Netzpolitik
Netzpolitik hauptsächlich in Deutschland, aber auch international. Kernthema dieses Blogs.
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: CRE038 Reise in die Vergangenheit
: CRE038 Reise in die Vergangenheit Tim Pritlove hat für Chaosradio Express ein langes Gespräch mit Peter Glaser über die Geschichte des Chaos Computer Club geführt: Reise in die Vergangenheit.
Am 12. September 2006 jährt sich die Gründung des Chaos Computer Clubs zum 25. Mal. Wir nehmen dieses Datum zum Anlass, einmal einen ausführlichen Blick auf die damalige Zeit zu richten. Peter Glaser ist 1983 zum Club gestossen und war über lange Zeit selbst massgeblich in die Aktivitäten der Gemeinschaft eingebunden. So hat er auch über lange Zeit die Datenschleuder inhaltlich mitgestaltet.
Im Gespräch mit Tim Pritlove zeichnet Peter Glaser ein Fühlbild der damaligen Zeit, der Motivation der Leute, die sich im Club organisierten und der Wirkung des Clubs auf die deutsche Gesellschaft der 80er Jahre. Dabei kommt auch sehr viel Persönliches zur Sprache.
Das Gespräch ist fast 2,5 Stunden lang und findet sich hier als MP3.
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: EDRi General Assembly
: EDRi General Assembly Dieses Wochenende findet die General Assembly von der European Digital Rights (EDRi) bei uns in Berlin statt. Mit dabei: 17 Menschen aus acht verschiedenen Ländern, die insgesamt elf Organisationen vertreten. Heute ging es hauptsächlich um organisatorische und administrative Fragen. Dabei wurde der Vorstand auf drei Köpfe verkleinert und neue gewählt: Meryem Marzouki von der IRIS (F) ist die neue Präsidentin, Rikke Frank Joergensen von Digital Rights DK (DK) ist die neue Vizepräsidentin und Andreas Krisch von VibeAT ist der neue Schatzmeister.

Dazu wurden folgende vier neue Mitglieder aufgenommen:
- Open Rights Group (UK)
– Alcei (I)
– Nodo50.org (ES)
– Digital Rights Ireland (IE) -
: 6. internationale literaturfestival berlin
: 6. internationale literaturfestival berlin Im Rahmen des 6. internationalen literaturfestivals berlin vom 5. bis 16. September 2006 gibt es auch drei Veranstaltungen mit einem netzpolitischen Bezug.
Am 9. Spetember findet um 14:30h im Haus der Berliner Festspiele/Foyer die Diskussion „China, Blicke: Internet in China“ statt.
Julien Pain (F), Internetexperte der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ und Prof. Dr. Jörg Becker (Universität Marburg) diskutieren mit anderen Teilnehmern die aktuelle Situation des Internet in China.
Die nächsten beiden Veranstaltungen finden am 10. September statt:
12:30h, Haus der Berliner Festspiele/Foyer:
Internet und Demokratie
Sohrab Mahdavi(Iran), Patricia de Souza(Peru/Frankreich)
Moderation: Caroline FetscherDas Internet ist für Journalisten in politisch restriktiven Systemen zum oft einzig verbliebenen Medium ihrer Berufsausübung geworden. Newsrooms und unabhängige Nachrichtendienste sind zu einer „Gegenöffentlichkeit“ geworden. Zwar finden Zensurbehörden immer wieder Wege, Seiten zu sperren, aber gleichzeitig ist noch kein Mittel gefunden, die vitale weblog-Szene zu kontrollieren, die ihr Grundrecht auf freie Meinungsäußerung praktiziert. Die Zirkulation der Informationen durch diese privaten Verteiler ist zu einer wichtigen „basisdemokratischen“ Instanz geworden. Welche Rolle spielt das Medium in demokratischen und restriktiven Gesellschaften?
