Netzpolitik

Netzpolitik hauptsächlich in Deutschland, aber auch international. Kernthema dieses Blogs.

  • : Yahoo-Ads nur in den USA erlaubt
    Yahoo-Ads nur in den USA erlaubt

    Wie boingboing berichtet, hat Yahoo die Bedingungen für sein Google-ad-ähnliches Werbeprogramm geändert. Die Yahoo Publisher Policy schreibt nun vor, dass die Werbung nur aus den USA aufrufbar sein darf. Als ob das nicht schon merkwürdig genug wäre, verweist Yahoo in einem zitierten Briefwechsel auf Scripte und Programme, die den ungewünschten Traffic verhindern könnten, macht aber keinerlei Angaben, um welche Tools es sich handeln soll.

    However, there are scripts and programs which you can initiate to block international users from viewing or encountering your Yahoo! Publisher Network ads. We do not recommend or support these methods, but we do suggest finding a method to block this kind of traffic so you remain in compliance with the Terms and Conditions.

    Da es wohl kaum eine Option ist, alle Welt außer den USA von der eigenen Website fernzuhalten, fragt sich welche praktikable Verwendung es für die Yahoo-Ads geben soll, bzw. was sich Yahoo dabei gedacht hat.

    If I didn’t know better I would think Yahoo had no clue whatsoever of what this intarweb thing is all about. Who knew that people from *other* parts of the world use the internet?

    23. März 2006 1
  • : Die Telekom, Regulierung, VDSL und der Wettbewerb
    Die Telekom, Regulierung, VDSL und der Wettbewerb

    In der Technology Review erklärt Torsten J. Gerpott die Debatte rund um die Deutsche Telekom und den Ausbau des VDSL-Netzes: Ein Stellvertretergefecht.

    Sowohl die DT als auch die alternativen Carrier spielen in der VDSL-Debatte jedoch mit verdeckten Karten. Der DT geht es weniger um Innovationsschutz. Sie nutzt den VDSL-Ausbau als Vehikel, um aus ihrer Sicht überzogene Eingriffspotenziale der Bundesnetzagentur in eigene Entscheidungen abzubauen. Und die DT-Wettbewerber fürchten sich weniger vor einem VDSL-Nachfrageboom, von dem sie ausgeschlossen sind. Sie treibt mehr die Sorge um, dass das Konzept der Regulierung marktbeherrschender TK-Anbieter als notwendige Voraussetzung für die Entstehung von Wettbewerb in Deutschland generell zu Grabe getragen werden könnte.

    23. März 2006 1
  • : EDRI-gram – Nummer 4.5, 15 March 2006
    EDRI-gram – Nummer 4.5, 15 March 2006

    Das neue EDRi-gram ist heute Nacht erschienen: EDRI-gram – Number 4.5, 15 March 2006

    # CoE works on new instrument on children empowerment on the net
    # EU public consultation on RFID
    # German Constitutional Court ruling on seizure of emails
    # Results data protection inspection EURODAC kept secret
    # What’s so special about French EUCD transposition?
    # Commission considers Microsoft still not compliant with EC Treaty
    # Deep linking is legal in Denmark
    # ITU wants codes of conduct for tackling global spam

    16. März 2006
  • : Medienrevolution-Pflichtlektüre in der ersten Fassung nun frei
    Medienrevolution-Pflichtlektüre in der ersten Fassung nun frei

    Erik Möller, Wikipedianer und Humanist hat die erste Auflage seines im Dpunkt-Verlag erschienenen Buches „Die heimliche Medienrevolution“ mit Zustimmung seines Verlages unter eine (genauer: zwei) freie Lizenzen gestellt: Creative Commons (BY-SA) und GNU Free Documentation License.

    Das Buch (19 Euro, kaufen, kaufen kaufen!) verkauft sich nach allgemeinem Bekunden gut und bietet einen netten Einstieg in die technisch-politische Seite von Wikis und Blogs. Genug Platz gab Erik für kontroverse Theorien aus :)

    Es gibt die erste Auflage derzeit als PDF und als DOC (aus OOo exportiert).

    Im Grunde spricht nichts dagegen, es in ein Wiki zu packen und für die Aktualisierung zu sorgen.…

    14. März 2006 7
  • : Wikinews in chinesischer Sprache
    Wikinews in chinesischer Sprache

    Unter Ausschluss der chinesischen Öffentlichkeit wurde heute der Start der chinesischsprachigen Wikinews-Seite ausgerufen. Vorausgegangen waren umfangreiche Meinungsbildungsprozesse. Die Politik der chinesischen Webwascher half hier übrigens für eine Konsensfindung.

