Datenschutz

Gläserner Bürger bei Maischberger

Gestern gab es eine längere Diskussion zum Thema „Der gläserne Bürger – Droht uns die totale Überwachung?“ in der Sendung „Menschen bei Maischberger“. Ich hab sie mir angeschaut und kann nach einmal drüber schlafen nur sagen, dass es kein grosses Popcorn-Kino war. Das Themenspektrum war zu gross und es waren insgesamt sechs Gäste bei Maischberger. Sicherlich zuviel.

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Vor allem die TV-Kommissarin Hannelore Hoger war vollkommen fehl am Platze. Ihre Aufgabe in der Diskussion war es wohl, als normale Bürgerin dabei zu sein. Das ging grandios in die Hose, sie warf mit Zahlen um sich, die sie diffus mal irgendwo gelesen hatte. So ging es alleine fünf Minuten darum, ob die von ihr aufgeworfene Zahl von 42 Millionen Minuten Telefonüberwachung im Jahr realistisch ist oder nicht. Desweiteren erklärte sie dann des öfteren ihre Angst vor dem Islamismus, was sie sich auch alles aus einem Buch angelesen hätte. Jutta Ditfurth war auch dabei und obwohl sie oft richtige Sachen sagte, hab ich bei ihr eher das Gefühl, dass sie Dinge aus der Vergangenheit noch nicht verarbeitet hat und Talkrunden immer als Selbsthilfegruppe auffasst. Eigentlich schade, denn ihre Rolle sollte die einer Kritikerin sein. Der Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar war gewohnt gut, allerdings versuchte er des öfteren, komplexe Argumentationen aufzubauen, wobei er meist schon von den anderen Teilnehmern unterbrochen wurde, bevor er zu Ende argumentiert hatte. Klaus Jansen vom BKA und GdP sass als Terrorismusexperte dabei und argumentierte immer damit, dass die Welt sich geändert hätte und die Polizei massiv aufrüsten müsste. Genau wie Beckstein, der gewohnt spiess-bürgerlich argumentierte und seinen Verwaltunsghintergrund oftmals langweilig vorbetete, wenn er etwas erklärte. In Baynern würden ja auch nur weniger als 100 Menschen im Jahr telefonüberwacht, aber da diese ja alle fünf Minuten ihr Handy wechseln, würden die Statistiken der abgehörten Telefone immer weiter steigen. Als letzter in der Runde setzte sich dann noch irgendwann der „Internet-Guru“ Andreas Weigend dazu, der an einer US-Uni Data-Mining unterrichtet und die allesamt über 50-jährigen Teilnehmer darüber aufklärte, dass mit den neuen Social Software Tools Datenschutz eh der Vergangenheit angehört.

Maischberger stellte zwar überraschend oft gute Fragen, die eingespielten Videosequenzen waren auch allesamt gut, allerdings hatte sie die Runde nicht wirklich unter Kontrolle. Es wurde hin und her gequatscht, gerade sprechende Teilnehmer wurden ständig von den anderen Gästen unterbrochen, es wurde zwischen Themen hin und her gewechselt… Eigentlich wie in jeder politischen Talkshow. Schade eigentlich, dass dieses Format nicht funktioniert, denn dieses Thema wird selten im Fernsehen länger diskutiert. Und bitte zukünftig nie wieder diese TV-Kommissarin in eine solche Talk-Show zu einem solchen Thema setzen, das ging grandios nach hinten los.

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5 Kommentare
  1. > Und bitte zukünftig nie wieder diese TV-Kommissarin in
    > eine solche Talk-Show zu einem solchen Thema setzen, das
    > ging grandios nach hinten los.

    ACK

    > gerade sprechende Teilnehmer wurden ständig
    > von den anderen Gästen unterbrochen

    Das war echt schlimm. Grandios fand ich aber Becksteins flammende Rede für Diskussionskultur als die Frau Hoger mal unterbrochen wurde. Um dann keine fünf Minuten später wieder selber zu unterbrechen.

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