Campaigning
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: Dokumentarfilm und Toolkit „10 Tactics for Turning Information into Action“
: Dokumentarfilm und Toolkit „10 Tactics for Turning Information into Action“ Zur Zeit finden rund um die Welt Launch Events des Dokumentarfilms und Toolkits „10 Tactics for Turning Information into Action“, produziert von Tactical Technology Collective. Am Dienstag, 19. Januar 2010 um 19:30 gibt es ein Screening des Films im newthinking store in Berlin.

10 Tactics untersucht wie Aktivisten und NGOs in verschiedenen Regionen der Welt Information und digitale Technologien nutzen um positive Veränderungen zu bewirken. In 35 Interviews erzählen Aktivisten aus insgesamt 24 Ländern über ihre Erfahrungen damit, Menschen für eine Kampagne zu mobilisieren, den Einsatz von Video und Story-Telling, über Möglichkeiten der Visualisierung von Informationen, Arbeit mit Netzwerken und partizipativen Ansätzen, Umgang mit komplexen Daten, oder die Verbreitung von Information bei eingeschränkter Meinungsfreiheit. Viele der Interviews wurden auf dem Information Activism Camp im Februar/März 2009 gedreht.
Begleitend zum Film gibt es ein Toolkit, welches zu jedem Themenbereich Tips und Techniken für die Planung eigener Kampagnen und Info-Activism Aktivitäten auf Basis des Films aufbereitet. Die ersten Kapitel des Films und entsprechenden Karten des Toolkits kann man sich bereits auf der 10 Tactics Website anschauen.
Toolkits zum Film inkl. DVD, sowie weitere Publikationen von Tactical Tech zur taktischen Nutzung von Technologien in Kampagnen und Info-Activism (Message-in-a-Box, Mobiles-in-a-Box, Security-in-a-Box, Mapping for Advocacy) werden an dem Abend erhältlich sein. -
: Online-Petition gegen Nacktscanner gestartet
: Online-Petition gegen Nacktscanner gestartet Im Online-Petitionssystem des Deutschen Bundestags kann seit Kurzem eine Petition gegen die Einführung von Nacktscannern in Deutschland mitgezeichnet werden. Text der Petition:
Der Deutsche Bundestag möge sich dafür aussprechen keine Ganzkörperscanner (auch Nacktscanner genannt) an deutschen Flughäfen zuzulassen.
Begründung:
Der Einsatz von Nacktscanner ist ein tiefer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Flugreisenden und ein Angriff auf die Menschenwürde die durch Artikel 1 des Grundgesetzes besonders geschützt ist.
Die Petition kann hier mitgezeichnet werden. Zur Petition gehört auch ein Diskussionsforum des Bundestags.
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: Initiative gegen Vorratsdatenspeicherung in Norwegen
Banner der Initiative "Stopp Datalagringsdirektivet" : Initiative gegen Vorratsdatenspeicherung in Norwegen Berichten von Datenschutzaktivisten zufolge wird das Thema Vorratsdatenspeicherung auch in Norwegen aktuell. Weil Norwegen kein Mitglied der EU ist, ist es eigentlich nicht verpflichtet die EU-Richtlinie 2006/24/EG zur Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationsdaten in nationales Recht umzusetzen. Dennoch gibt es den Angaben nach Bestrebungen, die Vorgaben der Richtlinie zu erfüllen und entsprechende Regelungen in norwegisches Recht zu gießen. Es soll daher demnächst eine öffentliche Anhörung geben, das Parlament könnte dann noch in 2010 über die Einführung der Vorratsdatenspeicherung beschließen. Für IP-Adressen gilt nach Anordnung der Datenschutzbehörden bislang eine maximale Speicherdauer von 3 Wochen.
Norwegische Datenschützer und Bürgerrechtler warnen vor dem Vorhaben, das eine Totalprotokollierung jeglicher elektronischen Kommunikation mit sich brächte. Im November gründeten sie eine überparteiliche Organisation „Stopp Datalagringsdirektivet“, die mit ihrer Kampagne informieren und vor den negativen Konsequenzen einer Vorratsdatenspeicherung warnen möchte und deren Ziel es ist, die Umsetzung in Norwegen zu verhindern. Bereits jetzt haben sich der Initative über 6000 Menschen angeschlossen. Verschiedene Bürgerrechtsorganisationen, Parteien, Jugendverbände und Branchenvereinigungen zählen zu den Unterstützern.Auch in Deutschland führte die Umsetzung zu großen Protesten und zur bislang größten Verfassungsbeschwerde in der Geschichte der Bundesrepublik: Auf Antrag von fast 35.000 Klägern prüft das Bundesverfassungsgericht derzeit die Verträglichkeit einer anlasslosen und verdachtsunabhängigen Vorratsdatenspeicherung mit dem Grundgesetz. In Bulgarien hatte das Verwaltungsgericht die Umsetzung bereits 2008 vorerst gestoppt. In Rumänien hatte das Verfassungsgericht die Regelungen 2009 gar als verfassungswidrig erklärt und somit verworfen. Im Fall einer Vorratsdatenspeicherung könne von Fernmeldegeheimnis und Meinungsfreiheit nicht mehr „frei und unzensiert Gebrauch gemacht werden“ urteilten die rumänischen Richter. Die dauerhafte und die gesamte Bevölkerung betreffende Vorratsdatenspeicherung bedrohe die Unschuldsvermutung und erkläre die gesamte Bevölkerung zu potenziellen Straftätern. Eine solche exzessive Erfassung aller Verbindungsdaten könne „nicht als vereinbar mit den Bestimmungen der Verfassung und der Europäischen Menschenrechtskonvention erachtet werden“.