Und um 17:00, Haus der Berliner Festspiele/Foyer
Die Digitalisierung der Archive
Moderator: Robin Meyer-Lucht
Wolfgang Ernst, Medienwissenschaftler HU Berlin, Roland Kamzelak, Deutsches Literaturarchiv Marbach, Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Jens Redmer, Google Book Search und Hans Uszkoreit, Wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, Entwickler „dropping knowledge“, diskutieren die Risiken und Chancen der Digitalisierung klassischer Archive und die Form der Archive der Zukunft. -
: J!Cast zu Netzneutralität
: J!Cast zu Netzneutralität Im aktuellen J!Cast gibt es ein Interview (MP3 / 9MB) mit Dr. Simon Schlauri, Oberassistent und Habilitand an der Universität Zürich zum Thema Netzneutralität: J!Cast 14 Netzneutralität.
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: Deutschlandradio über Netzneutralität
: Deutschlandradio über Netzneutralität Das Deutschlandradio hat am Samstag einen kleinen Bericht über die Diskussion um Netzneutralität in den USA gesendet: Multimedia-Bremse im Netz. (MP3)
Den Telefongesellschaften schon längst ein Dorn im Auge, werden solche Internet-Verbindungen bald rätselhaft langsam und störanfällig werden – fürchtet auch Tim Berners Lee, Direktor des World Wide Web-Konsortiums, der im englischsprachigen Raum als dessen Erfinder gilt:
Netz-Neutralität ist wirklich so wichtig für die Arbeitsweise des Internet. Netz-Neutralität ist die Art und Weise, in der das Internet funktioniert, seit es begann. Was jetzt anders ist, ist die Bedrohung. Es ist immer noch so, dass wir mehr für eine bessere Verbindung zahlen. Niemand bestreitet das. Aber es würde weitgehend wie Kabelfernsehen funktionieren.
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: China verbietet Youtube wegen Kinderfilm-Parodie
: China verbietet Youtube wegen Kinderfilm-Parodie Das musste ja so kommen: nachdem immens erfolgreiche Kurzfilmparodien bei Youtube ein breites chinesisches Massenpublikum erreichen konnten („The Bloody Case of the steamed mantou“) werden jetzt Kurzfilme nur noch auf wenigen Onlineportalen und nach offiziöser Freigabe zu sehen sein dürfen. Die entsprechenden Vorschriften sind bereits „in the pipeline“:
From late August or September, only authorized websites such as sina.com, sohu.com and netease.com, will be allowed to show short films under the new regulations, Xinhua News Agency reported, citing an announcement by the administration.
A recent example of the trend, it said, was a 10-minute satire of a 1974 film called „Sparkling Red Star“ which was remade with original clips to tell the story of an aspiring pop star competing in a television singing contest. The original film chronicles the struggles of a brave child soldier, Pan Dongzi, in revolutionary-era China.
The parody also turns the evil landowner who brutally exploited tenants into a silly judge taking bribes, and changes Pan’s father from a Red Army soldier into a Beijing real estate tycoon.
The video attracted millions of hits.„Sparkling Red Star“ ist übrigens ein höchst patriotischer Film, revolutionär-chinesisches Kulturgut und hier fröhlich verunglimpft: Es gibt in China auch sowas wie ‚Deutschland sucht den Superstar’ aka ‚Popstars’, beim staatlichen Sender CCTV, und der Wettbewerb wird mitparodiert. Es gibt eine Beschreibung der Parodie bei kaijushakedown, und eine Begründung des produzierenden „People’s Liberation August 1st Film Studio“:
…includes dirty language, subtitles and changing the studio name from August 1 to August 7, but also changing the story so that the little hero dreams of making money through singing. The changes not only hurt filmmakers but also mislead youngsters. Those who ignore the Chinese revolutionary history will encourage more people to mock patriotic movies.
Oha. Das ist ja so überhaupt total krass an der Wirklichkeit vorbei. Konsequenz: ab bald sollen dann Kurzfilme nur noch über die großen Portale zu laden sein, also sina.com, sohu.com und netease.com. Bei Youtube gäbe es ohnehin nichts zu sehen, so die offizielle Linie:
YouTube is one of the most popular video-sharing sites where amateurs and professionals alike can share and view videos — of a recent trip, of a new dog or even of themselves burping.
