Digital Rights
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: Digitale Gesellschaft – Grenzenlose Möglichkeiten für die Europäische Union?
: Digitale Gesellschaft – Grenzenlose Möglichkeiten für die Europäische Union? Am Samstag, den 25. Oktober 2008, findet in Frankfurt/Main die Konferenz „Digitale Gesellschaft – Grenzenlose Möglichkeiten für die Europäische Union?“ statt. Hier gibts noch ein PDF. Veranstaltet wird sie von der Grünen Jugend in Kooperation mit der EU-Abgeordneten Hiltrud Breyer und der Eintritt ist frei. Ich bin als Moderator gebucht und gebe eine Einführung in den Themenkomplex „Politik in der digitalen Gesellschaft“ und mach noch einen Workshop zu „Politik 2.0“
E‑mailen, surfen, recherchieren, chatten, online-banking, einkaufen: das Internet ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Seit vor 14 Jahren der erste Webbrowser das Licht des Cyberspace erblickte, wirft dieser neue Kommunikationsraum für uns Grüne, für die Politik in der Europäischen Union, die EU-Mitgliedsstaaten und die lokale Ebene ständig neue Fragestellungen auf: Wie gehen wir mit den internationalen virtuellen Räumen um? Wie verändert die immaterielle Verfügbarkeit von Informationen Kultur und Wirtschaft? Ist die Privatsphäre am Ende oder werden wir ihre Renaissance wiedererleben? […] Diskutieren, streiten und Forderungen erstellen werden wir in den parallel stattfindenden Workshops zu den Themen „Politik im Internet“, „Open Source Software“, „Legal, Illegal, Scheiss Egal? Urheberrechte im Digitalen Zeitalter“, „Bürgerrechte im Internet“ und „Open Source in den Kommunen“.
Anmeldungen zur Konferenz (mit Name, Post- und e‑mail- Adresse sowie Telefonnummer und Angabe der Workshop-Teilnahme-Präferenz) bitte an: hiltrud.breyer@berlin.de. Anmeldefrist: Mittwoch, 15. Oktober 2008
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: System Google: „ich bin erschüttert“
: System Google: „ich bin erschüttert“ Felix Schwenzel war gestern auf einer Podiumsdiskussion zum „System Google“ in der Akademie der Künste in Berlin. Und anscheinend hab ich da nichts verpasst, wie man seiner ausführlichen Rezension der Veranstaltung entnehmen kann.
Kurzfazit: „ich bin mir noch nicht ganz klar, warum, aber ich bin erschüttert.“
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: Zitat des Tages
: Zitat des Tages Das Zitat des Tages kommt von der Electronic Arts – Sprecherin Mariam Sughayer:
Nun das überraschende Eingeständnis von EA-Sprecherin Mariam Sughayer: „Abgesehen von den rechtlichen Fragen um das Kopierschutzsystem sollte klar sein, dass nicht jeder Download über Bittorrent für eine erfolgreiche Kopie oder einen entgangenen Verkauf des Spiels steht.“
Konkret geht es um die Diskussion des Spieles Spore, was mit DRM ausgeliefert wird und viele Käufer mit dem Kopierschutz frustriert hat. Über Bittorrent gab es eine Version ohne Kopierschutz und die war ziemlich beliebt.
Das Zitat passt zu den üblichen „Studien“ der Rechteinhaber, dass jeder Download eine entgangene verkaufte Lizenz bedeutet. Das ist Blödsinn, wird aber immer wiederholt. Daher freut es mich, endlich mal ein Zitat aus den Reihen der Rechteinhaber zu haben, das den Blödsinn bestätigt.
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: ARTE über Proteste gegen Überwachung in Schweden
: ARTE über Proteste gegen Überwachung in Schweden ARTE brachte heute einen knapp 3 Minuten langen Bericht über die schwedischen Proteste gegen Internet-Überwachung:
[Danke an Torsten]
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: Momentum08: Gerechtigkeit
: Momentum08: Gerechtigkeit Letzte Woche war ich für drei Tage in den in den österreichischen Alpen, um in Hallstadt im Weltkulturerbe „Salzkammergut“ über Netzpolitik zu diskutieren. Der Kongress „Momentum08″ wurde im Dunstkreis der österreichischen Sozialdemokraten organisiert und verstand sich als Strategiekongress um Wissenschaft und Politik zur Diskussion rund um eine kritische und zukunftsfähige Politik mit dem Schwerpunkt „Gerechtigkeit“ zusammen zu bringen. Ich war als Kursleiter eines Tracks zu „Freies Wissen vs. Digitale Spaltung“ geladen, der sich zwei Tage lang mit diesem Themengebiet beschäftigte. Das war interessant und sehr nett, weil sehr intensiv und interdisziplinär diskutiert wurde. Auch wenn alle Kursteilnehmer ähnlich Positionen hatten. Hab zumindest in Deutschland noch nicht so intensiv mit Sozialdemokraten über das Thema diskutieren können. Auch ist mir nichts bekannt, wo Sozialdemokraten über das Thema diskutieren. (Bei den deutschen Jusos hab ich zweimal danach gefragt. Beides Mal bekam ich als Antwort, dass sie eine Mailingliste mit ihren Webmastern hätte, ob ich das meinen würde. Ist aber auch schon etwas her)
Ich hab mal einiges mitgeschrieben. Zwei Präsentationen fehlen noch, die packe ich noch morgen dazu.
