Linkschleuder

Linktipps der Redaktion

  • : Weltwirtschaftsforum (WEF) setzt sich für internationale netzpolitische Regelungen ein
    Weltwirtschaftsforum (WEF) setzt sich für internationale netzpolitische Regelungen ein

    Am 21. und 24. Januar 2015 findet das 45. Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos statt. Auf dem Programm stehen auch verschiedene netzpolitische Veranstaltungen, die teilweise aufgenommen und per Livestream übertragen werden. Wie heise online berichtet, will das WEF seine „multidisziplinäre Multi-Stakeholder Plattform“ für Internet-Governance-Debatten zur Verfügung stellen, um „Fortschritte“ in der Netzpolitik zu ermöglichen. Dem WEF sind vor allem die globalen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, die auf digitale Vernetzung aufgebaut, wichtig. Internationaler Regelungsbedarf bestehe laut dem veröffentlichten Risk Reports des WEF vor allem bei Cybercrime, Netzneutralität, Datenschutz und Meinungsfreiheit. Hier soll die gemeinsame NetMundial-Initiative des WEF, ICANN und der brasilianischen Regierung zukünftig Lösungsansätze entwickeln. Konnten bei der NetMundial-Konferenz im vergangenen Jahr noch gesellschaftliche Akteure und die technischer Community teilnehmen, so ist das bei dem WEF nicht möglich. Um an den Initiativen des Forums mitwirken zu können, müssen Teilnehmer (Industrie- und strategische Partner) rund 600.000 Schweizer Franken bezahlen. Die Initiative steht zudem in Konkurrenz zu dem Internet Governance Forum (IGF) der vereinten Nationen.

    Netzpolitikexperte Wolfgang Kleinwächter, der als NMI-Botschafter fungiert, erhofft sich einiges von dem neuen Ansatz. Die Initiative des WEF könne nicht nur neue Ressourcen, Expertise und Autorität für die Netzpolitik-Debatte erschließen. Wenn das WEF einlädt, kommen – anders als zum IGF der UN – gern auch die Regierungschefs. Für die kommende Woche werden 40 von ihnen in Davos erwartet. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft, und so könnte die Bewegung seitens des WEF laut Kleinwächter auch dem IGF einen Anstoß geben.

    Der original heise-Artikel findet sich hier.

    19. Januar 2015
  • : LOGO!-Kindernachrichten erklären die Vorratsdatenspeicherung
    LOGO!-Kindernachrichten erklären die Vorratsdatenspeicherung

    Die LOGO!-Kindernachrichten im ZDF-Tivi-Kanal haben gestern in ihrer Sendung die Debatte um die Vorratsdatenspeicherung erklärt. Das gibt es noch in der Mediathek zu sehen.

    (Ist ein Flash-Link, keine Ahnung ob es da Alternativen gibt.)

    17. Januar 2015 11
  • : Vorschläge für den Grimme Online Award 2015 einreichen
    Vorschläge für den Grimme Online Award 2015 einreichen

    Bis zum 15. März können „Websites, Apps und besondere Leistungen für den Grimme Online Award 2015 eingereicht werden“.

    Bereits zum 15. Mal verleiht das Grimme-Institut den renommierten Preis für Online-Publizistik an qualitativ hochwertige Netz-Angebote. „Schon im letzten Jahr gab es großartige multimediale Erzählformen, die auf Weiterentwicklung hoffen lassen“, erklärt die Direktorin des Grimme-Instituts, Frauke Gerlach. „Besonders gespannt bin ich: Was hat sich bei thematischen Specials und webspezifischen Darstellungsformen für aktuelle gesellschaftliche Fragen oder die großen historischen Themen der jüngsten Zeit getan? Verändert sich das Erzählen?“, erwartet sie neugierig die Einreichungen zum diesjährigen Wettbewerb.

    Uns braucht Ihr nicht vorzuschlagen, da wir bereits 2008 in der Kategorie Information nominiert waren und im vergangenen Jahr einen Grimme Online Award in der Kategorie Spezial gewonnen haben.

