Technologie

eco: Löschen funktioniert – Sperren braucht es nicht

Der Branchenverband eco bestätigt in einer aktuellen Pressemeldung die Effizienz der Strategie „Löschen statt Sperren“:


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

[…] Die seit Mai 2009 fortgeschriebene Statistik der Beschwerdestelle, die eco mit zusammen mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia e. V. unter dem Portal www.internet-beschwerdestelle.de betreibt, verzeichnet für in Deutschland gehostete kinderpornografische Internetseiten eine Erfolgsquote von 100 Prozent. Die Herunternahme erfolgt in jeweils binnen Stunden oder Minuten. Im Ausland gespeicherte Angebote sind zu 50 Prozent binnen 5 Tagen, zu 93 Prozent binnen zwei Wochen und der Rest danach offline. Nach Angaben des Bundeskriminalamts* dauert es sogar lediglich eine Woche, bis in 86 Prozent aller Fälle der Zugriff auf die beanstandeten Inhalte an der ausländischen Quelle gesperrt wird.

* Am 17. März 2010 auf einer Anhörung der CDU/CSU Bundestagsfraktion in Berlin. Die Zahl bezieht sich auf den Monat Januar 2010.

(via TecoScr)

12 Kommentare
  1. schön und gut… WIR wissen das… die wirklich kompetenten Experten wissen es… aber die ReGIERenden erzählen den lieben langen Tag das Gegenteil und lügen ohne rot zu werden. Und die gleichgeschalteten Medien plappern es nach.

    Naja, wenn die Netz-Sperren erstmal ein paar Jahre lang in Betrieb sind, dann ist eh alles zu spät… dann werden auch Blog-Einträge wie dieser zensiert, weil sie die offizielle Regierungspropaganda in Frage stellen. Wahrscheinlich wird dann alles zensiert, was auch nur das WORT „Kipo“ enthält, auch kritische politische Diskussionen, denn es geht ja schließlich um die armen Kinderchen!!

    Und denken wir daran, im Iran haben die auch mal klein angefangen.

  2. @1 Sehe ich im Grunde genau so. Wehre den Anfängen. Jedoch leben heute schon in Abhängigkeit und werden gesteuert…
    Dies ist aber nur zu unserer Sicherheit.

    Lieber in Freiheit sterben, als in Sicherheit leben!

  3. Nachtrag:

    Das Problem ist ja nicht, daß wir die Wahrheit auf unserer Seite haben… das Problem ist, wie krank auf höchster EU-Ebene Tatsachen verdreht werden.

    Es ist krank, der Netzgemeinde vorzuwerfen, sie sehe Kinderpornografie als „Meinungsfreiheit“. Niemand würde solch abartigen Content jemals mit dem Argument Meinungsfreiheit verteidigen. Oder überhaupt irgendwie verteidigen.

    Es ist krank, irgendwelche Behauptungen aufzustellen von Servern in Turkmenistan die man nicht löschen kann, wenn der allermeiste Content nachweislich in Deutschland und Amerika gehostet wird.

    Es ist krank, mit dem Finger auf China zu zeigen…

    Aber bevor ich mich hier weiter in Rage rede… lasst uns unsere Kräfte bündeln und darauf hoffen, daß am Ende die Wahrheit siegt. Daß die Staaten sich endlich zusammen tun und handfeste internationale Kooperationen starten um KiPo auf dem ganz kurzen Dienstweg zu löschen. Daß wir es denen zeigen, die das Internet zu einem Empfangskanal für Regierungspropaganda kastrieren wollen.

  4. @Andreas:

    schön und gut… WIR wissen das… die wirklich kompetenten Experten wissen es…

    Genau. Und den Rest müssen mit Argumenten überzeugen. Wird nicht leicht, aber so funktioniert eine Demokratie (im Idealfall) nun einmal.

    Und die gleichgeschalteten Medien plappern es nach.

    Stimmt doch gar nicht. Schau doch bitte mal, wieviele Kommentare es in den letzten Tagen gab, die die Pläne von Censilia Malmström scharf kritisiert haben. Auch und gerade in den überegionalen Medien. Das sah vor einem Jahr noch ganz anders aus.

    Ich finde, das ist bereits ein schöner Erfolg. Wir konnten mir unseren Argumenten überzeugen. Und das, obwohl unsere Position wirklich denkbar schlecht war.

  5. @Jörg-Olaf : Zustimmung. Las mich in den letzten Tagen durch mehrere Seiten und die Verärgerung ist gross. Auf Seiten der User wie auf Seiten der Medien. Siehe ZD-Net, wo man sich bestimmt nicht mit Zensurmassnahmen anfreunden will.

