Zensur

  • : Netz-Sperren in Australien: Provider sollen Webseiten mit Kinderpornografie sperren, nicht löschen
    Netz-Sperren in Australien: Provider sollen Webseiten mit Kinderpornografie sperren, nicht löschen

    Internet-Provider in Australien werden verpflichtet, Webseiten mit Kinderpornografie zu sperren. Das kündigte der Minister für Breitband, Kommunikation und digitale Ökonomie heute an. Die beiden größten Provider haben das schon vor zwei Jahren freiwillig gemacht, jetzt sollen auch die übrigen Provider dazu gebracht werden.

    In Australien hat man anscheinend noch nichts von Löschen statt Sperren gehört. Der Minister für Breitband, Kommunikation und digitale Ökonomie, Stephen Michael Conroy, lies heute verlautbaren:

    Minister for Broadband, Communications, and the Digital Economy, Senator Stephen Conroy, has today announced that Australia’s major Internet Service Providers (ISPs) are required to block child abuse websites on the INTERPOL „worst of“ child abuse list.

    Australia’s largest ISPs have been issued with notices requiring them to block these illegal sites in accordance with their obligations under the Telecommunications Act 1997.

    9. November 2012 5
  • : Deep Packet Inspection und Gute Software, schlechte Software
    Deep Packet Inspection und Gute Software, schlechte Software

    Auf dem Netzpolitischen Abend des Digitalen Gesellschaft e.V. trug Christian Mihr von Reporter ohne Grenzen vorgestern zum Export von Überwachungssoftware deutscher Provenienz vor. „Made in Germany“ steht für die zweifelhafte Errungenschaft, dass in Diktaturen Überwachungssoftware aus Deutschland eingesetzt wird, um politische Gegner zu verfolgen und Meinungsfreiheit zu unterdrücken. Dabei gibt es Hinweise, dass die deutsche Regierung den Export solcher Software nicht nur billigt, sondern sogar aktiv durch Hermes-Bürgschaften unterstützt.

    Die Rechtmässigkeit des Exports dieser Güter wird regelmässig mit dem Dual-Use-Argument begründet, also damit, dass die Überwachungssoftware durchaus für zivile Zwecke eingesetzt werden könnte und deshalb exportiert werden darf. Die zivile Nutzung wird in der Öffentlichkeit in den Vordergrund gestellt. Praktisch wird die Software aber nahezu ausschliesslich zur Überwachung politisch unliebsamer Meinungen durch Ausspähen von Userdaten und Mithören von Kommunikation verwendet. Zivile Anwendungen sind zwar theoretisch möglich, aber auch mit Phantasie kaum vorstellbar.

    8. November 2012 3
  • : Ägypten sperrt Webseiten mit pornographischen Inhalten
    Ägypten sperrt Webseiten mit pornographischen Inhalten

    Der nationale Generalstaatsanwalt der Republik Ägypten, Abdel Meguid Mahmud, forderte gestern in einem Brief die Ministerien für Telekommunikation, Information und Inneres dazu auf, Maßnahmen zu erlassen, um Webseiten mit pornographischen Inhalten zu sperren. Im Mai 2009 hatte das Oberverwaltungsgericht Ägyptens dieses Verbot bereits befürwortet, nachdem der Anwalt Nezar Ghourab Klage eingereicht hatte.

    Wie Al-Ahram Online berichtet, hat am Mittwoch eine Gruppe von salafistischen Muslimen, die der Graswurzelbewegung „Pure Net“ angehören, vor Kairos Oberstem Gerichtshof demonstriert und die Umsetzung des Verbots gefordert. Bisher wurden ähnliche Aufforderungen nicht umgesetzt, da die Kosten für die technische Umsetzung zu hoch seien. Dass das Verbot nun umgesetzt werden soll, liege vor allem an dem Druck von „hard-line Muslims“.

    In 2009 under Mubarak, an administrative court in Cairo ruled in favor of a suit filed by an Islamist lawyer who argued that pornographic websites were destructive to Egyptian social values. The court ruled at the time that „freedoms of expression and public rights should be restricted by maintaining the fundamentals of religion, morality and patriotism,“ denouncing the websites in graphic terms.

