Creative-Commons-Lizenzen

  • : Going Brasil!
    Going Brasil!

    Wenn nichts mehr schief geht, fliege ich morgen früh los zum iCommons-Summit in Rio de Janeiro, der dort vom 23.–25. Juni stattfindet. Das bedeutet 5 Uhr aufstehen, 8 Uhr in Tegel losfliegen, 11 Uhr Zwischenlandung in Madrid und von dort 10 Stunden lang weiter nach Rio, wo ich dann um 16 Uhr Ortszeit ankomme. Das Wetter soll ja nicht schlecht sein, alle Hotels scheinen am Strand zu liegen und am Donnerstag gibts das nächste Brasilien-Spiel, was vor Ort sicherlich interessant wird. Mal schauen, wie die Netzsituation vor Ort ist. Wenn alles gut geht, blogge und podcaste ich regelmässig von den vielen spannenden Veranstaltungen.

    An dem Tag vor- und nachher werde ich an einem NGO-in-a-Box – Workshop mit dem Schwerpunkt „Open Publishing“ teilnehmen, der vom Open Society Institute organisiert und finanziert wird. Dort wird es darum gehen, wie Nichtregierungsorganisationen freie Tools zum Publizieren einsetzen können. Eines meiner Lieblingsthemen und für mich ist das eine schöne Vermischung von Arbeit und Vergnügen.

    19. Juni 2006 1
  • : Captain Copyright vs. Dr. Lawless
    Captain Copyright vs. Dr. Lawless

    Die kanadische Lizenzagentur Access Copyright will seit kurzer Zeit mit dem Superhelden Captain Copyright kanadischen Grundschülern eine industrie- und verwerterlastige Sicht des Urheberrechts beibringen, unter anderem mit Anleitungen für’s Rollenspiel im Klassenzimmer: Die Kinder sollen ihre Mitschüler z. B. um Verwertungsrechte für ihre Werke bitten oder Klassenzeitungen mit einer zusätzlichen Seite für Urheberrechtshinweise versehen.

    Delikat ist an der Sache (neben dem unverhohlenen Lobbying) natürlich vor allem, dass „Captain Copyright“ ein Superheld nach dem Muster von Superman, Batman oder den anderen Helden der Comickultur ist. Somit bedienen sich die Kampagnenmacher ironischerweise genau des alltäglichen, offenen und selbstverständlich unvergüteten Kulturtransfers, der in ihrer einseitigen Darstellung von Kreativität unter den Tisch fällt.

    Philipp Lenssen hat die Abenteuer von Captain Copyright weitergezeichnet: Unser Held kämpft gegen den bösen Dr. Lawrence Lawless.

    9. Juni 2006 2
  • : Der Video-Podcast zur WM: Morgen startet das WMStudio06
    Der Video-Podcast zur WM: Morgen startet das WMStudio06

    Was die Kanzlerin kann, können wir schon lange: Morgen startet WMStudio06 – Unser Video-Podcast zur WM. Das Projekt ist als Spassidee entstanden, da ein Teil von newthinking communications verrückt nach Fussball ist und der andere Teil sich mehr fürs Internet und neue Kommunikationstechnologien interessiert. Mit dem WMStudio bekommen wir beides kombiniert und überleben die WM in der Mitte Berlins.

    Jeden Tag um 15 Uhr geht eine neue Folge der Show online. Mit „Teddy Turbo“ aka Christian Ahlers von den „Good Old Boys and Girls“ haben wir einen professionellen Schauspieler als Moderator (und seine Schreiber dazu), der nicht nur die Spiele kommentieren wird, sondern auch den etwas anderen Blick auf das WM-Geschehen wagt.

    In Analogie zum offiziellen WM-Motto „A time to make friends“ steht die Show unter dem Motto „A time to make sense“. Im Online-WM-Studio wird es neben den Spielkommentaren auch Expertengespräche, Taktikanalysen, eine Presseschau sowie den „WM-Artikel des Tages“ geben. Dabei können wir sogar auf eine Bluebox zurückgreifen, die hier nebenan bei den Jungs und Mädels von eitelsonnenschein berlin steht und die bei dem Projekt auch mitwirken. Insgesamt sind mehr als fünfzehn Personen damit mehr oder weniger befasst.

