Generell

Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.

  • : Uebermorgen.TV: Netzneutralität
    Uebermorgen.TV: Netzneutralität

    Uebermorgen.TV erklärt Netzneutralität:

    Datenpakete werden von A nach B verschoben, und es ist egal, wer diese Daten verschiebt. Was wäre, wenn diese Netzneutralität aufgehoben würde? DER MARKER präsentiert eine weitere Ausgabe von Uebermorgen.TV:

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    9. September 2011 6
  • : Wikimedia-Wahlprüfsteine für Berlin: Achteinhalbmal Antworten
    Wikimedia-Wahlprüfsteine für Berlin: Achteinhalbmal Antworten

    Mein Kollege Jan Engelmann weist im Weblog von Wikimedia Deutschland auf die eingetroffenen Antworten zu den Wahlprüfsteinen hin, die an alle in Berlin zur Abgeordnetenhauswahl kandidierenden Parteien gegangen sind. Wer die komplette Ladung Text haben möchte, geht bitte direkt zur aggregierten Volltextsammlung.

    Wikimedia hatte Mitte Juli 2011 einen Katalog mit 30 Fragen verschickt, dabei versucht, in den Fragen den Landesbezug herzustellen oder zumindest durchschimmern zu lassen. Im Falle von Informationsfreiheit ist dies einfacher möglich, bei bundesratszustimmungspflichtigen Gesetzesvorhaben oder gar Staatsverträgen zwischen Ländern ebenso. Bei Gesetzesvorhaben, die zwar große Auswirkungen auf Berlin und seine Bürger und Firmen haben werden, die aber komplett auf Bundesebene aufgehängt sind, war ein Kniff nötig.

    So fragen wir an Punkt 28, wie Berlin mit den absehbar negativen Auswirkungen eines Presseverlegerleistungsschutzrechts auf die netzbasierte Ökonomie Berlins umgehen will. Eine direkte Antwort darauf gibt keine Partei, Grüne, Linke, Piraten, SPD und PSG schreiben aber pflichtgemäß, dass sie ein solches Leistungsschutzrecht ablehnen (wonach nicht gefragt war, aber immerhin). Die FDP weist daraufhin, dass dies eine Bundesangelegenheit sei und man keine Veranlassung zur Intervention sehe; die CDU sagt, dass alles noch diskutiert wird. Überraschend an dieser Antwort ist eigentlich nur, wie peinlich offenbar den Befürwortern es sein, in der vergangenheitssubventionierenden Ecke zu stehen.

    Fast alle Parteien haben „Creative Commons“ im aktiven Wortschatz, die Unterschiede sind aber beträchtlich. Überdies scheint es gewisse Konfusion über die Frage „kommerzielle Nachnutzung“ innerhalb des CC-Lizenzbaukastens zu geben, ansonsten wären Sätze wie

    „Die Angebote des RBB sollten so weit wie möglich unter eine Creative Commons-Lizenz gestellt (vorzugsweise CC BY-SA) werden, so dass eine nicht-kommerzielle Nutzung dieser Inhalte im Internet möglich wäre.“

    nicht Teil einer Antwort (in diesem Fall der Linken in Frage 22). Rein formal ist der Satz nicht falsch, Inhalte unter CC-BY-SA können natürlich nicht-kommerziell genutzt werden, sie können aber ebenso auch kommerziell (und beides nicht nur im Internet) genutzt werden. Wenn die Linken in Berlin also glauben, dass CC-BY-SA die kommerzielle Nutzung untersagt, wäre dies ein zu behebender Irrtum.

    Auch den ansonsten netzaffinen Piraten ist entgangen, dass auf Wikipedia und ihren Schwesterprojekten nur Inhalte stehen dürfen, die auch zu kommerziellen Zwecken nachnutzbar sind.

    Die Piratenpartei Deutschland tritt in ihrem Parteiprogramm dafür ein, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern, um die allgemeine Verfügbarkeit von Information, Wissen und Kultur zu verbessern.

