Netzpolitik
Netzpolitik hauptsächlich in Deutschland, aber auch international. Kernthema dieses Blogs.
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: Podcasting-Interview: John Perry Barlow
: Podcasting-Interview: John Perry Barlow Hier ist ein Interview (MP3 / OGG)mit John Perry Barlow, welches ich in Rio geführt habe. Darin geht es um einen Rücklick auf die „Declaration of the Independence of Cyberspace“ , die er vor etwas mehr als zehn Jahren vor dem World Economic Forum in Davos gehalten hat, die Gründung der Electronic Frontier Foundation was mit der Copyright-Gesetzgebung im Moment falsch läuft und wie man sich für digitale Bürgerrechte (Digital Rights) engagieren kann.
Ich wünschte, wir hätten mehr Zeit für das Interview gehabt – von meinen Gesprächspartnern bisher für den netzpolitik.org-Podcast ist er sicherlich einer der interessantesten überhaupt, aber unser Bus stand vor der Tür, der uns zur nächsten Party bracht. Es macht auf jeden Fall immer sehr grossen Spass, sich mit John Perry Barlow über Netzpolitik zu unterhalten. Und ja – mein englisch ist beim Fragen stellen normalerweise besser. :) Ich muss das nochmal bei Zeiten nachbearbeiten. Zum Glück hört man kaum die Nebengeräusche von der Küche nebenan in dem Hotel, wo wir waren.
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: iCommons Summit 5 – der Rest
: iCommons Summit 5 – der Rest So, ich bin wieder zurück in Berlin, zumindest für kurze Zeit. Der Rückweg war ganz schön anstrengend. Insgesamt 27 Stunden hab ich in zwei vollen Flugzeugen und auf den Flughäfen von Rio, Madrid und Tegel verbracht, mit etwas Schlaf zwischendurch, soweit das überhaupt möglich war. Aber in der letzten Nacht kontne ich wenigstens etwas Schlaf vor dem Wochenende nachholen. Unglücklicherweise regnete es die beiden letzten Tage in Rio – mit Strand war da nichts. Dafür gabs noch ein Brasilienspiel kurz vor dem Abflug und etwas Ambiente drum herum. Dort haben tatsächlich sämtliche Geschäfte um 11 Uhr geschlossen, damit alle Brasilianer um 12 Uhr Mittags das Spiel sehen konnten. Eine gespenstige Atmosphäre. Natürlich liefen die meisten Einwohner und fast alle Touristen in gelben T‑Shirts durch die Gegend. Und direkt nach dem Abpfiff wurden an Strassenkreuzungen Soundsystems aufgebaut und Strassenhändler boten ihre Waren an. Leider gabs bei den Soundsystems nur schlechte Musik. Klang etwas alles ein wenig wie Dieter Bohlen auf brasilianisch – also eher Kirmesmusik. Trotzdem lustig anzusehen. Aber ich kann zu Kirmesmusik echt nicht tanzen – der Beat und die Soundstruktur sind einfach zu schlecht.
Sonntag Abend ist der iSummit offiziell zu Ende gegangen. Vorher gabs noch das dänische Free Beer auf dem Dach des Hotels mit Sonnenuntergang und dem Strand zu unseren Füssen. Ich hab auf meinem Rechner noch ein Interview mit Henrik Moltke von den Free Beer Leuten, was ich aber noch etwas nachbearbeiten muss. Das gibts also nächste Woche erst. Sonntag ist das Internet auch endgültig zusammen gebrochen und war nicht mehr nutzbar. Deswegen gabs auch nichts mehr gebloggtes aus Rio selbst.
