Deutschland
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: Filesharing: Was passierte?
: Filesharing: Was passierte? Die Meldungen über die (Il-)Legalisierung von privaten Musikkopien mittels neuer Medien überschlagen sich in den letzten Wochen. Zeit für einen kleinen Heiseüberblick über das, was in Frankreich und Deutschland legislativ passiert. In Kanada gibts auch ne kleine judikative Überraschung …
Frankreich: Villa Kunterbunt.
Kurz vor Weihnachten sorgte eine unterbesetzte Sitzung des französischen Parlamentes für Aufsehen. In ihr wurde ein Gesetzesentwurf zur stärkeren Kriminalisierung von FilesharingnutzerInnen dahingehend geändert, dass sie fortan legal handeln würden, indem sie eine Pauschalabgabe auf Internetzugänge (Kulturflatrate) zahlen. Die Endabstimmung wurde vertagt. Der Gesetzesentwurf wurde zuvor stark kritisiert: Änderungsanträge der Industrie sahen vor, dass Software, die keine DRM-Unterstützung besitzt, verboten sei. Diese hätte weiten Teilen der Freien Software Szene arg geschadet.
Nun möchte der französische Kulturminister Filesharing nicht mehr generell verbieten. Derweil einigte sich der französische Innenminister mit Vertretern aus Industrie und Zivilgesellschaft auf sieben Kompromissprinzipien: So soll trotz DRM der Zugang zu legal erworbenen Werken zu privaten Zwecken garantiert sein. DRM-Systeme müssen untereinander kompatibel sein. Ferner soll eine Vereinbarkeit von Creative Commons-Lizenzen nutzenden MusikerInnen und ihrer Verwertungsgesellschaft hergestellt werden.
Deutschland: Keine Gedanken an VerbraucherInnen
Am Donnerstag fand die Anhörung zum Entwurf des zweiten Korbs (PDF) der Novelle des deutschen Urheberrechts statt. Die Meinungen in der großen Koalition gehen in Sachen Filesharing weit auseinander:
Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) will Privatkopien vom Original, wie von einer Kopie erlauben, solange das Original nicht kopiergeschützt ist. Ihre Bagatellklausel schließt strafrechtliche Schritte aus, wenn die „Werke nur in geringer Zahl und ausschließlich zum eigenen privaten Gebrauch oder zum Gebrauch von mit dem Täter persönlich verbundenen Personen vervielfältigt“ werden.
Hingegen will Günter Krings, CDU-Rechtspolitiker, maximal Privatkopien vom Original und nur in beschränkter Zahl erlauben. Der neue Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) lehnte auf dem Neujahrsempfang der deutschen Musikindustrie die Bagatellklausel ab.
Als der mögliche Wegfall der Bagatellgrenze auf der Anhörung zum 2. Korb Urheberrecht erwähnt wurde, gab es Beifall von Seiten der industriellen Vertreter der Rechteinhaber.
Kanada: Geldspritze für Rechtsabteilung der VerbraucherInnen
Die kanadische Musikfirma Nettwerk unterstützt den von dem US-amerikanischen Interessensverband der Musikindustrie RIAA beschuldigten Kanadier David Greubel. Auf Greubel aufmerksam wurde die RIAA durch einen Song von Avril Lavigne, nach dem sie in Tauschbörsen ausschau hielt. Greubels Tochter lud sich einen Song von dem Interpret herunter, der zwar bei Sony BMG (USA) erscheint, aber von der kanadischen Musikfirma betreut wird.
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: Regierungskoalition: Vorratsdatenspeicherung verfassungsgemäß
: Regierungskoalition: Vorratsdatenspeicherung verfassungsgemäß Dass die von der EU beschlossene Speicherung von Kommunikations-Nutzungsdaten, also von Telefon- und Internetverbindungen, einen ganzen Kontinent unter Pauschalverdacht stellt ist nicht neu. Es ist auch nichts Neues, dass die Maßnahme gegen einigermaßen helle NutzerInnen mit kriminellen Absichten nichts nützt, solange Verschlüsselung erlaubt ist.
Nach dem Beschluss durch das Europaparlament Mitte Dezember war neu, dass die Bundesregierung nur die Mindestanforderungen der Richtlinie hinsichtlich des Grundsatzes der Datensparsamkeit umsetzen möchte: Also eine Datenvorrätighaltung von einem halben, statt maximal zwei Jahren.