    Obwohl dieses Verbot hauptsächlich von salafistischen Predigern und als islamistisch geltenden Parlamentariern gefordert wird, hält Ramy Raoof, der zu Digitalen Rechten forscht, es nicht für ein Ergebnis von islamistischen Kräften: „I don’t see this has anything to do with Islamists. It is a continuous effort that has been happening from before“. Dennoch äußern säkulare und liberale Gruppen die Befürchtung, dass „Islamists may be trying to use the drafting of Egypt’s new constitution to impose a strict interpretation of Islamic law, or Shariah, and limit freedoms“.

    Tarek Shalaby, ein Blogger aus Ägypten, hatte bereits im Januar 2011 einen Artikel dazu veröffentlicht, wie die damaligen Sperren umgangen werden können: „How to bypass Internet censorship in Egypt: A followup on the demonstrations“. Auch dieses Mal kündigte er sofort an, Umgehungsmöglichkeiten vorzustellen.

    Der Generalstaatsanwalt, der nun die Ausführung der Sperren von den Ministerien fordert, ist zudem selbst Kritik ausgesetzt. Nachdem er einige Funktionäre Mubaraks freigesprochen hatte, denen vorgeworfen wird, für den Tod von Protestierenden während der Revolution verantwortlich zu sein. Die Muslim-Bruderschaft sowie der neue Staatspräsident Mohammed Mursi forderten daraufhin seinen Rücktritt, bislang erfolglos.

    8. November 2012 3
  • : Internet-Zensur in Russland: Auch Anonymisierungsdienste, Proxy-Server und VPNs werden verboten
    Internet-Zensur in Russland: Auch Anonymisierungsdienste, Proxy-Server und VPNs werden verboten

    In Russland soll die Umgehung der Internet-Zensur verboten werden. Das berichtet Reporter ohne Grenzen unter Berufung auf einen neues Gesetz in der Duma. Wer Anonymisierungsdienste, Proxy-Server oder Virtual Private Networks nutzt, muss mit dem Abklemmen des Internet-Anschlusses und hohen Geldstrafen rechnen.

    Letzte Woche berichteten wir über das neue Gesetz zur Internet-Zensur in Russland und Beispiele gesperrter Seiten. Reporter ohne Grenzen weist auf einen weiteren Punkt hin:

    Amendments to the child-protection law had barely been put in place last July when the Duma (the lower house of the Russian parliament) decided to add the prohibitions on anonymizer and filter- bypass tools (proxies, VPN). According to the bill to amend the information law, filed on 21 September, internet users who continue to use these methods would face penalties ranging from blocking of their internet access to heavy fines.

    Kevin Rothrock schildert bei Global Voices das Verfahren:

    The law would create a registry (or “blacklist”) of any online materials containing illegal information relevant to children (specifically child pornography, drug paraphernalia, and instructions about self-harm). Once a website appeared on the list, the site’s hosting-provider would have 24 hours to notify the site-owner, who must then delete the offending data. If the owner fails to act, the hosting-provider is required to shut down or delete the site itself. In the event that the hosting-provider fails or refuses to act, it joins the registry and then web-providers must cut off access to that entire hosting-provider. Anyone included on the blacklist then has three months to appeal the decision in court.

    Auf der Webseite zapret-info.gov.ru können User nachgucken, ob eine bestimmte Domain, IP oder URL auf der Sperrliste ist. Eine komplette Sperrliste soll es eigentlich nicht geben, jedoch dürfte das Crawlen nicht zu lange dauern.

    Das Gesetz geht jedoch nicht nur auf Putins Partei Einiges Russland zurück, auch Oppositions-Politiker der Partei Gerechtes Russland sind dafür. Deren Duma-Abgeordnete Elena Mizulina sagte:

    Niemand außer Pädophile und Drogenbosse hat irgendetwas vor diesem Gesetz zu befürchten.

    Das war im Juli. Mit Inkrafttreten des Gesetzes Anfang November zeigte sich das ganze Ausmaß der Zensur und Überwachung.