Weitere Informationen zur norwegischen Initiative sowie Banner zum Unterstützen etc. gibt es unter http://stoppdld.no . Aktuelle Updates gibt es auch auf Twitter.
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: Clevere Kampagne gegen Anti-Filesharing-Gesetz in Spanien
: Clevere Kampagne gegen Anti-Filesharing-Gesetz in Spanien Die spanische Regierung plant derzeit die Einführung eines Gesetzeszusatzes, der die Abschaltung von Torrent-Trackern und ähnlichen Seiten ohne richterliche Prüfung erlauben soll, „um geistiges Eigentum vor Piraterie im Internet zu schützern“. Aktivisten gehen dagegen mit einer inflationären Verbreitung von Torrent-Trackern vor.
Bisher sind ist die spanische Gesetzgebung relativ Filesharing-freundlich, weshalb es eine große Anzahl in dem Land betriebene Torrent-Tracker gibt. Versuche, diese Seiten vom Netz nehmen zu lassen, sind bisher immer wieder gescheitert.
Das von Präsident José Luis Rodríguez Zapatero eingebrachte „Gesetz für nachhaltige Wirtschaft“ soll dem bisherigen Gesetz für „Informationsgesellschafts-Angebote“ einen Passus hinzufügen. Artikel 8.1 erlaubt bereits die Beschränkung des Internetzugangs in diversen Situationen – Schutz der öffentlichen Ordnung, polizeiliche Ermittlungen, nationale Sicherheit, Schutz der öffentlichen Gesundheit, Schutz der Menschenwürde, Anti-Diskriminierung und Schutz von Kindern. Dem hinzugefügt werden soll der „Schutz von Rechten an geistigem Eigentum“.
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: Welt-Aids-Tag: Forderungen an Pharmafirmen
: Welt-Aids-Tag: Forderungen an Pharmafirmen Das ist ein Gastbeitrag von Oliver Moldenhauer von Ärzte ohne Grenzen zum heutigen Welt-Aids-Tag. Direkt zur Aktion von Ärzte ohne Grenzen für günstigere Aids-Medikamente.
Welt-Aids-Tag: Ärzte ohne Grenzen fordert von Pharmafirmen – Geben Sie Ihre Patente auf HIV/Aids-Medikamente in den Patentpool.
Heute ist Welt-Aids-Tag. Mehr als 33 Millionen Menschen leben mit dem HI-Virus und immer noch sterben jedes Jahr 2 Millionen Menschen an HIV/Aids. Die meisten von Ihnen würden mit einer adäquaten Behandlung noch leben. Mindestens 10 Millionen Menschen in den ärmeren Ländern benötigen heute die sogenannte anti-retrovirale Therapie. Diese Behandlung hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht: Schon 4 Millionen Menschen in den ärmeren Ländern erhalten die antiretrovirale Therapie. – Noch 6 Millionen zu wenig, aber ein vielfaches derjenigen, die sie noch vor wenigen Jahren erhalten haben.
Dieser Teilerfolg wurde erst möglich durch kostengünstige Generika (Nachahmerpräperate) der Aids-Medikamente möglich, die meist aus indischer Produktion stammen. Die Preise der älteren Aids-Medikamente konnten dadurch von 10.000 US-Dollar pro Patient und Jahr auf 80 US-Dollar gesenkt werden. – Die gleichen Medikamente kosten in Deutschland immer noch ca. 20.000 US-Dollar. Die Produktion dieser älteren Aids-Medikamente wird in Indien nicht durch Patente verhindert, weil sie vor Gründung der WTO 1995 erfunden wurden und daher deren Patent-Abkommen (TRIPS) noch nicht galt. -
: Mitmachen: Die Open-Access-Petition bewerben
: Mitmachen: Die Open-Access-Petition bewerben
Die Petition „Wissenschaft und Forschung – Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen“ hat jetzt knapp 10.000 Mitzeichner gefunden und läuft noch bis kurz vor Weihnachten. Es wäre schön, wenn wir diese Petition trotz des eher trockenen Themas „Open Access“ über die kritische Marke von 50.000 Mitzeichnern bekommen könnten. Dazu bedarf es aber mehr, als einmal den Link zur Petition zu twittern. Markus Trapp hat erste Banner-Entwürfe zum dauerhaften Einbinden in Blogs und Webseiten gebastelt und ich hab das Banner hier schon eingebunden. Die Banner können gerne verbessert und verschönert werden. Wer noch mehr Ideen zur Verbreitung der Petition hat: Nur zu, werdet kreativ. -
: So geht uns das Klima ins Netz
: So geht uns das Klima ins Netz Ein Gast-Posting von Ole Seidenberg und Daniel Kruse über „So geht uns das Klima ins Netz“.
Morgen wollen Bürger in rund 170 Ländern mit über 4000 Aktionen zeigen, dass ihnen das Thema Klimawandel nicht egal ist. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist die von der Initiative „350“ organisierte Massenmobilisierung die größte Demo der Welt. In Berlin wählen die Klimapiraten und die Kampagne „Klimakanzlerin gesucht“ aus 350 verkleideten Angela Merkels die wahre „Klimakanzlerin“. 350 stumme Raver angeführt von Dr. Motte werden mit der Silent Climate Parade durch Berlins Mitte ziehen und auf das „unsichtbare“ Problem hinweisen.