Die CDU/CSU- und SPD-Bundestagsfrakionen wollen nun dieses Ansinnen in einem Antragsentwurf, der heise online vorliegt bekräftigen: Nur Verbindungsdaten („Wer wann mit wem?“) und keine Inhalte – wie ohnehin schon in der Richtlinie vorgesehen – sollen gespeichert werden. Die Datenabfrage möge auf „erhebliche oder mittels Telekommunikation begangener Straftaten“ beschränkt werden. Mo-ment: Die Richtlinie beschränkt den Zugriff bereits auf allein „schwere“ Verbrechen.
Neu ist allerdings:
Die Abgeordneten der Großen Koalition haben keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegenüber einer restriktiven Umsetzung der Richtlinie. […] Dass mit dem Wegfall der bisherigen Löschpflicht von Verbindungsdaten jenseits enger Grenzen und der Einführung eine Speicherpflicht ein „Paradigmenwechsel“ erfolge, sind sich die Koalitionspolitiker aber bewusst.
So heise online. Für eine Beibehaltung der gestern vor einem Jahr mit Stimmen der Union‑, SPD- und Grünen-ParlamentarierInnen beschlossenen Ablehnung der Vorratsdatenspeicherung durch den Bundestag wird in Reihen von SPD und Union wohl niemand mehr votieren. Warum eigentlich?
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: Doch eine Kriminalisierung der Schulhöfe?
: Doch eine Kriminalisierung der Schulhöfe? Hab ich irgendwas verpasst? Die Linkspartei ist auf FDP/CDU-Trip und findet die Bagatellklausel nicht gut. Also lieber Millionen Bürger kriminalisieren, die zu unkommerziellen und privaten Zwecken Musik kopieren?
„Mit einem kommen wir auf keinen Fall weiter: mit der Einführung einer Bagatellklausel“, erklärte Luc Jochimsen von der Linken.PDS. Die frühere Chefredakteurin des Hessischen Rundfunks betonte, dass das entsprechende Vorhaben des Bundesjustizministeriums „genau das schwäche, was unsere Gesellschaft dringend braucht: das Rechtsbewusstsein, welches geistiges Eigentum respektiert und es nicht zu einem x‑beliebigen Schnäppchen degradiert, welches man sich jederzeit zum Nulltarif besorgen kann“. Sollte die Bagatellklausel kommen, „könnten wir auch gleich ‚Ladendiebstahl unter 20 Euro’ legalisieren“.
In der heutigen Bundestags-Debatte setzten sich wohl nur die Grünen für Nutzerinteressen beim Urheberrecht ein. Heise zitiert Jerzy Montag, den rechtspolitischen Sprecher: Geplante P2P-Bagatellklausel im Urheberrecht steht vor dem Aus.
Den Liberalen und den Rednern der anderen Fraktion warf er vor, „bei der Gestaltung des Urheberrechts den Nutzer von geistigem Eigentum überhaupt nicht im Blick haben“. Dieser sei nicht „Bittsteller auf dem Markt, sondern muss in einer modernen Wissensgesellschaft auch eine Rechtsposition haben“. Als einen der Kernpunkte der Novelle bezeichnete es der Grüne daher, die Durchsetzung der Privatkopie auch gegen technische Kopierschutzmaßnahmen zu gestatten. Sonst verkomme die von allen Parteien im Prinzip hoch gehaltene Erlaubnis zu einem „nur auf dem Papier“ stehenden Recht. Die vorgeschlagene Straffreiheit für geringfügige Privatkopien aus dem Netz bezieht sich laut Montag wiederum nicht auf die massenhafte Raubkopiererei, sondern auf „die Herstellung von Kopien durch Kinder, Jugendliche und junge Menschen, die eine andere Beziehung zu CDs haben. Die Grünen würden es nicht wollen, „dass die Polizei und die Staatsanwaltschaften auf die Schulhöfe gehen und dort mit dem Mittel des Strafrechts agieren.“
Update: Katja Husen, Mitglied im Bundesvorstand der Grünen, argumentiert im Blog der Grünen auch für Nutzerinteressen bei der Urhebererchtsgesetzgebung und hat dazu einen längeren Text auf ihre Webseite gestellt.
