Zensur

  • : Indische ISPs müssen über hundert Seiten blockieren und DPI anwenden
    Indische ISPs müssen über hundert Seiten blockieren und DPI anwenden

    Wie TorrentFreak berichtet, müssen alle 387 indischen Internetzugangsanbieter 104 in einer Liste zugesandten Homepages blockieren. Nebst einer IP- und einer DNS-Blockade wird auch die sogenannte Deep Packet Inspection eingesetzt, bei der der gesamte Datenverkehr der Kunden überwacht wird, um Umgehungen der Sperre aufzuspüren.

    In dem Land, in dem inzwischen mehr Menschen im Internet sind als Deutschland Einwohner hat, ist zu dieser Form der Netzzensur keine weitere gesetzliche Regelung nötig. Der 2008 nach den Terroranschlägen von Mumbai als Schnellschuss abgeänderte „Information Technology Act“ (ITA) erlaubt die Sperre von Webseiten durch Gerichte.

    16. März 2012 11
  • : Welttag gegen Internetzensur
    WelttagBanner
    Welttag gegen Internetzensur

    WelttagBannerDie Organisation Reporter ohne Grenzen hat heute zum vierten Mal den ROG-Internetbericht “Feinde des Internet” veröffentlicht. Der Bericht dokumentiert alle Länder, die am stärksten Meinungsfreiheit einschränken und massiv überwachen. ROG möchte am heutigen Welttag gegen Internetzensur auf die weltweit zunehmende Zensur und Repressionen gegen Blogger und Internetnutzer aufmerksam machen.

    Obwohl sich Deutschland nicht in der Liste der repressivsten Länder befindet, heißt dies nicht, dass hierzulande alles in Ordnung ist – denn auch hier gibt es Zensur, immer wieder Vorschläge für repressivere Gesetzte, beunruhigende Überwachungsmaßnahmen sowie deren Export. Die Einführung von Netzsperren konnte in Deutschland zum Glück erfolgreich abgewendet werden, da die Politik eingesehen hat, dass sie für das eigentliche Ziel wirkungslos, ungeeignet, unkontrollierbar und gefährlich sind.

    12. März 2012 20
  • : Suchergebnisse von Anti-SOPA-Blogs von Rechteindustrie zensiert
    Suchergebnisse von Anti-SOPA-Blogs von Rechteindustrie zensiert

    Am vergangenen Wochenende wurden zwei  SOPA- und PIPA-kritische Blogbeiträge von Techdirt und Torrentfreak aus den Google-Suchergebnissen ausgeschlossen. Die Sperrung erfolgte aufgrund eines (falschen) Hinweises des US-Contentverwerters Armovore.

    Durch die im „Digital Millennium Copyright Act“ (DMCA) vorgeschriebene „Notice and Takedown“-Politik müssen in den Vereinigten Staaten Webseiten mit urheberrechtsverletzenden Inhalten von Suchmaschinenanbietern ohne weitere Überprüfung gesperrt werden. Die Inhaber der Seiten werden über die Streichung aus den Suchergebnissen nicht unterrichtet.

    1. März 2012 24
  • : Britische Provider sollen The Pirate Bay sperren, genau das droht mit ACTA
    Britische Provider sollen The Pirate Bay sperren, genau das droht mit ACTA

    Das oberste Zivilgericht in Großbritannien urteilte, dass Nutzer und Betreiber der BitTorrent-Seite The Pirate Bay Urheberrechte verletzen. Damit ebnete das Gericht den Weg, in einem zweiten Urteil im Juni die Sperre der Webseite anzuordnen.

    Geklagt hatten britische Plattenfirmen gegen Provider. Die Verwerter fordern, dass die Provider ihren Kunden den Zugang zur Seite sperren sollen. Die technische Infrastruktur existiert ohnehin schon mit Cleanfeed, ursprünglich errichtet gegen Kinderpornografie. Doch bereits letzten Juli urteilte das Gericht, dass damit die Usenet-Seite Newzbin gesperrt werden soll. Nun also auch die wohl bekannteste Filesharing-Seite.

