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Wirtschaftsspionage im Kampf gegen den Terror?

Wirtschaftsspionage? Aber nein, die Daten brauchen wir nur für den Kampf gegen den Terrorismus… Das Handelsblatt berichtet über die Anzapfung des internationale Zahlungssystems Swift durch US-Geheimdienste: Industriespionage statt Antiterrorkampf? „Ein Spitzenmanager eines Weltkonzerns mit strategischer Bedeutung für die USA muss davon ausgehen, dass er und sein Unternehmen von den US-Behörden durchleuchtet werden“, sagt der hochrangige…

  • Markus Beckedahl

Wirtschaftsspionage? Aber nein, die Daten brauchen wir nur für den Kampf gegen den Terrorismus… Das Handelsblatt berichtet über die Anzapfung des internationale Zahlungssystems Swift durch US-Geheimdienste: Industriespionage statt Antiterrorkampf?

„Ein Spitzenmanager eines Weltkonzerns mit strategischer Bedeutung für die USA muss davon ausgehen, dass er und sein Unternehmen von den US-Behörden durchleuchtet werden“, sagt der hochrangige deutsche Manager eines US-Konzerns, der anonym bleiben möchte. Bei der Internationalen Handelskammer (ICC), in der 7 500 Unternehmen aus 130 Ländern organisiert sind, heißt es warnend: „Die Weitergabe vertraulicher Firmendaten kann auch darin münden, dass staatliche Stellen sensible Unternehmensinformationen erhalten, die sie für einen unlauteren Wettbewerb benutzen.“

Man kann ja nicht oft genug darauf hinweisen, dass eine Woche nach dem 11. September der Abschlussbericht des Echelon-Untersuchungsausschusses des EU-Parlaments herauskam, der herausfand, dass die USA die ganze Überwachung vor allem zur Wirtschaftsspionage verwenden.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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6 Kommentare zu „Wirtschaftsspionage im Kampf gegen den Terror?“


  1. Anti-Terrorgesetze breiten sich aus…

    Na, alle schon wieder von der WM erholt? Zurück in der tristen Realität? Da hätten wir doch was für sie.
    Erinnert ihr euch noch an das Jahr 2001? Vor allem an den September? Da haben es ein paar sehr böse Terroristen geschafft in den USA einen Anschla…


  2. […] Einen sehr interessanten Artikel hat die WOZ veröffentlicht: Mit dem Sieg über den Kommunismus legte der Kapitalismus all seine Hemmungen ab. Er wurde – um mit Freud zu sprechen – polymorph pervers. Auch passend dazu – Peter Hartz wird wohl von VW selbst nicht in Regress genommen – die Bordellbesuche der Angestellten wird sich das Unternehmen wohl von einer Versicherung bezahlen lassen. Kommen wir zum Kampf gegen den Terror. Ich zitiere netzpolitik.org: Man kann ja nicht oft genug darauf hinweisen, dass eine Woche nach dem 11. September der Abschlussbericht des Echelon-Untersuchungsausschusses des EU-Parlaments herauskam, der herausfand, dass die USA die ganze Überwachung vor allem zur Wirtschaftsspionage verwenden. Download des Abschlussberichtes: (PDF-Datei, 700KB). […]


  3. Wir sind weit über Orwell hinaus…

    Erschreckend ist die Bilanz, die Gerhart Baum, Bundesinnenminister a.D., in einem Interview mit Hans-Detlev von Kirchbach in der Neuen Rheinischen Zeitung zum Grundrechtsverständnis in weiten Kreisen der Politik zieht.
    Die Erosion der Grundrechte schr.…


  4. […] Nach den Medienberichten, dass die CIA weltweit finanzielle Transaktionen auswertet und über das SWIFT-Programm Zugriff gewährt bekommt, hat jetzt das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) mit einer Datenschutzkontrolle bei den größten 11 Banken des Landes begonnen, um zu klären, inwieweit hier gegen Bankgeheimnis und Datenschutz verstoßen wurde und wird. […]


  5. […] Über die europäische Finanzgesellschaft SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication), über die praktisch alle Auslands- und Eil-Überweisungen deutscher Banken laufen, hatten wir hier ja schon öfters berichtet. Die Organisation wurde mit der Aufdeckung vor wenigen Wochen bekannt, dass bereits seit 2001 jährlich die Daten von mindestens 20 Millionen Überweisungen ohne Gerichtsbeschluß an US-Behörden weitergegeben werden. Einfach so. […]


  6. […] Das Handelsblatt berichtet zum ersten Mal über mögliche Wirtschaftsspionage der USA durch das internationale Finanzsystem SWIFT. […]

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