Digital Rights

  • : Verfassungsrichter: Wahlcomputer unsicher
    Verfassungsrichter: Wahlcomputer unsicher

    Das Bundesverfassungsgericht hat noch keine offizielle Pressemitteilung online, aber die Futurezone titelt schon mit Verweis auf Reuters: Verfassungsrichter: Wahlcomputer unsicher.

    Mehrere Richter kritisierten am Dienstag in der mündlichen Verhandlung des Gerichts in Karlsruhe, dass mit den derzeitigen Systemen weder die korrekte Speicherung der abgegebenen Stimmen noch deren Auszählung kontrolliert werden könne. Das Wahlergebnis könne später bei Bedarf jedoch überprüft werden, wenn die Stimmen als Wahlzettel ausgedruckt und aufbewahrt würden, sagte Richter Rudolf Mellinghof.

    Interessant ist auch der Artikel in der Frankfurter Rundschau: Zweifelhafte Wahlcomputer.

    Die Vertreter des Deutschen Bundestages und der hessische Landeswahlleiter Wolfgang Hannappel verteidigten die Wahlcomputer: Auch Menschen machten Fehler. Gerade bei mehreren Wahlen an einem Tag gebe es Zählfehler, die bei der Maschine ausgeschlossen seien. Während bei der manuellen Wahl Stimmberechtigte häufig ungewollt ungültig wählen, könnte eine Wahlmaschine eine ungültige Stimme sofort erkennen und nachfragen. Deshalb gebe es bei Wahlmaschinen nur halb so viel ungültige Stimmen.

    Und lesenswert ist der Kommentar bei Zeit-Online: Verfassungsrichter trauen Rechnern nicht.

    Den Befürworten genügt jedoch diese grundsätzliche Gefahr als Argument nicht. Bundestag und Landeswahlleiter halten die Wahlcomputer für praktisch und sicher, das scheint ihnen zu reichen. Die Vorteile liegen aus ihrer Sicht auf der Hand: Kosten und vor allem Zeit lassen sich sparen, denn die Auszählung per Computer geht ungleich schneller als per Hand, die Kommunen müssen nicht mühsam nach Wahlhelfern und Auszählern suchen, die sich immer schwerer finden lassen; die Ergebnisse könne zügig an die Landes- und den Bundeswahlleiter übermittelt werden. Die Öffentlichkeit und die Wähler, nicht zuletzt die Medien, haben rasch endgültige Ergebnisse. Wie immer, wenn es um technischen Fortschritt geht, stellt sich allerdings die Frage: Was sind wir bereit, für die Beschleunigung und die Vereinfachung zu opfern?

    Heise war vor Ort: Verfassungsgericht bereitet Grundsatzentscheidung zu Wahlcomputern vor.

    Mellinghoff ließ auch durchblicken, dass der Zweite Senat eine Grundsatzentscheidung vorbereitet. Der Maßstab, „den wir in diesem Fall ganz neu bilden müssen“, werde Auswirkungen auf eine ganze Reihe von Wahlsystemen haben. Ob er sich grundsätzlich gegen eine Mediatisierung der Stimmabgabe wende, wollte Verfassungsrichter Prof. Udo Di Fabio von dem zweiten Vertreter der Beschwerdeführer, Prof. Wolfgang Löwe, wissen und brachte provokativ das Wort „Technikfeindlichkeit“ ins Spiel. „Mit Technikfeindlichkeit hat das gar nichts zu tun“, entgegnete Löwe. Die gegenständliche Verkörperung der Wählerstimmen sei aber ein wesentliches Element für die Sicherheit durch Kontrolle. Während wir in der Bundeswahlordnung den Umgang mit Stimmzetteln „liebevoll im Detail regeln“, klaffe bei den Wahlcomputern hingegen „ein normatives schwarzes Loch“. Es ginge nur darum, das blinde Vertrauen in die Technik auszuschließen. Dem schloss sich der dritte Vertreter der Beschwerdeführer, der Hamburger Staatsrechtler Prof. Ulrich Karpen, ausdrücklich an. „Wir sind keine Technikfeinde“, erklärte er. „Was wir sagen ist, dass der Stand der Technik noch nicht ausgereift ist.“ Und Wahlen seien nun einmal „kein geeignetes Spielfeld für technische Innovationen“.