Dann wird wohl der 6‑stündige Ausfall von Youtube neulich nichts mit den Chinesen zu tun haben. Oder wollten die alle tanzende junge Menschen in Unterwäsche sehen? Haben die pornotube.com überhaupt schon entdeckt, die Zensoren?
Das Verbot ist weiterer Schritt zur „Erhaltung der kulturellen Volksgesundheit“ genannten Zensur in China, wo inzwischen auch Satellitenschüsseln verboten und Technoratis Blog-Suche unterdrückt wird.
UPDATE: boingboing.net berichtet, auch die BBC und Yahoo News.
UPDATE: Es gibt eine englische Übersetzung der Untertitel (für alle, die kein Chinesisch lesen können) -
: PR gegen Netzneutralität
: PR gegen Netzneutralität Hier kann man wieder eine nette Medienverdummung, bzw. PR der Telkos im Streit um die Netzneutralität sehen. Die Computerwoche berichtet über eine Studie einer Firma namens Brix Networks, welche die Qualität von VoIP-Lösungen untersucht und erstaunliches herausgefunden haben will: VoIP-Qualität wird angeblich schlechter.
Ein geeignetes Mittel, um die Sprachqualität zu verbessern, wäre eine Priorisierung des Traffics im Netz, was letztendlich in einer von Carriern erhobenen Durchleitungsgebühr münden könnte. Eine Internet-Maut wird von Verfechtern der „Net Neutrality“, darunter Diensteanbieter wie Amazon.com, Ebay, Google, Yahoo oder Vonage vehement bekämpft.
Aus Sicht von Marktexperten ist die Einführung einer Durchleitungsgebühr nur eine Frage der Zeit: Bei VoIP-Anwendern gebe es noch eine gewisse Toleranz, was die Dienstgüte betrifft, erklärte Yankee-Group-Analyst Zeus Kerravala gegenüber dem News-Dienst Cnet. Spätestens mit dem verstärkten Abruf von Videos aus dem Internet, etwa IPTV, würde eine schlechte Qualität nicht mehr geduldet.
In der Realität finden die VoIP-Anbieter aber komischerweise eine Neutralität des Netzes gut. Wenn sich die VoIP-Anbieter um ein ordentliches Peering kümmern, ist eine Priorisierung, wie hier beschrieben, nicht nötig. Sinnvoller wäre es, wenn die VoIP-Router zuhause bei den Nutzern die Bandbreite sichern. Und IPTV wird immer von Seiten der Telkos als Beispiel eingebracht, um eine Netzneutralität zu ihren Gunsten aufzugeben.
[Danke Torsten]
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: Wizards of OS 4 – Information Freedom Rules
: Wizards of OS 4 – Information Freedom Rules Volker Grassmuck hat für Telepolis die Themen der kommenden Wizards of OS 4 zusammengefasst: Information Freedom Rules.
Wir schreiben das Jahr 2006. 15 Jahre nach Start der GNU General Public License, 10 Jahre nachdem John Perry Barlow die Unabhängigkeit des Cyberspace erklärte und 5 Jahre nach Gründung der Wikipedia. Zeit für eine Bestandsaufnahme.
Freie Protokolle ermöglichen das Internet. Freie Software dominiert auf den Servern. Die Freiheitsbewegung in den Wissenschaften geht mit großen Schritten voran. Die freie, kooperative Online Enzyklopädie Wikipedia ist als Referenz fest etabliert. Und jeden Tag sind es mehr Menschen, die kulturelle Ausdrucksformen jeder Art frei erschaffen und miteinander austauschen.
Unbedingt vormerken und kommen: „Wizards of OS 4 – Information Freedom Rules“ – 14.-16 September in Berlin.
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: FAZ-Special zu Internet in China
: FAZ-Special zu Internet in China Mit dem Artikel „Der große Bruder“ beendet FAZ.NET ein kleines „Internet in China“-Special.