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: Telekom-Paket: Abstimmungsverhalten der EU-Abgeordnten
: Telekom-Paket: Abstimmungsverhalten der EU-Abgeordnten In einer aufwändigen, aber zum Glück kollaborativen Arbeit im Wiki, wurden jetzt die Abstimmungsergebnisse der EU-Abgeordneten zum Telekom-Paket im Wiki von La Quadrature du Net zusammengeführt: Telecoms package directives 1st reading by score. Etwas weh tut, dass der französische Rechtsaußen Jean Marie Le Pen die Liste anführt. Aber was soll man machen, wenn man objektiv aus Verbraucherschutzsicht die Abstimmungen der vier Richtlinien und ihren zahlreichen Änderungsanträgen bewertet. (Es geht bei den Franzosen niemand davon aus, dass le Pen Peil von der Materie hat. Der hat dummerweise auch schon bei der Diskussion um die Softwarepatente sich allen Wahlempfehlungen angeschlossen, die wir an alle Abgeordneten verschickt hatten.)
Die Bewertung funktioniert nach einem (etwas komplizierten) Algorithmus. Für jeden Änderungsantrag wurden im Wiki Punkte vergeben. Diese Punkte wurden dann zusammengeführt.
Beste deutsche EU-Abgeordnete ist die Grüne Heide Rühle mit einem Score von 18,12, dicht gefolgt von den anderen deutschen in der Grünen-Fraktion. Das freut mich, weil Heide Rühle als Schattenberichterstatterin im Harbour-Report fungierte und wir sie in einem persönlichen Lobby-Gespräch von den vielen Fallen und Problemen in den Änderungsanträgen aufgeklärt haben. Als weitere Fraktion folgt die Linke mit vielen Abgeordneten hinter den Grünen. Aber Teile der liberalen EU-Fraktion steckt noch dazwischen und auch davor. Wenn auch keine deutschen liberalen Abgeordneten in den Spitzenpositionen dabei sind. Erster weitere deutsche EU-Abgeordneter aus einer anderen Fraktion ist Udo Bullmann von den Sozialdemokraten mit einem Score von 12,81. Peter Liese von der CDU/CSU folgt knapp mit 11,44. Es braucht einige Zeit, um den ersten deutschen liberalen EU-Abgeordneten zu finden. Das ist Graf Alexander Lambsdorff mit einem Score von 9.12.
Abgeordntenwatch.de hat sich auf die Mühe gemacht und das Abstimmungsverhalten der 99 EU-Abgeordneten in der äusserst umstrittene Universaldienste-Richtlinie (Harbour-Report) protokolliert.
Mit großer Mehrheit hat das EU-Parlament in erster Lesung für die umstrittene Universaldiensterichtlinie als Teil des sog. Telekom-Paketes gestimmt. Die deutschen Abgeordneten von Grünen und Linke votierten mit Nein. Radikalere Pläne, die von Datenschützern als massive Eingriffe in die Privatsphäre von Internetnutzern kritisiert wurden, milderten die Parlamentarier teilweise ab oder verwarfen sie.
Während in der Rahmenrichtlinie (Trautmann-Report) durch das Parlament einige aus unserer Sicht sehr sinnvolle und vernünftige Änderungsanträge durchgekommen sind, bleiben im Harbour-Report einige Fallen drin. Diese haben wir auch kritisiert. Daher ist es gut, dass Grüne und Linke dagegen gestimmt haben.
Update: Einen kleinen Haken hat unsere Zählweise mit dem Algorithmus. Wenn ein Abgeordneter einem schlechten Änderungsantrag nicht zustimmt, weil er/sie gar nicht anwesend ist, wird auch gezählt. Dann gibts trotzdem einen Punkt. Ist mir gerade aufgefallen, weil Udo Bollmann und Graf Lambsdorff laut Abgeordntenwatch gar nicht anwesend waren. Müssen wir beim nächsten mal noch optimieren und einberechnen, dass Abgeordnete gar nicht anwesend sind.
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: Kritik an Cloud Computing
: Kritik an Cloud Computing FSF-Gründer Richard Stallman hat sich im britischen Guardian zu Cloud Computing geäussert:
But Richard Stallman, founder of the Free Software Foundation and creator of the computer operating system GNU, said that cloud computing was simply a trap aimed at forcing more people to buy into locked, proprietary systems that would cost them more and more over time. „It’s stupidity. It’s worse than stupidity: it’s a marketing hype campaign,“ he told The Guardian. „Somebody is saying this is inevitable – and whenever you hear somebody saying that, it’s very likely to be a set of businesses campaigning to make it true.“ The 55-year-old New Yorker said that computer users should be keen to keep their information in their own hands, rather than hand it over to a third party.
