EU
-
: Human Rights Watch: Zensur-Report zu China
: Human Rights Watch: Zensur-Report zu China Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat einen 149-seitigen Report zur Internetzensur in China veröffentlicht: “Race to the Bottom” – Corporate Complicity in Chinese Internet Censorship (PDF).
Westlichen Firmen wie Microsoft, Google, Yahoo und Skype wird darin eine Mittäterschaft bei der Verletzung von Menschenrechten ‚wie dem Recht auf Meinungsfreiheit, vorgeworfen. Die Zensurmassnahmen in China seien laut der Pressemeldung von HRW „tyrannisch, undurchsichtig und unverantwortlich“: China: Internet Companies Aid Censorship – Legislation and Code of Conduct Needed to Ensure Ethical Business Practices.
Human Rights Watch definiert auch konkrete Forderungen an westliche Gesetzgeber und schliesst sich damit den Forderungen von Reporter ohne Grenzen an, die auch schon in eine Resolution des europäischen Parlaments eingeflossen sind:
Human Rights Watch believes the following principles should be included in legislation on corporate responsibility to uphold human rights:
* No user data should be stored in jurisdictions where there is a strong record of punishing individuals for exercising basic rights such as freedom of expression;
* Companies should not take on the role of active censors;
* Companies should be prohibited from complying with oral, undocumented requests from the authorities for censorship of political speech;
* Companies should make public on their websites when a government has forced them to censor political speech;
* When a search returns no results, or only censored results, companies should be required to clearly inform users; and
* Legislation should be adopted by all countries and should apply to companies operating in all countries.Da der Report sicherlich schnell innerhalb der chinesischen Zensurmauer gefiltert sein dürfte, bittet HRW um Mithilfe bei der Verbreitung auf Mirrors. Wenn Ihr mithelfen wollt, einen Zugang zu diesem Report zu erleichtert, dann spiegelt das ca. 5 MB grosse PDF auf Euren Seiten! Dasselbe gilt natürlich auch für das „Handbook for bloggers and cyber-dissidents“ von Reporter ohne Grenzen. Man kann die Datei dabei auch umbenennen, was vielleicht nochmal etwas die Zensur erschwert.
-
: Aktion: Die CIA spioniert – auch auf Deinem Konto? Frag Deine Bank!
: Aktion: Die CIA spioniert – auch auf Deinem Konto? Frag Deine Bank! Über die europäische Finanzgesellschaft SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication), über die praktisch alle Auslands- und Eil-Überweisungen deutscher Banken laufen, hatten wir hier ja schon öfters berichtet. Die Organisation wurde mit der Aufdeckung vor wenigen Wochen bekannt, dass bereits seit 2001 jährlich die Daten von mindestens 20 Millionen Überweisungen ohne Gerichtsbeschluß an US-Behörden weitergegeben werden. Einfach so.
Die Bundesregierung gibt sich nach einem Artikel von Tagesschau.de machtlos und verweist die Verbraucher an ihre jeweiligen Banken:„Wir haben keinen Zugriff auf ein belgisches Unternehmen“, sagte der Sprecher des Finanzministeriums, Torsten Albig, in Berlin. Die Bundesregierung werde die Amerikaner aber sicherlich im Rahmen der Gespräche der sieben führenden Industrieländer (G7) auf das Thema ansprechen. Indirekt appellierte Albig an deutsche Bankkunden, bei ihren Instituten nachzufragen, was diese für den Schutz der Kontendaten unternehmen. Die deutschen Anteilseigner der belgischen Gesellschaft müssten sicher stellen, „dass dort nur Dinge geschehen“, die vor den Kunden der von Swift vertretenen Kreditinstitute auch zu verantworten seien. Es sei Sache der deutschen Unternehmen, diese belgische Gesellschaft zu nutzen oder nicht. Am Ende entscheide der Markt, ob die Kunden der deutschen Banken dies so akzeptierten.
Diese indirekte Aufforderung der Bundesregierung mit dem Verweis auf den Markt sollte man doch einfach mal als Verbraucher befolgen. Quintessenz.at hat für österreichische Bankkunden eine Mustervorlage für ein Auskunftsbegehren gegenüber den Banken erstellt und bietet diese auf ihrer Webseite an. Wir haben daraufhin die Musterbriefe ein wenig an das deutsche Datenschutzgesetz und die hiesigen Verhältnisse angepasst und stellen sie hier zur Verfügung. Kopiert sie, druckt sie aus und schickt sie mit den passenden Daten ausgefüllt an Eure Bank.
* Winword 97/2000/XP DOC
* OpenOffice OpenText ODT
* RichTextFormat RTF
* Acrobat PDF (zum handschriftlichen Ausfüllen – hat wer eine Acrobat Vollversion für eine Version mit Screen-Formular?)Wer kreative Antworten von seiner Bank erhält hat, möge sie doch bitte hier als Kommentar einfügen.
Hier ist ein erstes Banner:

Worum gehts nochmal bei SWIFT?
Illegale Weitergabe von Finanzdaten – Ohne jemals einen Anspruch vor einem ordentlichen Gericht geltend gemacht zu haben, hat das US-Finanzministerium solange Druck ausgeübt, bis eine Einigung hinter verschlossenen Türen erzielt war. Nach den Regeln internationaler Datenzentren steht auch in New York ein Datenzentrum mit einer vollständigen Kopie aller Transaktionsdaten innerhalb der EU. Nach Angaben von SWIFT hätten ohne Einigung alle Daten beschlagnahmt werden können. Übermittelt wurden mehr als 100 Millionen Datensätze von Überweisungen.
Verdacht auf Wirtschaftsspionage – Schon in der Causa der Weitergabe detaillierter Informationen über Flugbuchungen in die USA (Passenger Name Records), welche ähnlich wie die Finanzdaten bei SWIFT über das europäische Buchungssystem Amadeus laufen, wurde der Verdacht auf Wirtschaftspionage laut. Die Weitergabe dieser Daten wurde im Juni 2006 vom Europäischen Gerichtshof für illegal erklärt. Über die Leitungen von SWIFT werden täglich Transaktionen von 8000 Finanzinstituten weltweit abgewickelt und damit internationale Handelsbeziehungen im Detail abgebildet.