    28. Oktober 2008 6
  • : DMCA: 10 Jahre unabsichtliche Konsequenzen
    DMCA: 10 Jahre unabsichtliche Konsequenzen

    Der „Digital Millenium Copyright Act“ (DMCA), die „an das digitale Zeitalter angepasste“ US-Copyright Gesetzgebung, feiert heute den 10. Geburtstag. Der DMCA war auch Vorbild für unsere „European Copyright Directive“ (EUCD), woraus dann im 1. und 2. Korb unser „an das digitale Zeitalter angepasstes“ Urheberrecht wurde. Beide gemein haben den gesetzlichen Schutz von technischen DRM- / Kopierschutz-Massnahmen.

    Zur Feier des Tages hat die Electronic Frontier Foundation einen 19-seitigen Report mit den grössten Schauermärchen rund um die restriktive Copyright-Gesetzgebung veröffentlicht: Unintended Consequences: Ten Years Under the DMCA. Die EFF kommt dabei zum Fazit, dass der DMCA Fair Use, Freie Meinungsäusserung, wissenschaftliche Forschung und den Wettbewerb beeinträchtigt hat. Gelobt wird hingegen die Regelung des „Notice and take-down“. Nach dieser Regelung müssen Inhalteanbieter und Provider Inhalte erst runternehmen, wenn ein Rechteinhaber dies berechtigterweise wünscht. Eine solche Regelung fehlt in Deutschland, weswegen hier weniger Netz-Innovation möglich ist. Diese Regelung könnte z.B. im Telemediengesetz eingeführt werden.

    Bei Heise gibt es auch einen Übersichtsartikel: Zehn Jahre Digital Millennium Copyright Act: Recht fürs Internet? Mehr Informationen bieten auch Freedom-to-Tinker und Public Knowledge.

    28. Oktober 2008 2
  • : Wahlcomputer sind sicher! Äh, Wahlgeräte!
    Wahlcomputer sind sicher! Äh, Wahlgeräte!

    Heute verhandelt das Bundesverfassungsgericht über die Rechtmäßigkeit von Wahlcomputern. Zumindest liegt darin unser Kritikpunkt: Es handelt sich um Geräte, die elektronisch arbeiten ‑nicht mechanisch. Bislang erlaubt das Gesetz den Einsatz von „Wahlgeräten“. Ein Wahlgerät kann beides sein; mechanisch wie elektronisch.

    Aber darin besteht ein großer Unterschied; habe ich beim „Sezieren“ eines mechanischen Wahlgerätes noch die Möglichkeit physisch nachzuvollziehen, was welcher Hebel bewirkt, so muss ich bei einem Wahlcomputer auf die Analyse virtueller Software vertrauen. Und ob beim Übertragen der Software (vielleicht auch nur wegen des kosmischen Rauschens) ein Bit kippt, ist für mich schlichtweg nicht überprüfbar.

    Nun hat gestern der Vorsitzende des Wahlprüfungsausschusses des Deutschen Bundestages, Carl-Christian Dressel (SPD), über den Parlaments-eigenen Pressedienst HiB seine Stellungnahme verbreiten lassen. Ihre Überschrift lautet: Abstimmung mit Wahlgeräten ist sicher

    Nur wer die HiB-Melden via E‑Mail abonniert hat, kann nachvollziehen, dass 20 Minuten vorher der Titel noch lautete: Abstimmung mit Wahlcomputern ist sicher.

    Tja, kein einfaches Thema, oder Herr Dressel? Solang Sie noch wissen, worum’s geht.

    Ebenfalls wurde gestern ein ausführlicher Bericht des Chaos Computer Clubs zu Wahlcomputern (PDF) veröffentlicht.

    ps.: Inhaltlich will ich da garnicht groß drauf eingehen, beim Überfliegen les ich aber grad: „Von der einfachen Handhabung der elektronischen Wahlgeräte sind besonders ältere Wähler positiv überrascht.“ – vermutlich darüber positiv überrascht, dass man daran denkt ihnen eine Lupe für die viel zu kleine Beschriftung der Felder an den Computer zu hängen *scnr*.

    Als Hintergrund-Informationen passt der mittlerweile zwei Jahre alte Netzpolitik-Podcast mit Andreas Bogk vom Chaos Computer Club ganz gut: Wahlmaschinen hacken.

