Digital Rights
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: Tagesschau.de visualisiert die Online-Durchsuchung
: Tagesschau.de visualisiert die Online-Durchsuchung Tagesschau.de hat eine Grafik, welche die Online-Durchsuchung vereinfacht visualisiert:

Bedenken muss man allerdings, dass die Befugnisse so offen definiert werden sollen, dass dies nur einige der möglichen Szenarien sind. Und die Zukunft noch ganz andere Möglichkeiten bringen kann.
Abgesehen davon ist es relativ unrealistisch, dass ein Trojaner mit einer Mail vom Finanzamt verschickt wird: „Bundestrojaner“ per Mail vom Finanzamt? Aber wer weiss: Wenn das BKA schon gefakte AOL-CDs an zu überwachende Personen schickt und einen Erfolg durchaus für möglich hielt (Vor der Aktion), muss man mit sowas rechnen.
Passend dazu ist auch ein Bericht vom Deutschlandfunk: Online-Überwachung geplant. (MP3)
Und beim WDR gibt es ein Interview mit Frank Rosengart vom Chaos Computer Club:
WDR.de: Es soll sich, so Ziercke, um maximal zehn solcher Maßnahmen im Jahr handeln – allein schon deshalb, weil für jeden einzelnen Beschatteten eine eigene Software entwickelt werden müsste. So viel Aufwand, um zehn Personen zu beobachten. Halten Sie das für glaubwürdig?
Rosengart: Es heißt, um zu überwachen, müsste ein Anfangsverdacht gegeben sein. Aber das geht ja mittlerweile ziemlich schnell. Bei zehn Fällen pro Jahr wird es also sicher nicht bleiben. Unserer Meinung nach wirft das BKA zurzeit bewusst Nebelkerzen: Mal soll die Überwachungssoftware im Briefkasten liegen, mal wollen sie sie per E‑Mail schicken. Da soll eventuell verschleiert werden, was man eigentlich vorhat.
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: Heute Abend im Chaosradio: Biometritis 2007
: Heute Abend im Chaosradio: Biometritis 2007 Heute Abend gibt es um 22 Uhr wieder auf Radio-Fritz das Chaosradio. Thema ist diesmal die „Biometritis 2007 – Biometrische Vollerfassung mit den neuen Pässen“:
„Seit einem Jahr haben Reisepässen einen Funkchip eingebaut, unser Passfoto ist digital vermessen. Ab November müssen wir unsere Fingerabdrücke abgeben, wenn wir einen neuen Pass beantragen. Und 2008 sollen die neuen Personalausweise folgen – ebenfalls mit Chip und Biometrie. Selbstverständlich nur zu unserer Sicherheit. Was funktioniert das alles und wie kann man sich dagegen wehren? Sind die Reisepässe sicher vor Datenklau? Und was passiert, wenn uns der Computer an der Grenzkontrolle nicht erkennt? Chaosradio möchte mit euch darüber sprechen, ob ihr euch einfach so biometrisch erfassen lassen wollt und welche Bedenken ihr habt. “
Die Sendung wird gestreamt, ist zumindest in Berlin und Umland über Radio zu hören und nachher gibt es eine MP3-Fassung zum Download. Mehr Informationen bietet Chaosradio.de.
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: Warum nicht Blog?
: Warum nicht Blog? Ein wenig verwundert bin ich über die Berichterstattung zu den Antworten des BMI in Sachen Bundestrojaner. Da heisst es, netzpolitik.org sei ein …
- Online-Portal (Netzwelt.de)
– Webdienst (Taz)
– Internetportal (Handelsblatt)
– Internet-Portal (Spiegel-Online)
– Internet-Portal (ZDNet)
– Website (PC-Direkt)… aber warum werden Umschreibungen gesucht, wenn es doch ein passendes Wort gibt: netzpolitik.org ist ein Blog.
[Hab ich gerade hier gefunden]
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: Sommertheather um Youtube: Lasst die Bundesländer ran!
: Sommertheather um Youtube: Lasst die Bundesländer ran! Wie die Krieg-Rhetorik der grossen Koalitionäre im Moment klingt, erwartet Youtube bald eine Sperrung in Deutschland. Nach SPD-Hardliner Wiefelspütz musste jetzt noch der CDU-„Medienexperte“ Günter Krings seinen Senf in der FRankfurter Rundschau dazugeben: „Das Internet ist kein rechtsfreier Raum“.