Ohne das Netz wäre eine derartige Aktivierung von Menschenmengen undenkbar. Alle drei Tage schickt die US-Zentrale von 350 in den letzten Tagen Updates, Hilfestellungen für lokale Organisatoren und Motivation per Newsletter: „Ladet eure Bilder online hoch, wir dürfen sie auf dem Times Square zeigen!“. Natürlich hält man die global verstreuten Aktivisten auch per Facebook und Twitter auf dem Laufenden. Der Hashtag #350 bewährt sich und für den internationalen Zusammenschluss der NGOs macht sich das Twibbon der übergeordneten Kampagne „tcktcktck“ bemerkbar.
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: OpenData Network gegründet
: OpenData Network gegründet Gestern wurde in Berlin das OpenData Network in die Rechtsform eines Vereins gegossen. Aus der Selbstbeschreibung:
Das OpenData Network ist ein offenes zivilgesellschaftliches Netzwerk, welches die Themen Opendata, Openaccess, Opengovernment, Transparenz und Partizipation auf die politische Agenda setzen möchte. Ziel des Netzwerkes ist es den freien und ungehinderten Zugang aller Bürgerinnen und Bürger zu allen Daten aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft zu ermöglichen und zu fördern. Wir wollen neue basisdemokratische Formen und Methoden für Kollaboration und Partizipation erforschen und entwickeln und so einen Beitrag dazu leisten Politik und Verwaltung offen, transparent und bürgernah zu gestalten.
Neben den hiesigen Co-Autoren Daniel Dietrich (Vorsitzender) und Markus Beckedahl (stellvertretender Vorsitzender) waren unter den gut 20 Gründungsmitgliedern auch Mitglieder von sechs politischen Parteien. Ganz transparent finden sich Satzung, Protokoll und der Vorstand online.
Als quasi erste Amtshandlung findet nächsten Mittwoch, den 28.10.09 um 19 Uhr ebenfalls im Newthinking Store ein offenes Treffen mit dem Titel Eine Demokratie-API für alle Daten aus Politik und Verwaltung statt. Dabei geht es neben einem Kennenlernen um folgende Fragestellungen:
Wie bekommen wir das Thema Transparenz und Opendata auf die politische Agenda?
Welche konkreten Projekte gibt es bereits?
Welche politischen Strategien gibt es?
Welche Strategien und Pilotprojekte können wir gemeinsam entwickeln um dem Ziel des freien Zugangs zu Daten aus Politik und Verwaltung näher zu kommen?Das Network betreibt auch einen interessanten Blog sowie Podcast-Feed zum Thema. Natürlich gibt es ebenfalls eine Mailingliste sowie Twitter- und identi.ca-Accounts. Der Verein ist offen (*g*) zum Mitmachen und sucht weitere Engagierte, also macht mit!
politik-digital.de und annalist haben auch berichtet.
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: Die Macht des Internets
: Die Macht des Internets Vorgestern hat die WDR-Sendung Quarks & Co über „Die Macht des Internets“ berichtet. In dem Beitrag „Online-Macht für Bürger – Über das Internet mehr Demokratie wagen?“ kommt auch netzpolitik.org vor.
Jeder kennt es, (fast) jeder braucht es: das Internet. 40 Jahre nach seiner „Geburt“ ist es nicht mehr weg zu denken. Und nie zuvor war die Menschheit so abhängig von einem technischen Netzwerk wie heute. Quarks & Co hakt nach: Wie hat das Internet unsere Gesellschaft verändert, und wie funktioniert es überhaupt?
Die Sendung gibt es auch im Podcast (100 MB) zu finden.
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: Bürgerrechte sind keine Verhandlungsmasse!
: Bürgerrechte sind keine Verhandlungsmasse! Foebud und Campact haben einen „offenen Brief an Frau Leutheusser-Schnarrenberger“ online gestellt, der von allen unterzeichnet werden kann. Damit wollen sie Einfluss auf die Koalitionsverhandlungen nehmen und die FDP daran erinnern, dass Bürgerrechte keine Verhandlungsmasse sind.
Das kann man unterzeichnen:
Sehr geehrte Frau Leutheusser-Schnarrenberger,
im Wahlkampf hat sich die FDP als Bürgerrechtspartei präsentiert. Ich
erwarte deshalb von Ihnen: Beweisen Sie in den Koalitionsverhandlungen
mit der Union, dass es der FDP mit der Verteidigung von Freiheit und
Bürgerrechten wirklich ernst ist. Insbesondere fordere ich:- Stoppen Sie die flächendeckende Protokollierung aller Telefon- und
Internetverbindungen und ‑standorte (Vorratsdatenspeicherung).- Verbieten Sie Schnüffelchips (RFID) in Reisepässen und
Personalausweisen, auf denen unsere biometrischen Daten gespeichert
und per Funk auslesbar gemacht werden.- Stoppen Sie das Gesetz zu Internet-Sperren. Es ebnet den Weg zu
einer systematischen Zensur des Internets, ist aber wirkungslos gegen
Straftäter und Straftaten.- Schaffen Sie ein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz, das den Schutz vor
Bespitzelung am Arbeitsplatz sicher stellt.Bürgerrechte sind keine Verhandlungsmasse. Lösen Sie Ihr
Wahlversprechen ein: Stoppen Sie den Überwachungswahn von Staat und
Wirtschaft!Mit freundlichen Grüßen
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: Stockholm-Programm: Debatte über innere Sicherheit in der EU spitzt sich zu
: Stockholm-Programm: Debatte über innere Sicherheit in der EU spitzt sich zu In Brüssel spitzt sich diesen Herbst die Diskussion über die Zukunft der europäischen Innen- und Justizpolitik zu. Während die Innenminister im Rat immer weitere Befugnisse wollen, regt sich im Parlament mittlerweile Widerstand gegen eine Europäische Überwachungsunion.