    28. Oktober 2008 8
  • : Wahlbeobachterbericht zur Kommunalwahl in Brandenburg
    Wahlbeobachterbericht zur Kommunalwahl in Brandenburg

    Der Chaos Computer Club hat einen ausführlichen Wahlbeobachterbericht zur Kommunalwahl in Brandenburg vorgelegt, wo am 28. September 2008 in zehn Kommunen mit Wahlcomputern gewählt wurde: Computerwahl in Brandenburg: Jüngste Beobachtungen übertrafen schlimmste Befürchtungen. Ziel der Wahlbeobachter-Aktion war es, den tatsächlichen Einsatz von Wahlcomputern bei den Kommunalwahlen zu dokumentieren und die Behauptungen des Wahlcomputer-Herstellers sowie der zuständigen Bundes- und Landeswahlbehörden zur Sicherheit, Akzeptanz und Bedienerfreundlichkeit zu überprüfen.

    Nach den Beobachtungen in den Wahllokalen ist klar, dass wichtige Regeln beim Einsatz der manipulationsanfälligen Wahlcomputer weiterhin missachtet wurden. Im Detail wurden die schon bei früheren Wahlbeobachtungen festgestellten Sicherheitsprobleme sowie Schwierigkeiten bei Aufbau, Betrieb, Auszählung und der eigentlichen Wahlhandlung bestätigt. Auch die Versprechen der Hersteller und Verkäufer der Wahlcomputer, dass Personal und damit Kosten gespart würden, wurden eindeutig widerlegt.

    28. Oktober 2008
  • : Chaosradio zu den Big Brother Awards 2008
    Chaosradio zu den Big Brother Awards 2008

    Morgen Abend gibt es um 22 Uhr auf Fritz-Radio wieder eine Folge Chaosradio. Diesmal berichten Frank Rosengart und Constanze Kurz über die Ergebnisse der „Big Brother Awards 2008 – Der Preis für die größten Datenkraken des Jahres

    Am Freitag, den 24. Oktober 2008 wurde in Bielefeld das neunte Mal der Big Brother Award verliehen. In sieben Kategorien sind Firmen und Behörden ausgezeichnet worden, die sich ganz besonders um die Verletzung des Datenschutzes und der Privatsphäre verdient gemacht haben. Der Chaos Computer Club ist Teil der Jury, die die Preisträger auswählt. Und so können wir euch im Chaosradio die diesjährigen Preisträger im Detail vorstellen.

    Außerdem erwarten wir weitere Vorschläge von euch – wem würdet ihr einen Big Brother Award geben, wer ist eurer Meinung nach die größte Datenkrake? Nach den jüngsten großen Datenskandalen unter anderem bei der Telekom interessiert uns, ob ihr jetzt bewusster und sparsamer mit euren Daten umgeht. Oder lässt euch das kalt?

    28. Oktober 2008
  • : Bayern: CSU und FDP Koalition mit Online-Durchsuchung
    Bayern: CSU und FDP Koalition mit Online-Durchsuchung

    In Bayern sind die Koalitionsverhandlungen zwischen CSU und FDP abgeschlossen. Bei der Online-Durchsuchung konnte die FDP durchsetzen, dass keine heimlichen Hausdurchsuchungen gemacht werden dürfen, um Trojaner zu installieren. Mehr ist den Medienberichten derzeit nicht zu entnehmen.

    Damit ist die Online-Durchsuchung und somit das heimliche Betreten von Computern auch nicht abgeschafft: Für meinen Computer sollten dieselben Regelungen zur Privatsphäre existieren, wie für meine Wohnung.

    25. Oktober 2008 9
  • : BigBrotherAwards 2008: Die Gewinner
    BigBrotherAwards 2008: Die Gewinner

    In Bielefeld sind heute die BigBrotherAwards 2008 verliehen worden. Hier ist die Liste der Gewinner mit den Kurzbegründungen:

    Der BigBrotherAward 2008 in der Kategorie „Verbraucher“ geht an die Mitglieder des 16. Deutschen Bundestages für das Durchwinken mehrerer Gesetze, die eine Erhebung, langfristige Speicherung und Weitergabe von detaillierten Daten über Reisende erzwingen.

    Der BigBrotherAward 2008 in der Kategorie „Europa/EU“ geht an den Rat der Europäischen Union (EU-Ministerrat) in Brüssel für die demokratisch nicht legitimierte EU-Terrorliste, in der Organisationen und Einzelpersonen als „terroristisch“ eingestuft und gravierenden Sanktionen unterworfen werden.

