Digital Rights

  • : Sicherheit erfordert Freiheit.
    Sicherheit erfordert Freiheit.

    Bei jetzt.de gibt es ein Interview mit Werner Hülsmann vom AK-Vorratsdatenspeicherung: Sicherheit erfordert Freiheit.

    Das Motto der Demo heißt Freiheit statt Angst. Denken Sie, dass es Menschen gibt, die ihre Freiheit aufzugeben bereits sind, um keine Angst mehr zu haben?

    Genau auf diesen Mythos zielen wir ab. Es ist ja nicht so, dass durch diese Maßnahmen mehr Sicherheit entstehen würde. Letztes Jahr hat es ein Datenschutzranking gegeben, bei dem Deutschland noch als eines der liberalsten Länder gelistet wurde und selbst Angela Merkel hat ja gesagt, dass Deutschland eines der sichersten Länder der Welt sei. Man könnte also folgern, dass Sicherheit Freiheit erfordert. Ein anderes Beispiel ist Großbritannien, ein Land mit einer sehr hohen Dichte an Videoüberwachung – jeder Londoner Bürger wird im Schnitt 300 mal täglich gefilmt, trotzdem ist die Stadt nicht sicher. Außerdem wird 80 Prozent des Etats für Kriminalitätsprävention für die Überwachung ausgegeben, andere Projekte, die mit Sicherheit mehr erfolg versprechen würden, bleiben auf der Strecke.

    4. September 2007 3
  • : NetzpolitikTV 023: Constanze Kurz über Online-Durchsuchung und Bundestrojaner
    NetzpolitikTV 023: Constanze Kurz über Online-Durchsuchung und Bundestrojaner

    In data-epi-spacing NetzpolitikTV data-epi-spacing Folge data-epi-spacing 23 data-epi-spacing geht data-epi-spacing es data-epi-spacing um data-epi-spacing die data-epi-spacing Online-Durchsuchung data-epi-spacing und data-epi-spacing den data-epi-spacing Bundestrojaner. data-epi-spacing Mein data-epi-spacing Gast data-epi-spacing war data-epi-spacing Constanze data-epi-spacing Kurz data-epi-spacing vom data-epi-spacing Chaos data-epi-spacing Computer data-epi-spacing Club. data-epi-spacing In data-epi-spacing dem data-epi-spacing ca. data-epi-spacing 22 data-epi-spacing Minuten data-epi-spacing langem data-epi-spacing Interview data-epi-spacing geht data-epi-spacing es data-epi-spacing ausführlich data-epi-spacing um data-epi-spacing die data-epi-spacing technische data-epi-spacing und data-epi-spacing politische data-epi-spacing Debatte data-epi-spacing rund data-epi-spacing um data-epi-spacing die data-epi-spacing Online-Durchsuchung data-epi-spacing und data-epi-spacing den data-epi-spacing Bundestrojaner data-epi-spacing im data-epi-spacing Rahmen data-epi-spacing des data-epi-spacing BKA-Gesetzes. data-epi-spacing Gleichzeitig data-epi-spacing werden data-epi-spacing Möglichkeiten data-epi-spacing aufgezeigt, data-epi-spacing wie data-epi-spacing man data-epi-spacing sich data-epi-spacing selbst data-epi-spacing schützen data-epi-spacing kann.

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    4. September 2007 8
  • : DRM für Einsteiger
    DRM für Einsteiger

    Cory Doctorow erklärt im Guardian, warum DRM unwirksam, unnötig und nicht im Interesse der Verbraucher ist: Pushing the impossible.

    And the thing is that if a DRM is broken once, it’s useless. The breaker can put his copy of the movie, music, ebook, or software online on a peer to peer network or fileserver, and from there anybody can „break“ the copy protection simply by downloading a copy. It’s a one-shot deal. DRM is supposed to force those unwilling to pay into buying, rather than nicking, their media – but once the cheapskates can search for a cracked copy on Google, it is meaningless.

    This means that ultimately, DRM only effects people who buy media honestly, rather those who nick, borrow or cheat their way to it. In turn that means that the people who ultimately bear the inconvenience, cost and insult of DRM are the paying customers, not the pirates. There are some fundamental truths in the universe. We cannot travel faster than light, and we cannot make a copy protection system that is uncrackable. The only question is: how long will paying customers stay when the companies they’re buying from treat them as attackers?

    Lesenswert.