Am Sonntag morgen war noch ein sehr interessantes Panel zum Thema „Global Commons“. Cory Doctorow erklärte ausführlich, wieso die Electronic Frontier Foundation mit vielen anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen zur WIPO gegangen ist. Zuerst gab es viele Zweifel und Skepsis, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt. Immerhin kostet es sehr viele Ressourcen, bei den vielen Meetings in Genf vor Ort zu sein. Allerdings haben sie ziemlich schnell festgestellt, dass es sehr wichtig ist, den Regierungsvertretern, die meist unbedarft dort sitzen und von vielen Themen keine Ahnung haben, eine alternative Position anzubieten. Eine ähnliche Erfahrung hatten wir als zivilgesellschaftliche Vertreter auch beim UN Weltgipfel zur Informationsgesellschaft gemacht. Bisher gabs dort immer nur die Lobbyisten der Unterhaltungsindustrie, die z.B. oftmals versuchten, Themen, die in den USA nicht durchsetzungsfähig waren, über die WIPO in die nationale Politik zu bringen. Cory nannte das Beispiel der Broadcast-Flag, also der Verschlüsselung von Radioprogrammen. Die Vertreter der Filmindustrie hatten vielen Diplomaten einfach erzählt, dass dies in den USA Recht sei und so waren die Diplomaten über die Alternativmeinungen der Bürgerrechtler überrascht, von denen zu hören, dass Themen wie die Broadcast-Flag in den USA nicht durchsetzungsfähig waren. Auch snd viele Diplomaten froh, von den Bürgerrechtlern Klartext zu hören, was gerade abläuft und nicht immer nur die diplomatisch verklauselierte Sprache, die bei UN-Organisationen zwischen den Regierungsvertretern üblich ist. Ein grosses Problem, aber auch eine Chance, bei der WIPO (und nach meiner Erfahrung nach überall auf UN-Ebene) ist, dass Regierungsvertreter weitgehend autonom handeln. Meist bekommt die Bürokratie zuhause überhaupt nicht mit, was die Gesandten dort überhaupt verhandeln und wie sie entscheiden, wenn sie nicht direkt mit einem Votum ausgestattet wurden. Es bringt also sehr viel, wenn man die Vertreter einzelner Länder von alternativen Positionen auf dem Flur überzeugt. Wenn ich Zit habe, werde ich in nächster Zeit auch mal von der Wipo live berichten. Lust habe ich schon lange, aber alels eine Ressourcenfrage – und zwischendurch muss ich auch mal Geld verdienen, um mir den Luxus dieses Blogs leisten zu können.
Jimbo Wales brachte danach seinen üblichen „Wikipedia für Einsteiger“-Vortrag mit den bekannten Argumenten und ein wenig Abwechslung. Ein Schwerpunkt war die Zensur in Chian und wie Wikipedia damit umgeht. Eine sehr aktive Wikipedianerin stammt aus Taiwan und schreibt an der chinesischsprachigen Wikipedia mit. Diese wird natürlich zensiert, und auch IRC, der übliche Kommunikationsweg in der Wikipedia wird in China zensiert. Die chinesischen Wikipedianer weichen daher auf Skype aus, um miteinander und mit Taiwan zu kommunizieren. Seitdem Skype auch in einer chinesischen zensierten Variante erschienen ist, tauschen sie Wege aus, an die unzensierte Variante zu kommen – und bisher klappt das immer. Eines der Hauptargumente von Jimbo Wales in seinen Vorträgen ist immer, dass Messer ja wegen ihrer Gefährlichkeit und ihres Designs auch nicht verboten würden – bei Kommunikationstechnologien käme allerdings schnell immer der Ruf nach Zensur und einer Änderung des Designs.
Nhlanhla Mabaso aus Südafrika hielt seinen Vortrag dann mit einem Handy, um die Bedeutung von mobiler Kommunikation in Afrika zu verdeutlichen. Er forderte, dass die „digital Commons“ auch in der Mobilfunkwelt stattfinden sollte. Sonst hab ich leider morgens wenig mitbekommen von dem Vortrag, weil sein Akzent zu stark war und er keine Folien zum mitschreiben verwendete.
Danach beschrieb Jamie Love von CPTech (Die sich übrigens bald umbenennen werden, weil CPTech etwas kompliziert klingt. Der neue Name ist besser, aber der ist noch nicht offiziell), wie es zur „Access to knowledge“-Bewegung (a2k) gekommen ist. Man suchte um Jahre 2004 nach einem gemeinsamen Nenner, um all die Kampagnen für Freie Software, Freies Wissen, digital Commons, Patentreform, Net-Neutrality, Open Access, Informationsfreiheits, etc. unter einen gemeinsamen Hut zu bekommen. Und bei einem Brandstorming entstand daraus „a2k“, also „Zugang zu Wissen“. Vorbild ist eine Kampagne von Ärzte oder Grenzen für den Zugang zu Medikamenten, die einen grossen Erfolg im letzten Jahrzehnt hat. a2k ist eine neue soziale Bewegung über alle Ländergrenzen hinweg und das Ziel der Kampagne ist schnell evaluierbar: Gibt es einen Zugang zu Wissen – oder nicht? Im Moment wird Wissen ja immer mehr verschlossen und privatisiert, anstatt die Möglichkeit zur Entwicklung und Innovation zu nutzen – global wie lokal.