Verletzung des Bankgeheimnis – Für die Wahrung des Bankgeheimnisses sind in erster Linie die Banken selbst verantwortlich. Diese können und müssen dafür sorgen, dass der millionenfache Vertrauensbruch sofort gestoppt wird. Nach fast fünf Jahren wird es nun Zeit, dass sich die Banken darum kümmern, wie mit unseren Finanzdaten umgegangen wird, die sie an SWIFT weitergeben. Denn es sind die Banken, die garantieren müssen, dass Dienstleister den gleichen Standard beim Datenschutz garantieren, wie sie selbst mit dem Bankgeheimnis versichern.
Weiterführende Links
* Privacy International: An Open Letter to the CEO of SWIFT on other covert programmes for access to financial data
* Terrorist Finance Tracking Program raises privacy questions
* ULD: US-Behörden kontrollieren weltweiten Banktransaktionsdaten von SWIFT
* SWR: Datenschützer prüfen US-Bankdatenüberwachung
* ULD: ULD ermittelt bei Banken wegen Datenweitergabe an CIA
* DER STANDARD: CIA schnüffelt durch Bankdaten
* EU-Datenschützer gehen gemeinsam gegen SWIFT-Affäre vor
* NZZ: Datenschutz – ein vernachlässigtes Grundrecht
* ÖÖN: US-GEHEIMDIENSTE: Auch Vertreter Österreichs deckte jahrelangen Bruch des Bankgeheimnisses
* DIE PRESSE: Sorge über Datenweitergabe an USA
* FTD: US-Geheimdienste greifen auf deutsche Bankdaten zu
* FUZO: SWIFT-Bankdaten wurden „abgepresst“
* HANDELSBLATT: Swift rückte Kontodaten freiwillig heraus
* NZZ CIA untergräbt Bankgeheimnis
* DER SPIEGEL Banken schweigen, Verbraucherschützer alarmiert -
: Europas Jugend biometrisch erfassen?
: Europas Jugend biometrisch erfassen? Auf EU-Ebene wird wohl gerade darüber diskutiert, die Fingerabdrücke der europäischen Jugend zu erfassen.
Mehr gibts hier:
Statewatch: EU states will be free to fingerprint children from day one of their life as soon as it is technologically possible.
Tony Bunyan, Statewatch editor, comments:
„All the discussions by EU governments in the Council about the age at which children should be subject to compulsory fingerprinting are based on the technological possibilities – not on the moral and political questions of whether it is right or desirable. There will be special cases for the taking of fingerprints where a child is „at risk“ in order to ensure their safety. But this does not in any way justify submitting all young children to this intrusive process.
The decisions are being made in secret meetings based on secret documents – people and parliaments are to have no say in the decision. Under this proposal EU states will be free to fingerprint children from day one of their life as soon as it is technologically possible“
The Observer: Millions of children to be fingerprinted.
Update:
Bei Telepolis gibts dazu jetzt auch einen deutschsprachigen Artikel: Fingerabdruck ab Geburt?
Wie britische Bürgerrechtsorganisation Statewatch berichtet, wird in der EU darüber nachgedacht, Fingerabdrücke auch bereits von Kindern für die EU-Pässe abzunehmen. Beraten über die Gesetzesvorlage wird hinter verschlossenen Türen in einem Komitee verhandelt, das nach Artikel 6 der Verordnung (EG) Nr. 1683/95 eingerichtet wurde und technische Standards zunächst für Visas und nun auch für Ausweise beschließt. Im Augenblick geht es um die Festlegung des Mindestalters, ab dem ein digitales Passfoto und zwei Fingerabdrücke im Chip eines Reisepasses gespeichert werden müssen.
-
: npTV #2 Vorschau: Interview mit Bundesdatenschützer
: npTV #2 Vorschau: Interview mit Bundesdatenschützer Heute data-epi-spacing fand data-epi-spacing ein data-epi-spacing sehr data-epi-spacing spannender data-epi-spacing von data-epi-spacing ver.di data-epi-spacing organisierter data-epi-spacing Workshop data-epi-spacing zum data-epi-spacing Thema data-epi-spacing „Staatlichkeit data-epi-spacing in data-epi-spacing der data-epi-spacing Informationsgesellschaft“ data-epi-spacing statt. data-epi-spacing Markus data-epi-spacing und data-epi-spacing ich data-epi-spacing waren data-epi-spacing dort data-epi-spacing und data-epi-spacing haben data-epi-spacing die data-epi-spacing ein data-epi-spacing oder data-epi-spacing andere data-epi-spacing Aufnahme data-epi-spacing gemacht. data-epi-spacing Später data-epi-spacing werdet data-epi-spacing Ihr data-epi-spacing an data-epi-spacing dieser data-epi-spacing Stelle data-epi-spacing mehr data-epi-spacing über data-epi-spacing die data-epi-spacing Veranstaltung data-epi-spacing erfahren.
Da data-epi-spacing jetzt data-epi-spacing erstmal data-epi-spacing ein data-epi-spacing Festivalwochenende data-epi-spacing ansteht, data-epi-spacing werden data-epi-spacing wir data-epi-spacing die data-epi-spacing fertig data-epi-spacing geschnittene data-epi-spacing Show data-epi-spacing nicht data-epi-spacing vor data-epi-spacing Montag data-epi-spacing online data-epi-spacing bekommen.
Darum data-epi-spacing zeigen data-epi-spacing wir data-epi-spacing jetzt data-epi-spacing schon data-epi-spacing vier data-epi-spacing Minuten data-epi-spacing lang data-epi-spacing und data-epi-spacing ungeschnitten data-epi-spacing unseren data-epi-spacing Stargast, data-epi-spacing Peter data-epi-spacing Schaar, data-epi-spacing Datenschutzbeauftragter data-epi-spacing dieser data-epi-spacing wunderschönen data-epi-spacing Bundesrepublik.
Er data-epi-spacing fasst data-epi-spacing uns data-epi-spacing kurz data-epi-spacing zusammen, data-epi-spacing wie data-epi-spacing es data-epi-spacing derzeit data-epi-spacing um data-epi-spacing die data-epi-spacing Datenschutz-Großwetterlage data-epi-spacing bestellt data-epi-spacing ist. data-epi-spacing Viel data-epi-spacing Spaß.
