NSA

  • : Analysiert die NSA all unsere Sprachkommunikation? Wir wissen es nicht.
    Analysiert die NSA all unsere Sprachkommunikation? Wir wissen es nicht.

    The Intercept hat wiederholt davon berichtet, welche Fähigkeiten die NSA in Sachen Sprachanalyse von Telefonaten hat. Insbesondere darin, Sprachkommunikation automatisch in durchsuchbaren Text transkribieren zu können. Wir wissen: Die Technik ist weit fortgeschritten. Wir wissen nicht: In welchem Maßstab wird sie eingesetzt, wird jedes Gespräch analysiert oder doch nur die von „Verdächtigen“?

    A clear-cut answer is elusive because documents in the Snowden archive describe the capability to turn speech into text, but not the extent of its use — and the U.S. intelligence community refuses to answer even the most basic questions on the topic.

    Wir haben Grund zur Annahme, dass es nur von den Rechenkapazitäten – und nicht vom Wollen oder Brauchen – abhängt, ob jedes Gespräch transkribiert, gespeichert und gerastert wird. Und wir sehen eines: Edward Snowden hat den Anfang für die Enthüllung der ausufernden Massenüberwachung gemacht. Aber es braucht noch mehr mutige Whistleblower wie ihn, damit wir die fehlenden Puzzlestücke ergänzen und die Gesamtheit verstehen können.

    8. Juni 2015 6
  • : Angela Merkel erklärt die Vorratsdatenspeicherung und Facebook
    Angela Merkel erklärt die Vorratsdatenspeicherung und Facebook

    Auf dem evangelischen Kirchentag in Stuttgart hat heute Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Digitalisierung diskutiert und dabei auch über die Vorratsdatenspeicherung gesprochen. Es gibt einen rund acht Minuten langen Frage- und Antwortblock von Phoenix zur VDS und zum NSA-Skandal, den das Machtelite-Blog freundlicherweise transkribiert hat. Im letzten Teil erklärt sie, dass Facebook für sie sowas wie ein Auto oder eine schöne Waschmaschine ist. Das erinnert an die ARD-Kinderreporter, denen Guido Westerwelle 2007 erklärte, dass das Internet für ihn wie Hammer und Meißel ist.

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    Frage: Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung nach dem Aufkommen des NSA/BND-Skandals?

    Merkel: Ja, ähm, erst einmal heißt die Aufgabe, alles aufklären, das heißt, wir arbeiten sehr intensiv mit dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zusammen und, äh, da geht es natürlich um die Frage auch sehr sensibler Daten. Wir alle sind großen Bedrohungen ausgesetzt. Wir wissen, dass durch den Terrorismus, ähm, IS ist eines der Stichworte, leider kommen auch sehr viele Kämpfer aus, ähm, Deutschland und aus Europa. Das heißt, wir können nicht sagen, das ist irgendwas, was weit von uns entfernt ist. Wir alle müssen uns vor terroristischen Anschlägen schützen, und jetzt geht die Frage natürlich, wie passiert das, und da ist die erste Botschaft, man muss mit anderen Nachrichtendiensten auch zusammenarbeiten, daran gibt’s für mich überhaupt gar keinen Zweifel [jemand im Publikum klatscht ein, schwacher Applaus folgt] und auch gerade mit den amerikanischen Nachrichtendiensten. Aber es geht jetzt hier wieder um die Wertmaßstäbe, wie viel muss ich wissen und was muss ich wissen, und dafür brauchen wir klare Regeln, und deshalb müssen wir jetzt erstmal aufklären, was ist in der Vergangenheit geschehen, aber ich muss auch sicherstellen, dass wir weiter kooperieren können. Das heißt, Nachrichtendienste ham’ die Eigenschaft, dass sie manches schon im Geheimen machen, wenn sie alles öffentlich machen, dann können sie keine Schutzfunktionen mehr ausüben, und deswegen haben wir ja auch die Diskussion, was kann rausgegeben werden, was kann in welcher Form rausgegeben werden an sensibelsten Informationen, und da sind wir im Augenblick noch in den Konsultationen, auch mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Aber, äh, was ich sagen kann, auch darüber werden wir eine Entscheidung fällen vor der Sommerpause, also, da sind wir noch im Gespräch, aber auch da werden wir eine Entscheidung fällen. Und für mich als Bundeskanzlerin, und das ist nicht immer ganz einfach, heißt es auf der einen Seite, unsere Maßstäbe natürlich, äh, von Freiheit, von personenbezogenem Schutz zu gewährleisten, und das ist natürlich klar, dass wir nich’, ähm, millionenfach Bürger, äh, ausspionieren können, und das ist auch nicht geschehen, das kann man sagen. (…) Für uns ist diese Balance zwischen Sicherheit und Freiheit sicherlich auch stärker auf den individuellen Schutz ausgerichtet, und trotzdem muss ich als Bundeskanzlerin auch sicherstellen, dass wir sicher leben können. Und erfordert sehr viel Abwägung, muss ich sagen, und mit jeder weiteren Methode, wie man auch Nachrichten gewinnen kann, wie auch die Terroristen zum Beispiel untereinander kommunizieren, müssen wir uns immer wieder anpassen, weil wir natürlich neu überlegen müssen, wie findet solch ein Datenaustauch überhaupt statt. [Schnitt mit laut eingeblendetem Applaus]

    Frage: Vorratsdatenspeicherung: warum, wieso und wieviel?

    Merkel: Wir ham’ uns, äh, dafür entschieden und nach sehr sorgsamer Abwägung, auch nach viel Rechtsprechung, dass wir, äh, für, sehr kurze, äh, Zeiten, ähm, Kommunikationsverkehre speichern, nicht E‑Mails zum Beispiel, aber andere Kommunikationsverkehre um, äh, zum Schluss rausfinden zu können, wenn etwas passiert, zum Beispiel ein terroristischer Anschlag, doch noch ‘ne gewisse Rückverfolgung ermöglichen können. Wir waren früher bei sechs Monaten, wir sind jetzt bei wenigen Wochen. Aber wir glauben, dass das, äh, so der Rat jedenfalls aller Sicherheitsbehörden, richtig und wichtig ist. Also so kurz wie möglich, ich glaub, da ham’ wir nen guten Weg gefunden. So geschützt wie möglich, natürlich nur auf richterliche Anordnung und, äh, nich’ äh, ähm, dass man das dann auch wirklich nutzt, diese Information, da ist, glaub ich, der Rechtsstaat schon sehr, ähm, präzise. Und, ähm, ich glaube oder ich stehe hinter diesem Gesetzgebungsvorhaben, weil wir uns einfach die Möglichkeit offenhalten müssen, wenn etwas Dramatisches passiert, und dass wir dann auch handeln können, und ich würde mich sicherer fühlen, wenn wir ein solches Gesetz haben. Wenn ich das nochmal sagen darf, sollte jeder Einzelne, der jetzt vielleicht gegen die Voratsdatenspeicherung ist, oder wir nennen das jetzt Mindestspeicherfristen, ähm, der sollte noch mal überlegen, was er sonst noch an seinen persönlichen Daten schon alles irgendwo übergeben hat, worüber er sich gar keinen Gedanken mehr macht. Es darf ja auch nicht so sein, ich darf allen alles geben, jedem Unternehmen auf der Welt, mein Einkaufsverhalten, mein Kommunikationsverhalten, mein Essverhalten, alles. Aber wenn der Staat, dafür, dass er das Leben von achtzig Millionen sichern will, auch mal Informationen braucht, auf die er zugreifen kann, auf die er ja gar nicht zugreift, aber nur zugreifen kann, wenn etwas mit einem nicht richtig läuft und der als, sozusagen, Terrorist oder Gefährder der Sicherheit auftritt, dass man sagt, dem Staat geb ich’s nicht, allen anderen geb ich’s, aber dem Staat, der darf da gar nichts mit anfangen. [Applaus]

    5. Juni 2015 50
  • : #rp15: Eric King – The Five Eyes secret European allies
    #rp15: Eric King – The Five Eyes secret European allies

    Zum zweiten Jahrestag der Snowden-Enthüllungen passt dieser Vortrag von Eric King von Privacy International auf de vergangenen re:publica über „The Five Eyes secret European allies“.

    Did you know there is an elite intelligence sharing club called SIGINT Seniors Europe working in partnership with the Five Eyes? For 35 years, the club has operated as a „European bazaar“ for surveillance, playing games of jurisdictional arbitrage, exploiting secret loopholes in domestic legal frameworks to swap and share data on each others citizens. For the first time we have the information to act, and we must!

    Secret interpretations of secret law is no way to govern our world. By remaining in the shadows, our intelligence agencies – and the governments who control them – have removed our ability to challenge their actions and their impact upon our human rights. Trawling through clues in the Snowden documents, and declassified documents in the UK National Archives, we have the most complete picture we’ve ever had of how the secret club operates.

    Exposing them through research, campaigning and litigation is the only way to hold them to account. This talk will reveal the results of Privacy Internationals investigation into the secret club, how European intelligence agencies swap and share their data, and their co-operation with the Five Eyes alliance!