    Heise und Netzeitung haben mehr darüber.

    14. März 2006
  • : MP3: Cory Doctorow – Europe’s Coming Broadcast Flag
    MP3: Cory Doctorow – Europe’s Coming Broadcast Flag

    Bei IT-Conversations gibt es jetzt die spannende Keynote von Cory Doctorow auf der vergangenen Eurooscon zum Thema „Europe’s Coming Broadcast Flag“ (MP3).

    European mandates such as the Digital Video Broadcasting organization’s Content Protection & Copy Management are similar to the American broadcast flag but possibly more draconian in scope. Doctorow argues that digital rights management (DRM) is based on the notion that you can design a safe „so strong you can leave it in the robber’s living room“ and that DRM technologies treat users as attackers. According to Doctorow, DRM does little to protect copyright and is not a contract, as some might argue. At stake, he believes, is the open source community’s ability to write software, understand and improve technology, and disrupt markets with new and better way to create or distribute creative works.

    14. März 2006
  • : Grüne-Position zu Daten- und Verbraucherschutz
    Grüne-Position zu Daten- und Verbraucherschutz

    Die Grünen haben am Wochenende auf ihrem Länderrat (Nennt man bei anderen Parteien wohl „kleiner Parteitag“) einen Beschluss zum Thema „Die digitale Herausforderung meistern: Bürgerrechte schützen Verbraucherrechte sichern“ verabschiedet. Das längere Papier ist sehr lesenswert und ich würde mich persönlich freuen, wenn mehr Parteien in Deutschland ähnliche Positionen entwickeln würden.

    Alles, was an Daten und Informationen digital gespeichert wird, ist heute prinzipiell miteinander kombinierbar. Rein technologisch entsteht damit ein potentiell perfektes Überwachungsinstrumentarium. Der gläserne Mensch wird technisch möglich. Wollen wir unsere offene, freiheitliche und demokratische Grundordnung erhalten, müssen wir die Informationsgesellschaft entsprechend gestalten. Das ist angesichts der Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung und den sicherheitspolitischen Herausforderungen eine schwierige Aufgabe für die gesamte Gesellschaft. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen sich seit langem mit den Chancen und Risiken der digitalen Gesellschaft auseinander. Wir stellen uns der Herausforderung und setzen uns für den Schutz der Bürger- und Verbraucherrechte im digitalen Zeitalter ein.

    13. März 2006 9
  • : Kampagne für öffentliche Geo-Daten
    Kampagne für öffentliche Geo-Daten

    INSPIRE heisst eine neue, von der Europäischen Kommission vorgeschlagene, Richtlinie für räumliche Dateninfrastrukturen (Original: „Spatial Data Infrastucture“). Dagegen wendet sich die Kampagne „Public Geo Data – State-collected Geographic Data is public property“. Die freie Nutzung von Geo-Daten wird gefordert und die Privatisierung dieser öffentlichen Daten wird zu Recht kritisiert. Also mitmachen, sonst bekommen wir wieder sowas wie die Datenbankrichtlinie, wo jeder sagt, die sei ökonomischer Unsinn, aber man bekommt sie nicht mehr weg!

    Vote for Public Maps - Reject INSPIRE!

    We the undersigned, ask Members of the European Parliament to reject the current draft of the INSPIRE Directive on European Spatial Data Infrastructure because:

    * INSPIRE does not guarantee that European citizens and businesses can download and freely re-use Geographic Information collected by government.
    * Instead it entrenches a policy of charging citizens for information they have already paid to collect, enforced by state copyright over geographic information.

    Given that:

    * Public Geographic Information is the bedrock of how civil society is managed in the information age.
    * Free map data could enable a new generation of location-based technologies with enormous economic and social potential.
    * Open access to geodata is the best way to ensure co-operation between Europe’s government agencies on environmental and census data, and in other important fields.

    The INSPIRE Directive risks holding back the economic and social potential in maps and location-based technology in Europe by many years.

    10. März 2006
  • : DFN: Regelung zum Auskunftsrecht droht auszuufern
    DFN: Regelung zum Auskunftsrecht droht auszuufern

    Der Verein zur Förderung des Deutschen Forschungsnetzes hält das geplante Auskunftsrecht für Inhaber geistiger Eigentumsrechte für verfassungswidrig. In einer Stellungnahme vom 28. Februar 2006 weist das DFN auf grobe Mängel in der Formulierung der Gesetzestexte hin. Er sei geeignet „ein hohes Maß an Rechtsunsicherheit zu erzeugen“.