Videodatei data-epi-spacing als data-epi-spacing MP4 data-epi-spacing (massenkompatibel, data-epi-spacing H264-Codec, data-epi-spacing 10 data-epi-spacing MB) data-epi-spacing und data-epi-spacing als data-epi-spacing OGG/Theora data-epi-spacing (frei, data-epi-spacing 14 data-epi-spacing MB).
-
: Populismus mit dem Bitkom
: Populismus mit dem Bitkom Der Bitkom hat sich per Pressemitteilung über den Bundesverband Verbraucherzentrale beschwert: Aus seiner Sicht seien die „Abmahnungen an Musik- und Software-Anbieter durch die Verbraucherzentralen reiner Populismus“. Ich erinnere mich nicht daran, dass der Bitkom auch mal die Musikindustrie wegen ihrer populistischen Klagewellen kritisiert hat. Aber in der „Zuckerbrot und Peitsche Strategie“ der Musikindustrie, mit den Klagewellen als „Peitsche“ und den DRM-Systemen der Bitkom-Mitgliedern als „Zuckerbrote“ ist man selbst nicht gerade unbeteiligt. Da stört natürlich berechtigte Kritik von angesehener Verbraucherschutzseite an Systemen, die nicht mehr so süss verlockend klingen, den Verbraucher in seinem selbstbestimmten Medienkonsum gängeln und kontrollieren wollen, sowie AGBs besitzen, die einfach rechtlich nicht in Ordnung sind.
Gleichzeitig setzt sich der Bitkom massiv auf nationaler und europäischer Ebene gegen Pauschalabgaben ein, und damit explizit gegen Verbraucherrechte wie das Recht auf Privatkopie und gegen gerechte Vergütungen der Urheber.
Etwas belächeln musste ich diese Argumentation in der Pressemitteilung:
Dass Kopierschutz-Techniken nicht umgangen werden dürfen, ist schon seit längerem geltendes Recht – auch darauf weist BITKOM hin. Damit reagiert er auf Forderungen der Verbraucherzentralen, den Kopierschutz bei der anstehenden Reform des Urheberrechts einzuschränken. „Ein zeitgemäßes Urheberrecht muss auch die Interessen der Rechteinhaber berücksichtigen“, betont BITKOM-Hauptgeschäftsführer Rohleder. Der Verband setze sich für faire Bedingungen zwischen Autoren, Technologie-Anbietern und Verbrauchern ein.
Dass Gesetze nicht in Stein gemeisselt sind, dürfte dem Bitkom auch bekannt sein. Nach einem massiven Lobbying bei der ersten Reform des Urheberrechts vor drei Jahren konnte sich der Bitkom durchsetzen und die umstrittenen Absätze zum Thema „Privatkopie theoretisch erlaubt, aber Kopierschutzumgehen ist verboten“ ins Gesetz einbringen. Und auch diesmal scheint es so, dass man sich mit der Vergütungshöhe bei den Pauschalabgaben gegen die Urheberverbände durchsetzen könnte. Immerhin hatte Gerhard Schröder mal auf einer Cebit sein Ehrenwort deswegen gegeben. Ebenso könnte die Politik aber auch sagen, dass die Kritik an den Kopierschutzsystemen gerechtfertigt ist und man als Leitlinie ausnahmsweise mal Verbraucherrechte schützen möchte, um auf diesem Weg die Wirtschaft anzukurbeln. Denn zufriedene Verbraucher konsumieren auch gerne mehr. Macht man aber leider nicht. Ein leichter Hohn springt aus dem letzten Satz heraus, wo man davon spricht, sich für „faire Bedingungen“ einzusetzen. Das Urheberrecht hat schon lange keine faire Balance mehr und Verbände wie der Bitkom sind mit daran schuld.
Was ist jetzt bitte Populismus?
-
: EU-Kommission: Microsoft muss zahlen
: EU-Kommission: Microsoft muss zahlen Das hat ja lange gedauert: EU-Kommission verhängt neues Millionenbußgeld gegen Microsoft.
Die EU-Kommission hat gegen den Softwaregiganten Microsoft eine neue Strafe von Höhe von 280,5 Millionen Euro verhängt. Die neue Strafe entspricht einem Satz von 1,5 Millionen Euro pro Werktag seit dem 16. Dezember 2005. Damit soll Microsoft gezwungen werden, Informationen über Kommunikationsprotokolle von Windows und die Protokollschnittstellen für die Kommunikation zwischen Arbeitsplatzrechnern und Windows-Servern bereitzustellen. Geschieht dies nicht, droht ab 31. Juli zusätzlich ein Bußgeld von drei Millionen Euro pro Tag, teilte die Kommission am heutigen Mittwoch in Brüssel mit.
Microsoft gibt sich natürlich unschuldig und kooperativ. Gleichzeitig wird mit einem Gerichtsverfahren gegend ie Entscheidung gedroht: Microsoft will gegen neue Strafe im EU-Wettbewerbsverfahren klagen.
Microsoft warf der Kommission vor, in der Vergangenheit unklar hinsichtlich der geforderten Dokumente gewesen zu sein. Derzeit arbeiteten 300 Angestellte daran, bis zum 24. Juli sämtliche Angaben vorlegen zu können. „Es ist schwer zu verstehen, warum die Kommission diese enorme Strafe verhängt, wenn das Verfahren endlich gut läuft und die vereinbarte Frist nur wenige Tage entfernt ist“, meinte Microsoft laut dpa. „Microsoft hat auch nicht annähernd genaue und detaillierte Daten vorgelegt“, betonte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes dagegen.
Die Free Software Foundation Europe begrüsste die Entscheidung der EU und kommentierte die Ausreden Microsofts:
„If we are to believe Microsofts numbers, it appears that 120.000 person days are not enough to document its own software. This is a task that good software developers do during the development of software, and a hallmark of bad engineering,“ comments Georg Greve, president of the FSFE. „For users, this should be a shock: Microsoft apparently does not know the software that controls 95% of all desktop computers on this planet. Imagine General Motors releasing a press statement to the extent that even though they had 300 of their best engineers work on this for two years, they cannot provide specifications for the cars they built.“
Gute Argumentation. :-)
-
: Niederländisches Parlament kritisiert IPRED2 scharf
: Niederländisches Parlament kritisiert IPRED2 scharf Monika Ermert hat für IP-Watch einen Artikel rund um die aktuellen Entwicklungen der IPRED2 EU-Direktive geschrieben. : EU IP Enforcement Directive Questioned On Procedure
Civil and consumer rights organisations organized under the umbrella of European Digital Rights (EDRi) are much more concerned with this latter kind of effects. Maurice Wessling, spokesperson for the Dutch consumer rights organisation Bits of Freedom, said: “The most important points are that IPRED 2 would introduce higher sentences than we have at the moment in the Netherlands and it would more deeply involve industry representatives into policy investigations.”