Wie lässt sich gegen solche Clips denn erfolgreich vorgehen?
In der Bundesrepublik fällt die Kontrolle der Internetinhalte in die Hoheit der Länder. Die Landesregierungen müssen die Kontrollmechanismen stärker nutzen. Wir müssen an die Internet-Community das klare Signal aussenden: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum – das gilt für Urheberrechtsverletzungen wie für Videoclips mit rechtsradikalen Inhalten.
Super Sache. Da kann man eine ganze Kampagne draus entwickeln, wenn jedes einzelne Bundesland Youtube sperren lässt. Und irgendwann werden die Politiker auch verstehen, dass es noch andere Video-Plattformen gibt. Das könnte eine Lebensaufgabe werden…
Grossartiger Kokolores ist auch das folgende Statement:
Internet-Nutzer verweisen auf die Medienfreiheit und das Selbstkorrektiv im Netz, das mit Diskussionsforen eine kritische Öffentlichkeit herstellen würde.
Das ist totaler Kokolores. Das hieße umgekehrt, die ARD könnte rechtsradikale Filme senden, wenn es anschließend nur eine Zuschauerdiskussion dazu gibt. Nein, das Internet ist ein neuartiges, faszinierendes Medium, aber es ist ein Medium, für das die gleichen Rechte und Pflichten gelten, wie für alle anderen Medien auch.
Die Aufgabe der ARD ist zumindest meines Empfinden nach eine andere, als eine Plattform, die von den Usern mit Inhalten gefüllt wird und die zudem nicht mit unseren Geldern aus Deutschland mit einem bestimmten Auftrag sendet. Aber das mag die CDU anders sehen.
Die FR verweist auf den Unterschied zwischen eine Nutzer-bestückten Plattform und einer einzelnen Webseite. Die Antwort:
Auch ein solches Portal ist kein rechtsfreier Raum. Auch da gibt es Organisationen, die dahinterstehen. Selbst wenn es keinen zentralen Server gibt, sind diese Firmen gehalten, das deutsche Strafrecht einzuhalten. Wenn sie das nicht tun, müssen wir dafür sorgen, dass sie abgeschaltet werden.
Das ist Rot-Schwarz in Deutschland 2007. Mit derselben Argumentation wird in Diktaturen das Internet zensiert.
Und nun? Wird Youtube bald in Deutschland zensiert? Die grosse Frage ist ja, ob das eine zeitweilige Sommerlochdebatte ist, oder demnächst die Bundesländer die oben skizzierte Kampagne starten. Was denkt ihr? Welche Bundesland würde anfangen: NRW, Niedersachsen, Baynern oder ein Aussenseiter?
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: BpB-Debatte: Verbotene Spiele?
: BpB-Debatte: Verbotene Spiele? Die Bundeszentrale für politische Bildung startet morgen eine Online-Debatte rund um das Thema „Verbotene Spiele?“. Wie der Titel es schon sagt, geht es um Computerspiele. Hier ist der Teaser-Text:
Seit dem Amoklauf von Erfurt streiten Spieler und Eltern, Forscher und Lehrer, Politiker und Interessenverbände in Deutschland über gewalthaltige Computerspiele. Seit 2005 steht der Vorschlag im Raum, die Herstellung von „Killerspielen“ gesetzlich zu verbieten. Mit jedem jugendlichen Amoklauf flammt der Verdacht gegen die Spiele neu auf, und mit ihm Verbotsrufe. Die Debatte selbst wird dabei zusehends komplexer. War die einzige Sorge anfangs, ob Spiele gewalttätig machen können, fragt man heute auch: Wie groß ist ihr Suchtpotenzial? Wie „normal“ ist Gewalt in den Medien? Wie muss Jugendschutz bei Spielen aussehen, im Zeitalter des Internet? Und wie wichtig sind Computerspiele als Wirtschafts- und Kulturgüter?