Anschliessend war ich noch im Panel „The public sector commons and building national public domains“. Dort ging es darum, wie man Regierungsinformationen und öffentlich finanzierte Publikationen unter Creative Commons lizenzieren kann und welche Schwierigkeiten dabei auftreten. Das war mässig interessant, zumindest für mich gab es wenig neues zu hören. Es ist oftmals auf einzelne Personen in der Bürokratie ankommt und dass es kompliziert ist, weil die Urheberrechte oft kompliziert geregelt sind. Irgendwie ist das ähnlich bei der Einführung von Freier Software in Behörden.
Abends nach dem Free Beer Empfang gab es noch ein Konzert mit freier Musik in einem Club in Rio. Zuerst legten Mediasana auf, ein politisches VJ-Projekt aus Rio, die richtig fette BigBeats mit politischen Messages unterlegen. Ich fands richtig cool. Auf deren Webseite finden sich kleinere Videos – leider teilweise als WMV. Fast noch cooler war BNegão, eine sehr populäre brasilianische Band, die ihre Musik unter einer CC-Lizenz veröffentlichen. Vor zehn Jahren hätte man ihre Musik Crossover genannt – war eher ein Mix aus HipHop, Dub, Rock und was weiss ich noch alles. Insgesamt mit sieben Menschen auf der Bühne und das hat richtig gerockt. Ihre Musik findet man als MP3 hier. Anhören lohnt sich und live sind sie noch besser.
insgesamt war der iCommons Summit richtig lohnenswert. Inhaltlich gibt es zwar auf Konferenzen wie der kommenden Wizards of OS 4 (Termin buch und kommen: 14.-16 September 2006 in Berlin!) mehr Input, aber der Schwerpunkt lag auch eher auf globaler Vernetzung und Menschen zusammen bringen, die in ihren Ländern an ähnlichen Projekten arbeiten. Nächstes Jahr findet der iSummit übrigens in Dubrovnic / Kroatien statt. Das dürfte zumindest für viele Europäer einfacher zu erreichen sein, die nicht wie ich ein Stipendium für Flug- und Hotelkosten bekommen haben. Ich meinte ja spasseshalber, dass ich aus Berlin locker mit dem Fahrrad anreisen könnte. Schön, wenn ich die Zeit dafür hätte. :)
Montag war noch der zweite Teil des „NGO-in-a-Box Workshop“, den wir in einem Ponto de Cultura in einer Favela in Rio abgehalten haben. Favelas werden die Armenviertel in Brasilien genannt und es war recht eindrucksvoll, mal die Realitäten dort zu sehen. Der Ponto de Cultura, wo wir waren, glich eher einer Ruine. Die Brasilianer erklärten uns, dass es üblich wäre in Brasilien, dass Politiker oft feierlich mit dem Fernsehen neue Kulturzentren eröffnen und dem Projekt nach der nächsten Wahl oder nur wenigen Monaten später den Geldhahn zudrehen. In diesem Ponto de Cultura gab es bisher einen renovierten Raum – die Eingangshalle. Verschiedene Aktive von „eStudio Libre“ bauen jetzt dort ein Linux Schulungszentrum mit alten gebrauchten Computern auf, die sie von Firmen bekommen. Und gleichezitig soll das Gebäude nach und nach renoviert werden. Eigentlich wollte ich von da bloggen, aber der Strom fiel zu oft aus und einmal war mein fast fertiger Eintrag dadurch vernichtet. Als Deutscher rechnet man ja nicht damit, dass das Stromnetz überlastet ist. Auf jeden Fall eine Erfahrung fürs Leben – spätestens nach dem zweiten Zusammenbruch.
Und hier ist noch ein kleines Video, wie Gilberto Gil das Free Beer probiert:
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: Polen will Onlineredaktionen untersuchen können
: Polen will Onlineredaktionen untersuchen können Die „Durchleuchtung von Journalisten“ kommt auch in Polen womöglich in Fahrt, wird aber allerlei praktische wie auch merkbefreite Hindernisse hoffentlich nicht überwinden.