    In der Summe sind wir über Menge und Qualität der Rückmeldungen sehr erfreut, in fast jeder denkbaren Regierungskoalition gibt es einen Grundkonsens zur Offenenheit von Verwaltungsdaten, zur positiven Einstellung zur Open Access (FDP ausgenommen), der Absurdität von Netzsperren (CDU ausgenommen) und der Vorstellung, Flächenversorgung mit Internet auch über Public WiFi herzustellen (der Konsens endet augenblicklich, wenn es um die Wege zur Umsetzung geht).

    5. September 2011 9
  • : Mittwoch: Michael Anti in Berlin
    Mittwoch: Michael Anti in Berlin

    Der bekannte Blogger und Pressefreiheitsaktivist Michael Anti spricht am Mittwoch im Haus der Demokratie und der Menschenrechte Berlin über Netzaktivismus in China, wo einer der größten Überwachungs- und Zensurapparate die Bürgerfreiheiten im Netz einschränkt.

    Der Name Michael Anti ist, wie leicht zu erraten, ein Pseudonym. Im März wurde ihm deshalb sein Facebook-Account wegen Verstoßes gegen die Klarnamenpflicht gelöscht.

    Los geht es um 19:00h in der Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin.

    Wer es nicht schafft, kann sich Michael Anti zum Beispiel in diesem Podcast oder seinen Auftritt bei der Re:publica 2010 anhören.

    5. September 2011 3
  • : „der Kauder des Tages“
    „der Kauder des Tages“

    Die kognitiven Leistungen des Siegfried Kauder sind enorm. Was auch immer das Thema ist, innerhalb von 3 Sätzen schafft er es zu einer unmissverständlichen Forderung nach dem Abbau demokratischer Grundrechte.

    Auch der Veröffentlichung der Wikileaks-Cables (dem kalten Kaffee von November letzten Jahres) etwas abzugewinnen, stellt für ihn eine leichte Übung dar:

    Die Pressefreiheit ist ein hohes Gut, aber auch für sie gibt es Grenzen.

    weiß er zu betonen und fordert „abschreckende Strafen für die Weitergabe behördlicher Geheimnisse“ während der Rest der Welt sich eher um Whistleblower-Schutz Gedanken macht. Das ist schon köstlich: Der Mann ist so plump, dass er die Steilvorlage, das Sicherheitsproblem Wikileaks’ zum Sähen von Angst, Unsicherheit und Zweifel zu nutzen, übersieht.

    Wir erinnern uns: Erst vor ziemlich genau einem Monat hatte er sich beklagt:

    Es ist Mode geworden, die Freiheitsrechte des Bürgers in den Vordergrund zu stellen.

    Update: Statement zum Kachelmann-Prozess? Keine Frage: Pressefreiheit einschränken.

    Siegfried Kauder ist übrigens Vorsitzender des Rechtsausschusses de Bundestags und war mal Vositzender des BND-Untersuchungsausschusses, den er Kraft seines Amtes gehörig in Zaum hielt, auf dass er ein zahnloser Papiertiger bleibe. Auch in diesem Rahmen wurden bereits des öfteren der Vorwurf laut, Kauder verhalte sich presserechtsfeindlich.

    Wenn auch halbwegs gebildete Menschen derart sinnlos krakelende Hetze längst nicht mehr ernst nehmen, so sollte man sich trotzdem davor hüten, jemanden wie Kauder als Clown abzutun. Davor warnt auch Christian Stöcker auf Spiegel Online.

    2. September 2011 30
  • : Wikileaks: Datengau durch Verpeilung
    Wikileaks: Datengau durch Verpeilung

    Wie sind die US-Botschaftsdepeschen an die Öffentlichkeit geleakt? Die Realität ist nochmal viel bizarrer als die Verschwörungstheorien zum Thema.

    Vergangene Woche berichtete der Freitag, dass man eine Datei mit den Depeschen im Netz finden könnte, die zwar verschlüsselt ist, aber das Passwort wäre irgendwo publiziert. Daraufhin suchten und rätselten viele, wo man die Datei denn finden könnte. Heute Nacht gab es die Auflösung.

