Creative-Commons-Lizenzen

  • : Präsentation: Freie Werke für eine freie Gesellschaft
    Präsentation: Freie Werke für eine freie Gesellschaft



    Die neue, zweite Version der Präsentation findet Ihr unter den Links zu den PDFs bzw. zur flickr-Seite. Es gibt auch eine englische Übersetzung.

    Diese zwölfseitige Präsentation erklärt und propagiert den Geist der Open-Source-Bewegung. Sie drückt den Gedanken der Übertragung des Lizenzmodells Freier Software auf andere geistige Schöpfungsarten aus. Mit der Veröffentlichung unter der Creative Commons Namensnennungs-Lizenz schenke ich sie hiermit der Community und biete damit die zahlreiche Verwendung und gemeinsame Verbesserung an.

    Auf die Präsentation lässt sich auch über meine flickr Nutzerseite zugreifen und verlinken. Zum Offline-Zeigen und Ausdrucken gibt es auch je ein PDF im Format eines 4:3 Monitors bzw. eines Blattes A4 Papier. Gesetzt wurde die Präsentation in InDesign, die Quelldaten gibt es für die beiden Versionen (deutsch und englisch) als ZIP (15 MB). Für eine englische Übersetzung hat sich bereits Julian vom zeitspuk.de-Blog gemeldet, Danke! Diese gibts hier dann in den nächsten Tagen.

    I wish you a happy linking and re-using.

    Die Präsentation fertigte ich als Arbeitsprobe für meine Bewerbung auf das Fach Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste (Berlin) an. Circa 13 Stunden Nettolebenszeit vor Abgabe der Bewerbung kam ich auf die Idee, das ganze Konzept meiner Mappe zu ändern und kam auf …

    3. April 2006 21
  • : ccHost 2.0
    ccHost 2.0

    Creative Commons (CC) hat ccHost in der Version 2.0 vorgestellt. Die Software bietet eine webbasierte Infrastruktur zum Speichern, Teilen und Bearbeiten von Mediainhalten, die unter CC-Lizenzen stehen. Sie ist unter einer gpl-Lizenz veröffentlicht und wird beispielsweise von der Remix-Platform ccMixter genutzt. Das Projekt bietet eine Basis für legalen, kreativen und vor allem unkomplizierten Umgang mit Inhalten und zeigt das große Potential der CC-Lizenzen im Netz.

    29. März 2006 1
  • : Creative Commons Lizenzen werden in der Volksrepublik China eingeführt
    Creative Commons Lizenzen werden in der Volksrepublik China eingeführt

    Wie Creative Commons (CC) bekannt gibt, werden morgen die an das Urheberrecht der Volksrepublik China angepassten CC-Lizenzen eingeführt. Sie sollen im Rahmen der Eröffnung einer Internationalen Konferenz zu geistigem Eigentum und Creative Commons an der Renmin Universität in Beijing von Lawrence Lessig (Stanford) als Hauptredner offiziell vorgestellt werden.
    Der Projektleiter Chunyan Wang setzt große Hoffnungen in die Einführung der Lizenzen:

    “We expect that the launch of the Creative Commons licenses will help pave a path for protecting intellectual property and create a win-win solution for all by allowing for reasonable use and sharing of the creative works. The launch will also help build a formal model to be used for creative products and provide a solution for dealing with the challenge of the new digital, Internet society. We believe that the launch will inspire a new “Creative Commons” community in a country with a rich cultural history and great potential creativity.”

    Die Einführung in der Volksrepublik China ist besonders interessant, da zu der Gesetzgebung ein gänzlich anderer kultureller Hintergrund hinzukommt.

    28. März 2006
  • : Bob Ostertag stellt seine Werke unter Creative Commons Lizenz
    Bob Ostertag stellt seine Werke unter Creative Commons Lizenz

    Der hierzulande vielleicht weniger bekannte Avantgardemusiker Bob Ostertag hat seine Musik, sofern er die Rechte daran besitzt, unter eine Creative Commons Lizenz gestellt. Sie erlaubt unter Namensnennung die nicht-kommerzielle Weitergabe und freie Bearbeitung. Sehr lesenswert ist seine kurze, aber prägnate Begründung für diesen Schritt. Er wendet sich darin insbesondere gegen die Tendenz von Medienunternehmen Kultur für sich zu vereinnahmen und zu kontrollieren.