    Beim wmstudio06 setzen wir konsequent auf Offene Standards – Zumindest soweit das geht. Die Produktion und Schnitt läuft komplett mit Freier Software. Wir greifen dabei hauptsächlich auf Kino, Cinelerra, Audacity, Inkskape und Gimp zurück und wollen damit auch zeigen, dass professionelle Videoproduktion mit Freier Software Realität ist. Als Videoformat wird es neben MP4 auch das sympathische und nachhaltige Ogg Theora-Format geben. Von mir aus hätten wir dies auch in den Feed eingebunden, aber dann würden sich alle Apple- und Windows-Nutzer beschweren. Schade eigentlich, so kommt der Feed leider nur mit MP4. (Mal schauen, vielleicht gibts noch einen Extra-Feed mit Ogg Theora). Für den Player hätten wir gerne eine andere Lösung als Flash gefunden, aber hier haben zwei Wochen testen nur gezeigt, dass es immer noch keine zufriedenstellende plattformübergreifende Lösung gibt. Und meine Entscheidung war dann, dass wir lieber den Besten der getesteten Player nehmen als gar keinen.

    Aber die Verbindung von freien Formaten und offenen Lizenzen dürfte bei der bewegten WM-Berichterstattung einzigartig sein. Ausserdem ist alles „on demand“ – Broadcast-InternetTV war gestern. :)

    Bis zum 9. Juli finden sich täglich ab 15 Uhr auf www.wmstudio06.de neue Inhalte zum Download . Alle Videos stehen unter einer Creative Commons Lizenz – das Kopieren und Weiterverbreiten ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht. Auch wenn es eine restriktive CC-Lizenz ist, wird wohl niemand etwas gegen Mash-Ups etwas haben. Alle Videos werden selbstverständlich in verschiedenen Formaten zur Verfügung gestellt, damit niemand ausgeschlossen wird. Vermutlich wird es auch noch eine Mobile-Version geben.

    Der Trailer ist schon online (OGG / MP4) und da einige Blogs schon drauf verlinken, gibts die Vorankündigung schon heute. Heute Abend basteln wir noch weiter dran, auf unserem internen Server siehts schon viel weiter aus. Und morgen um 15 Uhr ist dann die erste Show online.

    8. Juni 2006 5
  • : Remixing Cinema: Matt Hanson von „A Swarm of Angels“
    Remixing Cinema: Matt Hanson von „A Swarm of Angels“

    Wir haben ja auch noch den Service der Freien Software Presseagentur, wo wir jeden Dienstag vielen Redaktionen und Journalisten Neuigkeiten aus der Freien Software und Open Source Welt per Newsletter schicken. Heute gabs den 100. Newsletter und wir werden jetzt vermehrt Portraits und Interviews für die FSPA erstellen, die ich dann auch hier für dieses Blog verwerten kann. Hier ist ein Beispiel davon:

    Vor ein paar Wochen wurde an dieser Stelle bereits „A Swarm of Angels“ vorgestellt: Das bislang einzigartige Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, einen Spielfilm rein mit den Mitteln des Internets, sprich über eine offene Vernetzung zu finanzieren, zu produzieren und fertig zu stellen. Von dem Open-Source-Projekt können Anteile und damit auch ein Mitspracherecht für je 25 britische Pfund erworben werden und das Ergebnis soll hinterher unter einer Creative-Commons-Lizenz zur kreativen Weiterverarbeitung und Remixen veröffentlicht werden. Die Idee stammt vom Briten Matt Hanson, der 1996 das erste Digitalfilmfest der Welt gründete. Mit im Boot sind außerdem Boing Boing-Blogger Cory Doctorow, der Comic-Autor Warren Ellis und Tommy Pallotta, der soeben Richard Linklaters düstere Version von „A Scanner Darkly“ produzierte.

    Matt Hanson erklärt der fspa, was er unter „Remixing Cinema“ versteht: Das Filmprojekt „A Swarm of Angels“ will Open Source mit einer filmischen Web 2.0‑Initiative verbinden. Anfang des Jahres fiel ihm auf, dass in Hollywood die Produktionsmühlen bedächtig lange arbeiten, bis jedes Script durch die Einsprüche der Studiobosse zerfleddert wird. „Cinema 2.0“ sei anders, sagt er: Das Filmprojekt soll als eigenständiges Produkt über Online-Netzwerke durch eine globale Internet-Filmproduktion zusammen getragen werden. Die vielen fleißigen Beteiligten kommunizieren und operieren hauptsächlich online. Hanson mailte seine Idee an Freunde und hatte bis letzten Monat etwa 100 Leute zusammen, die Anteile zu je 25 britischen Pfund, rund 36 Euro, kauften. Mittlerweile sind es 500 Interessierte, die ersten 1 000 sollen später das Konzept auf robuste Beine stellen. Aber: „Nur ein Kleinteil davon will wirklich selber beim Schreiben mitmachen. Das ist fein, weil ich letztendlich die Kontrolle darüber habe und genug Input und Feedback bekomme“, erklärt Hanson. Die Geschichte des Films mag er noch nicht preisgeben, es soll sich aber um einen Sci-Fi-Thriller handeln.