    Diese Ungenauigkeiten sind für Provider äußerst problematisch, wie Stefan Krempl im heise newsticker schreibt:

    So bleibe offen, ob selbst bei Forschungseinrichtungen aufgrund von Kooperationen mit der Wirtschaft ein möglicher mittelbarer Erwerbszweck im Zusammenhang mit dem einrichtungsinternen Zugang zum Internet unterstellt werden könnte. Wann beim Endverbraucher von einem „den üblichen Konsum“ überschreitenden Urheberrechtsdelikt die Rede sein sollte, habe das Justizministerium ebenfalls nicht präzisiert. Da zudem Providern Schadensersatz drohe, falls sie vorsätzlich oder grob fahrlässig eine falsche oder unvollständige Auskunft erteilen, sei davon auszugehen, dass diese im Zweifelsfall lieber Verbindungs- und sogar Nutzungsdaten herausrücken würden. Entgegen dem Ansinnen des Gesetzgebers sei so gerade von einer „Gefahr der Uferlosigkeit“ des neuen Ermittlungsinstruments auszugehen.

    Das DFN ist ein 1984 gegründetes Hochleistungsnetz für Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland.

    6. März 2006
  • : Internet Freedoms Come of Age
    Internet Freedoms Come of Age

    Sehr lesenswert: Internet Freedoms Come of Age

    As these cases show, the fight between internet freedom and intellectual property law – the „copyfight“ – is a never-ending one. Many characterise its protagonists as techno-utopians, or geeks worried that someone might take their toys away. But as the narrative of control over internet freedom joins the mainstream, it is worth remembering how long, and against what adversaries, the fight has been fought up until now.

    The movement to keep the internet free will be the defining fight in the information age, just as the environmental movement is the defining fight of the industrial age. As our physical make-up is reduced to a string of ones and zeros, and knowledge replaces property and labour as the means of production, democratic access to information becomes a basic civil right.

    6. März 2006
  • : Ubiquitäres Computing im Inforadio
    Ubiquitäres Computing im Inforadio

    Das Inforadio Berlin (UKW 93.1) strahlt gerade eine Sendung aus zum „flächendeckenden“ Computing, auch mit (wenn auch schwachen) kritischen Untertönen.
    Insgesamt war die Stoßrichtung unkonkret und von der Richtung her akadamisch-weltfremd. „Die Informatisierung der Gesellschaft“ ist ein schönes Forschungsmotto, ja sicher doch, aber RFID und die Datenspuren, die wir alle so tagtäglich und unfreiwillig hinterlassen geben problemlos mehr Stoff her als akademische Diskussionen, nämlich praktischen Nutzen. Neben Kühlschränken, die automatisch frische Milch nachbestellen und der Servicewerkstatt, der man keinen Kaufbeleg außer dem eingebauten RFID-Chip mehr präsentieren muss (was wir uns als Verbraucher noch nie wirklich gewünscht haben) auch noch universelle Datenformate und eine maschinenbestimmte Kommunikationen – zum Nutzen auch von Geheimdiensten und zur Bildung von Konsumentenprofilen ohne Zustimmung. Verzeiht wenn ich etwas zynisch werde, ich hatte einfach im Beitrag mehr erwartet.

    Ein netten Aufhänger hatte sich die Redaktion gesucht: das Zitat von Ken Olson, Gründer von DEC, der neben der amüsanten Fehleinschätzung, dass niemand einen Rechner zu Hause haben wolle, Jahre später noch folgendes gesagt hat (bestimmt haben sie das Zitat auch aus der Wikipedia ;)

    „I’m quoted all the time as saying (early during the PC revolution) that there was no reason to have a computer in the home. What I said, I said very carefully and knew exactly what I was saying because I had prepared it. I said, ‚I don’t think we want our personal lives run by computer.’ If you steal something from the refrigerator at midnight, you don’t want it entered into the computer.“

    Darauf baute ein Gutteil des Beitrags auf, was ich salopp kommentiere: wir wollen beim Datenverkehr nicht ertappt werden, wir wollen nicht belauscht werden, und doch haben wir keine Kontrolle darüber (außer durch totale Entsagung von der Technik). Der Handy-Trick gegen RFID wurde nicht erwähnt, nicht die kommende Vorratsdatenspeicherung, nicht die Alufolie. Nicht der Zuschlag dafür, dass wir das ganze mitfinanzieren. Auch die informationelle Selbstbestimmung kam nicht vor, dafür aber die digitale Langzeitdatenspeicherung und das digitale Vergessen. Bei einer etwa engen Zentrierung auf RFID auch nicht verwunderlich; das mach in etwa soviel Sinn wie allein das unter allgegenwärtige Computer zu subsummieren.