    4. September 2007 2
  • : Anti-Schäuble Aktion auf der IFA
    Anti-Schäuble Aktion auf der IFA

    Auf der IFA gab es heute eine kleine Anti-Schäuble Aktion. Dabei wurde auch die Aufmerksamkeit genutzt, um neue Zielgruppen auf die Demonstration gegen mehr Überwachung am 22.9. in Berlin hinzuweisen:

    schaeuble_ifa.jpg

    Hier gibts das Bild in Gross. (Alle Fotos lizenzfrei, auch kommerziell, abdruckbar bei Quellnennung „CCC“. Bitte!)

    Und hier ist ein kleiner Bericht:

    „Während der Internationalen Funkausstellung Berlin wurde am 4. September 2007 gegen 15:30 Uhr von Aktivisten des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung und dem Chaos Computer Club ein spontanes Go-in über dem Stand der Telekom durchgeführt. Die Aktion erregte bereits im Vorfeld unbeabsichtigterweise Aufmerksamkeit, wurde jedoch nach einem Dialog zunächst vom Standbetreiber geduldet. Da der Versuch ein Transparent mit dem Slogan „Nie wieder Überwachungsstaat“ in mitten der Veranstaltungshalle aufzuhängen, zeitgleich mit einer Bühnenshow erfolgte, wurde es jedoch bevor es vollständig gehisst werden konnte von einem Telekom-Mitarbeiter entwendet. Weitere Aktivisten fanden Zugang zur Empore und konnten ein Transparent mit der Aufschrift „Big Schäuble is watching You“ und dem Konterfei von Wolfgang Schäuble, sowie einen Aufruf zur Demonstration gegen die zunehmende Überwachung durch Staat und Wirtschaft am 22. September in Berlin entrollen und mittels Megaphon einen kurzen Redebeitrag halten, bis sie nach etwa 5 Minuten von dem Sicherheitspersonal des Platzes verwiesen wurden.“

    4. September 2007 12
  • : N24-Emnid: 62 Prozent der Bürger sind gegen Online-Durchsuchung
    N24-Emnid: 62 Prozent der Bürger sind gegen Online-Durchsuchung

    Eine aktuelle N24-Emnid-Umfrage bringt das Ergebnis, dass 62 Prozent der Bürger gegen die Online-Durchsuchung sind:

    Bundesinnenminister Schäuble kommt unterdessen im Urteil der Wähler eher schlechter weg: Nur 34 Prozent der Befragten bescheinigen ihm eine gute, 45 Prozent aber eine schlechte Arbeit. Auch die von Schäuble massiv geforderte Online-Durchsuchung von Computern ohne Richtererlaubnis stößt bei den Bürgern auf Skepsis: 62 Prozent sind gegen diese Pläne. Nur 36 Prozent meinen, dass das Bundeskriminalamt zukünftig diese Option erhalten solle.

    Umfragezeitraum: 3. September 2007 Befragte: ca. 1.000 Fehlertoleranz: +/- 2,5

    Da scheint die Sommerloch-Kampagne der Union mit der gebetsmühlenartigen Wiederholung der Notwendigkeit nicht geklappt zu haben. Freut mich.

    4. September 2007 10
  • : Urteilsdatenbank von Telemedicus
    Urteilsdatenbank von Telemedicus

    Telemedicus hat jetzt eine Urteilsdatenbank rund um die rechtlichen Themen der Informationsgesellschaft gestartet. Ein Formular bietet die Möglichkeit, die Datenbank um weitere Urteile zu erweitern.

    4. September 2007
  • : Der Terrorist als Gesetzgeber
    Der Terrorist als Gesetzgeber

    Heribert Prantl schreibt über den Wandel zum Präventivstaat im NZZ-Folio: Der Terrorist als Gesetzgeber.

    Wenn sich dann ergibt, dass der so Beobachtete, Registrierte, Belauschte und Geprüfte nicht gefährlich ist, wird er wieder zum Bürger. Jeder Einzelne gilt als potentiell verdächtig – so lange, bis sich durch die Kontroll- und Über­wachungsmassnahmen seine Entlastung ergibt. Bisher war das umgekehrt: Wer keinen Anlass für staatliches Eingreifen gegeben hatte, wurde in Ruhe gelassen. Jeder konnte also durch sein eigenes Verhalten den Staat auf Distanz halten. Man nannte das Rechtsstaat.

