auch wer nur mal den Zeh ins Wasser hält, kann von der Strömung mitgerissen werden. Das zeigt der jüngste Beitrag meiner Kollegen Sebastian und Ingo. Darin geht es unter anderem um das ungewollte Outing eines Grindr-Nutzers in Norwegen.
Der Text zeigt exemplarisch, wie Standort-Tracking durch Handy-Apps queere Menschen gefährdet – etwa wenn in ihrem Herkunftsländern Homosexualität unter Strafe steht.
Dagegen gibt es ein brauchbares Mittel: das Verbot von Tracking und Profilbildung zu Werbezwecken. Die EU-Kommission muss sich darum kümmern.
Die Alternative: offline gehen. Das entwickelt sich gerade zum Trend – ausgerechnet auf Instagram. Mehr dazu in unserem Ticker.
Habt eine gute Woche!
Daniel
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Online-Werbung führt auch zur Informationsverschmutzung. Statt Qualitätsjournalismus würden Clickbait, Desinformation und polarisierende Inhalte gefördert, kritisiert Harriet Kingaby auf der re:publica. Das zu ändern sei auch eine Verantwortung von Werbetreibenden.
Wir sollten uns diese übergriffige Arbeitszeit- und Faulheitsdebatte nicht aufdrängen lassen. Stattdessen müssen Millionäre und Milliardäre durch die Vermögensteuer endlich wieder verhältnismäßig und angemessen am Gemeinwesen beteiligt werden. Ein Kommentar.
Die Berliner Datenschutzbeauftragte kritisiert die Staatsanwaltschaft, weil sie mehrfach ein Gesichtserkennungssystem im öffentlichen Raum eingesetzt hat. Dafür gebe es keine geeignete Rechtsgrundlage.
Ein Datenhändler gab uns 380 Millionen Standortdaten von Handys aus 137 Ländern. Sie führten zu einem Grindr-Nutzer in Norwegen, der auf keinen Fall gefunden werden wollte.
Wer politisch aktiv ist, organisiert sich oftmals online – und macht sich damit angreifbar. Tech-Konzerne horten unsere Daten, während der Staat immer noch mehr Überwachung will. Besonders oppositionelle und jugendliche Gruppierungen müssen sich vor dieser Ausspähung schützen.
Eine klitzekleine Beleidigung und sofort dringt der Staat in die Wohnung ein. Das klingt zunächst nicht nach einer Demokratie, die Meinungsfreiheit zulässt und die Privatsphäre von Bürger*innen in den eigenen vier Wänden schützt. Entsprechend hagelte es nach einem Vorfall rund um den ehemaligen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck heftige Kritik. Wie berechtigt ist sie?
Die 21. Kalenderwoche geht zu Ende. Wir haben 17 neue Texte mit insgesamt 111.745 Zeichen veröffentlicht. Willkommen zum netzpolitischen Wochenrückblick.
Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.
The Guardian
Die Polizei in England und Wales will Live-Gesichtserkennung deutlich ausweiten, nachdem sie 2024 schon knapp 5 Millionen Gesichter gescannt hat. Kritiker:innen zufolge ist der Einsatz bislang weitgehend unreguliert und nicht immer zuverlässig.
Europäische Kommission
Die Verbraucherschutzbehörden der EU fordern gemeinsam mit der Kommission die Fast-Fashion-Plattform Shein zur Gesetzestreue auf. Eine Untersuchung habe Verstöße ergeben, etwa durch Fake-Rabatte und versteckte Kontaktdaten. Shein hat nun einen Monat Zeit, um nachzubessern.
Tagesspiegel Background
Jutta Horstmann, ehemalige Geschäftsführerin des Zentrums für digitale Souveränität, über den Zusammenhang von digitaler Souveräntität und Geschlechtergerechtigkeit. Eine deutliche Abrechnung mit allen, die vor der "protofaschistischen Kleptokratie" in den USA buckeln.