    Womöglich wird der Beitrag nochmals wiederholt, ich konnte das gerade nicht beim Sender finden. Es wäre eine Chance gewesen, zumindest eine kritische Stimme unterzubringen, die nicht nur aus der akademischen Elfenbeinwelt kommt. Beispiele und Gegenargumente, sogar aktuelle statt visionäre, gibt es schon heute.

    Update: Danke für den Hinweis in den Kommentaren, der Beitrag ist jetzt als MP3 verfügbar.

    4. März 2006 5
  • : Projekt Sonniges und Grünes Internet
    Projekt Sonniges und Grünes Internet

    Wenn die Situation in China nicht so Ernst wäre, könnte man die folgende Meldung der chinesischen Botschaft in Deutschland glatt als Satiretext werten: „Projekt Sonniges und Grünes Internet“. Es geht um ein Programm für ein „sicheres Internet“ der chinesischen Regierung, welches heute mit blumigen Worten vorgestellt wurde. Darin finden sich Stilblüten wie:

    Aber gleichzeitig sind die Internet-Surfer permanent mit schädlichen E‑Mails, pornographischen oder anderen illegalen Informationen sowie Computer-Viren konfrontiert.

    Was mit „anderen illegalen Informationen“ gemeint ist, dürfte den LeserInnen dieses Blogs vermutlich hinreichend bekannt sein. Für neue LeserInnen sei nur mal eine Ansammlung von Stichwörtern präsentiert: Menschenrechte, Dalai Lama, Proteste, Kritik an der Staatsführung oder schlechten Arbeitsbedingungen, Religionen, Ökologie, Freiheit…

    Bei folgendem Abschnitt handelt es sich leider nicht um die Beschreibung einer Informationsökologie-Strategie, obwohl sie beinahe danach klingt:

    Das chinesische Ministerium für Informationsindustrie als zuständige Behörde für die Internet-Branche in China hat nun eine neue Offensive zur Reinhaltung des Internets und Schaffung einer harmonischen Netzumwelt gestartet. Am Dienstag startete das Ministerium in Beijing das „Projekt Sonniges und Grünes Internet“.

    Eine Weiterentwicklung der massiven Zensur‑, Überwachungs- und Kontrollinfrastruktur wird gleich mit angekündigt:

    „Das Ministerium für Informationsindustrie wird gemeinsam mit den Behörden bei der Entwicklung von IT-Produkten, der Verwaltung des Internetbetriebs sowie bei Informationsdienstleistungen eine Serie von reichhaltigen Aktivitäten in verschiedener Form entfalten. Ziel ist, das Internet sauber zu halten, eine vernünftige Internetanwendung für die Gesellschaft zu gewährleisten, schädlichen und illegale Informationen herauszufiltern und damit ein gesundes Aufwachsen der Jugendlichen zu garantieren.“

    Aber irgendwie klingt das auch ein wenig nach deutscher Jugendschutz-Rhetorik.

    2. März 2006 4
  • : Diskussion: Das offene Netz. Weblogs und Wikis: partizipative Medienwelten im Internet.
    Diskussion: Das offene Netz. Weblogs und Wikis: partizipative Medienwelten im Internet.

    Nächste Woche Dienstag wird Erik Möller anlässlich der zweiten Auflage seines Buches “Die heimliche Medienrevolution” einen Vortrag zum Thema „Das offene Netz. Weblogs und Wikis: partizipative Medienwelten im Internet.“ in der Buchhandlung Lehmanns in Berlin halten.

    Anschliessend wird es eine Diskussion geben, wo Erik, Johnny Haeusler, Volker Grassmuck und ich miteinander über die Chancen und Risiken des offenen Netzes diskutieren werden. Ich bin mal auf die Diskussion gespannt. Mit allen Teilnehmern habe ich schon oft und lange einzeln über das Thema diskutiert, aber noch nie mit allen zusammen.