    7. November 2012 37
  • : Welche Internet-Inhalte Russland zensiert: Zeugen Jehovas, Extremismus, Suizid-Anleitungen – und eine ganze Bücherei (Update)
    Welche Internet-Inhalte Russland zensiert: Zeugen Jehovas, Extremismus, Suizid-Anleitungen – und eine ganze Bücherei (Update)

    In Russland wurden allein im September mehr als ein ein Dutzend Webseiten zensiert. Das geht aus Recherchen der Plattform Agentura.Ru hervor. Eigentlich richtet sich das Gesetz nur gegen „schädliche Inhalte für Kinder“, gesperrt werden aber auch politische Extremisten und Gegner der Putin-Regierung.

    2. November 2012 9
  • Internet-Zensur in Russland: Es ist alles eingetreten, wovor wir immer gewarnt haben, sogar noch schlimmer
    Internet-Zensur in Russland Es ist alles eingetreten, wovor wir immer gewarnt haben, sogar noch schlimmer

    In Russland ist heute das Gesetz zur Internet-Zensur in Kraft getreten. Begründet wurde es mit Kinderschutz, trotzdem werden auch politische Webseiten von Oppositionellen zensiert. Umgesetzt wird das mit Deep Packet Inspection, womit neben der Zensur gleich noch Überwachung möglich ist – inklusive Anbindung an den Geheimdienst.

    1. November 2012 38
  • : EU-Kommission distanziert sich von Netzsperren
    EU-Kommission distanziert sich von Netzsperren

    Internetsperren sind in der EU-Kommission ein heikles Thema, an der sich bereits die EU-Innenkommissarin Cecilia (Censilia) Malmström die Finger verbrannt hat. Vor zwei Jahren schlug sie einen Richtlinienentwurf für Internetsperren gegen kinderpornographische Webseiten auf EU-Ebene vor.

    Auch die EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, Neelie Kroes, ist Internetsperren nicht abgeneigt. Ihre Generaldirektion (GD Connect) ist für mehrere Projekte zur privatisieten Rechtsdurchsetzung verantwortlich und hat unter anderem die Mobile Alliance against Child Sexual Abuse Content unterstützt. Diese Allianz hat zum „freiwilligen“ Einsatz von Internetfiltern und bereits zahlreichen Pannen geführt, wie beispielsweise der unbeabsichtigten Zensur des Tor-Projekts in Großbritannien. Seit letztem Dezember gibt es nun das von Kroes ins Leben gerufene „Bündnis für ein kindersicheres Internet“ (CEO-Coalition) wo zunächst enthusiastisch Upload-Filter diskutiert wurden, sich die Komission aber nach einigem Druck von European Digital Rights sowie einzelnen Vertretern aus der Industrie wieder von der Idee verabschieden musste.

    Jetzt wurde von der Abteilung Binnen­markt und Dienst­leist­ungen (GD Markt), geleitet von EU-Kommissar Michel Barnier, ein Aktionsplan gegen Online-Glücksspiel veröffentlicht. Diese Strategie schlägt nun seit gestern in der Presse und der Welt der Bürgerrechtler einige Wellen, da eine Rückkehr der Internetsperren befürchtet wird.

    24. Oktober 2012 11
  • : Lesestoff: Cyberrevolution in China ist westliches Wunschdenken
    Lesestoff: Cyberrevolution in China ist westliches Wunschdenken

    Sophia Lee interviewte den chinesischen Blogger Michael Anti, der wenig optimistisches berichtet. Nicht nur sei China weit von einer digitalen Revolution entfernt, die Regierung instrumentalisiere das Internet, um Druck auf unbequeme Mitglieder auszuüben.

    Die Server für Mikroblogs und andere soziale Netzwerke stehen allesamt in Peking. Nur dort bekommen Internetfirmen seit 2009 noch eine entsprechende Lizenz. Wenn ein Provinzfürst etwas aus dem Netz löschen will, muss er in Peking anrufen – oder einem Funktionär der zentralen Zensurbehörde großzügige Geschenke machen. Die Zentralregierung hat die volle Kontrolle über die relevanten Server.

    Remix heißt nicht nur kopieren

    Simon Reynold bei Zeit Online darüber, dass auch ein Remix originell sein kann:

    Rekreativität, oder die Idee, dass alles auf dieser Erde ein Remix ist (und niemals neu), ist zu einem Glaubensgrundsatz geworden. Diese nicht zu beweisenden Thesen sagen viel mehr über unsere derzeitigen Denkhorizonte und die verzwickte Lage der Kultur aus, als über das Wesen der Kreativität oder die Geschichte der Kunst.

