Campaigning
-
: Freiheit statt Angst – der Trailer
: Freiheit statt Angst – der Trailer Alexander Svensson hat vor zwei Jahren das grandiose Video „Planet unter Beobachtung“, ein Mobilisierungsvideo für die erste Grossdemo und die Massenklage gegen die Vorratsdatenspeicherung, gemacht. Ich hatte ihn eigentlich nur angefragt, ob er das Datum in dem Video ändern kann, so dass wir es für den 12. September 2009 nutzen können. Daraus ist aber gleich ein neues Video entstanden: „Freiheit statt Angst – der Trailer“
Freiheit statt Angst – der Trailer from Alexander Svensson on Vimeo.
Das Video steht unter der CC-BY-SA und findet sich bei Vimeo, Sevenload und Youtube. Bei Vimeo gibt es auch eien Downloadmöglichkeit in HD-Auflösung. Alexander hat in seinem Blog Wortfeld noch ein paar Worte dazu geschrieben: „Nicht im Kino“.
Update: Verschiedene Downloadmöglichkeiten gibt es jetzt bei Archive.org. U.a. als Quicktime oder OGG.
-
: Zensursula-Songs, Folge drei: Elektro
: Zensursula-Songs, Folge drei: Elektro Nach Schlager und Rock kommt nun auch aus der elektronischen Ecke ein musikalischer Beitrag zur Netzzensur-Debatte: „Grundrechtseingriff“ von k‑ra.wall . Düster, schleppend, eingängig. Und weil es unter Creative Commons 3.0 BY-NC lizensiert ist, hier gleich die MP3 für eure Sammlung.
Update: Die MP3 gibt es auch in höherer Qualität und in Stereo direkt auf der Webseite des Projektes bei lastfm.
-
: Neue Kampagnen-Banner für „Bürgerrechte wählen“
: Neue Kampagnen-Banner für „Bürgerrechte wählen“ Die Wahlkampagne „Bürgerrechte wählen“ hat viele neue Banner-Motive bekommen. Davon gefallen mir einige richtig gut. Diese beiden und noch mehr finden sich in der Banner-Galerie:
-
: Webfilter in Australien: „Save the Children“ meutert
: Webfilter in Australien: „Save the Children“ meutert Zum Wochenendende mal nichts aus Kasachstan oder Indien. In Australien passieren zur Zeit auch interessante Dinge:
CHILD rights groups have come out in force to criticise the Rudd Labor government’s controversial plan to censor the internet, saying the scheme will divert around $33 million away from more effective ways of tackling online child pornography.
In a joint statement with lobby group GetUp, both Save the Children Australia and the National Children’s & Youth Law Centre believe the resources could be better spent on law enforcement agencies battling to eradicate child pornography on the internet. […]
Zum Hintergrund: Auch in Australien stehen seit einiger Zeit Webfilter auf dem Wunschzettel der Regierung. Gesperrt werden sollen, laut Heise Online, neben Kinderpornographie, auch Webseiten mit Darstellungen sexueller Gewalt, Anleitungen zu Verbrechen, Gewalttaten und Drogengebrauch, sowie der Aufruf zu Terrorismus (Die offensichtlichen Fehllistungen auf einer vorab geleakten Sperrliste sollen übrigens noch absurder sein, als die Einträge auf den skandinavischen Listen).
Interessant ist nun, dass sich ausgerechnet die Kinderschutzorganisation „Save the Children Australia“ gegen die Filterpläne positioniert. In Norwegen und Dänemark war die – nach eigenen Angaben – weltweit größte unabhängige Kinderhilfsorganisation noch maßgeblich an der Einführung der Webfilter beteiligt. Auch hier zu Lande versucht der „Save the Children Deutschland e.V.“ aktiv politischen Einfluss zu nehmen.
Siehe auch:
- „Kinderschutz als Geschäftsmodell“ (Odem.blog, 10.07.2009)
- „Rudd & Conroy Gambling On Mandatory Internet Censorship Working“ (broowery.com, 13.07.2009)
„Based on the above probabilities, you are 70 times more likely to win Oz Lotto than you are to randomly access a URL that will be blocked by the mandatory Internet filter.“
-
: Petition gegen ein Verbot von Action-Computerspielen
: Petition gegen ein Verbot von Action-Computerspielen Hatte ich schon früher bei Twitter verlinkt: Die Petition „Straftaten gegen die öffentliche Ordnung – Gegen ein Verbot von Action-Computerspielen“ vom 05.06.2009 richtet sich gegen eine Politik, die Computerspiele als Killerspiele sieht. Bisher wurden 32849 Mitzeichner gefunden und die Petition hat noch durch das (im Gegensatz zur Bekämpfung von Kinderpornographie) populäre Thema und die Mobilisierungsfähigkeit der Computerspieler das Potential, in den kommenden Wochen zur meist gezeichneten Petition zu werden.