    Dienstag 7. März um 20.00 Uhr, Eintritt kostenlos

    Buchhandlung Lehmanns, Hardenbergstr. 5, 10623 Berlin

    Medien bedeuten Macht. Kann das Internet Bertelsmann, Time Warner und Rupert Murdoch gefährlich werden? Großunternehmen versuchen auch die neuen Medien zu kapitalisieren, doch im globalen, dezentralen Kommunikationsnetz gelten andere Spielregeln. Auf der Basis freier Software, die von jedem kostenlos verändert und kopiert werden kann, entstehen völlig neue Medienformen. Millionen von Weblogs sogenannten Online-Postillen ergänzen die klassische Medienlandschaft um unabhängige Stimmen. Erste Experimente mit cleveren Finanzierungsmodellen zeigen, dass auf dieser Basis auch echter Journalismus möglich ist. Gleichzeitig arbeiten Tausende von Freiwilligen an offenen Wissensdatenbanken wie der gigantischen Enzyklopädie Wikipedia. Eine Konvergenz von Wikis und Weblogs zeichnet sich ab. Massive Online-Zusammenarbeit in den Bereichen Nachrichten, Wissen, Kunst und Kultur scheint unausweichlich oder findet bereits statt. Das revolutionäre Potenzial des Internet, das erst übertrieben, dann belächelt wurde, nimmt Konturen an.

    1. März 2006
  • : Kampagne für Netz-Neutralität
    Kampagne für Netz-Neutralität

    In den USA wurde heute von einem Netzwerk verschiedenster Organisationen und kleinen Firmen eine Kampagne für den Erhalt einer Netz-Neutralität gestartet. Die Kampagne richtet sich explizit gegen AOL und Yahoo, welche in letzter Zeit vehement für eine „eMail-Tax“ Lobby betreiben. Zu den beteiligten Organisationen gehören beispielsweise MoveOn! und der konservative RightMarch. Allerdings finde ich gerade nur bei MoveOn Hintergründe zum Protest und ein Formular zum mitmachen.

    Mehr gibts beim Boston Globe: Groups mobilize against fees for bulk e‑mailings.

    While everyone hates the unsolicited messages that clog inboxes, the plan has spawned a backlash from an unusual coalition of liberal and conservative political groups that rely on bulk e‑mails to communicate with members and raise money.

    28. Februar 2006
  • : Filesharingdebatte in Frankreich: Runder Tisch online
    Filesharingdebatte in Frankreich: Runder Tisch online

    Die Musikwoche berichtet über einen jüngst seitens des französischen Kultur- und Kommunikationsministeriums eingerichteten „Runden Tisches“, an dem ein Austausch zwischen KünstlerInnen, BranchenkennerInnen, FilesharerInnen und PiratInnen stattfinden soll. Diesem Schritt ging eine sehr interessante politische Entwicklung über den Umgang mit Filesharern voraus.

    Zu finden ist der runde Tisch unter lestelecharements.com (übersetzt etwa „diedownloads.com“). Bislang zeichnet sich dieser Austausch recht einseitig ab: Reportagen erzählen vom Ursprung der Kreativität und der Dialog wird in Form eines Blogs mit minikurzen Fragen á la „Was haltet Ihr von einer globalen Lizenz?“ oder „Nutzt Ihr legale Angebote?“ sehr platt eingeleitet und je mit hunderten Kommentaren nicht sehr strukturiert weitergeführt.

    Aber vielleicht seh ich das auch grad nur zu negativ. Eh ich darüber urteile, ob das Geld für diese Plattform besser in via iTunes gekaufte Songs angelegt sei; Mag jemand mit fundierteren Französischkenntnissen da mal seine Nase etwas tiefer reinstecken und berichten?

    Die Kosten der WordPressinstallation in Höhe von 180.000 Euro übernimmt das Kulturministerium sowie das Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Industrie in Zusammenarbeit mit den Organisationen SACEM und SACD.

    24. Februar 2006 4
  • : Nachrichtenüberblick 23. Februar
    Nachrichtenüberblick 23. Februar

    Vorratsdatenspeicherung: Der deutsche Journalistenverband sieht die Pressefreiheit gefährdet: „Wenn Informanten nicht mehr sicher sein können, dass Telefon- oder E‑Mail-Kontakte zu Journalisten geheim bleiben, werden sie sich doppelt überlegen, die Presse zu kontaktieren.“ (DJV-Mitteilung, Heise newsticker)
    Stefan Krempl fasst für Heise zusammen, welche Unklarheiten hinsichtlich der zu speichernden Daten existieren und gibt eine erste Einschätzung, was nun konkret unter die Speicherpflicht fällt und was nicht. (Heise aktuell)