At the moment, said Wessling, “the Dutch Public Prosecution Service prefers to solve IP cases through civil law. Criminal law is only used in very large and severe cases.” A possible criminalization of individual file sharers, for example, was what brought about the heated debates during the IPRED 1 debates and resulted in the trimming of criminal sanctions. “The need for this European ‘harmonisation’ is very questionable and disturbs a complex system of national legislation,” Wessling said.
Das niederländische Parlament hatte letzte Woche die derzeit diskutierte EU-Direktive schon zurückgewiesen: Niederländisches Parlament gegen EU-weiten strafrechtlichen Schutz geistigen Eigentums.
Auch der Neuentwurf der vorgesehenen Gesetzesmaßnahme droht damit in unsicheres Fahrwasser zu geraten. Die EU-Kommission will die Mitgliedsstaaten verpflichten, „jedwede vorsätzliche Verletzung eines Rechts des geistigen Eigentums strafrechtlich zu ahnden, sofern die Verletzung in gewerbsmäßigem Umfang begangen wird“. Die Maßnahmen sollen nicht nur fürs Urheberrecht, sondern auch fürs Patent‑, Marken- und Gebrauchsmusterrecht sowie das Halbleiterschutzgesetz gelten. Der Entwurf aus Brüssel gewährt der Polizei weitgehende Befugnisse zu Hausdurchsuchungen und zur Konfiszierung von Beweismaterial. Darüber hinaus sollen die von illegalen Kopien und Fälschungen bedrohten Industrien gemeinsame Ermittlungsteams mit Strafverfolgern bilden dürfen. Überführte Übeltäter müssen mit Geldbußen zwischen 100.000 und 300.000 Euro oder mit bis zu vier Jahren Gefängnis rechnen.
-
: Wirtschaftsspionage im Kampf gegen den Terror?
: Wirtschaftsspionage im Kampf gegen den Terror? Wirtschaftsspionage? Aber nein, die Daten brauchen wir nur für den Kampf gegen den Terrorismus… Das Handelsblatt berichtet über die Anzapfung des internationale Zahlungssystems Swift durch US-Geheimdienste: Industriespionage statt Antiterrorkampf?
„Ein Spitzenmanager eines Weltkonzerns mit strategischer Bedeutung für die USA muss davon ausgehen, dass er und sein Unternehmen von den US-Behörden durchleuchtet werden“, sagt der hochrangige deutsche Manager eines US-Konzerns, der anonym bleiben möchte. Bei der Internationalen Handelskammer (ICC), in der 7 500 Unternehmen aus 130 Ländern organisiert sind, heißt es warnend: „Die Weitergabe vertraulicher Firmendaten kann auch darin münden, dass staatliche Stellen sensible Unternehmensinformationen erhalten, die sie für einen unlauteren Wettbewerb benutzen.“
Man kann ja nicht oft genug darauf hinweisen, dass eine Woche nach dem 11. September der Abschlussbericht des Echelon-Untersuchungsausschusses des EU-Parlaments herauskam, der herausfand, dass die USA die ganze Überwachung vor allem zur Wirtschaftsspionage verwenden.
-
: Europaparlament beschliesst Resolution für Meinungsfreiheit im Netz
: Europaparlament beschliesst Resolution für Meinungsfreiheit im Netz Das Europaparlament hat gestern wohl eine Resolution zur freien Meinungsäußerung im Internet beschlossen. Darauf weisen zumindest die deutsche und die internationale Sektion von Reporter ohne Grenzen jeweils hin und begrüssen die Resolution in Pressemitteilungen:
Englisch: European Parliament condemns ethical breaches by Internet sector companies.
Deutsch: Resolution für Meinungsfreiheit im Internetsektor.In der Resolution wird die europäische Kommission aufgefordert, einen freiwilligen Verhaltenskodex zu erstellen. Er soll die Handlungsmöglichkeiten von Unternehmen in repressiven Staaten einschränken und Firmen dazu anhalten, die Notwendigkeit eines unzensierten Internetzugangs bei ihren Geschäften Drittländern zu berücksichtigen.
Zudem sollen sich die EU-Mitgliedsstaaten „auf eine gemeinsame Erklärung einigen, in der sie ihr Engagement zum Schutz der Rechte von Internetnutzern bekräftigen sowie ihren Willen zum Ausdruck bringen, freie Meinungsäußerung im Internet weltweit zu fördern“, heißt es in der Resolution. Der Beschluss ist für die Europäische Kommission jedoch nicht verbindlich; in Sachen Internet hat die Kommission alleinige Entscheidungsmacht.Yahoo, Google und Microsoft wurden in der Resolution namentlich angeführt, weil sie der Selbstzensur in China zugestimmt haben, während Cisco Systems unter dem Verdacht steht, die notwendige Technologie für die Internetzensur bereitzustellen. Die europäischen Unternehmen France Telecom und Telecom Italia wurden aufgrund ihrer Internet-Kooperationen mit Tunesien und Kuba genannt.
Die Resolution gibt es wohl noch nciht im Netz, RSF wollen sie aber später am Tag online stellen. Auf den Seiten des Europaparlaments steht noch nichts.
Update:
Hier ist die (englischsprachige) Resolution: Democracy and human rights: Somalia, Mauritania and the internet.
Mehr auch bei Heise: EU-Parlament kritisiert Microsoft, Yahoo und Google.
-
: Softwarepatente wieder Thema in Brüssel
: Softwarepatente wieder Thema in Brüssel Softwarepatente werden nächste Woche wieder ein zentrales Thema in Brüssel. Die Futurezone berichtet schon vorab: Software-Patente sind wieder da.