Darum geht es konkret in den Forderungen:
Als volljähriger Bürger und Wahlberechtigter bitte ich Sie nachdrücklich, …
• den irreführenden und diskriminierenden Begriff „Killerspiele“ aus der politischen Diskussion zu nehmen.
• das Vertrauen der Öffentlichkeit in die bestehenden staatlichen Jugendschutzmechanismen zu stärken.
• den Vollzug bestehender Gesetze zu verbessern und zu gewährleisten, dass Kindern und Jugendlichen nur Computer- und Videospiele entsprechend der USK-Jugendfreigabe zugänglich gemacht werden.
• Eltern, Pädagogen sowie erzieherisch verantwortliche Personen bei der Förderung der Medienkompetenz zu unterstützen.
• die Computer- und Videospiele-Branche in Deutschland und insbesondere die Ausbildung in diesen zukunftsträchtigen Berufen zu fördern.Der Zensursula-Petitions-Account kann zur Zeichnung gerne zweitverwertet werden.
-
: Demo „Freiheit statt Angst“ braucht deine Mithilfe
: Demo „Freiheit statt Angst“ braucht deine Mithilfe Für die Planung der hoffentlich größten Demonstration gegen Überwachung, Zensur und Einschränkung der Bürgerrechte am 12. September in Berlin brauchen wir noch ein wenig Hilfe. Netterweise gibt es seit dieser Woche ein Koordinations-Büro in Berlin, in dem Nina von der Humanistischen Union, Ryo vom AK Vorrat und viele andere AktivistInnen demnächst viel Zeit verbringen werden. Das Büro ist ein Ladenlokal in Mitte, dort können also demnächst auch Transpi-Malworkshops, PlakatkleberInnen-Treffen, Web-Campaigning-Brainstormings und andere Aktivitäten stattfinden.
Erstmal das ganz Praktische – folgende Dinge werden (auch leihweise) kurzfristig gesucht, um diesen Ort einigermaßen bewohn- und nutzbar zu machen:
- Laptops ~6 Stück, PCs 3 Stück (Laptops für den Einsatz während der Demo, PCs für Büro)
- Beamer
- ca. 4 Switches
- Kühlschrank
- Küchenspüle
- Kaffeemaschine, Wasserkocher
- 2x Regale
- 4x Schreibtischlampen
- Zimmerpflanzen
- 5–10 Stühle
Wer etwas beisteuern kann, wendet sich am besten direkt an
Aktionsbüro „Demonstrationsbündnis Freiheit statt Angst“
Hessische Straße 10
10115 Berlin
projekt (at) humanistische-union.de
www.freiheitstattangst.de
Tel. 030/ 488 206 40 oder 030/ 488 206 41.Danke!
Wer den Aufruf mit unterzeichnen will, schreibt einfach eine Mail an kontakt (at) vorratsdatenspeicherung.de.
Das allgemeine Demo-Wiki gibt es hier .
Spenden (wirklich wichtig – so eine Großdemo kostet echtes Geld!) kann man hier .
Es werden auch noch DesignerInnen , Video-Leute , Bus-KoordinatorInnen , Presse-SpezialistInnen, FahrradfahrerInnen und andere MithelferInnen gesucht. Und natürlich alle anderen, die eine schöne Idee haben, wie wir den Stasi 2.0‑Heinis einen Strich durch die Bundestagswahl machen können. User-generated Protest, my Ass. Zeigt doch jetzt trotz Urlaubszeit noch mal, was geht – damit es richtig groß wird!
Meine Milchmädchen-Hoffnung ist ganz einfach: Wenn jedeR der UnterzeichnerInnen der #Zensursula-Petition nach Berlin fährt am 12. September, und dazu auch noch alle, die die Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung mitgezeichnet haben – dann wird das schon ziemlich fett. „Fett“ im Sinne von „noch nie dagewesen“. Das wär echt schön.
Ach ja, völlig unabgesprochen erkläre ich jetzt mal „#FSA09“ zum offiziellen Hashtag.
-
: Coole Netzzensur – Werbung aus Australien
: Coole Netzzensur – Werbung aus Australien Aus Australien kommt ein ziemlich cooler Anti-Netzzensur-Videoclip:
Mehr Infos hier: GetUp! – Censor This? Censordyne.