    Matt Hanson hat sich schon jahrelang mit digitalen Filmprojekten auseinander gesetzt. Anfang der 90er noch als Filmjournalist für das englische Hippster-Magazin Dazed&Confused. 1996 gründete er das erste digitale Filmfestival onedotzero in London. 1997 erklärte er „The End of Celluloid“, und dass die digitale Revolution auch die Produktionsmittel verändern würde. „Einerseits geht die Geschichte von Video im Internet zurück zu den Basics. Das musste so sein, technologisch. Deshalb hatte ich immer ein Problem damit, weil es auf die geringsten gemeinsamen Nenner zurückgreift: Pornos und schlechte Schülerwitze. 1996 gab es Web-Clips sowieso nur in Briefmarkengröße auf dem Monitor zu sehen. Also ging ich anders herum und schaute auf die neue Medienkultur.“ Damit war er der erste, der Flash-Animationen im Kino zeigte und zu Kunstfilmen erhob. Sein aktuelles Projekt ist die Konsequenz: „Jetzt mache ich das wieder anders herum. Ich stelle eine große Medienproduktion mit Hilfe des Internets zusammen, um das Ergebnis weiter auf andere Medien zu bringen, sei es auf das Handy oder ins Kino.“ An einer Online-Filmproduktion versuchten sich bereits andere: Die Leipziger VEB Film nennt sich ein „Open Source Film Net Label“, das seit zwei Jahren Filme unter CC produziert und ausschließlich über Online-Spenden finanziert. Im Moment krankt es jedoch nur an den freiwilligen Spenden: Mit 8 000 Euro sind sie in den Miesen und hoffen, ihren zweiten Langfilm bald beenden zu können, ohne das Equipment verkaufen zu müssen.

    Matt Hanson gibt sich zum Gelingen seines Open-Source-Films zuversichtlich. Er findet die Zeit reif für derlei Web 2.0‑Projekte und bezieht die Spender aktiv in den Schaffensprozess ein: So ist bereits ein Dokumentarfilm über „A Swarm of Angels“ geplant. Die Teilnehmer sollen sich selber bei den Vorbereitungen mit Webcams filmen und hinterher den Drehbericht mittels eines freien Video Sharing Services wie Jumpcut gemeinschaftlich schneiden.

    6. Juni 2006 3
  • : Citizen Journalism mit der Readers Edition
    Citizen Journalism mit der Readers Edition

    Ich war heute morgen bei der Pressekonferenz der Netzeitung zum Beta-Start ihres neuen Citizen-Journalism-Portals „Readers Edition“. Das Projekt kenne ich jetzt schon seit einiger Zeit und konnte des öfteren während der Entwicklung Feedback geben. Besucher des letzten Berliner Webmontags konnten sich auch schon ausführlich die Alpha-Version anschauen, die Peter Schink dort vorstellte. Peter ist neben Solveig Grothe Projektleiter von Readers Edition (Im Weiteren öfters RE abgekürzt)und hatte heute auch zur Pressekonferenz eingeladen. Also nutzte ich die Möglichkeit, mir mal die Netzeitung von innen anzusehen und ausserdem war ein kleines Büffet versprochen. Das lustige bei solchen (eher netz-affinen) Pressekonferenzen in Berlin ist ja, dass man ständig die „üblichen Verdächtigen“ trifft, was ja ganz nett ist.

    In seinem Anfangsstatement ging der Chefredakteur der Netzeitung, Michael Maier auf die Chancen ein, die ein solches Projekt für den Netzjournalismus bedeuten würde und beschrieb diese mit dem Satz „Die konstruktive Kraft der Lesercommunities ist grösser als die destruktive“. Das hat man ja auch schon erfolgreich bei der Wikipedia sehen können.