Aufrüstung der Inneren Sicherheit in 5‑Jahres-Schritten
Die Europäische Union macht seit 1999 immer fünf-Jahres-Pläne für den Bereich der Polizei- und Justiz-Zusammenarbeit. Daraus werden dann Aktionsprogramme entwickelt, die in konkreten Richtlinien und Projekten münden. In den letzten Jahren gehörten dazu unter anderem die Vorratsdatenspeicherung, die EURODAC-Datenbank mit Fingerabdrücken von Asylbewerbern, das Schengen-Informationssystem II, die biometrischen Reisepässe und ähnliche Projekte. Das derzeit geltende „Haager Programm“ läuft Ende des Jahres aus.
Ab 2010 soll dann bis 2014 das „Stockholm-Programm“ gelten, das derzeit von der schwedischen Präsidentschaft mit den anderen Regierungen verhandelt wird. Die Kommission hat im Juni eine Vorlage dafür gemacht, und die Vorarbeiten liefen im Rahmen der berüchtigten „Future Group“, einer informellen Arbeitsgruppe der Innenminister, die Wolfgang Schäuble unter der deutschen Ratspräsidentschaft eingerichtet hatte. Endgültig verabschiedet werden soll das Stockholm-Programm auf dem EU-Gipfeltreffen Anfang Dezember in Brüssel.
Auf dem Weg zur Europäischen Überwachungsunion?
Neben einigen sinnvollen Ideen wie einer besseren Harmonisierung des europäischen Familienrechts besteht das Stockholm-Programm derzeit aus einem Sammelsurium von Überwachung und Grenzabschottung. Auf den ersten Blick wird zwar betont, dass der Bürger und seine Rechte im Zentrum der Erwägungen stehen müssen, aber bei genauerem Hinsehen merkt man schnell, dass er vor allem in Zentrum der Überwachung stehen soll.
Während das Haager Programm das „Prinzip der Verfügbarkeit“ einführte, nach dem den Strafverfolgern in ganz Europa die Daten ihrer Kollegen grundsätzlich verfügbar gemacht werden sollen, geht man nun einen Schritt weiter zum „Prinzip des Zugriffs“. Damit soll der Zugriff in Teilen automatisiert geschehen, und viele Datenbanken, die ursprünglich für ganz andere Zwecke aufgebaut wurden (Asylanträge, Visa und Reisen, Zollkooperation und anderes), sollen für EUROPOL und die nationalen Polizeibehörden offenstehen. Auch im Zuge der SWIFT-Verhandlungen mit den USA wird derzeit hinter verschlossenen Türen diskutiert, ob die EU nicht auch selber sämtliche Banküberweisungen in Europa überwachen und auswerten soll. Für all das sollen auch gemeinsame IT-Standards entwickelt werden, damit die Rasterfahndung und der automatische Abgleich noch ungebremster von statten gehen können. EUROPOL soll zu einer zentralen Informationssammel- und auswertebehörde ausgebaut werden. Auch mit Drittstaaten soll Europol Abkommen schließen können, die den Austausch personenbezogener Daten beinhalten.
Eine Reihe der im Entwurf der Kommission noch grob skizzierten Maßnahmen ist bereits vor der Verabschiedung des Stockholm-Programms in konkrete Gesetzgebungsvorschläge übersetzt worden und wird derzeit schon in Brüssel verhandelt. Dazu gehört unter anderem die IT-Agentur für den Betrieb der ganzen Datenhalden, der Zugriff von EUROPOL auf diverse andere Datenbanken wie die EURODAC-Fingerabdrücke oder die Zolldaten, der Datenaustausch zwischen EUROPOL und mit Drittstaaten (die aktuelle Liste umfasst neben der Schweiz, Norwegen, den USA und Kanada auch Länder wie Marokko, Kolumbien, Russland oder China!) und einiges mehr. Die Sperrung von Webseiten, die Kinderpornografie enthalten, ist auch bereits in der Mache.
Warum diese Eile? Warum wartet man nicht, bis im Dezember die Staats- und Regierungschefs der EU das Stockholm-Programm endgültig abgesegnet haben und dann in Ruhe ein Aktionsprogramm daraus entwickelt wurde? Diese Eile liegt am Lissabon-Vertrag, dessen baldiges Inkrafttreten mit dem irischen „ja“ vor einer Woche so gut wie sicher ist und für Anfang 2010 erwartet wird. Dann nämlich hat das Europäische Parlament endlich auch ein Veto-Recht im Bereich Justiz- und Polizeizusammenarbeit. Dieser Bereich war bisher den Regierungen vorbehalten, das Parlament wurde nur konsultiert.