    Es geht der Politik, welche die neuen Sicherheitsgesetze schafft, nicht mehr um die Verfolgung begangener Straf­taten, auch nicht mehr primär um die Verhinderung einzelner krimineller Handlungen. Es geht vielmehr darum, ein Frühwarnsystem zu errichten. Zwischen Polizei und Geheimdienst wird dabei nicht mehr unterschieden. Es entsteht ein einheitliches vernetztes Sicherheitssystem, in dem geheimdienstliche (also rechtsstaatlich kaum kontrollierte) Ermittlungsmethoden allgemeiner Standard werden. Es werden, und das ist der Preis dieses Frühwarn­systems, Mittel und Methoden angewendet (heimliches Abhören und heimliche Kontrollen), die im Strafrecht nur gegen Verdächtige möglich waren.

    So werden Grundrechte banalisiert. Der neue Präven­tionsstaat zehrt von den Garantien des Rechtsstaats; er entsteht, indem er sie verbraucht. Das ist – weltweit – das Grundproblem der derzeitigen Politik der inneren Sicherheit: Der Präventionsstaat muss, das liegt in seiner Logik, dem Bürger immer mehr Freiheit nehmen, um ihm dafür Sicherheit zu geben; das trägt den Hang zur Mass­losigkeit in sich, weil es nie genug Sicherheit gibt.

    4. September 2007 2
  • : Chaosradio: Der Bundestrojaner Reloaded
    Chaosradio: Der Bundestrojaner Reloaded

    Letzte Woche Mittwoch gab es eine Sondersendung des Chaosradio mit dem Thema „Der Bundestrojaner Reloaded“. Hier ist die MP3 dazu.

    4. September 2007
  • : Europäisches Koordinierungstreffen zur Vorratsdatenspeicherung
    Europäisches Koordinierungstreffen zur Vorratsdatenspeicherung

    Am vergangenen Freitag gab es ein europäisches Strategietreffen zur Vorratsdatenspeicherung im newthinking store in Berlin. Da Samstag und Sonntag die jährliche Generalversammlung von European Digital Rights (EDRi) stattfand, hatten wir einen Tag zuvor ein Extra-Treffen zur Vorratsdatenspeicherung veranstaltet. Interessant war, dass Deutschland mit dem AK Vorratsdatenspeicherung die aktivste Community hat. Dafür sind manche andere Länder etwas erfolgreicher im Verhindern dieser Massnahmen, z.B. Irland.

    Zu dem Treffen gab es zwei Presseberichte:

    Telepolis: Deutschland kommt beim Widerstand gegen die Vorratsdatenspeicherung Pilotfunktion zu

    Der Widerstand gegen die Vorratsdatenspeicherung wird zur Zeit auf verschiedenen Ebenen koordiniert. In Berlin trafen sich am Freitag und Samstag Vertreter von Bürgerrechtsgruppen aus sieben europäischen Ländern zu einer Strategietagung. Beraten wurden weitere Schritte gegen die Vorratsdatenspeicherung. An dem Treffen waren [extern] European Digital Rights, die Europäische Dachorganisation von Datenschutzgruppen, sowie die AG Vorratsdatenspeicherung federführend beteiligt.

    Heise: Zivilgesellschaft wappnet sich gegen die Vorratsdatenspeicherung

    Nicht-Regierungsorganisationen wollen mit einer internationalen Kampagne für Anonymisierungsnetze und der Vorbereitung einer Verfassungsbeschwerde der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung von Telefon- und Internetdaten entgegenwirken. „Deutschland hat eine Leuchtturmfunktion“ im Kampf gegen die verdachtsunabhängige Aufzeichnung von Nutzerspuren, erklärte Ricardo Remmert-Fontes vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung am Freitag bei einem Pressegespräch über ein Aktivistentreffen unter dem Dach der „European Digital Rights“-Initiative ( EDRi ) in Berlin. Es handele sich um eines der letzten Länder in der EU, in dem es noch nennenswerten Widerstand gegen die pauschale Protokollierung der Telekommunikation gebe.

