Öffentlichkeit

Thorrents – Torrents ohne .torrent

Als Reaktion auf das Urteil zur Blockade von The Pirate Bay in der Niederlanden vom letzten Donnerstag wurde die Torrent-Suchmaschine Thorrents.com online gestellt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Suchmaschinen wie The Pirate Bay, Mininova oder Torrentfinder bietet Thorennts keine Links zu .torrent-Dateien an. Dafür werden sogenannte Magnet-Links angezeigt, die nach einem Klick direkt von BitTorrent-Clients wie µTorrent oder Transmission geöffnet werden können.

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Nach eigenen Angaben versteht sich Thorrent als neue Oberfläche (GUI) zu The Pirate Bay, im Hintergrund läuft also die gleiche Datenbank. Auch die Seite Torrindex.com bietet ausschließlich Magnet-Links an und behauptet das erste Portal dieser Art zu sein.

Sinn der neuen Website ist es offenbar, sich zukünftigen Klagen durch Rechteinhaberorganisationen wie der BREIN zu entziehen. Da Magnet-Links im Gegensatz zu .torrent-Dateien keine Informationen enthalten, wo genau eine Datei zu beziehen ist bzw. welche Tracker ihre Verteilung verwalten, zieht eine Veröffentlichung weniger rechtliche Konsequenzen nach sich. Magnet-Links enthalten lediglich den Hash (Fingerabdruck) einer herunterzuladenden Datei. Die Suche nach anderen Peers, die diese Datei anbieten, erfolgt bei dieser Technik dezentral über den BitTorrent-Client des Nutzers.

Der Name „Thorrents“ bezieht sich auf den nordischen Gott Thor (siehe Bild). So behauptet auch die Webseite:

Smash old fashioned HTTP downloaders! Thor agrees!

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12 Kommentare
  1. Kann mir jemand in drei bis vier Sätzen sagen, welche Infos denn in den Magnet-Links enthalten sind und wie damit ein Download einer Datei klappt?

    1. Ich versuchs mal ohne Anspruch auf Richtigkeit:

      Jeder Torrent hat einen Hash-Wert, der ihn identifiziert (quasi-zufällige ID). Dies wird beim DHT (Distributed Hash Table) Verfahren genutzt, um nur anhand dieses Hash-Wertes die Datei bzw das Paket von Dateien und die zugehörigen „Teilnehmer“ zu finden. Das Finden selbst erledigt der Client dann via „Durchfragen“ bei allen Ihn bekannten anderen Clients. Um das ganze etwas abzusichern und zu beschleunigen (zB nach einem Neustart, wenn man „niemanden kennt“ gibt es diverse DHT-Nodes, die viele Clients „haben“ (hier weiß ich es nicht genauer, als das der Client eine initiale Liste hat, und sie evtl selbstständig weiter pflegt).

      Denke das Reicht zum Überblick. Der wohl eichtige Unterschied ist, dass auf „meinem“ Webserver nicht die Information steht, wer die Dateien hat, sondern nur das Merkmal steht, an dem man das richtige Paket erkennen kann, wenn man bei anderen nachfragt.

      1. Besten Dank für die verständliche Erklärung.

        Ich glaube aber kaum, dass die Interpretation rechtlichen Bestand haben wird. Die juristische Außensicht: Ein User klickt auf Link und bekommt darauf Datei geliefert. Ob nun ein DHT-Node oder ein Tracker dazwischen geschaltet ist, ist für Richter kaum interessant.

    2. Der Magnet-Link besteht eigentlich nur aus einem Hash, mit dem der Client die eigentliche torrent Datei dann über das DHT-Netzwerk (Distributed Hashtable, eine alternative zum Tracker-System) per p2p runterladen kann.

    3. Ich zitiere: „Magnet-Links enthalten lediglich den Hash (Fingerabdruck) einer herunterzuladenden Datei. Die Suche nach anderen Peers, die diese Datei anbieten, erfolgt bei dieser Technik dezentral über den BitTorrent-Client des Nutzers.“

  2. Torsten, es ist nur der SHA-1 hash über die torrent-Datei und die dazugehörigen Dateien (das Verfahren an sich ist komplizierter, aber stell es dir als Checksumme über die Dateien und das torrent-File vor). Das ist nichts anderes, als der Hash, der auch sowieso im torrent-file enthalten ist. Damit kann dann im dht(distributed hash table)-Netzwerk nach anderen Peers gesucht werden. Diese haben dann Informationen über die enthaltenen Dateien, etc und ab diesem Zeitpunkt geht der Transfer dann wie bei einem normalen Torrent weiter. Ein Tracker oder torrent ist an keiner Stelle notwendig.

  3. Hallo,

    Die Aussage bzgl. Magnet-Links und Trackern ist nicht ganz richtig. Zumindest auf Pirate Bay werden inzwischen Tracker in die Magnet-Links reincodiert.

    Magnet-Links funktionieren theoretisch auch ohne Trackerinfos, aber das setzt irgendeinen Bootstrap-Prozess voraus (in weniger technischen Ausdrücken: Ich brauch Kontakt zu irgendwelchen anderen Rechnern, um an eine Datei zu kommen). Aber mit dem zusätzlichen Backup der Tracker funktioniert es zuverlässiger.

    1. Definitiv. Allein schon weil nicht alle Bock haben auf hunderte verschiedene Dienste, hunderte verschiedene Downloader, CAPTCHAS, Premiumaccounts (bezahlen für Warez. WTF?), rechtliche Unsicherheit (welcher Anbieter gibt weiter, welcher nicht?) ach und die Tatsache dass die Uploads nach DMCA-Anfragen ziemlich schnell gelöscht werden.

      Von Zeit zu Zeit nehme ich die Dienste in Anspruch, aber nur wenn ich etwas nicht anders finde. Es ist jedesmal ein Durchwaten eines inkonsistenten Sumpfes.

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