    Politik und Medien: Innenminister Schäuble mahnt in einem Artikel in der Cicero ein zu nahes Verhältnis zwischen Medien und Politik an, ganz in Zeichen seines Vorgängers. Die Angst vor der Einschränkung der Pressefreiheit durch die Vorratsdatenspeicherung (s.o.) kriegt somit einen neuen Dämonen (netzeitung.de)

    Allgemeiner Datenverlust: Informationswissenschaftlich und Bibliothekare trafen sich zu einem Workshop über die „Langzeitverfügbarkeit digitaler Objekte“ im Bundesarchiv. Die Deutsche Bibliothek fordert die Ausweitung ihrer Zuständigkeit auch für digitale Archive (Heise newsticker)

    Internetradiosender abschalten: In einer Stellungnahme (PDF) zur anstehenden Reform des Urheberrechtsgesetzes fordern die Deutsche Landesgruppe der IFPI und der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft am Dienstag die Abschaffung des Sendeprivilegs für Internetradios. (laut.de)

    24. Februar 2006 3
  • : Mautstellen auf der Datenautobahn
    Mautstellen auf der Datenautobahn

    Die New York Times über Net Neutrality: Tollbooths on the Internet Highway.

    Some I.S.P.’s are phone and cable companies that make large campaign contributions, and are used to getting their way in Washington. But Americans feel strongly about an open and free Internet. Net neutrality is an issue where the public interest can and should trump the special interests.

    21. Februar 2006 2
  • : Net Neutrality – Netzneutralität
    Net Neutrality – Netzneutralität

    „Net Neutrality“ ist in den USA gerade ein grosses Thema. Bei der Diskussion geht es um die Frage, ob die grossen Carrier weiterhin die Neutralität des Netzes respektieren müssen, welche die Durchleitung jeder Art von Kommunikation gewährleistet, die das Internet so gross und innovativ gemacht hat. Die Telekommunikationsunternehmen würden nämlich gerne mehr vom Kuchen abbekommen, und stellen sich im Optimalfall eine Durchleitungsgebühr vor. Ich hab mir eigentlich seit einer Woche vorgenommen, einen längeren Artikel dazu zu schreiben, komme aber gerade nicht wirklich dazu. Deswegen gibt es hier nur ein paar Links zu sehr interessanten Beiträgen, grösstenteils in englischer Sprache. Wer noch weitere gute Artikel hat, bitte in den Kommentaren posten.

    Public Knowledge: “Good Fences Make Bad Broadband: Preserving an Open Internet through Net Neutrality,”

    The Nation: The End of the Internet?

    Stellungnahme von Lawrence Lessig

    BBC: Why the net should stay neutral

    David Bollier: Save the Internet!

    ZDF.heute: Wer bezahlt, hat Vorfahrt

    Kampagne auf Common Cause: Think the Internet Will Always be Open?

    Netzeitung: Google fürchtet Macht der US-Telefonfirmen

    Ed Felten in Freedom to Tinker

    Wundere mich gerade, dass es bei der englischen Wikipedia keinen Eintrag zu „Net Neutrality“ gibt. Danke für den Kommentar, es gibt eine Wikipedia-Seite zu Net Neutrality, allerdings ist diese tatsächlich noch eine Baustelle. und Wikipedia sollte mal ein wenig die MediaWiki-Technik dahingehend abändern, dass meine Suche von eben mit beiden Anfangsbuchstaben gross auch zu dieser Seite führt.

    Update: Freut mich, dass die Wikipedia-Seite zum Thema seit gestern ziemlich gewachsen ist.

    14. Februar 2006 11
  • : Danke liebe Bundesregierung
    Danke liebe Bundesregierung

    Aus: Internet-Regulierung: Darf’s ein bisschen weniger sein?

    Die Internet Community darf Regulierungsabsichten der Regierung durchaus kritisch hinterfragen und „auch ein bißchen verhindern.“ Das sagte zum Auftakt des Domainpulse, des bereits traditionellen Treffens der drei deutschsprachigen Domainregistries – Switch, Nic.At und Denic – die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) Dagmar Wöhrl.

    Danke für die Erlaubnis und Grosszügigkeit.…

    Die Regierung darf ihre Regulierungsabsichten und verabschiedeten Gesetze auch gerne im Hinblick auf den Erhalt und Ausbau von Bürgerrechten im digitalen Raum kritisch hinterfragen und gerne öfters auf die Internet Community hören. Fangen wir doch mal mit der Vorratsdatenspeicherung an.

