e-Democracy
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: Deutschlandfunk: Formen des Online-Protests
: Deutschlandfunk: Formen des Online-Protests Philip Banse hat für den Deutschlandfunk über „Formen des Online-Protests“ berichtet, was am 16. Februar gesendet wurde. Davon gibt es auch die MP3. Mit dabei sind u.a. netzpolitik.org, Foebud und Campact.
“Ich glaube nicht, dass sich viel mehr Menschen politisiert haben, nur weil das Internet da ist. Aber diejenigen, die politisch aktiv sind, haben durch das Internet ein Werkzeug bekommen, was politische Arbeit ungemein vereinfacht.”
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: Der Kampf der Kulturen
: Der Kampf der Kulturen Es geht in den aktuellen politischen Debatten um das Internet um mehr als nur unverbundene Einzelthemen. Es geht auch nicht nur um „das Internet“ als Ganzes. Es geht auch um die Demokratiefähigkeit der kommenden Internet-Gesellschaft.
Auf den ersten Blick scheinen es einzelne Konflikte zu sein. Da diskutiert man momentan im Detail und sehr intensiv die Wirksamkeit und Verfassungsgemäßheit von Kinderporno-Sperren . Die Unterhaltungsindustrie fordert Sperren von Peer-to-Peer-Tauschbörsen oder Suchmaschinen wie Pirate Bay, wo das Urteil gerade Wellen schlägt . Second Life hat gerade angekündigt , dass man „Sex, Drogen und Gewalt“ in ein gesondertes Rotlichtviertel verbannen will, das nur per Altersnachweis betreten werden kann. Die Bildungsministerin Annette Schavan hat sich nach dem Massenmord von Winnenden für die Zensur von „Gewaltseiten“ ausgesprochen . Der geneigte Leser und die geneigte Leserin finden sicher noch mehr Vorstöße dafür, dass das Internet auf der Ebene der Inhalte kontrolliert und reguliert werden soll.
Wie hängen diese Themen und Auseinandersetzungen zusammen? Nur schulterzuckend mit dem beginnenden Wahlkampf zu argumentieren reicht auf jeden Fall nicht aus.
Die Zonierung des offenen Kommunikationsraumes
Worum es hier geht, ist die grundlegende Eigenschaft des Internet als offener Kommunikationsraum. Dieser soll nach den verschiedenen Regulierungs-Vorschlägen in nationale und regionale Territorien zerstückelt werden, daneben sollen Alters-Zonen für Erwachsene und Kinder eingerichtet und noch weitere Zäune gebaut und chinesische Mauern errichtet werden. Manche Gegenden dürfen von manchen Leuten schon gar nicht mehr betreten werden, oder wenn, dann nur nach dem Vorzeigen eines Ausweises . Auch die zeitliche Zonierung wird vorangetrieben: Während die von den Zuschauern bezahlten Beiträge der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nur maximal eine Woche lang bereitgestellt werden dürfen, wird anderswo schon über vorgeschriebene „Sendezeiten“ im Internet nachgedacht .
Langsam fügen sich die Stücke zusammen, und die ersten Vorstöße zu einer allgemeinen Legitimierung der Inhalte- und Zugangskontrollen für das Internet tauchen auf. Susanne Gaschke schreibt heute auf der Titelseite der ZEIT, wie aus ihrer Sicht das Pirate-Bay-Urteil, die Kinderporno-Sperren und der Heidelberger Appell zusammenhängen: Es geht gegen „die Ideologen des freien Wissens“ (
Der Text ist konsequenter Weise nicht online verfügbarUpdate: Einen Tag später doch).Und Jan Krone spricht sich ebenfalls heute bei Carta für eine umfassende Regulierung des Internet auf EU-Ebene aus:
Das Credo „im Internet darf jeder, was er will“ stellt zur regulatorischen Entwicklung anderer Verbreitungskanäle von Informationen wie Fernsehen oder Radio eine vergleichsweise lange Epoche dar; die jetzt ihrem unaufhaltsamen Ende entgegenschreitet.
Wie in der EU abschließend darüber gedacht wird, ist noch umstritten. Bei den Verhandlungen zuim Telekom-Paket scheinen die Netz-Aktivisten bislang erfolgreich dafür zu sorgen, dass es keine Inhaltekontrollen gibt. Aber der damalige Innenkommissar Franco Frattini hat bereits vor Jahren deutlich gemacht , worum es auch gehen kann:
I do intend to carry out a clear exploring exercise with the private sector … on how it is possible to use technology to prevent people from using or searching dangerous words like bomb, kill, genocide or terrorism.
Die digitale Freiheit und ihre Gegner
Was die Befürworter der Forderungen nach einer Kontrolle des Internet nicht verstanden haben, ist die spezielle Eigenschaft digitaler Medieninhalte. Sie können einfach beliebig und fast ohne Transaktionskosten kopiert, verteilt, verschlüsselt und gespeichert werden. Es wächst derzeit eine Generation heran, die sich daran gewöhnt hat. Diese Generation wird auch weiterhin von den technischen Eigenschaften Gebrauch machen und sich nicht an künstlich eingezogene Grenzen halten wollen. Wenn nach Pirate Bay auch die Torrent-Suche bei Google verboten werden sollte, dann tauscht man eben wieder auf dem Schulhof per USB-Festplatte oder Handy-Verbindung (das haben wir früher mit C‑64-Games auch so gemacht). Die harte Pädophilen-Szene hat sich ja offenbar bereits auf diese Offline-Vertriebswege zurückgezogen . Und wenn die Regierung eine Great Firewall aufbaut um missliebige Feindsender auszusperren, dann gräbt man eben Tunnel .
