Generell

Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.

  • : Crowdsourcing-Projekt zu Polizeigewalt und demokratischer Kontrolle der Exekutive
    Crowdsourcing-Projekt zu Polizeigewalt und demokratischer Kontrolle der Exekutive

    Fälle von Polizeigewalt sorgen immer wieder für Empörung. Dabei gibt es verschiedene Ansätze, Polizeiübergriffe in den Griff zu bekommen. Viele hat Amnesty International in einer Kampagne, die von 2010 bis 2012 lief, ausführlich vorgestellt.

    Bei metronaut will man jetzt Fälle von Polizeigewalt sammeln und gleichzeitig die Positionen der Parteien erfragen und zusammenstellen, um die Diskussion auch im Hinblick auf die Bundestagswahl weiter zu führen. Das Thema soll auf breiter Basis recherchiert und aufgearbeitet werden. Hierfür werden interessierte Einzelpersonen, Blogger/innen, Journalist/innen und NGOs zur Mitarbeit gesucht.

    Folgende Schwerpunkte sollen bearbeitet werden:

    - eine umfassende Chronik der bewiesenen Fälle von Polizeigewalt zu erstellen. Bewiesene Fälle meint hierbei Verurteilungen und klar dokumentierte Fälle mit Videos, Aufnahmen, Quellen.

    - Statistiken zu Körperverletzung im Amt sammeln. Hierbei ist auch die Quote Anzeigen/Verurteilungen interessant.

    - Weil Bundestagswahl ist: die Positionen und Vorschläge der antretenden Parteien in Erfahrung bringen. Welche Partei hat welche Vorschläge im Programm? Wie will Partei XY das Problem angehen? Sieht Partei XY überhaupt das Problem? Welche Partei fordert unabhängige Untersuchungsinstanzen?

    - die Sammlung von parlamentarischen Anfragen / Gesetzesinitiativen zum Thema Polizeigewalt, Einsatz von Pfefferspray, usw.

    - Infografiken erstellen, die das Problem auf einfache Weise erklärbar machen.

    18. Februar 2013 5
  • : Lobbyismus-Doku: The Brussels Business
    Lobbyismus-Doku: The Brussels Business

    Auf den ARTE-Themenabend über Lobbyismus am vergangenen Dienstag hatten wir hingewiesen. Die sehenswerte Dokumentation „The Brussels Business“ findet sich die kommenden Tage noch in der Mediathek:

    14. Februar 2013 7
  • : Und im Übrigen schreibe man ja keine Promotion, sondern politische Texte (Update)
    Und im Übrigen schreibe man ja keine Promotion, sondern politische Texte (Update)

    Die ARD-Journalistin Sandra Stalinski wollte für Tagesschau.de ein Interview mit einem EU-Abgeordneten über die EU-Datenschutzreform machen. Das Interview kam auch zustande, aber die Antworten waren nicht so befriedigend. Und wurden dann in der Gegenlesen-Phase nochmal stark überarbeitet und nach einmal darüber schlafen wurde dann alles zurückgezogen.

    Darüber bloggte Sandra Stalinski im Tagesschau-Blog: Hoch lebe die Transparenz!

    Wie die Zitate da rein gekommen sind, konnte oder wollte er mir nicht sagen. Sein Büro habe die Anträge nicht selbst erarbeitet. Das Büro der rumänischen Kollegin Valean habe sie verfasst. Creutzmann habe sie – nach ausführlicher inhaltlicher Prüfung – nur mit unterschrieben. […]

    Weiter geht es mit dem nicht namentlich genannte Kollegen:

    Über Datenschutz könnten wir gerne ausführlich sprechen, über Lobbyismus dann aber lieber doch nicht. Hoch lebe die Transparenz!