Wer keine Ahnung hat, was Cloud Computing ist: Das ist das Konzept, um Daten auf zentralen Servern auszulagern. Google-Mail und eigentlich das ganze Google-Applikationen-System ist ein Beispiel dafür.
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: British Telecom startet neuen Phorm-Versuch
: British Telecom startet neuen Phorm-Versuch ZDNet berichtet mit Verweis auf die BBC, dass British Telecom erneut das Online-Werbesystem Phorm testet:
Wie die BBC berichtet, soll ab heute eine erste Gruppe von BT-Kunden dazu eingeladen werden, die neue Werbetechnologie per „Opt-In“-Verfahren zu testen. Die bisherige Praxis, Testläufe ohne die ausdrückliche Zustimmung der Nutzer durchzuführen, hatte nach ihrem Bekanntwerden in der Vergangenheit eine Protestwelle bei Datenschutzorganisationen ausgelöst. Mit Hilfe von Phorm lassen sich alle besuchten Seiten der Providerkunden analysieren, um aus den so ermittelten Daten ein detailliertes Interessensprofil der Nutzer zu erstellen. So kann den Nutzern auf allen Seiten, die sie besuchen, maßgeschneiderte Werbung gezeigt werden. Dieses sogenannte „Behavioral targeting“-Verfahren wird in der Werbebranche zunehmend populärer.
Die BBC-Originalquelle: BT to kick off fresh Phorm trial.
Telecoms giant BT is about to start further trials of a controversial internet advertising technology.
Die britische OPen Rights Group hat „4 good reasons not to take part in the BT Webwise trial“:
1. You gain nothing. BT is looking to profit from its deployment of behavioural targetted advertising technology, but you stand to gain very little. Unless the offer of “more relevant advertising” is something that holds a special promise for you, what you are getting in return for allowing BT to analyse your web surfing habits is an “anti-fraud” feature which is unlikely to give you anything more than the features already built into web browsers Internet Explorer 7 (available for free upgrade to existing Internet Explorer users) or Firefox 3 (also free) – or Opera.
Weitere Gründe sind:
* BT has already trialled Webwise on its customers – without telling you.
* BT are making you responsible for getting everyone who uses your computer to consent to being profiled by Webwise.
* BT Webwise turns the web inside out. -
: Datenschutz ins Grundgesetz?
: Datenschutz ins Grundgesetz? Die Grüne Bundestagsfraktion hat eine FAQ mit acht Fragen und Antworten zu ihrer Forderung online gestellt, den Datenschutz ins Grundgesetz aufzunehmen.
1. Der Datenschutz steht „schon im Grundgesetz drin“.
Nein. Das Bundesverfassungsgericht hat das Grundrecht aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht heraus entwickelt. Es handelt sich um reines Richterrecht und einfache Gesetze wie das Bundesdatenschutzgesetz. Dagegen wurde in den meisten Landesverfassungen eine gesetzliche Datenschutzregelung aufgenommen, etwa in Berlin (Art. 33), Brandenburg (Art. 11), Bremen (Art. 12), Mecklenburg-Vorpommern (Art. 6 Abs. 1 und 2), Nordrhein-Westfalen (Art, 4 Abs. 2 sowie die Verbürgung der Einrichtung des DSB in Art. 77a), Rheinland-Pfalz (Art. 4a), Saarland (Art. 2 Abs. 2), Sachsen (Art. 33), Sachsen-Anhalt (Art. 6 Abs. 1) und Thüringen (Art. 6). Der Datenschutz, so wie ihn die Bürgerinnen und Bürger kennen, ergibt sich bislang nur aus einem einfachen Gesetz, dem Bundesdatenschutzgesetz.
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: Wir brauchen dringend ein zeitgemäßes Copyright?
: Wir brauchen dringend ein zeitgemäßes Copyright? Ich bin ja einer Meinung mit Dieter Gorny, wenn er fordert: „Wir brauchen dringend ein zeitgemäßes Copyright. Eine Gesellschaft, die mit Kunst so umgeht, wie es momentan der Fall ist, verliert sich, ökonomisch wie inhaltlich.“ Allerdings bin ich wenig verwundert, was er sich unter einem zeitgemässen Urheberrecht vorstellt: „Die Leute müssen einsehen, dass illegale Downloads Diebstahl sind.“ Abgesehen davon, dass wir dank der Lobbybemühungen der Rechteinhaber (Die Gorny als Chef der Musikindustrie vertritt), nicht zu einem zeitgemässen Urheberrecht kommen und das derzeitige grösstenteils aus ihrer Feder kommt:
Ist denn die Kriminalisierung breiter Bevölkerungsschichten für die zeitgemässe Nutzung von digitalen Medien der richtige Weg für ein zeitgemässes Urheberrecht? Und fällt dazu den Rechteinhabern nichts anderes als diese Forderung ein, was vielleicht etwas nachhaltiger und innovativer für Künstler, Kultur und Gesellschaft sein könnte?