    27. März 2006
  • : Spanisches Gericht erkennt CC-Lizenzen an
    Spanisches Gericht erkennt CC-Lizenzen an

    Wie Mia Garlick auf creativecommons.org berichtet, hat ein Gericht in Badajoz, Spanien in einem Rechtsstreit zwischen der spanischen Verwertungsgesellschaft „Sociedad General de Autores y Editores (SGAE)“ und einem Barbetreiber die Creative Commons Lizenzen als rechtskräftige Alternative zur Lizensierung von Musik anerkannt. Die SGAE hatte den Betreiber verklagt, da er die pauschalen Lizenzgebühren für die Nutzung von SGAE-verwalteter Musik nicht gezahlt hatte. Dieser argumentierte, er habe die Zahlung unterlassen, da er ausschließlich Musik, die nicht von der SGAE verwaltet wird, gespielt habe.
    Die Musik, die in der Bar gespielt wurde, stand unter einer Creative Commons Lizenz. Da die SGAE (wie die meisten europäischen Verwertungsgesellschaften darunter die deustche GEMA) ihren Mitgliedern untersagt, ihre Werke unter CC-Lizenzen zu veröffentlichen, konnten die gespielten Künstler also per Definition nicht durch die SGAE vertreten sein.
    Das ist zum einen ein rein juristischer Erfolg, stellt zum anderen aber auch einen Paradigmenwechsel dar. So wurden bisherige Klagen zugunsten der SGAE entschieden, da die Gerichte davon ausgingen, dass die Verwertungsgesllschaft praktisch alle Urheber vertritt.

    This case shows that there is more music that can be enjoyed and played publicly than that which is managed by the collecting societies.

    Dies setzt ein deutliches Signal für die Selbstbestimmung von Autoren und Künstlern.

    24. März 2006 1
  • : Kino neu erfinden mit freien Inhalten
    Kino neu erfinden mit freien Inhalten

    Kultur, zumal wenn sie sich offline verortet, kommt oft zu überraschenden Erkenntnissen. In der neuen Lettre geht es auch um Pixel und Maschinen, und um technischen Fortschritt:

    Das Kino starb am 31. September 1983, als auf der ganzen Welt die Fernbedienung eingeführt wurde, so die provokante These des Filmemachers und Kinopropheten Peter Greenaway. In seiner Streitschrift für das Zukunftskino fordert er die Abkehr von den formalen Tyranneien des Films und ermutigt zu einer dem Visuellen verpflichteten multimedialen Form cineastischen Inszenierens und Erlebens. „Lassen Sie uns das Kino neu erfinden, die erstaunlichsten Instrumente dafür stehen uns zur Verfügung.“

    Die These muss nicht stimmen, aber die ‚erstaunlichsten Instrumente’ haben viele daheim: beinahe jeder PC aus dem Discounter hat alleine mehr Grafikleistung hat als mein erster 586er von 1997 Rechnenpower. Die CPU langweilt sich in solchen Rechnern meist, aber wer auch von BogoMips und Konsorten zuviel hat, kann ja mal sowas versuchen (boingboing).
    Oder einfach freien Bewegtbild-Content z.B. remixen mit Cinelerra, den man in Yahoos oder Googles CC-Suche oder bei Archive.org findet, und ordentlich verbreiten darf. Wir haben was wir brauchen, und synthetisieren was der Bus (und die Suche und die Lizenz) hergibt. Ohne Lobby, Sensenbrenners Absurdt Forte 300 und technischen Sachzwang.

    23. März 2006 2
  • : Creative Commons in der Netzeitung
    Creative Commons in der Netzeitung

    Peter Schink von der Netzeitung hat Lawrence Lessig besucht und einen Artikel dazu verfasst: Copyleft statt Copyright.