Welches Europa wollen wir?
Die Europa-Abgeordneten sind traditionell etwas bürgerrechtsfreundlicher als der Rat der Regierungen, weil in letzterem vor allem die Innenminister den Ton angeben. Und sie sind im Vorgriff auf den Lissabon-Vertrag deutlich selbstbewusster geworden und verlangen schon jetzt Mitspracherechte oder ein Vertagen der Überwachungsvorhaben, bis das Parlament mit darüber bestimmen darf. Die Debatten im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE) seit der Sommerpause über die oben genannten Vorhaben zeigen bereits, dass eine wachsende Zahl der Abgeordneten ein deutliches Unbehagen gegenüber noch mehr Überwachung und Datensammlung verspürt. Dies gilt übrigens nicht nur für die Grünen oder Liberalen, sondern man hört skeptische Stimmen auch von Sozialdemokraten und sogar Konservativen.
Die Vorsitzenden der Ausschüsse für bürgerliche Freiheiten, für Recht und für Verfassungsangelegenheiten haben diese Woche nun den Entwurf einer Resolution des Europaparlaments zum Stockholm-Programm vorgelegt, der am Donnerstag gemeinsam mit Vertretern der nationalen Parlamente diskutiert wurde. Der Text ist etwas weniger überwachungsfreundlich als der Entwurf aus der Kommission, hat aber immer noch merkwürdige Stellen drin. So wird immer noch davon geredet, dass Sicherheit und Freiheit „ausbalanciert“ werden sollten – als gäbe es keinen Kernbereich von Grundrechten, die solchen Abwägungen nicht zugänglich sein dürfen, und als würde Sicherheit immer notwendigerweise mit Freiheitsbeschränkungen hegergestellt werden müssen. Viele Abgeordnete haben daher auch Änderungsanträge angekündigt.
Hier wird sich in den nächsten Wochen daher die Diskussion über die Frage zuspitzen, die bereits durch die ganzen Einzelmaßnahmen in der Luft liegt: Welches Europa wollen wir? Eines von Überwachung und Misstrauen, von Generalverdacht und flächendeckender Speicherung und Auswertung harmloser und legaler Aktivitäten, eines in dem die Sicherheitsbehörden immer mehr Wissen und damit Macht bekommen? Oder ein Europa, das die Bürger- und Menschenrechte in den Mittelpunkt stellt, Grundrechtsbeschränkungen nur im Einzelfall nach richterlicher Überprüfung erlaubt, und generell von Offenheit und Vertrauen gekennzeichnet ist?
NGOs und Aktivisten mischen sich ein
Dass diese Debatte von großer Bedeutung ist, sieht man auch daran, wie sich die Zivilgesellschaft hier einmischt. Während beim Haager Programm vor fünf Jahren nur ganz wenige Expertenvereine Stellungnahmen eingereicht haben, wird man beim Stockholm-Programm förmlich erschlagen von Hintergrundpapieren, Kommentaren und anderen Interventionen. Von amnesty international über die Europäische Menschenrechtsliga und diverse Flüchtlingsverbände, den Deutschen Anwaltverein, die britische Rechtsvereinigung, bis hin zum Deutschen Industrie- und Handelskammertag findet man teils knappe und zugespitzte Kommentare, teils längere Hintergrundpapiere. Auch diverse nationale Parlamente, der Europäische Datenschutzbeauftragte und die EU-Grundrechteagentur haben sich zum Thema geäußert. Überwiegend gehen die Dokumente in Richtung „mehr Rechtsstaat, weniger Überwachung“. (Update: Auf Telepolis gab es vor ein paar Wochen einen Artikel dazu, der u.a. die wichtigsten Stellungnahmen kurz zusammenfasst.)
Auch Aktivistengruppen aus dem Antirepressions- und Flüchtlingsbereich haben sich mit dem Stockholm-Programm intensiv befasst. Gipfelsoli macht seit ungefähr einem Jahr eine Kampagne dazu, das internationale „No-Border“-Camp in Lesbos im August hat zu den Grenzabschottungs-Aspekten (die hier nicht so ausführlich behandelt werden konnten) intensiv gearbeitet, und seit kurzem gibt es ja die Kampagne „Reclaim your Data!“ zu den EU-Datenbanken, zu der netzpolitik.org auch mit aufruft (ein Bericht von der Auftaktveranstaltung am 1. Oktober ist hier). Für den EU-Gipfel zur Verabschiedung des Stockholm-Programmes im Dezember in Brüssel werden bereits Protestaktionen geplant.
Langsam tut sich also die Bürgerrechtsbewegung auch auf europäischer Ebene zusammen. Projektbezogen gibt es das zwar immer mal wieder, aber was noch fehlt, sind festere Strukturen der Zusammenarbeit, die auch kontinuierlich mit Leben gefüllt werden. EDRi oder ECLN haben zwar eine Reihe von Mitgliedern, aber viel mehr als ein Austausch über die einzelnen Aktivitäten auf den nationalen Ebenen läuft da auch noch nicht wirklich (bei EDRi könnte sich das ändern, seit dort wieder jemand in Brüssel fest angestellt ist). Und eine Wissensdatenbank wäre schön, etwa in Form eines Wikis. Statewatch.org sammelt zwar (auf der „unübersichtlichsten Website der Welt“, so Matthias von Gipfelsoli auf der SIGINT) ganz viele offizielle Dokumente zu diesem Bereich, aber es gibt z.B. noch keinen wirklich guten Überblick der gesamten Aktivitäten von Bürgerrechtlern und Aktivisten oder eine Materialsammlung.