Die Versuche, den freien Fluss von Meinungen, Informationen, Kommunikationen und Inhalten technisch zu kontrollieren, können prinzipiell in drei Richtungen ausgehen:
1) Sie werden ins Leere laufen. Damit hat man dann eine Situation, in der immer weiter verbreitete Kulturtechniken offiziell kriminalisiert sind, aber dies so gut wie keinerlei Auswirkungen auf das Nutzerverhalten hat. Ein solches Auseinanderklaffen von Recht und Rechtswirklichkeit kann und sollte auf Dauer nicht durchgehalten werden, weil damit die Idee des Rechts als legitimem Selbststeuerungsmechanismus der Gesellschaft insgesamt in Gefahr gerät.
2) Sie werden Umgehungsstrategien und ‑technologien provozieren, die die Transaktionskosten (wahrscheinlich nur marginal) erhöhen. Damit erzeugt man eine neue digitale Spaltung – zwischen einer neuen Info-Elite, die weiss, wo sie sich ihre Informationen beschaffen und ungestört kommunizieren kann, und denen, die das nicht können. Ob das für eine demokratische Gesellschaft und ihre Ideale von (Chancen-)Gerechtigkeit förderlich ist, wage ich zu bezweifeln.
3) Sie verwandeln den ersten vollständig transnationalen offenen Kommunikationsraum in eine kontrollierte Maschine, die nur noch das zulässt, was vorher technisch erlaubt wurde. Statt Sperrlisten hätten wir dann vom Ministerium für Wahrheit und Liebe herausgegebene Whitelists mit zertifizierten Webseiten, die wir uns zu vorgesehenen Uhrzeiten ansehen dürfen, und in Chats dürfte man nur noch die netten Wörter benutzen , die vorher ins System eingebaut wurden. Dass diese Version eine gesellschaftliche Dystopie darstellt, die mit einer freiheitlichen Gesellschaft nicht vereinbar ist, liegt auf der Hand.
Natürlich rede ich hier nicht dem freien Fluss von Dokumenten des Kindesmissbrauchs das Wort. Auch personenbezogene Daten sollten nicht frei im Netz umherschwirren können, und geschäftsmäßige Urheberrechtsverletzung verstößt im übrigen auch gegen die in diesem Blog verwendete Creative-Commons-Lizenz. Der Punkt ist aber, wie bei der normalen Kriminalitätsbekämpfung auch: Man muss an echte Menschen und wirkliche Täter heran, man muss abwägen nach öffentlichem Verfolgungsinteresse und Schwere des Vergehens, man muss sich auf fundamental veränderte kulturelle Praktiken auch einstellen können.
Wer dabei mit technischen Lösungen auf soziale Probleme reagiert, hat den Wandel, den wir gerade durchlaufen, nicht verstanden. Er hat vor allem nicht verstanden, dass der freie Fluss von Inhalten, Wissen, Kulturgütern und auch von unrasierten und ungewaschenen Meinungen insgesamt ein riesiger Fortschritt ist.
Glücklicherweise hat das die ZEIT verstanden, die heute neben Susanne Gaschke auch den Darwin-Biografen Jürgen Neffe über das Ende des gedruckten Buches und seine multimediale Zukunft schreiben lässt :
Wir sehen Venedig im 17. Jahrhundert, lassen uns durch Vatikan oder Pentagon führen, verfolgen den Briefroman mit der täglichen Mail oder erfahren den biografischen Hintergrund einer Schlüsselszene bei Robert Walser. Wir erleben Autoren im Ringen um ihr Lebenswerk, das sie immer weiter verfolgen und verändern. Andere schreiben runde Bücher mit unendlichen Geschichten ohne Anfang und Ende. Zettels Albtraum als Erfüllung der Träume von Walker Percy und David Foster Wallace mit seinen unsterblichen Fußnoten. Und nur ein Augenzwinkern entfernt, sämtliche Sekundärliteratur – goldene Zeiten für Kundschafter auf den Spuren des K., die mehr verstehen wollen, als sie allein begreifen können.
Der Kampf der Kulturen und die Zukunft der Demokratie
Dieser Kulturkampf, der sich gerade zuspitzt, verläuft zwischen den Vertretern der freien Informations- , Kommunikations- oder Wissensgesellschaft auf der einen Seite und denjenigen, die vor der neugewonnenen Freiheit Angst haben und sie begrenzen und umzäunen wollen.
Natürlich ist das kein reiner Generationenkonflikt zwischen „Digital Natives“ und Internet-Ausdruckern und ‑wiedereinscannern . In jeder Generation (update: und in jeder Partei ) gibt es Menschen, die sich an der hinzugewonnenen Freiheit erfreuen und solche, die sie fürchten. Da unterscheidet sich Deutschland nicht prinzipiell von China. Es könnte aber sein, dass die mit dem Internet und anderen digitalen Kulturtechniken aufgewachsenen Menschen stärker darauf drängen werden, diese Freiheiten auch weiterhin leben zu können. Wir hätten dann auch auf politischer Ebene einen demografischen Wandel hin zu liberaleren oder libertäreren Positionen zu erwarten.