Wenn jeweils im Frühjahr das State Department in Washington seinen Jahresbericht über Menschenrechts-verletzungen in der ganzen Welt veröffentlicht, sitzt China auf der Anklagebank ganz vorne. Seit etlichen Jahren legt Peking deshalb nur jeweils einen Tag später einen eigenen Jahresbericht über Menschenrechtsverletzungen in den Vereinigten Staaten vor. Der entsprechende Bericht aus diesem Jahr fällt wieder nicht sonderlich positiv aus. Doch jenseits solcher Symbolpolitik wächst das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern seit langem kontinuierlich.
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: Open Rights Group feierte ersten Geburtstag
: Open Rights Group feierte ersten Geburtstag Die britische Open Rights Group ist jetzt ein Jahr alt geworden und die BBC berichtete darüber: Group battles for digital rights.
„They have been able to make a real impact on media and in people’s minds as to what abuses there are of our digital rights.“ Mr Holloway, Org’s Operations Manager, said the group and its supporters were fighting a „guerrilla war“ against organisations and governments who were systematically eroding people’s rights in the digital age. „Hard fought civil and human rights are being lost as we move into the digital world,“ said Mr Holloway.
„We are trying to define digital rights – it is difficult to pin down. It will only become clear as more digital rights abuses emerge and the technologies emerge.“ The group is currently campaigning on issues such as net neutrality, censorship, internet privacy and the RFID tags increasingly being used to identify things and people.
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: Netzneutralität und Bürgersteige
: Netzneutralität und Bürgersteige Eine große Frage für viele Netzpolitik-Aktivisten ist ja immer, wie man die komplizierten Aspekte der Politik technischer Infrastrukturen so erklären kann, dass sie auch die sprichwörtliche Oma versteht. Ich nehme da immer gern die Verkehrswege als Analogie, das verstehen dann sogar meine Uni-Kollegen, die sonst zu Sozialpolitik oder ähnlichen untechnischen Themen forschen. Zum Thema Netzneutralität gibt es hier ein nettes Beispiel, wie man sein Haus fast umsonst kriegt, aber für die Benutzung der Bürgersteige Gebühren entrichten muss.
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: Zeit-Zünder über Netzneutralität
: Zeit-Zünder über Netzneutralität Beim Zeit-Zünder ist jetzt ein Artikel über Netzneutralität online, wo ich auch kurz zitiert werde: Internet in Gefahr. Aber irgendwie hat das ziemlich lange gedauert, bis der ARtikel online ging. Hatte die Fragen vor zwei Monaten beantwortet und erinnerte mich kaum noch daran.
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: DailyShow über Netzneutralität – Teil 2
: DailyShow über Netzneutralität – Teil 2 Die Daily Show hat gestern erneut das Thema Netzneutralität behandelt:
http://www.youtube.com/watch?v=-YedWtX9tKE
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: Training Manual for African Broadcast Regulators
: Training Manual for African Broadcast Regulators Die Menschenrechtsorganisation Article19 („Campaign for Free Expression“) hat ein Trainingshandbuch für afrikanische Regierungen und Bürokraten veröffentlicht, um diese über die Notwendigkeit einer Rundfunk- und TV-Regulation aufzuklären. In dem Handbuch wird beschrieben, weshalb und wie Rundfunk und Fernsehen reguliert werden können und wieso Lizenzierungen notwendig und wichtig sind.
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: Schweiz: Symposium Internet Governance Forum
: Schweiz: Symposium Internet Governance Forum Am letzten Freitag fand in Züriche ein Symposium zum Thema Internet Governance Forum statt. Neu sind nun alle Videostreams und Präsentationen online verfügbar.
Als Einstieg und als Grundlage stellte IGF-Koordinator Markus Kummer die zu gründende UNO-Organisation und deren Ziele vor. Das IGF werde nach dem Multi-stakeholder Prinzip funktionieren, sodass alle Beteiligten gleichberechtigt mitdiskutieren können. Er stellte auch die vorgesehenen Themen „Openess, Security, Diversity + Access“ vor. Darauf reagierten dann die eingeladenen Stakeholder namentlich das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) als Vertreter der Regierung, comunica-ch als Vertreterin der Zivilgesellschaft und ISOC die Internet Society.
Ergänzt wurde das Panel um zwei Kontroversen, einerseits um das Thema Datenschutz und Regulierung, anderseits um das Thema der Urheberrechtsrevision in der Schweiz.