    Mein Lieblingssatz ist ja: „Und im Übrigen schreibe man ja keine Promotion, sondern politische Texte.“

    Update: Ursprünglich hatte ich geschrieben, dass es sich bei dem EU-Abgeordneten um den FDP-Abgeordneten Jürgen Creutzmann handelt, der durch Lobbyplag bekannt wurde. Der wird namentlich genannt und Stalinski hat wohl auch mit ihm geredet, aber er hatte wohl keine Lust auf ein Interview. Wer letztendlich interviewt wurde, es dann aber zurückgezogen hat, ist unklar.

    14. Februar 2013 2
  • : Sechs Wissenschaftler zur EU-Datenschutzverordnung: Berechtigtes Interesse der Bürgerinnen und Bürger nicht vergessen!
    Sechs Wissenschaftler zur EU-Datenschutzverordnung: Berechtigtes Interesse der Bürgerinnen und Bürger nicht vergessen!

    Sechs Wissenschaftler veröffentlichten heute eine „sachliche Bewertung“ die EU-Datenschutzverordnung betreffend, die sich mit Argumenten gegen einen wirksamen Datenschutz auseinandersetzt. Die Autoren und Autorin sind: Oliver Günther, Gerrit Hornung, Kai Rannenberg, Alexander Roßnagel, Sarah Spiekermann und Michael Waidner.

    Prinzipiell kritisieren sie die vielen nur vage formulierten Zielsetzungen und die Rolle der Kommission, in solchen Fällen selbst die Festlegungen zu treffen. Diese Machtposition der Kommission entspreche nicht dem europäischen Verfassungsgefüge und sei Aufgabe des europäischen Gesetzgebers. Diese strukturelle Schwäche sei jedoch „leicht behebbar“, wichtig seien vor allem folgende Punkte:

    1. Datenschutzregelungen beeinträchtigen weder Innovation noch Wirtschaft
    Die Wissenschaftler widersprechen Kritikern, die vorgeben, dass die vorgeschlagenen Datenschutzregelungen zu streng, innovationsfeindlich und ein Wettbewerbsnachteil europäischer Anbieter im Vergleich zu nicht-europäischen seien. Sie entgegnen, dass „gerade ein regulatorisches Umfeld, das Veränderung einfordert, Innovationsimpulse“ setze. Zudem gäben Kunden ihre Daten gern preis, wenn eine Vertrauensbasis zwischen ihnen und dem Unternehmen besteht: Einhaltung des Datenschutzes, personalisierte Angebote, kontinuierliche Verbesserungen des Dienstes und die Pflege der Kundenbeziehung stärkten dieses Verhältnis. Wenn jemand einen Nachteil durch wirksamen Datenschutz hat, dann seien dies Unternehmen, die mit Daten handeln. Hier brauche es jedoch sowieso neue Vorgaben, um „derartige Geschäftsmodelle präziser als bisher zu regeln und Sanktionen, um die Einhaltung der Gesetzte durchzusetzen“.

    2. Das Prinzip der informierten Einwilligung ist unerlässlich
    Die Autoren befürworten das Opt-In-Prinzip zur Datenverarbeitung, Nutzerinnen und Nutzer sollen der Verarbeitung ihrer Daten explizit zustimmen müssen. Beim Opt-Out-Prinzip würde stattdessen die Rolle der Bürgerinnen und Bürger geschwächt und ihnen die Kontrollmöglichkeit über ihre Daten genommen. Hier könnten auch technische Lösungen helfen, komplexe AGBs zu interpretieren und leicht verständlich zusammenfassen.

    3. „Berechtigtes Interesse der Unternehmen“ definieren und „berechtigtes Interesse der Bürger“ beachten
    Unternehmen können personenbezogene Daten aufgrund eines „berechtigten Interesses“ derzeit auch ohne Einwilligung ihrer Kundinnen und Kunden bearbeiten, der Verordnungsvorschlag der EU sieht erstmals vor, die berechtigten Interessen von Unternehmen und Kunden zu definieren und auszugleichen. Unternehmen sollen dann ihr Interesse auch begründen müssen, um den berechtigten Interessen der Bürgerinnen und Bürger Sorge zu tragen. Diesen Ausgleich der Interessen halten die sechs Wissenschaftler für ein „faires Angebot, das die gegenwärtige Wirtschaftspraxis in der Datenverarbeitung ebenso berücksichtigt wie die Interessen der Bürger“.

