Generell
Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.
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: 54 GB syrische Überwachungsdaten im Netz
: 54 GB syrische Überwachungsdaten im Netz Das Telecomix-Kollektiv hat vergangene Nacht rund 54 GB anonymisierte Internetüberwachungsdaten ins Netz gestellt. Das berichtet Metronaut:
Die Daten wurden mit Hilfe der US-Firma Blue Coat Systems in Syrien gewonnen, um Bürger und Aktivisten zu überwachen und zu verfolgen. Blue Coat Systems hat auch eine Tochterfirma in Deutschland mit Sitz in München. Die Firma Blue Coat hat dem syrischen Regime, das seit dem Beginn der demokratischen Revolution mehr als 3000 Menschen getötet hat, ein System zur Verfügung gestellt, mit dem das Land Internetanfragen zensieren und einzelne User und ihre Internetnutzung lückenlos überwachen kann. Die jetzt geleakten Daten umfassen einen Zeitraum vom 22. Juli bis zum 5. August. Die Daten, die anonymisiert ins Netz gestellt wurden, umfassen mehrere Millionen HTTP Requests, sie erlauben einen Einblick in die syrische Überwachungsmaschinerie, die mit Hilfe von westlichen Firmen betrieben wird.
Ein Ausschnitt aus der Meldung vno Telecomix:
They concern seven out of the fifteen BlueCoat SG-9000 devices that we found on the STE backbone network. Log files provide dozens of millions of HTTP requests emitted by dozens of thousands of Internet subscribers of all major ISPs in Syria, and represent 54GB of data. They notably include all requested URLs and how the proxy reacted to these requests. We release them to allow any one who wishes to analyze them to provide a deeper insight on Syrian censorship and create more knowledge to circumvent further attacks on freedom of expression. Statistical analyses can reveal interesting information such as forbidden keywords. Two of them that are already identified are “israel” and “proxy”. Some experiments that we made to confirm the devices behavior are described here: reflets.info . Subscribers’ personal IP addresses have been stripped off the for obvious privacy reasons, but it is indeed possible that some personal data are still present in the requested URLs. Syrian backbone network contains for sure other BlueCoat proxy devices, notably inside Syrian Computer Society IP ranges. More recent logs are not available, maybe because Syrian authorities have eventually secured the logging process and/or because they have upgraded their filtering strategy, now using devices from a German brand called Fortinet. Some BlueCoat devices IPs are the following: 82.137.200.42–56 (STE) and 213.178.244.16 (SCS). Have good fun with these, and feel free to mirror them! streisand.trollab.org sec.tl ftp://bluecoat:bluecoat@telecomix.ceops.eu
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: Piraten wollen ein bisschen mehr Mitspracherecht
: Piraten wollen ein bisschen mehr Mitspracherecht Sebastian Nerz, Bundesvorsitzender der Piratenpartei, hat heute.de ein Interview gegeben, was gestern veröffentlicht wurde. Darin verkündet er, dass er sich Rot-Grün-Orange nach der Bundestagswahl 2013 vorstellen kann, was bisher nicht wirklich in der Piratenpartei diskutiert wurde.
heute.de: Würden Sie Rot-Grün-Orange machen?
Nerz: Wenn sich das anbietet und wenn wir die Möglichkeit haben, unsere Themen und unseren Politikstil durchzusetzen – dann ja, natürlich!Daraufhin übten diverse neue Berliner Abgeordnete scharfe Kritik an Nerz. heute.de berichtet in einem Nachfolge-Artikel:
„Ein bisschen mehr Bescheidenheit wäre angebracht denn mit Bescheidenheit haben wir in Berlin viele überzeugt“, sagt Lauer im Hinblick auf Nerz. Doch Lauer ist nicht der einzige Berliner Nerz-Kritiker: Martin Delius, parlamentarischer Geschäftsführer der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus sagt: „Das Problem ist tatsächlich die mangelnde Bescheidenheit, das mangelnde Understatement.“ Die guten Umfragewerte der Partei im Bund seien ein Grund sich zu freuen, dann aber auch wieder an die Arbeit zu gehen. „Die Piratenpartei hat es in der jetzigen Phase nicht nötig, sich irgendeiner Koalition anzubiedern“, sagt Delius. Zudem sei Nerz’ Aussage nicht durch einen Beschluss der Partei gedeckt. „Ich bin es nicht gewohnt, dass ein öffentlich bekannter und sicher wichtiger Kopf der Partei eine Richtungsdiskussion von oben herab führt“, so Delius weiter.