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: Stoiber remixed
: Stoiber remixed Ein grossartiges Stück Digitalkultur ist der Databoy78-Remix einer grossartigen Rede von Edmund Stoiber.
[via Tim]
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: Brauchen private Weblogs ein Impressum?
: Brauchen private Weblogs ein Impressum? Bald wissen wir es:
Hintergrund ist wohl, dass eine Firma – völlig zu Unrecht – etwas gegen einen Weblogeintrag hat, aber es anscheinend nicht auf die Reihe kriegt, sich mit dem Betreiber des Weblogs in Verbindung zu setzen. Jedenfalls scheint sie beim österreichischen Hoster abgeblitzt zu sein und versucht es jetzt über die deutschen Aufsichtsbehörden.
nebenbei geht es um die Grundfeste, schlimmer noch als Katzencontent:
Vielleicht erfahren wir dann ja doch mal, ob es tatsächlich eine Impressumspflicht für rein private Weblogs gibt. Soweit ich weiß, gibt es dazu noch kein Gerichtsurteil.
Nur für alle Fälle ist die Netzpolitik.org mit einem solchen Ding ausgerüstet. Wenn jetzt mal nur keiner daraus einen Strick dreht…
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: Copyright kills music
: Copyright kills music Buchmarkt berichtet darüber, wie mittels Urheberrecht einer umstrittenen Aufführung der Boden entzogen wurde.
Hintergrund ist wie bereits bei der Inszenierung „Die Weber“ ein Streit um Aufführungsrechte. In der Inszenierung, die am 13. Januar Premiere hatte, werden Melodien aus bekannten Musicals wie „Das Phantom der Oper“, „West Side Story“ oder „Hair“ gesungen, und für einige beansprucht der Verlag die Rechte. Sollte es zu keiner Einigung kommen, will das Theater die Inszenierung ab März in einer veränderten Fassung auf die Bühne bringen.
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: Live-Stream von Urheberrechtsanhörung
: Live-Stream von Urheberrechtsanhörung Gerade ist die Anhörung der Bundesregierung zum „2.Korb“ der Urheberrechtsreform gestartet. Und glücklicherweise gibts hier im Gebäude des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung“ ein freies WLAN, was aber kaum genutzt wird. Mir ist gerade ein Link zu einem Live-Stream zugespielt worden.
Bitte gebt mal von aussen Feedback, ob der klappt.Danke, scheint zu klappen.Für die Nebengeräusche kann ich leider nichts. Und ab und an fällt hier im Raum das Mikrophon aus. Der Raum ist fast voll, schätzungsweise 150 Menschen sind hier. Ich fühl mich trotz Sakko etwas „underdressed“, dafür senken wir den Altersdurchschnitt enorm. Notebooks gibts übrigens ganze vier Stück im Raum und die befinden sich alle in unserer Reihe.Die Gastgeber von Seiten der Bundesregierung sind Herr Weis, Leiter der Abteilung Handels und Wirtschafstrecht im BMJ, dann sitzt hier noch Herr Dr. Hucko, Vorgänger von Herr Weis, steht dem BMJ mit Rat und Tat zur Verfügung und stellt seine Erfahrung zur Verfügung (Ähm, ist der jetzt Rentner und hilft hier aus?) und Frau Dr. Pakuscher, Leiterin des Referates Urheberrecht im BMJ.
Bisher gehts um Geräteabgaben und Phrasen wie „kalt enteignet“ und „strikt verfassungswidrig“ hört man von den Rechteinhabern und Geräteherstellern. Der Herr von SHARP, hier auch im Auftrag von Bitkom, bringt Arbeitsplätzeabbau ins Spiel. Als ob SHARP in Deutschland noch viele Arbeitsplätze in der Produktion hätte, mit deren Abbau man drohen könnte. Aber das Wort des Tages ist bisher „Verordnungsermächtigung“, was immer wieder in Zusammenhang mit der Neuregelung der Geräteabgaben fällt.