    4. Auch anonymisierte, pseudonymisierte und verschlüsselte Daten in der Datenschutzregulierung betrachten
    Die Autoren halten es nicht für sinnvoll, implizite Identifikatoren wie Netzwerkadressen oder Cookies aus der Verordnung rauszunehmen. Stattdessen sei es technisch ein leichtes, bei der Sammlung vieler Daten über einen längeren Zeitraum diese einer bestimmten Person zuzuordnen. Dies könne dann wirtschaftlich ausgenutzt werden – daher müsse rechtlich geklärt werden, dass auch Daten die personenbezogen werden könnten geschützt sind.

    14. Februar 2013
  • : Islands Innenminister wünscht Porno-Filter
    Islands Innenminister wünscht Porno-Filter

    Der Innenminister von Island, Ogmundur Jonasson, wünscht sich eine Gesetzgebung, die den Zugang zu Pornographie sperrt. Das berichtet der britische Telegraph: Iceland considers pornography ban.

    „There is a strong consensus building in Iceland. We have so many experts from educationalists to the police and those who work with children behind this, that this has become much broader than party politics,“ Halla Gunnarsdottir, a political adviser to Mr Jonasson told the Daily Mail. „At the moment, we are looking at the best technical ways to achieve this. But surely if we can send a man to the moon, we must be able to tackle porn on the internet.“

    Smári McCarthy von der Icelandic Modern Media Iniative (IMMI) erklärte bereits auf Twitter, dass die Forderung Wahlkampfgetöse sei und sicher nicht durchkommen wird. Wir wünschen viel Erfolg beim Verhindern.

    14. Februar 2013 7
  • : Schleichwerbung bei YouTube: Unterschätzte Medien-Konkurrenz
    Schleichwerbung bei YouTube: Unterschätzte Medien-Konkurrenz

    Das NDR-Medienmagazion ZAPP hat gestern über „Medien-Konkurrenz YouTube“ berichtet und wie dort mehr oder weniger unkontrolliert Inhalte mit Schleichwerbung verbunden werden.

    Schon jetzt nutzt die Werbeindustrie auf YouTube-Kanälen neue Formen wie Produkt-Platzierung im Video, Spots vor einem Video, also Pre-Rolls, außerdem promoted Pre-Rolls und Banner oder beispielsweise gesponserte Modeblogger mit eigenem Kanal. Die Macher laden die Werbetreibenden ein ins Neuland der fast unbegrenzten Möglichkeiten – unbegrenzt und unbeaufsichtigt. Zuständig für die Internetaufsicht ist die Bezirksregierung Düsseldorf. Diese kann das für über 100 YouTube-Kanäle aber kaum leisten. Klingt weiterhin nach einem guten Geschäft für YouTube und die Netzwerke.

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    14. Februar 2013 3
  • : ARD-Doku über Leiharbeiter bei Amazon
    ARD-Doku über Leiharbeiter bei Amazon

    Gestern Abend lief in der ARD die rund 30 Minuten lange Dokumentation „Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon“. Diese findet sich noch in der Mediathek, bis sie wohl irgendwann wieder verschlossen wird.

    Die Reportage deckt auf, was sich hinter der Fassade von Amazon.de verbirgt und wer dafür zahlt, dass die schöne neue Warenwelt des Internethändlers so billig zu haben ist

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    Gespannt bin ich auf die Reaktion von Amazon auf die Frage, warum sie mutmaßliche Neonazis dafür nutzt, um die angeheuerten Leiharbeiter zu kontrollieren.