Ich bin doch noch bei was anderem einer Meinung mit Gorny: „Deshalb wünsche ich mir eine Debatte, die auch vonseiten der Politik auf Augenhöhe geführt wird, damit wir nicht immer fünf Jahre hinter der technologischen Entwicklung herhinken.“ Das wäre toll. Politiker, die diese Debatte auf einer Augenhöhe mit den Rechteinhabern führen können, einen eigenen Kopf haben und die gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen des digtalen Zeitalters im Auge haben. Solange wir die aber nicht haben, machen die Politiker in der Regel gerne, was die Rechteinhaber fordern. Die müssen das nur lange genug fordern. Im Zweifel kann man ja die CDU/CSU, FDP und Teile der SPD fragen…
Ansonsten gibt es noch das folgende Zitat aus dem Zeit-Interview, wo ich die Meinung nicht teile: „Die Musikverschenkerei übers Netz wird die Vielfalt nicht fördern, sondern vernichten. Über diesem läppischen, links angehauchten Diskutieren der digitalen Probleme droht eine ganze Musiklandschaft wegzurutschen.“ Und das von dem Herren, der uns VIVA-TV brachte.
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: Chaosradio: Biometrische Ausweisdokumente
: Chaosradio: Biometrische Ausweisdokumente Am vergangenen Mittwoch gab es wieder ein Chaosradio auf Fritz. Thema diesmal waren „Biometrische Ausweisdokumente – Jetzt erfassen wir alle“. Davon gibt es eine 80 MB grosse MP3.
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: Video: Freiheit statt Angst – Demonstration in Leipzig
: Video: Freiheit statt Angst – Demonstration in Leipzig In Leipzig gab es gestern schon eine kleine Demonstration im Vorfeld der „Freiheit statt Angst“ – Demonstration gegen die Vorratsdatenspeicherung und die ausufernde Überwachung am 11.Oktober in Berlin. Davon gibt es einen kleinen Videobericht:
[Danke an Stefan]
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: Transparente gegen die Vorratsdatenspeicherung
: Transparente gegen die Vorratsdatenspeicherung Die Ortsgruppe Rhein-Main des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung hat am Wochenende im Rahmen eines Workshops viele Transparente für die „Freiheit statt Angst“ Demonstration am 11. Oktober gemalt. Einen Überblick bietet dieses Foto:
Mehr Fotos gibts hier. Schöne Aktion! Vielleicht nehmen sich ja andere die Aktion zum Vorbild und basteln eigene Transparente.
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: Überwachungslawine in Deutschland – Deswegen gehen wir auf die Straße!
: Überwachungslawine in Deutschland – Deswegen gehen wir auf die Straße! Pressemitteilung des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung vom 29.09.2008:
Überwachungslawine in Deutschland – Deswegen gehen wir auf die Straße!
Zwei Wochen vor der großen Demonstration „Freiheit statt Angst – Stoppt den Überwachungswahn!“ in Berlin legt der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Zahlen vor, denen zufolge der Deutsche Bundestag in den letzten 10 Jahren mindestens 21 mal die Kontrolle und Beobachtung der Menschen verschärft hat. Dagegen hat das Bundesverfassungsgericht mindestens 12 mal Überwachungsgesetze oder ‑maßnahmen als verfassungswidrig aufgehoben. Das aber hindert die Bundesregierung nicht daran, ihren Kurs unbeirrt fortzusetzen: Momentan stehen mindestens 18 weitere Verschärfungen der staatlichen Bürgerüberwachung auf der Agenda.
Vor dem Hintergrund dieser Überwachungslawine ruft der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung alle Menschen auf, am Samstag, den 11. Oktober in Berlin gemeinsam für „Freiheit statt Angst“ auf die Straße zu gehen und eine 180-Grad-Wende der gegenwärtigen Überwachungspolitik zu verlangen. Statt Überwachungswahn und zweifelhafte Sicherheitsversprechen setzen wir uns für mehr Freiheit von staatlicher Kontrolle und Bespitzelung ein. Die Demonstration in Berlin ist der deutsche Beitrag zum weltweiten Aktionstag „Freedom not Fear“ am 11. Oktober 2008, an dem erstmals in über 20 Staaten weltweit Proteste gegen die exzessive Überwachung und Informationsansammlung stattfinden werden.
Der deutsche Aufruf zur Demonstration wird inzwischen von über 90 Organisationen aus den verschiedensten Teilen der Gesellschaft unterstützt, darunter auch Berufsverbänden wie dem Deutschen Anwaltsverein und Gewerkschaften wie dem DGB. Busse zur Demonstration können aus 100 deutschen Städten gebucht werden.
In einem heute veröffentlichten musikalischen Aufruf zur Demonstration[3] wird die Vielzahl bereits angewandter Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen aufgezählt, darunter Vorratsdatenspeicherung, Postkontrolle und Geruchsprobenentnahme. Die Bundeskanzlerin hört man erklären, weshalb es keine vor staatlichem Zugriff geschützten Räume geben dürfe, während der Bundesinnenminister beteuert: „Wir tun aber die Leute nicht überwachen und ausspionieren.“ Dem entgegen gehalten werden Forderungen nach einer kritischen Prüfung aller Sicherheitsgesetze und einer „neuen Bürgerrechtsbewegung“ als dem „besten Verfassungsschutz“.
