Kultur

USA: 46% informieren sich online über den Wahlkampf 2008

Eine neue Studie des PEW-Projects aus den USA hat herausgefunden, dass 46% der US-Amerikaner über das Internet im Rahmen des aktuellen Wahlkampfes politische Informationen bekommen und sich dort darüber auch online ausgetauscht haben. Das liegt vor allem an der Obama-Kampagne und den jungen Wählern, die sich dafür interessieren. Das PEW-Project hat dazu zwischen April und Mai 2,251US-Amerikaner befragt. Aus der Pressemitteilung: The internet and the 2008 election.


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Die 46% kommen durch die folgenden Tätigkeiten heraus. Dabei wurden auch Mehrfachnennungen einberechnet:

• 40% haben über das Internet Informationen und News zum Wahlkampf bekommen
• 19% beschäftigen sich einmal die Woche online mit dem Wahlkampf, 6% sind täglich irgendwie engagiert.
• 23% bekommen mindestens einmal die Woche Mails, indem sie aufgefordert werden, einen Kandidaten zu unterstützen oder über die Kampagnen zu diskutieren.
• 10% nutzen aktiv eMails, um regelmässig an der politischen Debatte teilzunehmen.
• 4% haben politische Ansichten per SMS ausgetauscht.

Drei Online-Akivitäten spielten dabei eine prominte Rolle:

• 35% der US-Bürger haben sich online politische Videos angesehen. Das ist eine verdreifachung gegenüber 2004. Was wiederum keine grosse Überraschung ist, denn damals gab es Youtube noch nicht.
• 10% haben Social Networks genutzt, um informiert oder in die Kampagnen eingebunden zu werden. 2/3 aller unter 30-jährigen haben eigene Social-Network-Profile und die Hälfte davon bekommen oder verbreiten darüber Informationen über die Kampagnen.
• 6% haben online gespendet. Das ist auch eine verdreifachung gegenüber 2004.

Weitere interessante Zahlen:

• 39% haben auf „medial-ungefiltertes“ Kampagnenmaterial, meist direkt auf den Kampagnenseiten, zugegriffen, dazu zählen Videos, Reden, Ankündigungen und Positionspapiere.
• 18% haben sich Videos angeschaut, die nicht direkt von den Kampagnen kamen.
• 11% haben an der politischen Gesprächen teilgenommen, indem sie Kommentare von anderen weitergeleitet und/oder gepostet haben.
• 5% haben eigene Kommentare und Analysen gepostet. Schaut man sich die 18-19-jährigen an, so haben 12% davon ihren eigenen politischen Kommentar in einem Forum, Blog oder einer Webseite verfasst.

“Many voters are now using the internet to move past traditional media gatekeepers to gain their own view of the candidates and the campaign,” said Pew Internet Project Research Specialist Aaron Smith, an author on the report. “This shows the appetite of engaged citizens to move beyond the sound-bite culture and make their own assessments of the meaning of political developments.”

28% der Onliner fühlen sich persönlicher mit einer Kampagne durch das Netz verbunden. 22% sagen, dass sie sich ohne Internet nicht engagieren würden. Gleichzeitig fühlen sich grosse Gruppen aber auch durch Fehlinformationen und extreme Positionen im Netz verunsichert.

Ein passender Kommentar von Techpresident dazu: A Whole New Ball Game: 2008 is Record Setting Election According to New Pew Study

Not only is turnout at record levels in primaries across the country, but the role the internet is playing in the election is setting records that bury previous high marks. According to the Pew Internet & American Life report issued today, a full „46% of Americans have used the internet to get political news and share their thoughts about the campaign. Online video and social networking sites have taken off, especially among Obama supporters.“ So let’s stop asking whether the internet will ever elect a president and accept the fact that no candidate can afford to downplay the importance of it.

Das sind Zahlen, wovon wir in Deutschland 2009 noch träumen können. Weder gibt es hier eine inspirierende Obama-Kampagne, noch unternehmen die Parteien grosse Anstrengungen, das Internet richtig zu nutzen.

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