    Der BigBrotherAward 2008 in den Kategorien „Arbeitswelt“ und „Kommunikation“ geht an die Deutsche Telekom AG für die illegale Nutzung von Telefonverbindungsdaten zur Bespitzelung von Telekom-Aufsichtsräten und Journalisten. Dies ist ein beispielloser Vertrauensbruch gegenüber ihren Mitarbeitern, Kunden und der gesamten Öffentlichkeit.

    Den BigBrotherAward 2008 in der Kategorie „Technik“ erhält die Yello Strom GmbH für ihre Vorreiterrolle bei der Einführung der Digitalstrom-Technik für Privatkunden. Diese Technik ermöglicht eine sekundengenaue Verbrauchserfassung jeder Wohnung und sogar einzelner Geräte und könnte damit in Zukunft zu einer detaillierten Aktivitäts-Überwachung im häuslichen Bereich genutzt werden.

    Der Big Brother Award 2008 in der Kategorie „Verbraucher“ geht an den Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V. (ADM) für die rechtswidrige Richtlinienempfehlung, Telefoninterviews im Bedarfsfalle auch ohne Kenntnis von Interviewern und Interviewten heimlich mitzuhören.

    Den BigBrotherAward 2008 in der Kategorie „Politik“ erhält das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie für die Verabschiedung des Gesetzes über das ELENA-Verfahren, ehemals „Jobcard“ genannt. Dieses Verfahren setzt eine zentrale Datensammlung der Einkommensdaten aller Arbeitnehmer voraus und ist verbunden mit der Zwangseinführung der elektronischen Signatur.

    Der BigBrotherAward 2008 in der Kategorie „Gesundheit und Soziales“ geht an die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) für die Weitergabe von Patientendaten von 200.000 chronisch kranken Versicherten an eine Privatfirma, ohne die Versicherten über die Weitergabe zu informieren oder ihre Zustimmung einzuholen.

    24. Oktober 2008 7
  • : Bilder der Überwachung
    Bilder der Überwachung

    Von Dietmar Kammerer ist im Suhrkamp-Verlag das Buch „Bilder der Überwachung“ erschienen. Auf 383 Seiten geht es um Videoüberwachung, die Kontrollgesellschaft und aktuelle Entwicklungen rund um Überwachung.

    Die FAZ schrieb darüber:

    „Kammerer changiert so virtuos zwischen Geschichte, Theorie und aktueller Praxis der Überwachung und formuliert brillant, dass es schwerfällt, ein ihm ebenbürtiges Werk zu benennen.“

    Aus der Beschreibung des Verlages:

    Videoüberwachung produziert Bilder, in Hollywood-Filmen wie Der Staatsfeind Nr. 1 oder Die Truman Show werden die Kameras aber auch selbst zum Bild; den Police-Song »Every Breath You Take« kann man als Hymne der Sicherheitsfetischisten interpretieren und Michel Foucaults »panoptische Gesellschaft« muß angesichts technologischer Fortschritte neu gedacht werden. Diese kulturwissenschaftliche Studie über Videoüberwachung und ihre medialen Repräsentationen führt von 1667, als der »Sonnenkönig« Louis XIV. die Straßenbeleuchtung zentralisieren ließ, bis in die Gegenwart, in der gesichtserkennende Systeme Täter aus der Menge fischen sollen, Bürgerrechtler zur Überwachung der Überwacher aufrufen und Passanten vor echten Videokameras falsches Theater spielen.

    Das Buch kostet 13 Euro und ich pack es mal weit nach oben auf dem Stappel der Bücher, die ich noch lesen muss.

    24. Oktober 2008 3
  • : Privatsphäre schützen mit Firefox
    Privatsphäre schützen mit Firefox

    Patrick Breyer hat eine Übersicht verschiedener Firefox-Plugins, mit deren Hilfe man die eigene Privatsphäre beim surfen etwas mehr schützen kann: Privat surfen: Meine Datenschutz-Konfiguration.

    Mit diesem Beitrag möchte ich andere Nutzer und Blogger einladen, ihre Datenschutz-Einstellungen zum Surfen im Internet vorzustellen und zu diskutieren.