    Der Medienwissenschaftler Steffen Büffel (bekannt durch das Media Ocean Blog) wurde extra aus Trier eingeflogen, um den anwesenden Journalisten (von den alten Medien) eine kleine Einführung zu den Themen Online-und Bürgerjournalismus zu geben. Das war interessant, aber nichts neues für mich. Ausser dem Hinweis, dass es in den 80er Jahren in den USA schon eine eher theoretische Debatte über „Civic Journalism“ gegeben hat. Damals dachte man schon darüber nach, wie man besser an die Leser heran kommt und lokale Gemeinschaften nutzen kann. Aber damals fehlte auch noch die notwendige Technik, die wir heute so selbstverständlich nutzen: Das Internet. Mit dem Internet gibt es eine neue Debatte rund um den Begriff „Citizen Journalism“- Der Bürger wird selbst zum Berichterstatter. Dazu gibt es neue interaktive Möglichkeiten und das Marketing-Buzzwort „User Created Content“ beschreibt eigentlich auch nur das, was von Anfang an die Netzkultur bestimmte: Die Tradition, Informationen frei zur Verfügung zu stellen, Informationen mit anderen Nutzern austauschen. Gleichzeitig gibt es Kommunikationsmöglichkeiten über Kommentare, die Debatten ermöglichen. Dies ist übrigens älter als die Weblogtechnologie, was viele übersehen und war schon die Grundlage für Newsgroups, bzw. das Usenet.

    Aber zurück zur Readers Edition. Traditionelle Zeitungen haben ja im Allgemeinen das Problem, dass ihre Kernlesergruppe aus den Über 50-jährigen und „Bildungsbürgern“ bestehen. Die Kernlesergruppen für die Zukunft der Zeitungen ist bereits mehrheitlich im Netz (14–50 jährigen) zu finden und wird sicher nicht mehr mittelfristig aufs Papier umsteigen. Das süd-koreanische Citizen Journalism-Portal „OhmyNews„ fiel gleich mehrfach in der Diskussion. Kein Wunder, ist es doch das Paradebeispiel, welche Chancen solche Portale für lokale Berichterstattung bieten und wie ein Miteinander zwischen Bürgern und Journalisten funktionieren kann. Auch Blogger und Journalisten sind keine Gegensätze, sondern werden immer mehr zu Bündnispartnern. Der grösste Unterschied von der Readers Edition zu OhMyNews soll übrigens der sein, dass bei der RE keine Redaktion alles rausfiltert, sondern Moderatoren entscheiden, was genommen werden kann und was nicht. Die Moderatoren sollen zukünftig aus der aufzubauenden Community kommen und nach Reputation ausgewählt werden. Das Modell gibt’s ja auch schon erfolgreich bei der Wikipedia zu finden. Steffen Büttel schloss sein Einführungsvortrag mit den Worten, dass Bürgerjournalismus im Netz auf Verlagsseiten nur funktionieren könne, wenn Verlage verstehen lernen, wie Netzkultur funktionierte, jetzt funktioniert und zukünftig funktionieren wird. Meine Worte. :)

    Danach führte Solveig Grothe weiter in die Motivation des Projektes ein. Mit der RE wolle man den Lesern die Möglichkeit geben, selber ihre eigene Zeitung zu machen, selbst mitzuwirken und diese selbst mit zu gestalten. Dies könne dadurch geschehen, dass die Leser Beiträge schreiben, Bilder hochladen, Moderatoren werden (erstmal durch Redaktion ausgewählt, später Reputationseinstieg) und natürlich gibt es auch noch die Mitwirkungsmöglichkeiten im Sinne von Kommentaren und Bewertungen der Beiträge.

    Zum Start gibt es sechs Rubriken (Politik, Web&Technik, Wirtschaft, Sport, Lokales und Vermischtes), diese sind nicht feststehend, sondern sollen mit mehr Erfahrungen erweitert werden. Texte müssen von Moderatoren freigeschaltet werden, Moderatoren sollen sich austauschen (wenn Bedenken bestehen) und notfalls entscheidet die Moderatorengemeinschaft . Bei Problemen sollen die Schreiber angeschrieben werden, Rechtschreibfehler sollen die Moderatoren einfach so rausnehmen. Für die Netzeitung ist die Plattform natürlich auch eine Art Frühwarnsystem, die Redaktion kann sehen, welche Themen von Lesern aufgegriffen werden und man kann sehen, wie nah man selbst an den Interessen der Lesern dran ist. Zumindest erstmal theoretisch.