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: PM zur ersten Lesung zum Telekom-Paket
: PM zur ersten Lesung zum Telekom-Paket Auch wenn wir immer noch nicht einen kompletten Überblick über das Abstimmungsverhalten rund um das Telekom-Paket haben, habe ich mal eine erste Pressemitteilung mit einer ersten Bewertung dazu verfasst:
Die erste Lesung des Telekom-Pakets hinterlässt gemischte Gefühle:
Es wurden viele Änderungsanträge abgelehnt, die eine deutliche Verschärfung von Urheberrechtsverfolgungen und Internetüberwachung forderten. Eine große Mehrheit der EU-Abgeordneten schloss sich unserer Forderung an, „dass die Rechte und Freiheiten der Endnutzer, insbesondere gemäß Artikel 11 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union zur Meinungs- und Informationsfreiheit, keinesfalls ohne vorherige Entscheidung der Justizbehörden eingeschränkt werden dürfen“. Ebenfalls deutlich wurde der Vorschlag abgelehnt, ein System von Internetsperrungen nach dem französischen Modell der „Graduate Response“ einzuführen.
Aber die Mehrheit der EU-Abgeordneten hat ich aus der Verantwortung gestohlen, indem sie kritische Punkte auf die nationale Ebene abgeschoben hat. Die soll jetzt definieren, was „rechtmäßige Inhalte“ sind und was nicht. Hier bleibt viel Interpretationsspielraum, der Abbau von Netzneutralität und mehr Überwachung der Internetnutzer droht weiterhin. Hier hätten wir uns ein deutliches Signal zur Stärkung von Verbraucherrechten auf EU-Ebene gewünscht. Unklar ist auch, was die gewünschten „freiwilligen Kooperationen“ aus Rechteinhabern und ISPs bringen werden. Hier ist zu befürchten, dass ISPs von der nationalen Regierungen unter Druck gesetzt werden, den Forderungen der Rechteinhaber nach einem mehrstufigen Verwarnsystem bei Urheberrechtsverstößen nachzukommen.
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: Europaparlament stimmt über Telekom-Paket ab
: Europaparlament stimmt über Telekom-Paket ab Ab 11:30h hat das Europaparlament heute über das Telekom-Paketin der ersten Lesung abgestimmt. Da mehr als 800 Änderungsanträgen zu den vier Richtlinien und einer Empfehlung auf der Tagesordnung standen, dauert es wohl noch etwas, bis wir konkretes wissen. Ich werde hier über die Fortschritte berichten und dann später die Ergebnisse kommentieren.
Update: Ich bin teilweise positiv überrascht. Einige unserer Positionen und Forderungen wurden heute von einer deutlichen Mehrheit im Europaparlament zugestimmt. Das ist besser gelaufen als erwartet. Aber viele Dinge sind weiter drin, wenngleich auch icht so radikal, wie es Rechteinhaber und Konservative geglaubt hätten. Wir müssen noch genauer analysieren, was genau abgestimmt wurde. Bei den vielen Änderungsanträgen dauert es etwas. Und wir konnten uns leider nicht in sämtlichen Punkten durchsetzen, so dass wir mal schauen müssen, was geschehen ist.
Eines ist klar: Das von den Rechteinhabern eingebrachte „3 Strikes and you’re out“-Modell hat eine deutliche Ablehnung durch das EU-Parlament bekommen! Allerdings hat man einige Punkte auf nationale Ebene abgeschoben. Diese sollen entscheiden, was „lawful content“ ist und was nicht. Das hätten wir auch noch gerne gekillt, aber da stand uns eine Koalition aus Liberalen, Konservativen und Sozialdemokraten im Weg. Auch wird weiterhin eine „freiwillige Kooperation“ zwischen Rechteinhabern und Internetprovidern gewünscht. Das steht weiter dem Ziel entgegen, dass das Telekom-Paket Verbraucherrechte stärken soll.
Aber alle radikalen Positionen zur Durchsetzung von Urheberrechten haben keine Mehrheit gefunden. Das „französische Modell“ der „graduate Response“ ist auf jeden Fall tot und auch einige Zensur-/Filter-Träume. Und das ist ein schöner Erfolg unserer Kampagne! Insgesamt bleiben aber gemischte Gefühle. Der Harbour-Report (Universaldiensterichtlinie) enthält weiter einige kritische Punkte. Grosse Teile der Linken und Grünen haben dagegen gestimmt, Konservative, Liberale und Sozialdemokraten überwiegend dafür. Aber ohne unsere Kampagne und die Aufmerksamkeit auf viele unbeachtete Punkte wäre es wohl schlechter gelaufen.