    Aber auch andere Blätter ( online ) sehen die Entwicklung kritisch. Das Problem bleibt aber: wie, den unerfahrenen und wenig interessierten Nutzern die Folgen einer Zensur in Europa klar und verständlich rüberzubringen? Geeignete Gegenargumente bringen, sachlich austariert und auch vorgetragen.

    Ich bastel mir seit Tagen im Kopf Gegenargumente zusammen, wobei der Nutzen des WWW in Sachen Kommunikation,kritischer Berichte, aber auch der allgemeine, legale Datenaustausch weltweit ohne Einschränkungen durch staaliche Organe oder Geheimdienste ( auch NSA, CIA und die restl. 14 der USA )möglich sein sollte.

    Man hat das KiPo Thema als Hauptargument genommen, da es jeden normalen Menschen anekelt, wenn man Kinder missbraucht. Genau auf dieser Basis müssen Gegenargumente gefunden werden. Das ist halt die Schwierigkeit.

    Bedenklich finde ich aber, das Länder des Nahen Ostens sich für Zensur nicht rechtfertigen müssen, da sie sich auf bereits bevorstehende Massnahmen in Europa berufen.

    Ich gebe Dir recht, dass die Position denkbar schlecht ist, aber sie ist nicht aussichtslos.
    Hoffen wir für die Meinungsfreiheit das Beste.

  6. Weil ich nicht weiß, ob mein jüngster Kommentar in Frau Malmströms Blog freigeschaltet wird, poste ich das hier auch nochmal zur Sicherheit. Gerade auch weil ich in dem Beitrag auf die Statistik des eco Bezug nehme.

    @Love Berggren: I contacted the American embassy as of today and they assured me that as soon as a provider was notified of such content he is legally bound to act. And I’m pretty sure the Russian or Ukrainian embassies would tell me the same. Also the eco (the German Internet Business Association), which runs the German part of INHOPE, had a press release (so far only available in German but I’m sure you can have it either translated or request an English version) posted that contained information, that they’re able to get all websites (containing media documenting the abuse of children) deleted internationally.
    Really, even if it’s not as flashy and isn’t as visible (publically) as a virtual stop sign, nothing is going to replace hard police work (which is really needed to bring the perpetrators before a court and to justice).

    To your second point: you certainly are aware that Australia is filtering for some time now and they stated the exact same thing as you do now (only documentation of child abuse is going to be blocked) and guess what one can read what is blocked too by now: normal pornography featuring women with small breasts because „publications featuring small-breasted women were encouraging paedophilia“.
    In Germany, shortly after Mrs. von der Leyen proposed access blocking for the first time, there were many powerful interest groups ranging from the music industry to politicians which demand to extend the blocking to other content too (copyright violations, offensive websites against certain groups, internet gambling platforms and many more). The same will happen while or after you’ve pushed the directive through council and parliament. And then (I would actually bet on it even though I never betting otherwise) you or your colleagues in the commission will extend that. And pretty soon you’ll find out that a lot of people are slipping through the cracks so you need something more powerful… welcome on the route to the Great Firewall.

    Please invest all (y)our efforts, power and money into the right thing and work towards the deletion of these kind of materials. Make sure the perpetrators will be prosecuted. Rescue the children and don’t abuse them for the second time. (And yes a lot of them, at least those who survived this hell, think like this, check out the homepage of MOGIS e.V..)

    Regards,
    Drizzt

    P.S.: A German lawyer, Udo Vetter, author of the Lawblog, posted an article on „the legend of the multi-million market of child pornography“. Judging from his article, which is based on his professional insight, the majority of the documentations of child abuse are not traded on the World Wide Web (the part of the Internet you’ll hit with your access blocking) but by traditional mail.

  7. Ein Argument pro Löschen und echter handfester Strafverfolgung:

    Was würden Sie unternehmen wenn Sie im Internet Aufzeichnungen von Folter finden würden? Würden Sie die Strafverfolgungsbehörden einschalten oder lieber schnell einen Sichtschutz errichten um andere Internetnutzer nicht zu verstören?

  8. Ergänzend noch:
    Frau Malmström scheint not amused über die zahlreichen kritischen Kommentare gegen ihr Herzensprojekt zu sein und hat ihren Adlatus (?) eine Antwort mit zwei Punkten veröffentlichen lassen, aus der man entnehmen kann, dass man auf fachlicher Ebene keinen Dialog mit dem Plebs wünscht bzw. vom geplanten Vorhaben nicht abrücken wird.
    Ich war dennoch so frei einen Kommentar einzustellen, welcher aber voraussichtlich nie freigeschaltet wird:

    It’s a confession of failure that you switched over to simply censor all the comments pointing you to attestable facts.

