für gewöhnlich ignoriere ich Sommer-Interviews geflissentlich. Sie sind politisch wie journalistisch meist unergiebig.
Gestern war das anders, zumindest im Nachspiel. Während des Interviews gab es nämlich lautstarke Proteste gegen das ARD-Gespräch mit Alice Weidel. Rechtsradikale raunen nun, die ARD selbst hätte die Demonstration lanciert. Die ARD mahnt derweil, die Proteste würden den Rechtsradikalen helfen. Hier liegt einiges ganz schön im Argen – gerade auch was das naive Verständnis eines neutralen Journalismus angeht -, wie meine Kolleg:innen Constanze und Markus in ihrem Kommentar schreiben.
Wohin die blauäugige Behandlung rechtsradikaler Parteigänger:innen führen kann, sieht man aktuell in den USA. Dort helfen Netzaktivist:innen Menschen, die von ICE verfolgt werden. Mehr dazu im Ticker.
Habt eine gute Woche!
Daniel
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Die ARD sendet ein Sommerinterview mit Alice Weidel, das durch lautstarke Proteste torpediert wird. Die Aktion richtet sich auch gegen die ARD und durchbricht die freundliche Normalität. Ein Kommentar.
Im Blog der Wikimedia Deutschland wird vor der Einführung spendenfinanzierter Wikipedia-Redaktionen gewarnt – aus Sorge um das Ehrenamt. Doch es gibt viele Gründe, warum professionelle Redaktionen keine Gefahr, sondern eine hilfreiche Ergänzung für das Wikipedia-Modell sein könnten. Antworten auf die fünf häufigsten Fragen zum Thema.
Im Verein „Computertruhe“ haben sich Leute zusammengetan, die Hardware-Spenden aufbereiten und die Computer dann an Bedürftige verschenken. Sie setzen dabei auf offene Software und Betriebssysteme. Annette Linder und Marco Rosenthal geben im Interview Einblicke in die Arbeit des Vereins und zeigen, wie man sich engagieren kann.
Das erste Jahr des ersten Beirats des deutschen Digital Services Coordinators neigt sich dem Ende zu. Zeit für ein Zwischenfazit sowie einen Ausblick auf die Zukunft des Digital Services Act und die Rolle der Zivilgesellschaft.
Ausgerechnet der KI-Hype erzeugt Aufmerksamkeit für bildbasierte Gewalt. Als wäre das Problem nicht auch schon ernst gewesen, bevor es Deepfakes gab. Für Betroffene kann solche Trend-Politik gefährlich sein. Ein Kommentar.
Die 29. Kalenderwoche geht zu Ende. Wir haben 17 neue Texte mit insgesamt 119.146 Zeichen veröffentlicht. Willkommen zum netzpolitischen Wochenrückblick.
Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.
IT Pro
Nach dem Hack der US-Nationalgarde durch die mutmaßlich aus China stammende „Salt Typhoon“-Gruppe warnt das US-Verteidigungsministerium in einem Bericht vor schwerwiegenden Konsequenzen. Zuvor war die Gruppe in US-Überwachungsinfrastruktur eingedrungen.
The Verge
Weltweit kommt es aktuell zu Cyberangriffen auf SharePoint-Server aus dem Hause Microsoft. Zumindest zwei US-Bundesbehörden sollen erfolgreich angegriffen worden sein.
taz
Während die Debatte über die Digitalsteuer nicht so recht vom Fleck kommt, erodiert derweil die Ersatzlösung einer internationalen Mindeststeuer für Unternehmen. Auch in der Bundesregierung tut sich zunehmend ein Graben auf.
Stern.de
Techniker Krankenkasse, AOK und Barmer haben zusammen mehr als 44 Millionen elektronische Patientenakten eingerichtet. Doch nur ein Bruchteil der Versicherten nutzt die ePA aktiv, nämlich rund 1,2 Millionen.