-
: Video: Guttenberg gegen die dunkle Seite
: Video: Guttenberg gegen die dunkle Seite Die Tage hatte ich es schon beim Fan-Video von Markus Majowski angekündigt: Der Onlinewahlkampf wird langsam lustig wird. Ein Guttenberg-Fanvideo von dem Youtube-Nutzer wahlsieg09 zeigt, was noch spannendes kommen kann: Guttenberg gegen die dunkle Seite.
Im ersten Teil wird zum Anthem aus dem Soundtrack von „Requiem for a dream“ die dunkle Seite der Macht in Form von Rot-Rot-Grünen Politiker-Bildern an die Wand gemalt und dann kommt zu eine Cover-Version von „Bonnie Tyler – Holding Out For a Hero“ aus dem Shrek2-Soundtrack die helle Seite der Macht in Form von Wirtschaftsminister zu Guttenberg. Ist nicht schlecht gemacht und hat mich gerade echt zum lachen gebracht.
Da es sich hier offensichtlich um einen CSU-nahen Mash-Up handelt: Die Verwendung der urheberrechtlich geschützten Musik und Bilder ohne Lizenz ist übrigens nach geltender Rechtslage illegal und soll nach Ansicht der CDU/CSU im Extremfall mit nichts weniger als Internetentzug bestraft werden. Darauf kann man doch mal bei den eigenen Partei-Spitzen hinweisen.
-
: Demo-Aufruf „Freiheit statt Angst“, Berlin, 12. September
: Demo-Aufruf „Freiheit statt Angst“, Berlin, 12. September Das Bündnis um den AK Vorratsdatenspeicherung ruft, wie schon angekündigt , wieder auf zur Großdemonstration in Berlin im Herbst. Der Aufruftext ist jetzt fertig:
Aufruf für die Demonstration „Freiheit statt Angst 2009“
Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtler rufen bundesweit zur Teilnahme an einer Demonstration gegen die ausufernde Überwachung durch Wirtschaft und Staat auf. Am Samstag, den 12. September 2009 werden sie unter dem Motto „Freiheit statt Angst – Stoppt den Überwachungswahn!“ auf die Straße gehen. Treffpunkt ist um 15.00 Uhr am Potsdamer Platz in Berlin. Die Demonstration ist Teil des europaweiten Aktionstages „Freedom not Fear – Freiheit statt Angst“, zu dem länderübergreifend Proteste gegen die Überwachung der Bürgerinnen und Bürger stattfinden.
Der Überwachungswahn greift weiterhin um sich. Insbesondere die Überwachung am Arbeitsplatz hat zugenommen. Beschäftigte werden in ihrem Arbeitsumfeld, teilweise auch in ihrem Privatleben überwacht. Zugleich registrieren, überwachen und kontrollieren uns staatliche Stellen bei immer mehr Gelegenheiten. Egal was wir tun, mit wem wir sprechen oder telefonieren, wohin wir uns bewegen oder fahren, mit wem wir befreundet sind, wofür wir uns interessieren, in welchen Gruppen wir uns engagieren – der „große Bruder“ Staat und die „kleinen Brüder und Schwestern“ aus der Wirtschaft wissen es immer genauer. Der daraus resultierende Mangel an Privatsphäre und Vertraulichkeit gefährdet unsere Gesellschaft. Menschen, die sich ständig beobachtet und überwacht fühlen, können sich nicht unbefangen und mutig für ihre Rechte und eine gerechte Gesellschaft einsetzen. Eine solche Gesellschaft wollen wir nicht!
Der vermeintliche Sicherheitsgewinn, mit dem Überwachung und Kontrolle oft begründet werden, ist mehr als zweifelhaft: Die Anhäufung von Informationen über die Bevölkerung bietet keinen besseren Schutz vor Kriminalität, kostet uns jährlich aber Milliarden von Euro. Gezielte und nachhaltige Maßnahmen zur Stärkung der Sicherheit bleiben dabei genauso auf der Strecke wie die Lösung drängender Probleme, etwa der Arbeitslosigkeit und der ungleichen Lebenschancen in unserem Land. Darüber hinaus weicht die verstärkte Kompetenzvermischung und Zusammenarbeit zwischen Polizei, Geheimdiensten und Militär die bisherige Balance staatlicher Gewaltenteilung auf. Das führt nicht nur zur Aufhebung rechtsstaatlicher Grenzen der Überwachung im Inland, sondern auch zur zunehmenden Abschottung unserer Gesellschaft nach Außen.