    3. September 2007 6
  • : Hände weg vom Ich
    Hände weg vom Ich

    Es data-epi-spacing ist data-epi-spacing ja data-epi-spacing mal data-epi-spacing nett, data-epi-spacing wenn data-epi-spacing die data-epi-spacing eigenen data-epi-spacing Positionen data-epi-spacing auch data-epi-spacing von data-epi-spacing CDU-Mitgliedern data-epi-spacing geteilt data-epi-spacing werden. data-epi-spacing Auch data-epi-spacing wenn data-epi-spacing es data-epi-spacing Michel data-epi-spacing Friedman data-epi-spacing ist, data-epi-spacing der data-epi-spacing in data-epi-spacing einem data-epi-spacing Video-Statement data-epi-spacing liberale data-epi-spacing Positionen data-epi-spacing in data-epi-spacing Sachen data-epi-spacing Online-Durchsuchung data-epi-spacing und data-epi-spacing Überwachung data-epi-spacing vertritt data-epi-spacing und data-epi-spacing sagt: data-epi-spacing „Hände data-epi-spacing weg data-epi-spacing von data-epi-spacing meinem data-epi-spacing Ich“.

    Hier klicken, um den Inhalt von www.watchberlin.de anzuzeigen.

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    1. September 2007 11
  • : Kommentare zur Online-Durchsuchung
    Kommentare zur Online-Durchsuchung

    Heribert Prantl kommentierte gestern in der Süddeutschen Zeitung: Wanze eins, Wanze zwei.

    Das Wanzenspektakel damals dauerte über ein Jahrzehnt – vom Beginn der Debatte bis zur Grundgesetzänderung; der Lauschangriff war Hauptthema einer ganzen politischen Generation. Es taugte den Innenpolitikern der Union hervorragend dazu, den politischen Gegner zu drangsalieren. Zur Kriminalitätsbekämpfung taugte der Lauschangriff viel weniger, wie Regierungsvertreter viel später vor dem Bundesverfassungsgericht einräumen mussten. Die Lauschangriff-Kampagne war vor allem ein Propaganda-Instrument zur politischen Profilierung auf Kosten der Grundrechte.
    […]
    Schäuble und Co. rechnen damit, dass das, was schon einmal politisch funktioniert hat, heute wieder funktioniert: Mit der Wanze zwei soll der politische Erfolg der Wanze eins wiederholt werden. Wie die windelweiche Reaktion einiger SPD-Politiker zeigt, ist das Kalkül nicht ganz unberechtigt. Trotzdem ist es falsch. Der Widerstand in der Bevölkerung gegen die Online-Wanze ist wesentlich größer, als er gegen die Wohnungs-Wanze gewesen ist. Der PC gilt, weit mehr als das Telefon, vielleicht sogar mehr als das Schlafzimmer, als Inbegriff der Privatheit.

    Christian Rath kommentiert die Debatte rund um die Online-Durchsuchung in der TAZ: Neue Tabus für Sicherheitsbehörden.

    Um diesem Misstrauen gegen den Staat zu begegnen, sind neue Tabus für die Sicherheitsbehörden erforderlich. Die Politik muss zeigen, dass sie das Bedürfnis derjenigen ernst nimmt, die nicht nur einen relativen, sondern einen absoluten Schutz ihrer Privat- und Intimsphäre verlangen. Hier müsste die SPD ansetzen, wenn sie in den Verhandlungen mit der Union nicht nur das Schlimmste verhüten, sondern eigene Akzente setzen will.

    So wäre es naheliegend, das gesprochene Wort in der privaten Wohnung und das handschriftliche Tagebuch für absolut geschützt zu erklären. Beides betrifft althergebrachte und zutiefst persönliche Orte der Reflexion, die zugleich für die Kriminalitätsbekämpfung von verschwindend geringer Bedeutung sind. Der große Lauschangriff, also das Abhören der Wohnung mit Mikrofonen, hat trotz gewaltiger Versprechungen bei seiner Einführung 1998 kaum praktische Relevanz entwickelt. Auch das Tagebuch muss die Polizei nicht lesen. Es erstaunt, dass das Verfassungsgericht die Verwertung vor Gericht bisher zugelassen hat, wenn es um Aufzeichnungen über schwere Verbrechen geht.