    Die Forscherin Monica Horten vergleicht den Fall mit dem Handelsabkommen ACTA. Die Plattenfirmen haben nicht The Pirate Bay verklagt, sondern britische Provider als „Mittelsmänner“. Doch auch die Provider waren beim Urteil nicht anwesend, es wurde also ohne Anhörung der Betroffenen gefällt. Der juristische Fachausdruck dafür ist „inaudita altera parte“ und steht auch im offiziellen Text des ACTA-Abkommens. Die deutsche Übersetzung:

    23. Februar 2012 63
  • : Italien: Zensur per Gerichtsbeschluss
    Italien: Zensur per Gerichtsbeschluss

    Der ein oder andere wird sich noch daran erinnern, dass im Oktober die italienische Wikipedia-Version aus Protest gegen ein Gesetzesvorhaben gestreikt hat. Dabei ging es unter anderem um „eine Verpflichtung für Webseiten, innerhalb von 48 Stunden kommentarlos jegliche Korrektur am Inhalt vorzunehmen, die der Antragsteller im Interesse seiner Reputation fordert“. Dieses Gesetzesvorhaben scheiterte und mittlerweile hat das Land bekanntlich eine etwas weniger skandalöse Regierung als damals.

    Muss man sich als zwielichtiger Politiker also damit abfinden, wenn ins Internet geschrieben wird, dass man ein zwielichtiger Politiker ist? Natürlich nicht. Stattdessen kann man dafür sorgen, dass es auf viele andere Internetseiten geschrieben wird, indem man erfolgreich gerichtlich gegen die ursprüngliche Seite vorgeht.

    Vor wenigen Tagen wurde also von einem Gericht bestimmt, dass italienische Internetprovider den Zugang zur Seite vajont.info sperren müssen – und zwar nicht nur per DNS-Sperre, sondern so komplett wie möglich. Grund ist dieser auf der Seite enthaltene Satz:

    21. Februar 2012 2
  • : Jacob Appelbaum ruft zu mehr digitalem Aktivismus auf: „Wir sind alle Anonymous“
    Jacob Appelbaum ruft zu mehr digitalem Aktivismus auf: „Wir sind alle Anonymous“

    Auf der transmediale gab es ein Panel über Anonymous Codes, unter anderem mit dem Hacker und Aktivist Jacob Appelbaum sowie der Anthropologin und Anonymous-Forscherin Gabriella Coleman.

    Das spannendste war eigentlich die Rede von Jacob, in welcher er Anonymous nicht nur vehement verteidigte, sondern dazu aufrief, sich am politischen Aktivismus zu beteiligen. Er hat seine Rede in voller Länge auf sein Blog gestellt. Netzpolitik.org hat nun exklusiv das Video erhalten:

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

    Er redet sehr schnell, weil er nur zehn Minuten hatte. Aber ich empfehle wirklich, das Video zu gucken oder das Audio anzuhören. Nebenbei kann man auch den Original-Text lesen. Wer nicht kann oder will, für den gibt es eine deutsche Zusammenfassung und Teil-Übersetzung:

    20. Februar 2012 7
  • : Englische Fahnder beschlagnahmen Musikseite
    Englische Fahnder beschlagnahmen Musikseite

    Wie Techdirt berichtet, wurde die Website RnB Exclusive von der britischen Serious Organised Crime Agency (SOCA) aufgrund „Gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzungen“ beschlagnahmt. RnB Exclusiv war laut Angaben von Techdirt lediglich ein Austauschforum für Musikinteressierte, Copyrightverletzungen kamen vor Allem über Beiträge von Nutzern des Portals zustande.