    Julian Assange hatte seinerzeit die Depeschen auf den Wikileaks-Server in einem versteckten Unterordner gepackt, damit der Guardian diese herunterladen und bearbeiten konnte. Das Passwort dafür wurde dem Guardian auf einen Zettel geschrieben, laut Guardian sollte das Passwort aber nur wenige Stunden halten und die Datei da auch nicht für immer draufliegen. Assange hat die Datei aber auf dem Server vergessen, zusammen mit den vielen Wikileaks-Solidaritäts-Mirrors wurde die Datei großräumig verteilt und der Guardian-Journalist hat das Passwort in seinem Wikileaks-Buch publiziert. Eine Verkettung unglücklicher Zufälle.

    Das ist nun alles aufgeklärt und um die ganze Sache noch skurriler zu machen, geht Wikileaks jetzt gegen den Guardian-Journalisten (und eine Person in Deutschland vor, mir ist gerade unklar, ob damit der Freitag-Journalist oder Daniel Domscheit-Berg gemeint ist) mit einem Anwalt vor und lässt gleichzeitig auf Twitter abstimmen, ob sie jetzt die ganzen Depeschen ohne Quellenschutz veröffentlichen sollen, die eh schon zuviele Menschen und Behörden haben dürften.

    Ein klassischer Fall von Datengau durch Verpeilung.

    Christian Stöcker hat bei Spiegel-Online das „Depeschen-Desaster in sechs Akten“ beschrieben.

    1. September 2011 62
  • : Cyborgs: Schlauer, höher, weiter – die Mensch-Maschine
    Cyborgs: Schlauer, höher, weiter – die Mensch-Maschine

    HR2 – Der Tag hat eine Sendung über Cyborgs gemacht: Schlauer, höher, weiter – die Mensch-Maschine.

    Menschen verfügen über unterschiedliche Begabungen, das ist ein Gemeinplatz. Aber manche sind auch dann noch überdurchschnittlich begabt, wenn sie eigentlich gehandicapt sind. So wie der Sprinter Oscar Pistorius, der Mann ohne Unterschenkel. Aber mit seinen High-Tech-Carbonfedern unter den Knien läuft er Bestzeiten. Im WM-Halbfinale ist er nun zwar ausgeschieden. Aber die Frage nach den Grenzen der Optimierbarkeit bleibt: Denn längst sind Prothesen und künstliche Gelenke Teile unseres Körpersgeworden. Und Forscher arbeiten schon daran, wie Prothesen direkt vom Hirn gesteuert werden können. Wann wird sie stattfinden, die endgültige Verschmelzung Mensch-Maschine, Maschine-Mensch?

    Hier ist die MP3. (48,57MB)

    (via)

    1. September 2011 3
  • : Piratenpartei könnte in Berlin erstmals 5%-Hürde knacken
    Screenshot der Webseite des RBB
    Screenshot der Webseite des RBB vom 30.08.2011
    Piratenpartei könnte in Berlin erstmals 5%-Hürde knacken

    Die Piratenpartei könnte in Berlin erstmals in ihrer Geschichte die 5%-Hürde für ein Landesparlament erreichen und am 18. September ins Abgeordnetenhaus von Berlin einziehen. Bereits seit mehreren Wochen halten sich die Umfragewerte verschiedener Institute zwischen 4% (Emnid) und 4,5% (Infratest dimap, Forschungsgruppe Wahlen, INFO GmbH).

    Nach Angaben der rbb-Abendschau (unter Bezug auf Infratest dimap) vom Mittwochabend ist im Osten von Berlin die magische Hürde sogar bereits gefallen: 5% gaben dort an, ihre Stimme an die PIRATEN zu vergeben, wenn am kommenden Sonntag Abgeordnetenhauswahl wäre (siehe Screenshot). Dies würde voraussichtlich 7 Abgeordneten entsprechen. Die Zahlen gelten als repräsentativ.