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    5. Juni 2015
  • : Interview mit Edward Snowden „Wenn wir alle Daten sammeln, verstehen wir gar nichts.“
    Edward Snowden <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a> via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/home_of_chaos/9134276850/in/photolist-eVaygU-eXVM7C-f7HSjq-c1UTf-jDwSxd-fmicGq-frZiV8-jCdUqm-f1L9PV-jDmWyM-f3JKMg-f1g3YV-eW93c5-fhTnCC-gSLReD-fhYmJV-pcPnR9-fieaY5-nAwZwy-fie6yN-fhYTYM-fLwh3K-fLwmPv-nZ9Mr9-fhAtAb-fde2eG-gZZRQv-f3K13Z-fqFWUT-eXVKJh-oRNwjh-fLwjpt-hca46n-fLNXff-fLwg8z-iMDNtq-eUmB4t-eTrqcD-nUcVby-oiJ1GA-nGPU7C-fhVAWC-eV7A8Q-f1vrW9-f2UtFZ-qCFmxe-faiR5n-nAwWHN-nAtGcP-nyHXhh">home_of_chaos</a>
    Interview mit Edward Snowden „Wenn wir alle Daten sammeln, verstehen wir gar nichts.“

    Anlässlich der morgen genau zwei Jahre zurückliegenden Snowden-Enthüllungen sowie dem Auslaufen dreier Beschlüsse des USA Patriot Act, hat Amnesty International ein Q&A mit Edward Snowden organisiert, das man auch live bei youtube mitverfolgen konnte.

    Das Interview führen Tanya O’Carroll, Technology & Human Rights Advisor bei Amnesty, und Eric King, Deputy Director von Privacy International.

    Die erste Frage an „Ed“, ob angesichts der herben Verluste z. B. seiner Heimat, der Familie usw., es das Whistleblowing wert war, beantwortet er, kurz gesagt, mit ja. Denn erst dadurch wurden die Massenüberwachungsmaßnahmen der „Five Eyes“ bekannt. Als Folge seiner Enthüllungen hat zum Beispiel das Investigatory Powers Tribunal (Wikipedia), welches die einzige Rechtsinstanz darstellt, bei der man sich in Großbritannien über staatliche Überwachungsmaßnahmen beschweren kann, erstmalig in den letzten fünfzehn Jahren einer Beschwerde zugestimmt. Dass in Großbritannien die Machenschaften des GCHQ, der von der NSA Zugang zu von der amerikanischen Überwachungsbehörde abgeschnorchelten Informationen bekommen hat, deutlich als unrechtmäßig deklariert wurden, ist ein echter Meilenstein in der Bekämpfung von Massenüberwachungssystemen. Daran tragen neben Ed auch NGOs, wie z. B. Amnesty International einen großen Beitrag.

    Selbst wenn aber wirklich gute Gründe vorlägen, alles und jeden zu massenüberwachen, so müsste darüber die Allgemeinheit entscheiden, die Bürgerinnen und Bürger. Auf keinen Fall sollte dies hinter verschlossenen Türen, über die Köpfe derer hinweg, die betroffen sind, entschieden werden.

    Anlässlich der kürzlich ausgelaufenen Section 215 des Patriot Acts (Rechtsgrundlage für das Abschnorcheln von US-Telefonverbindungen) wird die Frage gestellt, wie optimistisch Snowden ist, in Bezug auf die zukünftige Entwicklung der amerikanischen Massenüberwachung.

    Prinzipiell ist er positiv gestimmt, denn das Ende dieser Section 215 markiert für Ed einen wichtigen ersten Schritt auf dem Weg hin zum Stop der Massenüberwachung durch die NSA. Obwohl amerikanische Gerichte die Section 215 klar als unrechtmäßig „from the very first day“ deklariert haben und obwohl nachgewiesen wurde, dass die so gedeckten Maßnahmen nie auch nur eine einzige Attacke von Terroristen verhindert haben, ist die Forderung von Überwachungsbefürwörtern nach dem Weiterbestand der Massenüberwachung ungebrochen. Immer noch wollen die Befürworter die Massenüberwachung mit dem Totschlagargument „Terrorismus“ begründen. Die so zur Schau gestellte Unbelehrbarkeit ist zweifelsohne bedenklich. Nichtsdestotrotz bleibt Snowdens Aussicht auf die Zukunft optimistisch, da das erste Mal in der Geschichte der Überwachungsdebatte Fakten den Sieg gegen die Angst davon getragen hätten (Auslauf der Section 215 des Patriot Acts).

    Danach geht es um die besondere Stellung des GCHQ und um die Frage, warum die Gesetze, die die Grundlage für die Massenüberwachung des britischen Geheimdienstes schaffen, ausschließlich hinter verschlossenen Türen verhandelt werden. Öffentlich wird das damit begründet, dass das Zulassen einer öffentlichen Debatte über Gesetze zur Überwachung zu erhöhter Gefahr durch Terroristen führen würde. Man würde dann die Sicherheit Großbritanniens aufs Spiel gesetzt.

    Tatsächlich aber, so steht es in einem internen Dokument, fürchten die britischen Geheimdienste nicht den Anstieg von Terrorgefahr, sondern eine

    damaging public debate on the scale of its activities, because it could lead to legal challenges against its mass-surveillance programmes.

    Die Angst vor Gerichtsverfahren ist demnach größer als die Gefahr durch Terroristen. Das ist schon irgendwie vielsagend, bedenklich, gruselig.

    Die Berichterstattung in den britischen Medien über die Notwendigkeit von massenhafter Überwachung ist im Empire leider größtenteils von pro-Überwachung-Berichterstattung geprägt. Das liegt beispielsweise, so Ed, daran, dass alle Zeitungen bis auf den Guardian, anstatt selbst investigativ nachzuforschen, simple Anfragen an die Regierenden stellen. Diese bestätigen dann natürlich gerne, dass es überhaupt keine Probleme gäbe und alles schon mit rechten Dingen zugehe.

    Besonders problematisch ist das auch, weil die britische Regierung aktuell daran arbeitet, nicht etwa Gesetze dahingehend zu reformieren, dass Bürgerinnen und Bürger in Zukunft nicht mehr massenhaft vom GCHQ ausspioniert werden können, sondern – ganz im Gegenteil – folgendes plant:

    [The] government in the United Kingdom is actually trying to reform the laws in a very negative way. Rather than preserving civil liberties and expanding the domain of our rights, they are trying to limit it and they are trying to do it in secret without the notice of the public and without the engagement of the press

    Tatsächlich ist es das Ziel der britischen Regierung, alles und jeden überwachen, hacken und ausspionieren zu können. Darüber haben wir hier schon berichtet.

    Eric King von Privacy International gab anschließend eine bezeichnende Anekdote zum Besten, dessen Thema das Aufdecken von gesetzeswidrigen Machenschaften britischer Geheimdienste war. So stellte Privacy International fest, dass das Hacking jedweder Person durch den GCHQ durch kein Gesetz gerechtfertigt war. „Hacking“ heißt dort übrigens eleganterweise „equipment interference“, Massenüberwachung wird „bulk interception“ genannt, so eloquent wie dreist. In jedem Fall wurde der NGO schnell klar, dass es für das „equipment interfering“ keine gesetzliche Grundlage gab. Im Gegenteil war es nicht nur nicht erlaubt, sondern sogar eine schwere Straftat.

    Einen Tag vor Beginn des Verfahrens, wo genau dieser Missstand verhandelt werden sollte, änderte die britische Regierung kurzerhand die gesetzliche Grundlage. Natürlich nicht in einem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren, sondern in einem quasi Add-on. Das Gesetz, das ab jetzt das Hacking der Geheimdienste legalisierte, ließ sich fortan im „serious crime bill“ finden. Dass dieses Gesetz jetzt die Grundlage für rechtlich konformes Hacking liefern wird, wusste aber außer denjenigen, die das zu verantworten hatten, niemand. Es zeigt sich deutlich: Die Angst vor Gerichtsverfahren, die die Massenüberwachung aufhalten könnten, ist groß.

    Danach wird das der Massenüberwachung zugrunde liegende System thematisiert. Ed erklärt, wie Algorithmen menschliche Augen und Ohren ersetzt haben, da es nur so möglich ist, automatisierte Überwachungsverfahren umzusetzen. Weil die Geheimdienste Kommunikationsverbindungen ja nur „intercepten“, also abfangen und weiterleiten, und nicht mithören (menschliche Augen und Ohren), wird behauptet, die massenhafte Überwachung sei gar nicht so schlimm. Also letztlich das klassische Pseudo-Argument: Metadaten sind ja nicht schlimm, Hauptsache kein Mensch liest/hört die Inhalte meiner Kommunikation.

    Über die vermeintlich uninformativen Metadaten äußert sich ein Top-Anwalt der NSA folgendermaßen:

    Metadata absolutely tells you everything about somebodys life, if you have enough metadata, you don’t really need content.

    Auch Michael Haydens Meinung, ehemaliger Direktor der NSA, wird angesprochen. Gerne nehmen wir dieses Zitat in den Artikel auf:

    We kill people based on metadata.

    Dass Drohnenangriffe nicht wirklich personenbezogen sind, sondern oft einfach ein Mobiltelefon das eigentliche Ziel ist, von dem dies oder jenes ausgesendet wurde, das Grund genug für das Todesurteil per Drohnen-Angriff ist, ist ein weiteres besorgniserregendes Detail im Umgang mit Metadaten.