    15. Februar 2012 16
  • : Contentüberwachung im Praxis-Check
    Contentüberwachung im Praxis-Check

    Im Blog des mittelständischen IT-Dienstleisters QSC aus Köln findet sich ein lesenswerter Beitrag zum geplanten ACTA-Abkommen und dessen Auswirkungen auf die Internetanbieter.

    Neben den schon bekannten Argumenten gegen das Anti-Produktplagiats-Abkommen geht der Pressebeauftragte Dennis Knake vor allem auf die Stellung der Provider ein und unterzieht ACTA einem Praxischeck.

    14. Februar 2012 14
  • : ACTA: Videosperrung war ein technisches Problem
    ACTA: Videosperrung war ein technisches Problem

    Heute morgen verkündete das österreichische Nachrichtenportal „futurezone.at“, dass das Videoportal Youtube eine Fassung des (stark übertriebenen und mit vielen veralteten Facts ausgestatteten) ACTA-Aufklärungsvideos aus unbekannten Gründen für deutsche Nutzer blockiere. Sofort gab es im Netz viele Verschwörungstheorien, dass die GEMA dahinter stecke und unliebsame Informationen unterdrücken wolle.

    Inzwischen liegt uns eine Stellungnahme von Youtube-Betreiber Google Deutschland vor, die besagt, die Sperrung des Videos sei auf einen Fehler beim Hochladen zurückzuführen. Das betreffende Video ist inzwischen auch wieder in Deutschland sichtbar und kann ohne Proxy-Tools angesehen werden.

     

    „Bei einer massiven Menge an Videos auf Youtube und der steigenden Anzahl an Uploads – momentan 60 Stunden Videomaterial in der Minute – können auch bei dem Hochladen manchmal Fehler unterlaufen. Wenn dieses passiert und wir darauf hingewiesen werden, reagieren wir schnellstmöglich, um das Video wieder einzustellen.“

     

    13. Februar 2012 18
  • : The Pirate Bay: Urteil bestätigt
    The Pirate Bay: Urteil bestätigt

    In Schweden endete der Gerichtsprozess gegen Pirate-Bay-Gründer Frederik Neij und Peter Sunde sowie den Unterstützer Carl Lundström in der letzten Instanz mit der Bestätigung der Verurteilung.

    Hintergrund: 2009 wurden die drei von einem schwedischen Gericht in erster Instanz wegen Verletzungen des Urheberrechts zu jeweils einem Jahr Haft und einer Strafzahlung von insgesamt 32 Millionen schwedischen Kronen (3,6 Millionen Euro) verurteilt. Eine höhere Instanz wandelte das Urteil später um, Neij erhielt eine Haftstrafe von zehn, Sunde von acht und Lundtröm von 4 Monaten, die Geldstrafe beträgt 46 Millionen schwedische Kronen (5,2 Millionen Euro).

    Unmittelbare Konsequenzen hat das für die Angeklagten erstmal nicht, da sie nicht mehr in Schweden leben, worauf im Blog auf thepiratebay.se (wohin TPB umgezogen ist, um nicht von US-Behörden beschlagnahmt werden zu können) hingewiesen wird; dort wird auch dargestellt, was die bald 9 Jahre des Bestehens der Seite für die Beteiligten bedeuteten:

    2. Februar 2012 10
  • : Karlsruhe: Heise darf auf AnyDVD verlinken
    Karlsruhe: Heise darf auf AnyDVD verlinken

    Wie Heise.de berichtet, beendete das Bundesverfassungsgericht einen langjährigen Rechtsstreit zwischen dem Heise-Verlag (c’t, iX) und der Musikindustrie.