    Abenteuerdatenpfad

    Barbara Jung hat im Selbstversuch getestet, welche Daten welche Unternehmen von ihr gesammelt haben.

    Zieht man übrigens die Gegend, in der ich wohne, amtliche Statistiken, mein Geschlecht, mein Alter und die Wohnform „anhand von Gebäudedaten“ heran, dann liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ich Rechnungen für die Waren zahle, die ich kaufe, bei 94 Prozent. Das zumindest weiß Galeria Kaufhof von mir.

    Wem vertrauen – Regierung oder Google?

    Shannon Smith schreibt über den unterschiedlichen Umgang mit dem Internet in Europa und den USA und führt u.a. die re:publica als Beispiel für den Fortschritt in der netzpolitischen Debatte in Deutschland an.

    And just last week, the U.S. government supported Google and Facebook by sending a delegation to the European Parliament’s Committee on Civil Liberties, Justice and Home Affairs to lobby against an E.U. data privacy law that would strengthen the rights of users to delete their own data.

    18. Oktober 2012 1
  • : Bündnis gegen Kinderpornografie im Internet: MOGiS erklärt Austritt aus White IT
    Bündnis gegen Kinderpornografie im Internet: MOGiS erklärt Austritt aus White IT

    Christian Bahls, Vorsitzender des Vereins „Missbrauchsopfer gegen Internetsperren“, ist aus dem Projekt White IT ausgetreten. Das Bündnis des niedersächsischen Innenministers Uwe Schünemann will Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderpornografie im Internet entwickeln. In einem offenen Brief, den netzpolitik.org an dieser Stelle dokumentiert, äußert Bahls Kritik.

    Im November 2009 rief der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann zur Gründung des Bündnisses White IT auf. Nach dem absehbaren Scheitern des Zugangserschwerungsgesetzes sollten Opferverbände, Netzwirtschaft, IT-Industrie, Ermittlungsbehörden und Ärzteverbände gemeinsam Lösungen gegen kinderpornographische Inhalte im Internet entwickeln.

    Auch Christian Bahls, Vorsitzender des Vereins MOGiS e.V., wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion CeBIT against cybercrime im März 2011 eingeladen, mitzuarbeiten. Trotz gegensätzlicher Einstellung zu verschiedenen Themen kam er dieser Einladung unter bestimmten Bedingungen nach und arbeitete für über ein Jahr im Programm-Management Board des Bündnisses mit. Auf dem 28C3 hielt er einen Vortrag über seine Erfahrungen in dem Projekt, in dem er unter anderem über „Kinderporno-Scanner“ berichtete.

    Doch laut eigener Aussagen wurde ihm mittlerweile das Stimmrecht im Programm Management Board entzogen. Deswegen stellt der MOGiS e.V heute die Zusammenarbeit mit dem Bündnis White IT ein. Christian Bahls schrieb dazu folgenden offenen Brief:

    28. September 2012 15
  • : US-Patentamt filtert Schwergewichte aus ihrem Web
    US-Patentamt filtert Schwergewichte aus ihrem Web

    Als James Love im US-Patentamt (USPTO) auf seiner eigenen Web-Seite keionline.org vorbei schauen wollte, erhielt er die überraschende Meldung:

    Your request was denied because this URL contains content that is categorized as: „Political/Activist Groups“ which is blocked by USPTO policy.

    James Love ist eine anerkannte Koryphäe zu internationalen Entwicklungen auf dem Gebiet der Schutzrechte. Die Konsumentenrechtler von Knowledge Ecology International (KEI) verfolgen zuverlässig und engagiert kritisch die vom USPTO mitverhandelten Abkommen wie z.B. jüngst das Transpacific Partnership Agreement (TPP) oder die UN-Verhandlungen zum Urheberrechtsvertrag für die Blinden. Außer KEI blockt das USPTO nach Angaben von Love u.a. die Bürgerrechtler von EFF, Public Citizen und ACLU, sowie die Seite des umstrittenen konservativen Radiomoderators Rush Limbaugh. Interessengruppen der Medien- und Pharmaindustrie wie die BSA, MPPA, RIIA und PhRMA bleiben von der Filterlösung beim USPTO dagegen unberührt.

