Wie die SPD den Wahlkampf im Netz verspielte

Bei Freitag.de findet sich ein langer, aber sehr lesenswerter Artikel darüber, wie die SPD den Wahlkampf im Netz verspielte: No we can’t. Ist eine gut geschriebene Abrechnung eines Ex-Mitarbeiters aus dem Willy-Brandt-Haus. Mal schauen, ob es sowas bald auch aus anderen Parteien zu lesen gibt.


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Wie die SPD im Netz Wähler gewinnen wollte und kläglich scheiterte. Ein anonymer Insider berichtet aus der Mitte der sozialdemokratischen Wahlkampfmaschine.

16 Kommentare
  1. Man ist der Text umfangreich. Aber er zeigt uns nicht wirklich die Hintergründe, sondern mehr eine Rückschau was die SPD eigentlich alles gemacht und verzapft hat mit ihrem Online-Wahlkampf. Aber das ist auch fein.
    Allgemein finde ich aber, dass es richtig ist Wahlkampf im Internet zu veröffentlichen. Wenn die Parteien daran feilen, könnte das gar was werden.

  2. Uaaah. Ein anonymer PR-Fuzzi natürlich. Wer auch sonst, schliesslich besteht die ganze SPD aus anonymen PR-Fuzzis. Erkenntnisgewinn: „the inner party“ besteht aus Typen, die nicht in der Lage sind, das Wort „Frotzeln“ richtig und in einen wirklich ermüdend langen Text irgendetwas ausser nebensächlichem Gewäsch zu packen. Sorry, letzteres war auch vorher schon hinlänglich bekannt…

  3. Wer Politik gegen das Netz macht, wird nie vom Netz getragen werden, erst Recht nicht ins Kanzleramt.
    Der Zug ist für die SPD für eine lange Zeit abgefahren.

  4. Interessante Analyse … es wird richtig festgestellt, dass die SPD offensichtlich immernoch nicht im neuen Jahrhundert angekommen ist.
    Sie hätten die Chance gehabt, die Netzgemeinde auf ihre Seite zu holen, sie hätten in die Kerbe hauen sollen und sich gegen Ursel stellen müssen! Mit den richtigen Webstrategien und Presseerklärungen hätten sie einen großteil der Netzgemeinde auf ihre Seite ziehen können, gerade weil ohne die SPD das Gesetz nie durchgekommen wäre! Aber nein, sie hatten mehr Angst von der BILD und den Springers, als vor dem Netz.
    Das rächt sich jetzt, R.I.P. SPD.

  5. Kleines Experiment: Im Originaltext des frustrierten SPD-Wahlkämpfers hab ich nur ein halbes Dutzend Wörter ausgetauscht – und es klingt wie Hans Esser nach ein paar Wochen BILD-Experiment:

    „Der [Job] beschäftigt von morgens bis abends meine Gedanken, begleitet mich auf allen Wegen, sogar nachts träume ich von Kollegen, oder [davon, aufzufliegen], und wenn ich aufwache, bin ich müde, wie zerschlagen, vergesse den Traum, und denke weiter nach… Meine Konzentration lässt nach, ich komme mir immer mehr vor wie in einem Irrenhaus, dessen Insassen felsenfest glauben, dass die da draußen die Verrückten sind. Im [Axel-Springer-Haus] kommt kaum einer offen auf den anderen zu, jede Geste wirkt kontrolliert. Man gewöhnt sich daran, vergisst zwangsweise jeden Morgen von Neuem, wie die Menschen da draußen, außerhalb der hauptberuflichen [Journalie], miteinander umgehen können: offen, freundlich, vertrauensvoll. ….Ich frage mich, warum die Leute in diesem [Redaktions]apparat, von denen viele ja nun wirklich einiges auf dem Kasten haben und nicht zu den Dümmsten der Republik gehören, ihre Gedanken nur in der Freizeit aus dem Korsett nehmen. Sie überlassen das Emo-Soziale ihren Frauen oder beschränken es auf das private Bier unter Freunden und wirken damit als die perfekten Systemstabilisatoren: Weil sie daran glauben, dass sie im [Axel-Springer]-Haus das Richtige tun. Und weil sie glauben, dass Politik so funktionieren kann, sorgen sie mit dafür, dass sie nur so funktioniert.“

  6. Yeaahh Walter kommt!! Freitag den 25.9. 17:00 ans Brandenburger Tor

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    yeeahh yeeahh yeeahh

    Zeit zum Jubeln für HartzIV, Natokriege und Überwachungsstaat. YeeaaaHH

  7. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ gestern auf Seite 1 berichtete, führt der Wahlslogan der SPD „Unser Land kann mehr“ als Internet-Adresse eingegeben zur Piratenpartei.
    (Das gilt allerdings auch für den Wahlslogan der CDU „Wir haben die Kraft“.)

  8. Ich bin ein SPD-Parteimitglied das noch nicht ausgetreten ist, weil ich diese Partei nicht vollends den SPD-Technokraten in Berlin überlassen will. Was nützen gute Ideen, wenn ungenügend kommuniziert und dann doch dem Kompromiß geopfert und handwerklich mangelhaft über die Köpfe der Betroffenen hinweg ‚durchgezogen‘ werden? Diese SPD ist schließlich seit 11 Jahren in der Regierungsverantwortung und war massgeblich an der ‚Öffnung der Büchse der Pandora‘ beteiligt. Wie glücklich war ich 1998 als das ‚Post-Kohl-Zeitalter‘ begann. Bereits 2002 war ich maßlos enttäuscht als Gerhard Schröder seine Kanzlerschaft weniger den guten Ideen als dem damaligen Hochwasser zu verdanken hatte. Anschließend ‚liberalisierte‘ er der Sozialdemokrat die deutsche Finanzwelt und war massgeblich an der Spaltung der deutschen Gesellschaft beiteilgt. Geradezu unerträglich war das Jahr 2005 als mit der Angst der Deutschen vor Krieg auf Stimmenfang ging und die deutsche Kriegsbeteiligung verschwieg. Doch der gewissenhafte Spitzenbeamte im Kanzleramt, der es genau wusste ist der heutige SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier. Einen womöglich notwendigen Krieg zu führen oder Einschneidungen ins Sozialsystem vorzunehmen ist die eine Sache. Dennoch muss ich als Bürger noch lange nicht hinnehmen, das Verantwortliche einsame Entscheidungen über meinen Kopf treffen, weil sie mir die ’notwendige‘ Kompetenz absprechen.
    Egal wie die Wahl morgen ausgeht. Es wird uns Genossen wieder als ‚Wahlsieg‘ und ‚Regierungsauftrag‘ verkauft und die faulen Kompromisse werden weiter gehen, weil die zahlenmässig größte Partei ‚die Nicht-Wähler‘ weder im Bundestag noch in den Landtagen vertreten sein wird.

  9. Die ‚alte‘ Tante SPD hat es eben wie immer ‚versemmelt‘ sich der neuen ‚Download‘- Gesellschaft zu öffnen.

    Stattdessen: Endlose, nichtssagende und zeitfressende Diskussionen ohne Ergebnisse auf allen Versammlungen…..

    Jeder hört sich gerne reden, auch wenn er nichts zu sagen hat.

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