    Der Rechtsstreit entstand, nachdem der Heise-Verlag in einer Tickermeldung vom 19. Januar 2005 auf die Homepage des Softwareherstellers Slysoft verlinkte, was die Musikindustrie mit einer einstweiligen Verfügung zu unterbinden versuchte. Slysoft bietet mit AnyDVD eine Software zur Umgehung des DVD-Kopierschutzes an, deren Benutzung und Verbreitung in Deutschland illegal ist. Nach einem Zug durch alle Instanzen urteilte der BGH am 14. Oktober 2010, dass das reine Setzen eines fußnotenähnlichen Links zur weiteren Informationsbeschaffung vollkommen legitim sei und hob damit anderslautende Entscheidungen des OLG München auf.

    Die Musikindustrie reagierte darauf umgehend mit einer Verfassungsbeschwerde, die erst heute nicht anfechtbar und endgültig vom Bundesverfassungsgericht abgelehnt wurde. Eine anders lautende Entscheidung hätte unter Umständen unabsehbare Konsequenzen für die Netzkultur in Deutschland gehabt, da eine qualitativ hochwertige Berichterstattung ohne Nennung von Quellenangaben kaum möglich ist.

    31. Januar 2012 10
  • : Niederländische ISPs blocken Piratebay nicht freiwillig
    Niederländische ISPs blocken Piratebay nicht freiwillig

    Nach einem Gerichtsurteil, das zwei niederländischen Internetanbietern vorschreibt, das Filesharing-Portal „The Pirate Bay“ für ihre Kunden zu sperren, wollen sich zwei weitere Anbieter nicht freiwillig an den Sperren beteiligen.

    Die von der Contentindustrie finanzierte niederländische Anti-Piraterie-Organisation BREIN hatte nach dem Urteil auch andere Internetanbieter aufgefordert, sich den im Urteil verfügten Netzsperren ohne weiteres gerichtliches Vorgehen anzuschließen. Diesen Forderungen erteilten die beiden großen Provider KPN und T‑Mobile heute eine Absage: Für eine so schwerwiegende Maßnahme wie Internetzensur sei man ohne richterliche Anordnung nicht bereit. Zudem stehe man für ein offenes Internet und empfehle der Contentindustrie, robuste und attraktive Geschäftmodelle zu finden, die gleichermaßen für Kunden und Hersteller fair seien.

    Ob dieser Widerstand angesichts der aktuellen Rechtsprechung auf lange Sicht erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Den meisten Kunden dürfte das allerdings ohnehin  egal sein, da sich die Blockaden mit wenigen Klicks über Proxy-Server im Ausland umgehen lassen.

    31. Januar 2012 4
  • : „Dieser Tweet ist in deinem Land nicht verfügbar“ – Twitter führt offenbar länderspezifische Zensur ein
    Dieser Tweet ist in IhremLand leider nicht verfügbar
    „Dieser Tweet ist in deinem Land nicht verfügbar“ – Twitter führt offenbar länderspezifische Zensur ein

    Wie Jannis Kucharz von netzfeuilleton.de berichtet, führt Twitter offenbar gerade eine länderspezifische Zensur-Infrastruktur ein. Twitter hat am Donnerstag Abend in einem Blogbeitrag mit dem euphemistischen Titel “Tweets still must flow” angekündigt, zukünftig bestimmte Tweets für User in bestimmten Ländern zu sperren.

    As we continue to grow internationally, we will enter countries that have different ideas about the contours of freedom of expression. Some differ so much from our ideas that we will not be able to exist there. Others are similar but, for historical or cultural reasons, restrict certain types of content, such as France or Germany, which ban pro-Nazi content.

    Until now, the only way we could take account of those countries’ limits was to remove content globally. Starting today, we give ourselves the ability to reactively withhold content from users in a specific country — while keeping it available in the rest of the world.

    Begründet wird die Filterung u.a. mit vermeintlichen Regelungen in Deutschland und Frankreich, die „pro Nazi“-Inhalte verbieten würden, was so natürlich schon mal überhaupt nicht stimmt. Es trifft stattdessen vermutlich leider eher Jannis’ Einschätzung zu, dass es bei der Maßnahme eigentlich um Länder wie China geht, zu dessen Markt sich Twitter mit dieser Selbstunterwerfung der Zensur Zugang verschaffen könnte.