Falls die klassischen Massenmedien und Unterhaltungskonzerne es nicht schaffen, dieser Entwicklung Ausdruck zu verleihen und sie auch in neue Formen von Öffentlichkeit und neue Geschäftsmodelle umzusetzen, dann werden die Kinder der neuen Freiheit ihre eigenen Medien und Öffentlichkeiten schaffen und Musik oder Filme weiterhin als kostenlose Wegwerfware verstehen. Das wäre tragisch, aber kein Untergang. Was noch fehlt, sind dann aber neue übergreifende politische Öffentlichkeiten, die die derzeitige Fragementierung der diversen Blogo‑, Twitter- und Facebook-Sphären in persönliche Öffentlichkeiten und meinungshomogene Echo-Chambers überwinden können.
Falls aber die herrschende Politik (damit meine ich alle etablierten Parteien) darauf nicht reagiert und diesen kulturellen Wandel aufgreift, wird dies zu noch mehr Parteienverdrossenheit (nicht Politikverdrossenheit ) führen, zu mehr außerparlamentartischen Protesten, oder zum Erstarken von thematisch begrenzten Protestparteien. Diese Entwicklung macht mir mehr Sorgen, denn hier geht es um die Integrationsfähigkeit unserer Demokratie.
Es geht aber auch um die technisch bedingte Nachhaltigkeit unserer Demokratie. Wir müssen sehr aufpassen, dass mit all den Kontroll‑, Filter- und Überwachungstechnologien nicht mittelfristig eine Infrastruktur entsteht, die unglaubliche Missbrauchsrisiken birgt. Von Karl Popper stammt der Satz
„Wie können wir unsere politischen Einrichtungen so aufbauen, dass auch unfähige und unredliche Machthaber keinen großen Schaden anrichten können?“
Dass Institutionen und Technologien ähnliche Strukturen haben, wusste schon Arnold Gehlen . Beide sind mehr oder weniger rational geschaffene Werkzeuge, die Handeln ermöglichen, zu dem man als einzelner nicht in der Lage wäre. Spätestens heutzutage, in einer Welt, die so durchdrungen ist mit Technologien, muss Popper daher ergänzt werden durch die Frage:
„Wie können wir unsere technischen Infrastrukturen so aufbauen, dass auch unfähige und unredliche Machthaber damit keinen großen Schaden anrichten können?“
Es geht in den konkreten Auseinandersetzungen um die Regulierung und Kontrolle des Internet im Kern um die Frage: Soll man erst einmal alles zulassen und dann sehen, ob einzelne Gesetze übertreten? Oder soll man von vornherein versuchen, unerwünschtes Verhalten zu verhindern und potenzielle Übeltäter (also uns alle) präventiv zu überwachen und zu kontrollieren?
Was ich an anderer Stelle schon mal dazu geschrieben hatte , gilt heute umso mehr:
Die utopischen Visionen des Netzes basieren auf einem demokratischen Misstrauen der Bürger gegenüber dem Staat, die dystopischen auf einem autoritären Misstrauen des Staates gegenüber den Bürgern. Welche Vision sich am Ende durchsetzen wird, ist noch offen. Der Kampf zwischen ihnen wird allerdings auf beiden Seiten teilweise mit neuen Mitteln geführt, die das Internet erst möglich gemacht hat.
Mal sehen, ob die „Generation Internet“ den Kampf gewinnt.
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: (Update) Gedanken zur medialen Wahrnehmung & Gesetzentwurf am Mittwoch #Zensursula
: (Update) Gedanken zur medialen Wahrnehmung & Gesetzentwurf am Mittwoch #Zensursula Die Provider sollen „das Stoppschild“ nun selber hosten und die Zugriffsdaten dem BKA übermitteln, berichtet heise online am heutigen Montag Abend. Schon am Mittwoch will die Bundesregierung im Kabinett den ersten Gesetzesentwurf über Zensurmaßnahme für das Internet verabschieden, um das Gesetzgebungsverfahren schnellstmöglich auf den Weg zu bringen.
Felix von Leitner bringt den größten Missstand an der aktuellen Wahrnehmung unserer Kritik wie folgt dar:
Leider harken die Medien immer noch auf dem Punkt herum, dass die Sperren nicht funktionieren werden. DAS IST NICHT DER PUNKT. Im GEGENTEIL. Ihr lasst euch da gerade Instrumentalisieren für die nächste Runde. In der ersten Runde etablieren sie Zensur, die nicht funktioniert, aber gerade noch so von den üblichen Mitläufern als vertretbar angesehen wird, und in der zweiten Runde werden sie dann richtige Zensur etablieren, und dann ist es zu spät, grundsätzlich dagegen zu sein, weil wir ja schon Zensur haben.
Dem kann ich mich nur anschließen – nicht zuletzt weil mir diese genauso um Ohren geflogen ist, was dazu führte, dass sie den „Kritiksatz“ in den Ticker-Meldungen am Morgen Unterzeichnung dominierte und wurde nicht immer länger ausgeführt (Angebote an den Quellen vom Netz nehmen.). Grade in meiner Rolle als Leiter der Demo hätte ich hier sensibler mit der Presse umgehen müssen.
Zu dieser Argumentation Felix von Leitner weiter:
Also bitte: erwähnt nicht mehr, dass die Filter nicht funktionieren. Das ist nicht nur ein schlechtes Argument, es ist aktiv kontraproduktiv. Wer das auch nur in den Mund nimmt, ist Teil des Problems, nicht der Lösung.
