Digital Rights

  • : Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein deckt Datenmissbrauch auf
    Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein deckt Datenmissbrauch auf

    Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein verkündete gestern den Datenmissbrauch von 17000 Datensätzen:

    Im Dunkeln blieb bislang, woher die Daten stammen. Viele Betroffene, die sich bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein beschwerten, gaben an, dass sie vor längerer Zeit SKL-Lose per Kontoabbuchung bezahlt haben. Die Verbraucherzentrale hat anonym eine CD mit über 17.000 Datensätzen erhalten. Neben dem Namen, der vollständigen Adresse mit Telefonnummer und dem vollständigen Geburtsdatum sind die kompletten Bankdaten von über 17.000 Verbrauchern auf dieser Diskette gespeichert. Die Namen der Exceldateien weisen auf die Süddeutsche Klassenlotterie (SKL) hin.

    In der Taz gibt es dazu einen ausführlichen Artikel: Bankdaten illegal gehandelt.

    Eine Firma in Nordrhein-Westfalen hat offenbar die Kontodaten tausender Verbraucher verscherbelt. Datenschützer vermuten einen Zusammenhang zu illegalen Abbuchungen.

    12. August 2008 10
  • : Video: Die kurze Geschichte von Creative Commons
    Video: Die kurze Geschichte von Creative Commons

    Lawrence Lessig erzählt die kurze Geschichte von Creative Commons mit seinem bekannten Präsentationsstil:

    Hier klicken, um den Inhalt von blip.tv anzuzeigen.

    Gibts auch als Quicktime und MP3.

    11. August 2008 6
  • : The Last HOPE Video Tracker
    The Last HOPE Video Tracker

    Von der US-Hacker-Konferenz „The Last Hope“ gibt es jetzt die ganzen Vortragsvideos zum Download.

    [via]

    11. August 2008 1
  • : Throttle the Package
    Throttle the Package

    Es data-epi-spacing gibt data-epi-spacing eine data-epi-spacing weitere data-epi-spacing kleine data-epi-spacing Kampagne data-epi-spacing zum data-epi-spacing Telekom-Paket: data-epi-spacing „Throttle data-epi-spacing the data-epi-spacing Package“ data-epi-spacing wird data-epi-spacing von data-epi-spacing einem data-epi-spacing britischen data-epi-spacing ISP data-epi-spacing auf data-epi-spacing der data-epi-spacing Plattform data-epi-spacing telekomtv.com data-epi-spacing gemacht. data-epi-spacing Es data-epi-spacing gibt data-epi-spacing eine data-epi-spacing Petition data-epi-spacing (Die data-epi-spacing aber data-epi-spacing schon data-epi-spacing durch data-epi-spacing die data-epi-spacing Ausschussbeschlüsse data-epi-spacing etwa data-epi-spacing sveraltert data-epi-spacing ist) data-epi-spacing und data-epi-spacing weitere data-epi-spacing Informationen data-epi-spacing rund data-epi-spacing um data-epi-spacing den data-epi-spacing umstrittenen data-epi-spacing Telekommunikationsgesetzgebungsprozess data-epi-spacing auf data-epi-spacing EU-Ebene. data-epi-spacing Da data-epi-spacing es data-epi-spacing sich data-epi-spacing offensichtlich data-epi-spacing um data-epi-spacing eine data-epi-spacing Video-plattform data-epi-spacing handelt, data-epi-spacing soll data-epi-spacing es data-epi-spacing wohl data-epi-spacing noch data-epi-spacing einige data-epi-spacing Video-Interviews data-epi-spacing geben. data-epi-spacing In data-epi-spacing einer data-epi-spacing ersten data-epi-spacing Folge data-epi-spacing hat data-epi-spacing man data-epi-spacing EU-Kommissarin data-epi-spacing Viviane data-epi-spacing Reding data-epi-spacing vor data-epi-spacing die data-epi-spacing Kamera data-epi-spacing bekommen, data-epi-spacing die data-epi-spacing darin data-epi-spacing bei data-epi-spacing den data-epi-spacing Fragen data-epi-spacing etwas data-epi-spacing ins data-epi-spacing Rudern data-epi-spacing kommt data-epi-spacing und data-epi-spacing versichert, data-epi-spacing dass data-epi-spacing man data-epi-spacing nichts data-epi-spacing böses data-epi-spacing wolle. data-epi-spacing Aber data-epi-spacing sie data-epi-spacing könne data-epi-spacing auch data-epi-spacing nicht data-epi-spacing verhindern, data-epi-spacing dass data-epi-spacing man data-epi-spacing zukünftig data-epi-spacing mit data-epi-spacing dem data-epi-spacing Gesetzesrahmen data-epi-spacing Böses data-epi-spacing anstellt data-epi-spacing und data-epi-spacing ausserdem data-epi-spacing sei data-epi-spacing das data-epi-spacing ja data-epi-spacing auch data-epi-spacing eine data-epi-spacing Sache data-epi-spacing der data-epi-spacing Nationalstaaten. data-epi-spacing

    Hier klicken, um den Inhalt von web20.telecomtv.com anzuzeigen.