Die Überwachung des Alltags betrifft nicht nur Minderheiten, sondern uns alle: Sie beeinträchtigt die Freiheit unseres Glaubensbekenntnisses, unsere Meinungs- und Informationsfreiheit, die freie Arbeit der Medien, die Koalitionsfreiheit und die Integrität von Unternehmen. Viele zivilgesellschaftliche Organisationen und Berufsgruppen sehen sich in besonderem Maße der Überwachung und Kontrolle ausgesetzt, etwa die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Beratungsdiensten, Ärztinnen und Ärzte, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, Journalistinnen und Journalisten, Rechts-anwältinnen und Rechtsanwälte.Der Respekt vor unserer Privatsphäre ist ein wichtiger Teil unserer menschlichen Würde, beruflich wie privat. Eine freie und offene Gesellschaft kann ohne bedingungslos private Räume und Kommunikation nicht existieren. Deshalb rufen wir alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich an der Demonstration am 12. September 2009 in Berlin zu beteiligen. Wir wollen unsere Sorge um den Zustand des Datenschutzes lautstark zum Ausdruck bringen und ein deutliches Zeichen dafür setzen, dass viele Menschen für ihre Freiheitsrechte wieder auf die Straße gehen!
Treffpunkt für die Demonstration „Freiheit statt Angst 2009“ ist am Samstag, den 12. September 2009 um 15.00 Uhr am Potsdamer Platz. Der Protestmarsch durch die Stadt wird mit einer großen Abschlusskundgebung am Roten Rathaus enden. Auf der Webseite http://www.FreiheitStattAngst.de finden sich jeweils die neuesten Informationen zur Demonstration und den Möglichkeiten, bei der Vorbereitung der Demonstration mitzuhelfen
Unsere Forderungen (Entwurf)
1. Überwachung abbauen
- Abschaffung der flächendeckenden Protokollierung der Kommunikation und unserer Standorte (Vorratsdatenspeicherung)
- Abschaffung der flächendeckenden Erhebung biometrischer Daten, sowie von RFID-Ausweisdokumenten
- Schutz vor Bespitzelung am Arbeitsplatz durch ein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz
- Berücksichtigung des Datenschutzes für Bürger- und Arbeitnehmer/innen bereits in der Konzeptionsphase aller öffentlicher eGovernment-Projekte
- Keine einheitliche Schülernummer (Berliner SchülerID)
- Keine Weitergabe von Informationen über Menschen ohne triftigen Grund; keine europaweite Vereinheitlichung staatlicher Informationssammlungen (Stockholmer Programm)
- Keine systematische Überwachung des Zahlungsverkehrs oder sonstige Massendatenanalyse in der EU (Stockholmer Programm)
- Kein Informationsaustausch mit den USA und anderen Staaten ohne wirksamen Grundrechtsschutz
- Abbau von Videoüberwachung und Verbot des Einsatzes von Verhaltenserkennungssystemen
- Keine pauschale Registrierung aller Flug- und Schiffsreisenden (PNR-Daten)
- Keine geheime Durchsuchung von Privatcomputern, weder online noch offline
- Keine Einführung der Elektronischen Gesundheitskarte in der derzeit geplanten Form
2. Evaluierung der bestehenden Überwachungsbefugnisse
Wir fordern eine unabhängige Überprüfung aller bestehenden Überwachungsbefugnisse im Hinblick auf ihre Wirksamkeit, Kosten, schädliche Nebenwirkungen und Alternativen.
3. Moratorium für neue Überwachungsbefugnisse
Nach der inneren Aufrüstung der letzten Jahre fordern wir einen sofortigen Stopp neuer Gesetzesvorhaben auf dem Gebiet der inneren Sicherheit, wenn sie mit weiteren Grundrechtseingriffen verbunden sind.
4. Gewährleistung der Meinungsfreiheit und des freien Meinungs- und Informationsaustauschs über das Internet
- keine Beschränkung des Internetzugangs durch staatliche Stellen oder Internetanbieter (Sperrlisten)
- keine Sperrungen von Internetanschlüssen.
- Verbot der Installation von Filtern in die Infrastruktur des Internet.
- Entfernung von Internet-Inhalten nur auf Anordnung unabhängiger und unparteiischer Richter.
- Einführung eines uneingeschränkten Zitierrechts für Multimedia-Inhalte, das heute unverzichtbar für die öffentliche Debatte in Demokratien ist.
- Schutz von Plattformen zur freien Meinungsäußerung im Internet (partizipatorische Websites, Foren, Kommentare in Blogs), die heute durch unzureichende Gesetze bedroht sind, welche Selbstzensur begünstigen (abschreckende Wirkung).
Weitere UnterstützerInnen für den Aufruf werden gesucht. Wer mit aufrufen will, schreibt dies bitte an <kontakt(at)vorratsdatenspeicherung.de>.
