GVU-Wunschliste für Tauschbörsenbekämpfung

Die Rechteinhaber machen mal wieder Druck auf die Politik, weil die Staatsanwaltschaften bei der Verfolgung von Filesharing nicht mehr so mitspielen, wie gewünscht: Rechteinhaber wollen Provider im Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen einbinden. GVU-Chef Christian Sommer hat da konkrete Vorstellungen, die sicherlich auch von anderen Lobbyisten der Rechteindustrie vertreten werden:

Sommer will weg vom Begriff „französisches Modell“, der bei den Providern wie ein rotes Tuch wirkt. Dennoch hält er die Idee einer eigenen Instanz, die die Maßregelung der mutmaßlichen Rechtsverletzungen übernehmen soll, für praktikabel. Es müsse ja nicht wie in Frankreich eine eigene Behörde sein, meint Sommer. Auch den Datenschutzbedenken der Provider könne so begegnet werden, weil die Provider die Kundendaten nur an die zwischengeschaltete Organsisation herausgeben müssten und die Rechteinhaber diese nie zu Gesicht bekämen. Zudem müsse Sanktion nicht gleich bedeuten, den Anschluss abzuklemmen. Denkbar sei auch die Sperrung von Ports oder die Einschränkung bestimmter Dienste.

Kurz gesagt: Diese Vorstellungen sind alle abzulehnen, weil sie die Netzneutralität beschädigen, unverhältnismässig sind, den Datenschutz verletzten (Ob Behörde oder Organisation…) und die Provider zu Hilfssheriffen machen.

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2 Ergänzungen

  1. Nunja, es wird so oder so darauf hinauslaufen das die Provider per Gesetz dazu gezwungen werden das Netz einzuschränken. Die Vorratsdatenspeicherung ist ja nun schon der erste Schritt in diese Richtung. Es wird immer weitergehen, bis auch dieses „letzte“ freie Medium eine Totalüberwachung erfährt. Geht es jetzt noch um Profitgier und Sicherheit (die täglich überall vorhandene immense Bedrohung durch Terrorismus), so wird es schon bald um Meinungen, entartete Kunst und Pressefreiheit gehen.
    Da hilft am Ende nur noch das „outsourceing“ des Internets, weg von Providern und Leitungen hin zur wlancommunity.

    Gruss, Ein Gast..

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