    16. Januar 2015
  • : diesmal weltweit ausgesucht: CC Affiliates Mixtape No. 1
    diesmal weltweit ausgesucht: CC Affiliates Mixtape No. 1

    Die CC-Länderprojekte heißen in offizieller Diktion „Affiliates“ und haben sich anlässlich des Geburtstages von CC im Dezember zusammengetan und eine Musikkompilation aus frei lizenzierter Musik zusammen gestellt, das CC Affiliates Mixtape No. 1.Einige werden sich erinnern, dass es so etwas schon 2012 zum zehnjährigen CC-Geburtstag einmal gab, aber das damalige „#cc10 Birthday Mixtape“ enthielt nur Tracks aus Europa, denn es war auch nur durch die europäischen CC Affiliates zusammengetragen worden. Diesmal waren alle Affiliates weltweit beteiligt und es gibt Pläne, solche Kompilationen von jetzt an regelmäßig zu machen.

    Die Nummer 1 gibt es beim Free Music Archive, bei Soundcloud und beim Internet Archive.

    [dies ist ein crosspost vom CC DE Blog]

    16. Januar 2015 1
  • : Wikimedia Deutschland sammelt 8,2 Millionen Euro zur Förderung freien Wissens
    Wikimedia Deutschland sammelt 8,2 Millionen Euro zur Förderung freien Wissens

    Wikimedia Deutschland hat das Spendenziel für die Weihnachtskampagne 2014 um 400.000 Euro übertroffen und insgesamt 8,2 Millionen Euro von 382.000 Spenden erhalten. Herzlichen Glückwunsch!

    Die durchschnittliche Spende betrug rund 21 Euro, die häufigste Spende lag bei 5 Euro. Viele Spenderinnen und Spender haben Ihre persönliche Begeisterung für Wikipedia und Freies Wissen in ihren öffentlichen Kommentaren beschrieben. Während der Kampagne haben sich 6.500 Menschen entschieden Mitglied der Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens, Wikimedia Deutschland e. V., zu werden und die Wikimedia-Projekte regelmäßig zu unterstützen. Damit steigt die Mitgliederzahl auf über 18.000.

    16. Januar 2015 4
  • : Nach SPD: Auch Grünen-Spitze signalisiert Zustimmung für Vorratsdatenspeicherung (wohl doch nicht)
    Nach SPD: Auch Grünen-Spitze signalisiert Zustimmung für Vorratsdatenspeicherung (wohl doch nicht)

    Der Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir, hat gestern bei der Sendung Maybritt Illner im ZDF seine Zustimmung zu einer Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung signalisiert, wenn sie denn mit unseren Grundrechten vereinbar wäre und über eine EU-Richtlinie käme. Maybritt Illner fragte: „Würden Sie einer europäischen Lösung, sofern sie denn gefunden wird, zustimmen?“ Und Özdemir antwortete: „Nur wenn sie verfassungskonform ist“. Vorher hatte er gesagt, er sei von dem Instrument nicht überzeugt, hinterher klang das nicht mehr so ablehnend.

    Bisher war die Linie von Bündnis 90/Die Grünen, eine anlasslose Vollprotokollierung unserer Verbindungsdaten generell abzulehnen. Netzpolitiker wie Konstantin von Notz (MdB) oder Jan-Philipp Albrecht (MdEP) setzen sich vehement gegen Bestrebungen ein, dieses Instrument wieder einzuführen. Unklar ist, ob Özdemir sich nur planlos verplappert hat oder Teile der Grünen in dieser Frage Richtung CDU/CSU abbiegen.

    Update: Cem Özdemir erklärte auf Twitter, dass es weiterhin keine anlasslose Massenüberwachung per #VDS geben würde.

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    Das Dementi klingt glaubwürdiger als von der SPD-Spitze.

    Bereits vorgestern hatten Sigmar Gabriel und Thomas Oppermann dieselben Signale an die CDU/CSU gesendet, dass sie einer Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung nach den Vorgaben vom Europäischen Gerichtshof und dem Bundesverfassungsgericht mittels einer EU-Richtlinie nicht im Wege stehen würden.