Das Demo-Wiki wird jetzt nach und nach gefüllt, in Kürze wird es auch Banner, Flyer, ein angepasstes Pagepeel und mehr geben. Wer Ideen dazu hat: Einfach ins Wiki damit!
Auch AktivistInnen in anderen Ländern werden sich hoffentlich wieder in großer Zahl beteiligen. Eine englische Fassung des Aufruftextes wird gerade erstellt.
Ab dem 6. Juli wird es wieder ein Demo-Büro in Berlin geben, das auch als Anlaufstelle für AktivistInnen und HelferInnen fungiert: Hessische Straße 10, 10115 Berlin, Tel: 030/4882 0640 oder 030/4882 0641.
So eine Demo kostet natürlich viel Geld. Dazu steht folgendes Spendenkonto zur Verfügung (steuerabzugsfähig): Kontoinhaberin: Humanistische Union, Kontonummer: 30 74 250, Bankleitzahl: 100 205 00 (Bank für Sozialwirtschaft)
Update: Weil es schon Nachfragen gab und das bei den Suchmaschinenergebnissen auch etwas verwirrend sein kann: Das breite Demobündnis, um das es hier geht (bisher sind u.a. bei der Vorbereitung beteiligt: AK Vorrat, CCC, FoeBuD, FIfF, Humanistische Union, NNM, Piratenpartei, Grüne, Linke, Junge Liberale, ver.di, Neue Richtervereinigung, German Privacy Foundation) ist nicht zu verwechseln mit dem umstrittenen „Aktionsbündnis Freiheit statt Angst“, über das wir leider schon mal berichten mussten.
-
: Oops, she did it again: „Zensursula“ und die 95 KiPo-Schurkenstaaten
: Oops, she did it again: „Zensursula“ und die 95 KiPo-Schurkenstaaten Kleiner Nachtrag zu „Länder zählen mit “Zensursula”“ von gestern Nachmittag. Von der Leyens Aussage, in 95 Ländern der Welt gäbe es keine Gesetze gegen Kinderpornografie, basiert offenbar auf einer 2006 veröffentlichten Studie (PDF) des „International Center for Missing and Exploited Children“ (ICMEC).*
Dirk Landau hat sich diese Studie bereits Anfang des Jahres etwas genauer angesehen. Sein Fazit dürfte keinen Leser unseres kleinen Netzpolitik-Blogs überraschen:
Um es kurz zu machen hier das Ergebnis meiner Recherche:
- In 71 der 95 aufgeführten Länder ist Pornografie per se illegal. Also wäre eine Entfernung kinderpornografischer Inhalte von Servern in diesen Ländern unproblematisch zu gewährleisten.
- Für 9 der Länder kam ich zu keinem Ergebnis ob der Fragestellung
- 15 der 95 erlauben generell Pornografie und sind somit tatsächlich potenzielle „Kinderporno-Schurkenstaaten“
- 3 der letztgenannten haben zwischenzeitlich allerdings entsprechende Kinderschutz-Gesetze, die auch Kinderpornografie berücksichtigen, erlassen
Es verbleiben also 21 {12 sicher + 9 zweifelhaft} Länder für die die Aussage zutrifft, dass es dort derzeit keine rechtliche Handhabe zur Verfolgung und Löschung von Kinderpornografie gebe.
Darunter allerdings auch Länder wie Irak, Osttimor (Timor Leste), Chad oder Congo, die sich in Krieg, Bürgerkrieg, Anarchie oder verfassungsgebender Phase nach derlei Vorkommnissen befinden. […]Ich muss das nicht weiter kommentieren, oder?
*Bei den gut 160 Staaten, in denen es laut von der Leyen Gesetze gibt, dürfte es um die Länder halten, aus denen die UNICEF bis Mai 2002(!) einen Bericht bzgl. der Umsetzung der Kinderrechtskonvention erhalten hat. Warum 160 + 95 Länder mehr sind, als es überhaupt gibt, habe ich hier versucht zu erklären. Nicht plausibel? Versucht einfach wie jemand zu denken, der Stoppschilder im Web für eine effektive Maßnahme gegen kinderpornografische Inhalte hält. Mit Logik kann man die Argumentation nicht fassen.
Update, 07.07.: Laut Heise Online stammt auch die Angabe der 160 Staaten aus der – fragwürdigen ICMEC-Studie.