Nach dem Symposium diskutierten verschiedene VertreterInnen gemeinsam über einen möglichen Beitrag der Schweiz. Diese werden nun in einem WIKI gesammelt.
Update:
Unterdessen sind alle Präsentationen mit Videostream online.. In einem Wiki werden zudem Beiträge gesammelt und ein Kurzbericht der vorwiegend über die Kontroversen und wenig über IGF und Stakeholder berichtet, findet sich im ETH Life. -
: Wizards of OS 4 – Information Freedom Rules
: Wizards of OS 4 – Information Freedom Rules Die erste Pressemitteilung zur kommenden WOS4 ist soeben verschickt worden:
Internationale Konferenz Wizards of OS 4 vom 14.–16. September 2006 in Berlin zu den Themen freie Software und freies Wissen
Berlin, 10. Juli 2006 – Die digitale Revolution hat die medientechnischen und die Eigentumsvoraussetzungen von kulturellen, künstlerischen und allen anderen Wissenspraktiken tief greifend verändert. Information – und zu einem wesentlichen und wachsenden Teil freie Information – kennzeichnet die Informationsgesellschaft. Kreative Individuen, Netzwerke und kleine Gruppen sind die Pioniere bei der Auslotung der neuen Möglichkeiten. Neue Genres wie Filme, die mit so genannten Game-Engines erstellt werden, neue Formen der kooperativen Berichterstattung unter dem Namen Citizens Journalism und neue Verwertungsformen in der Musikindustrie wie die Netlabels entstehen.
Die internationale Konferenz Wizards of OS 4 – Information Freedom Rules (WOS 4) wird sich vom 14. bis 16. September 2006 den Themenfeldern freie Software, freie Inhalten und freie Infrastrukturen widmen, wichtige Trends und innovative Projekte aus diesen Themenfeldern präsentieren und zur Diskussion stellen. Ort der Konferenz, zu der mehr als 100 namhafte Wissenschaftler, Techniker, Künstler und Aktivisten sowie über 1.000 Besucher aus aller Welt erwartet werden, ist die Berliner Columbiahalle und der benachbarte Columbiaclub. Ab sofort können sich alle Interessenten auf der Website www.wizards-of-os.org für die Konferenzteilnahme anmelden. Der Preis für alle drei Tage der Konferenz liegt bei 60,00 € (erm. 30,00 €) und 25,00 € (erm. 12,00 €) für einen Tag. Die Konferenzsprache ist Englisch.
Den Kern der WOS 4 wird die dreitägige Konferenz in der Columbiahalle Berlin mit Vorträgen, Panels, Workshops und Performances bilden. Eingebettet in die Konferenz in der Columbiahalle präsentiert sich dann am Samstagnachmittag in deutscher Sprache die Publikumsveranstaltung „Die Show des freien Wissens“. In der Show werden populär und allgemeinverständlich die Grundlagen und Inhalte von freiem Wissen und freier Software vermittelt. Die Veranstaltung richtet sich explizit auch an ein Publikum ohne Fachkenntnisse. Im Umfeld gibt es weitere Workshops, Filmpro-gramme, Community Meetings und künstlerische Interventionen. So zeigt das Tesla – Berlins Ort für mediale Künste im Podewil – Filme, die im thematischen Schnittfeld von freiem Wissen und Medienkunst situiert sind. Die internationale Freifunkgemeinde wird sich im Club c‑base zusammenfinden. Am Sonntag, 17. September, finden im Erwin Schrödinger-Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin weitere Workshops statt.
Die Schwerpunkte der WOS 4:
· Netlabels: Die Netlabels zeigen eindrücklich wie die mächtige Verbindung von Produktionswerkzeugen auf dem PC mit dem globalen Vertriebskanal Internet kulturelle Praktiken verändert. Darunter versteht man Online-Labels, die Musik meist als kostenlosen Download zur Verfügung stellen. Von Musikern für Musiker gemacht, verbreiten sie sich explosionsartig, während gleichzeitig die großen Plattenfirmen über ihren Niedergang klagen. Wo diese ihre verbliebe- nen Felle mit Schutztechnologie und Massenklagen retten wollen, lassen jene ihre Musik frei – frei von Kosten, frei weitergebbar und oft auch frei veränderbar.