    Gibts data-epi-spacing auch data-epi-spacing als data-epi-spacing MP4.

    11. August 2008 1
  • : Bus fahren gegen die Vorratsdatenspeicherung
    Bus fahren gegen die Vorratsdatenspeicherung

    Der Foebud organisiert Busse, die aus verschiedenen Teilen Deutschlands zur Grossdemo gegen Vorratsdatenspeicherung und Überwachung am 11. Oktober nach Berlin fahren. Im Foebud-Shop können ab jetzt Tickets zum günstigen Frühtarif gebucht werden. Die Tickets werden irgendwann etwas teurer.

    11. August 2008 1
  • : MetaRheinMain Chaosdays
    MetaRheinMain Chaosdays

    Die MetaRheinMain Chaosdays (MRMCDs) finden dieses Jahr vom 05.09–07.09.2008 an der Technischen Universität Darmstadt statt. Drei Tage lang werden Vorträge, Diskussionen und ein Hackcenter geboten.

    Die MetaRheinMain Chaosdays 111b sind ein jährlich stattfindender Kongress, der dieses Jahr mit den Themenschwerpunkten Journalismus, Gesellschaft und Technik vom c3f2m Frankfurt, CCCmz (Mainz/Wiesbaden), der Hochschulgruppe Chaos Darmstadt, dem AK Vorrat und weiteren regionalen Gruppen im Rhein-Main-Neckargebiet organisiert wird.

    Und darum gehts: Wahlmaschinen, Überwachung, Kryptographie, IT-Sicherheit, Biometrie, Vorratsdatenspeicherung, BKA-Gesetz, Elektronische Gesundheitskarte, Auswirkung der Weiterentwicklung von Technik auf die Gesellschaft, Chaos Kultur, Projekt- und Selbstmanagement

    Wann?
    05.–07. September 2008
    Beginn: Freitag 17 Uhr bis Sonntag 18 Uhr

    Wo?
    TU Darmstadt – Piloty Gebäude S2|02
    Hochschulstrasse 10, in der Nähe des Alten Hauptgebäudes an der Alexanderstrasse

    9. August 2008
  • : Freedom not fear – Banner
    Freedom not fear – Banner

    Für den internationalen Aktionstag gegen Überwachung, der am 11. Oktober, u.a. mit einer Gross-Demonstration in Berlin stattfindet, gibt es jetzt neue Banner-Motive. Weitere Motive werden gerne gesehen.

    8. August 2008 4
  • : Umfrage: Datenschutz in Online-Spielen
    Umfrage: Datenschutz in Online-Spielen

    Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein (ULD) hat eine Online-Umfrage zu „Datenschutz in Online-Spielen“ gestartet.

    Der Zweck dieser Umfrage besteht darin, ein Stimmungsbild der Spieler von Online-Spielen hinsichtlich ihres Interesses für Datenschutz zu gewinnen. Daher bitten wir Sie als Spieler um ihre Unterstützung durch Teilnahme an dieser Umfrage, ungeachtet dessen, wie Ihre Haltung dem Datenschutz in Online-Spielen gegenüber ist.

    Die Umfrage dauert ca. 5–10 Minuten.

    In der Pressemitteilung wird Henry Krasemann vom ULD zu der Umfrage zitiert:

    Bisherige Recherchen haben gezeigt, dass fast alle aktuellen Online-Spiele Mängel hinsichtlich der Umsetzung der Datenschutzvorgaben haben. Gerade bei der Verständlichkeit von Datenschutzerklärungen hapert es. Zu pauschale Formulierungen lassen den Nutzer im Dunkeln, was wirklich mit seinen Daten geschieht. Dass etwa Anti-Schummelprogramme im Hintergrund analysieren, was Spieler auf ihrem Rechner machen, ist noch einigen bekannt. Dass diese aber z.B. auch komplette Screenshots (Bildschirmfotos) übertragen können, dürften viele nicht wissen. Weitere Problembereiche sind etwa die Internationalität und die Weitergabe von Daten an Dritte, die unvorsichtige Veröffentlichung von Spielerprofilen im Rahmen von Voreinstellungen oder auch die Einbindung vieler Drittdienste.

    Hier gibt es mehr Informationen zum Projekt „DOS – Datenschutz in Online-Spielen“.

