Demokratie

Das sprechende Plakat der FDP

In „Das Parlament“ ist ein Beitrag über „Europa-Wahlkampf 2.0“ erschienen. Etwas verwundert bin ich über Sinn und Nutzen eines sprechenden Plakates, was die FDP nutzt:

Wir finanzieren uns zu fast 100 % aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Für den Europawahlkampf hat sich die FDP eine weitere technische Spielerei einfallen lassen: das „sprechende Plakat“. Wenn die Nutzer mit ihrem Mobiltelefon ein Wahlplakat der Spitzenkandidatin Silvana Koch-Mehrin fotografieren und das Foto an eine bestimmte Mobilfunknummer schicken, bekommen sie einen Link zu einer Videobotschaft im Internet zugeschickt. Beerfeltz ist überzeugt, dass solche Aktionen zum Erfolg führen: „Wer nur auf die alten Wahlkampfmethoden setzt, wird verlieren.“

Hab ich das richtig verstanden? Man fotografiert ein Werbeplakat der FDP, schickt das Foto an eine Telefonnummer und bekommt dann einen Link zu einer Politiker-Videobotschaft, die man sich dann anschauen kann? Gibt es dafür eine Zielgruppe?

Ich wäre mir ja anstelle von FDP-Bundesgeschäftsführer Hans-Jürgen Beerfeltz nicht so sicher.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
26 Kommentare
  1. Oder nochmal zum mitschreiben:
    Ich stelle mich mit einem Fotohandy mit Internet-Zugang vor das Plakat, mache ein Foto, verschicke eine kostenpflichtige MMS um einen Link zu bekommen, mit dem ich ins kostenpflichtige Internet gehen kann um mir zusätzlich auch noch irgendwelchen Quatsch von der FDP anzuhören?

  2. soweit ich weiß, sollen da tatsächlich QR-Codes auf die Plakate. Das hat Beerfeltz wohl nicht so ganz verstanden. In der FDP sitzen insgesamt nicht mehr IT-affine Leute wie in anderen Parteien. Das einzige Unterschied ist, dass die FDP in Sachen fortschrittlicher Wahlkampf führend sein will. Deshalb wird jede Neuerung gleich aufgesogen – egal ob mans versteht oder nicht.

  3. Natürlich gibt es dafür eine Zielgruppe.
    Man sollte ja nicht vergessen, dass der durchschnittliche FDP-Wähler ca. 400 Euro im Monat für Haargel ausgibt.
    Da macht so eine MMS auch nicht viel aus.

    Zudem ist eine Videobotschaft der FDP für einen Kapitalismus-Freak so etwas wie eine Mischung aus Bergpredigt und Porno.
    Also absolut unbezahlbar.

  4. Ich finde die Idee zwar nicht doof, aber zu umständlich. Wer macht denn sowas schon? Origineller wäre ein Plakat mit einem Bewegungsmelder gewesen, das per Zufallsauswahl anfängt zu sprechen, wenn eine Person nahe an ihm vorbeiläuft.

  5. klar gibt es da ne Zielgruppe für:
    MMS sind teuer, Aufsichtsräte und Aktionäre von Telko’s sind FDP Wähler.
    Vermutlich hat die Firma des Schwipschwager der Bundesgeschäftsführund das dazugehöreige Bilderkennungsverfahren erfunden… (von 2D Barcode war da keine Rede, oder!?) Was gib es da zu rätseln?
    Daraus gezielt Partikularintressen, gerne auch von Einzelunternehmern zu vertreten, hat doch die FDP noch nie einen Hel gemacht?

  6. Schön, wie viele Kommentatoren sich hier in Klischees ergehen.
    Zur Sache: QR-Codes waren angedacht, dafür muss das Mobiltelefon zum Lesen aber erstmal über die passende Software verfügen, sonst kann es mit dem Code nichts anfangen. Daher die MMS-Geschichte, die ein interessanter Versuch ist, Printwerbung interaktiv zu gestalten. Es ist ja niemand gezwungen es zu benutzen.

  7. Es ist lächerlich wenn die FDP meint durch sowas modern zu werden oder ihre (gescheiterte) neoliberale Agenda besser an Wähler bringen zu können. Solche Spielereien sind zwar modern und nicht per se schlecht, können aber keine dringend erforderliche Netzpolitik ersetzen.

  8. Die kommen auf Ideen.
    Aber ich glaube der Aufwand und die Kosten sind höher als der Nutzen. Aber hauptsache man ist im Gespräch und somit hat es ja dann mal geklappt! :)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.