    What you’re aiming at is hazardous symbolic politics that will abolish freedom of media and net neutrality to a tremendous extent.

    Weiß man eigentlich, wie die Piratenfraktion in Stockholm Malmströms Vorstoß aufgenommen hat?

  9. @Jo

    Genau. Und den Rest müssen [wir] mit Argumenten überzeugen.

    Das ist ja das Problem. Argumentorientierte Diskussionen finden kaum statt, falls doch, sind sie nicht ‚publikumswirksam‘, also für die Katz. Das machen die Politiker und Fürsprecher der Sperren schon ganz richtig: Immer schön populistisch, zack, in dieselbe Kerbe hauen. Wiederholung hilft, ein Ekelthema hilft viel.

    Bosbach mag noch so aua sein, an seine ewig wiederkehrenden ‚Argumente‘ erinnern sich die Leute. So funktioniert das.

    Während der Zensursula-Debatte sind bei Gottfried genug Argumente genannt worden. Was hat’s gebracht? Eben.

    @Gregor hat recht. Dem ist hinzuzufügen: Das bringt nur etwas, wenn die Diskussion in den gängigen Talkshows geführt wird, und da müssen dann eben begabte Rhetoriker hin, die möglichst auch noch witzig sind und in der Lage, vor laufender Kamera ganz charmant die Sperrbefürworter bloßzustellen. (Das macht z.B. auch die Popularität von Lobo aus. *seufz*)

    Ernsthafte Fachleute mit noch so triftigen Argumenten helfen gegen die Talk-erprobten Flachleute nicht weiter. Leider.

    Vorschläge, anyone?

  10. @ Vera..,jupp. Siehste richtig.

    Ist es denn nicht verwunderlich, mit welcher energischen Kampagne Bosbach, Boufier und Wolf oder auch der Zierke ( inkl. Ursel von der Leine ) dieses Thema hochgeschaukelt haben? Sie wissen um die Macht im Netz, den täglichen Blogs und kritischen Äusserungen.

    Aber zurück zum Argument. Talkshows haben in der Regel meist einen parteiischen Backround, wie ich finde. Wenn man dieses Thema richtig aufbereiten will, dann kann es nur gelingen, wenn der Rhetoriker – ausser der gewissen Lockerheit – auch die Technik der Kommunikation im digitalen Zeitalter „rüberbringt“. Alle müssten es verstehen können. Ohne wenn und aber.

    Ist es nicht beschämend, dass nach über 20 Jahren in vielen Teilen der Welt die Computertechnik zwar vorhanden ist, aber immer noch soviele Leute nicht so richtig damit umgehen können? Was ich damit meine ist, in einer Talkrunde konfrontieren die Talkgäste das gemeine Publikum und auch die Zuschauer mit fachlichem Know How, dass oft nicht verstanden wird. Bsp: Lokale Sicherheitsrichtlinien, Ereignisanzeige, Freeware, Shareware,…die Liste liesse sich endlos fortführen.

    Dies im Einklang mit der aktuellen Diskussion um Nutzung, Common Licence oder auch YouTube Videos zu bringen, ist eine heikle Sache. Viele verstehen es einfach nicht – egal, welches Alter oder Ausbildung. Mit Abi oder Real hat das auch nichts zu tun.

    Wenn schon Politiker nicht mit dem Thema firm sind, ja, wie soll dem Zuschauer, der ansonst nur die Tagespresse kennt, das alles erklärt werden? Zwingen kann man keinen.

    Auch die im letzten Jahr stattgefundene Demo gegen die Aburteilung der Gamer ( Killerspieler )hatte nur wenige Betroffene auf die Strassen gebracht und die Demo in Berlin gegen die Zensur von UvdL ca. 25tsd. Sorry, wir haben eine Volk von über 80 Mio Bürgern.

    Da passt doch was nicht.

    Was wir Gegner dieser Debatte nicht wissen und nur erahnen können ist, dass hier in Europa eine Art Greenwall installiert werden soll. Damit auch in Zukunft korrupte Leute, geschmierte Leistungsträger usw. in Ruhe und ohne Kritik schlafen können. Nur Infos staatlich gelenkter Organisationen ernähren das Wählervolk. Sowas wie Sponsoringaffären wird dann nur noch im Cache, wenn überhaupt, lesbar sein.

    Es ist verdammt schwer, in diesem Thema das treffsichere Gegenargument, welches im Zusammenhang mit dem Verständnis über OS, Datensicherheit und demokratischem Grundbedürfnis auf Information und der weltweiten Kommunikation / Datenaustausch in legalen Sinne standhält, rüberzubringen.

    Tja..soweit von mir.

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