    31. August 2007 4
  • : Entwurf des BKA-Gesetzes zum downloaden
    Entwurf des BKA-Gesetzes zum downloaden

    Der Chaos Computer Club hat den „Entwurf des BKA-Gesetzes in der Version vom 11.07.2007“ (6,5 MB, PDF) veröffentlicht. Hier mal ein Ausschnitt aus der Pressemitteilung dazu:

    Das BKA soll zudem personenbezogene Daten auch aus den Datenbeständen von Unternehmen erheben, speichern und verstärkt auf die erkennungsdienstliche Behandlung zurückgreifen dürfen. Für Ermittlungen ist der praktisch unregulierte Einsatz von Observationen auch mit Hilfe technischer Mittel vorgesehen. Dies beinhaltet die akustische und optische Überwachung der Betroffenen sowie den Einsatz von V‑Leuten und verdeckten Ermittlern auch innerhalb von Wohnungen. Zu diesem Zwecke sollen Mitarbeiter des BKA auch Urkunden (wie z. B. E‑Mails anderer Behörden zur Übertragung von Trojanern) verändern und fälschen dürfen. Ebenso wird das Recht eingeräumt, die Anfertigung von Lichtbildern und Tonaufnahmen in Wohnungen Unbeteiligter vorzunehmen, sofern sich ein Betroffener dort aufhält. Diese Maßnahmen werden auch den absolut geschützten Kernbereich privater Lebensgestaltung betreffen. Eine Unterbrechung von Aufnahmen, die intime Details eines Menschen offenbaren würden, kann in Einzelfällen sogar unterbleiben.

    Wenn das BKA-Gesetz in der vorliegenden Fassung verabschiedet wird, entsteht de facto eine Geheimpolizei, wie sie in Deutschland zuletzt in der DDR existierte. Angesichts der sich häufenden Berichte über privaten und behördlichen Mißbrauch von Überwachungsbefugnissen warnt der Chaos Computer Club davor, dem Gesetz auch nur teilweise zuzustimmen. Das Trennungsgebot von Polizei und Geheimdiensten darf nicht weiter ausgehöhlt werden.

    31. August 2007 5
  • : Der Messer und Gabel – Remix
    Der Messer und Gabel – Remix

    Christoph B. hat das Bosbach-Gleichnis von „Messern und Gabeln“ in eine andere Reihenfolge gebracht. Jetzt klingt es noch amüsanter. Hier ist das OGG-File dazu zum anhören: wobo-backe-backe-kuchen.ogg.

    31. August 2007 3
  • : Online-Durchsuchung auch ohne Richter?
    Online-Durchsuchung auch ohne Richter?

    Die Berliner Zeitung berichtet heute: Schäuble lässt BKA online spähen.

    Die Pläne von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) zur heimlichen Online-Durchsuchung von Computern gehen deutlich weiter als bisher bekannt. Das geht aus dem Entwurf eines „Gesetzes zur Abwehr von Gefahren des internationalen Terrorismus durch das Bundeskriminalamt“ (BKA) hervor, das der Berliner Zeitung vorliegt. Demnach soll das BKA für begrenzte Zeit auch ohne richterliche Genehmigung Online-Durchsuchungen durchführen dürfen. Zudem ist ein Zugriff auf Computer auch dann erlaubt, wenn durch die Maßnahme unverdächtige Personen mitbetroffen sind. Das könnte der Fall sein, wenn mehrere Personen den betreffenden Computer nutzen oder der PC Bestandteil eines Netzwerks ist.

    Die Massnahme soll man drei Tage lang ohne Richterliche Erlaubnis mit „Gefahr im Verzuge“ durchführen können. Dann muss man den Richter entweder organisiert haben oder die Massnahme abbrechen. Bisher ist aber keine Regelung vorgesehen, was mit den Daten geschehen soll, die auf diese Weise gesammelt werden.

    Zum Glück sind ja heutzutage nur wenige Computer* „Bestandteil eines Netzwerkes“. Also keine Panik.

    (* Heisst ja jetzt Informationstechnische Systeme)

    31. August 2007 5
  • : Messer + Gabel = Bundestrojaner?
    Messer + Gabel = Bundestrojaner?

    Die überzeugenste Argumentation, warum wir den Bundestrojaner brauchen, stammt aktuell von Wolfgang Bosbach, stellvertretender Unionsfraktionsvorsitzender:

    “Online-Durchsuchung geht nicht mit Messer und Gabel und geht auch nicht mit dem Fernglas. Dafür brauchen wir den Einsatz modernster IT-Technik und da kann eine Mail dafür ein Beispiel sein.

    Gibts sogar als MP3 zum samplen.

    [via Meike]

    Ein schönes Interview gibts noch bei Süddeutsche.de mit Constanze Kurz: Von wegen unschädlich.

    sueddeutsche.de: BKA-Chef Ziercke versteht die Aufregung um die Onlinedurchsuchung nicht. Denn es gehe „schlicht und einfach um fünf bis maximal zehn solcher Maßnahmen im Jahr“. Ist das realistisch?