    9. Februar 2006 2
  • : Gemeinsame Erklärung: „Datenspeicherung ist inakzeptabel“
    Gemeinsame Erklärung: „Datenspeicherung ist inakzeptabel“

    Diese Pressemitteilung wurde heute von einem zivilgesellschaftlichen Netzwerk aus Bürgerrechts- und Verbraucherschutzorganisationen samt Erklärung zur Vorratsdatenspeicherung veröffentlicht.

    Widerstand gegen geplante Vollprotokollierung der Telekommunikation – Gemeinsame Erklärung von Datenschützern, Journalisten und Verbraucherzentrale: „Datenspeicherung ist inakzeptabel“

    Berlin, 07.02.2006 – In einer gemeinsamen Erklärung vom Dienstag sprechen sich Datenschützer, Verbraucherschützer und Journalisten gegen die von der Bundesregierung befürwortete „Vorratsspeicherung von Telekommunikationsdaten“ aus. EU-Pläne sehen vor, dass künftig jede Benutzung von Telefon, Handy und Internet protokolliert werden soll, damit Strafverfolgungsbehörden auf diese Informationen zugreifen können. Nachdem das Europäische Parlament im Dezember grünes Licht gab, steht die Entscheidung der EU-Justizminister noch aus.

    Zehn Verbände, darunter der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und der Chaos Computer Club (CCC), bezeichnen die geplante Datenspeicherung als „inakzeptabel“. „Sie bewirkt keinen verbesserten Schutz vor Kriminalität, kostet Millionen von Euro, gefährdet die Privatsphäre und die Sicherheit Unschuldiger, beeinträchtigt vertrauliche Kommunikation und ebnet den Weg in eine immer weiter reichende Massenüberwachung der Bevölkerung“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung der Verbände. Die Vereinbarkeit einer Vorratsdatenspeicherung mit den Grundrechten solle gerichtlich überprüft werden.

    Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sieht in den Plänen zur Vorratsdatenspeicherung eine Bedrohung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung. „Eine demokratische Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass nicht der Staat die Bürger, sondern die Bürger den Staat kontrollieren“, so vzbv-Vorstand Prof. Dr. Edda Müller. Eine verdachtsunabhängige Vorratsdatenspeicherung bedeute den Einstieg in eine flächendeckende Überwachung der Nutzer digitaler Kommunikation. Das Prinzip der informationellen Selbstbestimmung drohe zunehmend zu einem Grundsatz der informationellen Fremdbestimmung zu werden.

    Die zehn Verbände fordern die Mitglieder des Bundestags auf, an ihrer 2005 erklärten Ablehnung der Massendatenspeicherung festzuhalten. Falls die EG-Richtlinie nicht zu verhindern sei, müssten wenigstens die verbleibenden Spielräume zugunsten der Bürger und der Wirtschaft voll ausgeschöpft werden. Die Organisationen präsentieren einen Zehn-Punkte-Forderungskatalog zur nationalen Umsetzung der Richtlinie. So soll die Datenspeicherung und der Datenabruf auf ein Minimum beschränkt werden. Die bestehende Identifizierungspflicht vor dem Abschluss von Telefon- und Handyverträgen soll aufgehoben werden. Weitere Punkte sind:

    * Die Ausschöpfung der maximalen Umsetzungsfrist bis Mitte 2007 – für Internetdaten bis Anfang 2009.
    * Eine Vorratsdatenspeicherung nur für die in der Richtlinie genannten Datentypen und nur für die Dauer von sechs Monaten.
    * Die Zulässigkeit des Zugriffs auf die Kommunikationsdaten nur zur Verhinderung oder Verfolgung schwerer Straftaten, wenn im Einzelfall der konkrete Verdacht einer solchen Tat besteht.
    * Den Zugriff auf und die Verwertung von Informationen über die Kommunikation von Ärzten, Rechtsanwälten, Steuerberatern, anderen Berufsgeheimnisträgern sowie Journalisten nur in Ausnahmefällen zuzulassen.

    Die Erklärung im Wortlaut:

    Gemeinsame Erklärung zur Vorratsdatenspeicherung in Deutschland

    Die systematische Aufzeichnung und Aufbewahrung von Informationen über die Kommunikation, Bewegungen und Mediennutzung der gesamten Bevölkerung („Vorratsdatenspeicherung“) ohne Einwilligung der Betroffenen ist inakzeptabel. Sie bewirkt keinen verbesserten Schutz vor Kriminalität, kostet Millionen von Euro, gefährdet die Privatsphäre und die Sicherheit Unschuldiger, beeinträchtigt vertrauliche Kommunikation und ebnet den Weg in eine immer weiter reichende Massenüberwachung der Bevölkerung.