    Update: Das USPTO hat den Filter deaktiviert, für den ein externer Vertragspartner verantwortlich war. Die Filterung betraf nach ihren Angaben nicht die Mitarbeiter und folgte keinen internen Richtlinien. Nach Angaben eines Kommentators auf dem Blog Patentlyo blockierte die Filterlösung 2010 auch den Film Patent Absurdity: The Movie ohne Angabe von Gründen.

    18. September 2012 4
  • : Unschuld der Muslime: YouTube zensiert „anti-islamischen“ Film in Ägypten und Libyen
    Unschuld der Muslime: YouTube zensiert „anti-islamischen“ Film in Ägypten und Libyen

    YouTube hat erstmals den Zugriff auf ein Video gesperrt, obwohl es nicht gegen die Richtlinien des Videoportals verstößt. Der Trailer des anti-islamischen Films „Unschuld der Muslime“ gilt als Auslöser für Proteste, in deren Verlauf der amerikanische Botschafter in Libyen ums Leben kam. Damit zensiert der amerikanische Konzern erstmals Inhalte für andere Länder.

    „Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar.“ Diese YouTube-Meldung gibt’s jetzt nicht nur wegen der GEMA in Deutschland, sondern auch in Ägypten und Libyen. Der Trailer des laut Wikipedia „von zahlreichen Medien als antiislamisch eingestuften Films“ Innocence of Muslims wird von YouTube nicht mehr an IP-Adressen aus diesen beiden Ländern ausgeliefert.

    In dem Film soll der Prophet Mohammed beim Sex gezeigt werden, was viele Muslime als Beleidigung auffassen und zu Protesten animierte. Nochmal Wikipedia:

    In der Folge dieser Proteste wurden am 11. September 2012 auf die US-amerikanische Botschaft in Kairo und das US-amerikanische Konsulat in Bengasi Anschläge verübt, bei denen mehrere Diplomaten und Soldaten ums Leben kamen. Zu den Todesopfern gehört der US-amerikanische Botschafter J. Christopher Stevens.

    13. September 2012 45
  • : Zensur durch Copyright: Nach Mars Rover und Hugo Award blockiert YouTube nun auch Barack Obama
    Zensur durch Copyright: Nach Mars Rover und Hugo Award blockiert YouTube nun auch Barack Obama

    Derzeit ist der Mitschnitt des ersten Tages des Parteitags der amerikanischen Demokratischen Partei auf YouTube blockiert. Die Begründung ist mal wieder der übereifrige Copyright-Filter, den Medienunternehmen automatisch füttern können. Erst kürzlich hat es auch die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA und auf Ustream den Science-Fiction Leserpreis Hugo Award getroffen.

    Statt der Rede von First Lady Michelle Obama war gestern beim YouTube-Mitschnitt nur folgender Copyright-Hinweis zu lesen:

    This video contains content from WMG, SME, Associated Press (AP), UMG, Dow Jones, New York Times Digital, The Harry Fox Agency, Inc. (HFA), Warner Chappell, UMPG Publishing and EMI Music Publishing, one or more of whom have blocked it in your country on copyright grounds. Sorry about that.

    5. September 2012 14
  • : Apple zensiert App über tödliche Drohnen-Angriffe, diese sei „verwerflich und primitiv“
    Apple zensiert App über tödliche Drohnen-Angriffe, diese sei „verwerflich und primitiv“

    Apple verweigert einer App den Zugang zum App-Store, die über tödliche Drohnen-Angriffe berichtet. „Drones+“ bereitet Informationen des Londoner Büros für investigativen Journalismus über die tödlichen Einsätze unbemannter Luftfahrzeuge auf. Drei mal wies der Konzern aus Cupertino die App ab, sie sei „verwerflich und primitiv“.

    Christina Bonnington und Spencer Ackerman berichten auf Wired Danger Room:

    Wenn ein Drohne zuschlägt, sammelt Drones+ diese Information und präsentiert eine Karte der Gegend, wo der Einsatz statt fand, markiert mit einem Pin. Man kann sich durch Medien-Berichte zu einem bestimmten Angriff klicken, die das Büro für investigativen Journalismus sammelt, und einige grundlegende Fakten über das berichtete Ziel des Einsatzes erfahren.