    [via]

    8. August 2008
  • : GVU-Wunschliste für Tauschbörsenbekämpfung
    GVU-Wunschliste für Tauschbörsenbekämpfung

    Die Rechteinhaber machen mal wieder Druck auf die Politik, weil die Staatsanwaltschaften bei der Verfolgung von Filesharing nicht mehr so mitspielen, wie gewünscht: Rechteinhaber wollen Provider im Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen einbinden. GVU-Chef Christian Sommer hat da konkrete Vorstellungen, die sicherlich auch von anderen Lobbyisten der Rechteindustrie vertreten werden:

    Sommer will weg vom Begriff „französisches Modell“, der bei den Providern wie ein rotes Tuch wirkt. Dennoch hält er die Idee einer eigenen Instanz, die die Maßregelung der mutmaßlichen Rechtsverletzungen übernehmen soll, für praktikabel. Es müsse ja nicht wie in Frankreich eine eigene Behörde sein, meint Sommer. Auch den Datenschutzbedenken der Provider könne so begegnet werden, weil die Provider die Kundendaten nur an die zwischengeschaltete Organsisation herausgeben müssten und die Rechteinhaber diese nie zu Gesicht bekämen. Zudem müsse Sanktion nicht gleich bedeuten, den Anschluss abzuklemmen. Denkbar sei auch die Sperrung von Ports oder die Einschränkung bestimmter Dienste.

    Kurz gesagt: Diese Vorstellungen sind alle abzulehnen, weil sie die Netzneutralität beschädigen, unverhältnismässig sind, den Datenschutz verletzten (Ob Behörde oder Organisation…) und die Provider zu Hilfssheriffen machen.

    8. August 2008 2
  • : Die Wunschliste der EU-Innenminister
    Die Wunschliste der EU-Innenminister

    Die „Informal High Level Advisory Group on the Future of European Home Affairs Policy“ („The Future Group“) hat einen vertraulichen Bericht vorgelegt, wie die Sicherheits- und Rechtspolitik in der Europäischen Union zwischen 2010 und 2014 gestaltet werden könnte. Die von Wolfgang Schäuble während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft gegründete Gruppe fordert darin mehr Überwachung und mehr noch mehr Datenaustausch mit den USA. Der Bericht ist zu Statwatch durchgesickert und Telepolis bietet eine Zusammenfassung: Die Wünsche der EU-Innenminister.

    Der Kampf gegen den Terrorismus erfordere allgemein ein intensivere Kooperation der EU-Mitgliedsstaaten, einen erweiterten Datenfluss zwischen den Staaten sowie zwischen Polizei und Geheimdiensten mitsamt einem Netzwerk an Antiterrorzentren und die Konzentration auf Präventivmaßnahmen, um „Rekrutierung und Radikalisierung“ zu verhindern. Dabei geht es offenbar vor allem um das Internet, das besser überwacht werden müsste. Man sollte auch Maßnahmen entwickeln, schlägt der Bericht nebulös vor, um „die terroristische Nutzung des Internet“ zu unterbinden. Irgendwie müsse man dazu aber auch besonders die Internetkultur und die Eigenschaften der „Cyber-Sprache“ einsetzen. Mit einer „kulturellen Intelligenz“ müsse man über das Internet und die anderen Medien die Radikalisierung bekämpfen.
    […]
    In allen Sicherheitsfragen sei die Bedeutung der Information und des Informationsflusses primär. Technisch müsse man zwar auch den Datenschutz fördern, wichtiger aber ist den Autoren, dass die EU-Mitgliedsstaaten Gelder in die Forschung und Entwicklung von Daten-Analyse-Systemen und in den Echtzeit-Austausch von Daten investieren, wobei eine gemeinsame technische Plattform und gemeinsame Netzwerke im Blick stehen sollen.

    8. August 2008 4
  • : USA: Internet Patriot Act?
    USA: Internet Patriot Act?

    Was zu erwarten war: Die US-Regierung hat wohl einen fertigen Entwurf für einen Internet Patriot Act in der Schublade. Dies erklärte Lawrence Lessig auf einer Podiumsdiskussion in den USA. Sowas kann man ja immer gebrauchen, falls mal irgendwas passieren sollte, was das passende gesellschaftliche und mediale Klima dafür schafft.

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    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

    Transcript:

    There’s going to be an i‑9/11 event. Which doesn’t necessarily mean an Al Qaeda attack, it means an event where the instability or the insecurity of the internet becomes manifest during a malicious event which then inspires the government into a response. You’ve got to remember that after 9/11 the government drew up the Patriot Act within 20 days and it was passed.

    The Patriot Act is huge and I remember someone asking a Justice Department official how did they write such a large statute so quickly, and of course the answer was that it has been sitting in the drawers of the Justice Department for the last 20 years waiting for the event where they would pull it out.

    Of course, the Patriot Act is filled with all sorts of insanity about changing the way civil rights are protected, or not protected in this instance. So I was having dinner with Richard Clarke and I asked him if there is an equivalent, is there an i‑Patriot Act just sitting waiting for some substantial event as an excuse to radic-ally change the way the internet works. He said “of course there is”.

    Interessant wäre ja auch mal zu erfahren, was in unserem Bundesinnenministerium für einen solchen Fall in der Schublade liegt oder ob man sich dann an den USA orientiert. Die Otto-Katalöge waren ja auch schnell aus der Schublade gezogen.

    [via]

    7. August 2008 6
  • : EFF: Coders’ Rights Project
    EFF: Coders’ Rights Project

    Die EFF hat ein neues Projekt, das „Coders’ Rights Project“. Heise berichtet darüber: US-Bürgerrechtler wollen Hacker vor rechtlichen Bedrohungen schützen.

    Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat zum Ausklang der Hackerkonferenz „Black Hat“ in Las Vegas am heutigen Mittwoch das „Coders’ Rights Project“ gestartet. Ziel der Initiative ist es, Programmier und Entwickler besser vor Rechtsverletzungen zu bewahren. Auf der Sicherheitstagung selbst hat die US-Bürgerrechtsorganisation im Rahmen des Projekts einen Stand aufgebaut, an dem Anwälte der Aktivistenvereinigung rechtliche Informationen zu Themen wie Reverse Engineering, Veröffentlichungen von Sicherheitslücken sowie Fragen des geistigen Eigentums und der freien Meinungsäußerung geben. Aber auch auf der zugehörigen Homepage finden sich zugeschnitten auf Entwickler Frage-und-Antwortlisten zu diesen Brennpunkten.

    7. August 2008 1
  • : Nachrichtenüberblick
    Nachrichtenüberblick

    Ich bin gerade beim Hattinger Mediensommer und gebe hier ein Seminar bis Freitag. Ich komme hier etwas weniger zum bloggen und deshalb gibts eine Zusammenfassung:

    Die Taz berichtet über eine Studie von Big Champagne, die im Auftrag der britischen Musikverwertungsgesellschaft MCPS-PRS Alliance (äquivalent zur GEMA) erstellt wurde: Experiment gescheitert. Untersucht wurde, wie Musik-Fans auf das Angebot von Radiohead reagierten, sich das Album auf deren Webseite gegen einen selbst zu bestimmenden Betrag herunterzuladen.

    So ist zwar ungewiss, wie die Zukunft der Musik aussieht. Vielleicht wird sie zum Werbeträger degradiert. Vielleicht nur noch live aufgeführt und für Filmsoundtracks lizenziert. Vielleicht gibt es sie bald als Dreingabe zum Pfund Kaffee. Aber eines steht nun fest: An den Endkunden verkauft wird Musik demnächst nur noch in Notfällen.

    So ganz pessimistisch finde ich es das Ergebnis der Studie nicht. Bzw. wundere ich mich nicht, dass das Album trotzdem so häufig in Tauschbörsen geladen wurde. Es war auch früher ganz normal, dass auf ein legales Album einige Kopien kamen. Ausserdem dürfte nicht jeder ein grosser Fan sein und Tauschbörsen waren wohl einfacher zunutzen als die Radiohead-Seite.

    Im US-Senat ist vergangene Woche ein umstrittener Gesetzesentwurf verabschiedet worden, der Universitäten zum Kampf gegen Tauschbörsen-Nutzung zwingt. Mithilfe „technikbasierter Abschreckungsmittel“ soll zukünftig verhindert werden, dass die Studenten weiter copyright-geschützte Inhalte über die Uni-Netze verteilen. Die Idee kam wie immer von der Inhalteindustrie und dort stellt man sich Filter und dergleichen vor. Die universitären Netzwerk-Betreiber standen schon lange unter massiven Druck der Rechteindustrie. Deren grösster Alptraum war, dass Studenten in Wohnheimen ein Darknet errichten und einfach Musik und Filme tauschen. Nun sollen die Unis Filter errichten, die sowas verhindern sollen. Und wenn Unis da nicht mitmachen, könnten staatliche Fördermittel gekürzt werden. Ausserdem werden die Unis angehalten, Abonnements für legale DRM-basierte Musikdienste wie Napster & Co zu erwerben. Das ist natürlich auch ein Weg, diese Schrott-Dienste an junge Menschen zu vertreiben, wenn diese automatisch über die Studiengebühren bezahlt werden.

    Für den ersten »Ubuntu Free Culture Showcase« sucht das Ubuntu-Projekt nach freien Inhalten, die auf die nächsten Distributions-Releases gepackt werden können. Bedingung sind die Verwendung einer »Creative Commons Attribution ShareAlike«-Lizenz und bei Audio- und Videoinhalten die Formate Ogg Vorbis und Ogg Theora. Eine Jury entscheidet, welche der eingereichten Beiträgen genommen werden.

    Tipps und Tricks für China-Besucher und Journalisten, die vor Ort von den olympischen Spielen berichten: Chaos Computer Club bietet Betroffenen Hilfe gegen Zensur in China. In einfachen Worten wird erklärt, wie die chinesiche Internetzensur in der Regel funktioniert und welche Tools dagegen helfen können.

    Überraschung: Über Twitter kann man auch Angriffe starten. Auch hier gilt die allgemeine Medienkompetenz-Regel, dass man nicht auf alles klicken soll, was irgendein Fremder mit einem schönen Bild einem schickt. Und wer dann auch noch irgendwelche Codecs nach installieren lässt, hat dann ein Problem.

    Über Wikis in Organisationen am Beispiel von Diplomedia berichtet die New York Times: An Internal Wiki That’s Not Classified.