    20. Oktober 2008 3
  • : GPL Compliance Engineering Guide
    GPL Compliance Engineering Guide

    Armijn Hemel hat den „GPL Compliance Engineering Guide“ (PDF) veröffentlicht, eine Anleitung zum Suchen nach GPL-Verletzungen, in der er Methoden und Tools vorstellt. Bei Pro-Linux gibt es dazu noch einen Bericht: Anleitung zum Suchen nach GPL-Verletzungen . Nicht alle vorgestellten Methoden sind dank des Urheberrechts legal, aber aus wissenschaftlichen Gründen darf man trotzdem auf die Möglichkeiten hinweisen.

    20. Oktober 2008
  • : Scoring – Wie Verbraucher durchleuchtet und bewertet werden
    Scoring – Wie Verbraucher durchleuchtet und bewertet werden

    Schon 11 Tage alt, aber immer noch aktuell, ist ist der Deutschlandfunk-Hintergrund zum Thema „Scoring – Wie Verbraucher durchleuchtet und bewertet werden“.

    Die meisten Verbraucher wissen nicht, dass sie täglich bei fast jedem Vertragsabschluss – also auch beim simplen Einkaufen – gerastert und in Schubladen gesteckt werden. Scoring heißt das automatisierte und mathematisch komplizierte Verfahren, in das viele Faktoren einfließen – verdeckt, denn transparent wird das keineswegs gemacht.

    Hier ist die MP3 dazu.

    20. Oktober 2008 1
  • : Überwachung bei Demonstrationen
    Überwachung bei Demonstrationen

    Es gibt einen ca. fünf Minuten langen Clip von der „Freiheit statt Angst“-Demonstration in Berlin, wo die Hauptdarsteller die vielfältigen und vielzähligen Überwachungskameras der Polizei sind:

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

    20. Oktober 2008 4
  • : 25 Argumente gegen Kopierschutz und DRM
    25 Argumente gegen Kopierschutz und DRM

    Das Technologizer-Blog hat „25 Arguments for the Elimination of Copy Protection“. Das sind 20 Argumente mehr, als wir vor zwei Jahren mal in dem Beitrag „Kopierschutz entmündigt!“ gebloggt haben.

    18. Oktober 2008 2
  • : Symantec-Chef will mehr Internetüberwachung
    Symantec-Chef will mehr Internetüberwachung

    Der CEO der US-Sicherheitsfirma Symantec, John W. Thompson, hat tolle Ideen, wie man die Internetsicherheit erhöhen kann: „Datenschutz dient oft nur als Vorwand“. Einfach mal Profile der Internetnutzer erstellen, diese überwachen und Vorratsdatenspeicherung machen, damit man eine Risikoanalyse erstellen kann: Der Internetnutzer könnte ja mal ein Verbrecher werden.

    VDI nachrichten: Dennoch: Vor wenigen Tagen gelang es dem niederländischen Sicherheitsexperten Jeroen van Beek mit einem selbst erstellten E‑Passport ungehindert die Sicherheitskontrollen des internationalen Flughafens Amsterdam-Schiphol zu passieren. Dazu nahm er ausgerechnet die Identität von Elvis Presley an. Müssen wir dennoch nicht neue Strategien anwenden, um der Bedrohung Herr zu werden?

    Thompson: Nochmal nein. Solche Dinge werden sich schwer durch Sicherheitssoftware verhindern lassen, das lässt sich nicht so ohne Weiteres einprogrammieren. Vorstellen kann ich mir da bereits eher – jetzt in Bezug auf das Internet -, dass man auf Basis des Leumundes eines Anwenders vorgeht. Man schaut, was ist das für ein Anwender, welche Seiten hat er besucht, welche Gefahr geht von ihm aus? Auf Basis dieser Infos lässt sich dann ein Profil erstellen und Unternehmen können darauf entsprechend reagieren.

    VDI nachrichten: So etwas halten Sie nicht bedenklich für den Datenschutz?

    Thompson: Aber nicht doch: Wir müssen über einige dieser vermeintlichen Ängste hinwegkommen, wenn wir ein sicheres Internet haben wollen. Es wird immer Datendiebe geben, und die lassen sich nicht aufhalten, das müssen wir lernen zu akzeptieren. Das ist wie Bankraub: Solange es Banken gibt, wird es auch Bankräuber geben. Ansonsten gibt es einfach zu viel unachtsamen, unprofessionellen und undisziplinierten Datenverkehr im Internet. Diesem müssen wir uns vor allem widmen und ihn sicherer machen.