    2015-06-04-134552_1679x1026_scrotIm Zusammenhang mit dem PRISM-Programm, mit Hilfe dessen neben Metadaten auch noch Inhalte von Kommunikation an Geheimdienste geliefert werden, fasst Snowden die Folgen dieser Entwicklung wie folgt zusammen:

    It gives the government a window into anybodys life at any given time. It allows them to do what’s called „pattern of life analysis“.

    Alles und jeder wird immer und überall überwacht. Genau hier liegt aber das Problem der Überwachungsstrategie, denn

    if we collect everything, we understand nothing.

    Massenüberwachung kann also schon systemisch nicht dafür geeignet sein, Attacken von Terroristen erfolgreich zu verhindern. Das habe auch der Anschlag beim Boston-Marathon gezeigt.

    Im folgenden soll Ed erklären, warum sich auch Menschen über die Massenüberwachung echauffieren sollten, die vermeintlich nichts zu verbergen haben.

    Selbst wenn der Einzelne in diesem Fall keinen Wert darauf legt, sein Grundrecht auf Schutz der Privatsphäre zu wahren, kann das trotzdem kein Grund sein zu befürworten, dieses Grundrecht für alle anderen, in einem faulen Tausch von (vermeintlicher) Sicherheit gegen Freiheit, gleich mit zu veräußern. Vor allem aber hat das gänzliche Wegfallen der Privatsphäre durch Massenüberwachung die folgende Konsequenz:

    And regardless whether you have done anything wrong or not, when the government knows everything about you they can find something that you have done wrong.

    In jedem Fall können Menschenrechte wie das Recht auf Privatsphäre nicht von Regierungen aufgehoben werden, da die Regierungen gar nicht bemächtigt sind, diese auf grundsätzlicher Ebene zu verletzen.

    They [Human rights] are not granted by governments, they are inherent to our nature.

    Das schon durch die sozialen Medien gewanderte Zitat über Ed’s Meinung zur Einstellung, sich nicht für das Recht für Privatsphäre zu interessieren, da man nichts zu verbergen hätte, wiederholt er in etwas längerer Form im Interview.

    If you say „I don’t care about the right to privacy, because i have nothing to hide“. That’s no different than saying „I don’t care about free speech, because i have nothing to say“. „I don’t care about freedom of the press, because i have nothing to write.“ „I don’t care about freedom of association, because i’m not involved with my community.“ „I don’t care about freedom of religion, because i don’t worship.“

    Eine eventuelle Aufgabe im Kampf um den Erhalt der Privatsphäre hat aber noch mehr dramatische Folgen.

    Once you go down that road, once the government claims a new power, once they plant a new flag in the domain of your rights, your liberty, your private life, within in the four walls of your home, your private friendships, your private records, it’s very difficult to get them to go back. And once you’ve lost a certain degree of power, than you can no longer oppose that power. There can be no revolutionaly political movement, when the government knows what everybody is doing, what everybody is saying, what everybody is thinking […] and we cannot give up the foundation of all rights, and that’s really what privacy is.

    Auf die Problematik angesprochen, dass selbst wenn Bürger und Bürgerinnen eines gegebenen Landes für ihr Land Massenüberwachung unterbinden, sie aufgrund des globalen Routings von Informationsverbindungen, trotzdem von anderen Staaten überwacht werden können, meint Ed, man müsse sich die technischen Möglichkeiten zum Schutz der Kommunikation aneignen.

    What you have to do is find that, thanks to advances in technology we can now assert our rights through new means. […] Basicly, methods of encoding and protecting peoples data, across borders. So that when we improve things here we dont just benefit those within our borders, we benefit everyone around the world.

    Die vermeintlichen partnerschaftlichen Abkommen, nach denen sich die Sicherheitsbehörden verschiedener Staaten versichern, sich nicht gegenseitig auszuspionieren, sollen eher guten Willen beweisen, keinesfalls jedoch wirklich das wechselseitige Spionieren grundsätzlich verhindern oder sogar unter Strafe stellen.

    If the NSA considers it to be in the interests of the US Government, they would happily abrogate that aggrement [to not spy on each other]. They would happily basicly search through David Camerons email, listen to his cellphone calls, or anybody else in the UK, despite the fact that they had agreed not to do so. And they would have no obligation to inform the other party and that other party would have no legal recourse, even it it were discovered.

    Am Schluss auf seine Sicht auf die nächsten fünf Jahre angesprochen, antwortet Ed:

    The most liberating thing about sort of burning your life to the ground and becoming sort of an internatinoal fugitive, at least that’s what they claim, is, that you no longer have to worry about tommorrow, you start thinking about today. […] I have more hope today, than I ever had before and I wake up every morning with a smile on my face.

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    4. Juni 2015 3
  • : Interview mit PGP-Erfinder Phil Zimmermann bei futurezone
    Interview mit PGP-Erfinder Phil Zimmermann bei futurezone

    Auf futurezone.at ist ein Interview mit PGP-Erfinder Phil Zimmermann erschienen. Er spricht darüber, warum er mit seiner Firma in die Schweiz gezogen ist, über die sich wiederholenden Bemühungen der Regierungen, Verschlüsselungssoftware zu kompromittieren, die Schwierigkeiten von Mailverschlüsselung und darüber, dass Zimmermann PGP nicht mehr nutzt, „weil ich iPhones und iPads nutze. PGP funktioniert darauf nicht.“

    Gute Laune macht das Interview nicht, vor allem am Ende, als Zimmermann über die von seiner Firma entwickelten Blackphones – Krypto-Smartphones – redet:

    Wenn die NSA hinter Ihnen her ist, wird Sie auch das Blackphone nicht schützen. Sie finden immer einen Weg. Die NSA kommt überall rein.

    4. Juni 2015 7
  • No-Spy-Verhandlungen: Wir veröffentlichen die Kommunikationslinie des Kanzleramts gegen „Negativschlagzeilen“
    Schließen kein No-Spy-Abkommen ab: Merkel und Obama.
    No-Spy-Verhandlungen Wir veröffentlichen die Kommunikationslinie des Kanzleramts gegen „Negativschlagzeilen“

    Das Bundeskanzleramt wusste schon im Januar 2014, dass es kein No-Spy-Abkommen mit den USA geben wird. Das geht aus einem internen Vermerk zum Verhandlungsstand hervor, den wir veröffentlichen. Trotzdem behauptete man gegenüber Bundestag und Medien das Gegenteil.

    3. Juni 2015 28
  • : USA: Senat beschließt Umsetzung des „USA Freedom Act“, Chance auf tiefgreifende Reform dennoch verpasst
    Stop Mass-Surveillance! <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC BY-NC-ND 2.0 via flickr/</a><a href="https://www.flickr.com/photos/karenaxe/15068665976/in/photolist-oXyRpN-faq2B4-faq29T-f7f38j-2bQyz-f31rTh-f31eCy-Kz3mj-f4cd7Y-c2ZqbG-oFLnCh-oriM9q-oriLMo-oHwsNP-c2ZzPy-gfUnMJ-8bZ1zm-e6UVd-f71d6e-igwcud-igvLHD-igvDeR-igwmZT-igwjBr-igvyVk-igw16u-igvw7K-igw5Tp-igvJq1-igvW3P-2bRbX-igvNNa-igwd8L-igvXvm-igw1K5-igvZos-igvZbJ-igvSbo-igwcQF-igvMEQ-igvCW7-igvfmg-igvBQj-igvBwd-igvHbC-igvGSS-igvGwm-igvyns-eKJzVB-nNVrAS">karenaxe</a>
    USA: Senat beschließt Umsetzung des „USA Freedom Act“, Chance auf tiefgreifende Reform dennoch verpasst

    Ein Bericht von The Intercept kommentiert die Umsetzung des „USA Freedom Act“ genannten Gesetzes, das die anlasslose Massenüberwachung von US-Telefonverbindungen beenden wird.

    The bill officially ends 14 years of unprecedented bulk collection of domestic phone records by the NSA, replacing it with a program that requires the government to make specific requests to the phone companies.

    Der amerikanische Senat hat in der vergangenen Nacht mit einer klaren Mehrheit von 67 Prozent für die Umsetzung der Gesetzesvorlage gestimmt. So weit, so gut.

    Leider bleibt beim genauen Hinsehen nur wenig Grund zur Freude. Das liegt vor allem daran, dass ein Großteil der von Snowden aufgedeckten Überwachungs-Aktivitäten der NSA von dem neuen Gesetz nicht betroffen sind. Insbesondere die Massenüberwachung der Nicht-US-Kommunikation wird vom USA Freedom Act nicht berührt und somit uneingeschränkt fortgeführt. Obwohl das Gesetz die größte Reform des Überwachungssystems seit den 70’er Jahren markiert, hat man die historische Chance auf eine tiefenwirksame Reform verpasst.

    Da drei Bestimmungen des Patriot Act (Roving Wiretaps, Access to Business Records and Tangible Things, Lone Wolf) am 01. Juni 2015 ausliefen und die amerikanische Öffentlichkeit, vor allem dank der Snowden-Enthüllungen, so kritisch wie lange nicht dem Überwachungsapparat gegenübersteht, war die Möglichkeit auf eine echte allumfassende Reform so gut wie nie zuvor.