    Telekom-Kunden aufgepasst: Das Unternehmen ist ganz schlau und deklariert einfach Verbindungsdaten als Rechnungsdaten, wenn Rechteinhaber nach Kundendaten anfragen und denkt, man sei damit aus dem Schneider. Toll für die Rechteinhaber und schlecht für die eigenen Kunden. Zumal das auch nicht ganz legal sein dürfte. Fragt doch mal beim Unternehmen nach, wenn Ihr Kunde seid, wie da jetzt der Stand ist und ob Eure Daten dort noch sicher sind.

    5. August 2008 8
  • : iSummit 08: Open Business mit Erfolgen und Definitionskrise
    iSummit 08: Open Business mit Erfolgen und Definitionskrise

    Als Start des Open Business Tracks des diesjährigen iSummit berichtete Paul Keller erstmal davon, wie so etwas wie Open Business in zaghaften Schritten bei einigen europäischen Verwertungsgesellschaften Einzug hält. Eine niederländische und eine dänische Gesellschaft erlauben ihren Mitgliedern die Veröffentlichung von Musik unter Creative-Commons-Lizenzen, die kommerzielle Nutzung ausschließen. Hierzu wurden jeweils eigene Richtlinien erarbeitet, die genau festlegen, was kommerziell ist und was nicht. Im Ergebnis ist darin alles, was irgendwie mit Werbung zu tun hat, als kommerziell eingestuft worden. Es handelt sich also um sehr restriktive erste Ansätze, aber immerhin gibt es sie.

    Außerdem stellte Jon Philips von Creative Commons das Protokoll CC+ vor, mit dem sich direkt in den Metadaten einer Lizenz Kontaktdaten für weitere Rechteverhandlungen hinterlegen lassen, etwa eine URL, über die weitere Erlaubnisse eingeholt werden können. Dadurch und die teilweise Öffnung von Verwertungsgesellschaften wurde nun etwas möglich, was noch vor einem Jahr die meisten für ausgeschlossen gehalten haben dürften: Von einer CC-Lizenz aus wird direkt auf die Seite einer Verwertungsgesellschaft verlinkt, dort die Lizenz anerkannt und entsprechend zurück verlinkt. Alles im Sinne der Versöhnung von freien Lizenzen und kollektiver Rechtewahrnehmung. Die Symbolik ist hier nicht zu unterschätzen.

    Ansonsten beschäftigte sich der Open Business Track beim iSummit vor allem mit der Suche nach Definitionen, was Open Business eigentlich genau ist oder sein soll. Ist Offenheit dabei nur ein Mittel zum (Marketing-) Zweck oder eine alternative Grundeinstellung? Als kleinster gemeinsamen Nenner ergab sich letztendlich: Open Business ist in erster Linie der Einsatz bestimmter Methoden, was eins oder mehrere der folgenden Dinge umfassen kann:

    - Sampling freier Inhalte

    - neue Technologien auf Open-Source-Basis / freie Software

    - Online-Community-Kultur

    - größere Transparenz als bei klassischer Unternehmensführung

    - faires Teilen der Profite mit den Beitragenden

    Weiter wurde diskutiert, ob Offenheit als graduelles Phänomen oder sogar nur als temporäres Phänomen zu begreifen ist. Beobachtet werden kann jedenfalls häufig, dass, je mehr Geld verdient wird, desto mehr zugleich Transparenz und Offenheit abnehmen (Beispiel: Mozilla Foundation seit den Deals mit Google). Das führte natürlich zu Frage, welche Art von „Offenheit“ hier gemeint ist. Als verschiedene Sichtweisen wurden gesammelt:

    Offenheit bzgl. Zugang zu Services (offene APIs)

    Dies ist die niedrigste denkbare Schwelle für den Begriff Offenheit in diesem Zusammenhang und ändert am Charakter des dahinter stehenden Geschäfts kaum etwas.

    Offenheit bzgl. dem Input von (user generated) Content

    Man gibt den Kunden die Möglichkeit, sich einzubringen und dafür Vorteile zu bekommen. Wenn es allerdings nur darum geht, dass man die Konsumenten dazu bekommt, dass sie sich / ihre Zeit investieren, dann sieht das eher nach einem freundlich gefärbten CRM aus

    Offenheit bzgl. Mitwirkung Außenstehender an Entscheidungsprozessen des Unternehmens

    Hiermit ist im übertragenen Sinne gemeint, dass die „DNA“ des Unternehmens von jedermann (oder zumindest von allen Kunden des jeweiligen Unternehmens) verändert bzw. mitgestaltet werden kann.

    Insgesamt war man sich einig, dass Open Business keine gänzlich neue Sache aber auch nicht „business as usual“ ist, und dass man kaum jemals davon sprechen kann, dass ein gesamtes Unternehmen „offen“ ist, genau wie man nicht von „grünen Unternehmen“ sprechen kann. Es sind meist nur bestimmte Unternehmensbereiche oder Handlungsweisen als offen (oder grün) identifizierbar.

