Kultur

Computerspiele sind Kultur – und einiges mehr

Das Deutschlandradio-Kultur hat ein Interview mit dem Kölner Wissenschaftler Jürgen Fitz: „Spiele sind Kulturgut“


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Der Spielpädagoge Jürgen Fritz hat sich für eine Förderung von Computerspielen ausgesprochen. Eine solche Förderung sei sinnvoll, weil sich der Markt entwickle, sagte der Kölner Professor für Spiel- und Interaktionspädagogik anlässlich der heute beginnenden „Games Convention“ in Leipzig.

Und hier ist die MP3 dazu.

Der Deutsche Kulturrat ist mittlerweile auch in der Gegenwart angekommen und setzt auf Computerspiele:

Der Deutsche Kulturrat will sich stärker im Bereich der Computerspiele engagieren, da diese ein Teil des Kulturbereiches seien. „Wir werden künftig stärker für diesen Bereich Verantwortung übernehmen“, sagte Geschäftsführer Olaf Zimmermann am Mittwoch am Rande der Computerspielemesse Games Convention (GC) in Leipzig. „Vor ein, zwei Jahren waren wir noch nicht so weit.“ Zimmermann verwies darauf, dass Computerspiele oft mit einem hohen künstlerischen und musikalischen Anspruch entwickelt werden.

tagesschau.de hat ein Interview mit dem US-Psychologen Brad Bushman: „Gewaltspiele sind gefährlicher als brutale Filme“. Seine Aussagen sind aber eher vage.

tagesschau.de: Nach Amokläufen – wie im April an der Universität Virginia Tech in Blacksburg oder 2002 in Erfurt – wird immer wieder ein Vorbot so genannter „Killerspiele“ diskutiert. Was sagen Sie zu Behauptungen, Gewalt in Computerspielen sei der Grund dafür, dass Schüler Massaker an Schulen verüben?

Bushman: Studien über Schulmassaker haben gezeigt, dass auf Amokläufer am häufigsten der Umstand zutraf, dass sie von ihrer Umgebung zurückgewiesen, beleidigt und gedemütigt wurden, so dass sie sich schlecht fühlten. Sie begehen diese Taten oft aus Rache. Es ist aber fast unmöglich vorherzusagen, ob jemand ein Massaker anrichten wird, weil sie sehr selten passieren. Doch wenn ein Kind kein Mörder wird, heißt es nicht, dass es nicht trotzdem von gewalthaltigen Computerspielen beeinflusst wird.

Und die Netzeitung schafft mal wieder einen journalistisch wertvollen Artikel, indem sie Counterstrike als „Einsteigsdroge unter den Egoshootern“ bezeichnen und mal wieder den „IT-Sicherheitsexperten“ und Propaganda-Menschen Bert Weingarten von PanAmp zu seiner Filtersoftware zu Wort kommen lassen. Der BEitrag trägt daher auch den Titel „Das Killerspiel-Verbot scheitert am Internet“ und Weingarten bietet passend die Illussion an, dass seine Filtersoftware das Problem lösen könnte.

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3 Kommentare
  1. ich wünschte es gäbe eine reallife software für mich, die menschen wie Bert Weingarten aus meinem leben filtert. _das_ wäre zensur mit der ich leben könnte.

  2. Ich habe die netzeitung eigentlich recht gerne gelesen…
    Aber DAS ist wirklich unter ihrem Niveau. Und wenn man sich den “Artikel“ durchliest, wirkt es, als haetten die von P4n0rama abgeschrieben… ;)

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