Die Online-Debatte ordnet das Dickicht in sechs Hauptfragen. Chroniken und Einführungen erschließen Hintergründe, Experten, Politiker und Interessenvertreter schildern ihre Sicht der Dinge, die laufend um weitere Positionen ergänzt werden. In einer Reihe von Live-Chats diskutieren dazu stets zwei Experten anderthalb Stunden mit Nutzern über ihr Thema. Alle Chats werden online dokumentiert.
Der erste Live-Chat findet morgen statt. Erfreulich ist, dass alle Materialien auf der Unterseite unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht wurden.
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: Bundesinnenministerium beantwortet Fragen zur Online-Durchsuchung
: Bundesinnenministerium beantwortet Fragen zur Online-Durchsuchung Von einer anonymen Quellen wurden uns heute zwei interessante und bisher nicht öffentlich-zugängliche Dokumente zugespielt, die wir den interessierten Lesern nicht vorenthalten wollen:
Das Bundesjustizministerium hatte an das Bundesinnenministerium einen Fragenkatalog geschickt, der in dieser Datei beantwortet wird.
Die SPD-Fraktion hatte an das Bundesinnenministerium einen Fragenkatalog geschickt, der in dieser Datei beantwortet wird.
Hie rist mal „ein Best-Of“ aus der Antwort an das Bundesjustizministerium:
Frage: Was ist unter einem informationstechnischen System zu verstehen?
Antwort: Der Begriff „informationstechnisches System“ wurde bewusst weit gewählt, um der derzeitigen und zukünftigen technischen Entwicklung Rechnung tragen zu können. Darunter wird ein System verstanden, welches aus Hard- und Software sowie aus Daten besteht, das der Erfassung, Speicherung, Verarbeitung, Übertragung und Anzeige von Informationen und Daten dient.
Damit ist jetzt klar: Die Bundesregierung möchte auch zukünftige vernetzte Kühlschränke mit der Online-Durchsuchung besuchen können.
Frage: Lässt sich auch das Internet als Ganzes als informationstechnisches System verstehen?
Antwort: Im Sinne der obigen Definition eines „informationstechnischen Systems“ handelt es sich auch beim Internet um ein solches System. Zielrichtung der Online-Durchsuchung ist aber nicht die Überwachung oder Durchsuchung des gesamten Internet. Eine solche Maßnahme wäre weder technisch noch organisatorisch durchführbar. Grundsätzlich muss die Maßnahme dem Gebot der Verhältnismäßigkeit entsprechend geeignet sein, um die Gefahr abwehren zu können.
Interessant ist auch die Unterscheidung zwischen einer „Online-Durchsicht“ und einer „Online-Duchsuchung“:
Frage: Was soll genau Gegenstand der Überwachung sein? Derselbe Gegenstand wie bei der Online-Durchsicht? Unterschiede?
Antwort: Der Gegenstand der Online-Überwachung ist identisch mit dem der Online-Durchsicht. Es handelt sich auch dabei um ein „informationstechnisches System“ im Sinne der obigen Definition. Die Maßnahmen unterscheiden sich lediglich in Bezug auf den Zweck: Bei der Online-Durchsicht soll der Status Quo ermittelt werden („Was hat die Zielperson bezogen auf ihr Informationssystem/ihren Rechner in der Vergangenheit gemacht?“). Bei der Online-Überwachung sollen über einen gesetzlich festgelegten Zeitraum die Aktivitäten des Nutzers protokolliert werden („Was macht die Zielperson bezogen auf ihr Informationssystem/Rechner aktuell?“). Dabei können folgende Informationen erhoben und Aktivitäten durchgeführt werden:
Online-Durchsicht
– Sysinfo (Informationen über das System an sich)
– auf dem Zielsystem gespeicherte Dateien
– Suche nach Dateien mit bestimmten Namen
– Suche nach Dateien mit bestimmten Dateiendungen
– Suche nach Eigenschaften/Attributen (Zugriffdaten etc.)
– Schlüsselwortsuche
– Suche in bestimmten Verzeichnissen
– Suche nach Dateien eines bestimmten DateitypsOnline-Überwachung
Alle Funktionen der Durchsuchung, zusätzlich
– Erfassung flüchtiger Daten (Passworteingaben, Texte, die nicht übertragen werden, in Bearbeitung befindliche verschlüsselte Dateien)
– Erfassung von Klartextdaten vor einer Verschlüsselung
– Erfassung von Klartextdaten nach einer EntschlüsselungDanke für die Zusendung. Da das mit dem Informationsfreiheitsgesetz noch nicht zufriedenstellend klappt, veröffentlichen wir diese Art von Dokumenten immer gerne.