    In der FAZ gibt es eine Rezension von Frank Lübberding mit einer passenden Einordnung: Made in China.

    Diese Maschine hat die Politik gebaut

    Volkswirtschaftlich bringt das keinen Nutzen: Man kann seine Bücher beim örtlichen Buchhändler kaufen. Nur hat nicht Amazon diese Maschine gebaut, sondern die deutsche Politik. Sie erst hat den chinesischen Wanderarbeiter in Deutschland möglich gemacht. Warum das so ist, konnte am Mittwochabend in der ARD nicht geklärt werden. Die Frage ist aber auch überflüssig geworden. Die Politik kann es nämlich wieder ändern – und schon heute damit anfangen.

    14. Februar 2013 21
  • : TTIP: Die Transatlantische Handels- und Investment-Partnerschaft
    TTIP: Die Transatlantische Handels- und Investment-Partnerschaft

    US-Präsident Barack Obama hatte bereits vorgestern in seiner State of the Union Rede darauf verwiesen, dass die Verhandlungen zu einer „Transatlantic Trade and Investment Partnership“ zwischen den USA und der EU konkreter werden. Seit gestern ist es richtig offiziell, wie Obama, der Präsident der EU-Kommission José Manuel Barroso und der derzeitige Präsident des EU-Rates Herman Van Rompuy in einem gemeinsamen Statement mitteilten.

    Die EU-Kommission erläutert nochmal die Schwerpunkte der Verhandlungen in einer gesonderten Pressemitteilung: European Union and United States to launch negotiations for a Transatlantic Trade and Investment Partnership. Aus netzpolitischer Sicht bietet so ein riesiges Abkommen erstmal viele Chancen und Risiken. Eines der größten Risiken steckt allerdings im Kapitel „Intellectual Properties Rights“. Denn bei den Verhandlungen sitzen dieselben Menschen auf Seiten der EU-Kommission und USA-Regierung am Tisch, die bereits ACTA zu Ende verhandelt hatten. Und dann erst vom EU-Parlament gestoppt wurden. In der EU-Aussendung heißt es dann auch:

    Intellectual Property Rights: Both the EU and the United States are committed to maintaining and promoting a high level of intellectual property protection, including enforcement. Given the efficiency of their respective systems, the intention is not to strive towards harmonisation, but to identify a number of specific issues where divergences will be addressed.

    Das klingt nicht gut. TTIP, bis gestern auch als Transatlantic Free Trade Area (TAFTA) bekannt, droht zu einem ACTA 2.0 zu werden! Eine Forderung wäre, dass alle Fragen rund um Urheber- Markenrechte und Patente aus den Verhandlungen ausgeklammert werden müssen.

    Unser Bundesdatenschutzbeauftragter weist nochmal auf den speziellen Punkt Datenschutz hin: Transatlantische Freihandelszone? Aber nur bei verbessertem US-Datenschutz!

    Ich hoffe, dass die gute Idee einer transatlantischen Freihandelszone die Bemühungen um einen guten Datenschutz in den USA und in der Europäischen Union fördert. Einen Abwertungswettbewerb zu Lasten von Freiheits- und Bürgerrechten darf es nicht geben! Schließlich setzt sich inzwischen weltweit die Erkenntnis durch, dass guter Datenschutz einen erheblichen Wettbewerbsvorteil sichert – auch und gerade für eine Freihandelszone.