    Tweet: "Dieser Tweet ist in Ihrem Land nicht verfügbar"

    Update: Inzwischen gibt es auch noch eine andere durchaus interessante Sichtweise, wie z.B. im Blog von NDR-Zapp dargestellt, nämlich dass durch die Änderung sogar eine Verbesserung der bisherigen Praxis bei strittigen Kommentaren eingetreten sei. Twitter müsse Postings nun nicht mehr global löschen, sondern nur noch lokal je nach nationaler Rechtslage bzw. Zensurvorgabe herausfiltern. Dadurch dass Twitter für die Filterung aber keine Geo-Lokation einsetz, sondern die jederzeit änderbare Ländereinstellung des Nutzers heranziehe, könne jeder Nutzer die jeweilige nationale Zensur leicht umgehen.

    Hinzu kommt, dass Twitter keinesfalls alle Tweets blockieren will, die bestimmte Schlüsselwörter enthalten. Eine Zensurflatrate für Syrien und Co wird es nicht geben, sondern eine Fall-zu-Fall-Prüfung, der eine gerichtliche Aufforderung (“legal request”) einer autorisierten Dienststelle vorausgehen muss, auch das bestätigte die Twitter-Sprecherin Zapp gegenüber (alle Mails hier.) Twitter dreht mit dieser Politik den Zensoren in diktatorischen Regimes eine lange Nase, in dem sie sich vermeintlich an die geltenden Gesetze halten, aber genug Hintertürchen offen lassen und das Zensieren zu einer mühevollen Kleinarbeit machen

    26. Januar 2012 43
  • : Neue Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht
    Neue Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht

    Reporter ohne Grenzen hat heute die neue Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht, mit der versucht wird, „den Grad der Freiheit wiederzugeben, die Journalisten und Medien in einzelnen Ländern genießen“ und die Bemühungen der jeweiligen Staaten bewertet werden, unabhängige Berichterstattung sicherzustellen. In der zehnten Ausgabe der jährlich erstellten Liste nehmen Finnland und Norwegen die Spitzenposition ein, Deutschland verbessert sich um einen Rang und landet auf Platz 16, zusammen mit Zypern und Jamaika. Das europäische Schlusslicht ist wenig überraschend Weißrussland, weltweit sind dies Eritrea, Turkmenistan und Nordkorea.

    25. Januar 2012 12
  • : SOPA/PIPA-Proteste: Strohfeuer oder Politikwechsel?
    SOPA/PIPA-Proteste: Strohfeuer oder Politikwechsel?

    Wie es aussieht haben die Proteste gegen die Gesetzesvorhaben SOPA und PIPA ja ein bißchen Wirkung gezeigt. Sowohl der Stop Online Piracy Act wie auch der Protect IP Act werden in absehbarer Zeit nicht zur Abstimmung kommen. Der Jubel ist derzeit entsprechend groß – andererseits lässt Frances Moore, CEO von IFPI, verlauten:

    We’re disappointed that SOPA has been delayed, but we’re hearing already from the US congress that they hope to come forward in the coming weeks with a compromise

    24. Januar 2012 12
  • : Secure/Zensur Boot: Wer kontrolliert in Zukunft unseren Computer?
    Secure/Zensur Boot: Wer kontrolliert in Zukunft unseren Computer?

    Vielleicht erinnert ihr euch noch an TCPA (Video)? Die schlechte Nachricht: Schlechte Dinge kommen immer wieder zurück. Dieses Mal etwas abgewandelt unter dem Namen „Secure Boot“. Während viele Aktive im Moment Netzsperren verhindern, entsteht hier die nächste Gefahr für unsere Freiheit. Nachdem ich vorgestern dazu einen Vortrag beim netzpolitischen Abend der Digitalen Gesellschaft gehalten habe, hier eine Zusammenfassung.