Bitte – auch wenn das Argument an sich auch garnicht falsch sein mag und solche Sperren immer für irgendwen umgehbar blieben. Denn was das alles in nächster Konsequenz heißt, weiss auch Stefan Krempl auf Heise weiter zu berichten:
Zur Verteidigung gegen diese Kritik schreibt das Kabinett klipp und klar, dass „die Vorschrift auf eine Handlungspflicht ausgerichtet ist, nicht auf einen Erfolg“. Es sei schließlich nach dem gegenwärtigen Stand der Technik nicht auszuschließen, „dass der Zugang zu kinderpornographischen Inhalten trotz der Sperrmaßnahmen der Anbieter nicht vollständig verhindert werden kann“. Es sei aber „bereits viel erreicht, wenn solche Angebote nicht ohne Weiteres zugänglich sind“.
Von Leitners Fazit scheint mir nur plausibel: „Bemerkenswert offenherzig geben sie zu, dass es in der ersten Runde nicht um Erfolg geht. Im Gegenteil. Das SOLL nicht funktionieren, damit es danach eine zweite Runde geben kann.“
Wikileaks & Verlinkungsketten
Ferner möchte ich an dieser Stelle noch auf auf den Bericht und Kommentar von Annika Kremer auf gulli.com verweisen, der sich insbesondere der nun auch geforderten Strafbarkeit von Verlinkung gesperrter Inhalte widmet:Ebenfalls neu ist, dass man die Idee der „Verlinkungskette“ weitertreibt: Nach dem neuen Entwurf sollen nicht nur kinderpornographische Websites gesperrt werden können, sondern auch Angebote, „deren Zweck darin besteht, auf derartige Telemedienangebote zu verweisen“. Wie heise schreibt, könnten damit bei entsprechender Auslegung „auch Whistleblower-Plattformen wie Wikileaks.org aufgrund der bereits wiederholt erfolgten Veröffentlichung von Sperrvorgaben anderer Länder von Anfang an auf die schwarze Liste aufgenommen“ werden. Dann, so befürchtet man, könnten „auch Nutzer dieser Seiten auf dem Umweg über die Provider ins Visier der Strafverfolger geraten.“
Zur der überstürzten Anberaumung der ganzen Maßnahmen und der aktuellen Stimmung meint Kremer weiter:
Durch den Termin in bereits wenigen Tagen lässt man Gegnern der Maßnahmen zudem kaum Zeit zum reagieren. Auch die sich gerade formierende Protestbewegung wird Mühe haben, so etwas wirksames auf die Beine zu stellen. Auch, wenn das Gesetz noch durch den Bundestag muss, was erfahrungsgemäß eine Weile dauert, ist es erschreckend und für die Gegner dieser Maßnahmen problematisch, dass so schnell neue, weitergehende Ideen aufkommen. Das Bild, das einem hierzu einfällt, ist, wieder einmal, das eines DDoS-Angriffs: Eines DDoS-Angriffs auf die Aufmerkamkeit, die Zeit, die Ressourcen der politischen Gegner. Man kann nur hoffen, dass diese zäher und erfindungsreicher sind, als angenommen, und auch unter diesen Umständen noch konstruktiv, konsequent und ohne sich selbst ins Unrecht zu setzen ihre Meinung vertreten.
Update: In einzelnen Rezeptionen dieses Beitrags entgegnet man Felix von Leitners Auffassung damit, dass zum einen keine Zensur vorläge und zum anderen, dass man sich ja mit dem Argument der Unwirksam doch nur gegen Phase wendet. Ich hab mich erstmal zurückgehalten dies zu kommentieren. Nun bezieht Felix Stellung zu diesen Entgegnungen, hier die Kernpunkte:
Punkt 1: „es ist nicht Zensur, wenn man illegale Inhalte aus dem Netz entfernt“.
Antwort: Das ist ja gerade der Punkt! Netzfilter sind eben NICHT ein Werkzeug, um illegale Inhalte aus dem Netz zu entfernen. Netzfilter sind ein Werkzeug der Zensur. Wollte man illegale Inhalte aus dem Netz entfernen, würde man eine Email an den jeweiligen Hoster schreiben und innerhalb von Stunden ist das dann jeweils aus dem Netz. Wenn wir das hier aber auf eine Internet-Zensurliste packen, ist es eben gerade NICHT aus dem Internet entfernt. Die in Deutschland gehosteten Kinderpornos würden dann z.B. aus Österreich oder von Mallorca aus immer noch abrufbar sein, um mal beliebte Ferienorte zu nehmen. Wenn wir das (im Übrigen auch falsche) Argument anwenden, dass wir die Kinderpornographieindustrie austrocknen wollen, indem wir ihnen die zahlenden Kunden entziehen, dann braucht man keinen Mathematiker, um da den Widerspruch zu erkennen.Punkt 2: „ich trete ja gerade gegen die ‚erste Stufe’ ein“.
Das stimmt eben nicht. Wenn jemand gegen Stufe 1 argumentiert, weil die vorgeschlagenen Methoden nicht funktionieren, dann ist das erstens ein schwaches Argument (das ist wie wenn man bei der Prügel-Polizei-Debatte fordert, dass die Cops mit scharfer Munition ausgestattet werden sollen, dann gäbe es weniger Prügelopfer) und zweitens wird es uns bei der jetzt schon absehbaren Debatte um Phase 2 wie ein Bumerang treffen. Und ich kann jetzt schon kommen sehen, dass wir Phase 2 auch verlieren. Phase 1 verlieren wir, weil wir mit schwachen Argumenten wie „aber so filtert man nicht effektiv“ gekommen sind, und Phase 2 verlieren wir, weil wir in Phase 1 gesagt haben, dass die Methode nicht effektiv genug ist.Ich will an dieser Stelle keine Kritik platt machen, bin aber selbst von dieser Auffassung doch leider sehr überzeugt. Das ist alles andere als ein Zuckerschlecken. Es fühlt sich eher nach Granit an.