    18. Oktober 2008 5
  • : Patrick Breyer: Unser Traum
    Patrick Breyer: Unser Traum

    Patrick Breyer hat jetzt auch seine Rede von der Abschlusskundgebung der „Freiheit statt Angst“-Demonstration am vergangenen Samstag als Transcript online gestellt: Unser Traum.

    Unser Traum ist der von einer Gesellschaft, die Sicherheit erreicht, indem sie die Achtung vor dem Recht des anderen stärkt. Eine Gesellschaft, in der wir wieder durch unsere Stadt gehen können ohne Videoüberwachung, und stattdessen ist die Polizei erreichbar, wenn sie gebraucht wird. (starker Applaus) Eine Gesellschaft, in der wir wieder ebenso anonym telefonieren können, wie wir miteinander sprechen können, ohne, dass jemand mitschreibt. Wie uns gerade die permanenten Telekom-Skandale wieder zeigen, würden wir damit sicherer leben und nicht unsicherer. Die Vorratsdatenspeicherung muss weg! (Applaus)

    Wir wollen eine Gesellschaft, in der wir wieder Bus und Bahn fahren können, ohne grundlos gefilmt zu werden. Mögliche Schäden durch Vandalismus können problemlos aus den eingesparten Überwachungskosten beglichen werden, und es ist noch immer Geld übrig um Verkehrsverbindungen zu verbessern oder Fahrpreise zu senken. (Applaus) Stellt euch diese Welt vor! Wir können wieder Weltreisen machen, ohne in Verdacht zu geraten, wenn wir muslimische Länder zu besuchen. Wir können wieder reisen, ohne an der Grenze wie ein Verbrecher registriert zu werden. Die gesparten Millionen für Biometrietechnik werden in Ausrüstung der Polizei investiert, damit Polizisten nicht mehr mit ihrem Privathandy telefonieren müssen! (wendet sich an Polizisten) (Applaus) Stellt euch vor, wir können wieder Auto fahren, ohne massenhaft mit Polizeidateien abgeglichen zu werden, und das Geld fließt stattdessen in gezielte Präventionsarbeit mit gefährdeten Jugendlichen. Stellt euch vor, Informationen über unsere Krankheiten bleiben weiterhin ausschließlich bei unserem Arzt gespeichert, und die gesparten Milliarden für die Gesundheitskarte fließen in eine bessere Versorgung. (Applaus) Eine Welt ohne Massenüberwachung, in der wir noch dazu sicherer leben als heute, ist möglich. Wir wollen, dass unsere Kinder in einer solchen Welt aufwachsen, und dafür kämpfen wir! (Applaus)

    17. Oktober 2008
  • : Die Reden der „Freiheit statt Angst“-Demonstration
    Die Reden der „Freiheit statt Angst“-Demonstration

    Die Reden der „Freiheit statt Angst“-Demonstration gibt es jetzt alle als Video zu sehen:

    Hier klicken, um den Inhalt von www.vorratsdatenspeicherung.de anzuzeigen.

    www.FreiheitStattAngst.de

    17. Oktober 2008 2
  • : re:publica’09 im April in Berlin
    re:publica’09 im April in Berlin

    Nach zwei erfolgreichen re:publica – Konferenzen mit 700 Teilnehmern in 2007 und 950 Teilnehmern in 2008 sind längst wieder die Vorbereitungen für eine re:publica’09 angelaufen. Neben der bewährten Kalkscheune haben wir eine größere Location im Auge, mit der wir in Verhandlungen stehen. Diese werden bis übernächste Woche abgeschlossen sein und dann werden wir voraussichtlich den endgültigen Termin präsentieren. Bis dahin bleibt die Ansage: „re:publica’09 – Die Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft“ wird im April 2009 wieder in Berlin stattfinden.

    Die re:publica ist eine Koproduktion von newthinking communications und spreeblick.

    17. Oktober 2008 5
  • : CC-Werbevideo: A shared Culture
    CC-Werbevideo: A shared Culture

    Im Rahmen der jährlichen Creative Commons Spendenkampagne gibt es jetzt ein tolles Video, was die Lizenzen und die Kultur dahinter näher beschreibt: A shared Culture. Produziert wurde es von Jesse Dylan, der das tolle „Yes We Can“ – Barack Obama – Werbevideo zusammen mit will.i.am gemacht hat:

    Hier klicken, um den Inhalt von blip.tv anzuzeigen.