-
: DLF übersieht Zensursula – Petition
: DLF übersieht Zensursula – Petition Beim Deutschlandfunk ist offensichtlich noch nicht angekommen, dass die #zensursula – Petition die erfolgreichste in der Geschichte des ePetitionssystems des deutschen Bundestages war. In den Nachrichten um 18 Uhr wurde verkündet:
Zahl der Petitionen in Deutschland steigt auf über 18.000
Die Bundesbürger haben sich im vergangenen Jahr mit rund 18.100 Petitionen an den Bundestag gewandt. Dies ist nach Angaben des Petitionsausschusses ein Anstieg um mehr als elf Prozent im Vergleich zu 2007. Jede fünfte Beschwerde betraf die Themen Arbeit und Soziales. So wurde die Forderung, ein Grundrecht auf berufliche Ausbildung im Grundgesetz zu verankern, von 73.000 Bürgern unterstützt. Die Petition für ein bedingungsloses Grundeinkommen erhielt rund 53.000 Unterschriften. Auf den größten Zuspruch traf das Anliegen, die Diesel- und Benzinsteuer zu reduzieren. Diese Forderung wurde von 128.000 Bürgern mitgetragen.
In der offiziellen Meldung des deutschen Bundestages hat man aber die Zensursula-Petition heute genannt:
Die Petition gegen Internetsperren habe in diesem Jahr mit mehr als 134.000 Mitzeichnungen und die Petition für ein bedingungsloses Grundeinkommen mit etwa 52.000 Mitzeichnungen im Internet dazu geführt, dass der Petitionsausschuss in der Öffentlichkeit verstärkt wahrgenommen worden sei.
[danke an Andre]
Update: die Mehrheit der Kommentare ist der Meinung, dass die Meldung nur 2008 beschreibt. Vermutlich ist es etwas verwirrend, weil die in beiden Meldungen genannte Grundeinkommen-Petition Ende 2008 eingereicht, aber erst massiv 2009 gezeichnet und beendet wurde.
-
: Länder zählen mit „Zensursula“
: Länder zählen mit „Zensursula“ Über die vom Familieministerium ausgerichtete „Konferenz zum Schutz vor sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit Fokus auf neue Medien“ und speziell ihre Abschlusserklärung (PDF) war hier ja schon einiges zu lesen.
Gefordert werden in der, unter anderem von Europol, dem Bundeskriminalamt, den Kinderschutzorganisationen Innocence in Danger, ECPAT, Save the Children und UNICEF Deutschland, und natürlich von Ursula von der Leyen unterschriebenen Erklärung, – wenig überraschend – u.a. weitere Websperren.
Das müsse man tun, betont „Zensursula“, wie bei Heise Online zu lesen ist, schließlich hätten …
Nur rund 160 Staaten […] überhaupt eine Gesetzgebung gegen die Vergewaltigung von Kindern, die von den Tätern aufgenommen und übers Netz „massenhaft verbreitet wird“, monierte von der Leyen auf der Tagung; 95 Nationen hätten keine solche Gesetze.
160 Staaten? 95 Nationen? Was denn nun? Zum einen sind „Staaten“ und „Nationen“ politikwissenschaftlich und völkerrechtlich schon einmal zwei Schüsseln Brei. Der Vergleich, bzw. die Gleichsetzung ist also schon grundsätzlich problematisch. Ok, lassen wir das aussen vor. Interessant ist nämlich vor allem ein kurzer Klick in die Wikipedia. Dort kann man nachlesen, dass es derzeit lediglich 193 vollständig von der UNO anerkannte Staaten gibt.
-
: Archiviert: Radiointerviews mit Franziska Heine & Alvar Freude
: Archiviert: Radiointerviews mit Franziska Heine & Alvar Freude
Da in den Kommentaren die Frage aufkam, ob wir die Radioeins-Interviews mit Franziska Heine und Alvar Freude/Martina Krogmann nicht bei Netzpolitik.org archivieren können, habe ich mal beim RBB nachgefragt.Es ist, wie bereits vermutet wurde. Die RBB darf manche Beiträge aus rechtlichen Gründen nicht länger als 7 Tage im Internet anbieten. Ihr wisst schon, damit aus Rundfunkgebühren finanzierte Angebote nicht in Konkurrenz mit privatrechtlichen Programmen treten.
Ja, das ist ein ziemlich idiotische Regelung. Die gute Nachricht: Wir haben eine Freigabe für beide mp3-Clips bekommen! Vielen Dank an Radioeins und den RBB ‚)
-
: Zensursula und die Zeit: Wahrheit oder Pflicht?