    Zum Schluss gab’s noch Kritik, dass häufig zuviel in das Thema Open Business hinein interpretiert werde und viele Leute sich und anderen davon zuviel versprechen würden. Als Beispiel wurde die Verwendung von CC-Lizenzen genannt, die, wenn sie auf traditionelle geschlossene Modelle trifft, oft zu „Complicated Commons“ oder „Confusion Commons“ führen würde statt zu funktionierenden Geschäftsmodellen. Die Replik darauf war, dass man muss sich letztendlich entscheiden und im Zweifel ganz aus den eingefahrenen Bahnen der etablierten Modelle raus müsse. Es gehe eben in der Praxis nicht auf, wenn man etwa als Band alternativ lizenzieren aber dennoch bei Sony-BMG oder EMI unterkommen will, um sich das Türchen zum sagenhaften Reichtum offenzuhalten.

    Als nächstes will sich die Gruppe des Open Business Track um die Aufbereitung von Praxiserfahrungen in Form von qualifizierten Fallstudien kümmern. Für alle Interessierten gibt es ein Wiki (http://wiki.icommons.org/index.php/ISummit_2008/Open_Business).

    4. August 2008 4
  • : EFF: Mit „Switzerland“ für Netzneutralität
    EFF: Mit „Switzerland“ für Netzneutralität

    Die Futurezone berichtet über ein neues Werkzeug der Electronic Frontier Foundation (EFF), womit man die eigene Internetleitung auf die Wahrung von Netzneutralität untersuchen kann. Die Software heisst „Switzerland“ und wurde heute als erste Alphaversion veröffentlicht.

    Mit diesem in Python geschriebenen Open-Source-Tool [GPL], das derzeit nur für die Kommandozeile, aber dafür plattformunabhängig verfügbar ist, können versierte Nutzer schnell testen, ob ihr Provider sich an den Grundsatz der Netzneutralität hält oder – wie der US-Konzern Comcast – gezielt P2P-Datenverkehr für Filesharing oder VoIP-Telefonie behindert. Auch Werbesysteme, die den Datenstrom analysieren, sollen mit dem Werkzeug erkannt werden.

    1. August 2008
  • : EU Global Online Freedom Act
    EU Global Online Freedom Act

    Eine Gruppe aus acht EU-Parlamentariern hat einen Vorschlag für eine „EU Global Online Freedom Act“-Direktive eingebracht. Aus Österreich und Deutschland sind die beiden grünen Politiker Eva Lichtenberger und Frithjof Schmidt dabei.

    Ziel der Richtlinie soll es sein, eine EU-Gesetzgebung zu schaffen, die Freiheit im Internet global garantiert und promotet. „Menschenrechte brauchen auch online Schutz“ heisst es in der Präambel. Mit rechtlichen Rahmenbedingungen soll u.a. verhindert werden, dass europäische Firmen weiterhin autoritäre Staaten bei der Unterdrückung der Meinungsfreiheit und anderer Menschenrechte unterstützen. Die FAZ zitiert den liberalen Abgeordneten Jules Maaten (Niederlande): „Wir brauchen mehr Transparenz über die Verwicklung europäischer Firmen in die Internet-Zensur. Und wir brauchen Gesetze, die Sanktionen vorsehen.“

    In 19 Paragraphen wird ein Paket an Massnahmen vorgeschlagen, darunter folgende:

  • Ähnlich wie die Todesstrade soll auch die Freiheit im Netz in den jährlichen Länderberichten der EU zur Menschenrechtssituation thematisiert und bewertet werden. Dazu soll eine schwarze Liste von Staaten von der EU aufgestellt werden, die das Internet zensieren. Für diese soll es dann ggf Exportbeschränkungen geben, an die sich europäische Unternehmen halten sollen.
  • Mit 20 Millionen Euro sollen Anti-Zensur Technologien und Trainings finanziert werden.
  • Europäische Anbieter von Suchmaschinen sollen keine eigene IT-Infrastrukturen in autoritären Staaten betreiben dürfen, so dass ie auch nicht durch lokale Gesetze gezwungen werden können, Nutzerdaten herauszurücken.
  • Persönliche Nutzer-Daten sollen nicht an autoritäre Staaten geliefert werden dürfen. Wenn dies doch passiert, sollen Betroffene das Recht erhalten, vor europäischen Gerichten die so handelnden Firmen zu verklagen.
  • Ein schöner Richtlinienvorschlag, der seinen Ursprung in den USA hat. Auch dort versuchen Abgeordnete seit 2006 einen „Global Online Freedom Act“ durchzusetzen. Bisher leider erfolglos.

  • : CCC über Olympia-Berichterstattung und Zensur
    CCC über Olympia-Berichterstattung und Zensur

    Der Deutschlandfunk hat heute ein Interview mit Constanze Kurz gesendet: Chaos Computer Club: Olympia-Berichterstattung bleibt schwierig.

    China hat nach internationalen Protesten die Zensur für das olympische Pressezentrum teilweise aufgehoben. Dennoch wird es für ausländische Journalisten nicht möglich sein, sich wie gewohnt frei im Internet zu bewegen, sagt Constanze Kurz vom Chaos Computer Club.