Bereits am Montag beginnt die Woche mit einem Patentevent der EU-Kommission für kleine und mittlere Unternehmen. Die Kommission ist von ihrer Linie der strikten Befürwortung von Patenten auch auf Software nicht abgerückt. Die eingereichten Meinungen zur Zukunft der Patentlandschaft in der EU seien in Summe nicht so erfreulich für die Position der Kommission gewesen, heißt es aus Brüssel. Also habe man schon im April begonnen, das Ergebnis zu korrigieren. Welches doppelte Spiel die Kommission über andere nicht öffentliche EU-Instanzen spielt, wird am Montag an dieser Stelle zu lesen sein.
-
: The Inquirer in German, finally!
: The Inquirer in German, finally! Zur Feier des Tages, oder eigentlich der vergangenen Tage seit dem 28.6., bekräftigen wir hiermit die Güte der Überschriften des deutschen Ablegers von „The Inquirer“. Stilsicher kommen in den ersten Tagen diese hier: „Die Ausnahmefehler beim Militär“, „Der Sonne entgegen? Aber bitte ohne Buchungsabsturz“ und „Ein frisches DOS, möchte noch jemand ein frisches DOS?“, nicht zuletzt „Fataler Crash: Reiseplattform Couchsurfing beisst ins digitale Grass“. Auf solche Überschriften haben wir gewartet. :)
Hier gehts zum britischen Original, und hier zur deutschen Zweigstelle.
-
: Die Urheberrechtsnews der letzten Tage
: Die Urheberrechtsnews der letzten Tage Eine ganze Menge News haben sich hier bei mir in den letzten Tagen alleine zum Thema Urheberrecht angesammelt.
In Frankreich hat das Parlament nach langer Diskussion das neue Urheberrecht beschlossen. Grosse „Überraschung“: Eigentlich ist trotz langer Debatte und neuen Ideen wie einer Legalisierung von Filesharing durch Pauschalabgaben auf Netz oder einer Inkompatiblitätsklausel nichts progressives übrig geblieben. Laut Heise sollen Privatleute, die Musik illegal nur zum Eigenbedarf herunterladen, künftig mit einem Bußgeld von 38 Euro rechnen. Unklar ist mir gerade, ob man einmalig diese 38 Euro zahlt oder pro Song. Und ob die Musikindustrie beispielsweise immer noch zusätzlich den zivilrechtlichen Hebel zum verklagen und abmahnen hat. Aber im Gegensatz zu unserer Diskussion zum 2. Korb entspricht das eher einer Bagatellklausel. Hier soll es ja gleich bis zu drei Jahre Haft für dieselbe Tat geben, bedankt Euch mal bei der grossen Koalition. Die Inkompatiblitätsklausel wurde übrigens aufgeweicht, das fanden Apple, Microsoft und Vivendi-Universal dann doch nicht toll, haben Veto eingelegt und wie das in der Politik so ist, macht man dann eben sowas wie eine Selbstregulierung. Verbraucherrechte stören da nur. Die französische Organisation EUCD.info kritisierte die Entscheidung u.a. mit den Worten: „Dieses Gesetz hat sich dem ungebührlichen Druck der Lobby gebeugt und bedroht uns durch die Unterhaltungsindustrie und die Firmen, die proprietäre Software herstellen. Ziel dieses Gesetzes ist, die Schemata von DRM aufzuerlegen, um für einige wenige den Profit zu erhöhen. Deren Profit ist aber eine Nebensächlichkeit, wenn die Freiheit von Millionen in Frage gestellt wird. Die französische Regierung hat die Freiheit der französischen Bürger an Vivendi, Microsoft und Apple verkauft.“ Unklar ist mir im Moment, was mit dem Passus geworden ist, nachdem die Herstellung und vVerbreitung von Software, mit denen man unerlaubte Kopien herstellen kann, weiterhin mit einer Gefängnis und Geldbusse von bis zu 300000 Euro geahndet wird. Weiss da jemand mehr? (Am besten mit Link zu Quelle?)
Es gibt auch Neues von der FSF-Kampagne „Defective by Design“. Nach einer ersten Flash-Mob-Aktion zur Tagung von Microsoft-Angestellten Ende Mai, haben sie eine neue Aktion ausgetüftelt: Ausgerechnet U2-Frontmann Bono Vox soll tatkräftig gegen DRM ins Feld ziehen. Der Sänger, nach dessen Band gleich eine eigene iPod-Edition benannt ist, soll mittels einer Online-Petition zum Mitmachen überredet werden. Der Brief kann online versendet werden und beginnt mit: „Lieber Bono, du hast einen Großteil deiner Lebensarbeit damit verbracht, für gerechte Dinge zu kämpfen, indem du die Mächtigen und die politische Elite unter Druck gesetzt hast, um einen positiven Wandel zu erwirken. So, wie du nach Aktionen der weltlichen Führer gerufen hast, so rufen wir dich jetzt dazu auf, dir die Fakten rund um das Digital Restrictions Management (DRM) anzuschauen und uns dabei zu unterstützen, die Handschellen an Technologie und Kultur abzustreifen…“. Ich vermute aber mal, dass Bono das nicht verstehen wird. Telepolis schreibt auch darüber: Petition an Bono.
In Deutschland wurde in der Nacht zum vergangenen Freitag in erster Lesung über den zweiten Korb debattiert. Naja, was halt um die Uhrzeit im Bundestag debattieren heisst: Man hat sich müde im kleinen Kreis die eigenen Reden vorgelesen. Bis auf die Frau Joachimsen von der Linkspartei, die hat ihre Rede nur fürs Archiv/Protokoll eingereicht. Aber das gegenseitige Vorlesen kann man sich wenigstens im Bundestags-TV anschauen. „Grosse Überraschung“ auch hier: Bis auf die Grünen haben alle Parteien kein Erbarmen mit Tauschbörsennutzern, wollen die Bagatellklausel nicht (weitergehende Konzepte schon gar nicht) und nehmen die Kriminalisierung von Millionen meist jungen Nutzern in Kauf. Danke schön. Zum Glück haben wir diese Parteien und Politiker nicht gehabt, als es darum ging, Radios legal zu bekommen. Radiobetreiber galten früher auch als Piraten, bis sie legalisiert worden. Für die durchsetzungsfähige Privatkopie sprachen sich auch nur die Grünen aus.