    So aber ist das neue Gesetz zwar ein solider erster Schritt, hin zu einer umfassenden Reform des Überwachungssystems, mehr jedoch leider nicht.

    The passage of the USA Freedom Act is a milestone. This is the most important surveillance reform bill since 1978, and its passage is an indication that Americans are no longer willing to give the intelligence agencies a blank check. It’s a testament to the significance of the Snowden disclosures and also to the hard work of many principled legislators on both sides of the aisle. Still, no one should mistake this bill for comprehensive reform. The bill leaves many of the government’s most intrusive and overbroad surveillance powers untouched, and it makes only very modest adjustments to disclosure and transparency requirements.

    3. Juni 2015
  • : NSA darf (vorerst) keine Telefonie-Metadaten von US-Bürgern mehr speichern
    Vorläufige Funkstille bei der NSA: Bis auf Weiteres darf der Geheimdienst keine Telefonie-Vorratsdaten US-amerikanischer Bürger mehr horten. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0</a>, via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/nox_noctis_silentium/5990961019/">Timitrius</a>
    NSA darf (vorerst) keine Telefonie-Metadaten von US-Bürgern mehr speichern

    Vergangene Nacht sind in den USA mehrere Bestimmungen des Patriot-Act-Gesetzes ausgelaufen, die unter anderem dazu herangezogen wurden, massenhaft Telefonie-Metadaten US-amerikanischer Bürger durch den Geheimdienst NSA zu sammeln. Mitch McConnell, republikanischer Mehrheitsführer im US-Senat, hatte bis zuletzt darauf spekuliert, dass sein Parteikollege, der Senator und Präsidentschaftskandidat Rand Paul, seine Blockadehaltung aufgeben und es in letzter Minute doch noch zu einer Verlängerung der relevanten Provisionen kommen werde. Das ist offensichtlich nicht gelungen, und auch die in den Startlöchern stehende Nachfolgeregelung, der vom US-Repräsentantenhaus bereits abgesegnete „USA Freedom Act,“ wurde von Paul bis zumindest Dienstag verzögert.

    Demnach sollen die Vorratsdaten künftig nicht mehr durch die NSA, sondern bei den Telekommunikationsunternehmen gespeichert werden. Um sie abzurufen, ist im Einzelfall eine Genehmigung durch einen Richterbeschluss notwendig. Vorläufig bleibt jedoch unklar, ob die Kompromissregelung in dieser Form kommt. Einigen Abgeordneten geht der Gesetzesvorschlag nicht weit genug; sie wollen der NSA einfachere Zugriffsmöglickeiten einräumen. Sollte es zu Änderungen im Gesetzestext kommen, bedarf es einer erneuten Zustimmung des Repräsentantenhauses, wo zuletzt Stimmen gegen eine Überarbeitung laut geworden sind.

    Der dem libertären Flügel der Republikaner zugehörige Paul versuchte zwar, die Verzögerung als Erfolg zu verkaufen, musste aber eingestehen, dass es sich nur um einen Aufschub handelt: „Ich unterstütze den Abschnitt [des Freedom Acts], der die massenhafte Datensammlung durch die Regierung beendet. Meine Befürchtung ist aber, dass wir die massenhafte Sammlung durch die Regierung mit einer massenhaftung Sammlung durch Telekommunikationsunternehmen ersetzen“, zitiert die Washington Post aus seiner Rede vor dem Oberhaus des US-Kongresses. Die hitzige Antwort von McConnell ließ nicht lange auf sich warten, der Paul und anderen Gegnern der NSA-Überwachung „Demagogie und Desinformation“ vorwarf. „Wir sollten nicht einseitig abrüsten, während unsere Feinde ausgeklügelter und aggressiver werden“, sagte der Mehrheitsführer in einer Rede vor dem Senat.

    Warnungen vor „terroristischen Elementen“

    Auch CIA-Chef John Brennan warnte am Sonntag, dass die fehlende Autorisierung den Kampf gegen den Terror und Menschenleben gefährden würde. „Terroristische Elemente“ würden die Vorgänge im Kongress sehr genau beobachten und nach Lücken suchen, innerhalb derer sie operieren könnten. Ins gleiche Horn stieß Regierungssprecher Josh Earnest, der „individuelle Senatoren“ dazu aufrief, ihre „parteipolitischen Motivationen“ hintan zu stellen und schnell zu handeln, um das „unverantwortliche“ Auslaufen der Überwachungsmöglichkeiten so kurz wie möglich zu halten.

    Als „historischen Baby-Schritt“ wiederum bezeichnete die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) das Auslaufen der Section 215, selbst wenn es sich nur um einen temporären Aufschub handelt. Die geplante Neuregelung sei immer noch besser als die vorhergehende, weil sie kleine, aber wichtige Verbesserungen mit sich bringen und zudem dem FISC-Geheimgericht zusätzliche Transparenz abverlangen würde. Gänzlich zufrieden sei man jedoch nicht: „Wir glauben, dass der Kongress viel besser handeln könnte und sollte.“

    Die geheime massenhafte Sammlung von Vorratsdaten durch die NSA begann nach den Anschlägen am 11. September 2001 und wurde später – ebenfalls im Geheimen – durch ein FISC-Gericht mit Berufung auf Section 215 des Patriot Acts bestätigt. Die betreffende Abschnitt des Gesetzeswerkes wurde zuletzt im Jahr 2011 ohne großes Aufheben vom US-Kongress verlängert. Erst 2013 haben die Enthüllungen von Edward Snowden das Ausmaß der Massenüberwachung durch die NSA an die Öffentlichkeit gebracht. Daraufhin angestrengte Gerichtsverfahren ließen zumindest Zweifel an der Legalität des Programms aufkommen – vor weniger als zwei Wochen hat etwa ein US-Berufungsgericht die NSA-Praxis der massenhaften Sammlung von Telefonie-Metadaten für illegal erklärt.

    In verfrühten Jubel sollte jedoch niemand ausbrechen, schon gar nicht Nicht-US-Bürger: Von der jetzt eingetretenen temporären Lücke in der NSA-Überwachung bleiben „Ausländer“ unberührt. Solche Programme bleiben weiterhin aktiv und werden weltweit und in Deutschland wohl noch für einige Debatten sorgen. Aber auch innerhalb der USA würde es nicht weiter verwundern, wenn sich die NSA über die ihr gesetzlich gesteckten Grenzen hinwegsetzen würde, wie es in den vergangenen Jahren oftmals der Fall war.

    1. Juni 2015 2
  • : USA: Mehr als 10.000 Websites blockieren Zugang von Kongress-IPs
    USA: Mehr als 10.000 Websites blockieren Zugang von Kongress-IPs

    Wie der Guardian berichtet, hat Fight for the Future einen Protest organisiert, an dem sich mehr als 10.000 Websites beteiligen. Zugriffe von IP-Adressen, die einen Kongressabgeordneten identifizieren, werden, wenn sie auf eine der über 10.000 Websites zugreifen wollen, auf diese Seite weitergeleitet, die liest:

    Congress: This is a blackout.

    Die Aktion findet anlässlich der Revision der Section 215 des Patriot Act statt, der die gesetzliche Grundlage für die Massenüberwachung der NSA liefert. Fight for the Future erhofft sich, dass der Kongress ein Gesetz auf den Weg bringt, den „USA Freedom Act“, das die Möglichkeiten der NSA-Überwachung einschränken oder sogar teilweise eliminieren soll. Um das zu erreichen, müsste das Gesetz jedoch stark an Reichweite gewinnen.

    We’ll keep blocking sites until either the USA Freedom Act is either dramatically improved or dead, or until the Patriot Act provisions have sunset.

    Die Debatte, das Gesetz im Kongress auf den Weg zu bringen, endet am heutigen Tag. Wir wünschen viel Erfolg bei dem Protest, an dem sich auch die Internet Defense League beteiligt.

    1. Juni 2015 8
  • : Die Anstalt im ZDF (Video): „Der Name ist BND. James BND“
    Die Anstalt im ZDF (Video): „Der Name ist BND. James BND“

    In der monatlich im ZDF ausgestrahlten Kabarett-Sendung „Die Anstalt“ bekommen dieses Mal Geheimdienste und sonstige Daten-Schnüffler ordentlich ihr Fett weg.

    Der BND beispielsweise wird als Agent „08/15 Bnd“ eingeführt, der im weiteren Verlauf der aktuellen Folge einige informative Stationen durchläuft. So wird er zu einem Gespräch mit Merkel-Imitation „M“ gerufen, die ihn darum bittet, endlich eine Gefahr zu finden, um eine Existenzberechtigung der Geheimdienste zu demonstrieren. In einem späteren Teil der Sendung erhält „James Bnd“ ein Briefing von Ex-CIA-Direktor Michael Hayden , der ihm erklärt, dass deutsche Geheimdienste sowieso nicht unabhängig von amerikanischen agieren können.

    Auch die aktuelle BND-Affäre, Sigmar-Gabriel-Bashing (aufgrund der kurz bevorstehenden Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung) und die Apple Watch werden umfangreich behandelt.

    Die sehr empfehlenswerte Folge gibt es in der ZDF-Mediathek und hier zu sehen:

    Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen.