Update: Vom Chaos Computer Club gibt es jetzt eine kurze Stellungnahme zu den aktuellen Trojaner-Fällen bei der Bundesregierung: Online-Durchsuchung bei der Bundesregierung.
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: Kann Wiefelspütz Youtube stoppen?
: Kann Wiefelspütz Youtube stoppen? Mal schauen, wie lange es dauert, bis Youtube nach Brasilien, Thailand und der Türkei auch von Deutschland aus gesperrt wird: SPD-Innenpolitiker fordert Ermittlungen gegen YouTube wegen Volksverhetzung.
Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz hat staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen die Internet-Plattform YouTube wegen der Verbreitung rechtsextremer Videos gefordert. „Die Veröffentlichung dieser Filme erfüllt den Tatbestand der Beihilfe zur Volksverhetzung“, sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion in einem Interview mit dem TV-Magazin Report Mainz. Neonazi-Filmen dürfe im Internet kein Forum geboten werden. „Das muss gestoppt werden. Es ist skandalös, dass so etwas in Deutschland möglich ist“, sagte Wiefelspütz.
Wie Wiefelpütz das Problem lösen möchte, ist unklar. Der Dienst sitzt in den USA und die haben ein etwas erweitertes Bild von Meinungsfreiheit als es hier existiert. Ausserdem gibt es noch viel mehr Video-Plattformen. Hat jemand Ideen für Herrn Wiefelpütz?
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: Australien testet Medienkompetenz
: Australien testet Medienkompetenz In Australien wurden laut Netzeitung ca. 51 Millionen Euro in ein Testverfahren für Medienkompetenz unter jungen Menschen gesteckt: Ein 16-jähriger brauchte eine halbe Stunde, um die mit diesem Geld finanzierten Jugendschutz-Filter zu umgehen. Daraufhin wurden die Filter verbessert. Auch diese konnte der Jugendliche umgehen, aber er brauchte schon zehn Minuten länger. Ob 51 Millionen Euro für diese Art von Intelligenztest gut angelegt sind, ist eine andere Frage. Vielleicht hätte man die Gelder auch zur Förderung von Medienkompetenz ausgeben können, anstatt der Illussion von Zensurinfrastrukturen zu verfallen.
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: JCast40: Filesharer im Visier der Musikindustrie
: JCast40: Filesharer im Visier der Musikindustrie Der JCast40 redet über „Filesharer im Visier der Musikindustrie“:
Wenn die Musikindustrie gegen Filesharer vorgehen möchte, läuft das in aller Regel über eine Strafanzeige. Die Staatsanwaltschaft ermittelt dann über die IP-Adresse, wer hinter dem Angebot auf einer Peer-to-peer-Plattform steht, über eine Akteneinsicht kommen dann die Rechteinhaber an Namen und Adressen. Erstmals hat jetzt ein Gericht diese Praxis in die Schranken gewiesen und die Ermittlung des Namens und der Adresse bei nur 2 angebotenen Musikstücken für unverhältnismäßig erklärt. Über Filesharer, die ins Visier der Musikindustrie geraten sind, über deren Rechtsverteidigung und über die erwarteten Änderungen mit Umsetzung der Enforcement-Richtlinie habe ich mit Christian Solmecke, LL.M. gesprochen, der als Rechtsanwalt in der Kanzlei Wilde & Beuger entsprechende Fälle betreut.
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: fair music – Initiative für faire Musik
: fair music – Initiative für faire Musik „fair music“ sieht sich als „die erste weltweite Initiative für mehr Fairness und Gerechtigkeit in der Musikwirtschaft“. Das Projekt kommt aus dem Umfeld von mica (music information center austria) und wird u.a. von der Österreichischen UNESCO-Kommission, der ars-electronica und der EU unterstützt.