Die rechts-nationalistische polnische Regierung plant ein Gesetz, mit dem Journalisten auf eine mögliche Stasi-Vergangenheit untersucht werden sollen. Bisher unterliegen nur Politiker und führende Staatsangestellte der Lustrationspflicht. Künftig sollen alle, die älter als Jahrgang 1972 sind und mehr als die Hälfte ihrer Einkünfte mit journalistischer Tätigkeit erzielen, nur noch in diesem Beruf arbeiten dürfen, wenn sie durchleuchtet wurden. Krzysztof Lozinski, Chefredakteur des Internetmagazins Kontrateksty, protestiert scharf: „Wie wollen die Herren Lustratoren uns, die Internetjournalisten, überprüfen, ob wir durchleuchtet wurden? Kommen Beamte in die Redaktion? In welche Redaktion? Im Dezember 2005 redigierte ich die ‚Kontrateksty’ aus Internetcafes in Indien und Nepal. Am vergangenen Wochenende arbeitete ich am Laptop an einem masurischen See. Die Homepage auf einen Server in den USA zu verlegen, ist auch kein Problem. Am Internet hat sich bereits die Zensur in China, Russland, Weißrussland und Vietnam die Zähne ausgebissen.“
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: ICANN-Update und Vorhersage
: ICANN-Update und Vorhersage Kieren McCarthy gibt im Register eine schöne Zusammenfassung aller Themen, die bei ICANN anstehen und die auf der Tagung in Marrakesch ab Samstag diskutiert werden (müssten): Whois-Privacy, IDNs, neue TLDs, Länder-Abkommen wegen ccTLDs, und so weiter. Und vor allem die Frage: Was passiert, wenn das aktuelle Memorandum of Understanding zwischen ICANN und dem US-Wirtschaftsministerium Ende September ausläuft?
Will the internet die in September?
ICANN Marrakech There will be much to discuss at ICANN’s Marrakech meeting which kicks off this Saturday, but one question rises about all others: what will happen to the internet on 30 September 2006? -
: Creative Commons und Fedora veranstalten Open-Video-Wettbewerb
: Creative Commons und Fedora veranstalten Open-Video-Wettbewerb Der Open-Video-Contest der Creative Commons und Fedora ist eröffnet. Endlich wird es belohnt, das Kino neu zu erfinden!
Als Hauptgewinn bei dem Wettwerb von Creative Commons und Fedora winkt ein Sony Camcorder in einer speziellen Fedora-Ausgabe. Darüber hinaus erhalten die ersten 150 Einsender je ein Paar Flip-Flops mit Fedora-Aufdruck. Laut den Teilnahmebedingungen sollten die eingesandten Videos nicht länger als 30 Sekunden sein, die Videodatei im OGG-Theora-Format eine Größe von 10 MByte nicht überschreiten. Musik, Bilder oder Videos sollten nur dann genutzt werden, wenn sie frei verwendbar sind oder unter Bedingungen wie der Attribution-ShareAlike Lizenz stehen.
Einsenden kann man zwischen dem 20. Juni 00:00 Uhr UTC (02:00 MESZ) und dem 20. Juli 00:00 Uhr UTC 2006 per E‑Mail. In der Jury sind unter anderem Alek Tarkowski (Creative Commons), Greg DeKoenigsberg (Red Hat), Max Spevak (Fedora) und Samuel Klein (Wikimedia Foundation, Special Project Committee).
[via / Markus]
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: Going Brasil!
: Going Brasil! Wenn nichts mehr schief geht, fliege ich morgen früh los zum iCommons-Summit in Rio de Janeiro, der dort vom 23.–25. Juni stattfindet. Das bedeutet 5 Uhr aufstehen, 8 Uhr in Tegel losfliegen, 11 Uhr Zwischenlandung in Madrid und von dort 10 Stunden lang weiter nach Rio, wo ich dann um 16 Uhr Ortszeit ankomme. Das Wetter soll ja nicht schlecht sein, alle Hotels scheinen am Strand zu liegen und am Donnerstag gibts das nächste Brasilien-Spiel, was vor Ort sicherlich interessant wird. Mal schauen, wie die Netzsituation vor Ort ist. Wenn alles gut geht, blogge und podcaste ich regelmässig von den vielen spannenden Veranstaltungen.
