ARD-Fakt: Berlin unterstützt Export von Spionagesoftware (Update)

Das ARD-Nachrichtenmagazin FAKT berichtete gestern über „Berlin unterstützt Export von Spionagesoftware„. Davon findet sich ein schriftlicher Bericht online, dazu eine Tagesschau.de-Meldung („Deutsche Abhörsoftware für Ägyptens Geheimdienst?„) und ein MDR-Radio-Bericht („Deutsche Software spürt Regimekritiker in Ägypten auf„).


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Was ich ich gerade frage: Warum ist denn der TV-Bericht nicht online, andere Fakt-Berichte von gestern Abend aber schon? (Die Fakt-Mediathek-Strategie erscheint mir etwas unlogisch, da von jeder Sendung anscheinend nicht alle Berichte online gehen). Falls jemand die Sendung aufgezeichnet hat oder auf Youtube findet, freuen wir uns über einen Link.

(Update: Danke an @fstash für das online stellen):

Und darum ging es:

Anfang des Jahres wurde bekannt, dass eine britische Sicherheitsfirma mit Zweigstelle in Deutschland der Staatssicherheit in Ägypten eine Software angeboten hat, mit der Regimekritiker abgehört und überwacht werden können. Nach Recherchen von FAKT wurde die Software „Finfisher“auch mindestens fünf Monate lang vom Inlandsgeheimdienst eingesetzt. Europapolitiker sind alarmiert und fordern Ausfuhrbeschränkungen für derartige Produkte. Doch das Bundeswirtschaftsministerium hat keine Bedenken.

11 Kommentare
  1. Die halbstündige Sendung ist jedenfalls bei onlinetvrecorder.com verfügbar, bin aber leider per umts unterwegs und das wär jetzt was viel fürs Datenlimit.

  2. Ich hab‘ das an ähnlicher Stelle schon mal geschrieben: Warum sollte bei Überwachungstechnologie funktionieren, was schon bei Waffen auch nicht funktioniert?

    Ein Exportkontrolle findet nicht statt.

  3. Wer war noch mal unser Wirtschaftsminister ? Immer wieder deprimierend die Abwägung zwischen Freiheit der Unternehmer und Freiheit von Menschen außerhalb Europas bei den Liberalen in der Praxis zu sehen.
    Wie die Entscheidung wohl gefallen wäre, wenn das Ministerium diese immer veröffentlichen müsste.

  4. Abhörsoftware ist doch auch nur eine Variante der sogenannten „Hackertools“ und da stehen wir auf einem total gegensätzlichen Standpunkt. Wenn man dagegen ist, Software ansich zu kriminalisieren kann man doch nicht für Ausfuhrverbote sein. Oder fordert ihr auch ein Ausfuhrverbot für nmap, Wireshark und Back Orifice?

    Sorry, der FAKT-Beitrag ist mal wieder von und für digitalen Analphabeten gemacht.

  5. @ anon Sorry aber du vermischt hier zwei Dinge komplett miteinander, den offiziellen Markt von Sicherheitstechnik für Geheimdienste und Hackertools. Vielleicht mal über den Tellerrand deines Monotors schauen und kurz nachdenken.

  6. Danke für den tollen Beitrag aber warum wurden keine Hinweise gegeben, wie der User sich gegen solche Software ?

    Hab schon den Artikel hier vom 9. März gelesen aber die von F-Secure können die Software nicht auf die Erkennungsliste schreiben, da sie keine Testsoftware bekommen konnten:
    https://www.info-point-security.com/security-themen/web-security/item/6207-f-secure-labs-%C3%A4gypten-revolution-geheimdienst-und-deutsche-it-spionagetools.html

    Gibt es noch andere Schutzmechanismen? Bitte keine Lösungsansätze wie: „Immer mit 2 Rechnern arbeiten und mit einem davon einfach nie ins Netz gehen.“ Denn selbst da ist keiner vor Infizierungen durch bspw. USB-Sticks oder USB-Festplatten gefährdet, welche dann eventuell Schaden anrichten könnten aber eine LIVE-Überwachung aufgrund der fehlenden Internetverbindung erstmal unmöglich machen.

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