Die Seite bietet ein englischsprachiges Blog mit interessanten News und u.a. ein Manifest mit folgenden Forderungen:
1. Unbeschränkte künstlerische Freiheit in der Musik
2. Freier Zugang zu musikalischem Ausdruck
3. Festlegung (Urheber)vertragsrechtlicher Mindeststandards
4. Adäquater Gebrauch von Technologie zur fairen Verteilung von Tantiemen.
5. Fairness und Gerechtigkeit im Musikbuisness muss ein Schlüsselmoment kultureller Vielfalt sein
6. Volle Anerkennung des kulturellen Charakters musikalischer Produkte, anstatt sie auf rein ökonomische Eigenschaften zu reduzieren.
7. Fairness und Gerechtigkeit in Musikbusiness müssen Normalität werden, nicht die Ausnahme bleiben.In der Futurezone gibt es ein längeres Interview dazu: Initiative für faire Musik.
ORF.at: Was läuft falsch im Musikgeschäft?
Rantasa: Wir sehen oft eine Einschränkung künstlerischer Freiheit durch Verträge, die nachteilig für Musikschaffende sind. Die künstlerische Freiheit wird zum Schutz der Investitionen der Wirtschaft beschnitten. Die kulturelle Vielfalt wird durch die Dominanz weniger Unternehmen, die aber den gesamten Weltmarkt bespielen, limitiert. Die vier größten Unternehmen der Musikwirtschaft halten zirka 75 Prozent des Weltmarktanteils, machen jedoch lediglich 20 Prozent der Weltrepertoires der Musik zugänglich.
Wie in anderen Industriebereichen gibt es eine Nord-Süd-Verzerrung. Alle wesentlichen Unternehmen im Musikgeschäft sind Industrienationen zugeordnet. Der große kulturelle Reichtum der Länder des Südens wird im Wesentlichen über Labels in den westlichen oder nördlichen Ländern vermarktet, und damit wird die Wertschöpfung auch in diesen Ländern erzeugt. Schließlich geht es um die Frage der Entlohnung. Im Schnitt bekommt ein Künstler von einer CD, die 17 Euro kostet, einen oder eineinhalb Euro heraus. Im digitalen Musikbereich ist es noch nicht viel besser. Der Distributionsweg vereinnahmt noch immer mehr Wertschöpfung für sich als die eigentlichen Motoren, die Kreativen.
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: NZZ-Special über Urheberrecht
: NZZ-Special über Urheberrecht NZZ: Die Musik im Zeitalter des «Copy and Paste».
Die Audio-CD feiert Geburtstag. Viele Geburtstagsansprachen hören sich aber an wie Leichenreden. Als Referenzpunkt von Urheberrechtsrevisionen könnte die CD aber noch zur Untoten mutieren.
NZZ: Das Fundament des Urheberrechts wankt.
Bemühungen um eine Modernisierung des Urheberrechts gehen stets von Begriffen aus, die in der Ästhetik des 19. Jahrhunderts entwickelt wurden. Die rechtlichen Kategorien des Urheberrechts entsprechen aber schon lange nicht mehr aktueller ästhetischer Praxis und behindern sogar die kreative Arbeit unabhängiger Musiker.
NZZ: Die Basis macht mit.
Künstler und Konsumenten engagieren sich bei der Urheberrechtsrevision.
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: 24th Chaos Communication Congress 2007: Call for Participation
: 24th Chaos Communication Congress 2007: Call for Participation Kaum ist das Chaos Communication Camp vorbei, und schon schreiten die Vorbereitungen für den 24th Chaos Communication Congress 2007 voran. Dieser wird wie jedes Jahr vom 27.–30. Dezember in Berlin stattfinden. Dazu wurde jetzt ein „Call for Participation“ gestartet. Vorschläge für Programmslots auf dem Congress können bis zum 12. Oktober eingereicht werden. Dazu gibt es ein spezielles Interface im Pentabarf-System.