    Peter Schink beschrieb dann die Erfahrungen der Alpha-Phase, die übers Pfingstwochenende stattgefunden hat. Seit Freitag sind 30 Texte online und 5 sind nicht genommen worden. Das sei besser als gedacht für eine Alpha-Phase. Er sieht das Ganze als Experiment, was an Inhalten kommt und wie es mit der Software läuft. Probleme mit Beiträgen können natürlich nicht ausgeschlossen werden, aber dafür sind ja die Moderatoren da. „Es gibt natürlich immer ein paar wahnsinnige – dessen sind wir uns auch bewusst“, beschrieb er dies passend.

    Als Software wurde WordPress genommen und so verändert, dass das Editierfeld im Frontend zu finden ist. Die Leser werden nicht verwirrt. Aber leider musste man dazu WordPress leicht forken, hoffentlich gibt das später keine Probleme (Oder ist das mittlerweile gelöst, Peter?).

    Seit der Ankündigung, „man wolle 20 Millionen Schreiber finden“, hätten sich 2500 Menschen mit ihren Emailadressen angemeldet. Diese Resonanz hat wohl alles sehr überrascht, da man quasi kein Marketing für die Plattform gemacht hat. Das Glück des First Movers halt auf dem deutschen Markt.

    Wie funktioniert nur das Ganze?

    Nutzer können sich anmelden und Artikel schreiben. Neue Artikel kommen in eine Art Warteschleife und müssen von mindestens fünf (Am Anfang) Nutzern bewertet werden, um auf die Titelseite zu kommen. Dort finden sich auch die fünf bestbewerteten Autoren, die „Artikel der Woche“ mit Bewertung und die meistgelesenen Artikel der Woche. Für alle Artikel gibt es auch noch die Möglichkeit, eine Verbindung mit Google Maps herzustellen. Das ist sinnvoll für regionale Berichterstattung. Ich kann mir zum Beispiel alle Artikel aus Berlin anschauen und zu einerm späteren Zeitpunkt auch einen eigenen RSS-Feed aus Schlagwörtern generieren.

    Alle Beiträge stehen unter der Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Deutschland Creative Commons Lizenz. Damit wird ausgeschlossen, dass die Netzeitung und andere kommerzielle Medien alle guten Artikel einfach so übernehmen können, ohne die Autoren zu kompensieren. Diese müssen explizit ihre Zustimmung geben, falls man die Artikel zu kommerziellen Zwecken übernehmen möchte. Und Honorar aushandeln.

    Das Risiko von Urheberrechtsverletzungen, Abmahnungen, etc. ist den Machern bewusst. Prinizipell versucht man erstmal, das Risiko einzugehen und ist „guter dinge, dass es auf Einzelfälle beschränkt bleibt“. Es gibt natürlich auch ein Blog zur Plattform, um mit den Lesenr zu kommunizieren und über Weiterentwicklungen zu berichten. In einem Wiki werden Antworten auf häufige Fragen gesammelt und Tipps gegeben, wie man Artikel schreibt und Bilder formatiert. Gleichzeitig soll transparent dargestellt werden, weshalb man manche Artikel nicht freigeschaltet hat. Eine Dopplung von Themen ist möglich und zugelassen, Peter Schink meinte dazu nur, dass es nicht schadet, wenn zu einem Thema mehrere Artikel vorliegen.

    Prinzipiell wird Werbung nicht ausgeschlossen, aber man möchte bei Werbung auch Mechanismen gefunden haben, wie man die Kompensation der Autoren und Moderatoren geregelt bekommt.

    In der anschliessenden Diskussion ging es dann wieder stark um die Abgrenzung zu OhMyNews.Dieser bestehe vor allem darin, dass die Kontrolle weiter nach draussen gegeben wird und man viel freier sei als das koreanische Vorbild. Auch wolle man keine Blogplattform, bzw. „persönliche Postingplattform, sondern schon eine Online-Zeitung machen mit einem klaren Presseanspruch. Man sehe den Anreiz für Leute, eine Plattform anzubieten, sich zu präsentieren und gemeinsam eine Zeitung zu machen. Eine Plattform, „die für jeden offen ist, ob Blogger, Hausfrau oder Krankenpfleger“.

    Die heute gestartete Betaphase soll übrigens solange andauern, bis einige Bugs beseitigt sind und wenn man der Meinung ist, eine stabile Version erreicht zu haben. Neue Features sollen aber auch nach der Beta-Phase ständig implementiert werden. Erstmal gibt es nur die Möglichkeit, Texte einzustellen, später können/sollen Videoblogging und Podcastingmöglichkeiten eingebaut werden. Dies war wegen des engen Zeitplans (bis zur WM) nicht mehr zu schaffen.