    31. August 2012 29
  • : Felix Stalder: Herabstufung von Suchergebnissen wegen Urheberrechtsverletzungen ist „Zensur light“
    Felix Stalder: Herabstufung von Suchergebnissen wegen Urheberrechtsverletzungen ist „Zensur light“

    Die Herabstufung von Suchergebnissen wegen Urheberrechtsverletzungen ist „nichts anderes als Zensur light“. Das sagte der Internettheoretiker Felix Stalder gegenüber iRights.info. Die Electronic Frontier Foundation befürchtet, dass Webseiten zu unrecht bestraft werden.

    Vor zwei Wochen kündigte Google an, Webseiten mit Copyright-bedingten Löschanfragen weiter hinten in den Suchergebnissen zu platzieren. Alexander Wragge berichtet auf iRights.info über eine Einschätzung von Felix Stalder:

    „Da die meisten Nutzer nur die vorderen Suchergebnisse berücksichtigen, ist das nichts anderes als Zensur light“, sagte Stalder am Donnerstag iRights.info. „Entweder ein Angebot ist legal, und dann soll es wie jedes andere behandelt werden, oder es ist von einem Gericht als illegal befunden worden, dann muss man darüber sprechen, ob es ganz aus dem Index verschwinden soll.“

    Auch die EFF übt Kritik:

    23. August 2012 11
  • : Krauss-Maffei Wegmann: Eigentümerin von Rüstungsunternehmen will YouTube-Video verbieten
    Krauss-Maffei Wegmann: Eigentümerin von Rüstungsunternehmen will YouTube-Video verbieten

    Eigentümer des Rüstungsunternehmens Krauss-Maffei Wegmann gehen weiter juristisch gegen Kritiker der Waffengeschäfte vor. Jetzt will die fünfprozentige Eigentümerin Vera von Braunbehrens ein YouTube-Video verbieten, das sich künstlerisch mit ihrer Rolle in der Panzerfirma auseinandersetzt. Zuvor hatte bereits Rüdiger von Braunbehrens eine Unterlassungserklärung gegen die Kampagne 25.000 Euro erwirkt.

    Im Mai lobte das Zentrum für politische Schönheit 25.000 Kopfgeld aus für Hinweise, „die zur rechtskräftigen Verurteilung der Eigentümer des Waffenkonzerns Krauss-Maffei Wegmann führen“. Das Rüstungsunternehmen stellt unter anderem die Kampfpanzer Leopard 2 her, von denen bis zu 800 nach Saudi-Arabien verkauft werden sollen. Da die Bundesregierung diesen Panzerdeal nicht verhindert, will die Kampagne so mit öffentlichen Druck dieses Geschäft mit dem Tod verhindern.

    Den 38 Eigentümer/innen aus drei Familien gefällt diese öffentliche Aufmerksamkeit nicht. Die Psychotherapeutin Vera von Braunbehrens geht jetzt juristisch gegen ein Video auf YouTube vor, das künstlerisch mit Eckdaten ihrer Biografie spielt. In einer Nachricht an den YouTube-Account, die netzpolitik.org vorliegt, beschreibt ihr Rechtsanwalt das Video zunächst treffend:

    8. August 2012 38
  • : Interner Bericht: Musikindustrie will Netz-Sperren gegen Urheberrechtsverletzungen, auch in Deutschland
    Interner Bericht: Musikindustrie will Netz-Sperren gegen Urheberrechtsverletzungen, auch in Deutschland

    Die Musikindustrie fordert weiterhin, dass Webseiten mit Urheberrechtsverletzungen von Internet-Anbietern zensiert werden sollen. Das geht aus einem geheimen internen Papier des Weltverbandes der Musikindustrie hervor, das netzpolitik.org exklusiv an dieser Stelle veröffentlicht. Die notwendige Technik haben Provider ohnehin schon installiert, man bedankt sich für „gesetzgeberische Impulse“, die Forderung umzusetzen.