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: Buma/Stemra und Creative Commons Niederlande starten gemeinsames Pilotprojekt
: Buma/Stemra und Creative Commons Niederlande starten gemeinsames Pilotprojekt Das Projekt bietet Mitgliedern von Buma/Stemra (vergleichbar mit der deutschen GEMA) die Möglichkeit, ihre Werke unter einer Creative Commons NichtKommerziellen Lizenz zu veröffentlichen. Komponisten und Texter, die bisher ihre Werke nur unter Creative Commons Lizenz veröffentlicht haben, können nun auch Mitglied bei Buma/Stemra werden und somit an den Gebühren für die kommerzielle Nutzung verdienen. Buma/Stemra und Creative Commons Niederlande versuchen so, gemeinsam Musikern mehr Möglichkeiten zu geben, für ihr Repertoire zu werben.
Die Niederlande sind damit das erste Land, in dem eine Kooperation zwischen einer Verwertungsgesellschaft und Creative Commons zu Stande gekommen ist. Lawrence Lessig, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Creative Commons dazu: „Diese einzigartige und innovative Zusammenarbeit zwischen Buma/Stemra und Creative Commons ist der erste Schriftt hin zu mehr Wahlfreiheit bei der Verwertung musikalischer Werke in der digitalen Welt“. Zuspruch kommt in den Niederlanden auch aus der Politik. So lobt der holländische Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft Ronald Plasterk die gemeinsame Initiative und freut sich über den dadurch entstehenden Standortvorteil für Kreative.
Möglich wurde das Projekt deshalb, weil man in den Niederlanden frühzeitig erkannt hat, dass mit dem Auftauchen des Internets mehr Flexibiltät bei der Verwaltung von Urheberrechten unausweichlich geworden ist. Bereits im Jahr 2005 startete Buma/Stemra das Flexco-Projekt um herauszufinden, welche Möglichkeiten es erlauben, den Mitgliedern mehr individuelle Lösungen zu bieten ohne dabei das Kollektiv zu schädigen. Mit der Ergänzung der existierenden Rechteverwaltungssysteme um Creative Commons Lizenzen sieht Paul Keller (Projektleiter Creative Commons Niederlande) das Ende des „Alles-oder-Nichts-Szenarios“ gekommen.
Das Pilotprojekt ist frei für alle niederländischen Komponisten und Texter und wird vom 23. August 2007 an ein Jahr lang laufen und danach evaluiert.
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: Aktionsidee: Sie fragen, Politiker antworten
: Aktionsidee: Sie fragen, Politiker antworten Die ARD bindet jetzt auch etwas ihre Zuschauer ein und kopiert dafür das Format der CNN-Präsidentschaftsdebatte. Dazu wurde die Aktion „Ihre Frage nach Berlin: Sie fragen, Politiker antworten“ gestartet.
Zum Politik-Auftakt nach der Sommerpause haben wir uns für Sie etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Was wollten Sie von den Spitzenpolitikern schon immer wissen? Was brennt Ihnen auf den Nägeln? Fragen Sie die Politiker selbst! Jetzt können Sie Ihre Frage stellen. ARD-Morgenmagazin, ARD-Mittagsmagazin und tagesschau.de machen es möglich.
Die Aktion wird vom 3.–5. September im Rahmen von Morgen- und Mittagsmagazin ausgestrahlt. Man soll dazu eine bis zu 20 MB grosse Videodatei hochladen (Format unklar) oder gleich per UMTS-Handy einen Video-Anruf machen.
Zielgruppen sind Kurt Beck, Guido Westerwelle, Edmund Stoiber, Renate Künast, Ursula von der Leyen und Peer Steinbrück.
Aktionsvorschlag: Wir wäre es, wenn viele Bürger Fragen zur Vorratsdatenspeicherung stellen würden? Oder zu anderen aktuellen netzpolitischen Gesetzgebungen? Einfach eine Kamera anschmeissen, eine gute Frage nett lächelnd in die Kamera formulieren, das Video ins Blog stellen und bei der Tagesschau hochladen.
[Danke Serge]
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: Wirtschaftlicher Schaden durch „Musikpiraterie“?