    Wir bleiben dabei: Eine Vorratsdatenspeicherung, wie auch immer sie nach den Vorgaben von EuGH und BVerfG möglich wäre, stellt trotzdem die Bevölkerung unter Generalverdacht, höhlt die Privatsphäre weiter aus und stärkt den Überwachungsstaat.

    Auch für Cem Özdemir haben wir einige Links zum Thema, um sich darüber zu informieren:

    Vorratsdatenspeicherung: Warum Verbindungsdaten noch aussagekräftiger sind als Kommunikations-Inhalte
    Lieber Bundesnachrichtendienst: Wir erklären, warum Metadaten sehr wohl personenbezogene Daten sind.
    Metadaten: Wie dein unschuldiges Smartphone fast dein ganzes Leben an den Geheimdienst übermittelt
    Vorratsdatenspeicherung visualisiert: Was Verbindungsdaten alles verraten

    16. Januar 2015 12
  • : „Das ist die übliche Desinformation im Netz mit Pegida-Niveau.“
    „Das ist die übliche Desinformation im Netz mit Pegida-Niveau.“

    Mein Lieblingstweet des Tages kommt von Jasper von Altenbockum, der sich nicht zu blöd ist, unseren fünf Jahre alten Schäuble-Remixwettbewerb neben Pegida einzuordnen:

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    Jasper von Altenbockum ist bekannt unter seinem One-Hit-Wonder „Wir brauchen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung“, den er regelmäßig mit unterschiedlichen Füllwörtern dazwischen im Politikteil der FAZ wiederholt. Aber da liegen wahrscheinlich die Nerven blank (oder ich bin gerade einem Twitter-Fake zum Opfer gefallen).

    Der Einleitungsssatz seines FAZ-Artikels sagt ja schon alles:

    „Die Vorratsdatenspeicherung wäre ein Mittel, um den Datenschutz nicht der privatwirtschaftlichen und nachrichtendienstlichen Anarchie preisgeben zu müssen. “

    Auf die Dialektik muss man erstmal kommen!

    16. Januar 2015 2
  • : Morgen im #NSAUA: Der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar
    Morgen im #NSAUA: Der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar

    Morgen könnte es spannend werden, der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar wird im Geheimdienstuntersuchungsauschuss als Zeuge vernommen. Bisher unklar ist, wieviel er von seinem Wissen in der öffentlichen Zeugenbefragung sagen darf. Wir sind gespannt und werden für Euch live von vor Ort mit unserem Protokoll berichten. Theoretisch ab 9 Uhr.

    15. Januar 2015 1
  • : Wir drücken die Daumen: Citizenfour ist für den Oscar nominiert
    Wir drücken die Daumen: Citizenfour ist für den Oscar nominiert

    Der Dokumentarfilm Citizenfour von Laura Poitras über Edward Snowden und seine Enthüllungen ist jetzt für den Oscar nominiert. Herzlichen Glückwunsch, wir drücken die Daumen!

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    15. Januar 2015 5
  • : Die gemeinsame Position bei Fluggastdaten- und Vorratsdatenspeicherung
    Die gemeinsame Position bei Fluggastdaten- und Vorratsdatenspeicherung

    Am Montag gab es in der Bundespressekonferenz einen spannenden Dialog zwischen dem Hauptstadt-Korrespondenten Dieter Wonka und diversen Sprechern der Bundesregierung zur gemeinsamen Position vertritt der Bundesregierung bei der Fluggastdaten- und Vorratsdatenspeicherung. Hier ist das Transcript.

    FRAGE WONKA: Herr Streiter, welche gemeinsame Position vertritt die Bundesregierung zu den Fragen Fluggastdaten- und Vorratsdatenspeicherung?

    SRS STREITER: Eine weitgehend gemeinsame. Um gleich mit Ihrem Lieblingsthema zu beginnen: Was die Vorratsdatenspeicherung betrifft, wissen Sie, dass es im Detail unterschiedliche Auffassungen gibt, aber dass beide Minister dabei in einem guten Gespräch miteinander sind. Wir können ganz zuversichtlich sein, dass

    ZURUF WONKA: Ich verstehe Sie so schlecht!