    Hier ist die MP3.

  • : China: Internetzensur während der Olympiade
    China: Internetzensur während der Olympiade

    Ich finde es ja gut, dass die chinesische Regierung während der Olympischen Spiele keine unzensierten Presse-Zugänge liefert und mit einer solchen Aktion die existierende Internetzensur verschleiern würde. Die Aufmerksamkeit steigt dadurch enorm und das sonst eher spärlich behandelte Thema ist in vielen Medien.

    Kritik kommt von Reporter ohne Grenzen: Kein freier Internetzugang im Pressezentrum.

    Gestern noch sagte der Pressechef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Kevan Gosper, das IOC sei bemüht, „sicherzustellen, dass die Medien auch bei diesen Spielen so frei berichten können wie bei vergangenen Olympiaden.“ Heute heißt es seitens des IOC, dass dies sich lediglich auf Recherchen zum Thema Sport beziehe. „Die chinesischen Behörden haben erneut ihr Versprechen gebrochen“, so ROG. „Die Lage der Menschenrechte und Meinungsfreiheit sollte verbessert, ausländische Journalisten sollten frei recherchieren und berichten können. Nun herrscht Zensur.“ ROG kritisierte zudem, dass das IOC die derzeitige Situation durch sein jahrelanges Schweigen erst möglich gemacht hat.

    Über das Thema Internetzensur berichtet heute u.a. die FAZ: Chinas Kampf gegen das freie Netz. und gestern die Rheinische Post: Chinas virtuelle Mauer.

    Eine neue Webseite von Amnesty International, The China Debate, thematisiert die Menschenrechtsverletzungen in China, inklusive der Internetzensur und stellt die Frage: What human rights legacy for the Beijing Olympic Games? Ziel der Kampagnenseite ist es, eine offene Debatte zu führen, daher gibt es als Sprache auch ausdrücklich Mandarin zur Auswahl. Unklar ist, ob die Seite auch schon den Zensoren zum Opfer gefallen ist.

    Die OpenNet Initiative hat die Internetzensur im Pressezentrum getestet: On the Olympic stage, the Great Firewall remains a player.

    Die Futurezone berichtet, dass das deutsche IOC ein eigenes VPN aufgebaut hat, um unzensiert kommunizieren zu können: Deutsche umgehen chinesische Zensur.

    „Wir haben ein geschlossenes Informationssystem eingerichtet und sind meines Wissens das einzige Olympische Komitee, das für Athleten, Funktionäre, aber auch für Journalisten ein derartiges Service betreibt“, sagte Gerd Graus, Pressesprecher des Deutschen Olympischen Sportbunds, den ORF.at am Donnerstag in Peking telefonisch erreichte.

    Mehr zum Thema findet sich auch bei Spiegel-Online: „Wie China das Internet zensiert“ oder in vielen Beiträgen hier im Blog.

  • : NetzpolitikTV 043: OpenNet Initiative und Internetzensur
    NetzpolitikTV 043: OpenNet Initiative und Internetzensur

    NetzpolitikTV 043 ist ein Interview mit Rob Faris von der OpenNet Initiative. Die OpenNet Initiative ist ein Zusammenschluss der University of Toronto, University of Cambridge, University of Oxford, und der Harvard Law School rund um das Thema Internetzensur. In dem knapp zehn Minuten langen Interview geht es geht um die Unterschiede zwischen traditioneller Zensur und Internetzensur; die verschiedenen Wege, wie man das Internet technisch und sozial zensieren kann; kulturelle Unterschiede in verschiedenen Staaten und Kontinenten bei der Internetzensur; die Gefahr für offene Gesellschaften, Internetzensur einzusetzen, z.B. gegen Pornographie; wie gut die Internetzensurinfrastrukturen funktionieren (zum Glück nicht perfekt); was demokratische Staaten tun können, um Zensur in anderen Staaten zurück zu drängen; und die Arbeit der OpenNet Initiative.

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    Das Gespräch gibt es als OGG, Flash und MP3.

    (MP4 will mein Rechner im Moment leider nur asynchron rendern, die Tonspur verschiebt sich immer)

  • : iSummit 08: Best of Keynotes
    iSummit 08: Best of Keynotes

    Auch beim diesjährigen iSummit in Sapporo gibt es wieder die tägliche Dosis an dicken Ideen in Form von Keynotes, in der Sprache der Programmseite: „framing your day with big ideas“. Jeden Morgen und jeden Nachmittag lassen jeweils drei mehr oder weniger prominente Personen die Dinge auf die iSummit-Teilnehmer los, die sie für wichtig halten. Hier nun ein kleines Best-of der bisherigen Keynotes:

    Read-Write-Suchmaschinen

    Nachdem Heather Ford eine sehr allgemeine Eröffnungsrede gehalten hatte, in der sie von Wasser bis Zugang zu Mobilfunknetzen so ziemlich alles abdeckte, was auch nur im Entferntesten mit Gemeingut zu tun hat, wurde Jimbo Wales per Videostream aus Californien zugeschaltet und bewarb sein Projekt Wikia Search. Er kritisierte die großen drei Suchmaschinen-Platzhirsche:Wie werden Suchresultate erzeugt (die ersten Einträge der Suchergebnisse stimmen bekanntlich nicht selten mit denen der sposored ads überein)? Wenn man seine Seite nicht weit oben auf der Ergebnisliste findet, empfiehlt Google, dass man einen SEO-Experten anheuert. Soll das die beste Lösung sein? Wie sieht es mit dem Datenschutz in Zeiten von Google Maps Street View? Alle Suchergebnisse von den großen drei sind „Read only“, keine Verbesserung kann von den Nutzern direkt vorgenommen werden. Also versucht er nun, das Wikipedia-Momentum auf seinen eigenen Suchansatz Wikia Search zu übertragen. Das Ganze steht unter der FreeBSD Lizenz, der Code kann über Subversion verwaltet werden und es gibt einen „distributed web crawler“. Dennoch erreichen die Suchergebnisse bislang noch nicht die „industry standards“, Jimbo Wales zählt aber auf den „human touch“, der durch viele Mitwirkende erreicht werden kann. Seit Anfang des Jahres gibt es insbesondere aus Deutschland und der Türkei eine sehr aktive Mitwirkung, was Jimbo Wales sich nicht wirklich erklären kann, er dankt aber dennoch und wünscht sich noch mehr davon.

    Jamie King: Bitte bitte steal this film!

    Außer den bereits oft gehörten Dingen über Steal this film hat Jamie King sich vor allem verwundert gezeigt, dass in den zwei Jahren, seit das mit seinen Projekten verbundene Verbreitungsmodell über BitTorrent bekannt wurde, es bisher noch von niemandem im kommerziellen Sektor nachgeahmt wurde, obwohl er ständig davon erzählt. Ansonsten ließ er die Zuhörer zurück mit der durchaus auslegbaren Aussage „business is piracy and piracy is business“.

    YouTube und CC-Lizenzen für Al Jazeera

    Einen Redner der etwas anderen Art stellte Mohamed Nanabhay dar, der für den neuen iCommons-Medienpartner Al Jazeera sprach. Er benannte die Herausforderungen, denen sich die traditionellen Massenmedien im digitalen Zeitalter gegenübersehen.

    1. Sie verlieren Konsumenten an andere Plattformen und Verbreitungskanäle

    2. Es gibt immer mehr Produzenten von Inhalten

    3. Der Content, den man sendet, geht so oder so online, egal ob man das will oder nicht

    4. Die zugehörigen Geschäftsmodelle sind noch undefiniert

    5. Intern gibt es große Beharrungskräfte

    Die Medienunternehmen befänden sich im Unklaren über ihre eigene (zukünftige) Rolle und letztendlich in einer handfesten Relevanzkrise. Al Jazeera versucht dem mit „Al Jazeera Labs“ (labs.aljazeera.net) zu begegnen, einem Thinktank, der Produkte rund um die neuen Arten des Konsumierens entwickeln soll. Al Jazeera nennt die resultierende Verbreitung dann „distributed distribution“, gleichzeitige Verbreitung neuer Inhalte über TV, SMS-Newsservices, YouTube, Blogs, Podcasts, soziale Netzwerke etc. Dieser Art des Outputs soll eine ebenso verteilte Art des Inputs hinzugefügt werden. Ansonsten ist freie Lizenzierung für Al Jazeera vor allem ein wirtschaftliches Instrument und weniger eine Sache der Unternehmensphilosophie. Man nutzt es zum Aufbau von Reputation, um neue Konsumentengruppen zu erreichen, in neue Märkte einzubrechen, den Zuschauern Respekt zu vermitteln und um Konkurrenten unter Druck zu setzen. Die besten Erfahrungen hat Al Jazeera damit gemacht, dass sie selbst Content auf YouTube eingestellt haben.

    Der doppelte Fehler neoliberaler Politik

    David Bollier vereinfacht die Sicht der Welt auf einen „doppelten Fehler“, den er vor allem in der neoliberalen Politik erblickt: Limitierte (natürliche) Ressourcen werden so behandelt, als wären sie unendlich, während zugleich die nicht limitierte Ressourcen (Wissen, Ideen, Kreativität) so behandelt werden, als wären sie endlich, indem man mittels Gesetzen künstliche Monopole schafft. Ob es ganz so einfach ist, sei mal dahingestellt. Jedenfalls sieht David in der Gruppe der anwesenden „Commoners“, sich selbst einschließend, das Potenzial für nicht weniger als eine neue politische Macht, denn: „Wir“ haben demnach:

    - eine unvergleichliche internationale Reichweite

    - großartige politische Fähigkeiten

    - viel Kompetenz bezogen auf neueste Technologien

    und stützen uns auf starke demokratische Traditionen (zumindest diese Einschätzung wird sicherlich nicht von allen so gesehen), während wir trotzdem einen pragmatischen Ansatz verfolgen. Fehlt eigentlich nur noch die Gründung einer Commonspartei …