: Wirtschaftlicher Schaden durch „Musikpiraterie“? Golem berichtet über eine aktuelle Studie des US-amerikanischen Institute for Policy Innovation (IPI), die einen Schaden von 12,5 Milliarden durch „Musikpiraterie“ anprangern. Dabei berufen sie sich auf „unabhängige“ Zahlen der IFPI. Wenn man sich die Zahlen aber genauer anschaut und mit alten Daten vergleicht kommt man auf das folgende Ergebnis:
Man kann zwar geringfügige Schwankungen im einstelligen Prozentbereich erkennen, aber durch „Piraterie“ ausgelöste Verluste in einer ernsthaften Größenordnung, wie von der IPI „errechnet“, lassen sich in den amtlichen Zahlen nicht finden. Die angeblich in der Musikindustrie verloren gehenden 26.860 Arbeitsplätze würden in etwa der (geschätzten) Gesamtzahl der Arbeitsplätze in der US-Musikindustrie in den 90er Jahren entsprechen. Anders gesagt: Ausgehend von den IPI-Zahlen hätte sich die US-Musikbranche in rund zehn Jahren der Größe nach verdoppeln müssen und nur die „Piraterie“ hat das verhindert. Noch anders gesagt, hätten die US-Bürger ihren CD-Konsum binnen zehn Jahren vervielfachen müssen, denn um ein paar mehr CDs zu pressen benötigt man ja nicht gleich fast 27.000 neue Arbeitsplätze. Und Ausgaben für Live-Konzerte und Merchandising-Artikel sind dabei in den Zensus-Zahlen überhaupt nicht berücksichtigt.
Richtet also die „Musikpiraterie“ den immer wieder behaupteten Milliardenschaden für die US-Wirtschaft an? Mit den amtlichen Zahlen ist das jedenfalls nicht zu belegen. Im Gegenteil, der Vergleich der US-Zensus-Zahlen von 2002 mit denen von 1997 könnte sogar den Schluss nahe legen, dass MP3, Napster & Co. der Musikindustrie zu Beginn der 2000er Jahren zu einem Aufschwung verholfen haben.
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: Computerspiele sind Kultur – und einiges mehr
: Computerspiele sind Kultur – und einiges mehr Das Deutschlandradio-Kultur hat ein Interview mit dem Kölner Wissenschaftler Jürgen Fitz: „Spiele sind Kulturgut“
Der Spielpädagoge Jürgen Fritz hat sich für eine Förderung von Computerspielen ausgesprochen. Eine solche Förderung sei sinnvoll, weil sich der Markt entwickle, sagte der Kölner Professor für Spiel- und Interaktionspädagogik anlässlich der heute beginnenden „Games Convention“ in Leipzig.
Und hier ist die MP3 dazu.
Der Deutsche Kulturrat ist mittlerweile auch in der Gegenwart angekommen und setzt auf Computerspiele:
Der Deutsche Kulturrat will sich stärker im Bereich der Computerspiele engagieren, da diese ein Teil des Kulturbereiches seien. „Wir werden künftig stärker für diesen Bereich Verantwortung übernehmen“, sagte Geschäftsführer Olaf Zimmermann am Mittwoch am Rande der Computerspielemesse Games Convention (GC) in Leipzig. „Vor ein, zwei Jahren waren wir noch nicht so weit.“ Zimmermann verwies darauf, dass Computerspiele oft mit einem hohen künstlerischen und musikalischen Anspruch entwickelt werden.
tagesschau.de hat ein Interview mit dem US-Psychologen Brad Bushman: „Gewaltspiele sind gefährlicher als brutale Filme“. Seine Aussagen sind aber eher vage.
tagesschau.de: Nach Amokläufen – wie im April an der Universität Virginia Tech in Blacksburg oder 2002 in Erfurt – wird immer wieder ein Vorbot so genannter „Killerspiele“ diskutiert. Was sagen Sie zu Behauptungen, Gewalt in Computerspielen sei der Grund dafür, dass Schüler Massaker an Schulen verüben?
Bushman: Studien über Schulmassaker haben gezeigt, dass auf Amokläufer am häufigsten der Umstand zutraf, dass sie von ihrer Umgebung zurückgewiesen, beleidigt und gedemütigt wurden, so dass sie sich schlecht fühlten. Sie begehen diese Taten oft aus Rache. Es ist aber fast unmöglich vorherzusagen, ob jemand ein Massaker anrichten wird, weil sie sehr selten passieren. Doch wenn ein Kind kein Mörder wird, heißt es nicht, dass es nicht trotzdem von gewalthaltigen Computerspielen beeinflusst wird.