     

    Insgesamt käme die Piratenpartei nach aktueller Lage auf 4,5%. Am meisten Stimmen könnte die SPD mit 30% auf sich vereinen. CDU und GRÜNE erreichten jeweils 22%, Die LINKE erhielte 11%. Die FDP dagegen würde mit den heutigen Umfragewerten von 3% den Einzug ins Abgeordnetenhaus verpassen. Aktuelle Umfragewerte für Berlin gibt es stets auf wahlrecht.de.

    (Quelle Grafik: Screenshot der Webseite des RBB vom 30.08.2011)

    30. August 2011 34
  • : Börsenverein geht mit Urheberrechtsverletzung gegen diese vor
    Börsenverein geht mit Urheberrechtsverletzung gegen diese vor

    Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat heute zusammen mit der GVU und der Musikindustrie den Nachfolger der Brennerstudie vorgestellt. Darüber hatte bereits Linus kurz berichtet. Das Bündnis fordert u.a. die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung, den Versand von Warnhinweisen an Urheberrechtsverletzer (2‑Strikes) und zumindest die GVU fordert heute auch wieder die Errichtung einer Netzzensur-Infrastruktur. Weil Urheberrechtsverletzungen müssen streng bestraft werden.

    Interessant ist aber ein anderes kleines Detail, auf das Heise zwischen den Zeilen verweist.

    30. August 2011 32
  • : Aktion gegen die EU-weite DNA-Datenbank
    Aktion gegen die EU-weite DNA-Datenbank

    Update:heute gibt es auch ein Chaosradio zum Thema – und zwar hier
    Morgen, Freitag, um 12:00h findet vor der Vertretung der EU-Komission in Berlin eine Aktion gegen die EU-weite Vernetzung aller nationalen zentralen DNA-Datenbanken statt.

    Aber immer der Reihe nach: Der Prümer Vertrag sieht vor, dass EU-Mitgliedstaaten gegenseitig leichten Zugriff auf ihre gesammelten Datenbestände von Fingerabdrücken, DNA-Daten, Fahrzeugzulassungen und „Gefährdern“ bekommen. Dafür sollen auch die nationalen DNA-Datenbanken vernetzt werden.

    Dagegen wendet sich das Gen-ethische Netzwerk und

    kritisiert den Vertrag von Prüm als eine schleichende Unterhöhlung des Menschenrechts auf informationelle Selbstbestimmung. Die Erhebungsbedingungen von DNA-Profilen unterscheidet sich in Europa von Land zu Land. Die Erfassungspraxis in Großbritannien ist zum Beispiel weniger rechtlich abgesichert als in Schweden oder auch in Deutschland; aber auch in Deutschland liegt der Datenschutz bei der Erhebung von DNA-Profilen im Argen. Datensicherheit und Datenschutz können deshalb nicht gewährt werden.

    Ein Grund mehr, sich gegen Massen- und Zwangsgentests auszusprechen, gegen die man sich ja bekanntlich nur schwer wehren kann.

    Das Gen-ethische Netzwerk hat auch eine gesonderte Kampagnenseite (Finger weg von meiner DNA) und bereits im Mai zusammen mit Piratenpartei, CCC, dem AK Vorrat und vielen anderen NGOs einen interessanten offenen Brief formuliert. Die vermeintliche Sicherheitspolitik ist aber schon weiter: Im Stockholmer Programm soll auch der Datenaustausch mit Nicht-EU-Staaten geprüft werden – etwa so, wie ihn Deutschland seit 2008 mit den USA unterhält.

    Morgen also ist der Stichtag für die europaweite Vernetzung der DNA-Datanbanken. Das wird zum Anlass genommen die „Versenkung von einer DNA-Datenbank in einem Kübel voller Speichel vor der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin, Am Pariser Platz/Wilhelmstr.“ vorzunehmen, was ja für sich genommen schon schön genug klingt, um es sich mal anzuschauen.