· Brasilien: Als „Open Source Nation“ nimmt Brasilien national und international eine Vorreiterrolle bei der Verwirklichung der freiheitlichen Potentiale der digitalen Kultur ein. Die Partnerschaft mit dem brasilianischen Kultur-ministerium und dem Kulturminister Gilberto Gil ermöglicht es der WOS 4, die eindrucksvollsten Zeugnisse dieser Entwicklung vorzustellen.
· „Die Show des freien Wissens“: Bei früheren WOS-Konferenzen wurde der Wunsch nach Einführungsveranstaltungen und Vermittlung für Neugierige laut. Erstmals wird daher im Rahmen der WOS 4 eine Wissens- Show auf unterhaltsame Weise aufzeigen, wie freies Wissen eigentlich funktioniert, wie es geschaffen und verbreitet wird, wie man es finden und nutzen kann, welche Bedeutung es im Alltag des Einzelnen hat und welche Einstiegsmöglichkeiten es für eine eigene Beteiligung gibt. Die Show richtet sich insbesondere an Schüler und Studenten.
Die Wizards of OS hat sich mit drei Konferenzen (1999, 2001 und 2004) und mehreren Workshops international als Ort etabliert, an dem auf hohem Niveau spartenüber-greifend über die Grundlagen des kulturellen Schaffens im Digitalzeitalter debattiert wird. Aufbauend auf diesem guten Ruf wird die WOS 4 gemeinsam mit der AG Informatik und Gesellschaft der Humboldt-Universität zu Berlin, Tesla und weiteren Partnern erarbeitet und richtet sich gleichermaßen an ein Berliner wie an ein inter-nationales Publikum. WOS 4 steht unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Dr. Annette Schavan und wird im Rahmen des Informatikjahres durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), den Hauptstadtkulturfonds und die Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.
*** Wizards of OS 4 – Information Freedom Rules ***
Internationale Konferenz
14. bis 16. September 2006
Columbiahalle und Columbiaclub,
Columbiadamm 13–21, 10965 BerlinMehr Informationen:
www.wizards-of-os.org -
: Europaparlament beschliesst Resolution für Meinungsfreiheit im Netz
: Europaparlament beschliesst Resolution für Meinungsfreiheit im Netz Das Europaparlament hat gestern wohl eine Resolution zur freien Meinungsäußerung im Internet beschlossen. Darauf weisen zumindest die deutsche und die internationale Sektion von Reporter ohne Grenzen jeweils hin und begrüssen die Resolution in Pressemitteilungen:
Englisch: European Parliament condemns ethical breaches by Internet sector companies.
Deutsch: Resolution für Meinungsfreiheit im Internetsektor.In der Resolution wird die europäische Kommission aufgefordert, einen freiwilligen Verhaltenskodex zu erstellen. Er soll die Handlungsmöglichkeiten von Unternehmen in repressiven Staaten einschränken und Firmen dazu anhalten, die Notwendigkeit eines unzensierten Internetzugangs bei ihren Geschäften Drittländern zu berücksichtigen.
Zudem sollen sich die EU-Mitgliedsstaaten „auf eine gemeinsame Erklärung einigen, in der sie ihr Engagement zum Schutz der Rechte von Internetnutzern bekräftigen sowie ihren Willen zum Ausdruck bringen, freie Meinungsäußerung im Internet weltweit zu fördern“, heißt es in der Resolution. Der Beschluss ist für die Europäische Kommission jedoch nicht verbindlich; in Sachen Internet hat die Kommission alleinige Entscheidungsmacht.Yahoo, Google und Microsoft wurden in der Resolution namentlich angeführt, weil sie der Selbstzensur in China zugestimmt haben, während Cisco Systems unter dem Verdacht steht, die notwendige Technologie für die Internetzensur bereitzustellen. Die europäischen Unternehmen France Telecom und Telecom Italia wurden aufgrund ihrer Internet-Kooperationen mit Tunesien und Kuba genannt.