    In the video, some of the leading thinkers behind Creative Commons describe how the organization is helping “save the world from failed sharing” through free tools that enable creators to easily make their work available to the public for legal sharing and remix. Dylan puts the Creative Commons system into action by punctuating the interview footage with dozens of photos that have been offered to the public for use under CC licenses. Similarly, he used two CC-licensed instrumental pieces by Nine Inch Nails as the video’s soundtrack music. These tracks, “17 Ghosts II” and “21 Ghosts III,” come from the Nine Inch Nails album Ghosts I‑IV, which was released earlier this year under a Creative Commons BY-NC-SA license. (See attribution details below.)

    Das Video gibts als HD-OGG und Quicktime.

    Wer direkt an Creative Commons Deutschland spenden möchte, kann dies gerne hier tun.

    16. Oktober 2008 9
  • : Köln: Der gläserne Alumni
    Köln: Der gläserne Alumni

    Das Absolventennetzwerk der Kölner Universität veranstaltet ein VI. Symposium zum Thema “Der gläserne Mensch”. Dabei diskutiert “ein interdisziplinäres Podium das Spannungsfeld von Schaden und Nutzen der zunehmenden Datenerfassung“. Torsten Kleinz wollte sich anmelden und ist etwas verwundert über das Prozedere:

    Fassen wir zusammen: Wer diese Veranstaltung besuchen will, muss trotz Sicherheitsfehlermeldungen einen ganzen Haufen persönlicher Daten ungesichert an einen Veranstalter übertragen, der sie an ungenannte Dritte weitergeben will. Das sollte doch eine spannende Datenschutz-Diskussion werden.

    In seinem Blog beschreibt Torsten detailliert, was ihm passiert ist.

    16. Oktober 2008 1
  • : Mehrheit fürchtet sich vor staatlicher Überwachung
    Mehrheit fürchtet sich vor staatlicher Überwachung

    Professor Dr. Renate Köcher vom „Institut für Demoskopie Allensbach“ hat heute bei einer Präsentation in München neue Zahlen zur „Veränderungen der Informations- und Kommunikationskultur“ in Deutschland vorgelegt. Diese wurde mir freundlicherweise zugeschickt. Ein Chart ist dafür besonders interessant: „Weiter wachsende Sorge über den Datenschutz“.


    (Quelle / Urheberrecht: Allensbach) – (Grosse Version)

    Demnach befürchten 57% der Befragten, „dass persönliche Daten im Internet nicht geschützt sind“. 1998 bejahten dies nur 38%. Das kann aber auch daran liegen, dass viele vor zehn Jahren noch nicht wussten, wie das Internet aussieht. Interessanter ist die zweite Kurve: 53% der Befragten fürchten, „dass der Staat infolge der technischen Möglichkeiten die Bürger immer stärker überwachen wird“. 2005 wurde dies zum ersten Mal gefragt und dort antworteten nur 41% mit Ja auf diese Frage. Damit gibt es aktuell eine Mehrheit, die sich vor staatlicher Überwachung fürchtet.

    Aber auch andere Zahlen über das Nutzungsverhalten von Internetnutzern in Deutschland sind interessant. Eine Folie stellt fest: „User-generated Content: der Produzentenkreis wächst“. Demnach schreiben 19% im Jahre 2008 Kommentare in den Blogs anderer Nutzer. 2007 waren dies noch 16%. Ein eigenes Weblog führen 11% der Internetnutzer zwischen 14–64-Jahren, gegenüber 8% in 2007. Profile in Community-Plattformen haben 16%, 2007 waren dies noch 9%. 11% stellen Videos online, gegenüber 8% im Vorjahr. 7% schreiben oder überarbeiten Lexikon-Beiträge, damit ist wohl die Wikipedia gemeint. 2007 machten dies laut Allensbach nur 5%.

    Dies sind anderer Zahlen als die diesjährige ARD/ZDF-Onlinestudie ermittelte. Unklar ist mir gerade, wieviele Menschen befragt wurden und mit welcher Methode. 10.000 Menschen wurden befragt.

    [Vielen Dank an Robin für die Präsentation]

    16. Oktober 2008 6