    Auf die Frage, was passiert, wenn andere Mainstreammedien das Modell kopieren, antwortete Peter Schink, dass der grosse Vorteil der Netzeitung durch ihre Online-Erfahrung und die Position des First-Movers bestehe. Aber das schön am Internet sei ja die Offenheit, dass sich das Beste durchsetzen würde. „Wenn jemand anders es besser macht, haben wir ein Problem“.

    Aber wir sind ja in Deutschland und es dauert wohl noch lange, bis die grossen Medien verstehen, dass es an der Zeit ist, etwas Kontrolle abzugeben, und Open Source Strategien anwenden. Ich wünsche dem Projekt daher viel Glück.

    6. Juni 2006 13
  • : Open Access Special in der c’t
    Open Access Special in der c’t

    Bei c’t‑online gibt es ein grosses Special über Open Access von Richard Sietmann: Über die Ketten der Wissensgesellschaft. Sehr ausführlich und lesenswert!

    Der Kulturkampf über den Zugang zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen verschärft sich

    Was „Open Source“ für die Softwareentwicklung, ist „Open Access“ für die Wissenschaft – eine Bewegung, die sich für den freien Zugang zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen einsetzt. Politische Unterstützung findet sie hierzulande kaum. Die Wissenschaftler und ihre Organisationen müssen mit den Entwicklungen des Publikationswesens allein zurechtkommen.

    2. Juni 2006
  • : Samstag wieder Net-Lag Party in Berlin
    Samstag wieder Net-Lag Party in Berlin

    Am kommenden Samstag gibt es wieder eine Net-Lag Party im RAW-Tempel in Berlin mit garantiert freier Musik. Themenschwerpunkt soll diesmal Brasilien sein, was ich ganz passend finde. Aufgrund einer Vielzahl an guten Parties am Wochenende weiss ich noch gar nicht, ob ich dahin gehe, aber wenn dann auf jeden Fall zum Live-Set von Sam & Headkit von Brothers in Music. Das soll theoretisch um 2 Uhr starten und rockt auf jeden Fall.

    Auf der Seite gibts unten auch noch sechs Links zu Livemitschnitten vom letzten Mal.

    1. Juni 2006
  • : Creative Commons auf dem Kurzfilmfestival Hamburg
    Creative Commons auf dem Kurzfilmfestival Hamburg

    Am Sonntag, dem 4. Juni, findet im Rahmen des Internationalen Kurzfilmfestivals eine Veranstaltung mit dem Titel „Alles nur geklaut? Urheberrecht und Verwertungsgesellschaften – Das neue Urheberrecht, die Verwertungsgesellschaften und alternative Ansätze“ statt. Meike Richter wird dort Creative Commons vorstellen und freut sich über Besuch! Ort: Monsun Theater, Friedensallee 20 (gegenüber des Festivalzentrums). Zeit: 12 bis 15 Uhr.

    1. Juni 2006
  • : DRM in HDTV visualisiert
    DRM in HDTV visualisiert

    Nette Grafik, die DRM in HDTV visualisiert. Wurde von Metin Seven entworfen und steht unter einer Creative Commons-Lizenz.

    [via]

    31. Mai 2006 3
  • : BloodSpell: Machinima-Animationsfilm unter CC
    BloodSpell: Machinima-Animationsfilm unter CC

    Die schottische 3D-Schmiede Strange Company ist vor allem auf dem Gebiet der Machinima bewandert. Das sind Animationen, die über die Engine eines Games produziert werden. Vor zehn Jahren trat dieses Filmgenre erstmalig auf: Als die leistungsstarken 3D-Rendermaschinen von Games dafür benutzt werden konnten, um innerhalb des Game-Settings eigene Animationen zu erstellen.

    Nach ihrer Independent-Produktion „Ozymandias“ stellt Strange Company nun ihren ersten komplett mit einer Game-Engine hergestellten Machinima-Langfilm vor: „BloodSpell“ ist bislang das längste seiner Art und taucht in die Fantasywelt von Magiern und Zauberern ein, wo Auserwählte mit „magischem Blut“ ausgestattet sind und verfolgt werden.

    Geschrieben wurde die Geschichte von Machinima-Pionier Hugh Hancock, die Technik setzt auf dem Game Neverwinter Nights auf. Wie Open Business berichtet , wurde der Film mit einem Bruchteil des sonst üblichen Budgets hergestellt. Nur 10 000 Dollar betrugen die Kosten, vergleichsweise gering zu einer Animation aus Hollywood, die leicht um die 100 Millionen Dollar verschlingt. „BloodSpell“ wurde zur nichtkommerziellen Weitergabe frei gegeben und unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht. Die Animation ist in kleine Episoden aufgestückelt und kann jeweils nach deren Fertigstellen in regelmäßigen Abständen herunter geladen werden, bis der ganze Film verfügbar ist.