Ideen und Energie, etwa hier in den Kommentaren, sind daher sehr gern gesehen. Wer sich regelmäßig informieren will, kann auch das EDRi-Gram bestellen.
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: Kampagne: Hol dir deine Daten zurück!
: Kampagne: Hol dir deine Daten zurück! Unter dem Titel „Nimm dir dein Recht im Europa der Polizeien, hol dir deine Daten zurück!“ startete gestern eine europaweite Kampagne zu Auskunftsersuchen in europäischen Datenbanken:
Europäische InnenministerInnen fordern angesichts einer „immensen Datenflut“ mehr Kompetenzen und die technischen Voraussetzungen zur Nutzbarmachung dieses „Daten-Tsunami“ für die Polizeibehörden. „Datamining“-Software soll die Auswertung der Datenbestände vereinfachen und „Entscheidungshilfen“ geben. Personen‑, Sach- und Beziehungsdaten werden von Computern prozessiert, die „Risiken“ frühzeitig erkennen und etwaige Straftaten „vorhersehen“ sollen.
Die Kampagne richtet sich u.a. gegen das Stockholmer Programm, das nächste Fünf-Jahresprogramm der EU zur Inneren Sicherheit, das Anfang Dezember verabschiedet werden soll. Dem Vorgänger Haager Programm haben wir u.a. die Vorratsdatenspeicherung sowie biometrische Daten in Personaldokumenten zu verdanken. Außerdem werden sämtliche digitalen Datenbanken der EU thematisiert, die nach dem Stockholmer Programm weiter „interoperabel“ werden sollen.
Als Antwort auf diese Entwicklungen ruft die Kampagne auf, von seinen Grundrechten Gebrauch zu machen, um etwas Licht in den Datenbank-Dschungel zu bringen:
Wer also wissen will, was die Polizei über sie oder ihn zu wissen glaubt, und wer sie damit beschäftigt sehen möchte, Auskunft über die Speicherungen ihrer bzw. seiner Daten in ihren Datenbanken zu geben, dem empfehlen wir, sogenannte Auskunftsersuchen zu stellen. Die Antworten werden Hinweise über das Ausmaß des polizeilichen Zugriffs auf die Bevölkerung geben und können Ausgangspunkt für individuelle Anträge auf Löschung und politischen Widerspruch sein.
Unterstützer der Kampagne sind derzeit 28 Organisationen aus ganz Europa, u.a. Statewatch, Privacy International, Humanistische Union, FIfF, Internationale Liga für Menschenrechte, RAV, AK Vorrat und netzpolitik.org.
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: ZAPP: Die FDP-Massenmails und der Datenschutz
: ZAPP: Die FDP-Massenmails und der Datenschutz Die NDR-Sendung ZAPP hat gestern über „Die FDP-Massenmails und der Datenschutz“ berichtet. Konkret ging es um die Werbeaktion der FDP am vergangenen Wochenende, wo rund drei Millionen Spam-Mails und 500.000 Spam-SMS an meist unbedarfte Bürger verschickt worden sind. Dazu wurde ich auch interviewt.
Den Beitrag gibt es bei Youtube und in der ZAPP-Mediathek:
Die FDP hat kurz vor der Wahl massenweise Emails und SMS-Botschaften verschickt. Wie aber verträgt sich das eigentlich mit einem der Hauptziele und Wahlkampfthemen der Partei nach mehr Datenschutz?
ZAPP hat auch einen neuen interaktiven Video-Player, der anscheinend auf DRM-Technologien aufsetzt. In diesem Player gibt es auch das ganze Interview mit mir zu sehen. Wir haben bisher noch keinen Weg gefunden, an das komplette Interview heran zu kommen und es zu befreien. Würde mich freuen, wenn jemand einen Weg findet und mir die Datei zukommen lassen kann. Man kommt über diesen Link darauf. Zu dem Interview mit mir kommt man, wenn man während des Beitrages auf den Pfeil rechts unten in der Ecke klickt.
Update: Danke für die Befreiung. Hier ist das Video:
ZAPP Interview mit Markus Beckedahl from netzpolitik on Vimeo.
Update: In den Kommentaren schreibt SMS.de, dass die Anschuldigungen in ihre Richtung nicht ganz stimmen. Ich hab auch mit einem Vertreter von SMS.de telefoniert. Es kann gut sein, dass sie etwas unschuldiger als die anderen Versender von SMS in diesem Fall sind. Anscheinend hat die FDP nur ein Teilkontingent von 150.000 SMS über SMS.de eingekauft. Die restlichen 350.000 SMS sind wohl über andere Anbieter von der FDP eingekauft worden, die nicht die Herkunft der Daten durch den Absender deklariert wurden. Einige Kommentatoren berichteten über SMS, die über nicht nachvollziehbare Nummern an sie versendet worden sind. In dem ganzen Interview mit mir gehe ich auch nicht auf SMS.de und ihre Praktiken ein, sondern generell auf die Praktiken der Branche und das Problem der fehlenden Medienkompetenz der Verbraucher. Hier brauchen wir bessere Datenschutz-Gesetze mit mehr Rechten für die Verbraucher und hier könnte die FDP ihrer Aufgabe als selbsternannte Datenschutzpartei nachkommen.