    Also, bis morgen!

    25. August 2011 18
  • : In gemeinsamer Sache…
    In gemeinsamer Sache…

    In Andenken an Loriot. Wer hätte das geahnt?

    Loriot contra GEZ.

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    24. August 2011 13
  • : Freiheit statt Angst in Brüssel
    Freiheit statt Angst in Brüssel

    Dieses Jahr findet auch in Brüssel eine Freiheit statt Angst-Demo statt. Der FoeBuD organisiert Busse zum Ort des Geschehens.

    Das Programm und die Themen sind in diesem gut gemachten Video von Michael Ebeling (cc by-nc-sa 2.5) zusammengefasst.

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    18. August 2011 7
  • : Anonymous und die real-life-DDoS
    Anonymous und die real-life-DDoS

    Gestern fand nach einiger Zeit mal wieder eine Freiluft-Aktion von Anonymous statt – und zwar in der U‑Bahn San Franciscos. Obwohl nur sehr wenige Personen an der real-life-DDoS-Blockade der fahrenden Bahnen beteiligt waren, war das Medieninteresse enorm: Es waren mehr Pressevertreter als Demonstranten dort. Trotzdem konnte der U‑Bahn-Verkehr empfindlich gestört werden. Man sieht: Auch mit wenigen Personen kann man erfolgreich protestieren.

    Ich finde die Aktion vor allem deshalb interessant, weil Anonymous und vor allem die Masken ja durchaus auch eine Real-Life-Protestgeschichte, die mehr als nur DDos umfasst haben: Die Scientology-Proteste (hier zum Beispiel in Berlin). Zu Entstehen und Entwicklung von Anonymous gibt es übrigens heute eine schöne Folge von Democracy Now! mit Anonymous-Forscherin Biella Coleman.

    Was aber war eigentlich in der Hintergrund der Operation BART?

    Anfang Juli wurde eine randalierende Person von Sicherheitskräften des Bay Area Rapid Transit erschossen. Das handelte den Betreibern einige Proteste ein, die sie, so viel hat ihnen die zeitgenössische Geschichte wohl gelehrt, durch Abschlaten des Mobilfunknetzes erschweren wollten. Begründung: Man muss ja schließlich den Betrieb aufrecht erhalten, und außerdem verliere man im Bereich der U‑Bahn mit dem Durchschreiten ohnehin sein Recht auf freie Meinungsäußerung. Spätestens mit solchen Sprüchen hat man natürlich schnell mal ein Problem mit Anonymous.

    So fand sich bald dieser folgende Aufruf, der überhaupt nicht so unkoordiniert und unüberlegt ist, wie es Anonymous manchmal unterstellt wird. Neben der U‑Bahn-Blockade wurde dazu aufgerufen, die Mobilfunkabschaltung bei der Netzagentur FCC anzuzeigen, die den Vorfall nun auch prüft. Natürlich fielen auch wieder mal ein paar Dateien aus einem Server, dieses Mal BART-Kundendaten. Wie sagt man so schön? „Die volle Breite des Protests“

    Die Debatten um die Legitimität der Proteste und ihr analoges Pendant sind damit auf jeden Fall um ein anschauliches Beispiel reicher.

    Übrigens wurde gerade bei Wired ein Interview mit Linton Johnson veröffentlicht, dessen Idee die Abschaltung war.

    17. August 2011 13
  • : Junge Union äußert sich verwirrend zu Netzsperren (Update)
    Junge Union äußert sich verwirrend zu Netzsperren (Update)

    Update: Ich bin einem Usability-Fehler auf junge-union.de aufgesessen als ich heute diesen Link zugeschickt bekam. Ganz unten auf der Seite steht ein Datum von 2009. Das Datum sieht man aber erst, wenn man über mehrere Leerzeilen am Ende nach einigen Links (die aktueller sind, daher hab ich nicht weitergescrollt) noch weiter nach unten scrollt. Stattdessen lächelt einen das heutige Datum prominent rechts oben auf der Seite neben der Überschrift an.