Etwas deutlicher wurde auf Twitter der Abgeordnete Alexander Morlang als Replik auf einen Tweet von mir:
(Beleidigender Ausdruck) hat versucht, als BuVo inhaltlich was zu sagen. So was failed. der soll nur verwalten.
Ich bin ja über eine andere Stellen im Interview gestolpert:
Wir glauben, dass wir einen neuen Ansatz in der Politik haben: Ein bisschen mehr Mitspracherecht, mehr Transparenz und Offenheit gegenüber den Bürgern.
Das klang auch schon mal radikaler und „ein bißchen mehr…“ könnte so auch von den Linken, den Grünen und Teilen der SPD stammen.
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: Michael Naumann segelt ins Delirium
: Michael Naumann segelt ins Delirium Der ehemalige Kulturstaatsminister und jetzige Cicero-Chefredakteur Michael Naumann hat einen Kommentar zur Piratenpartei geschrieben: Mit vollen Segeln in die Vergangenheit..
Kurz zusammengefasst: Er hat eine negative Meinung, aber kaum Sachkenntnis, er verwechselt einige Sachen und baut ansonsten einen Großteil seiner Argumentation auf Fehlinterpretationen auf. Liest das Niemand gegen? Ich hab in letzter Zeit selten einen so kurzen Text mit so vielen Fehlern über die Piratenpartei gelesen.
Das fängt mit der Behauptung an, dass die Piratenpartei das Urheberrecht abschaffen wolle und endet damit, dass die „Algorithmen hinter den Software-Programmen ihrer Geräte das Eigentum ihrer Entwickler“ seien, was zum Glück mit den Protesten gegen Softwarepatente vor einigen Jahren verhindert wurde.
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: Doppelmoral? Siegfried Kauder und das Urheberrecht (Update)
: Doppelmoral? Siegfried Kauder und das Urheberrecht (Update) Möglicherweise nimmt Siegfried Kauder die Sache mit dem Urheberrecht nicht ganz so genau, wie man das bei seinen markanten Forderungen nach Internetentzug bei Urheberrechtsverstössen vermuten könnte. Am Dienstag schrieb Leonhard Zech auf Google+ ein Gedicht über Siegfried Kauder und stellte darin die Vermutung auf, dass dieser auf seiner Webseite mehrfach das Urheberrecht Anderer verletzen würde. Auf seiner Webseite finden sich einige Bilder aus seinem Wahlkreis. Diese haben eine so große Ähnlichkeiten mit Bildern des Fotodienstes Panoramio, dass man vermuten könnte, die Bilder seien von dort übernommen. Als ich das las, hab ich den Fotografen über den Dienst angeschrieben, aber keine Antwort erhalten.
Das Blog Piratig.de hat gestern die Sache nochmal aufgegriffen und Herrn Kauder über Abgeordnetenwatch die Frage gestellt, ob es sich hierbei um Urheberrechtsverletzungen handle, wofür dieser sich ja Internet abschalten wünscht. Auf Abgeordnetenwatch warten bisher 143 Nutzer auf eine Antwort und werden sicherlich enttäuscht werden, weil Siegfried Kauder nicht so auf Bürgerdialog dort steht.
Mittlerweile sind aber einige Bilder auf der Wahlkreis-Seite nicht mehr da, was die These von der Urheberrechtsverletzung stützt. Anscheinend liegen die Bilder aber noch auf dem Server und wurden lediglich aus dem CMS radiert (Sofern da überhaupt ein CMS im Einsatz ist). Im Internet-Archive kann man den Stand der Webseite noch von gestern bewundern, offensichtlich sind dort mehr Bilder zu finden als jetzt auf der Webseite zu sehen sind.
Das Büro von Siegfried Kauder möchte dazu übrigens keine Auskunft geben, der Webmaster ist wohl zufällig verreist.