    Inzwischen gibt es für die internationale Koordination ein Büro in Berlin, die Initiative wird von mehreren Firmen und Organisationen mit Geld unterstützt. «Wenn die Bewegung noch größer wird, müssen wir allerdings mehr finanzielle Unterstützung organisieren», sagt Lessig. Langfristig hoffe er, dass sich mit der Alternative weltweit auch die Sichtweise der Menschen und schließlich auch die Gesetzgebung ändere.

    22. März 2006 1
  • : TACD-Konferenz: Politics and Ideology of Intellectual Property
    TACD-Konferenz: Politics and Ideology of Intellectual Property

    In Brüssel findet gerade die „Politics and Ideology of Intellectual Property“-Konferenz des „Transatlantic Consumer Dialogue“ statt. Das TACD ist ein Zusammenschluss verschiedener Verbraucherschutzorganisationen aus Nordamerika und Europa. Ich kann dieser sehr interessanten Konferenz leider aus Zeitgründen nicht beiwohnen, bin aber froh, dass Karsten Gerloff live aus Brüssel bloggt.

    Stefan Krempl scheint für Heise auch vor Ort zu sein: Politik, Wissensallmende und „Ideologie des geistigen Eigentums“

    Heute verhalte es sich mit virtuellen Gemeinschaften im Internet und insbesondere mit der Welt der freien Software nicht anders, führte Drahos aus. Entwickler würden sich dabei bewusst einverstanden erklären mit rechtlichen Arrangements wie der GNU General Public License (GPL), über die eine gemeinsame Eigentümerschaft an Code gewährleistet werde. Die Gegenseite müsse daher verstärkt auf „rhetorische Schachzüge“ zurückgreifen und bei Informationen sowie Wissen überhaupt von Eigentum reden, ihre „Privilegien“ zur Sicherung von Rechten betonen oder eine allgemeine Innovationsförderung reklamieren. Damit würden aber „tiefe Mängel“ in der freien Marktwirtschaft verkleidet. Die Forschwelt sei sich einig, dass eines lineare Beziehung zwischen dem Ausbau gewerblicher Schutzrechte und der Innovation nicht nachweisbar sei.

    20. März 2006
  • : Heise war auch mal schneller
    Heise war auch mal schneller

    Mich wunderte gerade, dass die Nachricht von der Creative Commons Gerichtsentscheidung in den Niederlanden fast eine Woche brauchte, um auf Heise veröffentlicht zu werden: Kläger beruft sich vor Gericht erfolgreich auf Creative-Commons-Lizenz.

    17. März 2006 1
  • : Open University kündigt Veröffentlichung von Lernmaterialien unter Creative-Commons Lizenzen an
    Open University kündigt Veröffentlichung von Lernmaterialien unter Creative-Commons Lizenzen an

    Die Open University (OU), Englands größte Fernuniversität mit ca. 180.000 Studierenden, hat angekündigt ihre Lehrmaterialien unter einer Creative Commons Lizenz zu veröffentlichen. Bereits in der Zusammenarbeit mit der BBC hatte sich die UO in diesem Bereich engagiert.

    The Open Content Initiative (OCI) will make educational resources freely available on the Internet, with state of the art learning support and collaboration tools to connect students and educators.

    Das Projekt befindet sich zur Zeit in der Aufbauphase und soll 2008 fertiggestellt werden. Der Etat von etwa 5,65 Millionen Pfund und dieser gründliche Zeitplan lassen auf eine gute Umsetzung hoffen. So sollen neben reinen Lehrinhalten auch Möglichkeiten zur Kollaboration geschaffen werden.