    Im Faktencheck (PDF) lässt sich die Anstalt übrigens in die Karten sehen, welche Quellen für die einzelnen Show-Segmente als Recherchegrundlage gedient haben (Spoiler: Wir sind auch dabei).

    28. Mai 2015 14
  • : NSA-Chef Mike Rogers als Freund der Verschlüsselung? Das glaubt wohl keiner.
    NSA-Chef Mike Rogers als Freund der Verschlüsselung? Das glaubt wohl keiner.

    ZDNet berichtet, dass NSA-Direktor Mike Rogers auf einer Cyberwarfare-Konferenz in Estland seine Begeisterung für Verschlüsselung zum Ausdruck gebracht hat. Und das ziemlich nachdrücklich:

    You’re not going to hear me say that encryption is a bad thing. I don’t think it is a bad thing. Encryption is not bad. Encryption is a fundamental part of the future; I think it would be ridiculous to pretend otherwise.

    Seltsame Worte vom NSA-Chef. Dem Chef einer Behörde, die wir ja für ihre Vorliebe unverschlüsselter oder zumindest entschlüsselbarer Kommunikation kennen. Und Rogers selbst forderte noch im April eine Hinterlegung von Schlüsseln. Aber für ihn scheint es da keinen Widerspruch zu geben. Es wird auch klar, warum: Denn natürlich soll es verschlüsselte Kommunikation nur für die „Guten“ geben. Die Nachrichten potentieller Terroristen zu entschlüsseln, muss weiterhin möglich sein und am besten ganz legal:

    [W]e’ve got to create some structure that should enable us to do that mindful that it has to be done in a legal way and mindful that it shouldn’t be something arbitrary.

    Naja, schöner Versuch. Aber Verschlüsselung ohne die eigene Hoheit über die Schlüssel ist nunmal keine Verschlüsselung. Und das Recht auf vertrauliche Kommunikation ist sicher nicht von jenen zu definieren, die alles zu deren Unterminierung unternehmen.

    28. Mai 2015 1
  • : BND-NSA-Europa-Überwachung: Was der BND in den Niederlanden ausspioniert hat [Update: Mit Dokument und Tabelle]
    Weiteres BND-Spionageziel: Leitungen des niederländischen Providers KPN
    BND-NSA-Europa-Überwachung: Was der BND in den Niederlanden ausspioniert hat [Update: Mit Dokument und Tabelle]

    Erst Österreich, dann Luxemburg, die Schweiz und heute die Niederlande: Der österreichische Grünen-Abgeordnete Peter Pilz zieht weiter durch Europa und veröffentlicht Dokumente, aus denen hervorgeht, welche Leitungen BND und NSA in Kooperation abhören wollten.

    In den Niederlanden geht es um insgesamt 71 Leitungen – zum Vergleich: in der Schweiz waren es neun. Bis auf eines gehören alle Kabel zu dem niederländischen Provider KPN. Das geht aus einem Dokument aus dem Jahr 2005 hervor, in dem sich eine Interessens- bzw. Prioritätenliste des BND mit Leitungen befindet [wir reichen das Dokument nach, sobald es uns vorliegt Hier das Dokument, danke!, extrahierte Tabelle unten]. Es geht aus den Dokumenten nicht mit 100-prozentiger Sicherheit hervor, ob die Kabel auf der Liste auch wirklich alle angezapft wurden oder noch werden – Wish List oder Hit List ist die Frage.

    Abgesehen von dem Skandal der Überwachung an sich, bringt die niederländische NGO Bits of Freedom noch einen weiteren Punkt mit ins Spiel:

    Das heißt, dass ein Provider das abhören des anderen ermöglicht hat. Das mag nicht besonders bemerkenswert klingen, aber das Internet – vor allem wenn es um seine Infrastruktur geht – ist auf Vertrauen aufgebaut. Dieses Vertrauen hat nun wieder einmal einen heftigen Stoß versetzt bekommen.

    Das ist vor allem auch ein wichtiger Aspekt, wenn man bedenkt, dass nicht klar ist, inwieweit auch die abgehörten Provider von der Spionage wussten oder ahnten, und ob sie selbst kollaborierten oder nicht. Bits of Freedom fordert die Regierung auf, Erklärungen zu suchen und zu geben: Wer könnte weiteres Ziel sein, was passierte genau, warum eigentlich, wie sieht die Zusammenarbeit privater und staatlicher Stellen – wie bei Telekom und BND – in den Niederlanden aus, welche Regelungen gibt es?

    Bisher war die Regierung untätig und hat noch am Dienstag durch Innenminister Ronald Plasterk behauptet, es gebe keine Beweise für Pilz Ankündigungen.

    Aber vor allem will die Bürgerrechtsorganisation eines nicht: eine „niederländische Version von Eikonal.“

    Tabelle Niederlande

    LSZ Endstelle A Carrier Endstelle B Carrier
    750 Amsterdam KPN Netherlands Minsk BELTELCOM
    750 Amsterdam KPN Netherlands Dharhan Saudi Telecom Co.
    750 Amsterdam KPN Netherlands Warszawa Telekom Polska
    750 Amsterdam Getronics Zaventem GPS Belgium
    750 Amsterdam KPN Netherlands Cairo Telecom Egypt
    712 Karachi Paktelecom Rotterdam KPN Netherlands
    750 Karachi Paktelecom Rotterdam KPN Netherlands
    750 Amsterdam KPN Netherlands Jeddah Saudi Telecom Co.
    712 Amsterdam KPN Netherlands Jeddah Saudi Telecom Co.
    712 Rotterdam KPN Netherlands Sarajewo BH Telecom
    750 Amsterdam KPN Netherlands Warszawa Telekom Polska
    750 Rotterdam KPN Netherlands Zagreb HT (Croatia)
    750 Amsterdam KPN Netherlands Luxemburg P & T Luxemburg
    712 Rotterdam KPN Netherlands Warszawa Telekom Polska
    750 Rotterdam KPN Netherlands Warszawa Telekom Polska
    750 Rotterdam KPN Netherlands Sofia BTC
    750 Albertslund Tele Danmark Rotterdam KPN Netherlands
    750 Copenhagen Tele Danmark Rotterdam KPN Netherlands
    750 Amsterdam KPN Netherlands Copenhagen Tele Danmark
    750 Ammen TCC Copenhagen Tele Danmark
    750 Amsterdam KPN Netherlands Salzburg Telekom Austria
    750 Amsterdam KPN Netherlands Bratislava Slovak Telecom
    750 Amsterdam KPN Netherlands Stockholm/Kista Tele2Sweden
    750 Amsterdam KPN Netherlands Kyiv Utel
    712 Amsterdam KPN Netherlands Dubai Etisalat
    750 Amsterdam KPN Netherlands Dubai Etisalat
    750 Amsterdam KPN Netherlands Jeddah Saudi Telecom Co.
    750 Amsterdam KPN Netherlands Banska Bystrica Slovak Telekom
    750 Amsterdam KPN Netherlands Yokohama/IDC C&W IDC Tokyo
    712 Rotterdam KPN Netherlands Singapore SINGTEL
    712 Rotterdam KPN Netherlands Taipei Chunghwa Tele
    750 Rotterdam KPN Netherlands Sydney Reach GNL
    750 Hong Kong Reach Networks Rotterdam KPN Netherlands
    750 Amsterdam KPN Netherlands Budapest Matav
    750 Amsterdam KPN Netherlands Brno Czech Telecom
    750 Amsterdam KPN Netherlands Ljubljana Telecom Slovenje
    750 Amsterdam KPN Netherlands Moscow Rostelekom
    750 Amsterdam KPN Netherlands Bucuresti SNTc Romtelecom
    750 Amsterdam KPN Netherlands Prague Czech Telecom
    750 Amsterdam KPN Netherlands Katowice Telekom Polska
    750 Bahrein Batelco Rotterdam KPN Netherlands
    750 Budapest Matav Rotterdam KPN Netherlands
    712 Amsterdam KPN Netherlands Istanbul Turk Telekom
    750 Amsterdam KPN Netherlands Istanbul Turk Telekom
    703 Rotterdam KPN Netherlands Siv Bezeq
    750 Bahrein Batelco Rotterdam KPN Netherlands
    703 Rotterdam KPN Netherlands Shanghai China Telecom
    750 Amsterdam KPN Netherlands Brasov SNTc Romtelecom
    750 Brasov SNTc Romtelecom Rotterdam KPN Netherlands
    750 Dubai Etisalat Rotterdam KPN Netherlands
    750 Bangkok CAT Rotterdam KPN Netherlands
    712 Limassol CYTA Rotterdam KPN Netherlands
    750 Amsterdam KPN Netherlands Kelana Jaya Telecom Malaysia
    712 Amsterdam KPN Netherlands Jeddah Saudi Telecom Co.
    750 Amsterdam KPN Netherlands Jeddah Saudi Telecom Co.
    750 Amsterdam KPN Netherlands Riyadh Saudi Telecom Co.
    712 2x Amsterdam KPN Netherlands Jeddah Saudi Telecom Co.
    750 Amsterdam KPN Netherlands Siv Barak Israel
    712 Amsterdam KPN Netherlands Siv Barak Israel
    712 Amsterdam KPN Netherlands Kairo Telecom Egypt
    750 Istanbul Turk Telekom Rotterdam KPN Netherlands
    723 Istanbul Turk Telekom Rotterdam KPN Netherlands
    750 2x Budapest Matav Rotterdam KPN Netherlands
    750 Ljubljana Telecom Slovenje Rotterdam KPN Netherlands
    750 Minsk BELTELCOM Rotterdam KPN Netherlands
    750 Prag Czech Telecom Rotterdam KPN Netherlands
    750 Bratislava Slovak Telekom Rotterdam KPN Netherlands
    750 Brno Czech Telecom Rotterdam KPN Netherlands
    750 Poznan Telekom Polska Rotterdam KPN Netherlands
    750 2x Katowice Telekom Polska Rotterdam KPN Netherlands