Erwartungsgemäss scheint sich wenigstens noch was im Bereich der Bildung und Wissenschaft zu tun. Die meisten Politiker schlossen sich der Kritik des Bundesrates an und äusserten Änderungsbedarf. Lesenswert ist auch die Pressemitteilung des Urheberrechtsbündnis zur nächtlichen Sitzung inkl. Zusammenfassung der Debatte: Bundestag berät um Mitternacht zum ersten Mal über die aktuelle Urheberrechtsnovellierung: Soll es nun ein „wissenschaftsverlagsfreundliches“ Urheberrecht werden?
Nach dem Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ hat nun auch in einer gemeinsamen Presseerklärung die Allianz der Wissenschaftsorganisationen sehr deutlich moniert, dass bislang die von Wissenschaft und Forschung geäußerten Bedenken kaum Berücksichtigung gefunden haben: „Zu befürchten ist, dass die Kooperation von Wissenschaftlern über die Datennetze erheblich erschwert, die wissenschaftliche Erforschung insbesondere audiovisueller Dokumente massiv behindert und die schon in der letzten Zeit dramatisch gestiegenen Kosten für die Bereitstellung und Nutzung digitaler Informationsmaterialien für Bildung und Wissenschaft weiterhin erheblich steigen werden.“ Diese klare Aussage der Allianz, in der die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, die Fraunhofer Gesellschaft, die Hochschulrektorenkonferenz, die Leibniz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft und der Wissenschaftsrat vereinigt sind, sollte auch den Parlmentarieren zu denken geben. Politik kann nicht auf Dauer gegen Bildung und Wissenschaft gemacht werden. Das Urheberrecht darf keine Kampfansage an die Verlage sein, schon gar nicht gegen die Urheber, aber es darf nicht das aktuelle Informationsverhalten und die grundlegenden Informationsbedürfnisse von Bildung und Wissenschaft unter Missachtung der Potenziale der elektronischen Räume schlicht ignorieren.
Und hier sind mal die letzten drei Heise-Meldungen zum Thema mit mehr Aussagen und Meinungen:
Lobby-Stakkato vor der ersten Lesung der Urheberrechtsnovelle
Bundestag startet lebhaft in die Debatte der Urheberrechtsreform
Kritik an Position des Bundestags zur UrheberrechtsnovelleSonst gibts noch aktuell einen lesenswerten Artikel bei SpOn zum Thema Urheberrechte vs. Leistungsrechte und wieso die Musikindustrie in Grossbritanien verhindern will, dass Beatles Songs im Jahre 2013 frei kopiert werden dürfen und weshalb das die lebenden Beatles eigentlich nicht schaden würde: 90 Jahre alte Songs gratis im Netz.
-
: Polen will Onlineredaktionen untersuchen können
: Polen will Onlineredaktionen untersuchen können Die „Durchleuchtung von Journalisten“ kommt auch in Polen womöglich in Fahrt, wird aber allerlei praktische wie auch merkbefreite Hindernisse hoffentlich nicht überwinden.
Die rechts-nationalistische polnische Regierung plant ein Gesetz, mit dem Journalisten auf eine mögliche Stasi-Vergangenheit untersucht werden sollen. Bisher unterliegen nur Politiker und führende Staatsangestellte der Lustrationspflicht. Künftig sollen alle, die älter als Jahrgang 1972 sind und mehr als die Hälfte ihrer Einkünfte mit journalistischer Tätigkeit erzielen, nur noch in diesem Beruf arbeiten dürfen, wenn sie durchleuchtet wurden. Krzysztof Lozinski, Chefredakteur des Internetmagazins Kontrateksty, protestiert scharf: „Wie wollen die Herren Lustratoren uns, die Internetjournalisten, überprüfen, ob wir durchleuchtet wurden? Kommen Beamte in die Redaktion? In welche Redaktion? Im Dezember 2005 redigierte ich die ‚Kontrateksty’ aus Internetcafes in Indien und Nepal. Am vergangenen Wochenende arbeitete ich am Laptop an einem masurischen See. Die Homepage auf einen Server in den USA zu verlegen, ist auch kein Problem. Am Internet hat sich bereits die Zensur in China, Russland, Weißrussland und Vietnam die Zähne ausgebissen.“
-
: Hillary Clinton für „Datenschutz“-Gesetz in den USA
: Hillary Clinton für „Datenschutz“-Gesetz in den USA Hillary Clinton, US-Senatorin und Gattin des Expräsidenten Bill Clinton, hat angekündigt, ein Datenschutzgesetz für den privaten Sektor vorzulegen. Der „Privacy Rights and Oversight for Electronic and Commercial Transactions Act“ („PROTECT Act“ – ja, die Amis lieben Akronyme) soll erstmals eine Reihe von Prinzipien umfassen, die für alle privaten Datenverarbeitungen gelten. Bisher gibt es das nur in Spezialbereichen wie Gesundheit, Kreditauskunft oder Videoverleih. Dieser Schritt ist interessant, weil es seit einiger Zeit auch von Seiten der Industrie immer mehr Forderungen nach einem umfassenen US-Datenschutzgesetz gibt. Die Gründe sind vielfältig. Zum einen wird die Sorge der Kunden als Bremse für den e‑Kommerz gesehen, zum anderen haben viele Bundesstaaten mittlerweile Datenschutzgesetze eingeführt, die nicht kompatibel sind und zu noch mehr Chaos sorgen. Besonders Microsoft hatte im November Aufsehen erregt, als sich Vizepräsident Brad Smith in einem Weissbuch für ein Datenschutzgesetz aussprach.
Schaut man sich Clintons „Privacy Bill of Rights“, wie sie sie nennt, mal genauer an, dann ist es allerdings eher ein schlechter Scherz:- „Right to Clear Protections of Consumers’ Most Private Information“: Hier geht es um Schutz von Informationen über politische oder sexuelle Präferenzen und ähnliches – das ist ja wohl der Mindeststandard.
- „Right to Sue and Seek Damages“: Man soll eine Art Schmerzensgeld bekommen, wenn die Daten missbraucht oder geklaut wurden, wobei aber sehr kleine Firmen ausgenommen sind. Das wird also eine schöne Subunternehmer-Industrie des Datenmissbrauchs mit Einweg-Kleinstfirmen erzeugen.