Für einen Lacher sorgte gerade ein Vertreter der Business Software Alliance, nach eigenen Worten die mächtigste Lobby im Raum: „Wir vertreten nicht nur die grössten Rechteinhaber weltweit,sondern auch die grössten Hardwarehersteller.“ Und zwar begrässt die BSA zwar den Entwurf, lehnt aber das ganze Gesetz ab, weil es noch zu sehr analog angelegt sei. Stattdessen fordern sie viel mehr DRM, weil das ja funktionieren würde, wie sie festgestellt haben. Abschliessend von der BSA: „Wir können leider so dem Gesetz nicht zustimmen.“
Jetzt gehts schon eine Zeit lang um „unbekannte Nutzungsarten“. Der Börsenverein hat grosse Angst vor Google und sehnt sich nach Abwehransprüchen und seit bald zwanzig Minuten prasseln Paragraphen auf mich ein. Muss mir gleich erstmal Kaffee organisieren, bevor es spannend wird. „Unbekannte Nutzungsarten“ ermüden doch sehr.
So, jetzt gehts endlich mal um den letzten Punkt, den sogenannten „Schrankenregelungen“, weshalb die meisten vermutlich hier sind. Die bekannteste Schrankenregelung ist sicherlich die Privatkopie.
Jetzt spricht Professor Rainer Kuhlen vom Aktionsbündnis „Urheberrecht und Wissenschaft“: Bildung und Wissenschaft sind durch die sicher gut gemeinten Formulierungen in den Paragraphen 52 und 53 massiv bedroht. Wissenschaftler werden damit nicht leben können und wollen. Wissenschaftler werden zu kreativer Innovation und ziviler Ungehorsam beim Umgehen der DRM-Systemen greifen müssen. Kuhlen erinnerte nochmal an den Koalitionsvertrag der grossen Koalition, wo ein „bildungs- und wissenschaftlich freundliches Urheberrechts“ versprochen wird. Dies würde dieser Entwurf nicht einlösen. Man sollte sich vielleicht eher an Merkels „Mehr Freiheit wagen“ halten und so forderte Kuhlen abschliessend „Mehr Freiheit im Umgang mit Wissen und Information wagen.“
Jetzt spricht Peter Zombik vom Phonoverband und zitiert einen Haufen von Studien, dass die Kopien rasant ansteigen und die Verbraucher machen,was sie wollen. Allergrösste Sorge bereiten ihm intelligente Aufnahmesysteme, die Webcasting-Quellen und Sender so anzuzapfen, dass sie gezielt nach Titeln suchen können. Mit seiner verschwörerischen Stimme klingt das gerade so,als ob diese intelligenten Aufnahmesysteme den Untergang des Abendlandes bringen werden. Sein Verband vermisst das Verbot der Anfertigung von Kopien durch Dritte. Private Vervielfältigung soll sich auf das Kopieren der eigenen Originale beschränken.
Der Vertreter des Börsenvereins kommentierte das Statement von Rainer Kohlen zusammenfassend mit den Worten „Im Bildungsbereich soll das Urheberrecht abgeschafft werden“. Aha… Wenn man also die Beibehaltung tradioneller Schrankenregelungen fordert, wird man sofort in die Kommunismusecke gesetzt.
Als Vertreter der Filmindustrie fordert Film20 wieder ein Karenzjahr, d.h. sie wollen eine Sonderstellung. Die Idee dahinter ist, dass die Schrankenregelung bei Filmen im ersten Jahr nach dem Erscheinen ausgesetzt werden, d.h. die Verbraucher dürften ihr Recht auf Privatkopie nicht nutzen. Die Bundesregierung lehnt diese Sonderstellung im Entwurf ab und Film20 will sie trotzdem haben, da es ja soviele Kopien im Internet gäbe und niemand mehr ins Kino geht. Film20 hat übrigens auch was mit „Raubkopierer sind Verbrecher“ zu tun. Jetzt wollen sie auch noch ein Auskunftsanspruch und Schadensersatzansprüche gegen Filesharer. Ob man jetzt mal nachfragen sollte, wieso die GVU vorgestern durchsucht wurde?
Jetzt gehts um Straftatsbestände und Bagatellklausel. Die Rechteinhaber unterstützen unseren Kulturstaatsminister bei der Forderung nach einer Kriminalisierung von Filesharing-Nutzern. Kleiner Beifall aus einer Ecke, wo viele Rechteinhaber sitzen. Herr Klingborn von „Raubkopierer sind Verbrecher“ spricht jetzt wieder mal für die Filmwirtschaft und redet von einer nationalen Katastrophe, wenn es die Bagatellklausel gibt. Weil dann könnte ja jeder Filme im Kino abfilmen, ohne bestraft zu werden. Aha, eigentlich ist das ja was anderes.