Der Spin von Konservativen, Liberalen und Sozialdemokraten läuft jetzt darauf hinaus, dass alles super ist und Verbraucherrechte gestärkt worden sind. Das stimmt aber nur in Teilen. Ich finde es schade, dass man in Teilen die Verantwortung auf die Nationalstaaten abgeschoben hat. Man hätte die Chance gehabt, auf EU-Ebene Verbraucherrechte deutlich zu stärken. Und zum Kompromisspapier hatten wir hier schon Anmerkungen gemacht. Mal schauen, was davon durchgekommen ist.
Mehr dazu:
Futurezone: Ohrfeige für „Three Strikes Out“.
Auch die Netzneutralität wird durch das Großvorhaben – insgesamt werden drei veraltete Richtlinien zum Thema gleichzeitig runderneuert – einigermaßen festgeschrieben, fixe IP-Adressen, die einer Person zugewiesen sind, gelten als persönliche Informationen, die unter Datenschutz stehen.[…] Kernaussage dieses Zusatzes ist, „dass die Rechte und Freiheiten der Endnutzer, insbesondere gemäß Artikel 11 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union zur Meinungs- und Informationsfreiheit, keinesfalls ohne vorherige Entscheidung der Justizbehörden eingeschränkt werden dürfen“ [Änderungsantrag 138 zu Absatz 4]. Ausnahmen: „es sei denn aufgrund höherer Gewalt, aufgrund der Erfordernisse zum Schutz der Integrität und Sicherheit von Netzen oder aufgrund nationaler strafrechtlicher Bestimmungen, die aus Gründen öffentlicher Belange, der öffentlichen Sicherheit oder der öffentlichen Moral erlassen wurden“. Unter diese Kriterien fällt wohl die Verfolgung von Urhberrechtsverstößen durch Tauschbörsenbenutzer.
Laut Informationen aus dem Europaparlament ist der letzte Teil von der Futurezone zitierten Ausnahmen falsch. Die Berichterstatterin Trautmann hat einen mündlichen Änderngsantrag durchgebracht, der ein grosser Sieg für unsere Bestrebungen ist:
ga) applying the principle that no restriction may be imposed on the fundamental rights and freedoms of end-users, without a prior ruling by the judicial authorities, notably in accordance with Article 11 of the Charter of Fundamental Rights of the European Union on freedom of expression and information, save when public security is threatened where the ruling may be subsequent.
Demnach gibt es keine Ausnahmen für „strafrechtliche Bestimmungen, die aus Gründen […] der öffentlichen Moral erlassen wurden“. Und das ist gut so. Auf diesen Punkt haben wir uns in den letzten Tagen konzentriert, weil er viele Filterbestrebungen ausschliesst. Dafür gab es dann auch eine deutliche Mehrheit.
Heise: EU-Parlament: Provider sollen „rechtmäßige Inhalte“ fördern
Das EU-Parlament hat in erster Lesung umfangreiche Korrekturen am Entwurf der EU-Kommission zur Reform des Telecom-Pakets vorgeschlagen. Vom Tisch sind nach der Abstimmung über die Neuregulierung des Telekommunikationsmarktes zudem Änderungsanträge konservativer Abgeordneter für die direkte Etablierung eines Systems der „abgestuften Antwort“ auf Urheberrechtsverletzungen, wonach Internetzugänge nach wiederholten Warnungen per E‑Mail gekappt werden sollten. Einer flächendeckenden Internetüberwachung widersetzten sich die Parlamentarier ausdrücklich. Eine große Mehrheit fanden aber Kompromissvorschläge, wonach nicht näher spezifizierte Verfahren zur Kooperation zwischen Internetprovidern und Unterhaltungsindustrie zur Förderung „rechtmäßiger Inhalte“ geschaffen werden sollen. […]Nicht durchsetzen konnte sich der konservative Berichterstatter Malcolm Harbour zudem mit einem Antrag, persönliche Informationen wie etwa Verbindungsdaten für die Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte freizugeben. „Das verhindert, dass die Provider zu Hilfssheriffs werden“, begrüßte Helga Trüpel, grüne Vizechefin des Kulturausschusses im EU-Parlament, diese Klauseln gegenüber heise online.
Heute morgen hatte Spiegel-Online vor der Abstimmung berichtet: EU-Parlament stimmt über Web-Kontrolle ab.
Raubkopiesperren, Datenschutz, mobiles Internet auf Fernsehfrequenzen: EU-Abgeordnete entscheiden am Mittwoch, wie die Europäische Union das Web regulieren könnte. SPIEGEL ONLINE erklärt die wichtigsten Themenblöcke.
Und hier sind ein Teil der Abstimmungsergebnisse : (Siehe unsere Liste an Wahlempfehlungen)
Aus unserer Sicht „gute“ angenommen Änderungsanträge:
- – – trautmann : 120, 138 \o/, 142
– – – harbour : 157/163, 166 \o/, 186, 187Aus unserer Sicht „schlechte“ abgelehnte Änderungsanträge:
- – – trautmann : 132/137 (withdrawn by Hyeronimi, Pan, le Toubon), 139
– – – harbour : 9/191, 30, 33, 34, 126, 130, 134, 177, 179Aus unserer Sicht „schlechte“ angenommen Änderungsanträge:
- – – trautmann : 61, 64, 98, 100
– – – harbour : 11, 14, 62, 67, 75, 76, 101, 112, 117, 122, 182,
192 (without the word „individual“, splitted out), 194Zoomer.de hat ein Interview mit mir gemacht: „Das hat in dem Gesetz nichts verloren“.