    Constanze Kurz: Ja, das ist für den Anfang sicher realistisch. Onlinedurchsuchungen vom BKA gibt es bislang nicht, sie üben sozusagen noch und nach Angaben des Innenministeriums kostet das Vorgehen 200.000 Euro. Da werden sicher zunächst nur die sogenannten „schweren Jungs“ betroffen sein. Die Zahl der Onlinedurchsuchungen wird aber zukünftig sicher steigen. Denn auch bei den Telefonüberwachungen waren es zunächst nur wenige, inzwischen sind es mehrere 100.000 pro Jahr. Nach Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts müssen die Betroffenen benachrichtigt werden, genauso wie bei der jetzt geplanten Onlinedurchsuchung. Das geschieht jedoch eher selten.

    30. August 2007 13
  • : Videos der ULD – Sommerakademie 2007
    Videos der ULD – Sommerakademie 2007

    Von der gerade zu Ende gegangenen „Sommerakademie 2007 – Offene Informationsgesellschaft und Terrorbekämpfung – ein Widerspruch?“ des Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein gibt es jetzt einige Video-Interviews mit Referenten zum anschauen. Interviewt wurden Uwe Döring, Burkhard Hirsch, Erhard Rex, Peter Schaar, Albert von Mutius, Thilo Weichert und Jörg Ziercke.

    30. August 2007 1
  • : Inforadio zur Online-Durchsuchung
    Inforadio zur Online-Durchsuchung

    Ein interessantes Interview zur Online-Durchsuchung hat das Inforadio mit Hartmut Pohl, dem Sprecher des Arbeitskreis Datenschutz und IT-Sicherheit der Deutschen Gesellschaft für Informatik, gemacht: Streit um „Bundestrojaner“. (MP3)

    Oliver Rehlinger: Wie soll dieser Trojaner funktionieren, ist das überhaupt ein traditioneller Trojaner?

    Hartmut Pohl: Nein, das ist Vernebelungstaktik. Das ist kein Virus, das ist kein Trojaner, es ist auch kein Wurm. Es werden hier Schwachstellen, Sicherheitslücken von Computern in Betriebssystemen in Anwendungssoftware, in Firewall-Software ausgenutzt und über diese Sicherheitslücken dringt man in die Computer ein. Diese Sicherheitslücken müssen mühsam gesucht werden von hoch qualifizierten Informatikern und werden dann den Behörden gegen Entgelt zur Verfügung gestellt. Das heißt, diese Lücken sind eigentlich nur den Behörden bekannt, sie sind in jedem Fall unveröffentlicht. Man kann sich nicht dagegen schützen.

    Rehlinger: Nun ist das doch aber offenbar ein Wettlauf mit der Zeit, denn sowohl die Hersteller von Betriebssystemen als auch die Hersteller von kommerziellen Anti-Viren-Programmen arbeiten doch ständig daran, solche Sicherheitslücken zu schließen.

    Pohl: Ja – es gibt auch sehr viele und sehr schwere Sicherheitslücken, die gleichwohl ausgenutzt werden können. Wir haben das in Untersuchungen herausgefunden, dass diese Sicherheitslücken über zwei oder drei Jahre tatsächlich unveröffentlicht bleiben und ausgenutzt werden können.

    30. August 2007 7
  • : Uwe Schünemann verteidigt die trojanischen Behörden-Mails
    Uwe Schünemann verteidigt die trojanischen Behörden-Mails

    Der Deutschlandfunk hat heute den niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann zur Online-Durchsuchung interviewt: „Sinnvoll und auch technisch machbar“. (MP3).

    Lustigerweise verteidigt er die Möglichkeit, einen „Bundestrojaner“ in Behördenmails zu verstecken und sieht darin kein Problem eines möglichen Vertrauensverlust der Bürger:

    Engels: Unterstützen Sie diese Pläne des Innenministeriums, wenn sie denn stimmen, dass im Einzelfall auch Bundestrojaner in Behörden-E-Mails versteckt werden?