    28. Mai 2015 11
  • Internes Dokument belegt: BND und Bundeskanzleramt wussten von Wirtschaftsspionage der USA gegen Deutschland
    Im Ziel der USA: "frickin' laser beams", auch aus Deutschland. Bild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:彭家杰">彭家杰</a>. Lizenz: Creative Commons <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.5/deed.de">BY 2.5.</a>.
    Internes Dokument belegt BND und Bundeskanzleramt wussten von Wirtschaftsspionage der USA gegen Deutschland

    Bereits 2013 wusste das Bundeskanzleramt offiziell Bescheid, dass die USA „Schlüsseltechnologien“ ausspionieren, die in Deutschland entwickelt werden. Das berichtete BND-Präsident Schindler unter Berufung auf die veröffentlichte Aufgabenliste der NSA. Trotzdem gab man sich mit der Zusage der USA zufrieden, keine Wirtschaftsspionage zu betreiben.

    27. Mai 2015 42
  • : Angebot für No-Spy-Abkommen der US-Regierung hat es nie gegeben. Auch die Kanzlerin wusste das.
    Angebot für No-Spy-Abkommen der US-Regierung hat es nie gegeben. Auch die Kanzlerin wusste das.

    Neue Unterlagen, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen, untermauern die These, dass Kanzlerin Angela Merkel im vollen Bewusstsein der Tatsache war, dass es ein Angebot für ein No-Spy-Abkommen seitens der amerikanischen Regierung nie gegeben hat.

    Dieses Schriftstück, das jetzt erstmals öffentlich wird, verändert die bisherige Sichtweise auf die Affäre. Verfasser war der Leiter der für die Nachrichtendienste zuständigen Abteilung 6 des Kanzleramts, der ebenfalls an der Runde teilgenommen hatte. Er schätzte die Aussichten auf ein No-Spy-Abkommen positiv ein. Er schrieb, der NSA-Chef sei bereit, „eine Zusicherung abzugeben, dass auf deutschem Boden jederzeit deutsches Recht respektiert werde und keine gegenseitige Spionage stattfinde“. Einschränkend hieß es jedoch in seinem Vermerk: „Über das ‚Ob’ müsse allerdings die Politik entscheiden.“

    Eine handschriftliche Notiz in der Unterlage belegt, dass es der Bundeskanzlerin vorgelegen hat. Ein anschließendes Telefonat zwischen dem damaligen Außenminister Guido Westerwelle und seinem US-Kollegen John Kerry konnte ein Angebot der US-amerikanischen Administration ebenfalls nicht bestätigen. „Prüfung in den USA läuft“, so Kerry.

    Prüfung ja, Angebot: Fehlanzeige.

    27. Mai 2015
  • : BND hat NSA geholfen, schweizerischen Provider Swisscom abzuschnorcheln
    BND hat NSA geholfen, schweizerischen Provider Swisscom abzuschnorcheln

    Swisscom_Logo

    Der österreichische Grünen-Politiker Peter Pilz hat heute Papiere veröffentlicht, die zeigen, dass der BND der NSA dabei geholfen hat, Leitungen des schweizerischen Telekommunikationsproviders Swisscom abzuschnorcheln. Watson.ch hat die heutige Pressekonferenz mit Pilz und seinen ParteikollegInnen Balthasar Glättli, den wir von seinem Überwachungsselbstexperiment kennen, und Regula Ritz begleitet.

    Pilz macht klar:

    Der deutsche Bundesnachrichtendienst hat der NSA eine Liste von Leitungen gegeben, die er überwacht. Die NSA hat auf dieser Liste gelb markiert, welche Leitungen sie vollständig überwacht haben will.

    Das wissen wir schon aus diversen Quellen wie dem NSA-Untersuchungsausschuss. Pilz legt als zusätzlichen Beweis jedoch noch eine Mail des Telekom-Mitarbeiters Harald Helfrich vor, in der dieser über die „Umschaltaktion“ redet. Dazu veröffentlicht Pilz einen Auszug aus der Prioritätenliste der NSA aus dem Jahr 2005, in der sich 255 Transitleitungen befinden, wovon neun einen Endpunkt in der Schweiz haben (die Mail und Tabelle im Originaltext, sowie weitere Hinweise, in einem Beidokument zur Pressekonferenz, das wir hier veröffentlichen):

    Schweiz

    LSZ Endstelle A Carrier Endstelle B Carrier
    750 Geneve Swisscom Prag Czech Telecom
    750 Prag Czech Telecom Zürich Swisscom
    750 Sydney Reach GNL Zürich Swisscom
    750 Tokyo Japan Telecom Zürich Swisscom
    750 Seoul KT Korea Zürich Swisscom
    750 Luxemburg P&T Zürich Swisscom

    Luxemburg

    LSZ Endstelle A Carrier Endstelle B Carrier
    750 Geneve Swisscom Tokyo Japan Telecom
    750 Warszawa Telecom Polska Zürich Swisscom
    750 Moscow Rostelekom Zürich Swisscom

    Ob die lokalen Telekommunikationsprovider von den Abhörmaßnahmen wussten, kann auch Pilz nicht beurteilen. Er hält es für möglich, dass alles komplett hinter deren Rücken verlief, kann aber auch eine Mittäterschaft nicht ausschließen.

    Die von Pilz veröffentlichten Mails zeigen, welche Leitungen (mindestens) abgehört werden. Aber Pilz will noch mehr wissen:

    Wir wissen jetzt, welche Leitungen angezapft werden, zumindest kennen wir einen Teil davon. Was uns fehlt sind die sogenannten Selektoren. Das sind die Suchbegriffe, mit denen diese Daten ausgewertet werden. Das können Namen, Telefonnumern, Kreditkartennummern, Vielfliegernummern sein.

    […]

    Der deutsche Nachrichtendienst (BND) hat eine Liste von 8,7 Millionen Selektoren. Der BND behauptet, es handelt sich dabei nur um ausländische Ziele. Das darf aber bezweifelt werden. Wir müssen davon ausgehen, dass mindestens eine Million Ziele in Europa sind. Darunter bestimmt auch Österreicher und Schweizer. Es ist unmöglich, dass es sich dabei nur um Terrorverdächtige handelt.

    Er fragt auch, welche deutschen Stellen informiert waren und ob die Rechtmäßgikeit der Abhörung geprüft wurde. Und zuletzt:

    Wird die deutsche Bundeskanzlerin ihr Bedauern über das Ausspähen ihrer Freunde zum Ausdruck bringen?

    Die Antwort kennen wir ja.

    Pilz will die einzelnen Nationen dazu bringen, sich gegen die Überwachung durch NSA und BND zu wehren. Letzte Woche hat auf Grundlage der Mails bereits Luxemburg und Österreich Anzeige erstattet, bald wird Pilz die Niederlande besuchen.

    Wir sind gespannt, was durch die folgenden Dokumente noch ans Licht kommen wird.

    27. Mai 2015 5
  • : BND-Skandal: Regierung zerstritten, Neuwahlen angedroht
    <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC BY-NC 2.0</a>Neuwahlen! via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/markus-merz/4917553320/in/photolist-8uxKh5-bCtPBq-buvmSu-bXoKtb-5i4pV2-5i4oRD-5i8LbS-bMXxkx-nysi9G-bz3T5C-msDqj4-5iWVsx-ngWMXe-5i8HVS-59MZSb-bHBmWR-43CZXE-cgszw1-cgsxFQ-5iWVwt-5j2drY-5j2dnS-5iWVfv-5iWVbV-5iWV7a-5iWV3v-5iWUXX-5j2cYA-5j2cU3-5iWULP-5j2cLE-5iWUDt-5iWUzB-5iWUwK-5iWUt2-5iWUpi-5j2cn3-5j2cdU-59HLvM-bQwNND-bXLbt1-bXL3au-5i4rii-5i8LFC-5i8LzC-5i4qUZ-5i8Lj3-5i8KZm-5i8KRq-5i4qar">markus-merkz</a>
    BND-Skandal: Regierung zerstritten, Neuwahlen angedroht

    Der BND-Skandal hält sich weiter wacker in den Medien, absolut zurecht wie wir finden. Befeuert wird er nicht nur von immer neuen Enthüllungen, sondern seit neuestem auch vom Streit zwischen SPD und CDU/CSU sowie von Regierung vs. Opposition. Im folgenden gibt es hier daher einige ausgewählte Zitate, wobei nahtlos an unsere letzte Zitate-Sammlung angeschlossen wird. Für Zitate nach dem 21. Mai wird es bald einen neuen Artikel geben, da dieser hier schon recht lang ist.