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: Wir stehen am Rande einer Kulturrevolution
: Wir stehen am Rande einer Kulturrevolution Die neue Plattform Philibuster.de hatte Ute Pannen und mich zum Streitgespräch über Politik im Netz eingeladen. Da wir aber bei dem Thema kaum Meinungsverschiedenheiten haben, ist daraus ein nettes Gespräch über den Onlinewahlkampf und Neue Öffentlichkeiten im Netz geworden. Ein Teil davon hat es per Trancript bei Philibuster.de online geschafft: „Wir stehen am Rande einer Kulturrevolution“.
Update:
Der Artikel war schneller Online als der richtige Launch der Plattform. Letzterer ist für heute, 20 Uhr geplant und deswegen kam es die letzten Stunden zu Zugriffsproblemen auf den Artikel. Bald ist er wieder da.Jetzt klappt alles. -
: FDP spammt Wahlwerbung
: FDP spammt Wahlwerbung Die FDP kauft wohl auf dem freien Markt Mailadressen auf und verschickt an diese Wahlwerbung. Eine Mail ist uns zugeschickt worden, die von der Mailadresse „fdp@news-lifestyle.de“ mit dem Namen „Guido Westerwelle“ als HTML-Newsletter verschickt worden ist. In dem HTML-Newsletter gibt es verschiedene Links, die über die Adresse „http://nl.news-lifestyle.de/dispatcher/service?dh=90923095628174545&l=de&o=0&a=90925054516425487“ an „http://freiheit.fdp.de/“ weitergeleitet werden.
Verschickt werden die Mails von der Firma SuperComm Data Marketing GmbH in Bonn. Am Ende steht noch dieser Hinweis:
Sie erhalten diese E‑Mail, da Sie sich auf einem unserer Portale (www.netwerbung.de) oder durch uns gesponserten Projekte angemeldet haben. Die auf den Seiten jeweils hinterlegten AGB fanden Ihre Zustimmung.
Kein Wunder, dass die FDP so vehement in der Novellierung des Bundesdatenschutzgesetzes gegen eine Aufhebung des Listenprivilegs war. Sonst könnte sie nicht so praktisch auf dem Markt die Dienstleistung einkaufen, an die Mailadressen von vielen Bürgern Spam-Werbung zu verschicken.
Das ist übrigens nichts neues. Im letzten Bundestagswahlkampf sind vor allem CDU und CSU damit aufgefallen, im großen Stil Spam-Mails verschickt zu haben. Zufälligerweise sind das die anderen Parteien, die gegen die Abschaffung des Listenprivilegs waren.
Selbstverständlich habe ich die Pressestelle der FDP mit der Bitte angemailt, diese Mail zu verifizieren oder zu dementieren. Mal schauen, wann und ob die antworten.
Wer unaufgefordert ähnliche Mails bekommen hat, kann diese uns gerne schicken, bzw. in den Kommentaren darauf hinweisen.
Update:
Weitere Spam-Aussendungen der FDP wurden über den Dienstleister Schober ausgeliefert, wie Kommentatoren berichten.Anscheinend hat die FDP die Aussendung der Spam-Mails bei der Firma Schober gekauft, die wiederum die SuperComm Data Marketing GmbH als technischen Dienstleister die Mails verschicken ließ. Die FDP hat auf meine Anfrage immer noch nicht geantwortet. In den Kommentaren bestätigen zahlreiche Kommentatoren die Verschickung, und berichten dass sie diese Spam-Mails von der FDP (teilweise mehrfach) bekommen haben.Man sollte auch mal nachfragen, wo die Firma SuperComm Data Marketing GmbH Eure Mailadressen her hat! Die werden vermutlich sagen: Von Schober. Dann fragt mal bei Schober nach, wo die Eure Mailadressen her haben!
Update: Um 17:04 kommt die offizielle Bestätigung von „liberal Verlag GmbH“* als Antwort auf meine Presseanfrage an die FDP-Pressestelle:
Auftragnehmer für die von Ihnen angeführte Emailwerbung ist die Schober Information Group Deutschland GmbH. Die SuperComm Data Marketing ist eine 100% Tochter dieser Fa..
Mehr Hintergrund zur Arbeitsweise der Schober Information Group bietet diese ZDF-Dokumentation über Datenschutz: Der gläserne Deutsche . (Die Dokumentation gibts auch in fünf Teilen bei Youtube)
Update: Heise berichtet nun auch und hat weitere Zusatzinformationen: FDP beendet Wahlkampf per Massenmail.
Eine Sprecherin des für die FDP-Kampagne zuständigen liberal-Verlags gab gegenüber iX an, dass nur die Schober GmbH mit dem Versenden der Werbemails beauftragt worden sei. Die Auswahl der Adressen und das Hinzuziehen eines weiteren Dienstleisters war Schober überlassen. Schober selbst ist anders als SuperComm Mitglied der Certified Senders Alliance des Verbandes der Deutschen Internetwirtschaft eco. Wer CSA-zertifiziert ist, hat es deutlich leichter, seine Adressaten zu erreichen, muss aber auch gewissen Qualitätskriterien genügen. Dass unter anderem die Newsletter-Versandadresse des Heise-Verlags und diverse Spam-Fallen der iX-Redaktion angeschrieben wurden, lässt das in diesem Fall zweifelhaft erscheinen.