: Zensursula und die Zeit: Wahrheit oder Pflicht? Auf das Streitgespräch zwischen Ursula von der Leyen und Franziska Heine in der Zeit hat Markus vorhin ja schon hingewiesen. Für die vergeigte Überschrift …
Die Internetaktivistin Franziska Heine und Familienministerin Ursula von der Leyen streiten über das Verbot von Kinderpornografie
… in der gedruckten Ausgabe hat sich die Redaktion von „Zeit Online“ inzwischen bereits entschuldigt .
Gut, nur bei Twitter (und, wo ich diese Zeilen schreibe, auch in den ersten Blogkommentaren). Dort, wo man allenfalls einen verschwindend geringen Teil der Printleser erreicht. Aber immerhin. In der gedruckten Fassung, die sich, da gekürzt, auch sonst von der online verfügbaren Version des Interviews unterscheidet, bleibt naturgemäß alles, wie es ist. Und damit schlicht falsch und ehrverletzend.
Natürlich streiten Ursula von den Leyen und Franziska Heine nicht über das Verbot von Kinderpornographie, was unterstellt, dass sich Franziska Heine für die Verbreitung von Kinderpornographie aussprechen würde, sondern über die Sinnhaftigkeit von Internetsperren auf Zugangsebene.
So weit, so schlecht. Torsten Kleinz weist in seinem Blog aber noch auf eine weitere bemerkenswerte Passage hin:
-
: Zensi, Zensa, Zensursula: Die ersten Demobilder!
: Zensi, Zensa, Zensursula: Die ersten Demobilder! Berlin. Unter anderem mit Hans-Christian Ströbele und Jörg Tauss (ab heute erster Pirat im Bundestag!):
- http://www.flickr.com/photos/moeffju/sets/72157619906500733/
- http://www.flickr.com/photos/39646155@N02/sets/72157619991348404/
- http://www.flickr.com/photos/38316735@N08/sets/72157619903784059/
- http://www.flickr.com/photos/franzlife/sets/72157619888512418/
- http://www.flickr.com/photos/meine-erde/sets/72157619992832430/
- http://www.flickr.com/photos/opyh/sets/72157619910309121/
- http://www.hauptstadtblog.de/article/5658/15-mann-auf-des-toten-mannes-kiste
- http://www.youtube.com/watch?v=Nk2A3zUc7ps (Handy-Video?)
- http://twitpic.com/7wbxx (Jörg Tauss mit Piratenflagge)
- http://img197.imageshack.us/gal.php?g=p1030171j.jpg
- http://www.abload.de/gallery.php?key=YY7D5660
- http://www.youtube.com/watch?v=LCxk3wkCtVk (Video)
- http://www.youtube.com/watch?v=GM4gxUvmVcY (Video)
Bielefeld
- http://kaesetierchen.de/Zensursula/[…]Bielefeld/index.html
- http://my.opera.com/cLinx/albums/show.dml?id=799785
Bremen
-
: Zensi, Zensa, Zensursula: Heute Demos, fast überall!
: Zensi, Zensa, Zensursula: Heute Demos, fast überall! Ja, ich weiß, das kommt nun vielleicht ein bisschen spät, aber: Die Piraten rufen für heute Mittag (Samstag, 20.06.) in zahlreichen größeren Städten zu Demonstrationen auf. Details und Termine gibt es auf http://www.loeschenstattsperren.de/:
Am Donnerstag, 2009-06-18, stand im Bundestag die Abstimmung über das „Zugriffserschwerungsgesetz“ (ZugErschwG) an, von Menschen mit Ahnung auch zutreffender „Internetzensurgesetz“ bezeichnet. Es wurde mit einer Mehrheit von 389 zu 128 Stimmen angenommen, und das obwohl binnen weniger Wochen eine Petition dagegen über 130.000 Unterzeichnungen erhielt (und damit die erfolgreichste der deutschen Geschichte ist). […] Die Piratenpartei und andere Organisationen organisieren aus diesem Anlass Demonstrationen in so vielen Städten wie möglich, und zwar am
Samstag, 20. Juni 2009, 12:00 Uhr
unter dem Motto
„Löschen statt Sperren – Stoppt die Zensur“
Ihr könnt doch auch gerne das Zensursula-Lied von Diana Leder singen. Mache ich hier am Baggersee auch schon den ganzen Tag.
Rob Vegas schreibt zur Produktion:
Oliver Kels hatte die Idee einen Song zur Zensursula zu produzieren und da konnte ich nicht widerstehen! Im Teamwork ist so unser Beitrag zur Debatte um die Internetsperre entstanden! Gesungen von Diana Leder! Die Mp3 gibt es kostenlos auf www.kels.de
Nein, ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, wer Diana Leder ist (Und die Bilder im Web schaut ihr euch bitte erst ab 16 an!). Egal, Zensi, Zensa – Zensursula, Laa lala Laa Laa la la Laa … Und jetzt alle!