    14. Februar 2013
  • : Diskussionspapier des Instituts für Internet und Gesellschaft: The Politics of Twitter Data
    Diskussionspapier des Instituts für Internet und Gesellschaft: The Politics of Twitter Data

    Cornelius Puschmann und Jean Burgess veröffentlichten im Rahmen der ‚HIIG Discussion Paper Series’ ein Diskussionspapier über Twitter aus einer Perspektive der platform politics – davon ausgehend, dass sich das Internet von einem ‚offenen’ Medium immer mehr hin zu einem ‚geschlossenen’ wandelt, das sich durch wenige, dafür mächtige Unternehmen auszeichnet. Plattformen, die bestimmte Internet-Dienste, Rahmenbedingungen für soziale Interaktion oder Schnittstellen zu anderen vernetzten Kommunikations- und Informationssystemen bieten, werden demnach zum primären Zugangsmodell ins Internet. Puschmann und Burgess sehen diesen Wandel bei Twitter vor allem in einem immer mehr medienzentrierten Geschäftsmodell, das sich auf Werbung und Unternehmenspartnerschaften stützt sowie auf den Weitervekauf von Daten der Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Hinzu kommt Twitters API-Politik, die es Drittanbietern, Nutzern und Forschern erschwere, die Plattform zu verwerten oder zu verbessern.

    13. Februar 2013 3
  • : Heute Abend bei ARTE: Lobbyismus in der EU
    Heute Abend bei ARTE: Lobbyismus in der EU

    Bei ARTE gibt es heute einen kleinen Themenabend zum Thema „Die Macht der Lobbyisten“.

    Um 20.15 Uhr untersucht der Dokumentarfilm „The Brussels Business – Wer steuert die Europäische Union“, wer in der EU in Wirklichkeit die Strippen zieht. Filmemacher Friedrich Moser und Matthieu Lietaert begeben sich auf kriminalistische Spurensuche und befragen Unternehmer, Lobbyismus-Kritiker, Aktivisten, EU-Kommissare und Wissenschaftler.

    Die Reporterin Anna Grün trifft in der Reportage „Im Vorzimmer der Macht“ um 21.30 Uhr Lobbyisten und Lobbyismus-Kritiker in Deutschland und Frankreich. Allein in Berlin versuchen rund 5.000 Lobbyisten, auf Politiker Einfluss zu nehmen, um damit Gesetzgebungsprozesse in ihrem Sinne zu lenken.

    Die Dokumentationen werden sicherlich im Anschluß auch für sieben Tage in der Mediathek zu finden sein. Passend dazu gibt es mit „Brussels Business online – Einblick in die Black Box Brüssel“ noch ein Spiel auf der Webseite, wo man „selbst Lobbyist spielen und die politischen Entscheidungen in Brüssel direkt beeinflussen“ kann. Das hab ich mangels Zeit aber nicht ausprobiert.

    12. Februar 2013 1
  • : INDECT – Totalüberwachung für Europa?
    INDECT – Totalüberwachung für Europa?

    Für den 23.02.2013 ist ein „internationaler Aktionstag für Deine Privatsphäre“ geplant. Wir bekommen gerade regelmäßig Anfragen, ob wir das unterstützen wollen. Allerdings sind wir etwas irritiert, wie INDECT als Verschwörungs-Mem dabei in den Vordergrund gerückt wird. Über das von der EU geförderte Überwachungsforschungsprojekt haben wir regelmäßig berichtet und glauben, es daher einigermaßen einschätzen und bewerten zu können. Keine Frage, solche Forschung sollte nicht von der EU finanziert werden. Diese Projekte müssen genau beobachtet werden und die Beteiligten ans Licht der Öffentlichkeit gebracht und dafür verantwortlich gemacht werden, wenn sie den Abbau von Grundrechten durch ihre Forschung unterstützen.

    Aber INDECT ist für uns auch nicht das Monster, als das es gerade von einigen inszeniert wird. Trauriger Höhepunkt ist ein gut gemachtes Video, das wir in einer längeren Fassung schon einmal verbloggt hatten, das aber jetzt in einer kürzeren Version von Bruno Kramm, dem Spitzenkandidaten der bayrischen Piratenpartei für die Bundestagswahl, eingesprochen und veröffentlicht wurde. Dort heißt es u.a.:

    12. Februar 2013 20
  • : EU-Datenschutzverordnung – Brüssel und die Lobbyisten
    EU-Datenschutzverordnung – Brüssel und die Lobbyisten

    Der Blogger und Journalist Richard Gutjahr hat im Rahmen der Lobbyplag-Berichterstattung den Berichterstatter für die EU-Datenschutzreform im EU-Parlamanet, Jan Philipp Albrecht (Grüne), interviewt. Das rund 30 Minuten lange Interview steht auf Youtube: EU-Datenschutzverordnung – Brüssel und die Lobbyisten.