Die Vielzahl der Änderungsanträge macht es für gewöhnliche Bürger sehr schwierig, durchzublicken.
Wir kritisieren auch ganz stark die mangelnde Transparenz des Europa-Parlaments in dieser Sache. Dadurch, dass es so schnell gehen musste, hat man einen Teil der Änderungsanträge erst gestern im Internet gefunden – worüber heute die Abgeordneten abgestimmt haben. Das ist einerseits schon für die Abgeordneten ein Problem, die können sich gar nicht richtig vorbereiten. Die müssen sich auf andere verlassen, die quasi die Vorlagen liefern. Und für die interessierte Öffentlichkeit ist es eigentlich auch so gut wie unmöglich, den demokratischen Prozess zu kontrollieren und zu begleiten. Sie können nicht innerhalb von einem Tag 800 Änderungsanträge durchlesen – selbst, wenn Sie das juristische Fachwissen haben.
SWR: Mehr Rechte für Internet- und Handynutzer.
Der Sorge von Datenschützern und Bürgerrechtlern, das Telekom-Paket könnte durch einen Teil seiner vielen Unterpunkte die umfassende Kontrolle der Internetnutzung ermöglichen, trugen die Abgeordneten offenbar Rechnung. So hatte das Weblog “Netzpolitik.org“ vor einer Klausel in der Universaldiensterichtlinie gewarnt, die so ausgelegt werden könne, dass Internet-Zugangsprovider angehalten werden könnten, das Surfverhalten ihrer Kunden auf “rechtmäßige“ und “unrechtmäßige“ Inhalte hin zu überwachen. Die Blogger sahen darin ebenso wie andere Datenschutz- und Internetaktivisten das Einfallstor, um im Auftrag von Musik- und Filmindustrie nach möglichen Raubkopien zu suchen und Bürger auszuspionieren. Ihr Schreckensszenario: Nutzern “unrechtmäßiger“ Inhalte könnte der Internetzugang gesperrt oder gedrosselt werden, wie es in Frankreich auf nationaler Ebene eingeführt werden soll.
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: 1 Jahr Grossdemonstration gegen die Vorratsdatenspeicherung
: 1 Jahr Grossdemonstration gegen die Vorratsdatenspeicherung
Knapp verpasst: Gestern vor einem Jahr fand in Berlin die grösste Demonstration für mehr Datenschutz und gegen Überwachung seit mehr als 20 Jahren statt. Das ist doch nochmal ein Grund auf die kommende Grossdemonstration in Berlin am 11. Oktober hinzuweisen. Unter dem Motto „Freiheit statt Angst“ rufen mittlerweile mehr als 70 Organisationen und Initiativen dazu auf. Es gibt aus den unterschiedlichsten Regionen und Städten 100 geplante Busse, die nach Berlin fahren. Diese können im Foebud-Shop gebucht werden. Einen Extra-Bus gibt es aus dem Rhein-Main-Bereich. Materialien zur Werbung der Demonstration können auch noch bestellt werden. Dazu gibts Banner und sonstigen Online-Schnickschnack. Dringend gesucht werden noch Spenden, um die Demonstration zu finanzieren.
Gleichzeitig finden in bisher mehr als 20 Ländern im Rahmen eines internationalen Aktionstages gegen Überwachung am gleichen Tag Demonstrationen und sonstige Sachen statt.

Im Foebud-Shop gibt es auch das offizielle Demo-T-Shirt für 17 Euro zu erwerben. Sieht auch gut aus.
Wer möchte, kann auch gerne für die Demonstration mobilisieren. Das kann man tun, indem man mit anderen darüber spricht. Darüber bloggen klappt auch prima.
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: EU-Abgeordneter warnt vor netzpolitik.org
: EU-Abgeordneter warnt vor netzpolitik.org In einer offiziellen Pressemitteilung des Europaparlaments wurde netzpolitik.org noch nie namtlich genannt. Auch wurde noch nie in einer offiziellen Pressemitteilung vor uns gewarnt. Bis heute: Berichterstatter: Telekom-Paket führt nicht zu mehr Überwachung im Netz.
Das Gesetzesvorhaben hat großes Interesse und entsprechende Lobbyarbeit bei Industrievertretern sowie bei Gruppen und Bloggern ausgelöst, die sich für die Privatsphäre im Netz ein möglichst unreguliertes Internet stark machen. Internetgruppen und Blogger wie La Quadratur du Net in Frankreich oder Netzpolitik.org in Deutschland haben insbesondere Befürchtungen geäußert, das Telekompaket könne dazu genutzt werden, auf Druck der Unterhaltungsindustrie den Urheberrechtsschutz im Internet zu verstärken, indem Provider verpflichtet würden, den Datei-Tausch (filesharing) oder illegale Downloads durch ihre Kunden zu unterbinden bzw. Informationen über das Verhalten ihrer Kunden im Internet an Behörden weiterzugeben.[.…] Die Änderungen am Gesetzesvorschlag, die in seinem Bericht vorgesehen sind, hätten „nichts zu tun mit der Durchsetzung von Urheberrechten. Dies ist und war niemals das Ziel dieses Vorschlags“, so Berichterstatter Harbour. Andere Interpretationen bezeichnet er als „alarmistische Angstmacherei“.