Update von Markus: Anhören auf eigene Gefahr – Wir übernehmen keine Haftung!
-
: Die Internetzensur dämmert in Deutschlands Morgengrauen
: Die Internetzensur dämmert in Deutschlands Morgengrauen Lustig ist, wenn man einen Artikel über die Zensursula-Debatte auf englisch veröffentlicht, jemand ihn nach französisch übersetzt und eine dritte Übersetzung dann auf deutsch erscheint. Aber das Global Voices LIngua Projekt machts möglich. Danke an Paul Lanon. Hier ist jetzt „Die Internetzensur dämmert in Deutschlands Morgengrauen“.
Deutschland steht am Rande der Zensur seines Internets. Die Regierung der Großen Koalition – bestehend aus Sozialdemokraten (SPD) und Konservativen (CDU/CSU) – scheinen sich einig in ihrer Entscheidung: Am Donnerstag stimmt der Bundestag ab über die Errichtung einer Zensurinfrastruktur.
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen stieß eine Diskussion innerhalb der Bundesregierung an, die sie auch anführt, in der es darum geht, zur Bekämpfung von Kinderpornografie, Internetseiten zu blockieren. Die Grundidee: Aufbau einer Zensurinfrastruktur, die kinderpornografische Inhalte blockt. Das Bundeskriminalamt (BKA) verwaltet dabei eine Liste gesperrter Seiten, während die Internetprovider für die Regierung die Zensurinfrastruktur bereitstellen sollen. -
: Bericht von der Sperrwache in Berlin
Wir so damals gegen Zensursula: "Löschen statt Sperren!" : Bericht von der Sperrwache in Berlin Heute Morgen haben wir prominent vor dem Brandeburger Tor mit einer Sperrwache gegen die Zensursula-Gesetzgebung demonstriert. Rund 200–300 Menschen waren da und haben bunt und mit vielen Plakaten und Transparenten ihr Meinung geäussert. Erfreulicherweise waren auch viele Medien unserer Einladung gefolgt und haben Fotos und Videos gemacht. Einige finden sich schon im Netz. Da fast jeder Teilnehmer eigene Kameras dabei hatte, wird es im Laufe des Tages viele Bilder-Galerien zu bewundern geben. Danke an Julia Seeliger für die Anmeldung der Demo.

Das ist vom Wetterfrosch (Hier in groß):
Panorama-Foto von Donald… auf Flickr (Hier in Groß):

Hier sind schon mal einige Links:
Julian hat Fotos auf den selten benutzten Netzpolitik-Account hochgeladen.
Franz Patzig hat vom Transparente malen Fotos gemacht.
Schöne Aufnahmen von Donald… bei Flickr.
Euphoriefetzen hat viele Bilder bei Flickr.
n24 war mit einem mobilen Reporter vor Ort und hat Fotos und Videos gemacht.
Readers Edition: Mahnwache gegen Internetsperrungen. (Bilder-Galerie.)
Selbstportraits der anwesenden FDP-ler finden sich in ihrer Facebook-Gruppe. (Manche hatten das Gefühl, sie hätten die Demonstration verwechselt, da prominente Abgeordnete Slogans wie „Nase raus aus meiner Gesundheit“ auf Hochglanz-Plakaten hoch hielten.)
Auch die Grünen haben jetzt eine Foto-Galerie mit Selbstportraits auf ihrem Flickr-Profil.
Gerne könnt Ihr Eure Bilder und Berichte in den Kommentaren verlinken und ich nehme sie in die Liste auf.
-
: SZ: Das Netz schlägt zurück
: SZ: Das Netz schlägt zurück Johannes Boie hat einen schönen Kommentar in der Süddeutschen Zeitung auf Seite 5 geschrieben: Das Netz schlägt zurück.
Wiefelspütz dürfte damit eine Lektion gelernt haben, die derzeit auch Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) erfahren muss. Sie lautet: Das Netz ist mächtig, es hat die Kraft für gewaltige politische Kampagnen.[…] Beim Kampf gegen die Internetsperren stellen Blogger, Twitter-Benutzer und Forenbetreiber ihr Können als Gegenöffentlichkeit erstmals in Deutschland erfolgreich unter Beweis.[…] Die digitale Protest-Kampagne wird nicht zentral gesteuert, vielmehr verbreitet sie sich unkontrolliert – eine virale Internetkampagne, von deren Schlagkraft werbetreibende Unternehmen nur träumen können. […]


