Kultur

Kritische Masse – Der Aufstand der Vielen

Das RBB-Kulturradio sendet am 3.10. das einstündige Feature „Kritische Masse – Der Aufstand der Vielen“ von Thomas Palzer, für das ich u.a. interviewt worden bin. Sebastian Jabbusch wurde zum Thema Liquid-Democracy interviewt und hat die MP3 online gestellt.


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„Eine demokratische Ordnung kann nur demokratisch genannt werden, wenn in ihr auch die Möglichkeit eingeräumt wird, sie infrage zu stellen“, sagt die Berliner Philosophin Juliane Rebentisch. Der beklagenswerte Zustand, in dem sich die Demokratien heute befinden, nennt sich auf gut amerikanisch „post truth democracy“ (New York Times). Es ist ein Zustand der Skepsis, der Utopielosigkeit, des Zynismus und der Ermüdung. Das drückt sich in niedrigen Wahlbeteiligungen und in der Massenflucht aus politischen Parteien, Kirchen und anderen Interessenvertretungen aus.

Allerdings kündigt sich ein Mentalitätswechsel an, der seinen Ausdruck in einer „kritischen Masse“ findet, meint der Autor Thomas Palzer. Diese kritische Masse verstehe Politik nicht als Machtpolitik, sondern als Kunst, nicht „dermaßen regiert“ (Foucault) zu werden. „Die Zukunft der Demokratie liegt in einer Demokratie ohne Zentrum“, sagt der Autor. „Sie ist die angemessene Herrschaftsform für eine Welt, die nach der Globalisierung ebenfalls ohne Zentrum ist.“

11 Kommentare
  1. Diese Müdigkeit wird noch durch die Banken- und Eurokrise verstärkt. Vor allem dann, wenn man hört, daß ein Nein heute kein Nein mehr ist. Bereits morgen soll ein kleines, wehrhaftes Land zur Ordnung gerufen/gezwungen werden, bedeutet Abstimmung bis zum Ja. Das ist es, was die Menschen so anwidert. Es gilt anscheinend nur noch die Macht des Geldes. Die wählen? Das wird nicht nur dort laut gefragt. Überhaupt noch wählen, wenn doch alle gleich sind und machen was sie wollen? Das ist der Frust. Und daher geht es mit Europa bergab. Man sagt sich, dann kann ich ja gleich nach China auswandern, dort brummt wenigstens die Wirtschaft. Die Einheitspartei wird es schon richten.

    Gruß

  2. Sie konnten nicht mehr warten bis morgen, sie mußten das Land heute noch vergewaltigen. Noch Fragen zur Demokratie, noch Fragen zu irgendwas? Ich denke nicht. Das Thema hat sich erledigt.

    Gruß

  3. Ich muss sagen, ein sehr interessanter Artikel. Und es ist die absolut nackte Wahrheit. Mein Lebensgefährte sagt immer zum Spaß:

    “ Wir leben hier doch nicht in einer Demokratie“

    Wir hier zu Hause und in den Familien und im Kleinen schon, nur die Großen wollen oder können es nicht wahr haben.

    Wie man es ändern kann will sich mir noch nicht richtig erschließen, aber es gibt immer einen bestimmten Zeitpunkt. Und diesen gilt es wohl abzuwarten.

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