An dem Tag vor- und nachher werde ich an einem NGO-in-a-Box – Workshop mit dem Schwerpunkt „Open Publishing“ teilnehmen, der vom Open Society Institute organisiert und finanziert wird. Dort wird es darum gehen, wie Nichtregierungsorganisationen freie Tools zum Publizieren einsetzen können. Eines meiner Lieblingsthemen und für mich ist das eine schöne Vermischung von Arbeit und Vergnügen.
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: Wikipedia Acadamy Mitschnitte
: Wikipedia Acadamy Mitschnitte Die Mitschnitte der Wikipedia Academy in Göttingen finden sich hier.
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: Datenspuren-Mitschnitte sind online
: Datenspuren-Mitschnitte sind online Die Mitschnitte des Datenspuren06-Symposiums vom Chaos Computer Club in Dresden sind jetzt im freundlichen Ogg-Format online erhältlich.
z.B. Jens Ohlig über Zensur in China (16MB).
[Danke an Patrick für die Mail]
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: Mit Musik für Netz-Neutralität: God save the Internet
: Mit Musik für Netz-Neutralität: God save the Internet Die Debatte rund um Netz-Neutralität geht in den USA weiter. Jetzt gibt es das 3‑Künstlerinnen Projekt „The Broadband“, die für die „Save The Internet“-Kampagne das Medium Musik dazu nutzen wollen, um mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. The Broadband sind Kay Hanley, Jill Sobule und Michelle Lewis. Ich mag Jill Sobule und das erste Lied, „God save the Internet“ (MP3) klingt ihrem Stil ähnlich, wenngleich der normalerweise etwas weniger pathetisch klingt.
Hey, Mr. Telecom man
God save the Internet
Don’t change my reality
Keep that neutrality.Die „Save the Internet“-Kampagne schreibt dazu: Download a new tune by independent artists while you still can!
Three singer/songwriters met at a Los Angeles recovery center for those suffering from internet-related anger issues. How could Congress vote to destroy one of the only good things left in America? This made no sense! How could so few people be enraged? What were people doing to keep network neutrality the law of the land?
They realized that they had found kindred spirits in one another and needed to work through their newfound political rage. Their counselor suggested that they could channel their frustration through song, interpretative dance, screaming or simply calling Congress over and over. When they discovered that Michelle was afraid of morons, they decided to just do the singing part. And thus The BroadBand was born.
God Save the Internet is their first outing. It will soon be sweeping the nation.
Oder wie Ars Technica schreibt: „We Are the World“ meets ‚Net neutrality.
Ansonsten gibts bei Heise auch News zum Thema: US-Senatsvorsitzender spricht sich gegen „Netzneutralität“ aus.
Bei den laufenden Beratungen im US-Senat über eine gesetzliche Regelung zur Festschreibung des Prinzips der „Netzneutralität“ hat der Vorsitzende des federführenden Wirtschaftsausschusses, Ted Stevens, eine Kehrtwende vollzogen. Anfang Juni hatte der Republikaner aus Alaska noch zu bedenken gegeben, dass „vielen Mitgliedern“ des Senats die Vorkehrungen für die Sicherung eines offenen und den Datentraffic unterschiedlos behandelnden Internet in dem debattierten Gesetzesentwurf zur Neufassung des Telekommunikationsrechts „nicht weit genug gehen“. Gleichzeitig betonte er, dass er den Gesetzesvorschlag so abändern wolle, dass die US-Regulierungsbehörde, die Federal Communications Commission (FCC), stärker im Sinne des Verbraucherinteresses und zur Wettbewerbsförderung im Bereich Netzneutralität involviert werden sollte. Bei den Senatsdiskussionen am gestrigen Dienstag erklärte Stevens nun, dass die Betreiber von Breitbandnetzen nicht derselben strengen Regulierung unterliegen sollten wie „allgemeine“ Telekommunikationsanbieter.
Update: Bei Heise gibt es einen weiteren aktuellen Artikel: US-Kongress streitet weiter heftig über die „Netzneutralität“.