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: Netzpolitik-Podcast 077: Gesine Schwan über Demokratie
: Netzpolitik-Podcast 077: Gesine Schwan über Demokratie
Der Netzpolitik-Podcast 077 ist ein Gespräch mit Gesine Schwan, die aktuell für das Amt des Bundespräsidenten kandidiert. In dem knapp 55 Minuten Podcast unterhalten wir uns über Demokratie und Partizipation im Allgemeinen und schneiden verschiedene Unterthemen an. Gesine Schwan erzählt, warum sie für das Amt kandidiert und wie sie die Rolle der Bundespräsidentin ausgestalten will. Ein Schwerpunkt soll sein, den Bürgern wieder mehr Glauben an die Demokratie zu vermitteln. Insofern reden wir auch darüber, wie zivilgesellschaftliches Engagament gestärkt werden kann. Ein bisschen schneiden wir gegen Ende auch Internetthemen an. Vor dem Interview hatte ich auf Twitter nach möglichen Themen und Fragen aufgerufen und einige der Fragen dann in das Gespräch integriert.
Wenn ich den Bundespräsidenten wählen könnte, würde ich mich bei den aktuellen Kandidaten für Gesine Schwan entscheiden. Aber leider wird der Bundespräsident nicht von den Bürgern gewählt, sondern von der Bundesversammlung. Warum das Procedere historisch so gemacht wurde, ist auch Thema im Podcast.
Gesine Schwan bloggt auch selbst, was aber auf ihrer Webseite etwas untergeht, weil man dem Blog aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen keinen RSS-Feed geschenkt hat.
(Quelle des Bildes: CC-BY-SA frans.huegel für Wikipedia)
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: Bloggen in Afrika und im Nahen Osten
: Bloggen in Afrika und im Nahen Osten Die Futurezone berichtet immer noch über die Themen der re:publica’09 und hat heute einen Artikel zu „Bloggen in Afrika und im Nahen Osten“.
Welche Potenziale haben Blogs und neue Medien eigentlich abseits der westlichen Welt, etwa in Afrika und im Nahen Osten? Mit dieser Frage blickte die deutsche Bloggerkonferenz re:publica, die von 1. bis 3. April in Berlin über die Bühne ging, über ihren Tellerand hinaus auf Länder wie Kenia und Bahrain. „Das Internet ist ein globales Medium. Da kapselt man sich in seiner eigenen kleinen nationalen Sphäre natürlich nicht ab“, sagt Geraldine de Bastion. Sie arbeitete fünf Jahre für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit und beteiligt sich derzeit für die Berliner Agentur newthinking communications am Aufbau von Open-Source-Entwicklerkollektiven in Afrika, damit mehr Unternehmen in Afrika Open Source als Businessmodell nutzen.
Am heutigen Sonntag Abend gibt es eine ganze Sendung Ö1-Netzkulturmagazin „matrix“ um 22.30 Uhr in Radio Ö1 über die re:publica’09. Das kann man auch per Live-Stream in Deutschland hören.
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: zensurprovider.de: Liste der Zensurprovider
: zensurprovider.de: Liste der Zensurprovider Jüngst wurde unter zensurprovider.de eine Liste aller großen Provider eröffnet, welche ihre Aussagen über ihren Willen zur Unterstützung des Internetfilterungs-Projekt unserer Familienministerin Zensursula von der Leyen zusammenstellt.
Wir möchten Euch an dieser Stelle dazu aufrufen die Provider, welche sich in dieser Frage noch nicht positioniert haben anzufragen, wie sie denn dazu stehen.
Unklar ist dies noch bei AOL, CompuServe, congstar (St. Pauli Sponsor! – vmtl. Ja, weil Tochter der Telekom. Danke endur.), EWE TEL, Kabel BW, M‑net, NetCologne, Strato, Tele2 sowie Unitymedia. Sachdienliche Hinweise bitte per Mail an: sgpluszensur (at) unkreativ (punkt) org oder in die Kommentare.
Bereits auf der Schwarzen Liste stehen die folgenden Provider: Alice, Arcor, Deutsche Telekom, Hansenet, Kabel Deutschland, O2, Vodafone. Wir empfehlen dringenst einen Providerwechsel in Erwägung zu ziehen, sollten sich diese Medienberichte bestätigen.
Auf der Grünen Liste stehen (bislang/noch) lediglich Manitu, QSC (Statement, PDF) und Versatel (s. heise).
Haftungsausschluss: Für die Richtigkeit dieser Angaben wird an dieser Stelle keine Verantwortung übernommen, die Quellangaben finden sich alle unter zensurprovider.de.
Juristisch interessant ist ferner ja mal die Frage, ob die Kunden, deren Provider den Vertrag mit der von der Leyen unterschreiben ein außerordentliches Kündigungsrecht zustehen würde, sollte der Vertrag tatsächlich zustande kommen.
Für den kommenden Freitag ist bereits eine Mahnwache zum Ort und Zeitpunkt der Unterzeichnung des Vertrages zwischen den Providern und von der Leyen geplant. Der Aufruf erscheint heute mittag auf netzpolitik.org.