    SRS STREITER: Doch, das haben Sie gut verstanden. Ich sagte, dass beide Minister in einem guten Gespräch miteinander sind und dass dieses gute Gespräch auch irgendwann einmal zu einem Ergebnis führen wird.

    Was diese Fluggastdaten betrifft, geht es um ein Projekt auf europäischer Ebene. Ich glaube, das ist auch auf einem guten Weg. Aber die Details kann Ihnen sicher das Ressort gerne noch einmal sagen.

    ZUSATZFRAGE WONKA: Wenn ich noch einmal nachfragen darf: Stand jetzt kann ich feststellen, dass sich die Bundesregierung über ihre Haltung zur Vorratsdatenspeicherung noch nicht klar ist und dass sie zur Frage der Fluggastdatenspeicherung derzeit keine Meinung hat. Habe ich Sie da richtig verstanden?

    SRS STREITER: Nö.

    ZUSATZFRAGE WONKA: Könnten Sie netterweise einfach noch einmal zur Position der Bundesregierung Stand jetzt in Sachen Vorratsdatenspeicherung und Fluggastdatenspeicherung antworten. Welche Haltung vertritt die Regierung? Sie ist ja auf internationaler und auch auf nationaler Bühne tätig, wenn der Innenminister nach Paris fährt oder wenn der Bundesjustizminister Der muss doch irgendeine Regierungshaltung vertreten.

    SRS STREITER: Dann fragen Sie ihn doch einmal.

    ZUSATZ WONKA: Entschuldigung, aber Sie sind Regierungssprecher!

    SRS STREITER: Ja, aber das müssen Sie ja nicht alles bei mir abladen. Wie gesagt, zur Vorratsdatenspeicherung habe ich mich schon geäußert. Was die Fluggastdaten betrifft, gibt es Gespräche auf europäischer Ebene, wenn ich das richtig sehe.

    DR. PLATE: Ich kann gerne ergänzen, Herr Wonka, wenn Sie möchten, auch wenn sich das möglicherweise für den einen oder anderen als Wiederholung darstellen wird.

    Zur Vorratsdatenspeicherung ist hier am Freitag ausführlich gesprochen worden und was PNR angeht, ist das ein paar Wochen her. Der Sachstand ist im Wesentlichen unverändert.

    Ich glaube, es gibt vor allen Dingen einen gesonderten Informationsbedarf zu PNR. Es ist ja bekannt, dass auf EU-Ebene die Innenminister einhellig der Auffassung sind, dass das EU-PNR-System kommen muss. Da ist die Baustelle, wenn Sie so wollen, in der Tat nicht innerhalb der Bundesregierung zu suchen, sondern auf europäischer Ebene. Sie wissen, dass es einen Richtlinienentwurf EU-PNR gab, dem das EU-Parlament nicht zugestimmt hat. Dort ist sozusagen der weitere Gesprächsbedarf. Gestern haben die Innenminister in Paris vereinbart, noch einmal gemeinsam mit dem EU-Parlament das Thema aufzunehmen und mit dem EU-Parlament nach Kompromisslinien zu suchen. Sie können selbstverständlich davon ausgehen, dass der Innenminister sich bei dem, was er in diese Kompromissgespräche mitnimmt, vorher mit dem Justizminister abstimmt.

    ZUSATZFRAGE WONKA: Können Sie mir einfach einmal mitteilen, welche abgestimmte Position zwischen Herrn Maas und Herrn de Maizière Minister de Maizière in Sachen Fluggastdatenspeicherung vertritt? Gibt es diese gleiche abgestimmte Haltung auch zum Thema Vorratsdatenspeicherung?

    DR. PLATE: Sie haben ein bisschen eine Suggestivfrage gestellt. Deswegen möchte ich mir erlauben, ein bisschen unabhängig von der Frage das Thema zu erläutern.