    30. Mai 2006 3
  • : Jamendo: Musik-Portal setzt auf Netzwerke
    Jamendo: Musik-Portal setzt auf Netzwerke

    Im Internet preisen bekanntlich viele Musik-Portale, über Download-Shops Musikstücke im MP3‑, Ogg Vorbis und restriktiveren Formaten an. Dass man Lieder auch alternativ, aber nichtsdestotrotz kommerziell unter einer Creative-Commons-Lizenz anbieten kann und die Künstler an ihren Werken verdienen, beweisen Webseiten wie Magnatune. Auch das Portal Jamendo versucht neue Wege bei der Bandpromotion einzuschlagen: Junge, noch wenig bekannte Künstler sollen hier eine Plattform zur Eigenwerbung bekommen. Wenn ihre Musik bei den Nutzern Gefallen findet, können diese nämlich auch an die Künstler spenden.

    Bei der Distribution greift das Portal auf die beliebten Peer-to-Peer-Netzwerke zurück und nutzt die Technologie von Verbreitungssystemen wie BitTorrent oder eMule. Dabei ist das Herunterladen der Files nicht illegal, da die Künstler ihre Stücke allesamt unter Creative Commons Lizenzen veröffentlichen und zur Weitergabe frei gegeben haben.

    Als weitere Erscheinung des Web 2.0 setzt Jamendo vor allem auf den Communitygedanken und dabei auf die Beurteilung der User: Musik soll von anderen Nutzern empfohlen und bewertet werden, damit die Musikliebhaber diese untereinander weitergeben und tauschen. Bisher gibt es mehr als 1130 Alben dort zum durchstöbern und herunterladen.

    30. Mai 2006
  • : Software für Video-Content in Blogs gesucht
    Software für Video-Content in Blogs gesucht

    Kleine Frage an die LeserInnen: Kennt jemand vielleicht eine Möglichkeit, Videos in einem WordPress-System abzuspielen, ohne Youtube & Co. zu verwenden? Ich suche gerade eine freie Software (Notfalls auch Flash, wenn es nicht anders geht), um Creative Commons Video-Content abspielen zu können. Am liebsten sind mir natürlich freie Formate, notfalls auch Quicktime- oder Avi- oder MPEG-Files.

    29. Mai 2006 5
  • : Erster Creative Commons Salon in Berlin
    Erster Creative Commons Salon in Berlin

    Am kommenden Montag, den 29. Mai, findet in Berlin der erste Creative Commons Salon statt. Das Konzept des CC Salons stammt aus San Francisco und hat das Ziel, einen regelmässigen Treffpunkt für Menschen zu schaffen, die an Creative Commons, Free Culture, Open Source, Kreativität, Kunst, Medien und Musik interessiert sind.

    Beim ersten CC Salon in Berlin werden Markus Beckedahl und Philipp Steffan in die Creative Commons Lizenzen einführen und verschiedene Projekte aus der ganzen Welt vorstellen, wie die alternativen Urheberrechtslizenzen genutzt werden können. Der Event wird zukünftig monatlich immer am letzten Montag im Monat stattfinden. Interessierte sind eingeladen, sich mit eigenen Präsentationen zu beteiligen und eigene Projekte vorzustellen.

    Ort: newthinking store, Tucholskystr. 48, 10117 Berlin – Mitte. Beginn ist um 19:30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

    25. Mai 2006 3
  • : The Roadmap for Open ICT Ecosystems
    The Roadmap for Open ICT Ecosystems

    Sehr interessant: The Roadmap for Open ICT Ecosystems (PDF)

    a user-friendly guide for policymakers and technologists offerings tools for understanding, creating, and sustaining open information and communication technologies ecosystems.