Überraschung, jetzt packt eine weitere Dame der Filmindustrie mal wieder deren aktuellste Brenner-Studie heraus. Da Stichwort ist heute noch nicht gefallen. Und jetzt gibt es wieder viele Zahlen, wie böse doch die deutschen Verbraucher sind, weil diese ihre digitale Technik anwenden und Kopien erstehen. Warum jetzt nur das Argument kommt, dass Freunde von der Dame in Tschechien auf dem Flohmarkt von Vietnamesen gebrannte Filme kaufen, fragt sich wohl der halbe Raum. Was hat die Lobbyistin der Filmindustrie für Freunde, die kommerzielle Raubkopierer unterstützen und was macht dieses Argument in dieser Anhörung und in dieser Diskussion um die Bagatellklausel gerade?
Die MPAA ist auch da und erklärt gerade, dass die Bagatellklausel ja Diebstahl legalisieren würde. Ausserdem wird das TRIPS-Abkommen ausgiebig zitiert.
Die Verbraucherschutzzentralen begrüssen die Bagatellklasel, weil sonst viele Millionen Bürger, vor allem Jugendliche, vom Strafrecht bedroht wären.
Eine weitere Dame von Film20 (Wieviele gibts eigentlich von denen im Raum?) erinnert gerade nochmal an das Versprechen der Informationsgesellschaft, dass Wissen doch eine zentrale Ware wäre, die gehandelt wird und schützenswert wäre. Und hetzt gegen Verbraucherschutz, der hier nur hinderlich wäre. Schön, die Industrie redet von der Informationsgesellschaft mit der Ware Wissen und wir reden von einer Wissensgesellschaft, wo der Zugang zu Wissen und die kulturelle Teilhabe in den Vordergrund gestellt werden. Hierzu sollte man nochmal eine eigene Anhörung machen.
Jetzt ist mir gerade Rainer Kuhlen zuvor gekommen, darauf zu antworten. Jetzt gibts etwas Tumult, was denn ein fairer Zugang zu Wissen ist, die Rechteinhaber protestieren lautstark.
Ein „Hotel und Gatsstättenverband“ beschwert sich gerade, keine Einladung bekommen zu haben. Hab ich auch nicht bekommen und musste mich quasi selbst einladen und mich per Mail „bewerben“. Uns hatten sie nämlich vergessen einzuladen.
So, jetzt ist Schluss. Endlich. Die Vertreter der Filmindustrie laufen jetzt in einer grossen Gruppe zusammen in die Filmförderungsanstalt um die Ecke, wo es ein Festessen für alle geben soll. Also alle Lobbyisten der Filmindustrie, uns hat niemand eingeladen.
Kleines Resumee:
Von dem Ziel, das Urheberrecht weiter zu modernisieren und den Anforderungen der Wissensgesellschaft entsprechend zu gestalten, ist der derzeitige Entwurf noch weit entfernt. Weder ist die Balance gewahrt, noch wird der veränderten gesellschaftlichen Realitäten Rechnung getragen, dass Verbraucher die notwendige Technik zum Kopieren von digitalen Inhalten besitzen und auch benutzen. Die Bagatellklausel ist nicht unser Wunsch, allerdings sehen wir sie als Kompromiss an, um keine „Kriminalisierung der Schulhöfe“ zu erreichen. Wir fordern weiterhin eine Stärkung der Verbraucherrechte durch ein durchsetzungsfähiges Recht auf die Privatkopie, welches in der aktuellen Debatte leider kaum eine Rolle spielt.
Wir haben übrigens im letzten Jahr zum damals gestarteten ersten Versuch des „2. Korbes“ zwei Stellungnahmen in den Prozess eingebracht. Wer sich dafür interessiert, findet diese hier und hier als PDF zum Download.
Ein paar Hintergrundinformationen zur heutigen Anhörung findet man beim WDR: Novelle könnte den Weg in Archive ebnen.
Und das Bundesjustizministerium hat auch eine Pressemitteilung zur Anhörung herausgegeben: Der nächste Schritt zum „Zweiten Korb“: Die Modernisierung des Urheberrechts wird fortgesetzt.
Update: Mir wurde jetzt ein Mitschnitt der Anhörung zugespielt.
