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fair music – Initiative für faire Musik

„fair music“ sieht sich als „die erste weltweite Initiative für mehr Fairness und Gerechtigkeit in der Musikwirtschaft“. Das Projekt kommt aus dem Umfeld von mica (music information center austria) und wird u.a. von der Österreichischen UNESCO-Kommission, der ars-electronica und der EU unterstützt.

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Die Seite bietet ein englischsprachiges Blog mit interessanten News und u.a. ein Manifest mit folgenden Forderungen:

1. Unbeschränkte künstlerische Freiheit in der Musik
2. Freier Zugang zu musikalischem Ausdruck
3. Festlegung (Urheber)vertragsrechtlicher Mindeststandards
4. Adäquater Gebrauch von Technologie zur fairen Verteilung von Tantiemen.
5. Fairness und Gerechtigkeit im Musikbuisness muss ein Schlüsselmoment kultureller Vielfalt sein
6. Volle Anerkennung des kulturellen Charakters musikalischer Produkte, anstatt sie auf rein ökonomische Eigenschaften zu reduzieren.
7. Fairness und Gerechtigkeit in Musikbusiness müssen Normalität werden, nicht die Ausnahme bleiben.

In der Futurezone gibt es ein längeres Interview dazu: Initiative für faire Musik.

ORF.at: Was läuft falsch im Musikgeschäft?

Rantasa: Wir sehen oft eine Einschränkung künstlerischer Freiheit durch Verträge, die nachteilig für Musikschaffende sind. Die künstlerische Freiheit wird zum Schutz der Investitionen der Wirtschaft beschnitten. Die kulturelle Vielfalt wird durch die Dominanz weniger Unternehmen, die aber den gesamten Weltmarkt bespielen, limitiert. Die vier größten Unternehmen der Musikwirtschaft halten zirka 75 Prozent des Weltmarktanteils, machen jedoch lediglich 20 Prozent der Weltrepertoires der Musik zugänglich.

Wie in anderen Industriebereichen gibt es eine Nord-Süd-Verzerrung. Alle wesentlichen Unternehmen im Musikgeschäft sind Industrienationen zugeordnet. Der große kulturelle Reichtum der Länder des Südens wird im Wesentlichen über Labels in den westlichen oder nördlichen Ländern vermarktet, und damit wird die Wertschöpfung auch in diesen Ländern erzeugt. Schließlich geht es um die Frage der Entlohnung. Im Schnitt bekommt ein Künstler von einer CD, die 17 Euro kostet, einen oder eineinhalb Euro heraus. Im digitalen Musikbereich ist es noch nicht viel besser. Der Distributionsweg vereinnahmt noch immer mehr Wertschöpfung für sich als die eigentlichen Motoren, die Kreativen.

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