    22. Mai 2006 2
  • : Pearl Jam „Life Wasted“ zum Download unter Creative Commons
    Pearl Jam „Life Wasted“ zum Download unter Creative Commons

    Grunge ist noch lange nicht tot; ich hab sogar noch den Goatie von damals. „Ten“ war so horizonterweiternd wie Alice in Chains (die ich immer schon mehr mochte) mit „Dirt“ bleischwer, und hach. Pearl Jam gibt es auch noch, und sie haben ein neues Video, das unter einer Creative Commons-Lizenz (by-nc-nd 2.5) steht und frei herunterzuladen ist, wie das Google-Blog berichtet:

    And in line with the band’s experimental personality, Pearl Jam released the „Life Wasted“ video under a Creative Commons „some rights reserved“ copyright license. What does all that legal gibberish mean to you? It means that you can download the video for free, share it with your friends, and even post it on your own site–provided you give the band credit and don’t use it for commercial purposes. It’s yet another example of Pearl Jam putting its fans first.

    Sorry you didn’t see him, but I’m glad we talked… ohh… :D

    20. Mai 2006 1
  • : Elephants Dream – Open Source Movie
    Elephants Dream – Open Source Movie

    Elephants Dream“ ist ein freier animierter „Open Source Film“. Das komplette Film wurde mit freier Software wie Blender erstellt und der Film und alle Rohdateien stehen unter der Creative Commons Namensnennungs-Lizenz. Es gibt den Film zusätzlich auch in einer HD-Variante. Gleichzeitig stehen verschiedene Formate zum Download zur Verfügung. Hier ist der Torrent und der AVI-Download.

    19. Mai 2006 2
  • : iCommons Summit in Brasilien
    iCommons Summit in Brasilien

    Ich habe gerade Glücksgefühle im Körper, da gerade die Zusage für eines der seltenen europäischen Stipendien für den iCommons-Summit angekommen ist. iCommons ist das globale Treffen der Creative Commons Community und die brasilianische Regierung hat nach Rio de Janeiro eingeladen, um viele Aktivisten an einem Ort zu versammeln und die globale Vernetzung zu fördern. Aber es soll nicht nur ein CC-Treffen sein, viele Aktive aus „verwandten Communities“ wie die A2K-Bewegung, die Ubuntu-Community und Wikipedia werden ebenfalls vor Ort sein. Dürfte also sehr spannend werden und ich freu mich sehr darüber. Ohne die Erstattung der Flugkosten und des Hotels könnte ich leider nicht teilnehmen. Ich werde natürlich die Zeit dort nutzen, live von vor Ort zu berichten, viele Interviews zu machen und Euch über das ganze Treffen in diesem Blog ausführlich zu informieren.

    Leider musste ich aber gerade meine Zusage für die spannende Froscon-Konferenz in Stankt Augustin bei Bonn am selben Wochenende zurückziehen, wo ich alternativ sehr gerne hingefahren war.

    18. Mai 2006
  • : Freier Porno unter CC-Lizenz
    Freier Porno unter CC-Lizenz

    Die Porno-Branche ist ja berühmt für Innovation im Internet. So fragten wir uns scherzhaft die letzten Jahre immer, wann denn der erste Erotik-Film unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht wird. Und Andreas schreibt jetzt bei „Sex, Drugs & Compiler Construction“, dass er den ersten CC-Porno gefunden hat. Den Kurzfilm mit 21 Minuten Länge mit dem Titel „The Good Girl“ gibts zum freien Download auf der Seite von Lustfilms zu finden. Keine Ahnung, ob es tatsächlich der erste CC-Film dieses Genre ist, mir ist zumindest bisher kein anderer bekannt.

    18. Mai 2006 24
  • : Creative Commons Lizenzen 3.0
    Creative Commons Lizenzen 3.0

    Im CC-Blog stellt Mia Garlick heute die Änderungsvorschläge für die Version 3 der Creative-Commons-Lizenzen vor und ruft zur Diskussion auf. Zentral für die Arbeit an den neuen Versionen sind dabei Kompatibilitäten mit anderen Lizenzen wie den Debian Free Software Guidelines, die Schaffung einer landesunabhägigen generischen Lizenz und eine bessere Umsetzung des Schutzes des Persönlichkeitsrechtes des Urhebers. Die Einzelheiten als pdf.

    18. Mai 2006
  • : Trusted Computing Animation gewinnt Award
    Trusted Computing Animation gewinnt Award

    Die „Trusted Computing“-Animation von Benjamin Stephan und Lutz Vogel ist meiner Meinung nach die beste Animation zum Thema Netzpolitik. Schön, dass die Animation jetzt den „Audience Award“ bei den Animago Awards gewonnen hat.

    Hab ich schonmal gesagt, dass wir mehr von solchen Animationen brauchen, die in kurzer Zeit visuell komplexe politische, gesellschaftliche und technologische Zusammenhänge schön darstellen können?!

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

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    12. Mai 2006 7