Die ARD-Journalistin Sandra Stalinski wollte für Tagesschau.de ein Interview mit einem EU-Abgeordneten über die EU-Datenschutzreform machen. Das Interview kam auch zustande, aber die Antworten waren nicht so befriedigend. Und wurden dann in der Gegenlesen-Phase nochmal stark überarbeitet und nach einmal darüber schlafen wurde dann alles zurückgezogen.
Darüber bloggte Sandra Stalinski im Tagesschau-Blog: Hoch lebe die Transparenz!
Wie die Zitate da rein gekommen sind, konnte oder wollte er mir nicht sagen. Sein Büro habe die Anträge nicht selbst erarbeitet. Das Büro der rumänischen Kollegin Valean habe sie verfasst. Creutzmann habe sie – nach ausführlicher inhaltlicher Prüfung – nur mit unterschrieben. […]
Weiter geht es mit dem nicht namentlich genannte Kollegen:
Über Datenschutz könnten wir gerne ausführlich sprechen, über Lobbyismus dann aber lieber doch nicht. Hoch lebe die Transparenz!
Mein Lieblingssatz ist ja: „Und im Übrigen schreibe man ja keine Promotion, sondern politische Texte.“
Update: Ursprünglich hatte ich geschrieben, dass es sich bei dem EU-Abgeordneten um den FDP-Abgeordneten Jürgen Creutzmann handelt, der durch Lobbyplag bekannt wurde. Der wird namentlich genannt und Stalinski hat wohl auch mit ihm geredet, aber er hatte wohl keine Lust auf ein Interview. Wer letztendlich interviewt wurde, es dann aber zurückgezogen hat, ist unklar.