Hier gibts schon ein passendes Banner: „Unsere Stärke ist Spammen – Deutschland braucht Spam“. Und hier gibts „Yes we spam“.
Update: Anscheinend lässt die FDP auch unaufgefordert SMS verschicken. Der Twitter-Nutzer Kojote hat uns eine Meldung geschickt, die er am Freitag um 20:31 Uhr von der Nummer 76733 erhalten hat:
Morgen FDP wählen, damit sich Ihre Arbeit wieder lohnt. Für klare Verhältnisse. Zweitstimme FDP. Bitte weitersenden.
In den Kommentaren und auf Twitter häufen sich seit Samstag Mittag die Meldungen, dass zahlreiche Menschen eine Spam-SMS der FDP mit ähnlichen Sprüchen bekommen haben.
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: Wie die SPD den Wahlkampf im Netz verspielte
: Wie die SPD den Wahlkampf im Netz verspielte Bei Freitag.de findet sich ein langer, aber sehr lesenswerter Artikel darüber, wie die SPD den Wahlkampf im Netz verspielte: No we can’t. Ist eine gut geschriebene Abrechnung eines Ex-Mitarbeiters aus dem Willy-Brandt-Haus. Mal schauen, ob es sowas bald auch aus anderen Parteien zu lesen gibt.
Wie die SPD im Netz Wähler gewinnen wollte und kläglich scheiterte. Ein anonymer Insider berichtet aus der Mitte der sozialdemokratischen Wahlkampfmaschine.
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: Petition für Netzneutralität in der EU
: Petition für Netzneutralität in der EU Es gibt jetzt eine EU-weite Petition für den Erhalt der Netzneutralität in Europa: euopeninternet.eu. Die könnt Ihr zeichnen und weiterverbreiten. (Danke an Vera, Matthias und Thorsten für die deutsche Übersetzung!)
Am 21. September hat der Vorsitzende der US-Regulierungsbehörde FCC, Julius Genachowski, Grundsätze für ein offenes Internet formuliert. Gleichzeitig stehen in Europa wichtige Entscheidungen an, die die Zukunft des offenen Internets betreffen. Angesichts dieser Entwicklungen haben wir diese Petition formuliert. Wenn Ihr ebenso wie wir daran glaubt, dass Europa ein offenes und freies Internet gemäß den folgenen Prinzipien verdient, zeichnet diese Petition bitte mit und gebt sie an Eure Freunde weiter.
1. Internetbenutzer haben das Recht, auf Inhalte ihrer Wahl zuzugreifen, sie zu senden und zu empfangen.
2. Internetbenutzer haben das Recht, Anwendungen und Dienste ihrer Wahl zu benutzen und auszuführen.
3. Internetbenutzer haben das Recht, Hard- und Software ihrer Wahl zu nutzen, wenn sie das Netz nicht schädigt.
4. Internetbenutzer haben das Recht, gemäß den Prinzipien des freiem Markt zwischen Netzwerk‑, Anwendungs‑, Service- und Inhalte-Anbieter zu wählen.
5. Internetbenutzer haben das Recht auf diskriminierungsfreien Zugang zum Internet. Weder dürfen bestimmte Anwendung oder Dienste blockiert werden, noch dürfen bestimmte Sender oder Empfänger vom freien Datenverkehr ausgeschlossen werden. Provider dürfen nicht bestimmte Dienste behindern oder sperren, noch dürfen sie bestimmte Inhalte oder Anwendeungen bevorzugen. Insbesondere dürfen sie nicht Dienste blockieren, die in Konkurrenz zu ihren eigenen Serviceleistungen stehen.
6. Internetnutzer haben ein Recht auf einen Anschluss mit festgelegtem Datendurchsatz und ebensolcher Qualität. Die Provider müssen offen darlegen, wie sie den Netzwerk-Verkehr verwalten.Diese Prinzipien sollen in europäisches und nationales Recht integriert und von den zuständigen Behörden europaweit einheitlich durchgesetzt werden.
Englischer Originaltext:
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: Washington Post: Puttering Along The Digital Autobahn
: Washington Post: Puttering Along The Digital Autobahn Die Washington Post hat über den (Netz-)Wahlkampf in Deutschland geschrieben und mich dafür auch interviewt: „Puttering Along The Digital Autobahn“. In dem Artikel vergleiche ich die Situation in Deutschland mit dem US-Präsidentschaftsvorwahlkampf in den USA in 2003/2004. Konkret ging es darum, weshalb die Piratenpartei einen so großen Erfolg im Netz hat gegenüber den Bemühungen der etablierten Parteien. Da die Piratenpartei in dem Artikel raus gefallen ist (Und irgendwie den Nazis viel Platz eingeräumt wird), kommt das in dem Zitat
„It is like comparing Kerry versus Dean in the 2004 American race,“ he told me. „They are afraid of losing control, so they have a broadcasting strategy instead of an incorporation strategy. Their Web sites are just virtual placards with boring videos and very few people who actually interact with users.“
nicht so recht hervor. Interessant ist aber das folgende Zitat eines CDU-lers, weshalb man Online-Wahlkampf macht:
„It’s not for the voters. Most of it is just to show the newspapers that we’re modern and relevant.“