Update: Siegfried Kauder hat jetzt eine Urheberrechtsverletzung zugegeben, kann ja mal passieren. Etwas bizarr klingt seine Stellungnahme gegenüber Spiegel-Online:
„Ich bin denen dankbar, die mir Gelegenheit gegeben haben zu zeigen, dass das Warnmodell funktionieren kann. Ich wurde auf die Verwendung von zwei Lichtbildern auf meiner Homepage aufmerksam gemacht, die urheberrechtlich geschützt sind.“ Tatsächlich betrachtet Kauder sich in seiner Idee eines dreistufigen Vorgehens mit Androhung von Internet-Entzug gegen Copyright-Sünder bestätigt: „Die Fotos sind entfernt. Also: Das Warnmodell funktioniert.“
Gegenüber Heise erklärte er außerdem:
Kauder bittet in diesem Zusammenhang um Kenntnisnahme, „dass die Urheberrechte an den beiden Fotos inzwischen mir zustehen. Dies als Warnhinweis für eine eventuelle Absicht, die Fotos im Rahmen ihrer Berichterstattung anderweitig verwenden zu wollen.“ Wie sich der CDU-Politiker das grundsätzlich nicht veräußerbare Urheberrecht an den Bildern gesichert haben will und ob der ertappte Abgeordnete die Veröffentlichungen der Fotos anderswo nun verfolgen wird, geht aus der Stellungnahme nicht hervor.
Ich finde es übrigens prima, dass jetzt schon nach Sebastian Edathy mit Siegfried Kauder das zweite Mitglied im Rechtsausschuss mit Urheberrechtsverletzungen im Internet konfrontiert wird. Es wäre ja erfreulich wenn bei den Damen und Herren in dem für das Urheberrecht federführendem Ausschuss das Bewusstsein wachsen würde, dass man im Internet als „normaler“ Nutzer ständig über Urheberrechtsfallen stolpert und wir daher ein anderes Urheberrecht brauchen – anstatt mehr Repression und Verschärfung. Wie soll man denn als „normaler“ Nutzer das kapieren, wenn schon die Juristen Fehler begehen, die für die Gesetzgebung zuständig sind?
Nochmal Update: Hier ist seine Stellungnahme als PDF. Samt krummer Straßenverkehrsmetapher. Der Unterschied zum Straßenverkehr ist ja, dass dieser rechtsstaatlich geregelt wird. Bei dem Warnmodell soll eine Privatpolizei diese Warnungen durchsetzen. Hier in den Kommentaren tauchen übrigens weitere Urheberrechtsverletzungen durch Siegfried Kauder auf.
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: Andreas Baum wird erster Fraktionsvorsitzender der Piraten
: Andreas Baum wird erster Fraktionsvorsitzender der Piraten Die zukünftige Piraten-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus hat heute den ehemaligen Spitzenkandidaten Andreas Baum zu ihrem ersten Fraktionsvorsitzenden für ein Jahr gewählt. Herzlichen Glückwunsch an @rka. Er setzte sich im zweiten Wahlgang mit neun Stimmen knapp gegen den ehemaligen Laienhallenbodenturner Fabio Reinhardt mit acht Stimmen und dahinter dem ehemaligen Schultheater-Schauspieler* Christopher Lauer mit sieben Stimmen durch. Interessanterweise führte Lauer das Rennen im ersten Wahlgang mit sieben Stimmen, Baum erhielt dort lediglich vier Stimmen.
Bei der Wahl zum Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden wurden Heiko Herberg (11), Fabio Reinhardt (10) und Susanne Graf (9) gewählt. Parlamentarischen Geschäftsführer ist Martin Delius. Er setzte sich mit 14 Stimmen gegen Gerwald Claus-Brunner mit 4 Stimmen durch.
Protokoll und alle Infos sind hier.
*Ironische Anspielung auf seine Bewerbungsrederede.
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: Wie Facebook den Logout simuliert.
: Wie Facebook den Logout simuliert. Nachdem Facebook dank des Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein vor einigen Wochen in den Schlagzeilen stand und beschuldigt wurde mit dem Like-Button und seiner Trackingfähigkeit gegen deutsches Datenschutzrecht zu verstoßen, hat nun der Australier Nik Cubrilovic Interessantes herausgefunden:
Wenn ein Facebook-Nutzer sich aus dem Netzwerk ausloggt, werden nicht alle erhaltenen Cookies gelöscht, sondern lediglich als „ausgeloggt“ markiert und mit neuen Ablaufdaten versehen. Beim Aufruf einer Seite, die Facebook-Elemente integriert hat, werden auch Daten aus der vorherigen Facebook-Session mitgesendet.