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: Medienkompetenz von Lifestyle-Wunderkindern
: Medienkompetenz von Lifestyle-Wunderkindern Detlef Borchers über den Digital Lifestyle Day in München: Mit Google am Pool der coolen People.
Bis auf zwei Ausnahmen hatte jeder Referent Schwierigkeiten mit seinem Laptop. Reihenweise standen Lifestyle-Wunderkinder ratlos auf der Bühne, weil sie nicht wussten, wie man die Bildschirmauflösung ändert, wo das Beamer-Kabel angeschlossen werden muss oder wie man ohne Maus Powerpoint zähmt. Ein überraschendes Ergebniss, das man den Pionieren des digitalen Lebens nicht zugetraut hätte.
Scheint ja spassig gewesen zu sein.
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: Heute Abend ist Chaosradio zum Informationsfreiheitsgesetz
: Heute Abend ist Chaosradio zum Informationsfreiheitsgesetz Es ist wieder der letzte Mittwoch im Monat und heute Abend läuft zwischen 22:00 – 01:00 Uhr das Chaosradio auf Radio Fritz.
Thema diesmal ist das Informationsfreiheitsgesetz und der Untertotel der Sendung ist auch treffend „Selbstverteidigung für Bürger“. Wer nicht im Berliner Raum wohnt, kann sich die Sendung via Stream anhören oder auf den Podcast warten.
Update: Der Mitschnitt ist jetzt auch schon als MP3 verfügbar.
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: Neues zum Urheberrecht
: Neues zum Urheberrecht Im aktuellen Spiegel gibt es einen längeren Artikel zur Urheberrechtsreform, der auch online verfügbar ist: Fluch der Silberlinge. Und Heise berichtet über die Kritik des Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ am aktuellen Entwurf zum „2, Korb“: „Rückwärts gerichtete Schutzinteressen“ bei der Urheberrechtsreform beklagt.
Donnerstag ist die Anhörung der Bundesregierung zum 2. Korb. Bei der Einladung durch das Bundesjustizministerium wurden Privatkopie.net und das Netzwerk Neue Medien irgendwie vergessen. Wir mussten uns selbst einladen und haben jetzt endlich die Erlaubnis bekommen, dort Verbraucherinteressen zu vertreten. Ich bin mal gespannt, bei der letzten Anhörung vor einem Jahr war die Unterhaltungslobby zahlenmässig allen anderen Interessenverbänden weit überlegen. Was es nicht alles an Lobbygruppen der Film- und Musikindustrie gibt…
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: Vortrag: Einführung in Podcasting
: Vortrag: Einführung in Podcasting Am kommenden Donnerstag, den 26. Januar, wird Tim Pritlove im newthinking store in das Thema „Podcasting“ einführen und anschaulich zeigen, wie man selbst Podcasts erstellen kann. Tim macht u.a. den Chaosradio-Express-Podcast, den ich nur empfehlen kann. Und da Tim’s Lieblingsplattform Apple ist, werde ich wahrscheinlich in naher Zukunft mal eine Einführung in Podcasting mit Freier Software machen.
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: Podcasting: Interview mit Constanze Kurz zu Datenschutz
: Podcasting: Interview mit Constanze Kurz zu Datenschutz
Es gibt ein neues Podcasting-Interview. Dieses Mal habe ich mich mit Constanze Kurz über Datenschutz, Data-Mining, Biometrie und Privacy Enhancing Tools unterhalten. Constanze ist Dipl.-Informatikerin und arbeitet als Assistentin in der Arbeitsgruppe Informatik in Bildung und Gesellschaft bei Prof. Wolfgang Coy an der Humboldt-Universität in Berlin. Ausserdem ist sie im Chaos Computer Club aktiv. Das Interview ist 58min lang und liegt im MP3- oder OGG-Format vor.Die Musik im Hintergrund stammt aus dem „iDmix.001 – Elliptic – Digital Drive“ und liegt unter einer Creative Commons Lizenz.