    Das BIOS, wie auf der Abbildung, wird es in Zukunft nicht mehr geben. Nachfolger davon wird UEFI sein, welches einige Vorteile, wie schnelleres Booten, CPU-unabhängige Treiber und außerdem mehr Sicherheit verspricht. Der Sicherheitsaspekt wird dabei durch „Secure Boot“ umgesetzt. „Secure Boot“ stellt sicher, dass beim Einschalten des Computers nur durch einen digitalen Schlüssel autorisierte Software gestartet werden kann. Damit soll das Ausführen von Schadsoftware beim Startvorgang verhindert werden. Es verhindert allerdings nicht, dass Schadsoftware nach dem Bootvorgang eingeschleust wird. Die Komplexität heutiger Anwendungen bedeutet auch, dass es immer Lücken in der Software geben wird, die zur Installation von Schadsoftware benutzt werden können. „Secure Boot“ löst also nur ein Randproblem. Dennoch hat Microsoft angekündigt, dass Computerhersteller, welche das „Kompatibel mit Windows 8“-Logo benutzen wollen, diese Funktion implementieren müssen.

    Es ist jedoch derzeit unklar, wie Computer-Hersteller „Secure Boot“ implementieren werden und wer in Zukunft darüber entscheiden kann, welche Software erlaubt und welche nicht erlaubt wird. Die Kernfrage ist, wer die Kontrolle über die Schlüssel haben wird – Hardware-Hersteller, Betriebssystem-Hersteller, oder die Nutzerinnen und Nutzer.

    Die Free Software Foundation Europe befürchtet, dass Microsoft und die Hardwarehersteller durch diese Boot-Beschränkungen privaten und geschäftlichen Anwendern die Kontrolle über ihre Computer nehmen. In der derzeit vorliegenden Form bestimmen die Hardwarehersteller, welcher Software und damit welchen Unternehmen der Hardware-Besitzer vertrauen muss.

    Letzte Woche hat der Journalist Glyn Moody auf folgenden Ausschnitt aus den „Windows Hardware Certification Requirements“ hingewiesen:

    19. Januar 2012 38
  • : SOPA: Pirate Bay unbeeindruckt, US-Regierung aufgeschreckt und erstes Zensuropfer
    SOPA: Pirate Bay unbeeindruckt, US-Regierung aufgeschreckt und erstes Zensuropfer

    Der kurzzeitig totgesagte Stop Online Piracy Act lebt ja leider doch noch ein bißchen weiter. Grund genug, nochmals auf einige Punkte hinzuweisen, die für die Diskussion auch eventuell folgender Versuche, dasselbe umzusetzen, und natürlich auch den immer noch akuten Protect-IP-Entwurf wichtig sind.

    SOPA wird nach Ansicht von The Pirate Bay für diese Seite, die als Hauptziel der Gesetzgebung vermutet wird, keine nachhaltigen Konsequenzen haben. Torrenfreak zitiert einen Beteiligten:

    “Of course we’re worried. Not so much for The Pirate Bay, as there are many workarounds, but for democratic reasons,” a Pirate Bay insider told TorrentFreak.

    Indeed, recent history has shown that no matter what technical measures are put in use to block The Pirate Bay, the site and its users find ways around it.

    17. Januar 2012 11
  • : Thorrents – Torrents ohne .torrent
    Thorrents – Torrents ohne .torrent

    Als Reaktion auf das Urteil zur Blockade von The Pirate Bay in der Niederlanden vom letzten Donnerstag wurde die Torrent-Suchmaschine Thorrents.com online gestellt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Suchmaschinen wie The Pirate Bay, Mininova oder Torrentfinder bietet Thorennts keine Links zu .torrent-Dateien an. Dafür werden sogenannte Magnet-Links angezeigt, die nach einem Klick direkt von BitTorrent-Clients wie µTorrent oder Transmission geöffnet werden können.