- „Right to Protect Phone Records“, „Right to Know Your Credit Report“, „Right to Freeze Personal Credit“, „Right to Medical Privacy“: Das ist entweder schon durch bestehende Gesetze abgedeckt oder in der Diskussion. Es reproduziert aber vor allem wieder den alten Fehler des US-Datenschutzes, nicht einheitliche hohe Schutzregeln für alle Arten von personenbezogenen Daten zu etablieren, sondern verschiedene Daten verschieden zu behandeln. Was passiert denn mit allen Daten, die nicht darunter fallen? Ach ja, das hier:
- „Right to Know When Identity Theft Happens“: Das gibt es in Kalifornien schon, wo eh viele der Datenhändler sitzen. Ist aber wohl eine der sinnvolleren Regelungen.
- „Right to Know When Your Data Leaves the United States“: Eine Anspielung auf die EU-Drittstaatenregelung. Während diese aber für ganze Drittländer oder Konzerne gilt und recht restriktiv ist, sollen hier die Kunden in jedem Einzelfall selber gefragt werden. Wie soll denn das gehen? Es wird also wieder auf „Shrink-Wrap“-Einverständniserklärungen hinauslaufen.
- „Right to High Standards from Government“: Damit soll ein hochrangiger „Privacy Zar“ beim Office of Management and Budget geschaffen werden, der über die Datenverarbeitung der Regierungsbehörden wachen soll. Dies wird ihm aber schwerfallen, da er sich im Zwiefelsfall nicht gegen die Interessen von DHS und NSA („nationale Sicherheit!“) durchsetzen können wird. Das DHS hat schon seit Jahren einen Chief Privacy Officer, gemerkt hat man davon nichts. Ausserdem fehlt eine Aufsichtsbehörde für den privaten Sektor völlig.
Was hier insgesamt fehlt, ist ein einfaches Einsichtsrecht in die eigenen Daten, die bei irgendwelchen Firmen gespeichert sind und nicht Kredite betreffen. Und es fehlt ein klares Bekenntnis zum „opt-in“ oder wenigstens „opt-out“. Man hat also weiterhin keine Kontrolle darüber, was die Firmen mit den eigenen Daten machen und wem sie diese weitergeben.
Dann gibt es noch:Falsch an diesem Gesetz ist der ganze Ansatz: Datenverarbeitung soll grundsätzlich erlaubt sein und nur bestimmten Einschränkungen und Schutzvorkehrungen unterworfen werden, ohne das die Bürger darüber groß selber bestimmen können. Der Ansatz der EU ist genau anders herum: Die Verarbeitung personenbezogener Daten ist erstmal verboten, und Datensparsamkeit steht als Prinzip auch in den Gesetzen drin. Wenn dennoch eine Verarbeitung stattfinden soll, dann ist eine ausdrückliche Einwilligung des oder der Betroffenen nötig (Dass das Enforcement auch in Europa durchwachsen ist, steht auf einem anderen Blatt). Dieser Unterschied wird dazu führen, dass die USA auch mit Frau Clintons nett klingendem Gesetz keine EU-Einstufung als „angemessenes Schutzniveau“ bekommen werden. Das „Safe Harbor“-Abkommen, das Datenexporte von der EU in die USA nur an zertifizierte Firmen erlaubt, wird also weiter gelten müssen.
Dennoch finde ich die Diskussion sehr interessant, weil sich offenbar langsam jenseits des Atlantiks eine kritische Masse an Befürwortern von stärkerem Datenschutz zusammenbraut. Wenn Hillary Clinton das Thema angeht, dann macht sie es ja nicht, weil sie selber daran glaubt. Sondern weil sie glaubt, sich damit profilieren zu können. Und das ist gemessen an den Entwicklungen seit 2001 ja ein sehr gutes Zeichen. -
: Bundestag entscheidet morgen über Protokollierung der Telekommunikation
: Bundestag entscheidet morgen über Protokollierung der Telekommunikation Am Dienstag, den 20. Juni, wird der Bundestag über einen Gruppenantrag mit dem Titel „Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung vom EuGH prüfen lassen“ abstimmen. Der von 130 Abgeordneten der FDP, der Grünen und der Linken eingebrachte Antrag fordert die Bundesregierung auf, die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung nicht umzusetzen, bis der Europäische Gerichtshof über ihre Rechtmäßigkeit entschieden hat. Irland und die Slowakei haben vor kurzem Klage gegen die Richtlinie erhoben.
Der nun zur Abstimmung stehende Bundestagsantrag rügt, dass die EG über keine Regelungskompetenz auf dem Gebiet des Strafrechts und der Strafverfolgung verfüge. Die künftige Gestaltungsbefugnis des Deutschen Bundestags auf diesen Gebieten müsse bewahrt werden. Auch Abgeordnete der großen Koalition wie Siegfried Kauder (CDU), Günter Krings (CDU), Peter Danckert (SPD) und Jörg Tauss (SPD) sowie Bundesjustizministerin Brigitte Zypries haben Zweifel an der Rechtsgrundlage der Richtlinie geäußert.
„Die in der Richtlinie vorgesehene Totalprotokollierung der Telekommunikation verstößt gegen das Grundgesetz“, erklärt der Jurist Patrick Breyer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. Er verweist auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Rasterfahndung, in dem „das außerhalb statistischer Zwecke bestehende strikte Verbot der Sammlung personenbezogener Daten auf Vorrat“ betont wird. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung fordert alle Bundestagsabgeordneten auf, für eine Überprüfung der Richtlinie zu stimmen. Ein Musterbrief, den besorgte Bürger an ihre Abgeordneten schicken können, findet sich auf der Website des Arbeitskreises. Debatte und Abstimmung im Bundestag werden live übertragen.
-
: Mal wieder: G8 gegen Terror
: Mal wieder: G8 gegen Terror Wenn die G8-Staaten gemeinsam gegen den Terrorismus vorgehen wollen, sieht es eigentlich immer schlecht für Bürger- und Menschenrechte aus. Jetzt ist wieder ein neues Meeting geplant, diesmal in Russland: G8-Staaten planen enge Kooperation gegen Terrorismus. Und Schäuble droht schonmal mit einem Schwerpunkt auf Cyber-Kriminalität, wenn Deutschland nächstes Jahr die EU-Ratspräsidentschaft hat. Was gibts denn noch alles als Schwerpunkt in Sachen Wissensgesellschaft? Merkel drohte ja zuletzt schon mit mehr Schutz von geistigem Eigentum für diese Zeit.