Update:
Scheint so, als ob die Datei irgendwie einen Fehler hat. Ich repariere sie morgen mal.Klappt jetzt alles und es gibt auch OGG! -
: Wikimedia Deutschland: Schreiben an die Wikipedia-Community
: Wikimedia Deutschland: Schreiben an die Wikipedia-Community Auf der Mailingliste der deutschsprachigen Wikipedia wurde ein Schreiben des Vorstandes von Wikimedia Deutschland veröffentlicht, der ein wenig die Entwicklungen der letzten Tage zusammenfasst:
Liebe Wikipedia-Community, liebe Mitglieder des Vereins,
die letzten Tage waren reichlich turbulent. Sicher habt Ihr über die einstweilige Verfügung gegen den Verein bereits einiges mitbekommen, schließlich wurde auch umfangreich in den Medien berichtet. Aus heiterem Himmel waren plötzlich viele wichtige Entscheidungen zu treffen.
Innerhalb des Vorstandes und gemeinsam mit unserem Anwalt wurden unzählige E‑Mails ausgetauscht und Telefonate geführt, um möglichst schnell und angemessen auf die Situation zu reagieren. Dadurch und weil sich der Vorstand auf Anraten des Anwalts erstmal mit Äußerungen zurückgehalten hat, ist die Information an Euch leider etwas zu kurz gekommen. Nun, nachdem zumindest die erste juristische Hürde erfolgreich genommen wurde, wollen wir dies endlich nachholen.Es gibt auch einen Ausblick auf das, was da noch kommen mag:
Deshalb sind wir mit dem Anwalt der Kläger in Kontakt, um eine
außergerichtliche Lösung zu suchen, die für alle Beteiligten tragbar
ist. -
: Creative Commons Netlabel-Party in Berlin
: Creative Commons Netlabel-Party in Berlin Am Samstag, den 28. Januar 2006 findet im RAW-Tempel in Berlin-Friedrichshain die erste Netlabel-Party statt: Net-Lag. Dort wird dann den ganzen abend 100% Creative Commons lizensierte Musik gespielt. Organisiert wird das ganze von den Berliner Netlabels Pulsar Records und Pentagonik.
[via The Lunatic Fringe]
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: Kulturstaatsminister beim Urheberrecht auf Lobby-Kurs
: Kulturstaatsminister beim Urheberrecht auf Lobby-Kurs Der neue Beauftragte für Kultur und Medien der Bundesregierung, Bernd Neumann, hat auf dem Neujahrsempfang des deutschen Phonoverbandes eine Kriminalisierung von Tauschbörsennutzern gefordert. Er lehnt die Bagatellklausel ab und fordert dafür bis zu drei Jahre Gefängnis für das nicht-kommerzielle Tauschen von Musik zu privaten Zwecken. Weiterhin forderte Herr Neumann ein Auskunftsrecht für Rechteinhaber und „intelligente Systeme der digitalen Rechteverwaltung“. Damit stösst er in dasselbe Horn wie seine Vorgängerin, Christina Weiss. Die Unterhaltungsindustrie freut sich sicherlich am meisten, dass ihr Lobbying bei den Kulturstaatsministern immer so gut funktioniert und diese ihnen weitgehend nach dem Mund reden.
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: RFID-Lobbyveranstaltung pluralisiert
: RFID-Lobbyveranstaltung pluralisiert Die Meinungsvielfalt der Auftaktveranstaltung des Lobbyverbandes „RFID-Informationsforum“ wurde heute durch BürgerrechtsaktvistInnen um weitere Meinungen ergänzt. Dies geschah in Form einer Mahnwache vor der Akademie der Wissenschaften in am berliner Gendarmenmarkt.

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: Nächster Webmontag in Berlin am 20.2.
: Nächster Webmontag in Berlin am 20.2. Nach dem grossen Andrang am letzten Montag zum ersten Webmontag in Berlin war das Interesse an einem Nachfolgetermin gross . Ich hab jetzt einfach mal den 20.2. als kommenden Termin im Wiki vorgeschlagen.
Unsere Räume bieten wir gerne wieder an, nur beim nächsten Mal sind wir besser auf Menschenmassen vorbereitet. Das bedeutet, dass wir den hinteren Raum noch öffnen werden, um dort eine Raucherlounge vorzubereiten. Dies wird die Nichtraucher im grossen Raum sicherlich freuen und dadurch wird es auch viel mehr Sitzplätze geben.
