Öffentlichkeit

China: Internetzensur während der Olympiade

Ich finde es ja gut, dass die chinesische Regierung während der Olympischen Spiele keine unzensierten Presse-Zugänge liefert und mit einer solchen Aktion die existierende Internetzensur verschleiern würde. Die Aufmerksamkeit steigt dadurch enorm und das sonst eher spärlich behandelte Thema ist in vielen Medien.


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Kritik kommt von Reporter ohne Grenzen: Kein freier Internetzugang im Pressezentrum.

Gestern noch sagte der Pressechef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Kevan Gosper, das IOC sei bemüht, „sicherzustellen, dass die Medien auch bei diesen Spielen so frei berichten können wie bei vergangenen Olympiaden.“ Heute heißt es seitens des IOC, dass dies sich lediglich auf Recherchen zum Thema Sport beziehe. „Die chinesischen Behörden haben erneut ihr Versprechen gebrochen“, so ROG. „Die Lage der Menschenrechte und Meinungsfreiheit sollte verbessert, ausländische Journalisten sollten frei recherchieren und berichten können. Nun herrscht Zensur.“ ROG kritisierte zudem, dass das IOC die derzeitige Situation durch sein jahrelanges Schweigen erst möglich gemacht hat.

Über das Thema Internetzensur berichtet heute u.a. die FAZ: Chinas Kampf gegen das freie Netz. und gestern die Rheinische Post: Chinas virtuelle Mauer.

Eine neue Webseite von Amnesty International, The China Debate, thematisiert die Menschenrechtsverletzungen in China, inklusive der Internetzensur und stellt die Frage: What human rights legacy for the Beijing Olympic Games? Ziel der Kampagnenseite ist es, eine offene Debatte zu führen, daher gibt es als Sprache auch ausdrücklich Mandarin zur Auswahl. Unklar ist, ob die Seite auch schon den Zensoren zum Opfer gefallen ist.

Die OpenNet Initiative hat die Internetzensur im Pressezentrum getestet: On the Olympic stage, the Great Firewall remains a player.

Die Futurezone berichtet, dass das deutsche IOC ein eigenes VPN aufgebaut hat, um unzensiert kommunizieren zu können: Deutsche umgehen chinesische Zensur.

„Wir haben ein geschlossenes Informationssystem eingerichtet und sind meines Wissens das einzige Olympische Komitee, das für Athleten, Funktionäre, aber auch für Journalisten ein derartiges Service betreibt“, sagte Gerd Graus, Pressesprecher des Deutschen Olympischen Sportbunds, den ORF.at am Donnerstag in Peking telefonisch erreichte.

Mehr zum Thema findet sich auch bei Spiegel-Online: „Wie China das Internet zensiert“ oder in vielen Beiträgen hier im Blog.

3 Kommentare
  1. Ich finde die Great Firewall gar nicht schlecht. Sie ist natürlich schlecht für die menschen in china, aber sie hilft dem Rest der Welt, die Themen Zensur und Freiheit aktuell zu halten. Insofern bin ich über das ganze Theater mit dem IOC, Zensur oder Nicht-Zensur ganz froh ehrlich gesagt.

    PS: Olympiade = Zeit zwischen den Olympischen Spielen.

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