Das sei natürlich alles gar nicht so, sagt Malcolm Harbour, der Berichterstatter im EU-Parlament für die Universaldiensterichtlinie. Wenn das nicht so ist, warum kann man dies nicht klar in den Richtlinien sagen? Und warum lässt man dann durch schwammige Formulierungen und Definitionen den Interpretationsspielraum offen? Morgen entscheidet das EU-Parlament über das Telekom-Paket. Darin sind vier Richtlinien zusammengefasst, die den neuen EU-Gesetzesrahmen für den Telekommunikationssektor schaffen. Wir sind nicht gegen das Telekom-Paket im Ganzen, sondern kritisieren einige Punkte, die unserer Meinung nach schädlich für ein offenes Internet und Bürgerrechte im Allgemeinen sind. Und wir sehen in diesen Punkten und einigen Änderungsanträgen (vor allem von konservativer Seite) einen klaren Verweis auf eine Verschärfung der Bekämpfung von Urheberrechtsvergehen. Da geht es um den Abbau von Netzneutralität, der Einführung von DRM / TCPA Infrastrukturen, der Verfolgung von Urheberrechtsdelikten, den Einstieg in Internetzensur und den weiteren Abbau der Privatsphäre von Internetnutzern in Europa.
Das kann man transparent nachlesen und sich eigene Gedanken machen: Einen Überblick über die einzelnen Änderungsanträge, worüber morgen die EU-Abgeordneten abstimmen, findet man hier. Dort finden sich auch Bewertungen aus unserer Sicht, ob Änderungsanträge sinnvoll für ein offenes Internet sind, oder schädlich.
Auch spricht der konservative Abgeordnete Malcolm Harbour nicht für das gesamte EU-Parlament, wie man an den Einreichungen von Änderungsanträgen durch andere Fraktionen und auch durch konservative Abgeordnete sehen kann.
Lustige Nebensache: Offizielle Pressemitteilungen und ihre Inhalte müssen nicht unbedingt korrekt sein, wie man an diesem Satz sehen kann:
Rund 250.000 Europäer haben nach Angaben des EU-Statistikamtes Eurostat Zugang zum Breitbandinternet und damit die Möglichkeit, große Dateimengen aus dem Netz zu laden.
Hätte man 250.000 Berliner geschrieben, wäre dies vermutlich auch falsch.
Ich bin übrigens etwas verwundert darüber, dass die englischsprachige Pressemitteilung sich signifikant von der deutschsprachigen unterscheidet. Ich ging eigentlich davon aus, dass eine Original-Meldung erstellt wird und diese dannin unterschiedliche Sprachen übersetzt wird. Das scheint aber nicht so zu sein.
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: EFF klagt gegen US-Spionagebehörde
: EFF klagt gegen US-Spionagebehörde Die EFF hat die „US-Spionagebehörde verklagt“:
Die amerikanische Netzbürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) hat eine große Sammelklage gegen die US-Regierung, den Geheimdienst NSA sowie Verantwortliche in der Leitungsebene von Behörden angestrengt, die für eine großangelegte Abhöraktion auf amerikanische Internet-Nutzer verantwortlich sein sollen. „Seit Jahren spioniert die NSA massiv in den örtlichen Netzen des Telekommunikationsanbieters AT&T, geht dort auf Fischzüge“, heißt es in einem Statement der EFF, „unsere Klage soll diesem Datenschleppnetz endlich ein Ende bereiten“.
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: 1st European Privacy Open Space
: 1st European Privacy Open Space Koodiniert vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Kiel (ULD) findet vom 13.–15. Oktober 2008 die erste PrivacyOS Konferenz statt.
Privacy Open Space ist ein EU-gefördertes Projekt, dessen Intention es ist, Vertreter aus der Industrie, SMEs, der Regierung und Universitäten zusammenzubringen um datenschutzrelevante und ‑brisante Themen in Europa zu diskutieren und damit den einheitlichen Datenschutz in Europa zu fördern. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit sich über research and best practices auszutauschen, neue Strategien zu entwickeln und Aufmerksamkeit für neue Probleme und Themen wecken. Dabei sind die Teilnehmer eingeladen, im Rahmen des Open Space Methode eigene Themen auf die Agenda zu stellen.
Die Konferenz findet im Europaparlament statt und steht unter der Schirmherrschaft von Alexander Alvaro. Die Teilnahmegebühr beträgt 100 € und Registrierung ist möglich bei privacyos at datenschutzzentrum.de .