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    11. Februar 2013
  • : Öffentlicher Raum im Internet
    Öffentlicher Raum im Internet

    Der Elektrische Reporter erklärte vergangene Woche das Problem der privatisierten Öffentlichkeiten: Öffentlicher Raum im Internet.

    Das Forum Romanum, der römische Marktplatz, war im alten Rom das Zentrum des wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Lebens. Im 21ten Jahrhundert sind Firmen wie Facebook und Twitter auf dem besten Wege, eine ähnliche Position einzunehmen. Ob allerdings nach Gewinn strebende Unternehmen die richtigen Anbieter solch eines Forums sind, daran zweifeln viele.

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    11. Februar 2013 1
  • : Clikkers verklickern die Cybersicherheit
    Clikkers verklickern die Cybersicherheit

    Ein neues Video von den Clikkers ist da. Die korrekte Familie der Europäischen Kommission erklärt uns diesmal die Cybersecurity. Einfache Botschaft: Bestell online, einfach auf der Couch der Eltern sitzen bleiben. Kreditkarten im Internet nutzen ist ganz sicher. Der Junior braucht den Seiten einfach nur vertrauen. Und immer schön das Passwort ändern.


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    Gestern kam die europäische Strategie und die vorgeschlagene Richtlinie zur Cybersicherheit („NIS-Richtlinie“) heraus.

    8. Februar 2013 3
  • : Internet-Berater zu Guttenberg kostete die EU bisher 20.000 Euro
    Internet-Berater zu Guttenberg kostete die EU bisher 20.000 Euro

    „Was macht unser EU-Beauftragter für Internetfreiheit?“ wurde erst im Dezember hier und anderswo gefragt. Seit über einem Jahr ist der ehemalige Verteidigungsminister zu Guttenberg, auch bekannt als ”Der erste Minister, den das Internet gestürzt hat”, nun Berater der EU-Kommissarin für Digitales, Neelie Kroes.

    Dieselbe Frage bewegte auch Jens Geier, Mitglied des Europäischen Parlaments. Als Mitglied im Haushaltskontrollausschuss des Europäischen Parlaments hat er im Rahmen der Entlastungsanhörung im Haushaltskontrollausschuss die Generalsekretärin der Europäischen Kommission, Catherine Day, am 22. Januar gefragt, was Herr zu Guttenberg in dem Jahr seit seiner Ernennung denn nun gemacht und was das gekostet habe. (Written Questions to the SG of the Commission Catherine Day. Hearing on 22 January 2013 (pdf)).

    Die Antwort: Weil zu Guttenberg nicht bezahlt wird, müsse er auch nicht über seine Aktivitäten berichten,

    which have included sensitive discussions with or involving people in countries or situation of personal risk. Publicising the details of such activities or discussions could be potentially harmful for such persons.

    (Leider könne nichts gesagt werden, weil die Themen seiner Gespräche heikel waren und die Beteiligten in teils so schwierigen Bedingungen leben, dass sie möglicherweise gefährdet würden.)

    Außerdem habe er Beziehungen zu wichtigen Persönlichkeiten vor allem in der EU und den USA hergestellt und gepflegt, die sehr daran interessiert waren, etwas zur No-Disconnect-Strategie beizutragen. Auch zu Guttenberg selbst habe mit seinen Erkenntnissen zur Weiterentwicklung der Strategie beigetragen.

    Seine Reisekosten plus Spesen beliefen sich auf 19.862,01€.