Die Resolution gibt es wohl noch nciht im Netz, RSF wollen sie aber später am Tag online stellen. Auf den Seiten des Europaparlaments steht noch nichts.
Update:
Hier ist die (englischsprachige) Resolution: Democracy and human rights: Somalia, Mauritania and the internet.
Mehr auch bei Heise: EU-Parlament kritisiert Microsoft, Yahoo und Google.
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: Die EFF wird 16
: Die EFF wird 16 Am 10. Juli wird die Electronic Frontier Foundation 16 Jahre alt. AP hat zu diesem Anlass eine Ticker-Meldung geschrieben, die u.a. bei Wired veröffentlicht wurde: EFF Defends Tech Liberties.
Basic online rights are more established today than when the EFF formed, but EFF legal director Cindy Cohn said there’s no shortage of cutting-edge cases. „We’re not near the end of the digital revolution in terms of new technology being rolled out,“ she said. „Just because some stuff is mainstream, there’s still a lot of stuff coming down the road to raise new issues or raise old issues over again in slightly new ways.“ The EFF, she said, remains committed to fighting the battles „nobody’s talking about yet.“
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: US-Senator erklärt das Internet
: US-Senator erklärt das Internet Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschuss im US-Senats, Ted Stevens, hielt am vergangenen Donnerstag bei einer Anhörung ein flammendes Plädoyer gegen Netzneutralität, wo er nebenbei auch noch das Internet erklärte – zumindest wie er die Funktionsweise verstanden hat. Und das ist so grandios gelungen, dass die zehnminütige Rede jetzt als MP3 durchs Netz wandert. Ted Stevens ist übrigens 72 Jahre alt, Republikaner und sitzt seit 1968 im US-Senat für den Staat Alaska.
In einem Wired-Blog gibt es auch noch ein Transcript der letzten Minuten, als er sich richtig in Rage geredet hatte: Your Own Personal Internet. Prädikat: Absolut hörenswert!
In der englischen Wikipedia gibt es mittlerweile in seinem Artikel auch noch einen Absatz zu der Rede:
Following the vote, in which Senator Stevens voted not to include the amendment, he gave a speechin which he made several technical and terminological errors while attempting to explain why he had voted in the way he did. Among others, he likened the Internet to a „series of tubes“ that could be clogged with information and spoke of an email that had been delayed by four days, erroneously stating that „an internet was sent by my staff“ (rather than „an email was sent by my staff“), and suggesting that commercial traffic may have been to blame for the delay (an unlikely scenario given the way in which the Internet Protocol functions).
Lesenswert ist dazu auch noch folgende Satire: „A little internet forensics work explains why the internet took 5 days to travel from the Senator’s staff to his inbox“.
[…]One packet made its way up north along the jagged border of New Hampshire and Maine, eventually landing on the Canadian side of Niagara falls, where the packet met a very nice portion of a picture of a lovely, and busty Canadian woman named Sue (you don’t know her) and spent a romantic weekend in a posh Cisco router.[…]
Und es gibt auch noch einen MashUp zwischen Ted Stevens und Ask a Ninja zum Thema Netzneutralität: Senator Stevens vs. The Ninja – Net Neutrality (MP3)
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: Zu Gast bei Arte
: Zu Gast bei Arte Das Kulturmagazin „Metropolis“ meines Lieblingssenders ARTE war gestern hier, um mich über Netzkulturen, Blogs und Themen der Netzpolitik zu befragen. Dauert ganz schön lange, bis so ein Interview dann mal „praktisch“ beginnt. Zuerst müssen die richtigen Hintergrundbilder gesucht und vor allem gefunden werden, inkl. Locationwechsel. Das Hintergrundbild bildet nun die Skyline von Berlin. Und ganz schön heiss, bei 35°C zusätzlich von zwei Scheinwerfern angeleuchtet zu werden. Aber trotzdem sehr interessant, diesen Prozess des Fernsehmachens mal hautnah mitzuerleben. Das Ergebnis erscheint vermutlich am Samstag, den 5. August bei ARTE. Ich bin mal gespannt.