Das bedeutet also, dass auch nach dem Ausloggen das Surverhalten des Nutzers mit seinem Facebook-Account in Verbindung gebracht wird. Dies ist sicherlich nicht im Sinne eines Logouts. Die einzige Möglichkeit sich diesem accountgebundenen Tracking zu entziehen ist das vollständige Entfernen der erstellten Cookies.Facebook begründet dieses Verfahren mit Usability und Sicherheit. Nutzer müssten sich dann nicht aufwendig identifizieren, wenn sie sich von einem anderen Computer einloggen würden. Gleichzeitig wird aber an die Nutzer appelliert, dem Unternehmen zu vertrauen, und an einer Lösung gearbeitet.
Diese Entdeckung reiht sich nahtlos in bereits bekannt gewordene Auswüchse über die Datensammelwut Facebooks ein und trägt sicher nicht dazu bei, das Unternehmen in einem weniger skeptischen Licht zu betrachten.
Update: In seinem neuen Blogpost schreibt Cubrilovic über den Dialog, den er in den letzten zwei Tagen mit Facebook bezüglich des Logoutvorgangs geführt hat. Der fragwürdige Cookie, der die Nutzer-ID enthielt, wird von nun an beim Ausloggen gelöscht. Das Verbleiben dieses Cookies wird von Facebook auf einen Bug zurückgeführt. Übrig bleiben zwei Cookies zur Browseridentifikation, die aber angeblich nicht im Zusammenhang mit dem Account gebracht werden und ein weiterer zur Verhinderung von XSS-Attacken. Zu letzterem wartet Cubrilovic noch auf eine Antwort auf die Frage, ob dieser mit der Nutzer-ID abgeglichen würde. Zusätzlich enthalte ein weiterer Cookie einen Zeitstempel, der es Facebook erlaubt, für die Performanzevaluierung einzelne Anfragen zu identifizieren. Auch dieser Cookie könne mit der Nutzer-ID verlinkt werden, was laut Facebook aber nicht passiere.
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: Urheberrecht: Kauder will Internet-Entzug
: Urheberrecht: Kauder will Internet-Entzug Gestern berichteten wir über die Pläne von Siegfried Kauder (CDU), ein Warnmodell bei Urheberrechtsverletzungen einzuführen. Dabei gingen wir davon aus, dass er lediglich ein 2‑Strikes Warnmodell will (als Zwischenlösung auf dem Weg zu einem 3‑Strikes-Modell mit Internet wegnehmen). Aber er denkt 2‑Strikes anders als das Original. Die Originalidee der Musikindustrie waren drei Schritte, erstmal eine Warn-Email, dann einen Brief und dann Internet wegnehmen. Das wurde erstmals in Frankreich umgesetzt und seitdem in einige Länder in verschiedenen Ausführungen exportiert. Kauder will den zweiten Schritt einfach überspringen.
Aber Spiegel-Online hat wohl bei ihm nachgefragt und die Antwort erhalten, dass er konkret an „Drei Wochen“ Internet wegnehmen denkt. Warum drei Wochen verfassungsrechtlich unbedenklich sein sollte (sagen wir gegenüber sechs Monaten), ist mir gerade unklar.
„Wenn ein großes Werk nicht kommt, dann fange ich eben mit einem kleinen an“, sagte Kauder gegenüber SPIEGEL ONLINE. Seine Idee: Ein Warnmodell, bei dem Rechteinhaber sich bei den Providern über Copyright-Sünder beschweren. Erst gibt es einen Hinweis, im wiederholten Fall dann Internet-Entzug – ganz ohne Gerichtsverfahren. Verfassungsrechtliche Bedenken hat er dabei nicht, denn die Sperre soll nur für einen kurzen Zeitraum gelten. „Ich denke da an drei Wochen“, so Kauder.
Interessant daran ist, dass im Koalitionsvertrag steht: „Wir werden keine Initiativen für gesetzliche Internetsperren bei Urheberrechtsverletzungen ergreifen.“ Mal schauen, wie sich die Koalition dabei verhalten wird. Vielleicht sucht man ja eine Lösung, wie man das „gesetzliche Internetsperren“ durch eine privatwirtschaftliche Regelung umgehen kann. Also statt dem französischen Weg einfach den britischen versuchen.