    Nach eigenen Angaben versteht sich Thorrent als neue Oberfläche (GUI) zu The Pirate Bay, im Hintergrund läuft also die gleiche Datenbank. Auch die Seite Torrindex.com bietet ausschließlich Magnet-Links an und behauptet das erste Portal dieser Art zu sein.

    Sinn der neuen Website ist es offenbar, sich zukünftigen Klagen durch Rechteinhaberorganisationen wie der BREIN zu entziehen. Da Magnet-Links im Gegensatz zu .torrent-Dateien keine Informationen enthalten, wo genau eine Datei zu beziehen ist bzw. welche Tracker ihre Verteilung verwalten, zieht eine Veröffentlichung weniger rechtliche Konsequenzen nach sich. Magnet-Links enthalten lediglich den Hash (Fingerabdruck) einer herunterzuladenden Datei. Die Suche nach anderen Peers, die diese Datei anbieten, erfolgt bei dieser Technik dezentral über den BitTorrent-Client des Nutzers.

    Der Name „Thorrents“ bezieht sich auf den nordischen Gott Thor (siehe Bild). So behauptet auch die Webseite:

    Smash old fashioned HTTP downloaders! Thor agrees!

    17. Januar 2012 12
  • : Die Ästhetik der Anti-SOPA-Proteste
    @tw1tt3rart
    Die Ästhetik der Anti-SOPA-Proteste

    In den letzten Wochen bildete sich in der Netzgemeinde ein wachsender Widerstand gegen den „Stop Online Piracy Act“ (SOPA). Im Internet kursieren deshalb Banner, Protestnoten und Plakate jeder Art. Hier eine kleine Übersicht:

    16. Januar 2012 6
  • : Piratebay wird in den Niederlanden geblockt (UPDATE)
    Piratebay wird in den Niederlanden geblockt (UPDATE)

    Zwei holländische Provider (XS4All und Ziggo) wurden gestern vom Den Haager Bezirksgericht verurteilt, die Torrent-Website „The Pirate Bay“ für ihre Kunden innerhalb von 10 Tagen zu sperren. Sollte dies nicht geschehen, droht eine Strafe von 10.000€ täglich. Die Richter schlossen sich in nahezu allen Punkten der Rechteinhaberorganisation BREIN an. Das vollständige Urteil ist hier einsehbar. Laut dem Urteil benutzten rund 30% der Kunden des Anbieters Ziggo und 4,5% der XS4All-Kunden das BitTorrent-Protokoll, um urheberrechtlich geschützte Inhalte herunterzuladen. Dies habe auch einen sofortigen illegalen Upload zur Folge:

    Characteristic for the BitTorrent protocol is that the user that a file or a part thereof has downloaded, the downloaded (part of) the file in principle immediately available to the network for other users. A user who downloads (called a leecher) is, in principle, a user who automatically uploads (called a seeder). In this way, the availability of resources and the speed with which they can be downloaded quickly.

    Auf andere Torrent-Sites wie www.bitreactor.to oder www.torrent-finder.info wird in dem Urteil dagegen nicht weiter eingegangen. Nach Presseangaben will XS4All Berufung gegen das Urteil einlegen, während BREIN weitere Klagen gegen andere Provider anstrebt.

    UPADTE:

    In Punkt 5.4 des Urteils wird verfügt, dass die beiden betroffen Provider nicht nur drei IP-Adressen und 24 bekannte Domains von thepiratebay sperren müssen. Vielmehr darf die BREIN schriftlich oder per E‑Mail weitere IPs und URLs von Mirror-Seiten an die Provider schicken. Diese müssen dann auch innerhalb von 10 Tagen unter Strafandrohung geblockt werden. Diese Sperren werden auch nicht mehr richterlich überprüft, die (private) Gesellschaft BREIN bestimmt im Alleingang, was geblockt wird.

    12. Januar 2012 34