    Die Junge Union Deutschland hat in einer Pressemitteilung zu möglichen Verboten von Computerspielen (Wollen sie nicht), Urheberrecht (Wollen starken Schutz „geistigen Eigentums“) und Netzsperren (Unklar, siehe unten) Stellung genommen: Gegen eine Verbotsgesellschaft – multimediale Freiheit erhalten! Bei dem Punkt mit den Netzsperren musste ich etwas länger nachdenken, was denn nun gefordert wird und auch nach mehrfachem Lesen ist mir das gerade nicht so klar. Aber lest selbst:

    Im Bezug auf die Debatte um Internetsperren plädiert die Junge Union Deutschlands für eine sachlichere Diskussion. Der Grundsatz muss lauten: Löschen statt Sperren. Das Internet ist ein Raum der Freiheit und des freien Informationsaustausches.[.…] Klar ist aber auch: Was im realen Leben gesetzeswidrig ist, ist auch im Netz nicht legal. Befürchtungen, die Bundesregierung plane, einen Zensur- und Überwachungsstaat zu errichten, sind hysterisch und gehen an der Wirklichkeit vorbei.[.…] Klar ist, dass der Verbreitungsweg Internet zu einer höheren Nachfrage und damit zu einem größeren Angebot geführt hat. Daher muss alles dafür getan werden, dass der Zugang zu kinderpornografischen Inhalten im Internet rechtsstaatlich abgesichert erschwert wird. Die Junge Union hat genug Vertrauen in den deutschen Rechtsstaat, auf die parlamentarische Kontrolle und nicht zuletzt auf die Öffentlichkeit, dass eine darüber hinaus gehende Sperrung anderer Inhalt nicht erfolgt.

    Wo schon so oft das Stilmittel „Klar ist“ in der Pressemitteilung verwendet wird, bleibt für mich nur übrig: Klar ist mir gerade nichts. Fordert die Junge Union nun „Löschen und Sperren“, oder ist der „Grundsatz“ vorher der Ausweg, um vielleicht doch noch später eine Netzzensurinfrastruktur gut zu finden, denn irgendwann folgt in der Pressemitteilung „eine darüber hinaus gehende Sperrung anderer Inhalt nicht“ erfolgen soll?

    Ist die Junge Union jetzt für Netzsperren (in diesem Fall gegen kinderpornographische Inhalte) oder dagegen?

    Update: Um das nochmal klar zu stellen: Bisher ging ich davon aus, dass der offizielle Beschluß vom Juli 2010 gilt, wo die Junge Union sich deutlicher gegen Netzsperren ausgesprochen hat.

    Die Junge Union Deutschlands spricht sich klar für den Grundsatz „Löschen statt Sperren“ im Internet aus. Sperrungen sind nutzlos, kontraproduktiv und zudem relativ leicht zu umgehen. Insofern ist die nun wieder entflammte Debatte auf EU-Ebene, aber auch in Deutschland über die mögliche Einführung solcher Sperren unverständlich und überflüssig.

    Das lese ich so aber nicht aus der aktuellen Pressemitteilung heraus.

    17. August 2011 17
  • : VZ-NRW: Irreführende Werbung für Flatrate-Angebote unzulässig
    VZ-NRW: Irreführende Werbung für Flatrate-Angebote unzulässig

    Endlich kümmert sich mal jemand um die irreführenden Werbebotschaften von Mobilfunkanbietern, die Flatrates suggerieren, aber nach einem bestimmten Volumen einfach mal auf GPRS-Geschwindigkeit mit ISDN-Feeling runterbremsen. Die Verbraucherzentrale NRW hat einstweilige Verfügungen gegen diverse Mobilfunkanbieter wegen irreführender Werbung erwirkt: Internet fürs Handy: Irreführende Werbung für Flatrate-Angebote unzulässig.