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: Politcamp09 – Politik trifft Web 2.0
: Politcamp09 – Politik trifft Web 2.0
Der nächste große Event rund um Politik 2.0 nach der re:publica’09 findet am 2. und 3. Mai in Berlin statt: „Politcamp09“ ‑Politik trifft Web 2.0 Am 2. und 3. Mai 2009 findet mit dem Politcamp09 im Radialsystem V in Berlin das erste Barcamp in Deutschland statt, dass sich mit den Themen Internet und Politik auseinandersetzen wird. Kaum ein Thema bewegt die Wahlkämpfer der Parteien im Superwahljahr 2009 so sehr, wie die neue interaktive Welt des Internets. Der Internetwahlkampf Barack Obamas hat im letzten US-Präsidentschaftswahlkampf den Unterschied ausgemacht. Da auch in Deutschland ein Kopf-an-Kopf-Rennen der politischen Lager erwartet wird, positionieren sich bereits jetzt die Strategen der Parteien im Internet. Ob mit team2009.de von der CDU oder Wahlkampf09.de der SPD versucht jede Partei ihr eigenes Soziales Netzwerk aufzubauen. Doch was lässt sich vom US-Wahlkampf tatsächlich auf deutsche Verhältnisse übertragen? Ist Deutschland überhaupt schon so weit oder sind es nur die Politiker, die immer noch nicht auf der Höhe der Zeit sind? Diese Fragen will das Politcamp mit den Verantwortlichen sowie mit Internetexperten, Wissenschaftlern und Journalisten diskutieren.
Das Politcamp 09 ist eine nicht-kommerzielle und überparteiliche Veranstaltung. Das Organisationsteam rund um Valentin Tomaschek (26) und Hansjörg Schmidt (34) setzt sich aus Internetexperten und politischen Aktivisten aus CDU, SPD, Grüne und FDP zusammen. Da es sich um ein Barcamp handelt, wird Ablauf und Inhalte von den Teilnehmern bestimmt.
Das Politcamp09 findet im Radialsystem V, Holzmarktstraße 33 nahe Ostbahnhof statt.
Insgesamt rechnen die Veranstalter mit weit über 500 Gästen. Tickets sind über das Online-Portal http://www.politcamp09.de für 20 Euro zu erwerben.
netzpolitik.org ist Medienpartner des Politcamp09 und ich hab meinen Urlaub extra so gelegt, dass ich (hoffentlich) braungebrannt mehr oder weniger direkt vom Flieger dorthin komme.
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: 4.Kurzstudie „Politik im Web 2.0“
: 4.Kurzstudie „Politik im Web 2.0“ Wir haben heute die vierte Kurzstudie „Politik im Web 2.0 – Zwischen Strategie und Experiment“ veröffentlicht. Die Kurzstudie geht alle drei Monate der Frage nach, welche Rolle das Internet bei den Partei-Strategien im Bundestagswahlkampf spielen wird und welche Plattformen dabei genutzt werden und durch wen?
Die Ergebnisse finden sich in den 16 Seiten des PDF.
Aus der Pressemitteilung:
Klar ist: YouTube und Facebook sind von den Parteistrategen als Plattformen ausgemacht worden, auf denen sie sich den Onlinewahlkampf zutrauen. Hinzu kommt ein wenig Twitter, das in Deutschland trotz starker Medienpräsenz in den letzten Wochen dennoch nicht die große Menge Wähler erreicht. Allerdings wird Twitter den Onlinewahlkampf beschleunigen und viele Multiplikatoren sind jetzt schon auf diesem Wege schnell erreichbar.
Weitere Trends sind erkennbar: Jeder halbwegs motivierte Kandidat wird in einem der kommenden Wahlkämpfe einen Account bei Facebook und Twitter haben, dazu ab und an bei Youtube ins Internet sprechen und vielleicht bloggen. Manche werden das auch selbst machen. Einige Politiker werden sich von der Masse absetzen, indem sie nach den Wahlkämpfen immer noch diese Werkzeuge nutzen und sie in ihren Alltag integrieren.
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: Erster Fall von Wahlmanipulation mit Wahlcomputern
: Erster Fall von Wahlmanipulation mit Wahlcomputern Wir haben ja immer davor gewarnt, dass das möglich ist. Nun wurde offenbar eine Wahlfälscher-Bande zum ersten Mal dabei erwischt , wie Techdirt meldet :
[I]t appears that a group of Kentucky election officials, the circuit court judge and the county clerk, were arrested for changing votes in various elections between 2002 and 2006 on e‑voting machines. The details suggest that there were two parts to the vote changing. First, there was traditional vote buying – where they paid people to vote in a certain way. However, the second involved actually changing voters’ votes on ES&S e‑voting machines.
It didn’t involve any hacking or direct security flaws – but the elections officials made use of the confusing user interface and process of the e‑voting machines to trick voters into leaving before their votes had been cast. That’s because there’s a „vote“ button, that some people (silly them!) assumed meant they actually voted . Nope. It turns out that just gets you to a page to review your vote and then confirm it. However, these elections officials told people that once they hit vote they had voted – and were then able to go in and change the actual votes.
Die haben also offenbar nur die verwirrende Nutzeroberfläche ausgenutzt und die Rechner nicht wirklich manipuliert. Aber mit Papier und Stift wäre das eben nicht möglich gewesen. Viele Wahlbeobachtungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass Wahlcomputer viele, besonders ältere, Menschen verunsichern und oft mindestens dazu führen, dass das Wahlgeheimnis unterlaufen wird (hier nur ein Beispiel ). Mit entsprechender krimineller Energie kann man das natürlich nutzen, um die Stimmen zu manipulieren.