Die Verfechter eines offenen Hochgeschwindigkeitsnetzes aus der Zivilgesellschaft, die sich über die Plattform „Save the Internet“ koordinieren, haben derweil eine neue Studie zur Untermauerung ihrer Forderungen vorgelegt. Die unter anderem von Verbraucherschutzverbänden in Auftrag gegebene Analyse (PDF-Datei) des Ökonomen Trevor Roycroft will die Breitbandanbieter unter Zugzwang setzen. Da das Prinzip des offenen und diskriminierungsfreien Internet so erfolgreich gewesen sei, um eine starke Online-Wirtschaft hervorzubringen und Telekommunikationsdienste wettbewerbsfähig zu halten, müssten die Kritiker Roycroft zufolge zeigen, dass eine Änderung dieser Regel echte Vorteile für die Mehrheit der betroffenen Akteure mit sich bringe.
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: Ein Netzneutralität-Gegner im Interview
: Ein Netzneutralität-Gegner im Interview Declan McCullagh hat für CNet den Chef-Lobbyisten von Verizon, Thomas Tauke, zum Thema Netzneutralität befragt: Newsmaker: Net neutrality: Meet the winner.
Thomas Tauke must be one of the most ecstatic lobbyists in Washington right about now.
As Verizon Communications’ executive vice president for public affairs, policy and communications, Tauke has spent the last few months embroiled in a fiery debate over Net neutrality, the concept that broadband providers must be legally required to treat all content equally.
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: USA: Flash-Mobs gegen Apples DRM
: USA: Flash-Mobs gegen Apples DRM In den USA gab es wieder verschiedene Flash-Mobs gegen DRM, die von der Defective by Design Kampagne organisiert und durchgeführt wurden. Ziel waren diesmal verschiedene Apple-Stores in diversen US-Städten, um über das DRM im iPod und bei iTunes aufzuklären. Bilder finden sich bei Flickr und es gibt ein Video, was U2 freuen dürfte.

Sehr nett ist auch dieses Mash-Up der Apple-Werbung:

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: EFF-Podcast: Line Noise
: EFF-Podcast: Line Noise Die Electronic Frontier Foundation hat jetzt auch einen eigenen Podcast: Line Noise (RSS).

Hier sind die ersten beiden Folgen:
Apple v. Does, Sony BMG Settlement (MP3)
Kurt Opsahl, EFF attorney working on free speech case Apple v. Does, talks about the recent victory at the California Court of Appeal. Plus the run-down on the Sony BMG settlement, and how to help in the AT&T case.
Que S1RA, SIRA – The Trouble with the Section 115 Reform Act (MP3)
Fred von Lohmann of EFF explains the landmine language hidden in this fast-tracked copyright bill.
[via]
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: US-Repräsentantenhaus stimmt gegen Netz-Neutralität
: US-Repräsentantenhaus stimmt gegen Netz-Neutralität Das US-Repräsentantenhaus hat gestern mit 269 zu 152 Stimmen einen Gesetzantrag abgelehnt, mit dem das Ürinzip der Netz-Neutralität fest geschrieben werden sollte.
Intern.de: ‚Net Neutrality’ gescheitert.
Doch das Lobbying gerade der großen Telefon- und Kabelgesellschaften scheint erfolgreicher gewesen zu sein. Überhaupt können sich diese Firmen nicht über das Gesamtpaket „H.R. 5522“ beschweren, das vom Repräsentantenhaus mit 321 zu 101 Stimmen angenommen wurde. Denn dieser Gesetzespaket ebnet für die Gesellschaften unter anderem den Weg in die Fernsehwelt. Das neue Gesetz, das auch vom Weissen Haus schon gutgeheißen wurde, dereguliert den Zugang zu diesem Markt.
Technology Review: Netzneutralität: Holzauge sei wachsam.
Es geht hier im Übrigen nicht um Marktgiganten von Google, die ausgeblendet werden sollen, wenn sie nicht im Sinne der Telkos spuren. Nein, ein „tiered Internet“, in dem womöglich nichtzahlenden Site-Betreibern nur die Kriechspur bleibt, haut den neuen Internet-Firmen und kleinen Webdiensten auf den Kopf, die derzeit in ungeahnter Anzahl erneut erblühen. Es geht auch um nutzergenerierte Inhalte wie Weblogs, die auf der Strecke bleiben könnten, wenn das Netz in die Bereiche „Webserver hat bezahlt“ / „Webserver hat nicht bezahlt“ eingeteilt würde. Mit dem Ende der Netzneutralität bzw. einer fehlenden Festschreibung derselben könnte sich außerdem die Zensurfalle öffnen: Wenn die Provider tatsächlich erst einmal bestimmen, was die Nutzer sehen dürfen, haben zum Beispiel gegenüber der Betreiberfirma kritische Blogpostings womöglich keine Chancen mehr.