    „Internet-Flat mit bis zu 7.200 kBit/s unbegrenzt surfen solange Sie wollen“, warb etwa die Firma 1&1 (gmx.de, web.de), die Telekom (t‑mobile.de) kreierte den Slogan: „Flatrate zum Highspeed-Surfen und E‑Mailen (mit max. 7,2 Mbit/s)“ und auch Vodafone versprach für die „SuperFlat Internet Mobil“: „Surfen Sie unbegrenzt im Internet“. Doch den Unterschied zwischen Werbung und Wirklichkeit zeigte – wieder mal – der Blick in die Tarifdetails oder ins Kleingedruckte. Dort behielten sich die vollmundigen Firmen vor, die Übertragungsgeschwindigkeit nach Nutzung eines Datenvolumens von 500 (1&1) bzw. 300 Megabyte im Monat (entspricht grob gerechnet Internetvideos in Spielfilmlänge) auf GPRS-Niveau (maximal 64 Kilobit pro Sekunde im Download) zu drosseln: ein dreister Leistungsschwund von 99,1 Prozent. Das bedeutet: Wo vorher auf dem Handy-Display ein Video ruckelfrei lief, brauchte es nach der Drosselung allein für das Öffnen einer Internetseite mehr als eine halbe Minute. Dieses Schnecken-Internet mussten Nutzer des Tarifs „Data-Flat“ beim Anbieter NetCologne („Ohne Limit Surfen und Mailen“) sogar bereits nach einem Datenverkehr von 200 Megabyte erdulden.

    Diese sind wohl noch nicht rechtskräftig, aber laut Pressemitteilung untersagten Richter die monierte Flatrate-Werbung im Internet. Die Verbraucherzentrale NRW lässt momentan vor Gericht klären, ob Tarifbezeichnungen wie „UMTS-Flat“ und die „Flat Komplett 3G“ ebenfalls „dauerhaftes High-Speed-Internet“ suggerieren und dies „als irreführend zu bewerten ist“, wenn nach z.B. 200 MB auf GPRS umgeschaltet wird.

    Dabei wünsche ich der Verbraucherzentrale viel Erfolg!

    16. August 2011 13
  • : ARD-Fakt: Berlin unterstützt Export von Spionagesoftware (Update)
    ARD-Fakt: Berlin unterstützt Export von Spionagesoftware (Update)

    Das ARD-Nachrichtenmagazin FAKT berichtete gestern über „Berlin unterstützt Export von Spionagesoftware“. Davon findet sich ein schriftlicher Bericht online, dazu eine Tagesschau.de-Meldung („Deutsche Abhörsoftware für Ägyptens Geheimdienst?“) und ein MDR-Radio-Bericht („Deutsche Software spürt Regimekritiker in Ägypten auf“).

    Was ich ich gerade frage: Warum ist denn der TV-Bericht nicht online, andere Fakt-Berichte von gestern Abend aber schon? (Die Fakt-Mediathek-Strategie erscheint mir etwas unlogisch, da von jeder Sendung anscheinend nicht alle Berichte online gehen). Falls jemand die Sendung aufgezeichnet hat oder auf Youtube findet, freuen wir uns über einen Link.

    (Update: Danke an @fstash für das online stellen):

    https://www.youtube.com/watch?v=OpTj8lGJC58

    Und darum ging es:

    Anfang des Jahres wurde bekannt, dass eine britische Sicherheitsfirma mit Zweigstelle in Deutschland der Staatssicherheit in Ägypten eine Software angeboten hat, mit der Regimekritiker abgehört und überwacht werden können. Nach Recherchen von FAKT wurde die Software „Finfisher„auch mindestens fünf Monate lang vom Inlandsgeheimdienst eingesetzt. Europapolitiker sind alarmiert und fordern Ausfuhrbeschränkungen für derartige Produkte. Doch das Bundeswirtschaftsministerium hat keine Bedenken.