Der UN-Menschenrechtsbeauftragte findet, dass
Sperren von Internetanschlüssen, ganz gleich welche Gründe angeführt werden – einschließlich Gründe der Verletzung von Rechten des geistigen Eigentums, unverhältnismäßig sind und daher gegen Artikel 19, § 3 des internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte (ICCPR-International Covenant on Civil and Political Rights) verstoßen.
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: Das neue Facebook: Nix wie raus hier
: Das neue Facebook: Nix wie raus hier Letzte Woche verkündete Mark Zuckerberg, der Gründer und CEO von Facebook, eine ganze Reihe von neuen Funktionen für seine Plattform. Spiegel Online fasst es so zusammen:
Alle Fotos, alle Videos, alle gelesenen Bücher, jedes selbstgekochte oder im Restaurant eingenommene Essen, überhaupt alle Lebensereignisse in einer Art Endlos-Steckbrief vereint, unten die Geburt, oben die Gegenwart – das ist Facebooks neue Vision von der eigenen Rolle im Leben seiner Nutzer.
Zuckerberg hofft, dass die Nutzer detaillierte Aufzeichnungen über jeden Aspekt ihres Lebens auf Facebooks Servern hinterlassen. Als Nutzer wirst du diese Informationen mit deinen „Freunden“ teilen. Aber letztendlich entscheidet immer Facebook, wer darauf Zugriff hat. (Probiert doch einfach mal, die Daten, die euer soziales Netzwerk ausmachen, aus Facebook zu exportieren und anderswo zu nutzen.)
Das mag ein recht bequemer weg für die einzelne Nutzerin sein, ihre Umgebung auf dem neuesten Stand zu halten. Doch der Effekt summiert sich: Facebook wird quasi sein eigenes Internet.
Aber eben gerade nicht wie das Internet. Das Internet ist dezentralisiert. Facebook dagegen ist einer dieser „walled gardens“, von denen wir gehofft hatten, dass sie mit dem (un)seligen AOL endgültig verschwunden seien.
Facebook ist radikal zentralisiert. Das Internet ist radikal dezentralisiert: Es gibt keinen zentralen Punkt, an dem es kontrolliert und zensiert werden kann.
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: ARD, ZDF und die Verleger: Das Gebührenwucherphantom
: ARD, ZDF und die Verleger: Das Gebührenwucherphantom Stefan Niggemeier hat sich den aktuellen Propaganda-Feldzug der Verleger gegen die Öffentlich-Rechtlichen näher angeschaut: Das Gebührenwucherphantom.
Es ist schwer, darin einen Skandal zu sehen. Natürlich kann man der Meinung sein, dass die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland ohnehin schon über viel zu viel Geld verfügen und in Zukunft deutlich schrumpfen sollten. Aber man muss schon ideologisch verblendet sein und irreführend rechnen, um aus einem Wachstum unterhalb der Inflationsrate einen Beleg für Maßlosigkeit und Gier der öffentlich-rechtlichen Anstalten zu machen.
Den Gegnern von ARD und ZDF in den Verlagsredaktionen, den Lobbyverbänden und der Politik ist das mit vereinten Kräften gelungen. Mit teils bloß reflexhafter, teils sicher bewusst einseitiger Berichterstattung haben sie die Bedarfsanmeldung in den vergangenen Tagen in grotesker Weise skandalisiert. Es ist ein Lehrstück darüber, wie man mit geschickter Propaganda den Verlauf einer Debatte fast vollständig bestimmen kann.
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: Berlin: Mitschnitt der Piratenpartei-Pressekonferenz
: Berlin: Mitschnitt der Piratenpartei-Pressekonferenz Phoenix hat heute neben diversen anderen Kamerateams von der Pressekonferenz der Berliner Piratenpartei berichtet und das gibt es bereits als Mitschnitt im Netz:
Und so sah das von der anderen Seite aus, wie @rka twitterte:
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: Bis 14 Uhr noch: Wahltippspiel zur Abgeordnetenhauswahl heute in Berlin
: Bis 14 Uhr noch: Wahltippspiel zur Abgeordnetenhauswahl heute in Berlin Auf www.wahlrecht.de, einer sehr hilfreichen Webseite, wenn es um Wahlen, Wahlrecht und Umfragen geht, kann man bis heute 14 Uhr noch an einem Wahl-Tippspiel zur Berliner Abgeordnetenhauswahl teilnehmen. Mit leicht bedienbaren Reglern kann man seinen Tipp für alle in den Umfragen halbwegs aussichtsreichen Parteien abgeben und mit einem Namen oder Nicknamen absenden. Registrierung ist nicht erforderlich.
wahlrecht.de ist als @Wahlrecht_de auch bei Twitter.