DW
Offline ist das neue cool? Ein Bericht über eine Bewegung unter jungen Menschen, die sich dem Dauer-Online-Zustand verweigern - auf Instagram.
The Guardian
Wo steckt eigentlich Elon Musk? Der Guardian zeichnet nach, wie der ehemals "First Buddy" von US-Präsident Donald Trump zuletzt aus dessen innerem Zirkel verschwand und bietet dafür Erklärungen an.
t3n
In wohlhabenden Ländern wie den USA oder Deutschland haben Frauen ein wesentlich höheres Risiko, dass ihre Jobs durch Automatisierung ersetzt werden – weil sie tendenziell häufiger Verwaltungs- und Büroarbeiten machen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie.
Deutschland checkt sein Netz
Das neue Digitalministerium startet mit einer Bestandserhebung bei der Mobilfunkabdeckung. Die Breitbandmessungs-App gibt es zwar schon einige Jahre, aber in dieser Aktionswoche sollen jede Menge Messungen durch Nutzer:innen dazukommen.
golem.de
Im Bundesrat hat BMDS-Staatssekretär Thomas Jarzombek angekündigt, dass noch vor der Sommerpause ein Gesetzentwurf zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes kommen soll. Ein fast fertiges TK-Netzausbau-Beschleunigungs-Gesetz war mit dem Ende der Ampelregierung gescheitert.
tagesschau
BSI-Chefin Claudia Plattner sorgt sich um eine "wachsende Angriffsfläche für Cyberkriminelle" bei der Energieversorgung, etwa durch zunehmende Dezentralisierung. Gerade bei Kritischer Infrastruktur müsse noch mehr in IT-Sicherheit investiert werden.
Fit to Teach
Eine US-amerikanische Schule verbannt Smartphones aus ihrem Alltag, ein Lehrer resümiert nach einem Jahr: "Unsere Kinder sind klüger, sozialer und motivierter, die Dinge zu tun, die sie in dieser Welt eigentlich erreichen wollen."
Der Spiegel
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ist im Eilverfahren gegen Meta vorm Oberlandesgericht Köln gescheitert. Anlass waren die Pläne des Konzerns, KI mit Daten von Nutzer:innen zu trainieren. Wer seine Daten schützen will, muss bis zum 26. Mai widersprechen.
heise online
In der Debatte um Handy-Nutzung an Schulen erteilen Sachsen und Niedersachsen Forderungen nach pauschalen Verboten eine Absage. Stattdessen setze man eher auf Dialoge und breit abgestimmte Empfehlungen.
Liebe Leser:innen, mein Kollege Markus hat die Bundesregierung und andere politische Akteur:innen wieder gefragt, warum sie nach all den Vorfällen weiter auf der Musk-Plattform X präsent sind. Die Pressestelle der Grünen im Bundestag antwortete dabei wohl unfreiwillig komisch. Die Vorgänge auf X seien „zweifellos indiskutabel“. Aber man „diskutiere“ in der Fraktion noch die Konsequenzen. Das […]
Liebe Leser*innen, sobald etwas schiefläuft, fordern Überwachungsfans mehr Überwachung. Als am 3. Januar in Zehntausenden Berliner Haushalten der Strom ausfiel, konnte man praktisch die Uhr danach stellen. Und siehe da: Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) sprach sich für verstärkte Videoüberwachung aus – auch das Modewort KI durfte nicht fehlen. Warum diese Forderung nicht sinnvoll ist und […]
Liebe Leser:innen, jetzt ist aber auch bald gut mit Chaos Communication Congress, könnte man meinen. Es ist immerhin schon der 5. Januar. Aber es gab einfach so viele motivierende Inhalte beim jährlichen Hacker:innentreffen in Hamburg, deshalb lest und hört ihr bei uns weiterhin einiges davon. So etwa eine Live-Aufzeichnung unseres Podcasts Off/On mit Einblicken in […]
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