    16. August 2011 11
  • : HTTPS Everywhere 1.0
    HTTPS Everywhere 1.0

    Das Firefox-Plugin HTTPS Everywhere wurde von der Electronic Frontier Foundation in der Version 1.0 veröffentlicht. Neu dabei sind u.a. die Aufnahme von mehr als 1000 neuen Quellen, zu denen automatisiert im Hintergrund beim surfen eine SSL-Verbindung aufgebaut wird. Damit wird z.B. das Auslesen von Passwörtern in öffentlichen Netzen erschwert und auch sonst gibt es in der Regel etwas mehr Privatsphäre als wenn man keine SSL-Verbindung nutzt.

    Wer Firefox nutzt (Mehr als 50% unserer Leser), sollte daher aus Gründen der digitalen Selbstverteidigung auch das Plugin installieren oder updaten. Kostet auch nichts!

    (Update: Für Chrome-Nutzer gibt es wohl KB SSL Enforcer)

    5. August 2011 22
  • : Der Worst Lobbying Award kommt nach Deutschland
    Der Worst Lobbying Award kommt nach Deutschland

    Lobbycontrol berichtet: Der Worst Lobbying Award kommt nach Deutschland – jetzt nominieren!

    Im Dezember wird LobbyControl zum ersten Mal einen deutschen Worst Lobbying Award verleihen. Er findet dieses Jahr anstelle des Worst EU Lobbying Award in Brüssel statt. Wir wollen mit dem Negativpreis umstrittene Lobby-Strategien und bestehende Demokratieprobleme ins Rampenlicht rücken und Druck für Veränderungen machen. Ab heute können Sie mitmachen und Kandidaten vorschlagen. Die Online-Abstimmung über die Preisträger startet im November.

    Gesucht werden potentielle Preisträger in einem Nominierungsverfahren, ein passender Name für den Wettbewerb und Spenden zur Finanzierung.

    5. August 2011
  • : Interview: Tor, Anonymität und der arabische Frühling
    Interview: Tor, Anonymität und der arabische Frühling

    Hier gibt es ein Interview mit dem US-Aktivisten Jacob Appelbaum über „Tor, Anonymity, and the Arab Spring“.

    The recent revolution in Egypt that ended the autocratic presidency of Hosni Mubarak was a modern example of successful nonviolent resistance. Social Media technologies provided a useful tool for the young activist to orchestrate this revolution. However the repressive Mubarak regime prosecuted many activists and censored a number of websites. This made their activities precarious, making it necessary for activists to hide their identity on the Internet. The anonymity software Tor was a tool used by some bloggers, journalists and online activists to protect their identity and to practice free speech. Jacob Appelbaum, Tor developer, independent computer security researcher, and co-founder of the the San Francisco hackerspace Noisebrige has conducted a number of Tor trainings in the Middle East. In this comprehensive interview, Appelbaum explains the concept of Tor and how it was used by the people of Egypt. Furthermore he discusses the possibilities and limitations of anonymity on the internet and explains why he believes an anonymous person can be a credible source of information.

    4. August 2011
  • : Anti-Google-PR in der Frankfurter Rundschau
    Anti-Google-PR in der Frankfurter Rundschau

    Das Blog „Digitale Linke“ verweist auf einen Google-kritischen Gastbeitrag in der Frankfurter Rundschau, der von Christoph Waitz geschrieben wurde. Waitz ist Sprecher von ICOMP, einer von Microsoft mitfinanzierten Astroturf-Initiative, die von der PR-Agentur Burson-Marsteller gelenkt wird. Das steht aber nicht in dem FR-Text.

    2. August 2011 14
  • : Remix: Freiheitsrechte sind Mode (Update)
    Remix: Freiheitsrechte sind Mode (Update)

    Es gibt ein paar kreative Auseinandersetzungen mit dem Zitat des Tages, das der CDU-Politiker Siegfried Kauder gestern Abend im ZDF Heute-Journal gesagt hat:

    “Es ist Mode geworden, die Freiheitsrechte des Bürgers in den Vordergrund zu stellen.”

    Dieser Beitrag stammt von @metronaut:

    Und das kommt von @biesi4ever:

    2. August 2011 88