    Schünemann: Das Wichtige ist, darzustellen, dass wir eine konkrete Bedrohungslage durch den islamistischen Terrorismus haben, und in diesem Anwendungsbereich will man Online-Durchsuchungen durchführen, zehn, zwölf Mal im Jahr. Das ist die Grundlage, und da muss man sehen, wie es technisch überhaupt machbar ist. Es kann ja nicht sein, dass man in die Wohnung des Verdächtigen hineingeht und versucht, am PC etwas umzusetzen. Das ist sehr viel schwieriger und betrifft die Intimsphäre noch mehr. Und wenn man in diesen wenigen Fällen dann das über die Mails macht, dann klingt das sinnvoll und auch technisch machbar.

    Engels: Und Sie haben keine Sorge, dass da das Vertrauen der Bürger doch schwinden wird in solche behördliche Post, die sie per E‑Mail erreicht?

    Schünemann: Wenn Sie sich die Anwendungsfälle noch mal vor Augen führen, zehn oder zwölf, kann das keine Veranstaltung sein, die in irgendeiner Weise die gesamte Bevölkerung verunsichert.
    […]
    Engels: Nun, im Zweifelsfall könnte es auch so laufen, dass der Bürger überhaupt keine Behördenpost mehr, die er online bekommt, öffnet und da auch drauf verweist, dass er nun einmal nicht in irgendeiner Form in so einen Verdacht und in solch eine Ausspähung geraten will.

    Schünemann: Wenn man sich genau anguckt, wie die rechtlichen Regelungen sein werden, dann bin ich ganz sicher, dass diese Verunsicherung der Bevölkerung nicht gegeben sein wird und es geht ja auch um Terrorismusverdacht, und da kann man sich nicht vorstellen, dass man dann überhaupt keine Behördenpost über Mailverkehr dann öffnet. Das ist eine theoretische Diskussion, die jetzt geführt wird, weil man es einfach vielleicht nicht will, und das kann nicht der Hinderungsgrund sein.

    30. August 2007 12
  • : Netzpolitik-Podcast 047: Jeanette Hofmann über Internet Governance
    Netzpolitik-Podcast 047: Jeanette Hofmann über Internet Governance

    Der Netzpolitik-Podcast Nummer 047 ist ein Interview mit Jeanette Hofmann vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Jeanette ist Internetforscherin und beschäftigt sich schwerpunktmässig mit der sogenannten Internet Governance und transnationalen Regulierungsformen. In dem ca. 50 Minuten langen Interview erklärt sie ihre Arbeit, was die Fragestellungen von Internet Governance sind, wie ICANN funktioniert und was der UNO Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS) damit zu tun hatte. Im weiteren Verlauf des Gespräches geht es auch um eine neue Wissensordnung und die Urheberrechts-Debatte. Nächste Woche gibt es von dem Interview auch noch eine Videoversion. Hier ist jetzt erstmal die 10MB grosse MP3-Datei.

    Von Jeanette Hofmann stammt auch das Buch „Wissen und Eigentum. Geschichte, Recht und Ökonomie stoffloser Güter“, welches von der Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlicht wurde. Das Buch ist für zwei Euro bei der BpB erhältlich. Gleichzeitig steht es als kostenfreier Download unter einer Creative Commons LIzenz im Netz.

    30. August 2007 4
  • : Die Online-Durchsuchung
    Die Online-Durchsuchung

    Da hier gerade viele neue Leser wegen der Online-Durchsuchung aufschlagen, wollte ich nochmal auf einzelne ältere Beiträge in diesem Zusammenhang hinweisen. Alle Beiträge zu dem Thema findet man hier chronologisch aufgelistet.

    Unterhaltungscharakter hat der Audio-Mitschnitt aus einer Bundespressekonferenz, wo Wolfgang Schäuble das mit der Technik erklärt: “Meine Laienhafte Vorstellung, dass das Internet sowas ähnliches sei wie eine Telefonanlage, das stimmt eben lange nicht mehr.” (Ausschnitt)

    Im März fand im Bundestag ein Fachgespräch der Grünen-Fraktion zur Online-Durchsuchung statt. Neben dem CCC waren noch u.a. Prof. Dr. Andreas Pfitzmann und BKA-Chef Ziercke dabei. Ich hab ausführlich mitgebloggt und vor allem das Streitgespräch zwischen Ziercke und Pfitzmann ist sehr interessant.

    Kompetent kann sich der Chaos Computer Club zu dem Thema äussern. Wahlweise kann man eine Mail an presse@ccc.de schicken oder es unter +49 700 24267366 telefonisch probieren.

    29. August 2007 6