CNet: House rejects Net neutrality rules.
The U.S. House of Representatives definitively rejected the concept of Net neutrality on Thursday, dealing a bitter blow to Internet companies like Amazon.com, eBay and Google that had engaged in a last-minute lobbying campaign to support it.
CNet: New Net neutrality plan may ruffle feathers.
Internet companies that have been lobbying for stiff Net neutrality regulations might be having second thoughts right about now.
Vor der Entscheidung hatte die Washington Post ein sehr lesenswertes Plädoyer von Lawrence Lessig und Robert W. McChesney für Netz-Neutralität publiziert: No Tolls on The Internet.
Congress is about to cast a historic vote on the future of the Internet. It will decide whether the Internet remains a free and open technology fostering innovation, economic growth and democratic communication, or instead becomes the property of cable and phone companies that can put toll booths at every on-ramp and exit on the information superhighway.
Neben der zivilgesellschaftlichen Kampagne „Save the Internet“ hatten sich viele Internetfirmen und wneige NGOs noch zur Kampagne „It’s our Net“ zusammen geschlossen.
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: Captain Copyright vs. Dr. Lawless
: Captain Copyright vs. Dr. Lawless Die kanadische Lizenzagentur Access Copyright will seit kurzer Zeit mit dem Superhelden Captain Copyright kanadischen Grundschülern eine industrie- und verwerterlastige Sicht des Urheberrechts beibringen, unter anderem mit Anleitungen für’s Rollenspiel im Klassenzimmer: Die Kinder sollen ihre Mitschüler z. B. um Verwertungsrechte für ihre Werke bitten oder Klassenzeitungen mit einer zusätzlichen Seite für Urheberrechtshinweise versehen.
Delikat ist an der Sache (neben dem unverhohlenen Lobbying) natürlich vor allem, dass „Captain Copyright“ ein Superheld nach dem Muster von Superman, Batman oder den anderen Helden der Comickultur ist. Somit bedienen sich die Kampagnenmacher ironischerweise genau des alltäglichen, offenen und selbstverständlich unvergüteten Kulturtransfers, der in ihrer einseitigen Darstellung von Kreativität unter den Tisch fällt.
Philipp Lenssen hat die Abenteuer von Captain Copyright weitergezeichnet: Unser Held kämpft gegen den bösen Dr. Lawrence Lawless.
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: Gegen Online-Repressalien: Kampagne von Amnesty International
: Gegen Online-Repressalien: Kampagne von Amnesty International Die britische Sektion der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat zusammen mit der britischen Tageszeitung The Observer und der OpenNet-Initiative eine Kampagne gegen Internet-Zensur gestartet: Irrepressible.info will demonstrieren, dass niemand davon abgehalten werden kann, seine freie Meinung „online wie offline“ uneingeschränkt zu äußern und nicht durch Repressalien bedrängt werden kann, so die Kampagne. In China, Vietnam, Tunesien, Iran, Saudi Arabien und Syrien würden zu den Staaten zählen, die den Zugang zum Internet zensieren und Einwohner verfolgen und inhaftieren, weil sie online ihre Kritik zu den Verhältnissen geäußert hätten. „Internet-Repression geht nicht nur von Regierungen aus“, erklärt Amnesty International weiter: „IT-Unternehmen haben Systeme mit aufgebaut, die den Einsatz von Überwachung und Zensur ermöglichen. So hat Yahoo! die privaten Daten von E‑Mail-Nutzern den chinesischen Behörden übermittelt und damit dazu beigetragen, dass in Fällen unrechtmäßige Verhaftungen statt fanden. Microsoft und Google sind beide den Forderungen der Regierung nachgekommen, aktiv chinesische Nutzer von ihren angebotenen Services einzuschränken.
