Dieser Artikel ist mehr als 17 Jahre alt.

BKA-Gesetz als Kampagne für Computer-Sicherheit

Wegen der gestern im Bundestag beschlossenen Online-Durchsuchung durch das BKA fangen jetzt auch Berufsverbände an, ihre Mitglieder auf die Risiken hinzuweisen, die mit einem Internet-Anschluss verbunden sind. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung der Zahnärzte (KZBV) rät in einer Pressemitteilung ihren Mitgliedern, keine Computer ans Internet anzuschließen, die Patientendaten enthalten. Das kann man schön übersetzen für andere Bereiche:…

  • Ralf Bendrath

Wegen der gestern im Bundestag beschlossenen Online-Durchsuchung durch das BKA fangen jetzt auch Berufsverbände an, ihre Mitglieder auf die Risiken hinzuweisen, die mit einem Internet-Anschluss verbunden sind. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung der Zahnärzte (KZBV) rät in einer Pressemitteilung ihren Mitgliedern, keine Computer ans Internet anzuschließen, die Patientendaten enthalten. Das kann man schön übersetzen für andere Bereiche: Daten, die kritisch sind, kann man ja z.B. auch auf externen Festplatten lagern, die nur angeschlossen werden, wenn man sie wirklich braucht.

Man fragt sich beim Lesen daher zunächst verwundert: Wäre es nicht ohnehin sinnvoll, Patientendaten nicht am Netz hängen zu haben? Das Problem ist leider, dass mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte eine Online-Anbindung vieler Praxen zwingend erforderlich wird. Na toll.

via Heise

Über die Autor:innen

  • Ralf Bendrath

    Ralf ist seit Jahren in Zusammenhängen wie DigiGes, EDRi, AK Vorrat, AK Zensur aktiv. 2011 wurde er in den Beirat von Privacy International berufen. Nach einer soliden Grundausbildung als Nerd am Commodore C-64 und dem Studium der Politikwissenschaft in Bremen und Berlin hat er zehn Jahre lang zu Datenschutz, Internet-Governance und Cyber-Sicherheit geforscht, u.a. in Berlin, Bremen, Washington und New York City. Von 2002 bis 2005 hat er für die Heinrich-Böll-Stiftung den Weltgipfel Informationsgesellschaft begleitet. Im Hauptberuf arbeitet er seit Sommer 2009 für den Abgeordneten Jan Philipp Albrecht im Europäischen Parlament, ebenfalls zu Themen der Internetfreiheit und der digitalen Bürgerrechte. Wenn er Zeit findet, bloggt er hier auf deutsch oder auf englisch auf http://bendrath.blogspot.com. Häufiger twittert er als @bendrath.


Veröffentlicht

Kategorie

Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

5 Kommentare zu „BKA-Gesetz als Kampagne für Computer-Sicherheit“


  1. Wenn mit der eGK die Online-Anbindung vieler Praxen zwingend erforderlich wird, kann ich mir es mir nicht verkneifen zu sagen: „Nachtigall, ick hör’ dir trapsen“.


  2. […] zu trennen. Nicht nur mit Blick auf den Staat sondern auch mit Blick auf Kriminelle. Und auch wenn Netzpolitik.org zu Recht ketzerisch fragt, ob man das nicht ohnehin längst tun sollte: Das mag sein; Die Realität […]


  3. Ich frage mich ja sowieso schon seit langem, wieso die Einführung der eGK erforderlich ist…


  4. Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ist notwendig, um unseren abgehalfterten Gesundheitspolitikern nach ihrer Amtszeit ein nettes Zubrot in Form eines Beratervertrages zu sichern. Unsere MdBs können den Hals nicht voll genug kriegen und wollen ordentlich gestopft werden. Dafür verlangt die Industrie eine Vorleistung. Würden die MdBs die Beraterverträge vorher bekommen, könnte man sie ja wegen Korruption drankriegen.


  5. Unbescholtene Bürger wehren sich gegen den Staat…

    Der Überwachungswahn der deutschen Politik nimmt immer weiter zu. Das neue Maximum wurde erreicht, als der deutsche Bundestag die Novelle des neuen BKA – Gesetztes diese Woche nahezu unverändert durchgewunken hatte. Das BKA – Gese…

Dieser Artikel ist älter als 17 Jahre, daher sind die Ergänzungen geschlossen.