    Im April präsentierte Mo Ali, Leiter der Anti-Piraterie-Maßnahmen im Internet beim Weltverband der Phonoindustrie (International Federation of the Phonographic Industry, IFPI) „weltweite Perspektiven und Trends der Online-Piraterie“. Seine „streng geheimen“ Vortragsfolien waren aus Versehen kurzzeitig auf einer Webseite der IFPI. Jemand hat sie bekommen, enigmax machte daraus eine Story auf TorrentFreak. Netzpolitik.org veröffentlicht jetzt das komplette Dokument.

    27. Juli 2012 27
  • : Muss Google in Frankreich bald Begriffe zensieren?
    Muss Google in Frankreich bald Begriffe zensieren?

    Die französische Musikindustrievereinigung SNEP und Google streiten sich schon seit geraumer Zeit vor französischen Gerichte darum, ob die Autovervollständigung von Google auch Begriffe wie „torrent“, „megaupload“ oder „rapidshare“ vorschlagen darf. Die SNEP sieht darin eine Unterstützung von Copyrightverletzungen und verlangt von Google die Begriffe zu zensieren. Das oberste französische Gericht kassierte nun das letzte Urteil in dem, wie in den Urteilen zuvor, Google das Recht die Vervollständigungen anzuzeigen zugesprochen worden war. Eine endgültige Entscheidung wird nun im Berufungsprozess gefällt.

    Allerdings filtert Google bereits seit über einem Jahr pirateriebezogene Begriffe freiwillig aus:

    We will prevent terms that are closely associated with piracy from appearing in Autocomplete.

    Die Vermutung liegt nahe, dass Google den Prozess führt, um weiterhin selbst entscheiden zu können, welche Begriffe zensiert werden und welche nicht.

    23. Juli 2012 5
  • : 3sat: Freiheit fürs Internet – Vernetzt gegen die Zensur
    3sat: Freiheit fürs Internet – Vernetzt gegen die Zensur

    Die Proteste und Revolutionen in der arabischen Welt haben sowohl Möglichkeiten als auch Gefahren von Technologien im Kampf gegen autoritäre Regime verdeutlicht. Eine Sendung von 3sat zeigt Beispiele für „Liberation Technologies“ und Überwachung durch moderne Kommunikationsmittel.

    Die ganze Sendung gibt’s für ein paar Tage auf 3sat.de (Direktlink), oder als Backup bei YouTube:

    Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen.

    Dabei sind unter anderem:

    Dazu hat 3sat.online noch einen Artikel über das Anti-Zensur-Tool Telex.

    [via]

    17. Juli 2012 11
  • : Constanze Kurz: Gesetzgeber ist beim Datenschutz ins Hintertreffen geraten
    Constanze Kurz: Gesetzgeber ist beim Datenschutz ins Hintertreffen geraten

    In der aktuellen Debatte um das Meldegesetz wird leider nicht hinterfragt, ob der Staat überhaupt solche Daten verkaufen sollte. Das kritisiert Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs, in einem Interview mit dem Deutschlandradio. Die aktuelle Gesetzgebung zum Datenschutz sei nicht mehr zeitgemäß.

    Auch die in Russland beschlossene Internet-Zensur wird thematisiert:

    Fischer: In Russland regt sich Widerstand gegen ein Gesetz, das die Sperrung von Internetseiten mit kinderpornographischem Inhalt erlaubt; Regierungskritiker sehen darin aber auch die Gefahr, dass dadurch Meinungsfreiheit oder die Protestbewegung gegen Putin weiter eingeschränkt werden könnte – und es gibt ja Fälle von staatlicher Internetzensur gegen Oppositionelle. Wir hatten so was Ähnliches in Deutschland auch schon diskutiert.

    Kurz: Richtig. Das erinnert natürlich sehr an die Streits bei uns um das so genannte „Zugangserschwerungsgesetz“, also die Netzsperren, die ja letztlich vom Parlament wieder gekippt wurden und die nicht mehr in Kraft sind. In Russland sieht natürlich die Lage anders aus in gewisser Weise. Technisch ist was Ähnliches geplant, man möchte eine Webseite installieren, die sich „No-List“ nennen soll, und darauf sollen all die ungewünschten Webseiten aufgelistet sein, die dann zu sperren sind.

    Direkt zur MP3.

    13. Juli 2012 2