    Die Innenminister haben gestern in Paris beschlossen, noch einmal gemeinsam mit dem EU-Parlament Gespräche aufzunehmen, um eine mögliche Kompromisslinie zu suchen. Um eine solche Kompromisslinie zu suchen, sind zahlreiche Gespräche jeweils innerhalb der betroffenen EU-Staaten, also auch innerhalb der Bundesregierung, aber auch insbesondere mit den Berichterstattern zum Beispiel des EP erforderlich. Ich glaube, ich muss ein bisschen Ihre Vorstellung korrigieren, wie das läuft. Es ist nicht so, dass man eine feste Position in der Bundesregierung vereinbart, dann da hineingeht und vielleicht überrascht ist, dass diese Position gar nicht die Billigung des Europäischen Parlaments findet. Das ist ein ständiges Wechselspiel, in dem man Gespräche auf allen Ebenen führt und jeweils rückkoppelt, was geht und was nicht geht.

    Insofern wäre es fahrlässig und ist sicherlich nicht die richtige Herangehensweise, wenn Innen- und Justizminister eine feste, unverrückbare Position mit roten Linien zu beiden Seiten vorher abgestimmt hätten und dann schauen würden, ob das EP zufällig damit einverstanden ist oder nicht. Sie können also davon ausgehen, dass die Minister und die Häuser, die die beiden Minister anführen, in einem ständigen Kontakt sind und man auch mit der nötigen Flexibilität sowohl miteinander als auch mit den europäischen Partnern spricht.

    FRAGE BLANK: Vielleicht kann die Frage ein wenig Licht in die Diskussion bringen, was am Mittwoch in das Kabinett eingebracht wird. Können das vielleicht beide Häuser sagen? Herr Maas hat sich heute Morgen schon geäußert. Das war alles nicht besonders neu: Kennzeichnung Personalausweis usw. Ist geplant, das jetzt schon am Mittwoch ins Kabinett einzubringen, im Laufe des Januar oder später? Kann man Genaueres sagen, was die Bundesregierung möglicherweise zusätzlich als Reaktion auf die Pariser Vorgänge plant?

    DR. PLATE: In Absprache mit dem Kollegen beginne ich einfach einmal. – Am Mittwoch wird im Kabinett unter Federführung des Bundesinnenministeriums der Gesetzentwurf Personalausweisentzug/Ersatzpapier sein. Das ist wahrscheinlich das, was Sie mit „Kennzeichnung“ meinten, wobei es eine Kennzeichnung ja gerade nicht ist, um mögliche Stigmatisierungseffekte von vornherein zu vermeiden.

    Was den weiteren Gehalt Ihrer Frage angeht, was sonst noch so geplant ist: Sowohl der Innen- als auch der Justizminister der Kollege mag ergänzen oder korrigieren sind sich einig, dass das nicht die Zeit für Aktionismus ist. Der Innenminister hat gestern gesagt: Es sind überhaupt noch nicht einmal alle Toten beerdigt.

    15. Januar 2015 2
  • : Kryptografie und ich
    Kryptografie und ich

    Johannes Kretzschmar hat auf Beetlebum ein Kurz-Comic über „Kryptografie und ich“ veröffentlicht, was wir mit seiner Genehmigung gerne crossposten.

    Wobei wir aber dazu sagen: Nur weil Amazon das momentan nicht mit den Empfehlungen hinbekommt heißt das nicht, dass NSA & Co nicht aus vielen Daten sehr viel über uns erfahren können und wollen. Und OTR empfehlen wir sehr gerne weiter.

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    15. Januar 2015 4
  • : Merkel fordert zügige Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung
    Merkel fordert zügige Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung

    Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Rahmen ihrer Regierungserklärung heute morgen unter anderem eine zügige Planung der neuen EU-Richtline zur Vorratsdatenspeicherung gefordert:

    Angesichts der parteiübergreifenden Überzeugung aller Innenminister von Bund und Ländern, das wir solche Mindestspeicherfristen brauchen, sollten wir darauf drängen, dass die von der EU-Kommision hierzu angekündigte, überarbeitete EU-Richtlinie zügig vorgelegt wird, um sie anschließend auch in deutsches Recht umzusetzen.

    Die Erklärung ist in der Bundestagsmediathek abrufbar, interessant wird es ab Minute 14.