    8. Februar 2013 15
  • : Studie über Bürgerproteste in Deutschland – sponsored by BP
    Studie über Bürgerproteste in Deutschland – sponsored by BP

    Im August vergangenen Jahres bekam ich eine Anfrage des Institut für Demokratieforschung an der Universität Göttingen, die mich für ein „breit angelegten Forschungsprojekt zum Thema Engagement und Partizipation in Demokratie und Zivilgesellschaft“ zu den ACTA-Protesten interviewen wollten. Ich sagte damals zu, auch weil ich gerne mehr empirische Grundlagenforschung darüber hätte, wie sich gerade Öffentlichkeiten rasant durch das Netz verändern. Alleine schon, um meine eigene Filterblase auch manchmal mit der Realität abgleichen zu können und weil ich es spannend finde.
    Mittlerweile ist die Forschung fertig und daraus ist eine Studie über Bürgerproteste in Deutschland entstanden. Die ich aber noch nicht gelesen habe, weil sie als Buch erscheint, was uns aber noch nicht zugeschickt wurde. Was ich aber bereits gelesen habe, ist, dass BP die Forschung finanziert hat. Was mir zumindest neu war.

    7. Februar 2013 24
  • : Cyberstrategie der EU: Gemeinsame Cyberverteidigungspolitik und Meldepflicht für große Sicherheitsvorfälle
    Quelle: <a href="http://europa.eu/newsroom/index_de.htm" >europa.eu</a>
    Cyberstrategie der EU: Gemeinsame Cyberverteidigungspolitik und Meldepflicht für große Sicherheitsvorfälle

    Die EU-Kommissarin für die Digitale Agenda Neelie Kroes, die EU-Kommissarin für Innenpolitik Cecilia Malmström und die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik Chatherine Ashton stellten heute den „Cybersicherheitsplan der EU für ein offenes, freies und chancenreiches Internet“ sowie einen Vorschlag für eine Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit (NIS) vor. Der Fokus liegt auf der Bekämpfung von Cyberkriminalität und der Entwicklung einer Cyberverteidigungspolitik in Zusammenhang mit der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik, denn, wie Neelie Kroes es formulierte: „Es ist höchste Zeit für ein koordiniertes Vorgehen, denn die Kosten des Nichtstuns sind weitaus höher als die Kosten des Handelns.“ Sie hatte bei der Münchner Sicherheitskonferenz Anfang Februar bereits vor einem „Wettrüsten im Cyberraum“ gewarnt.

    7. Februar 2013 1
  • : Phoenix präsentiert MdB 2.0
    Phoenix präsentiert MdB 2.0

    Der Bundestagswahlkampf startet und der öffentlich-rechtliche Infosender Phoenix begleitet sechs mehr oder weniger junge Bundestagsabgeordnete der unterschiedlichen (im Bundestag vertretenen) Parteien bei ihrem Alltag zwischen Parlament, Bürger und demnächst immer mehr Wahlkampf. Mit dabei sind Dorothee Bär (CSU), Nicole Maisch (Bündnis 90/Die Grünen), Nadine Schön (CDU), Lars Klingbeil (SPD), Manuel Höferlin (FDP) und Michael Leutert (DIE LINKEN). Diese bloggen auch mehr oder weniger regelmäßig auf mdb20.de.

    Der erste Teil startete gestern:

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    Das Projekt MdB 2.0 bietet dabei sechs unterschiedliche Blickwinkel von sechs unterschiedlichen Charakteren, die aus sechs ganz unterschiedlichen Lebensverhältnissen heraus bereits in jungen Jahren eine erstaunliche Karriere in ihren Parteien gemacht haben, auf ein für unsere Demokratie unverzichtbares staatliches Gestaltungsmittel: den Parlamentarismus. Dabei gibt PHOENIX zwar Schwerpunktthemen vor, die aber eigentlich durch die allgemeine politische Agenda bestimmt werden. PHOENIX begreift den User – und auch die Abgeordneten – als mündige Bürger in einem gegenseitigen Dialog. „Machen Sie sich Ihr eigenes Bild“ – dieser Grundsatz der Sender-Philosophie wird hier ergänzt um die Möglichkeit, mit dem Blick hinter die Kulissen das vorhandene Wissen zu ergänzen und sich in der Tat das GANZE Bild machen zu können.