Insofern würde ich auch die Aussage von Techdirt – „it didn’t involve any hacking or direct security flaws“ – so nicht übernehmen. „Sicherheit“ von technischen Geräten ist nämlich nicht nur die Integrität der Technik, sondern auch die Vertraulichkeit und Verlässlichkeit der Interaktion mit dem Benutzer.
Update: Hier gibt es eine ausführliche Geschichte dazu, und die Anklageschrift ist jetzt auch verfügbar.
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: Wähler-generierter Wahlkampf
: Wähler-generierter Wahlkampf Eine data-epi-spacing schöne data-epi-spacing Folge data-epi-spacing vom data-epi-spacing Elektrischen data-epi-spacing Reporter data-epi-spacing behandelt data-epi-spacing das data-epi-spacing Thema data-epi-spacing „Web-Kampagne: data-epi-spacing Wähler-generierter data-epi-spacing Wahlkampf“.
US-Präsident data-epi-spacing Obama data-epi-spacing gilt data-epi-spacing als data-epi-spacing der data-epi-spacing erste data-epi-spacing Internet-Präsident data-epi-spacing überhaupt. data-epi-spacing Denn data-epi-spacing seine data-epi-spacing Strategie data-epi-spacing im data-epi-spacing Web data-epi-spacing war data-epi-spacing ausschlaggebend data-epi-spacing für data-epi-spacing den data-epi-spacing Wahlsieg. data-epi-spacing Er data-epi-spacing und data-epi-spacing sein data-epi-spacing Team data-epi-spacing haben data-epi-spacing die data-epi-spacing Regeln data-epi-spacing des data-epi-spacing Wahlkampfes data-epi-spacing kurzerhand data-epi-spacing umgeschrieben data-epi-spacing und data-epi-spacing es data-epi-spacing verstanden, data-epi-spacing eine data-epi-spacing Fan-Basis data-epi-spacing über data-epi-spacing das data-epi-spacing Internet data-epi-spacing aktiv data-epi-spacing in data-epi-spacing seinen data-epi-spacing Wahlkampf data-epi-spacing einzubinden. data-epi-spacing Mit data-epi-spacing Hilfe data-epi-spacing von data-epi-spacing Mikro-Spenden data-epi-spacing und data-epi-spacing von data-epi-spacing den data-epi-spacing Anhängern data-epi-spacing selbst data-epi-spacing gedrehten data-epi-spacing Wahl-Videos data-epi-spacing wurde data-epi-spacing Obama data-epi-spacing schließlich data-epi-spacing zum data-epi-spacing mächtigsten data-epi-spacing Mann data-epi-spacing der data-epi-spacing Welt. data-epi-spacing Der data-epi-spacing Elektrische data-epi-spacing Reporter data-epi-spacing untersucht data-epi-spacing die data-epi-spacing Mechanismen data-epi-spacing des data-epi-spacing Online-Wahlkampfs data-epi-spacing und data-epi-spacing zeigt data-epi-spacing auf, data-epi-spacing welche data-epi-spacing Lehren data-epi-spacing die data-epi-spacing Wahlkämpfer data-epi-spacing im data-epi-spacing bundesdeutschen data-epi-spacing Superwahljahr data-epi-spacing 2009 data-epi-spacing aus data-epi-spacing der data-epi-spacing Obama-Kampagne data-epi-spacing ziehen data-epi-spacing können.
Hier data-epi-spacing ist data-epi-spacing die data-epi-spacing MP4.
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: re:publica’09: Subkonferenz zu Politik 2.0
: re:publica’09: Subkonferenz zu Politik 2.0 Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung werden wir am Freitag der re:publica’09 die Subkonferenz “Politik 2.0 – Neue politische Öffentlichkeiten im Netz” veranstalten. Die Subkonferenz wird den Einfluß des Internets auf nationale und globale politische Prozesse diskutieren. Ziel der Debatte ist es, einen Überblick zu geben, wie sich der Medienwandel bisher auswirkt und welche Schlüsse daraus zu ziehen sind. Das Internet entfernt sich weiter von den klassischen Massenmedien als es ohnehin in seiner interaktiven technischen Struktur angelegt ist. Jeder Nutzer des Netzes wird gleichzeitig als potentieller Produzent von Inhalten angesehen.
Im Vorfeld der Europa- und Bundestagswahlen wird die Subkonferenz einen Überblick geben, wie Soziale Medien Bürger befähigen, sich politisch zu engagieren und wie die deutschen Parteien und Spitzenvertreter momentan im Netz auftreten. Werden soziale Medien wie Blogs, Social Networks oder Twitter schon genutzt und wenn ja, wie? Was sind erfolgreiche Beispiele? Wie innovativ ist die deutsche Parteienlandschaft in die Einbeziehung des Netzes zur direkten Wählerkommunikation, in den Marketing-Mix und was sind die Partizipationsmöglichkeiten? Was kann man von erfolgreichen Communities wie Wikipedia lernen, um politische Prozesse zu öffnen und welche Vorstellungen gibt es von einer Offenen Regierung? Unterscheidet sich das von jungen Menschen im Netz praktizierte gesellschaftspolitische Engagement in Deutschland von dem in den USA oder im Mittleren Osten?
Gibt es eine politische Blogosphäre in Deutschland? Die Diskussion “Neue europäische Öffentlichkeiten im Netz?” wird Blogger aus verschiedenen europäischen Ländern zusammenbringen und die Frage diskutieren: Was sind die Barrieren für die Erschaffung von europäischen Öffentlichkeiten? Oder gibt es im Netz schon neue Öffentlichkeiten?