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    17. März 2006 1
  • : Niederländisches Gericht bestätigt Creative Commons Lizenz
    Niederländisches Gericht bestätigt Creative Commons Lizenz

    Ein Niederländisches Gericht hat jetzt in einem Urteil die Creative Commons NC-BY-SA Lizenz bestätigt (Hier ist die Begründung in Holländisch). In dem Fall Curry vs. Weekend ging es darum, dass das Magazin „Weekend“ für eine Story über Adam Curry Fotos von dessen Flickr-Account verwendet hatte, welche unter der genannten Lizenz standen. Die Lizenz sieht vor, dass die Bilder zu nicht kommerziellen Zwecken verwendet werden dürfen, wenn alle Änderungen wiederum unter derselben Lizenz veröffentlicht werden. Da das Magazin eine kommerzielle Verwertung der Bilder gemacht hatte, ohne den Urheber Curry zu fragen, beging es eine Urheberrechtsverletzung.

    Sehr erfreulich: Das Gericht hat damit zum ersten Mal weltweit eine Creative Commons Lizenz bestätigt. Das Magazin muss Curry nun rund 1000 Euro Kompensation zahlen. Dies ist nicht der übliche Rahmen, normalerweise werden bei Urheberrechtsdelikten wie diesem anscheinend weitaus höhere Kompensationen zugesprochen. Trotzdem ist es schön, dass die Creative Commons Lizenzen zum ersten Mal von einem Gericht bestätigt worden sind.

    Update: Meine Holländisch-Kenntnisse sind dann doch nicht gut genug. Das mit den 1000 Euro Kompensation stimmte so wohl nicht. Anscheinend muss das Weekend-Magazin bei einer Wiederholung 1000 Euro Strafe zahlen, wie Adam Curry in seinem Blog schreibt. Dies relativiert das Gerichtsergebnis wieder. Mit anderen Worten: Das Gericht bestätigte zwar die Creative Commons Lizenzen indirekt, aber das Ergebnis ist nicht ganz so erfreulich, wie ich zunächst vermutet habe.

    11. März 2006 6
  • : Nächste Netlabel-Party am Samstag in Berlin
    Nächste Netlabel-Party am Samstag in Berlin

    Die nächste Net-Lag-Party mit freier elektronischer Netlabel-Musik findet wieder am kommenden Samstag, den 4. März 2006 ab 22:00 Uhr im RAW-Tempel in Berlin statt.

    2. März 2006
  • : Open Source Jahrbuch 2006 Prelaunch
    Open Source Jahrbuch 2006 Prelaunch

    Das Open Source Jahrbuch 2006 wird am 15. März auf der Cebit präsentiert. Die meisten Texte stehen jetzt schon als PDF-Versionen auf der Webseite zum Download bereit. Auch dieses Jahr ist umfasst das Open Source Jahrbuch wieder eine interessante Auswahl an Themen.

    Hier eine kleine Auswahl:

    Lawrence Lessig: »Eine freie/befreite Kultur für den Remix«

    Oliver Passek: Open oder Close Access?

    Alastair Otter: Digitale Möglichkeiten für Afrika

    Armin Medosch: Auf freien Wellenlängen: Funknetze als techno-soziale Entwürfe

    Bernd Lutterbeck: Die Zukunft der Wissensgesellschaft

    1. März 2006 4
  • : Copyright Criminals Remix Contest
    Copyright Criminals Remix Contest

    CNet schreibt über den „Copyright Criminals Remix Contest“ und Creative Commons: ‚Copyright criminals’ look to remix the noise–legally.

    „I think that all the people…focused on in this documentary get the idea of using or reusing other people’s work as being something beneficial to the cultural conversation, and the cultural world,“ said Eric Steuer, creative director at Creative Commons. „We knew that all those people would be receptive to the idea, and every single one of them are people that use samples in their work. (So) they’re very open to being sampled and reused.“

    [via CC-Blog]

    28. Februar 2006
  • : Neuer Copyleftfilm?
    Neuer Copyleftfilm?

    Die Netzeitung berichtet über die Initiative „Dropping Knowledge“, welche zur Berlinale die 15minütige Dokumentation „Chocolate City – we are here to stay“ präsentiert und veröffentlicht haben: Filmemacher verzichtet auf Copyright.