Amnesty International ruft die Bürger nun auf, selber die Zensur solcher Staaten zu unterwandern. Einmal durch eine Unterschrift bei ihrer „Internet Freiheit“-Kampagne. Wer aktiv zur Meinungsfreiheit beitragen möchte, kann in anderen Ländern zensierte Webinhalte auf seinen eigenen Seite zugänglich machen. Im Falle der chinesischen Zensur bitte Amnesty International um E‑Mail-Beschwerden an die chinesische Regierung, um den Journalisten Shi Tao freizulassen. Der wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, weil er eine E‑Mail an eine Pro-Demokratie-Organisation geschickt haben soll. Weitere Infos dazu auf der Seite von Irrepressible.info.
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: Themen auf dem 23c3
: Themen auf dem 23c3 Zwischen Weihnachten und Neujahr findet wieder der jährliche Chaos Communication Congress in Berlin statt. Die Vorbereitungen laufen wieder an und diesmal gibt es vorab im Konferenz-Wiki die Möglichkeit, sich Themen und Vorträge zu wünschen. Macht mit, wenn Euch etwas interessiert.
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: Die CDU lädt zur MediaNight
: Die CDU lädt zur MediaNight Die CDU veranstaltet morgen mal wieder ihre MediaNight. Diese ist eigentlich nie besonders spannend, bis auf das Büffet. Allerdings sollte man im Optimalfall recht spät ankommen, denn die Stunden bis zum Büffet waren bisher eher mehr als langweilig. Lustig fand ich hingegen die Definition der eigenen Medienpolitik in der Einladung:
Für die CDU ist Medienpolitik jedoch mehr als Wirtschafts- und Standortpolitik. Der besondere Schutz von Presse- und Meinungsfreiheit sowie der Medienvielfalt und ‑qualität, aber auch die Erfüllung des Bildungs- und Kulturauftrags sind wichtige Eckpfeiler unserer Medienpolitik.
Klingt alles toll, in der Praxis sieht das aber schon etwas anders aus…
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: GEMA Podcasting-Tarif angekündigt
: GEMA Podcasting-Tarif angekündigt Gema-Sprecher Dr. Urban Pappi hat auf dem Podcastday2006 Einzelheiten zu einem Podcast-Tarif genannt, der im Sommer angeboten werden soll. In einer Pressemitteilung heißt es:
Die Gema will für nicht-kommerzielle Podcast-Sendungen, die Musik als reine Einblendung (Intro und Outro) benutzen, monatlich fünf Euro berechnen, falls sie mindestens wöchentlich bereit gestellt werden. […] Wer einen kompletten Song in seiner wöchentlichen Podcast-Sendung spielen will, muss zehn Euro bezahlen, wer täglich einen Song spielt, soll dreißig Euro Gebühr entrichten. Wie lange die Sendungen dann online stehen dürfen, ist noch nicht klar.
Ungeachtet der Tatsache, dass dann immer noch eine Lösung für die GVL aussteht, ist dieser Vorschlag unausgegoren. Unklar ist zunächst, was „ein kompletter Song“ heißen soll. Dürfte ich dann für 10 Euro genau einen Song pro Woche senden? Das ist dann ja wohl kaum ein Podcast, sondern ein kommentierter Songdownload. Oder wie ist das zu verstehen? Zudem geht das Geld nicht an die Künstler, die man spielt, sondern in den großen GEMA-Topf. Kurzum, der Vorschlag ist dem Medium Podcast nicht angemessen.
Via Spreeblick.
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: Föderalismusreform als Podcast
: Föderalismusreform als Podcast Der Deutsche Bundestag lässt uns an seinem parlamentarischem Geschehen teilhaben: Die Diskussion um die Föderalismusreform gibt es als „Audio- und Videomitschnitte (Podcasts)“, wie sein Nachrichtendienst „heute im bundestag“ (bislang nur per Mailverteiler) mitteilt.
Das ganze is auch noch hübsch nach Wortbeiträgen und ihren Themen gegliedert. Noch sind nicht alle Tage der Debatte geschnitten. Die Videos lassen auch noch auf sich warten.
netzpolitik.org sagt: Langsam gehts los.
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: The Roadmap for Open ICT Ecosystems
: The Roadmap for Open ICT Ecosystems Sehr interessant: The Roadmap for Open ICT Ecosystems (PDF)
a user-friendly guide for policymakers and technologists offerings tools for understanding, creating, and sustaining open information and communication technologies ecosystems.