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: Dieses Blog wird auch weiterhin einen eigenen Bundestagsausschuss haben
: Dieses Blog wird auch weiterhin einen eigenen Bundestagsausschuss haben heise meldet: Bundestag setzt Ausschuss für Netzpolitik wieder ein
Der Bundestagsausschuss für Kultur und Medien hat auf seiner Sitzung am heutigen Mittwoch einen Ableger rund um die Netzpolitik ins parlamentarische Leben berufen. Gemäß einem interfraktionellen Antrag sprachen sich neben den Vertretern der Großen Koalition auch die Politiker der Oppositionsparteien für die erneute Einsetzung eines Unterausschusses Neue Medien aus.
Verwiesen sei auf die Tagesordnung der Ausschussitzung.
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: Die RFID-Lobby feiert morgen in Berlin
: Die RFID-Lobby feiert morgen in Berlin Am morgigen Donnerstag, den 19. Januar 2006, findet in den Räumen der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften eine Lobby-Veranstaltung der RFID-Industrie statt. Veranstalter ist das „RFID-Informationsforum“, ein Zusammenschluss von Handel und Industrie. Durchgeführt wird sie von Pleon, einem der marktführenden PR-Unternehmen in Deutschland. Geladen sind ausschließlich Vertreter von Politik, Verbänden und Medien. KritikerInnen des RFID-Einsatzes – wie Datenschützer und Bürgerrechtler – sowie besorgte BürgerInnen bleiben außen vor.
Dazu haben der Foebud und die Deutsche Vereinigung für Datenschutz eine gemeinsame Pressemitteilung herausgegeben: Schnüffelchips: RFID-Industrie setzt auf PR-Offensive statt auf konstruktiven Dialog.
„Mit immensem Kostenaufwand versucht die RFID-Industrie die Einführung dieser Kontroll- und Überwachungstechnik durchzudrücken. Gesprächsangebote wie das Expertenforum zu RFID beim Bundeswirtschaftsministerium werden dagegen von Industrie und Handel blockiert – Kritik soll offenbar mit PR erstickt werden“, bewertet Rena Tangens vom FoeBuD die Aktivität der RFID-Lobbyisten.
Die Veranstaltung soll morgen um 18:30 Uhr am Berliner Gendarmenmarkt beginnen. Schon um 18 Uhr sollen sich dort einige „Stop RFID“-Schilder versammeln. Wer den Schildern Gesellschaft leisten möchte, ist dazu eingeladen.
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: Respect The Music – Copy Protection Free
: Respect The Music – Copy Protection Free Der „Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen, Musikverlage und Musikproduzenten e.V.“ (VUT), der Verband der Indie-Labels im Musikbereich, hat die Kampagne „Respect The Music – Copy Protection Free“ gestartet. Damit emanzipiert man sich von der IFPI/Phonoverband, die sich seit einiger Zeit mit ihrer Kampf-Rhetorik und den Klagewellen vor allem bei den (jungen) Konsumenten sehr beliebt gemacht hat.
Durch die jüngsten Ereignisse um fatale Kopierschutzmassnahmen seitens der Musikindustrie und die erneute Diskussion um den von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries vorgelegten Referentenentwurf zum so genannten Zweiten Korb des Urheberrechts, sieht der deutsche Indieverband VUT sich veranlasst, sich deutlich von der Haltung der Musikindustrie zu distanzieren und startet daher die Kampagne „Respect The Music“.
Mit der Kampagne sollen drei Dinge deutlich gemacht werden:
1. DRM und Kopierschutz sind nicht die Lösung des Problems der Musikindustrie. So, wie diese Techniken bislang gestaltet werden, helfen sie eher, auch noch die letzten „ehrlichen“ Musikkäufer zu verprellen und in die Piraterie zu treiben.
2. Wir brauchen ein starkes Urheberrechtsgesetz, das die neuen digitalen Formen von Musikverbreitung und Konsum unterstützt und die Voraussetzungen für zeitgemäße Vergütungsmodelle schafft. Es muss faire Bedingungen für die kreative Branche schaffen und bedarf deshalb einer grundsätzlichen Überarbeitung.
3. Die strafrechtliche Verfolgung von P2P Usern löst das Problem der Piraterie nicht und macht Fans zu Kriminellen.Im Gegensatz zum „Verband Deutscher Musikschaffender“ ist der VUT ein richtiger Verband mit vielen Mitgliedern. Die Kampagnenseite sieht noch im Beta-Stadium aus. Allerdings sollen noch mehr Informationen folgen.