    Vor einem Monat berichteten wir exklusiv, dass die EU-Kommission an einer neuen Richtlinie arbeite. Die EU-Kommission ruderte danach kommunikativ zurück. Merkel bestätigt jetzt, dass wir mit unserem Artikel Recht hatten.

    15. Januar 2015 16
  • : Die Schweiz exportiert Überwachungstechnologien an repressive Staaten
    Die Schweiz exportiert Überwachungstechnologien an repressive Staaten

    Wie das schweizerische Tagblatt vor einigen Tagen berichtete, hat das Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) widerwillig eine Liste veröffentlicht, die Informationen über bewilligte Exporte von Dual-Use-Gütern und deren Bestimmungsländern beinhaltete. Unter Dual-Use-Technologien werden Produkte verstanden, die sowohl für zivile als auch militärische Zwecke verwendet werden können. Konkret handelt es sich in diesem Fall um den Export von IMSI-Catcher, die sich als Basisstationen von Mobilfunkbetreibern ausgeben, um Anrufe, SMS und Metadaten mitschneiden zu können. Diese Geräte werden allerdings überwiegend im Rahmen von polizeilichen Überwachungs- und Zugriffsmaßnahmen verwendet. Der veröffentlichten Liste ist zu entnehmen, dass unter anderem das repressiv regierte Land Äthiopien Empfänger von IMSI-Catchern war. Weiterer Bestimmungsländer der Exporte waren Kuwait, Qatar, Libanon, Indonesien, Litauen und Thailand. Aserbaidschan, Bangladesh, Hongkong, Marokko oder Tunesien erhielten Geräte, um diese zeitweise zu „testen“.

    Das heißt: Es handelte sich um Lieferungen für Vorführzwecke. […] «Für definitive Exporte bedarf es eines neuen Gesuchs.» Die Vermutung liegt aber auf der Hand, dass das Seco kaum die Zustimmung verweigert, wenn es Tests zustimmte.

    Pikant sei vor allem die Lieferung an Bangladesh. Wir berichteten bereits über die paramilitärische Spezialeinheit Rapid Action Battalion aus dem südasiatischen Land, die einen Ruf als „Todesschwadron“ hat. Deren Vertreter waren in der Vergangenheit zu Besuch in Zürich, um Überwachungstechnologien bei der Firma NeoSoft zu kaufen. In dem Artikel von Tobias Graefer aus dem Tagblatt heißt es weiter:

    Das Seco reichte 2014 Strafanzeige gegen die Firma Neosoft ein, weil es sie verdächtigt, in Zürich ohne Erlaubnis Leute der Eliteeinheit RAB aus Bangladesh geschult zu haben. Das Seco will nicht sagen, ob es sich bei der temporären Bewilligung um das RAB handelte. Es habe aber keine definitive Genehmigung für die Ausfuhr von Imsi-Catchern für das Land erteilt.

    Der Artikel von Tobias Graefer aus dem Tagblatt ist hier abzurufen.

    14. Januar 2015 2
  • : Morgen im Bundestag: #NSAUA mit Zeugenbefragung Deutsche Telekom und BND
    Morgen im Bundestag: #NSAUA mit Zeugenbefragung Deutsche Telekom und BND

    Morgen tagt wieder der Geheimdienstuntersuchungsausschuss im Deutschen Bundestag. Wir werden wie immer vor Ort sein und für Euch das Protokoll anfertigen, was es sonst leider nicht gibt.

    Und darum gehts morgen:

    Zeugenvernehmung

    Herr H., Telekom (Beweisbeschluss Z‑68)
    Herr A., Telekom (Beweisbeschluss Z‑69)
    Reinhard Breitfelder, BND, ehem. AL 2 (Beweisbeschluss Z‑54)
    K. L., BND, Verfasserin des Schwachstellenberichts (Beweisbeschluss Z‑65)

    Der geplante Sitzungsbeginn der öffentlichen Beweisaufnahme ist 10 Uhr. Allerdings besteht die Möglichkeit einer Verschiebung auf 11 oder 12 Uhr wegen einer Regierungserklärung. Wir werden aber rechtzeitig dort sein und kommen lieber zu früh als zu spät.