Hier ist das Programm. Es gibt noch ganz wenige Karten für die re:publica’09 zu kaufen. -
: Das sprechende Plakat der FDP
: Das sprechende Plakat der FDP In „Das Parlament“ ist ein Beitrag über „Europa-Wahlkampf 2.0″ erschienen. Etwas verwundert bin ich über Sinn und Nutzen eines sprechenden Plakates, was die FDP nutzt:
Für den Europawahlkampf hat sich die FDP eine weitere technische Spielerei einfallen lassen: das „sprechende Plakat“. Wenn die Nutzer mit ihrem Mobiltelefon ein Wahlplakat der Spitzenkandidatin Silvana Koch-Mehrin fotografieren und das Foto an eine bestimmte Mobilfunknummer schicken, bekommen sie einen Link zu einer Videobotschaft im Internet zugeschickt. Beerfeltz ist überzeugt, dass solche Aktionen zum Erfolg führen: „Wer nur auf die alten Wahlkampfmethoden setzt, wird verlieren.“
Hab ich das richtig verstanden? Man fotografiert ein Werbeplakat der FDP, schickt das Foto an eine Telefonnummer und bekommt dann einen Link zu einer Politiker-Videobotschaft, die man sich dann anschauen kann? Gibt es dafür eine Zielgruppe?
Ich wäre mir ja anstelle von FDP-Bundesgeschäftsführer Hans-Jürgen Beerfeltz nicht so sicher.
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: Behördenkommunikation
: Behördenkommunikation Das Bundesjustizministerium veranstaltet Anfang Mai eine Konferenz über die Zukunft des Urheberrechts. Freundlicherweise habe ich dazu die Einladung bekommen mit einem PDF zur Anmeldung. Das soll man faxen oder ausfüllen und zurücksenden. Da ich viel unterwegs bin und seit Jahren zuhause keinen Drucker mehr habe und brauche, dachte, dass ich mich einfach per Mail anmelde und alle relevanten Informationen mitschicke.
Etwas verwunderte mich zwar die Mailadresse copyrightconference@online.de (Kein Scherz – Wahrscheinlich sind dem BMJ die Mailadressen ausgegangen). Gerade bekam ich aber die Antwort: Ist nicht. Anmeldung geht nur, wenn ich das PDF bearbeite. Dazu soll ich den Adobe Reader verwenden. Diesen brauche ich aber in der Regel nicht, weil ich freie PDF-Reader nutze. (Abgesehen davon konnte ich hier auf einem anderen Linux-Rechner das Formular mit Adobe nicht bearbeiten).
Soviel zum Stand der Behördenkommunikation in Deutschland im Jahre 2009. Die Logik hab ich immer noch nicht verstanden, warum ich mich nicht mit allen relevanten Informationen per Mail anmelden kann. Ich hab jetzt nochmal nachgefragt und auf das Ziel der Bundesregierung verwiesen, Offene Standards in der Behördenkommunikation einzusetzen. Mal schauen, was als Antwort kommt.
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: Bürger sollen die Entstehung von data.gov unterstützen
: Bürger sollen die Entstehung von data.gov unterstützen Ein Howto-Wiki auf Wired.com befasst sich mit den Chancen für ein OpenGovernment in den USA, auf das man sich nach der Ernennung von Vivek Kundra zum federal CIO zu hoffen traut.
If you’re a fan of free data flow into and out of the government, Vivek Kundra seems like an ally. But we can’t rest on our laurels. Now is exactly the time when lobbying for particular data and documents to be made accessible could be most effective.
Daher soll der Bürger selbst mithelfen, die über 100 Behörden, die Daten und Statistiken für den Staat sammeln, zu überprüfen und gegebenenfalls zu melden. Als Hindernisse gelten falsche oder einschränkende Formate, erschwerter Zugang durch schlechtes Design oder die Anwendung falscher Technologien zur Verbreitung. Ziel ist es, eine Grundlage für die geplante Plattform data.gov zu schaffen, durch die Problemstellen schnell aufgefunden und behoben werden können.
Die Ergebnisse sollen direkt ins Wiki eingetragen werden, Organisator ist Alexis Madrigal (Twitter: @alexismadrigal).
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: Politik-Websites im Traffic-Vergleich
: Politik-Websites im Traffic-Vergleich Ich hab gerade mal zum Zeitvertreib bei Alexa.com netzpolitik.org mit den Webseiten von SPD, FDP, CDU und Grüne verglichen. Alexa ist zwar aufgrund der umstrittenen Zählweise nicht gerade das super Tool, um genaue Zahlen zu ermitteln. Aber etwas überrascht bin ich von dem Ergebnis, dass alle Partei-Seiten weniger Traffic haben (Also laut Alexa, ich kenne jeweils die Traffic-Zahlen nicht).
Mal schauen, wie sich das im Wahlkampf entwickelt:
Das scheint zumindest meine These zu bestätigen, dass Partei-Webseiten vergleichbar mit Wahlkreis-Büros sind und die Politik auf soziale Plattformen gehen muss, um überhaupt Menschen zu erreichen. In die Wahlkreis-Büros geht ja auch kaum jemand, um sich zu informieren.
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: Blogger im politischen Diskurs
: Blogger im politischen Diskurs Das Wahlkampfarena-Blog hat ein Interview mit dem Blogforscher Dr. Jan Schmidt über „Blogger im politischen Diskurs“.
Dr. Jan Schmidt vom Hans-Bredow-Institut über politische Blogger, den Professionalisierungsgrad der deutschen Blogosphäre und die Rolle von Weblogs im Wahlkampf 2009