    Wir fordern, Vorratsspeicherungspflichten von den deutschen und europäischen Gerichten auf ihre Vereinbarkeit mit den Grundrechten hin überprüfen zu lassen.

    Die Abgeordneten des Deutschen Bundestags fordern wir auf, an ihrer Ablehnung einer verdachtslosen Vorratsdatenspeicherung festzuhalten und stattdessen weniger eingreifende Alternativen zu prüfen (z.B. das „Quick-freeze“-Verfahren).

    Für den Fall, dass der Deutsche Bundestag eine EG-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung trotz allem umsetzen sollte, fordern wir:

    1. Die maximale Umsetzungsfrist bis Mitte 2007 – für Internetdaten bis Anfang 2009 – ist auszuschöpfen.
    2. Bürger dürfen nicht verpflichtet werden, sich vor der Nutzung von Telefon, Handy oder Internet zu identifizieren. Bestehende Identifizierungspflichten sind aufzuheben.
    3. Eine Vorratsspeicherung wird nur für die in der Richtlinie genannten Datentypen und nur für die Dauer von sechs Monaten eingeführt; danach sind die Daten unverzüglich zu löschen. Zu speichern sind nur Daten, die bei dem jeweiligen Anbieter zur Bereitstellung von Kommunikationsdiensten ohnehin erzeugt oder verarbeitet werden.
    4. Der Staat hat die zur Datenspeicherung und ‑vorhaltung verpflichteten Anbieter für die daraus resultierenden Zusatzkosten (Investitionskosten, Vorhaltekosten, Personalkosten) voll zu entschädigen.
    5. Der staatliche Zugriff auf Informationen über die Kommunikation und die Kommunizierenden („Verkehrsdaten“, „Bestandsdaten“) hat den gleichen Voraussetzungen zu unterliegen wie der Zugriff auf die Inhalte der Kommunikation.
    6. Der Zugriff auf Kommunikationsdaten ist nur zur Verhinderung oder Verfolgung schwerer Straftaten zuzulassen, wenn im Einzelfall der konkrete Verdacht einer solchen Tat besteht. Der Zugriff zwecks Strafverfolgung sollte beschränkt sein auf Fälle organisierter Kriminalität, in denen eine höhere Strafe als vier Jahre Freiheitsstrafe zu erwarten ist.
    7. Eine Nutzung von Kommunikationsdaten zu anderen Zwecken, beispielsweise durch Nachrichtendienste, durch sonstige Behörden oder durch private Dritte, ist auszuschließen. Den speichernden Diensteanbietern selbst ist die Nutzung der Daten nur insoweit zu gestatten, wie es zur Entgeltermittlung und Entgeltabrechnung erforderlich ist.
    8. Der Zugriff auf und die Verwertung von Informationen über die Kommunikation von Ärzten, Rechtsanwälten, Steuerberatern, anderen Berufsgeheimnisträgern sowie Journalisten sind nur in besonderen Ausnahmefällen zuzulassen.
    9. Zur Datenspeicherung und ‑vorhaltung sind nur Anbieter öffentlich zugänglicher Kommunikationsdienste und Betreiber öffentlicher Kommunikationsnetze zu verpflichten. Kleine Anbieter, insbesondere im Internetbereich, sind auszunehmen.
    10. Die positiven und negativen Auswirkungen der Vorratsdatenspeicherung auf die Gesellschaft sind von einer unabhängigen Stelle zu untersuchen. Die Ergebnisse sind zu veröffentlichen. Der Bundesdatenschutzbeauftragte hat dem Deutschen Bundestag alle zwei Jahre Bericht über die Erfahrungen mit der praktischen Anwendung der Vorratsdatenspeicherung zu erstatten. Die Berichte sind zu veröffentlichen.

    07.02.2006

    * Chaos Computer Club

    * Deutsche Vereinigung für Datenschutz e.V. (DVD)

    * Deutscher Journalisten-Verband e.V. (DJV)

    * Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. (FIfF)

    * Grüne Jugend Bundesverband

    * Netzwerk Neue Medien e.V. (NNM)

    * no abuse in internet e.V. (naiin)

    * STOP1984

    * Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V. (FoeBuD)

    * Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv)

    7. Februar 2006 5