    14. Januar 2015 2
  • : Obama gibt heute Pläne zum Netzausbau bekannt
    Obama gibt heute Pläne zum Netzausbau bekannt

    Der Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, scheint seinen deutlichen und viel beachteten Worten zur Netzneutralität nun auch Taten folgen zu lassen: Heute wird er anlässlich seines Besuches in der „gigabit city Ceddar Falls“ Maßnahmen ankündigen, welche den Wettbewerb zwischen den großen amerikanischen Providern verstärken und somit die Preise für Kunden verringern soll. Konkret soll es etwa amerikanischen Städten und Gemeinden ermöglicht werden, kommunale Internetprovider zu gründen:

    The Department of Commerce is launching a new initiative, BroadbandUSA, to promote broadband deployment and adoption. […]

    BroadbandUSA will offer online and in-person technical assistance to communities; host a series of regional workshops around the country; and publish guides and tools that provide communities with proven solutions to address problems in broadband infrastructure planning, financing, construction, and operations across many types of business models.

    Auf der Website des weißen Hauses kann man sich Obamas Rede zu seinen Plänen im Livestream ansehen.

    Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen.

    14. Januar 2015 3
  • : Reuters: Merkel will Vorratsdatenspeicherung
    Reuters: Merkel will Vorratsdatenspeicherung

    Reuters zitiert informierte Unions-Kreise, dass sich Merkel für die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung ausspreche: Merkel besteht auf Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung.

    In der Sitzung der CDU/CSU-Bundestagfraktion sagte die Kanzlerin nach Teilnehmerangaben am Dienstag in Berlin, dass sie eine solche Regelung für eine längere Speicherung von Kommunikationsdaten wolle. Diese sei auch nicht verfassungswidrig, fügte Merkel hinzu.

    Die verfassungskonforme Umsetzung einer Vorratsdatenspeicherung ist natürlich nicht verfassungswidrig, durch die Auflagen von BVerfG und EuGH ist das aber auch nicht trivial. Und selbst wenn man es irgendwie verfassungskonform hinbekommen sollte, bleibt die Kritik: Eine anlasslose Speicherung unserer Verbindungsdaten ist die Aufhebung der Unschuldsvermutung!

    Die spannende Frage ist: Auf welche Seite wird sich die SPD schlagen? Noch gibt Justizminister Heiko Maas die vernünftige Linie vor, die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung aus guten Gründen abzulehnen. Aberd ie SPD besteht auch aus einigen Innenministern der Bundesländer. Und wir erinnern uns noch genau daran, was Sigmar Gabriel Ende 2013 zu Norwegen sagte.

    Bevor wir uns wiederholen, findet Ihr hier mehr Hintergrund zur „Harmlosigkeit“ der Verbindungsdaten:

    Vorratsdatenspeicherung: Warum Verbindungsdaten noch aussagekräftiger sind als Kommunikations-Inhalte
    Lieber Bundesnachrichtendienst: Wir erklären, warum Metadaten sehr wohl personenbezogene Daten sind.
    Metadaten: Wie dein unschuldiges Smartphone fast dein ganzes Leben an den Geheimdienst übermittelt
    Vorratsdatenspeicherung visualisiert: Was Verbindungsdaten alles verraten

    14. Januar 2015 15
  • : Sharing is Caring – Bald 1 Mrd CC-Lizenzierte Werke im Netz
    Sharing is Caring – Bald 1 Mrd CC-Lizenzierte Werke im Netz

    Bei State of the Commons ist eine Infografik zur Verbreitung und Verwendung von Inhalten unter CC-Lizenzen erschienen. Die Daten zeigen, dass sich in den letzten vier Jahren die Zahl der Inhalte unter freien Lizenzen im Netz mehr als verdoppelt hat. Es werden auch verstärkt Inhalte geteilt, die zur kommerziellen Nutzung verwendet und angepasst werden können.