Ansonsten soll u.a. das hier behandelt werden:
Der Kampf gegen die illegale Migration solle verstärkt werden, um den Menschen- und Drogenhandel und das Vordringen des Extremismus einzudämmen. Dazu sollten die G8-Staaten die Möglichkeiten der internationalen Polizeiorganisation Interpol besser nutzen. Der Einsatz biometrischer Daten in Reisedokumenten zur zweifelsfreien Identifizierung von Reisenden solle ausgebaut werden, hieß es im Entwurf des Abschlussdokuments für Freitag.
-
: Kleiner Nachrichtenüberblick zu Google-Kritik
: Kleiner Nachrichtenüberblick zu Google-Kritik Courtesy of the Europtopics-Newsletter der Bundeszentrale für politische Bildung gibt es einen kleinen, nichtnerdischen Überblick zu Kritik an Google (quasi unverändert übernommen):
Der kalifornische Internetgigant Google hat unter den Suchmaschinen ein Quasi-Monopol und weitet seine Geschäftsfelder weiter aus – von der Verarbeitung von Satellitenbildern bis zur individuellen Kommunikation. Kritiker sehen in der Expansion von Google, das einst für Informationsfreiheit stand, nun deren größtes Hindernis.
Diese Zeitschriften und Artikel werden zitiert:
Frankreich – Alternatives économiques: Quand Internet bouscule les marchés – Internet réinvente le commerce
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)Großbritannien – The Economist: Fuzzy maths – In a few short years, Google has turned from a simple and popular company into a complicated and controversial one
» zum ganzen Artikel (externer Link, englisch)Spanien – El País: Cruce de alianzas en Internet – Las compañías se lanzan a cerrar acuerdos, presionadas por la ‚hiperactividad’ de Google y la caída de los valores en Bolsa
» zum ganzen Artikel (externer Link, spanisch)Schweiz – L’Hebdo: «La chute de la maison Google? Possible!» – Olivier Andrieu, spécialiste français de l’internet, recense les facteurs qui pourraient bien causer la perte du géant de la recherche en ligne. Etonnant.
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)Wie immer gibts auch eine Kategoriensuche bei der bpb:
» weitere Artikel zum Thema(Medien/Global)[via bpb]
-
: Dokumentarfilm zur Überwachung sucht Sendeplatz
: Dokumentarfilm zur Überwachung sucht Sendeplatz Roman Mischel und Fiete Stegers von onlinejournalismus.de haben einen 45-Minuten Dokumentarfilm mit dem Titel „Alltag Überwachung“ gemacht und suchen nun Käufer und Sender. Es gibt einen vierminütigen Trailer, der schon sehr vielversprechend aussieht.
-
: Pro-DRM Kampagne von EICTA
: Pro-DRM Kampagne von EICTA Die europäische DRM-Lobby hat eine Pro-DRM Kampagne namens Europe4DRM gestartet. Ausrichter ist der EICTA-Verband (European Information, Communications and Consumer Electronics
Technology Industry Association). Hier haben sich die ganzen Technologie-Unternehmen (natürlich grösstenteils nicht aus Europa) und ihre Verbände „uneigennützig“ zusammen geschlossen, um die „Vorteile“ von DRM zu promoten, und ihre Lösungen besser verkaufen zu können.Die Mitglieder sind:
Accenture, Agilent, Alcatel, Apple, Bang&Olufsen, Blaupunkt, Bull, Canon, Cisco, Corning, Dell, EADS, Epson, Ericsson, Fujitsu, Hitachi, HP, IBM, Infineon, Intel, JVC, Kenwood, Lexmark, LG Electronics, Loewe Opta, Lucent, Marconi, Matsushita, Microsoft, Motorola, NEC, Nokia, Nortel, Philips, Pioneer, Samsung, Sanyo, SAP, Sharp, Siemens, Sony, Sun Microsystems, Texas Instruments, Thales, Thomson, Toshiba.
Auf der Seite gibt es einige Informationen, weshalb Pauschalabgaben „von gestern sind“ („The Burden of Levies“) und weshalb DRM der Welt Glück, Frieden und Völkerverständigung bringen wird.
Dazu gibt es Flashfilme, die alles nochmal einfach erklären. Wer sich den Pro-DRM Flashfilm ansieht, sollte sich danach erstmal die Trusted Computing Animation anschauen.
-
: Irland hat Klage erhoben gegen Vorratsdatenspeicherung
: Irland hat Klage erhoben gegen Vorratsdatenspeicherung … und zwar schon letzte Woche, wie der EU-Observer meldet. Das wurde jetzt erst bekannt im Zusammenhang mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes, dass die Entscheidung über die Weitergabe von Passagierdaten an die USA auf einer unzulässigen Rechtsgrundlage erfolgt ist (Binnenmarkt-Richtlinie statt Sicherheits-Rahmenbeschluss). Mit dem gleichen Argument hatte Irland im Februar im EU-Rat bereits gegen die VDS-Richtlinie gestimmt, und nur weil die Mehrheit es im Binnenmarkt einsortiert hatte, konnte Irland (und die Slovakei, die auch dagegen war) überhaupt überstimmt werden. Mit der Klage aus Irland wachsen die Chancen, dass diese europaweite Pauschalüberwachung von den Gerichten gekippt wird.
Dennoch ist es wichtig, in Deutschland weiter Druck dagegen zu machen und z.B. den Gruppenantrag im Bundestag zu unterstützen. Auch wenn die Richtlinie nun mit großer Wahrscheinlichkeit auf EU-Ebene irgendwann fallen wird, besteht die Gefahr, dass die große Koalition sie schnell beschließt und dann solche nationalen Gesetze trotz EuGH-Entscheidung weiter gelten.
Update: Die Slovakei will sich evtl. der irischen Klage anschließen. Hier gibt es mehr dazu. Und: Die Bundestagsabstimmung über die Klageerhebung beim EuGH wird doch nicht mehr diese Woche sattfinden, sondern in der Woche vom 19.–23. Juni. Derzeit wird überlegt, am Wochenende vorher eine Demo gegen den Überwachungswahn zu organisieren, wo auch z.B. die Vereinnahmung der Fussball-WM als Testbett für den Überwachungsstaat kritisiert werden soll.