Da es mit dem Tippspiel natürlich nicht getan ist, heißt es danach: Auf ins Wahllokal! Der Wahlleiter bietet dazu auch eine Wahllokalsuche an. Die tatsächlichen, offiziellen Wahlergebnisse wird es nach 18 Uhr dann wohl hier geben.
(Danke für den Hinweis an Xander)
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: Schlechte Aussichten: Netzneutralität im Europäischen Parlament
: Schlechte Aussichten: Netzneutralität im Europäischen Parlament Derzeit wird der Entwurf des Entschließungsantrags zum “Offenen Internet und zur Netzneutralität” im Europäischen Parlament diskutiert. Genauer gesagt findet zunächst eine Abstimmung über diesen Entwurf im Ausschuss Industrie, Forschung und Energie (ITRE) des EU-Parlaments statt.Vorsitzender des Ausschusses ist CDU-Mitglied Herbert Reul.
Netzneutralität bedeutet die Gleichberechtigung aller Datenpakete, also die diskriminierungsfreie Übertragung aller Datenpakete unabhängig davon, wer sie sendet, wer sie empfängt, was sie beinhalten und wie wichtig oder unwichtig sie sind. Einige Telekommunikationsunternehmen fordern jedoch seit längerem, bestimmte Datenpakete langsamer oder schneller durch das Netz transportieren zu dürfen. Sollten sich die Unternehmen durchsetzen und zukünftig über die Art des Transports unserer Daten entscheiden können, bestünde nicht nur die Gefahr eines Zweiklasseninternet sondern auch des Eingriffs in unsere Privatsphäre. Netzneutralität ist also nicht nur ein wichtiger Faktor für Innovation im Netz, sondern auch für die Meinungsfreiheit und den freien Zugang zu Wissen und Information.
So wie der Entschließungsantrag derzeit vorliegt, ist er jedoch alles andere als förderlich und nahezu gefährlich für den Schutz der Netzneutralität in Europa. Mit diesem Antrag soll das Parlament beispielsweise beschließen, dass aufgrund der vorliegenden Analyse keine eindeutige Notwendigkeit für ein weiteres regulierendes Einschreiten im Bereich der Netzneutralität besteht – obwohl die Realität uns in zahlreichen Beispielen das Gegenteil beweist. Die Niederlande haben erst kürzlich genau aus diesem Grunde beschlossen, die Netzneutralität gesetzlich zu verankern. Dann erwähnt der Entwurf “potentielle Herausforderungen” bei einem Abweichen vom Prinzip der Netzneutralität, wie z.B. dem Eindringen in die Privatsphäre, des Blockierens von Diensten oder der Beschränkung der freien Meinungsäußerung – obwohl auch dies alles längst Realität ist.
Hier nur einige Perlen aus dem von vorne bis hinten misslungenen Text (pdf):
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: Uhl zur VDS-Petition: Falsch verstandenes Freiheitsbild
: Uhl zur VDS-Petition: Falsch verstandenes Freiheitsbild Nach #iminteretgeboren geht jetzt Hans-Peter Uhl mit einem neuen Slogan auf Tournee. Angesprochen auf die Petition gegen die Vorratsdatenspeicherung und ihre Unterstützer (also uns) sagte Uhl in der Tagesschau:
Das sind Menschen, die ein falsch verstandenes Freiheitsbild haben. Sie glauben, Internet ist nur so gesichert, wenn grenzenlose Freiheit ohne jede staatliche Aktivität sicher gestellt ist.
Lieber Herr Uhl, Sie haben da was falsch verstanden. Ebenso wie in der analogen Welt wollen wir auch in der digitalen Welt nicht gespeichert haben, wo wir in den vergangenen sechs Monaten waren und mit dem wir wo gesprochen haben. Wenn das ein falsch verstandenes Freiheitsbild ist, wie ist denn dann Ihr Richtiges?