    7. Februar 2013 4
  • : The Fall of SOPA
    The Fall of SOPA

    Ein rund vier Minuten langes Video blickt auf die erfolgreichen Proteste gegen das US-Netzzensur-Gesetzesvorhaben SOPA zurück: The Fall of SOPA. Schön animiert, nur die Stimme ist etwas gewöhnungsbedürftig.

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    Zur Datenschutzerklärung von Vimeo

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    The Fall Of SOPA from Sam Mularczyk on Vimeo.

    (via)

    6. Februar 2013 2
  • : Netzneutralität in Slowenien: Zweiter EU-Staat verbietet Diskriminierung von Internet-Diensten zu kommerziellen Zwecken
    Netzneutralität in Slowenien: Zweiter EU-Staat verbietet Diskriminierung von Internet-Diensten zu kommerziellen Zwecken

    Slowenien hat jetzt ein Gesetz zur Festschreibung der Netzneutralität. Seit Anfang des Jahres dürfen Provider Internet-Datenverkehr nicht beschränken, schon gar nicht aus kommerziellen Interessen. Damit sichert bereits der zweite EU-Mitgliedstaat das offene und echte Netz, während die EU-Kommission und Deutschland das Thema weiter aussitzen.

    Slowenien hat sich mit dem „Economic Communications Bill“ ein Gesetz zur Netzneutralität gegeben. Der Minister für Erziehung, Wissenschaft, Kultur und Sport Žiga Turk beschrieb den relevanten Teil so:

    Das Gesetz enthält Netzneutralität, was bedeutet, dass „Betreiber den Internet-Verkehr mit gleichmäßiger Geschwindigkeit und Durchlässigkeit unabhängig vom Inhalt weiterleiten müssen.“

    Das Gesetz wurde im September 2012 von der Regierung beschlossen und am 20. Dezember vom Parlament angenommen. Am 31. Dezember wurde das Gesetz offiziell im Amtsblatt veröffentlicht.

    Der italienische Jurist und Council Officer des europäischen Provider-Verbands EuroISPA Innocenzo Genna schreibt in einer ersten Einschätzung:

    Der entscheidende Punkt scheint Artikel 203 des slowenischen Gesetzes zu sein, der (nach meinem Verständnis) verhindert, dass Provider Internet-Datenverkehr beschränken, verzögern oder verlangsamen, außer im Fall von Engpässen, Sicherheit oder Spam. Mit anderen Worten sollte eine qualitative Unterscheidung von Internetverkehr verboten sein, wenn sie dazu dient, Internet-Dienste aus rein kommerziellen Gründen zu diskriminieren.

    Vor allem sollte nach Artikel 203 Absatz 5 Providern untersagt sein, unterschiedliche Preismodelle auf Basis der Internet-Dienste zu erheben.

    Laut dieser Interpretation sind Angebote wie die positive Diskriminierung von Spotify bei T‑Mobile und Orange in Slowenien jetzt verboten. Das ist sehr zu begrüßen.

    Damit folgt Slowenien dem Beispiel von Chile und den Niederlanden, die bereits Gesetze zum Schutz der Netzneutralität haben. Auch in Belgien wird derzeit ein entsprechender Gesetzesvorschlag behandelt.

    Nur in Deutschland und auf EU-Ebene regt sich nichts. Obwohl schon lange belegt ist, dass die Netzneutralität permanent verletzt wird, ignorieren EU-Kommission und Bundesregierung das Problem. Und so schleicht sich die Verkrüppelung des Netzes immer mehr in den Alltag.

    31. Januar 2013 7