    Auch wenn ich für die Idee sehr viele Sympathien habe, so klingt die Kommunikation der Kampagne doch sehr verpeilt. Obwohl eine CC-Lizenz verwendet wird, ist die Erklärung auf der Kampagnenseite schlicht falsch und sollte korrigiert werden:

    This film is copylefted. This means you are free to copy, distribute and use it for any noncommercial purpose. For legal reasons, some rights remain reserved.

    Creative Commons License – Therefore the work is licensed under a Creative Commons
    Attribution-NonCommercial-NoDerivs2.5 License.

    Copyleft ist ungleich Creative Commons. Und der erste Abschnitt beschreibt andere Freiheiten als die tatsächlich angegebene Lizenz. Die Verwendung des Wortes „Copyleft“ mag zwar PR-technisch praktisch und einfach sein, aber in diesem Fall hat der Film nichts mit Copyleft zu tun, sondern nutzt eine (ja welche jetzt?) Creative Commons Lizenz, damit der Inhalt frei distributiert werden kann. Copyleft wäre jetzt noch, wenn jeder die Freiheiten hätte, diesen Film auch zu remixen. Dies würde beispielsweise durch die Creative Commons Sharealike Lizenz gewährleistet, welche aber nicht verwendet wird, schade eigentlich.

    17. Februar 2006 3
  • : MOZARTforALL – Freie Mozart-Noten für alle
    MOZARTforALL – Freie Mozart-Noten für alle

    Mit Hilfe von Creative Commons Österreich wurde das Projekt MOZARTforALL gestartet.

    Das Projekt MOZARTforALL will systematisch Mozart-Noten unter Creative Commons Lizenzen zugänglich machen. An Mozart’s 250 Geburtstag war der offizielle Projektstart. Die Besonderheit des Projekts, das von Georg Pleger, dem Koordinator von Creative Commons Österreich, initiiert wurde: bei MOZARTforALL werden die drei Konzepte OpenSource – OpenContent – OpenMoney miteinander verbunden.

    Die Noten sollen mit der freien Software LilyPond produziert werden, deren Format (.ly) auch weiter bearbeitet werden kann.

    14. Februar 2006 1
  • : The Streaming Suitcase
    The Streaming Suitcase

    The Streaming Suitcase ist eine gute Resosurce zum Thema Streaming und Audiobearbeitung unter Linux und anderen Systemen. Es gibt verschiedene Anleitungen für verschiedene Zwecke und der Content steht komplett unter einer Creative Commons Lizenz.

    9. Februar 2006
  • : Creative Commons Lizenzen sind kostenlos
    Creative Commons Lizenzen sind kostenlos

    Da es gerade wieder passierte. Eine Frage bezüglich der Creative Commons Lizenzen bekomme ich in letzter Zeit ständig zu hören: Wie teuer ist denn die Benutzung der Lizenzen?

    Die Nutzung der Creative Commons Lizenzen ist kostenfrei. Kostet echt nichts! Ist das unserem deutschen Kulturraum geschuldet, dass viele nicht daran glauben, dass juristische Lizenztexte kostenfrei zu nutzen sind? Verwundert mich jedesmal.

    6. Februar 2006 3
  • : Kauft Politikern iPods?
    Kauft Politikern iPods?

    Wissen Politiker eigentlich, worüber sie reden,wenn sie Gesetze machen, welche die digitale Zukunft bestimmen? Die US-Organisation iPac möchte jedem US-Abgeordneten einen iPod schenken, damit diese ein Gefühl für den digitalen Lifestyle bekommen. Auslöser der Aktion ist der 82-jährige Senator Stevens aus Alaska, welcher bei einem Broadcast-Hearing erzählte, dass seine Tochter ihm einen iPod gekauft hätte. Seitdem er einen besitzt, hat er ein grösseres Verständnis dafür, wie in vielen Wegen innovative Technologie zu mehr Wahlfreiheit bei der Verbrauchern führen kann – und das dies nichts schlechtes ist.

    iPac will jetzt alle Senatoren und Kongress-Abgeordneten mit einem iPod ausstatten. Diese sollen mit freien Inhalten gefüllt werden, damit die Politiker mal einen Einblick bekommen, was da draussen im Netz passiert und was ihre Bürger mit digitaler Technik alles machen können. Einziges Problem: Die iPods kosten Geld, das innovative Apple-Image will bezahlt werden. Dafür sucht die Organisation noch Unterstützer mit einer kleinen Fundraising-Kampagne.