    Donnerstag, 14. Mai 2015

  • Unionsfraktionschef Volker Kauder: „Nach unseren Erfahrungen liegt der Verdacht leider sehr nahe, dass manche in einem Untersuchungsausschuss nach dem Motto handeln: Wenn es politisch opportun ist, vorverurteilen wir nicht nur, sondern brechen notfalls auch die Vertraulichkeit und damit das Recht. […] Wenn die Amerikaner nicht dazu bereit sind, wird die Bundesregierung es schwer haben, die Anfrage [nach der Selektoren-Liste] positiv zu beantworten. […] Generell sind wir auf die Kooperation angewiesen, was die einseitige Bekanntgabe von Suchanfragen auch von daher schwierig macht. […] Ich sehe nach den derzeitigen Erkenntnissen keinen Skandal, auch wenn es Versäumnisse gegeben haben könnte, weil nicht alle unzulässigen Anfragen entfernt wurden. […] Die Verlautbarungen aus der SPD-Parteizentrale sind völlig überzogen und unfair. In einer Koalition, die immer auch vom Vertrauen der Partner abhängig ist, ist das kein angemessener Ton.“
  •  

    Sonntag, 17. Mai 2015

  • Vizekanzler Sigmar Gabriel: „Wir sind weder unmündig noch Befehlsempfänger. Da muss man als Bundesregierung auch mal Rückgrat zeigen.“
  • Yasmin Fahimi, SPD: „Wir dürfen uns nicht zum Vasallen der USA machen und die Rechte des Bundestags ignorieren. Als SPD sind wir fest überzeugt, dass Mitglieder des Untersuchungsausschusses Einblick in diese Liste erhalten müssen. Dafür braucht das Kanzleramt nicht unterwürfig in Washington um Erlaubnis betteln. Es genügt, die USA über die weiteren Schritte zu informieren. Noch einmal zur Erinnerung: Es liegt der Vorwurf auf dem Tisch, dass die NSA gegen grundlegende Vereinbarungen verstoßen hat, indem sie den BND für regelwidrige Spionage eingespannt hat. […] Wenn die Bundeskanzlerin die Herausgabe der Liste verweigert, erschwert sie die parlamentarische Kontrolle der Geheimdienste. Eine deutsche Kanzlerin darf nicht unterwürfig sein gegenüber den USA. Gerhard Schröder hat vorgemacht, wie man Rückgrat zeigt, wenn es um elementare deutsche Interessen geht.“
  • Heiko Maas, SPD: „Wir müssen die gesamte Tätigkeit des BND einer demokratischen Kontrolle unterwerfen. Es darf auch für Geheimdienste keine rechtsfreien Räume geben.“
  • Heiko Maas, SPD: „Die Forderung vieler Abgeordneter nach einer besseren Ausstattung der Gremien zur Kontrolle der Dienste ist sehr berechtigt.“
  • Thomas Strobl, CDU: „Reflexhafte Vorverurteilungen ohne jedes Sachwissen helfen nicht weiter. […] Es geht nicht, dass die SPD [im Falle des angeblichen No-Spy-Abkommens] von Lüge oder einer Täuschung der Wähler spricht.“
  • Wolfgang Kubicki, FDP: „Wer kein Gewissen hat, kann sagen, nach bestem Gewissen zu handeln.“
  • Armin Laschet, CDU: „In einer Phase, in der wir Bedrohungen des internationalen Terrorismus ausgesetzt sind wie nie zuvor, ist es unverantwortlich, leichtfertig die Beziehungen zu den USA und die Geheimdienstkooperation zu gefährden.“
  • Clemens Binninger, CDU: „Der Eindruck, der aus der SPD erweckt wird, dass sich unsere Nachrichtendienste außerhalb von Recht und Gesetz bewegen, ist irreführend. Es gibt bereits heute eine parlamentarische Kontrolle durch mehrere Gremien, darunter auch das Parlamentarische Kontrollgremium.“
  • Volker Kauder, CDU: „Wir haben allen Grund mit den Amerikanern zusammenzuarbeiten, weil nur so die Sicherheit in unserem Land gewährleistet wird. […] Das ist jetzt sicher eine Belastung in der Koalition, keine Frage, vor allem wenn ich die schrillen Töne aus der SPD-Parteizentrale höre, so geht man nicht miteinander um, in einer Koalition.“
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    Montag, 18. Mai 2015

  • Stephan Mayer, CDU: „Überzogene antiamerikanische Töne, wie sie aus der SPD-Parteizentrale zu hören sind, helfen jedenfalls nicht. Sie zeugen nur davon, dass einige führende Sozialdemokraten scheinbar nicht wissen, wie kompliziert auch angesichts der Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus die Gemengelage ist.“
  • Jens Spahn, CDU: „Mit Frau Fahimi scheinen etwas die Pferde durchzugehen, das Gekläffe kann man ja nicht ernst nehmen.“
  • Horst Seehofer, CSU: „Das Vorgehen von Herrn Gabriel in der Sache BND, das halte ich für inakzeptabel in einer Koalition.“
  • Ex-Kanzler Gerhard Schröder: „Es kann doch wohl nicht so sein, dass ein deutscher Geheimdienst Daten zur Verfügung stellt, mit denen deutsche Unternehmen ausgeforscht werden oder auch befreundete Regierungen.“
  • Tankred Schipanski, CDU: „Peinlich, wie #Grüne Arbeit d #BND weiterhin probieren zu skandalisieren u nun schon ihre österreichischen Kollegen vor den Karren spannen!“
  • Yasmin Fahimi, SPD: „Es geht uns in keinster Weise darum, ein Zerwürfnis mit den USA zu provozieren.“
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    Dienstag, 19. Mai 2015

  • Peter Pilz, Grüne Österreich: „Das [der Geschäftsbesorgungsvertrag ‚Transit’ zwischen BND und NSA] ist ein absolut gesetzwidriger Vertrag zwischen einem Geheimdienst und einer Telekomfirma zur Aushebelung des geltenden Fernmeldegesetzes.“
  • Konstantin von Notz, Grüne: „Ich halte davon [von der Idee, einen Sonderermittler einzusetzen, der stellvertretend für die zuständigen parlamentarischen Gremien die Liste mit den Selektoren prüft] gar nichts, und zwar völlig unabhängig von der Person. Da kann auch Benedikt der XVI. kommen. […] Wenn diese Selektorenlisten nicht kommen, werden wir klagen [vor dem Bundesverfassungsgericht].“
  • Gregor Gysi, Linke: „Das Ganze ist inzwischen wirklich zu einem Staatsskandal geworden.“ damals [vor einem Monat, als Peter Altmaier ankündigte, es würde Einblick in die Listen geben und zwar binnen Tagen] falsche Tatsachen dargestellt“
  • Burkhard Lischka, SPD: „Ein Sonderermittler könnte eine vernünftige Lösung sein. Die Person müsste aber über jeden Zweifel erhaben sein. Zudem gehe ich davon aus, dass ein Sonderermittler dem Kontrollgremium und dem Untersuchungsausschuss umfassend berichtet und den Mitgliedern der Gremien auch Details der Liste offenlegt. Sonst macht das wenig Sinn.“
  • Thomas Oppermann, SPD: „Das [der Einsatz eines Sonderermittlers] ist ein gangbarer Weg.“
  • Michal Fuchs, CDU: „Was wäre denn, wenn Angela Merkel jetzt über die Vertrauensfrage im Bundestag den Weg zu vorgezogenen Neuwahlen suchte? […] Ich weiß nicht, ob Sigmar Gabriel das alles so will. [Die SPD soll] nicht wegen überhöhter Nervosität über die eigenen niedrigen Zustimmungswerte auf uns mit immer neuen Steinen […] schmeißen“.
  • Michael Grosse-Brömer, CDU: „Wenn man andere schlecht macht, wird man selbst noch nicht besser.“
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    Mittwoch, 20. Mai 2015

  • Gregor Gysi, Linke: „Das [der Einsatz eines Sonderermittlers, der stellvertretend für die zuständigen parlamentarischen Gremien die Liste mit den Selektoren prüft] ist völlig unzureichend, das ist auch indiskutabel.“
  • Gregor Gysi, Linke: „Das Ganze ist inzwischen wirklich zu einem Staatsskandal geworden.“
  • RegierungssprecherSteffen Seibert: „Das Konsultationsverfahren [mit den USA] dauert noch an, es gibt keinen neuen Sachstand.“
  • Konstantin von Notz, Grüne: „Das zeigt, dass die Aufklärung, die Angela Merkel versprochen hat, ein Medientube.com/-Gag war.“
  •  