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: Input für nächste CC-Lizenzversion
: Input für nächste CC-Lizenzversion … ist nach wie vor gefragt, denn morgen fällt der Startschuss für den Diskussionsprozess über die CCPL 4.0. Vorschläge für Neues und Kritik an der derzeitigen Version 3.0 (am besten mit wenigstens irgendeinem Lösungsansatz) können auch über die cc-de Mailingliste geschickt werden. Mehr dazu unter http://de.creativecommons.org/gib-mir-vier/
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: Zeitbombe Internet: Geht’s auch eine Nummer kleiner?
: Zeitbombe Internet: Geht’s auch eine Nummer kleiner? Es gibt Bücher, die will man nicht lesen. Das liegt dann entweder am Autoren, viel häufiger aber am Titel und/oder dem Klappentext. „Zeitbombe Internet: Warum unsere vernetzte Welt immer störanfälliger und gefährlicher wird“
(Partnerlink) ist so einer. Die beiden Zeit-Redakteure Thomas Fischermann und Götz Hamann haben sich darin das Internet vorgenommen. Oder vielmehr: es versucht. Es ist überaus interessant, zu sehen, wie sich durch die Brille mittelalter Printredakteure dieses Internet so verhält.
Zeit-Redakteure schreiben nicht so oft Bücher. Susanne Gaschke macht das gern. Sie hat immer Angst vor der Beschleunigung und diesem ganzen Digitalen. Fischermann und Hamann schreiben seit Jahren auch immer wieder über das Internet. Und genau so schreiben sie auch ihr Buch: Es liest sich wie ein überlang geratenes Zeit-Dossier. Viel Reportage. Wir wissen nach dem Lesen nicht nur, dass Adam Selipsky bei Amazon für AWS zuständig ist. Wir erfahren auch, dass er „dunkle schwarze Locken“ hat. Dass er gern „beim Sprechen mit beiden Armen weit ausholt“. Und sein Hemd irritierend gestreift sei. Wir erfahren zudem etwas über die Beschaffenheit des Linoleumsboden beim Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar. Wer so einen durchgelaufenen Linoleumboden hat, der kann doch niemals Facebook oder Google regulieren?
Was in einem Zeitungsartikel nett ist, wird in diesem Buch zum anstregenden Klamauk.
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: Hessicher Landtag diskutiert über Live-Bloggen
: Hessicher Landtag diskutiert über Live-Bloggen Im hessischen Landtag wird tatsächlich diskutiert,ob Live-Bloggen aus einem Untersuchungsausschuss verboten werden sollte: Landtag verloren in der Blogosphäre.
Dürfen Zuhörer live aus einem Untersuchungsausschuss des Landtags bloggen? Und wenn ja, wie? Nach dem Verbot im Steuerfahnder-Ausschuss durch den FDP-Abgeordneten Leif Blum sucht der Landtag nach Antworten.
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: 30 Jahre CCC
: 30 Jahre CCC Der Chaos Computer Club feierte gestern 30. Geburtstag. Dazu gab es zahlreiche Berichte, wovon ich hier nur einige ausgewählte verlinke:
Auf Twitter wünschte man sich selbst:
Danke für die Glückwünsche! Wir hätten folgende Geburtstagswünsche: keine #VDS, dafür Informationsfreiheit & Abschaffung der Terrorgesetze.
Heise: 30 Jahre CCC: Am Anfang war das Chaos
Heute ist der Chaos Computer Club eine respektierte Institution der Bundesrepublik. Seine Repräsentant/Innen diskutieren mit Bundesministern, sie sitzen in parlamentarischen Enquete-Kommissionen, melden sich regelmäßig in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung „Aus dem Maschinenraum“ und kuratieren Wettbewerbe wie Vergessen im Internet. Vergessen sind da schnell die Anfänge, als vor 30 Jahren die ersten Komputerfrieks zusammenkamen und sich chaotisch organisierten.
Taz: Gemeinsam gegen die Großmächte.
Vor 30 Jahren gründete sich der Chaos Computer Club – in der „taz“. Heute ist er so weit etabliert, dass sogar Bundesrichter auf seine Expertise setzen.
Tagesthemen: Chaos Computer Club feiert 30. Geburtstag
Andreas Bogk wurde ausführlich von n‑tv.de interviewt: „Sind eine registrierte Lobbyorganisation“.
