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EU-Kommission: Microsoft muss zahlen

Das hat ja lange gedauert: EU-Kommission verhängt neues Millionenbußgeld gegen Microsoft. Die EU-Kommission hat gegen den Softwaregiganten Microsoft eine neue Strafe von Höhe von 280,5 Millionen Euro verhängt. Die neue Strafe entspricht einem Satz von 1,5 Millionen Euro pro Werktag seit dem 16. Dezember 2005. Damit soll Microsoft gezwungen werden, Informationen über Kommunikationsprotokolle von Windows…

  • Markus Beckedahl

Das hat ja lange gedauert: EU-Kommission verhängt neues Millionenbußgeld gegen Microsoft.

Die EU-Kommission hat gegen den Softwaregiganten Microsoft eine neue Strafe von Höhe von 280,5 Millionen Euro verhängt. Die neue Strafe entspricht einem Satz von 1,5 Millionen Euro pro Werktag seit dem 16. Dezember 2005. Damit soll Microsoft gezwungen werden, Informationen über Kommunikationsprotokolle von Windows und die Protokollschnittstellen für die Kommunikation zwischen Arbeitsplatzrechnern und Windows-Servern bereitzustellen. Geschieht dies nicht, droht ab 31. Juli zusätzlich ein Bußgeld von drei Millionen Euro pro Tag, teilte die Kommission am heutigen Mittwoch in Brüssel mit.

Microsoft gibt sich natürlich unschuldig und kooperativ. Gleichzeitig wird mit einem Gerichtsverfahren gegend ie Entscheidung gedroht: Microsoft will gegen neue Strafe im EU-Wettbewerbsverfahren klagen.

Microsoft warf der Kommission vor, in der Vergangenheit unklar hinsichtlich der geforderten Dokumente gewesen zu sein. Derzeit arbeiteten 300 Angestellte daran, bis zum 24. Juli sämtliche Angaben vorlegen zu können. „Es ist schwer zu verstehen, warum die Kommission diese enorme Strafe verhängt, wenn das Verfahren endlich gut läuft und die vereinbarte Frist nur wenige Tage entfernt ist“, meinte Microsoft laut dpa. „Microsoft hat auch nicht annähernd genaue und detaillierte Daten vorgelegt“, betonte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes dagegen.

Die Free Software Foundation Europe begrüsste die Entscheidung der EU und kommentierte die Ausreden Microsofts:

„If we are to believe Microsofts numbers, it appears that 120.000 person days are not enough to document its own software. This is a task that good software developers do during the development of software, and a hallmark of bad engineering,“ comments Georg Greve, president of the FSFE. „For users, this should be a shock: Microsoft apparently does not know the software that controls 95% of all desktop computers on this planet. Imagine General Motors releasing a press statement to the extent that even though they had 300 of their best engineers work on this for two years, they cannot provide specifications for the cars they built.“

Gute Argumentation. :-)

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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Ein Kommentar zu „EU-Kommission: Microsoft muss zahlen“


  1. Im Lichte der Argumentation der FSFE kann man dann interessiert beobachten, wie denn die offizielle Spec des SMB-Protokolls aussehen wird, die dann von Microsoft (endlich) kommt.. es geht ja das Gerücht um, dass die nachentwickelte Samba-Spezifikation MS-intern als Referenz gilt, weil dort niemand so recht den Peil hat mangels interner Dokumentation.. Da bin ich mal gespannt!

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