Linkschleuder

Analysiert die NSA all unsere Sprachkommunikation? Wir wissen es nicht.

The Intercept hat wiederholt davon berichtet, welche Fähigkeiten die NSA in Sachen Sprachanalyse von Telefonaten hat. Insbesondere darin, Sprachkommunikation automatisch in durchsuchbaren Text transkribieren zu können. Wir wissen: Die Technik ist weit fortgeschritten. Wir wissen nicht: In welchem Maßstab wird sie eingesetzt, wird jedes Gespräch analysiert oder doch nur die von „Verdächtigen“?

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A clear-cut answer is elusive because documents in the Snowden archive describe the capability to turn speech into text, but not the extent of its use — and the U.S. intelligence community refuses to answer even the most basic questions on the topic.

Wir haben Grund zur Annahme, dass es nur von den Rechenkapazitäten – und nicht vom Wollen oder Brauchen – abhängt, ob jedes Gespräch transkribiert, gespeichert und gerastert wird. Und wir sehen eines: Edward Snowden hat den Anfang für die Enthüllung der ausufernden Massenüberwachung gemacht. Aber es braucht noch mehr mutige Whistleblower wie ihn, damit wir die fehlenden Puzzlestücke ergänzen und die Gesamtheit verstehen können.

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6 Kommentare
  1. Analysieren Außerirdische unser Liebesleben? Wir wissen es nicht. Schreiben aber trotzdem einen Artikel dazu. Muss ja. Es geht den Menschen wie den Leuten.

    1. Der Artikel ist absolut sinnvoll, denn viele Bürger – sogar damals und dann, wenn sie den absolut aufrüttelnden Film „Staatsfeind Nr. 1“ (1998! – Thema: Rechtsanalt gegen Überwachungsgesetz, NSA grillt ihn) gesehen haben – glauben noch immer, dass eine Überwachung gerade ihrer Person an ihrer Unwichtigkeit scheitert. D.h. sie meinen, sie könnten sich sozusagen ‚wegducken‘.
      Die stellen sich eben vor, dass da noch Leute sitzen müssen, mit Kopfhörern auf dem Kopf. So wie ol‘ GAUck sagte, die „Vorstellung sei falsch, dass die jetzt da über jeden einen Aktenordner hätten“.
      Die Leute sind in ihrer Masse, niciht nur GAUck und Merkel, insoweit #Neuländer.
      Genau das aber ist gefährlich und verkennt entscheidend die neue Qualität, mit der wir zu tun haben. Die Situation ist heute wohl eher so: Alle Gespräche werden automatisch transskribiert, weil sie dann leichter zu durchsuchen und zu archivieren sind. Zusätzlich gibt es Software, die sogar Gefühle hinzuschreibt. Eine ganze Menge kann da mittlerweile aus der Stimme erkannt werden – spricht gepresst, laut, leise, schnell, langsam, mit xy-Akzent etc.). Nur Gespräche, die bestimmte Merkmale enthalten werden automatisch auch als Audio-Datei gespeichert. Natürlich alles mit Ort, Datum, Zeit, IP-Adresse, Device-Fingerprint.

      Und warum? Weil’s geht. Automatisch. Und vor allem: Weil Speichern längst billiger ist.

      Billiger als?!

      Billiger als was?!

      Billiger als Löschen.

      ps.
      Gilt mittlerweile sogar für Privatpersonen, die im Urlaub 7987 Fotos auf Ihrem Handy gemacht haben, längst aber für jede Datenkrake. Auch Google löschte die Streetview Daten unwillig und viel zu spät. Das ist teuer! Speichern ist billig.

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