    Donnerstag, 21. Mai 2015

  • CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer: „Die eigentliche Staatsaffäre ist, dass der Vize-Kanzler Parteipolitik macht. Diese miese linke Tour lassen wir ihm nicht durchgehen.“
  • Jan Korte, Linke: „Es wird weiter vertuscht und gelogen. […] Angemessen wäre es, wenn jemand in der Bundesregierung Staatsverantwortung übernehmen würde.“
  • Thomas Strobl, CDU: „Vielleicht nutzen Sie [Jan Korte, bzw. die gesamte Linke] ja die Pfingstfeiertage, sich ein bisschen abzukühlen.“
  • Armin Schuster, CDU: „Nur, lieber Herr Ströbele, oder die Grünen komplett, macht euch doch nicht so klein, das ist ja fast ein kindliches Jammern nach einer Sektorenliste [er meint wohl Selektorenliste], wenn wir die nicht kriegen, um Gottes Willen. Das Thema ist größer als eine Selektorenliste, verdammt nochmal. […] Verstößt der BND gegen deutsches Recht? Nein. Der BND darf Telekommunikation überwachen und aufzeichnen, er darf Daten an ausländische Nachrichtendienste übermitteln und der BND darf und soll mit ausländischen Partnern kooperieren. Dabei geht es nie um Kommunikation von Deutschen, in Deutschland, nicht um deutsche Staatsangehörige, nicht um deutsche Firmen, es geht um Krisenregionen, es geht um Terrorismus, es geht um Proliferati beginnend mit Christi Himmelfahrt.on, Drogenhandel, etc. […] Es geht auch nicht um unkontrollierte Dienste, nicht um Wirtschaftsspionage, nicht – ausdrücklich nicht – um die Ausspähung deutscher Bürger. […] Weniger als 1% der Suchbegriffe die wir heute gesperrt haben, sind überhaupt nur potentiell nicht dem Abkommen entsprechend.“
  • Andrea Lindholz, CDU: „Mit vorschnellen Behauptungen oder mit Vorverurteilungen von Personen oder Behörden sollte man dabei vorsichtig sein, diese bringen in der Sache gar nichts. Im Parlamentarischen Kontrollgremium haben die vorliegenden Vermerke des BND an das Bundeskanzleramt gezeigt, dass die Vorwürfe gegen den Bundesinnenminister völlig unberechtigt waren.“
  • : Genehmigungsfrist für Metadatensammlung der NSA verpasst – Ändern wird das wohl wenig.
    Genehmigungsfrist für Metadatensammlung der NSA verpasst – Ändern wird das wohl wenig.

    deadline

    Wie es derzeit aussieht, wird es ab dem 1. Juni keine neue rechtliche Autorisierung für die massenhafte Sammung von Telefonmetadaten geben. Der Grund: Das Überwachungsprogramm muss alle 90 Tage neu genehmigt werden, was bisher seit Oktober 2001 nie ein Problem darstellte. Diesmal jedoch gab es keinen neuen Antrag der Verwaltung auf eine Verlängerung der Überwachungskompetenzen.

    Ist das eine, wenn auch etwas unspektakuläre, Umkehr von der ausufernden Überwachungsstrategie? Wenn man betrachtet, was beinahe parallel am letzten Freitag passierte, kann man darauf leider nicht hoffen. Etwa zur gleichen Zeit scheiterte wiederholt der Versuch eines US Freedom Act an drei Stimmen, der Anfänge von Geheimdienstreformen umsetzen sollte, auch wenn er an vielen Stellen noch fragwürdige Punkte wie die Kriminalisierung von Online-Streams enthielt. Auch dem Vorschlag, die Sammlung von Metadaten solle bei den Providern erfolgen und den Geheimdiensten nur auf Anordnung übermittelt werden, kann man eher als symbolische denn als tatsächliche Einschränkung von Geheimdienstkapazität sehen. Aber – nicht einmal das ließ sich durchsetzen. Sollte der US Freedom Act jetzt noch angepasst werden, um mehrheitsfähig zu werden, wird kaum etwas als ein fauler Kompromiss bestehen bleiben.

    Obamas Ankündigungen, die Geheimdienste reformieren zu wollen, können damit – wie schon länger vermutet – als kleine bunte Beruhigungsplacebos bezeichnet werden.

    Und auch mit der verpassten Genehmigungsfrist will man sich nicht zufriedengeben. Scheinbar will sich der Senat am Sonntag, den 31. Mai, treffen. Kurz bevor die Autorisierung der Telefonmetadaten-Sammlung ausläuft. Abgesehen davon arbeitet man auch an einer anderweitigen rechtlichen Autorisierung der NSA-Praktiken, dann kann man sich das Blankogenehmigen auch sparen.

  • : Demonstration gegen Massenüberwachung „Frau Merkel: Aussitzen ist Beihilfe!“ am 30. Mai in Berlin
    Demonstration gegen Massenüberwachung „Frau Merkel: Aussitzen ist Beihilfe!“ am 30. Mai in Berlin

    Wir hatten die Demonstration „Frau Merkel: Aussitzen ist Beihilfe!“ am 30. Mai ab 14 Uhr schon mal angekündigt, hier aber noch ein kurzes „Update“:

    Die Veranstaltung wurde inzwischen im Bannkreis des Regierungsviertels genehmigt, sie wird also wie geplant vor dem Bundeskanzleramt stattfinden können.

    Zahlreiche Rechtsanwaltskammern und Anwaltsvereine haben ihre Mitglieder und die Öffentlichkeit über die Demonstration informiert und zur Teilnahme aufgerufen, darunter z.B. die Rechtsanwaltskammern Berlin, Hamburg, Koblenz und Mecklenburg-Vorpommern. Als Redner haben u.a. Dr. Burkhardt Hirsch, Peter Schaar und Hans-Christian Ströbele zugesagt.

    Inzwischen sind auch eine Reihe von Vorab-Berichten in den Medien erschienen:

    Unterstützen kann man die Demo mit Spenden & vor allem durchs Kommen & Mitmachen!

  • : BND-Skandal: Neue Selektorenliste entdeckt
    Kaum eine Woche vergeht, ohne dass bislang unbekannte, illegal eingespeiste Selektoren auftauchen. CC BY 2.0, via <a href="https://www.flickr.com/photos/jeepersmedia/16989788324/">flickr/Mike Mozart</a>
    BND-Skandal: Neue Selektorenliste entdeckt

    Ein neuer Tag, eine neue Selektorenliste. In der BND-Zentrale in Pullach sollen in den vergangenen Wochen bislang unbekannte Dateien aufgetaucht sein, die 459.000 Selektoren enthalten. Die Suchbegriffe würden sich unter anderem gegen europäische Institutionen und Personen sowie „hochrangige politische Persönlichkeiten“ richten, schreibt Spiegel Online. Nur 400 dieser Selektoren seien aussortiert worden.

    Die Dateien wurden im Referat „Rechtsangelegenheiten und G10“ (TAG) in Pullach aufgespürt, das überprüfen soll, ob sich Spähaktionen gegen deutsche Grundrechtsträger richten. Damit sei die Mär vom angeblichen Eigenleben des BND-Horchpostens in Bad Aibling nicht mehr länger haltbar, der ohne Wissen der Zentrale mit der NSA kooperiert haben soll. Nicht bekannt ist, ob das Referat diesen Fund, der den Zeitraum von 2005 bis 2008 umfasst, nach oben gemeldet hat.

    Warum diese Dateien erst jetzt aufgetaucht sind, gut vier Wochen nach den ersten Enthüllungen illegaler NSA-Selektoren, bleibt unklar. Bislang streiten sowohl die BND-Spitze als auch das Kanzleramt als zuständige Aufsichtsbehörde jegliches Wissen über illegale Spionageaktionen ab; erst Anfang 2015 sei man informiert worden, dass die NSA mit tatkräftiger Unterstützung des BND europäische Ziele überwachen würde.

    Ob die neu entdeckten Selektoren dem NSA-Untersuchungsauschuss übergeben werden, steht in den Sternen. Bislang sträubt sich die Bundesregierung, Listen mit unzulässigen Selektoren freizugeben und beruft sich darauf, die Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten nicht gefährden zu wollen. Zuletzt bot die Regierung dem Untersuchungssauschuss an, die Listen von einem Sonderermittler überprüfen zu lassen, was jedoch auf einhellige Ablehnung stieß.

  • : ZDF-Politbarometer sieht Mehrheit für Veröffentlichung der NSA-Spähliste
    ZDF-Politbarometer sieht Mehrheit für Veröffentlichung der NSA-Spähliste

    Das ZDF-Politbarometer sieht eine deutliche Mehrheit in der Bevölkerung für eine Zugänglichkeitsmachung der NSA-BND-Selektorenliste im Rahmen der Aufklärungsarbeit im Geheimdienst-Untersuchungsausschuss im Deutschen Bundestag.

    In der strittigen Frage der Veröffentlichung der NSA-Spähliste, auf deren Basis der BND Informationen auch über deutsche Firmen und Personen an die NSA geliefert haben soll, spricht sich eine Mehrheit von 61 Prozent dafür aus, diese Liste dem Bundestag zugänglich zu machen. 31 Prozent sind dagegen (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils “weiß nicht“). Im Detail sind die Anhänger der SPD (67 Prozent), der Grünen (79 Prozent) und der Linken (82 Prozent) mehrheitlich für eine Offenlegung der Liste, aber auch von den Anhängern der CDU/CSU fordern dies 46 Prozent und von den Anhängern der FDP 49 Prozent. Gespalten sind die Deutschen hinsichtlich der Konsequenzen, die eine solche Veröffentlichung auch gegen den Willen der USA mit sich bringen könnte: 46 Prozent rechnen damit, dass US-Geheimdienste Deutschland dann wichtige Informationen vorenthalten werden, 44 Prozent glauben das nicht.