    State of the Commons betont jedoch, dass es sich bei den Daten vermutlich um niedrig angesetzte Schätzungen handelt. Es gibt keinen zentralen Katalog oder ähnliches, in dem diese Werke gelistet sind, deswegen wurden einerseits Daten von Google verwendet und zusätzlich trackte State of the Commons selbst einige der CC-license badges. Den vollständigen Report und die dazugehörigen Daten wurden ebenfalls veröffentlicht, sind aber bisher nur auf Englisch verfügbar.

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    Die Infografik gibt es auch als Download.

    14. Januar 2015 1
  • : Referentenentwurf eines Gesetzes für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen
    Referentenentwurf eines Gesetzes für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen

    Uns wurde der „Referentenentwurf eines Gesetzes für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“ (PDF) mit Stand von gestern zugeschickt.

    Das Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen zielt insbesondere darauf ab,

    – die zügige Einführung nutzbringender Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte zu unterstützen,
    – die Telematikinfrastruktur mit ihren Sicherheitsmerkmalen als die zentrale Infrastruktur für eine sichere Kommunikation im Gesundheitswesen zu etablieren und sie für weitere Anwendungen im Gesundheitswesen und für weitere Leistungserbringer zu
    öffnen,
    – die Strukturen der Gesellschaft für Telematik zu verbessern und ihre Kompetenzen zu erweitern,
    – die Interoperabilität der informationstechnischen Systeme im Gesundheitswesen zu verbessern,
    – telemedizinische Leistungen zu fördern.

    Wir haben gerade genug anderes zu tun, deswegen gibt es noch keine Analyse von unserer Seite. Wir freuen uns aber über Bewertungen und Einschätzungen vor allem aus Datenschutzsicht zu diesem Referentenentwurf.

    14. Januar 2015 4
  • : Leck beim Auslandsgeheimdienst: Spion beim BND stahl Agentenliste
    Leck beim Auslandsgeheimdienst: Spion beim BND stahl Agentenliste

    Der BND-Doppelspion, dem vorgeworfen wird, innerhalb von zwei Jahren 218 geheime Dokumente an US-Geheimdienste verkauft zu haben, hatte wohl auch eine Liste mit 3500 Agenten-Namen (Zahl von Bild, dpa sagt, es seien weniger) auf der Festplatte: Leck beim Auslandsgeheimdienst – Spion beim BND stahl Agentenliste. Jetzt gibt es die Vorahnung, dass diese Liste auch an US-Geheimdienste oder auch andere verkauft sein könnte.

    Aber keine Panik: US-Geheimdienste sind unsere Freunde, die machen damit sicher nichts böses.

    Da kann doch der Bundesnahrichtendienst passend zum Umzug nach Berlin auch eine Reihe neuer Identitäten an seine Mitarbeiter verteilen.

    14. Januar 2015 3
  • : Bündnis von Journalisten- und Medienorganisationen sagt: Keine Vorratsdatenspeicherung!
    Bündnis von Journalisten- und Medienorganisationen sagt: Keine Vorratsdatenspeicherung!

    Eine gemeinsame Erklärung von ARD, dju in verdi, DJV, Freelens, Freischreiber, netzwerk recherche, n‑ost, Reporter ohne Grenzen, VDZ, der Verband Cartoonlobby, VPRT, VDZ und ZDF sagt: Pressefreiheit erkämpfen und verteidigen

    Der Anschlag auf Charlie Hebdo hat uns gezeigt, wie fragil die Presse- und Rundfunkfreiheit ist. Darum wollen wir alles daran setzen, dieser demokratischen Errungenschaft auch im öffentlichen Bewusstsein wieder zu dem ihr zustehenden Rang zu verhelfen und uns nicht mit einem schleichenden Glaubwürdigkeitsverlust der Medien abzufinden.Der Anschlag von Paris darf nicht als Vorwand dienen, mit Maßnahmen wie der Vorratsdatenspeicherung den Informantenschutz und damit eine Säule der Presse- und Rundfunkfreiheit auszuhöhlen. Ebenso sollte die Bundesregierung im Umgang mit anderen Staaten vehement und ohne doppelte Standards für die Verwirklichung der Presse- und Rundfunkfreiheit eintreten.

    14. Januar 2015