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Chinesischer Messenger WeChat wird zum elektronischen Identitätsausweis

Mit WeChat kann man nicht nur kommunizieren, sondern unter anderem auch Spiele spielen und online bezahlen.
Mit WeChat kann man nicht nur kommunizieren, sondern unter anderem auch Spiele spielen und online bezahlen. - CC BY-NC 2.0 via flickr/inmediahk

Die chinesische Messenger-App WeChat, die auch als Bezahlsystem und Einkaufsplattform dient, ist bereits jetzt für viele Chinesen quasi mit dem Internet gleichzusetzen. Die App, deren Betreiber eng mit der chinesischen Regierung verbunden sind, ist zudem auch ein wichtiges Mittel zur staatlichen Kommunikationskontrolle und Zensur.

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In Zukunft soll das Programm auch gleich noch in vielen Situationen den Ausweis ersetzen können, wie The Verge berichtet. Das asiatische Land setzt damit einen weiteren Schritt in Richtung der Verschmelzung von Internet und Staatsmacht:

Nun steht WeChat davor, Chinas elektronisches Identitätskarten-System zu werden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua im Dezember. WeChat will virtuelle ID-Karten verteilen, die die Bürger anstatt von physischen Personalausweisen verwenden können. Da WeChat wegen gesetzlicher Vorgaben bereits verlangt, mit richtigem Namen registriert zu sein, erfordert es keine besondere Phantasie, sich vorzustellen, dass WeChat eines Tages staatliche ID-Karten ganz ersetzt. (…) Ein Pilotprogramm ist im Dezember gestartet, und es expandiert im Januar über das ganze Land. Das Programm wurde von einer Forschungseinrichtung des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit sowie dem WeChat-Team der Firma Tencent entwickelt und wird von Banken und weiteren Regierungsabteilungen unterstützt. [Eigene Übersetzung]

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3 Kommentare
  1. Finde ich super: ein Volk, eine Seele, ein Internet. Verschlüsselung und Anonymität ist was für Terroristen. Wäre es nicht schön, wenn unsere Regierung Zugang zu unserer offenen Kommunikation hätte, und sich somit besser um die Sorgen der Menschen kümmern könnte?

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