The Washington Post
Laut einer Studie funktioniert Elon Musks Satelliten-Dienst Starlink dann am besten, wenn ihn nur wenige Menschen nutzen. Das nährt Zweifel an dem Vorhaben der US-Regierung, beim Breitbandausbau auf Starlink zu setzen.
heise online
Mit dem "UK Investigatory Powers Act" will die britische Regierung Apple und andere Anbieter dazu zwingen, sichere Verschlüsselung zu brechen. Das Vorhaben droht nun an Vorbehalten der US-Regierung zu zerschellen.
The New York Times
Ob Aufsicht über Geheimdienste, Lebensmittel oder die Luftqualität: Über 20 Aufseher:innen, sogenannte Inspectors General, hat Donald Trump seit seinem Amtsantritt bereits entlassen oder kaltgestellt. Unter den Verbliebenen macht sich Unruhe breit.
The Guardian
Australien wappnet sich für ein umfassendes Gesetz rund um soziale Medien. Bis Dezember müssen sich Anbieter wie Nutzer:innen auf Alterskontrollen im Netz vorbereiten, vieles ist noch ungeklärt.
Rheinische Post
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sieht Netflix & Co. in der Pflicht, mehr in deutsche Produktionen zu investieren. Die Meinungsvielfalt in Deutschland sei durch Medienmonopole amerikanischer Herkunft bedroht.
The New York Times
Gut 50 Jahre lang hatten Republikaner versucht, die Unterstützung für öffentlich-rechtliche Sender wie PBS und NPR zusammenzukürzen. Vergangene Woche ist ihnen das gelungen, über eine Milliarde US-Dollar verschwindet aus dem dafür vorgesehenen Budget.
PPC Land
Anton Carniaux, Chefjustiziar von Microsoft Frankreich, hat unter Eid eingeräumt, die Daten europäischer Nutzer:innen nicht garantiert vor der Weitergabe an die US-amerikanische Behörden schützen zu können – etwas, was deutsche Datenschützer:innen schon lange wissen.
The Washington Post
Zuletzt hatte die Anti-Abschiebe-App ICEBlock Schlagzeilen gemacht, im Widerstand gegen Trump und seine Abschiebebehörde steht sie jedoch nicht alleine. Die Washington Post porträtiert eine Reihe an Netzaktivist:innen, die sich gegen den Rechtsruck stemmen.
NBC News
Hunderte KI-Bots versuchen, in sozialen Medien positive Stimmung rund um die lavierende Haltung von Donald Trump und seiner Lakaien zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu schüren.
Liebe Leser:innen, in den letzten Tagen sind bei uns jede Menge Stellungnahmen zu den Gesetzesplänen für eine Neuauflage der Vorratsdatenspeicherung eingetrudelt. Mein Kollege Tomas hat sich durchgewühlt und fand jede Menge Kritik. Überrascht hat uns das als jahrelange Begleiter:innen der Debatte nicht. Aber da die Befürwortenden nicht müde werden, eine Neuauflage zu versuchen, werden wir […]
Liebe Leser:innen, sein soziales Netzwerk X hat Elon Musk in eine rechtsradikale Propaganda-Plattform verwandelt, dem KI-Chatbot Grok seine reaktionäre Weltsicht übergestülpt. In Kombination haben die beiden Online-Dienste den Skandal rund um sexualisierte Deepfakes verursacht. Musk stört’s kaum. Anstatt das Feature direkt abzuklemmen, freute er sich anfangs noch öffentlich über gestiegene Zugriffszahlen. Viele Nutzer:innen haben sich […]
Liebe Leser*innen, unter dem Radar vieler Nachrichtenmedien verhandeln EU-Kommission, Rat und Parlament ein Gesetz, das flächendeckende Alterskontrollen nach Europa bringen könnte. Die fehlende Aufmerksamkeit ist sonderbar, immerhin rollt gerade eine internationale Debatte rund um Social-Media-Regulierung und damit einhergehende Alterskontrollen. Während einige hierzu munter Forderungen aufstellen, könnte der Trilog mal eben Realitäten schaffen – aber lest […]
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