Digitale Verbraucherzentrale, Think Tank, Internetlobbyisten oder Bürgerrechtler 2.0: Wo würden Sie den Chaos Computer Club verorten?
Von allem ein bisschen. Wir sind tatsächlich auch eine registrierte Lobbyorganisation im Bundestag. Wir veranstalten einen Kongress, auf dem wir Wissen verbreiten und über die Zukunft nachdenken. Eine wichtige Rolle des CCC ist es auch, Infrastruktur bereitzustellen, damit sich interessierte Menschen treffen und Jugendlich etwas lernen können. Wir haben in vielen Städten sogenannte Erfahrungsaustauschkreise, quasi Ortsverbände, wo jeder eingeladen ist, der Interesse hat mitzumachen. In einigen Bereichen sind wir aber auch froh, dass es mittlerweile andere gibt, die dasselbe betreiben – etwa beim Stichwort digitale Bürgerrechte. Das haben wir früher komplett alleine stemmen müssen, mittlerweile gibt es etwa die Digitale Gesellschaft, den Arbeitskreis Zensur, den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung und es gibt in den Parteien Netzpolitiker.
Zeit.de: Die guten Hacker werden 30.
Von Kellerbastlern zu Politikberatern – der Wandel des Chaos Computer Clubs spiegelt die Geschichte der Bundesrepublik.
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: Berlin: Antworten auf Wahlprüfsteine zu Opendata
: Berlin: Antworten auf Wahlprüfsteine zu Opendata Anfang August bat der Digitale Gesellschaft e.V. sechs Berliner Parteien um Stellungnahmen zu einem Bündel Fragen hinsichtlich ihrer Pläne in Sachen Open Data. SPD, Grüne, Linke, Piraten und FDP schickten Antworten, die Berliner CDU reagierte nicht. Eine Zusammenfassung der Antworten in einem lesbaren Text findet sich im Digiges-Blog. Hier ist eine tabellarische Nebeneinanderstellung der Fragen und Antworten als PDF.
Das Fazit:
Alle fünf Parteien bekennen sich in unterschiedlichen Graden zu den Prinzipien von Open Data und Open Government. So will sich jede Partei bei einer Regierungsbeteiligung über den Bundesrat für Open Data auf Bundesebene einsetzen. Egal wie die Wahl ausgeht: Berlin stehen hinsichtlich Open Data recht gute Zeiten bevor. In allen Parteien, außer der CDU, scheint das Thema bekannt zu sein und eine Rolle zu spielen. Bleibt abzuwarten, ob den Worten Taten folgen – vor allem wie schnell und in welchem Umfang. Wir sind gespannt und bleiben am Thema dran.
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: FSA2011: Statement von Nina Hagen
: FSA2011: Statement von Nina Hagen Habe gestern noch von Nina ein kurzes Statement eingeholt – es folgt Begeisterung über die neue Protestbewegung, etwas über ihre Jugendrojekte, ein Appell für Freie Bildung und eine Wahlempfehlung.
Vielen Dank an Leon für das tolle Aufnahme-Setup und entschuldigt bitte, dass ich ein paar Sekunden für den richtigen Audiopegel brauchte.
Es gibt auch ein Video ihres Auftrittes (Danke Florian).
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: Rede auf der „Freiheit statt Angst“-Demonstration
: Rede auf der „Freiheit statt Angst“-Demonstration Auf der heutigen „Freiheit statt Angst“-Demonstration bin ich kurzfristig eingesprungen und habe eine kurze Rede gehalten. Das Transcript blogge ich mal hier, die Rede war aber teilweise noch ausführlicher.
Wenn wir heute hier zusammenkommen und demonstrieren, dann hat das einen wichtigen Grund: offenbar müssen wir die Bürger- und Nutzerrechte aktiv verteidigen. Wir würden alle lieber in der Sonne liegen, aber klar ist: gerade weil wir Technik toll und nützlich finden, weil sie so viele Möglichkeiten gibt, müssen wir uns um sie kümmern, damit sie nicht von Wirtschaft und manchen in der Politik gegen uns verwendet wird. Denn wir wollen die neuen Möglichkeiten nutzen, ohne dass uns Herr Uhl oder Frau Merkel das verbieten!