    Obs in Deutschland klappt? Hier hat die Musikindustrie unserem neuen Kulturminister einen iPod geschenkt. Dieser hat sich sofort mit der Übernahme ihrer Positionen bei ihrem Neujahrsempfang bedankt. Daran hätten freie Inhalte vermutlich auch nichts geändert.

    1. Februar 2006 7
  • : OECD-Konferenz zu „Digital Content“
    OECD-Konferenz zu „Digital Content“

    Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veranstaltet heute und morgen in Rom eine Konferenz über die Zukunft der digitalen Wirtschaft“. Im Mittelpunkt der Diskussion über “Digital-Content – Creation, Distrubution and Access“ stehen die gesetzliche Regulierung von Kopierschutzsystemen sowie die Ausgestaltung von VerbraucherInnen Rechten in der digitalen Welt.

    Monika Ermert schreibt im Heise Newsticker:

    „Bevor die Umgehung von DRM-Systemen unter Strafe gestellt werden soll, sollte diese gesetzlich reguliert werden,“ forderte Jamie Love, Direktor des Consumer Project for Technology (CPTech). Die rund 350 Konferenzteilnehmer sollten sich einmal eine Welt vorstellen, in der das digitale Rechtemanagement perfekt funktioniere. Da alle bislang von der Existenz digitaler Inhalte profitiert hätten, warb Jamie Love, Direktor des Consumer Project for Technology für einen völkerrechtlichen Vertrag über den Wissenszugang, wie ihn derzeit verschiedene Entwicklungsländer im Rahmen einer Reform der World Intellectual Property Organisation (WIPO) fordern.

    Das Berkam Center for Internet & Society an der Harvard Law School hilft bei der Navigation durch die Readings der 350 KonferenzteilnehmerInnen:

    If you are interested in questions concerning digital media, please check out the conference’s „background reading,“ which includes reports on music, scientific publishing, the online computer and video game industry, and mobile content.

    In einem Interview mit Urs Gasser sagt der Rechtsexperte der Harvard Law School über sein Panel „new user habits and social attitudes“:

    I think the common denominator is that we are really seeing a move towards a more participatory information environment where users are no longer passive receivers of information.

    We are increasingly much more interactive, we participate in the production of different things, like open source software, which is a huge phenomenon with large-scale contributions by amateurs. Another example is Wikipedia, peer-produced content as a new mode of how we produce knowledge or entertainment.

    Den KonferenzbesucherInnen wird im Hinterkopf auch der Gedanke an die dieses Jahr zu verhandelnde Erneuerung des Broadcasting Treaty der World Intellectual Property Organization (WIPO) nicht fehlen: Ob ihnen eher nach DRM für DVB oder der letztes Jahr zurückgewiesenen und wieder auferstandenen Forderung nach einer „Broadcast Flag“ ist lässt sich schwer einschätzen.

    Die Meldung auf Heise stellt voran, dass der Stratege eines Werbe- und PR-Dienstleisters auf der Auftaktveranstaltung sagte:

    Während die rasante Zunahme digitaler Inhalte eine Gefahr für traditionelle Medien und Vertriebswege ist, bietet sie vor allem Chancen für Newcomer.

    Ob er dabei auch an „Newcomer Countries„dachte, ist nicht überliefert.

    Markus hat im vergangenen November mit Jamie Love ein 28 Minuten langes Podcasting-Interview (Hier als OGG) zum Thema „Access to Knowledge“-Völkervertrag gemacht.

    30. Januar 2006