Und die Netzeitung schafft mal wieder einen journalistisch wertvollen Artikel, indem sie Counterstrike als „Einsteigsdroge unter den Egoshootern“ bezeichnen und mal wieder den „IT-Sicherheitsexperten“ und Propaganda-Menschen Bert Weingarten von PanAmp zu seiner Filtersoftware zu Wort kommen lassen. Der BEitrag trägt daher auch den Titel „Das Killerspiel-Verbot scheitert am Internet“ und Weingarten bietet passend die Illussion an, dass seine Filtersoftware das Problem lösen könnte.
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: Aus dem Web 2.0 aussteigen
: Aus dem Web 2.0 aussteigen Das „Web 2.0“ bietet viele neue Möglichkeiten und Services. Davon probiert man gerne einige aus. Aber wie kommt man nach Anlegen eines Nutzer-Accounts dort wieder raus? Peter Schink hat sich das gefragt und bei 21 Services mal ausprobiert, wie man das eigene Nutzerprofil wieder löschen kann. Immerhin soll man ja selbst souverän über die eigenen Daten sein. Aber das ist nicht so einfach:
Ich habe mich deshalb mal durch 21 einigermaßen relevante Seiten geklickt – eben diejenigen, die mir spontan eingefallen sind. Das Ergebnis ist teilweise erschreckend – einige Websitebetreiber musste ich sogar anmailen, weil ich weder in Profil-Einstellungen noch in Hilfe/FAQ-Seiten einen Hinweis dazu fand, wie ich denn meinen Account löschen kann. Nicht testen konnte ich, ob privat Nutzerprofile und Daten wie Linksammlungen, Fotos etc. nach erfolgter Löschung wirklich aus dem Netz verschwinden – nach der hier angestellten Analyse bin ich da allerdings wenig zuversichtlich. Kleines Fazit: Zu oft wird der Hinweis zum Löschen des Profils in der Hilfe versteckt, und manchmal hilft nicht einmal diese weiter. Viel zu oft aber muss man den Support um Unterstützung anbetteln – ein Link oder Button steht auf den Websites nicht zur Verfügung.
Eine kurze Auflistung der unmöglichen Missionen: Bei Yigg, ebay und Mr Wong hat er es gar nicht geschafft.
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: Fachgespräch zu „Internet-Tauschbörsen – zwischen Spaß und Staatsanwalt“
: Fachgespräch zu „Internet-Tauschbörsen – zwischen Spaß und Staatsanwalt“ Dei Grüne Fraktion veranstaltet am 12.9. zwischen 13–16 Uhr im Bundestag ein Fachgespräch zum Thema „Internet-Tauschbörsen – zwischen Spaß und Staatsanwalt“.
Anmelden kann man sich unter ak3@gruene-bundestag.de, wie immer muss das Geburtsdatum für den Einlass im Bundestag angegeben werden.
Tauschbörsen, P2P, Filesharing – worum geht’s?
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: WikiScanner für deutsche Wikipedia
: WikiScanner für deutsche Wikipedia Der WikiScanner läuft seit heute auch in der deutschen Wikipedia:
WikiScanner ist ein Werkzeug von Virgil Griffith, das die Beiträge nicht angemeldeter Benutzer in Wikipedia durchsuchbar macht und Beiträge von verschiedenen IPs (oder ganzen IP-Bereichen) zusammenfasst. Darüber hinaus enthält es noch eine Suchfunktion nach Firmennamen.
WikiScanner ging Mitte August auf die englischsprachige Version online. Die deutschsprachige Version folgte am 2X. August 2007. In der Presse sorgte der WikiScanner für Aufsehen, weil hier sehr bequem die gesammelten unangemeldeten Benutzerbeiträge aus den Netzwerken großer Firmen oder Organisationen dargestellt werden.
Diese Seite listet entsprechende Fundstücke aus der deutschsprachigen Wikipedia auf, verlinkt die Diff-Ansichten der Wikipedia und gibt weiterführende Informationen über die Art, Umfang und den Nachgang der Änderungen.
So und nun viel Spass beim kommenden Volkssport: Findet heraus, wer aus dem Bundestag, Unternehmen oder aus Lobbyorganisationen gerne mit der Wikipedia herumspielt. Das ist jetzt einfacher als je zuvor.