Hallo, als Familienministerin Kristina Schröder ihren Kollegen Hans-Peter Friedrich auf Twitter begrüßte:


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Ein Aufschrei der Freude und der Bekräftigung ging durch die folgewillige Twitter-Riege der Christdemokraten.

Und auch Qualitätsjournalisten ließen nicht lange auf sich warten:

Dabei war es doch offensichtlich, dass der Account ein Fake war: Er ist auf Nutzerfragen eingegangen.
(das macht ein Minister doch nicht!)

Interessant war zu beobachten, wie Twitter-Nutzer, die gestern noch laut über die Sicherheitsbedenken der Qualitätsjournalisten hinsichtlich Twitter gelacht hatten, sich nun an den Account des Regierungssprechers mit der Bitte um „Verifizierung“ wandten. Wäre ja auch noch schöner, wenn der Regierungssprecher auf Twitter nicht für Ordnung sorgen könnte.

Und das tat @DerRegSprecher dann auch:

Mal gucken, wie lange es dauert bis dieser Satire-Account gelöscht wird.

42 Kommentare
  1. Tja, die, die immer einen „Internetführerschein“ fordern, haben ihn offensichtlich selbst am nötigsten…

    Wenn ich schon nicht sicher bin, ob ein Account echt ist -und ich auch nicht in der Lage bin ein Fax zu schicken *rolleyes* – wie wäre es, einfach mal auf der Homepage derjenigen welchen Person nachzuschauen. Dort sollte doch ein eventuell genutzer Twitter-Account aufgeführt sein. Wenn nicht, tja dann halt vorsichtig sein…

  2. Danke für den Lacher Linus :D, der war schön :D

    Ansonsten gilt:
    Nur Schwachsinniges kann man von Schwachköpfen erwarten :D
    So ist das eben.

    Hihi übrigens:
    Atomkraftwerke sind todsicher!

  3. Wetten, dass Friedrich bald wieder das Vermummungsverbot im Internet fordert und von Twitter verlangt, dass sie nur noch ePerso zum Einloggen akzeptieren?
    Ich wähl‘ einfach Piratenpartei.

  4. Was denn nun, echt oder unecht? Ist es denn so schwer als Partei bzw. Regierung miteinander zu reden und beispielsweise auf der Seite der Bundesregierung klar und schnell auffindbar anzugeben, wer welchen Twitteraccount hat?

    Ist doch nervig dieses Hin und Her. Und für die Kopetenz der Regierung spricht es auch nicht, dass ein paar wenige Fake-Accounts alles durcheinander bringen können.

  5. So witzig es im Einzelfall auch sein mag: gerade diejenigen, die von Regierung/Politik/Verwaltung immer mehr Nähe zum Bürger im Netz fordern spielen sich hier wohl gerade selbst einen gewaltige Streich, in dem sie denen in die Hände spielen, die den ‚ganzen Kram im Netz‘ immer schon für unsicher, verwirrend und irgendwie gefährlich gehalten haben.

  6. Oh mann ey und die dachte mir noch so hpfriedrich, ungünstig gewählter name klingt wie hpbaxxter?! Und dann als ich den Account gesehen habe war für mich eigentlich alles klar.
    Aber als schroeder_k ihn als echt bestätigt hatte dachte ich mir ok, der Minister gibt sich lockerer. Die Schroeder_k muss es ja schon wissen, die sind ja schließlich….

    Ihr merkt den Fehler: „Die Schroeder_k muss es ja schon wissen“ m(

  7. Henning hat recht.

    Fakeaccounts als Satire ab zu tun ist grob fahrlässig.
    Ich sehe da auch eine große Gefahr für die Freiheit im Netz.
    Wer Freiheiten zu breit auslebt wird wohl bald keine Freiheiten mehr haben. Und das dann sogar zu Recht!

  8. Das ist ja der absolute Brüller, was mspro da macht. Fake-Accounts sind ja mal ’ne richtig originelle und witzige Idee.

    Der Schockwellenreiter hat schon recht.

  9. „Wer Freiheiten zu breit auslebt wird wohl bald keine Freiheiten mehr haben. Und das dann sogar zu Recht!“

    … zum auf der Zunge zergehen lassen!

    m(

  10. Satire ist und gehört erlaubt.

    Dass man im INternet ggf Erkennungsschwierigkeiten hat ist eine Sache mit der man umgehen sollte. Deswegen aber auf Satire in dieser neuen Form verzichten zu wollen halte ich für falsch.

    Wenn wir uns Freiheiten nicht nehmen, weil wir Angst haben, dass man uns deswegen andere Freiheiten wegnimmt (ehrlich, das passiert auch so ;)), sind wir schon ganz schön weit runter gekommen.

  11. Das ist doch viel interessanter als diese politaffen und ihr getwittere, das ja sowieso nicht von ihnen stammt.

    „Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts: Sitzblockade muss keine Nötigung sein

    Das Bundesverfassungsgericht hat die Rechte von Demonstranten gestärkt. In einem Beschluss entschieden die Karlsruher Richter, dass eine Sitzblockade unter bestimmten Umständen nicht automatisch als eine strafbare Nötigung zu betrachten ist.“

    link:

    http://www.stern.de/politik/deutschland/entscheidung-des-bundesverfassungsgerichts-sitzblockade-muss-keine-noetigung-sein-1669269.html

    1. @Anonymous: Man beachte den Satz nach dem Screenshot.

      „Mal gucken, wie lange es dauert bis dieser Satire-Account gelöscht wird.“

      Und die erste Grundregel gilt natürlich immer: Erst lesen, dann kommentieren.

    1. @Anonymous Dann bist du ja noch retardierter. Wenn Netzpolitik den Ministeraccount für Fake halten würde, den @DerRegSprecher aber für echt, und der bestätigt die Echtheit des Ministeraccounts… merkste was? Also, gib’s zu oder sei still, DU hasts nicht geblickt, nicht Netzpolitik.

  12. Fairerweise sollte man erwähnen, dass sowohl Kristina Schröder wie auch Julia Klöckner inzwischen Korrekturtweets verfasst haben:

    https://twitter.com/#!/schroeder_k/status/53057808551256064
    https://twitter.com/#!/JuliaKloeckner/status/53028457629753344

    Holger Schmidt hat seinen Fehltweet leider nur gelöscht.

    Bis der @DerRegSprecher gelöscht wird, dürfte es noch ein paar Tage dauern. Sofern überhaupt schon eine Beschwerde erfolgt ist.

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